<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Europäische Kommission &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/europaeische-kommission/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Fri, 08 Nov 2024 07:16:13 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Europäische Kommission &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>&#8220;Im Rausch der Daten&#8221;: Sehenswerte Doku zum EU-Poker um den Datenschutz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/im-rausch-der-daten-sehenswerte-doku-zum-eu-poker-um-den-datenschutz-147454/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/im-rausch-der-daten-sehenswerte-doku-zum-eu-poker-um-den-datenschutz-147454/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Nov 2015 09:22:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Philipp Albrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetzgebung]]></category>
		<category><![CDATA[Viviane Reding]]></category>
		<category><![CDATA[Europäisches Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Im Rausch der Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Kommission]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=147454</guid>

					<description><![CDATA[„Democracy – Im Rausch der Daten“ ist eine spannende Dokumentation von David Bernet, in der Viviane Reding und Jan Philipp [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Albrecht.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-147457 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Albrecht.jpg" alt="Teaser-Albrecht" width="640" height="320" /></a>„Democracy – Im Rausch der Daten“ ist eine spannende Dokumentation von David Bernet, in der Viviane Reding und Jan Philipp Albrecht durch den Prozess der europäischen Datenschutzverordnung begleitet werden. politik-digital.de war bei der Premiere in Berlin dabei.</p>
<p>20 Jahre. So alt ist die bestehende Datenschutzrichtlinie der Europäischen Union. 1995 steckte das Internet noch in seinen Kinderschuhen und das Potential von Daten sowie deren Erhebung und Verarbeitung war noch nicht bekannt. Auf diesen Regelungen basiert der heutige Datenschutz in Europa. Die Überarbeitung des Gesetzes war dringend angeraten. Und so präsentierte die damalige EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft Viviane Reding der europäischen Öffentlichkeit einen Vorschlag für ein neues Datenschutzgesetz, das dem digitalen Zeitalter entsprechen sollte. Der Gesetzgebungsprozess der Europäischen Union begann.</p>
<h3>Ein neuer Goldstandard für den Datenschutz</h3>
<p>„Democracy – Im Rausch der Daten“ zeichnet den Weg der neuen europäischen Datenschutzverordnung durch das Parlament nach. Dafür begleitete Regisseur David Bernet Viviane Reding und den Berichterstatter Jan Philipp Albrecht von den Grünen bei deren Kampf für den Datenschutz. Der Zuschauer erhält dabei exklusive Einblicke in den Gesetzgebungsprozess des Europäischen Parlaments, die Debatten in den Ausschüssen, Hintergrundgespräche sowie die Arbeit von Lobbyisten und Datenschützern. Die Debatte um den neuen Datenschutz ist jedoch mehr als nur ein Feilschen um Paragraphen. Es geht um ganz grundsätzliche Fragen: Freiheit, Geld, Zukunft.</p>
<p>Die ganze Welt schien während des Prozesses auf die EU zu blicken, da die möglichen Regelungen neue Maßstäbe beim Thema Datenschutz setzen könnten – ein „Goldstandard“. Der Vergleich zum Edelmetall ist dabei nicht so abwegig. „Daten sind Geld“, betont der IT-Wirtschafts- und Datenschutzanwalt Paolo Balboni, der den Weg der Verordnung begleitete. „Es geht immer um Daten. In unserem Leben dreht sich alles darum, man sammelt Daten oder man gibt sie her. Daten sind eine Währung.“ Ein Thema von mittlerweile solch gesellschaftlicher Relevanz braucht einen gesetzlichen Rahmen. Ziel des Datenschutzgesetzes war ein gemeinsames Regelwerk für die EU, um sie für das digitale Zeitalter vorzubereiten – auch wenn wir uns schon längst darin befinden.</p>
<h3>Der Kampf beginnt</h3>
<figure id="attachment_147455" aria-describedby="caption-attachment-147455" style="width: 198px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Democracy_Plakat_300dpi.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-147455" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Democracy_Plakat_300dpi-305x431.jpg" alt="" width="198" height="280" /></a><figcaption id="caption-attachment-147455" class="wp-caption-text">&#8220;Democracy &#8211; Im Rausch der Daten&#8221;, 2015, Buch &amp; Regie: David Bernet, Produktion: INDI FILM GmbH, ab 12.11.2015 im Kino</figcaption></figure>
<p>Aber die Relevanz des Datenschutzes war zum Zeitpunkt von Redings Vorstoß nicht im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen. Es würde ein schwieriger Kampf, den die EU-Kommissarin bestreiten muss. Gemeinsam mit Berichterstatter Jan Philipp Albrecht, Europaparlamentarier der Grünen, nahm sie diesen „Krieg“, wie der Gesetzgebungsprozess zwischenzeitlich von Beteiligten beschrieben wurde, auf. An zwei Fronten sieht man die beiden Politiker kämpfen: Albrecht im Parlament, Reding im Europäischen Rat. Dabei baut man als Zuschauer eine Beziehung zu den beiden Politikern auf, wodurch ein für eine Dokumentation interessanter Spannungsbogen entsteht.</p>
<p>Dabei kämpfen sie nicht nur gegen skeptische Regierungschefs, die ihren Einfluss über den Rat, der ebenfalls zustimmen muss, geltend machen. Auch eine Armada von Lobbyisten, die im Interesse der Wirtschaft einen möglichst laschen Datenschutz durchsetzen möchten, steht ihnen gegenüber. „Democracy – Im Rausch der Daten“ zeigt den Druck, den die Interessenvertreter auf alle Beteiligten ausüben. Sogar ein seltener Einblick in Gespräche zwischen Lobbyisten und Parlamentariern wird geboten.</p>
<h3>Live am Verhandlungstisch</h3>
<p>Regisseur David Bernet gelingt eine für eine Dokumentation untypisch spannende Inszenierung, die dem Zuschauer das Gefühl vermittelt, selbst am Verhandlungstisch zu sitzen. Mit Einzelinterviews und Pressekonferenzen werden die aktuellen Entwicklungen und Gedanken der Akteure nachgezeichnet. Der Stil des Films überrascht ebenfalls: die Dokumentation ist vollständig in schwarz-weiß gehalten. „Schon zu Beginn des Projekts war klar, dass wir für diesen Film eine Ästhetik brauchen, die sich so weit wie möglich abhebt von dem, was man gewöhnlich visuell mit der EU und Brüssel verbindet“, so der Regisseur. Auf eine Synchronisation der Protagonisten verzichtet er ebenfalls, stattdessen werden die Aussagen untertitelt. Dadurch entstehen O-Töne, die dem Film eine zusätzliche Authentizität verleihen.</p>
<p>Dank der, laut Albrechts Aussage, „professionellen Arbeit des Filmteams“ entstehen ungeschönte Bilder der Verhandlungen. Irgendwann vergaßen die Beteiligten, dass sie gerade unter Beobachtung stehen. Auf der Filmpremiere in Berlin gibt Jan Philipp Albrecht zu: „Ich bin mit dem Mikro sogar aufs Klo gegangen.“ Die meisten Akteure waren wohlwollend gegenüber dem Filmteam. Vor allem die Europäischen Institutionen haben laut Regisseur Bernet verstanden, „dass bei diesem Projekt etwas geschieht, was dringend nötig ist: den Bürgern Europas einen Einblick und ein Verständnis für die Wirklichkeit europäischer Politik zu verschaffen.“ Nur dem Ministerrat schienen die Kamerateams „auf den Keks“ zu gehen, wie Viviane Reding es formulierte. Mit alltäglichen Szenen aus Brüssel versucht Bernet dabei auch die Nähe der Räume zu zeigen: Leben und Politik finden direkt nebeneinander statt.</p>
<p>Zweifelsohne glückt es David Bernet, den europäischen Gesetzgebungsprozess stimmig wiederzugeben, auch mit seinen typischen Eigenheiten. Zusätzlich betont der Film die gesellschaftliche Relevanz und Dringlichkeit des Datenschutzes, gemessen an der Lobbyarbeit und der höchsten Zahl an Änderungsanträgen für eine EU-Verordnung aller Zeiten (knapp 4.000). Dabei werden vor allem die Probleme des Berichterstatters Jan Philipp Albrecht aufgezeigt, der die Interessen aller Beteiligten unter einen Hut bringen muss. Eine schier unlösbare Aufgabe mit kurzen resignierenden Momenten des Grünen-Politikers: „Das schaffen wir nie.“</p>
<h3>Und dann kam Snowden</h3>
<p>Im Juni 2013 tauchte jedoch ein „game changer“ auf: Edward Snowdens Enthüllungen zu den Überwachungspraktiken der Vereinigten Staaten werden zum Wendepunkt des stockenden Gesetzgebungsprozesses. „Der Prism-Fall hat uns wachgerüttelt“, stellt Viviane Reding fest. Eine Datenschutz-Aktivistin fügt hinzu: „Was Snowden aufgedeckt hat, beeinflusst diesen Prozess entscheidend. Es macht deutlich, dass Daten nicht nur Macht bedeuten, sondern auch als Waffe eingesetzt werden können.“</p>
<p>Und plötzlich springt der Film vier Monate weiter. Es herrscht auf einmal Einigkeit, die Bearbeitung der Änderungsanträge ist abgeschlossen. Das ist einer der wenigen Kritikpunkte an der sonst so stimmigen Dokumentation. Denn der Schritt von Snowden zum Ende des Gesetzgebungsprozesses bleibt unklar. Fraglich ist am Ende auch, welche Seite sich eher durchgesetzt hat, auch wenn man vom Gefühl her den Sieg auf der Seite der Datenschützer wähnt.</p>
<h3>Keine vollständige Offenheit</h3>
<p>Und trotz der Transparenz der europäischen Institutionen, die erstmalig einen umfassenden Einblick in ihre Arbeit geben, und der Lobbyisten, merkt man an manchen Stellen, dass die Protagonisten mit einer Kamera im Raum nicht unbedingt frei sprechen können oder wollen. Besonders deutlich wird diese Problematik, als Viviane Reding in einem Gespräch nachhakt, welche Mitgliedstaaten sich im Europäischen Rat querstellen wollen. Die ausweichende Antwort: „Die üblichen Verdächtigen“. Reding reagiert angespannt und möchte es später unter vier Augen mitgeteilt bekommen.</p>
<p>„Democracy – Im Rausch der Daten“ ist keine Dokumentation, wie man sie aus dem Schulunterricht kennt. Der Film hat einen dramaturgischen Anspruch, der mittels zahlreicher Stilmittel wie der schwarz-weiß-Inszenierung oder der Kameraführung umgesetzt wird. Darüber hinaus will er für das Thema Datenschutz sensibilisieren und die Europäische Union greifbarer und transparenter machen. Filmisch gelungen, trotz eines für Manche drögen Themas. Oder wie es der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix auf der Premiere formulierte: „Ich fand den Film spannend. Obwohl ich wusste, wie er ausgeht.“</p>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=34BS7yT_VWw" title="DEMOCRACY - IM RAUSCH DER DATEN Trailer" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/34BS7yT_VWw?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Bild: <a href="http://indifilm.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Indi Film</a>, Dieter Stürmer</p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/im-rausch-der-daten-sehenswerte-doku-zum-eu-poker-um-den-datenschutz-147454/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dieser Beitrag ist in deinem Land leider nicht verfügbar</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/dieser-beitrag-ist-in-deinem-land-leider-nicht-verfuegbar-145889/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/dieser-beitrag-ist-in-deinem-land-leider-nicht-verfuegbar-145889/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julie Rothe]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2015 10:09:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digitaler Binnenmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Digitalstrategie]]></category>
		<category><![CDATA[Geoblocking]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Günther Oettinger]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Kommission]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=145889</guid>

					<description><![CDATA[Anfang Mai hat die EU-Kommission ihre 16 Initiativen für die Schaffung eines europäischen digitalen Binnenmarktes vorgestellt. Dabei will sie das [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/dieses-plakat-ist-in-deinem-land_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145890" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/dieses-plakat-ist-in-deinem-land_bearb.jpg" alt="dieses plakat ist in deinem land_bearb" width="640" height="280" /></a>Anfang Mai hat die EU-Kommission ihre 16 Initiativen für die Schaffung eines europäischen digitalen Binnenmarktes vorgestellt. Dabei will sie das Urheberrecht vereinheitlichen und auch das von EU-Vizepräsident Andrus Ansip scharf kritisierte Geoblocking soll endlich reformiert werden. Es klingt alles sehr ambitioniert, doch die hehren Ziele werden wahrscheinlich vorerst nur schöne Träume bleiben.</p>
<p>Wir fühlen uns oft, als leben wir in einer zunehmend kleineren Welt. Dank billiger Flüge können wir jeden noch so weitentfernten Winkel bereisen und Orte entdecken, von denen unsere Urgroßeltern nicht einmal geträumt haben. Trotzdem sind wir dank Skype und Facebook immer mit der Heimat und Freunden im Kontakt. Über Nachrichtenseiten und soziale Medien wissen wir in Sekundenschnelle über Ereignisse auf der anderen Seite des Globus Bescheid, drücken bei Katastrophen unsere Anteilnahme aus und können Hilfe und Unterstützung organisieren. Wir gucken Serien im Original, weil wir keine Lust haben auf die deutsche Ausstrahlung in einem Jahr zu warten und auf den Geschmack der Originaltonspuren gekommen sind. Die früher exklusiv linear verfügbaren Inhalte der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten erreichen über die Mediatheken, zumindest für sieben Tage, neue Zielgruppen und finden eine größere Verbreitung als es das gute, alte Fernsehen heute noch ermöglichen kann. Und nicht zuletzt hat der Aufstieg von YouTube den Untergang des Musikfernsehens wie es die Neunziger Jahre geprägt hat, entscheidend beschleunigt. Das alles trifft zu. Bis man auf diese kleine, fiese Botschaft trifft, die einen unvermittelt zurück in die Realität holt: „Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar“.</p>
<p>Filme, Musik, Sportübertragungen oder gleich ganze Services werden innerhalb der EU durch Anbieter geblockt. Ein Grund hierfür ist der Verkauf von Ausstrahlungslizenzen in jedem einzelnen Mitgliedsland, zum Beispiel für die Ausstrahlung von Sportereignissen wie der Champions League oder den Olympischen Spielen. Im Fall von YouTube liegen der regionalen Blockade von Inhalten zumeist Streitigkeiten über die Verwendung von urheberrechtlich geschützten Werken, vor allem Musik, zugrunde.</p>
<h3>Ein kleines bisschen Reform wagen</h3>
<p>Als der für den digitalen Binnenmarkt zuständige EU-Vizepräsident Andrus Ansip Ende März verkündete, er hasse <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/eu-kommission-will-geoblocking-bei-youtube-aufheben-13505521.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Geoblocking</a> und werde sich für eine Abschaffung innerhalb der EU einsetzen, hofften viele genervte Nutzer, die neue Digitalstrategie würde sich endlich diesem Problem annehmen und gegen die Ländersperren vorgehen. Tatsächlich sehen die Anfang Mai <a href="http://ec.europa.eu/priorities/digital-single-market/docs/dsm-communication_de.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vorgestellten Maßnahmen</a> für den digitalen Binnenmarkt vor, den Abbau von „ungerechtfertigtem Geoblocking“ voranzutreiben und noch bis zum ersten Halbjahr 2016 hierfür geeignete Vorschläge vorzustellen. Die Ausführungen zum Geoblocking in dem Papier beziehen sich allerdings ausschließlich auf den Onlinehandel, der in ganz Europa harmonisiert und kundenfreundlicher gestaltet werden soll. Eine Umleitung auf womöglich teurere Online-Shops und –Angebote eines Händlers im eigenen Land soll es dann nicht mehr geben. Den Abbau von Ländersperren für geschützte Inhalte will die Kommission durch eine europaweite Harmonisierung der Urheberrechtssysteme ermöglichen. Dadurch soll die Portabilität bereits erworbener Inhalte innerhalb der EU ermöglicht werden. Dann könnten deutsche Touristen beispielsweise auch im Urlaub ihren Netflix- oder Amazon Prime-Zugang innerhalb des EU-Auslands nutzen. Vorschläge für eine Richtlinie sollen noch vor Ende 2015 vorgelegt werden. Zunächst wird die EU-Kommission allerdings nur die Sperren für bezahlte Inhalte angehen, öffentlich- und werbefinanzierte Werke werden wohl zumindest vorerst <a href="https://twitter.com/Senficon/status/595893979968831488" target="_blank" rel="noopener noreferrer">weiterhin geblockt</a>. Zwar erkennt die Kommission in der Strategie an, dass die Territorialität der Urheberrechts in Europa dem sich wandelnden Konsumverhalten der Bürger nicht mehr gerecht wird, konkrete Maßnahmen für die Schaffung eines europäischen Urheberrechts macht sie bislang aber nicht. Die Einführung eines <a href="https://juliareda.eu/reda-bericht-erklaert/#singletitle" target="_blank" rel="noopener noreferrer">europäischen Urheberrechtstitels</a>, wie ihn die Europaabgeordnete Julia Reda in ihrem <a href="http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//NONSGML+COMPARL+PE-546.580+02+DOC+PDF+V0//DE&amp;language=DE" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bericht</a> vorgeschlagen hat, könnte ein entscheidender Schritt zu einem gemeinsamen europäischen Binnenmarkt sein. Auf diesem Wege wäre ein Interessenausgleich zwischen den Urhebern, die ihre Werke dann einheitlich unter europäischem Urheberrecht schützen könnten, und den Nutzern, die von einem grenzüberschreitenden Angebot profitieren, möglich. Die Kommission wagt sich aber offenbar nicht an ein derart großes Projekt heran und schafft zunächst nur geringe Erleichterungen für Europareisende.</p>
<h3>Ja, nein, vielleicht</h3>
<p>Ländersperren werden von ihren Verfechtern, wie dem deutschen EU-Digitalkommissar Günther Oettinger, häufig als Schutz der kulturellen Vielfalt in Europa und für kleine Nischenproduktionen im audiovisuellen Bereich verteidigt. Dabei hilft es vor allem den Verwertern englischsprachiger Großproduktionen, ihre Inhalte von <a href="https://netzpolitik.org/2015/geoblocking-in-der-eu-schwaecht-sprachvielfalt-und-kulturschaffende/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Land zu Land zu lizenzieren</a>, solange es kein einheitliches System in Europa gibt. Produktionen in <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/republica-2015-interview-mit-julia-reda-zu-urheberrecht-13573534.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wenig verbreiteten Landessprachen</a> bleiben so auch für interessierte EU-Bürger aus anderen Ländern unzugänglich. Vor allem für linguistische Minderheiten schränkt sich der legale Zugang zu Programmen in der Muttersprache so stark ein. Oettinger hat bereits angekündigt, dass er <a href="http://www.hollywoodreporter.com/news/cannes-2015-european-commissioner-digital-796556" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ausnahmen für die Filmindustrie</a> bei einer Einschränkung des Geoblockings sehr offen gegenübersteht und eine Abschaffung des Territorialprinzips bei der Rechtevergabe nicht geplant sei. Ein bemerkenswerter Sinneswandel: Noch Anfang des Jahres fand der Digitalkommissar <a href="https://netzpolitik.org/2015/oettinger-im-twitterview-geoblocking-in-eu-voellig-sinnlos-urheberrechtsreform-notwendig/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ländersperren sinnlos</a> und forderte eine Urheberrechtsreform, um im Zeitalter der digitalen Revolution mitzuhalten.</p>
<p>Viel ist von der europäischen Digitalstrategie bei der Schaffung eines echten digitalen Binnenmarktes nicht zu erwarten. Bislang liegen noch keine konkreten Umsetzungsvorschläge vor, aber die Lobbygruppen vor allem aus der Filmverwertungsindustrie sind bereits von den spärlichen Ideen aufgeschreckt. Die Botschaft „Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar“ wird also auch innerhalb Europas nicht so schnell verschwinden. Dafür sind die Interessen von Verwertern und Produzenten nach wie vor zu stark im Vergleich zu einer weniger lauten Gruppe von Nutzern, die freien Zugang zu Inhalten in ganz Europa einfordern.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/pierreee/6857179919/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pierre </a>(CC BY-SA 2.0)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/dieser-beitrag-ist-in-deinem-land-leider-nicht-verfuegbar-145889/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kommt jetzt endlich der europäische digitale Binnenmarkt?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/kommt-jetzt-endlich-der-europaeische-digitale-binnenmarkt-145563/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/kommt-jetzt-endlich-der-europaeische-digitale-binnenmarkt-145563/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2015 13:27:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Günther Oettinger]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Julia Reda]]></category>
		<category><![CDATA[Digitaler Binnenmartk]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Digitalstrategie]]></category>
		<category><![CDATA[Geoblocking]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=145563</guid>

					<description><![CDATA[Geoblocking, Datenschutz, Urheberrecht. Dies sind nur einige digitale Themen, die die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union aktuell beschäftigen. Um auch endlich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/world-the-andras-barta-cc0-via-pixabay.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148839 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/world-the-andras-barta-cc0-via-pixabay.jpg" alt="Europa vernetzt von the andreas barta cc0 via Bixabay" width="640" height="280" /></a>Geoblocking, Datenschutz, Urheberrecht. Dies sind nur einige digitale Themen, die die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union aktuell beschäftigen. Um auch endlich im digitalen Bereich einen europäischen Binnenmarkt umzusetzen, hat die EU-Kommission nun ihre lang erwartete Digitalstrategie vorgestellt. Eine Übersicht über die geplanten Initiativen.</p>
<p>Der Europäische Binnenmarkt garantiert den Mitgliedsstaaten und ihren BürgerInnen den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Personen. Ausgenommen davon war bisher die Digitalwirtschaft. EU-Digitalkommissar Günther Oettinger hat schon länger die Einführung eines „Europäischen Digitalen Binnenmarktes“ gefordert. Die Umsetzung dieser Forderung scheint nun mit der lang erwarteten <a href="http://europa.eu/rapid/press-release_IP-15-4919_en.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Strategie der EU-Kommission</a> zu erfolgen, die der Kommissar gestern gemeinsam mit dem Kommissions-Vizepräsidenten und -Kollegen Andrus Ansip in Brüssel vorgestellt hat.</p>
<h3>Ambitionierte Ziele: Reform des Urheberrechts, Verbraucherschutzes und Geoblockings</h3>
<p>Ziel der Strategie ist ein europaweit einheitlicher Markt ohne Schranken. Dies sollen 16 Initiativen ermöglichen, die bis Ende 2016 angestoßen werden sollen. Ein Schwerpunkt des vorgestellten Papiers bildet das Urheberrecht. Es soll bis Ende 2015 so harmonisiert werden, dass legal erworbene digitale Daten europaweit genutzt werden können. Auch das umstrittene Geoblocking, einer der Gründe für die bislang schwierige Reformierung des Urheberrechts, hat Einzug in das Strategiepapier gefunden. Beim Geoblocking handelt es sich um länderspezifische Inhaltssperren im Internet: So können etwa Videos oder Musik aus Lizenzgründen in anderen EU-Staaten nicht angeboten werden. Über dessen Abschaffung hatten sich die beiden Kommissare Ansip und Oettinger zuvor <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Digitalkommissar-Oettinger-gegen-rasche-Abschaffung-von-Geoblocking-2587481.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">noch heftig gestritten.</a> Nun wolle man nur noch gegen „ungerechtfertigtes“ Geoblocking vorgehen. Dies sei nicht nur häufig beim Urheberrecht anzutreffen, sondern auch beim E-Commerce.</p>
<p>Die Onlinewirtschaft soll durch eine europaweite Angleichung des Verbraucherschutzes unterstützt werden. Unterschiedliche Regeln in den einzelnen EU-Ländern gelten als ein Haupthindernis für den internationalen Onlinehandel. Darüber hinaus wolle man die Datenschutzrichtlinien kritisch begutachten und bis Ende 2015 an das Zeitgeschehen anpassen. Konkrete Maßnahmen werden jedoch nicht genannt. Weiterhin soll eine Reform der Telekommunikationsvorschriften mit Blick auf die Frequenzzuteilung vorangetrieben und ein zeitgemäßer Rechtsrahmen für audiovisuelle Medien gestaltet werden. Dies kann als <a href="http://politik-digital.de/eu-kommission-gegen-google-worum-gehts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampfansage</a> der Kommission an die großen Internetplattformen wie Google und Facebook gewertet werden. Denn man wolle die Rolle von Suchmaschinen und sozialen Medien im Markt kritisch beobachten und analysieren, ob deren Praxis von geltendem Wettbewerbsrecht gedeckt sei.</p>
<p>Weitere Vorstöße drängen auf mehr Cybersicherheit und den verstärkten Kampf gegen illegale Inhalte im Internet, andere auf die Bestrebungen, das E-Government mit einem neuen Aktionsplan voranzubringen. Auch die Bereiche E-Health und Umwelt sollen unter digitalen Aspekten weiterentwickelt werden. In diesen Punkten bleibt das Initiativenpapier jedoch sehr vage. Bisher gibt es dafür lediglich die Ankündigung. Auch wie man eine Reform des Urheberrechts, die zuvor bereits mehrmals gescheitert ist, umsetzen möchte, geht aus dem Strategiepapier nicht hervor.</p>
<h3>Kritik: Zu schwamming formuliert und kein Wort zur Massenüberwachung</h3>
<p>Kritik gibt es deshalb bereits aus Politik und Gesellschaft. Die <a href="https://edri.org/digital-single-market-will-citizens-be-at-the-centre-of-the-commissions-plans/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bürgerrechtsorganisation European Digital Rights (EDRi)</a> beispielsweise kritisierte, dass von den großen Ankündigungen wenig übrig geblieben sei und es einige ernsthafte Bedenken gebe. Unmutsäußerungen gibt es auch aus dem Europaparlament. So hält <a href="http://www.tagesschau.de/inland/urheberrecht-101.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Julia Reda</a>, Abgeordnete der Piratenpartei, das Urheberrecht für vollkommen veraltet, auch gehen ihr die vorgelegten Initiativen nicht weit genug. Beim Geoblocking seien nur bezahlte Dienste ins Visier genommen worden. Kostenlose Dienste wie YouTube würden gar nicht berücksichtigt. <a href="http://taz.de/Digitalwirtschaft-auf-der-republica/!159465/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weitere Kritik</a> gibt es dafür, dass im gesamten Dokument kein einziges Mal auf die digitale Massenüberwachung von Geheimdiensten wie der NSA oder dem BND eingegangen wird.</p>
<p>Bild<a href="https://pixabay.com/en/world-europe-map-connections-1264062/">:TheAndrasBarta CC0 via Pixabay</a></p>
<div id="yui_3_16_0_1_1430750988796_724" class="view follow-view clear-float photo-attribution"></div>
<div class="attribution-info"></div>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/kommt-jetzt-endlich-der-europaeische-digitale-binnenmarkt-145563/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>EU-Kommission gegen Google: Worum geht&#8217;s?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/eu-kommission-gegen-google-worum-gehts-145463/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/eu-kommission-gegen-google-worum-gehts-145463/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2015 08:19:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Android]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Kartellverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Google Shopping]]></category>
		<category><![CDATA[Margrethe Vestager]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=145463</guid>

					<description><![CDATA[Unerwünschte, vorinstallierte Apps auf dem neuen Smartphone, bezahlte Anzeigen und die Ergebnisse von Google Shopping bei der Google-Suche. Die Europäische [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="text-decoration: underline"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/google_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145464" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/google_bearb.jpg" alt="google_bearb" width="640" height="280" /></a></span></strong>Unerwünschte, vorinstallierte Apps auf dem neuen Smartphone, bezahlte Anzeigen und die Ergebnisse von Google Shopping bei der Google-Suche. Die Europäische Kommission hat nun Kartellbeschwerde wegen Ausnutzung des Marktmonopols gegen den Suchmaschinenbetreiber Google eingereicht. Über die Vorwürfe und mögliche Folgen.</p>
<p>Seit 2004 steht „googlen“ im Duden, und mindestens genauso lange wird das Wort synonym für die Informationssuche im Internet genutzt. Der US-Suchmaschinenanbieter ist längst zum Quasi-Monopolisten in der Branche aufgestiegen und für viele nicht mehr aus Internet und Alltag wegzudenken. Der angebotene Service ist derweil zum Milliardengeschäft geworden. Nicht nur die Verwendung der aus Suchanfragen entstehenden Daten, auch die Auffindbarkeit von Dritt-Unternehmen und -AnbieterInnen in den Suchergebnissen wird jedoch seit Längerem von DatenschützerInnen, PolitikerInnen und konkurrierenden Internet-Unternehmen kritisch beobachtet.</p>
<p>Angeführt wird die Riege der KritikerInnen von der Europäischen Kommission, die nun in Brüssel Kartellbeschwerde gegen den Suchmaschinenbetreiber eingereicht hat. Die zuständige EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager vermutet, dass Google seine Marktmacht missbraucht, um Mitbewerber zu benachteiligen – und das zum Schaden der VerbraucherInnen. <a href="http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/13234_de.htm">Der konkrete Vorwurf</a>: Google bevorzugt systematisch seinen eigenen Preisvergleichsdienst auf seinen allgemeinen Suchergebnisseiten. Bei manchen Google-Produktsuchen würden an prominenter Stelle Ergebnisse mithilfe der für VerkäuferInnen kostenpflichtigen Google-Produktsuche „Google Shopping“ und bezahlter Anzeigen platziert. Googelt man beispielsweise nach Schuhen, werden einem in einem prominent platzierten Kasten unterschiedliche Anbieter zum Preisvergleich präsentiert. Bei genauerem Hinsehen stellt man fest, dass hier nur ein einziger Anbieter gelistet wird. EU-Kommissarin Vestager sieht darin einen Verstoß gegen das europäische Wettbewerbsrecht.</p>
<h3>EU-Kommission sieht Schaden für VerbraucherInnen bei Google-Suche und Android</h3>
<p>Fünf Jahre hat die Kommission ermittelt, bevor sie in der vergangenen Woche ein <a href="http://europa.eu/rapid/press-release_IP-15-4780_de.htm">„Statement of Objections“</a> – eine Art Anklageschrift – an Google Shopping versandt hat. Der Konzern hat nun zehn Wochen Zeit, um auf die Beschuldigungen zu antworten. In einigen Ländern hat Google einen Marktanteil von bis zu 90 Prozent. Sollte dieses EU-Wettbewerbsverfahren die Schuld von Google feststellen, kann dem Konzern ein Bußgeld von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes drohen. Ausgehend vom Jahresumsatz 2014 wären das 6,6 Milliarden Euro. Der Konzern hatte sich zuvor <a href="http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/12054_de.htm">bereits</a><a href="http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/12054_de.htm"> mehrfach zu Zugeständnissen bereit</a><a href="http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/12054_de.htm"> erklärt</a>. Zuletzt hatte Google eine Verpflichtungszusage angeboten, konkurrierende Suchdienste gleichwertig mit den eigenen Diensten darzustellen. Mit dieser hatte sich Vestagers Vorgänger in der EU-Kommission Joaquín Almunia zufrieden gegeben und dem Konzern damit eine Milliardenstrafe erspart.</p>
<p>In ihrem zweiten Anklagepunkt wirft die Kommission Google vor, die VerbraucherInnen auch beim Betriebssystem Android zu benachteiligen. Das Betriebssystem ist auf mehr als 80 Prozent aller Smartphones und Tablets installiert. Der Konzern soll nun Hersteller dieser Geräte gezwungen haben, ausschließlich Google-Anwendungen oder -Dienste vorzuinstallieren.</p>
<h3>Google: Alle Änderungen im Interesse der eigenen NutzerInnen</h3>
<p><a href="http://www.reuters.com/article/2015/04/24/us-eu-google-antitrust-idUSKBN0NF1YX20150424">Laut Presseberichten</a> beruht das Kartellverfahren auf 19 Beschwerden aus Europa und den Vereinigten Staaten. Zu den BeschwerdeführerInnen zählen unter anderem Microsoft, der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und das Online-Vergleichsportal TripAdvisor. An den vorgebrachten Behauptungen der Kommission äußern erste JournalistInnen <a href="http://derstandard.at/2000014349590/EU-vs-Google-Reichlich-wenig-Substanz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">jedoch Kritik</a>. Die Anschuldigungen seien nicht ausreichend belegbar. Den Argumenten fehle es an Substanz. <a href="http://googlepolicyeurope.blogspot.be/2015/04/the-search-for-harm.html">Google hat bereits auf die Vorwürfe reagiert:</a> Alle Änderungen der vergangenen Jahre – etwa die direkte Anzeige von Informationen zu Wetter und Produkten – seien im Interesse der eigenen NutzerInnen erfolgt. Auch den Android-Vorwurf lehnt das Unternehmen ab. Android sei ein OpenSource-System, Dritthersteller könnten also eigene Varianten des Betriebssystems ganz ohne Google-Services anbieten.</p>
<p>Der Rechtsstreit zwischen der Europäischen Kommission und Google hat gerade erst begonnen und wird sich wohl über eine längere Zeit erstrecken. Ein ähnliches Verfahren, das in den 1990er Jahren von der Kommission gegen Microsoft angestrebt worden war, kam erst 2013 zum Abschluss. Beim aktuellen Verfahren gegen Google werden nun Gutachten gegen Gutachten eingebracht. Jedoch ist das Verfahren nur der erste Schritt. Frankreich beispielsweise möchte Google möglicherweise zur <a href="http://www.seo-suedwest.de/1087-frankreich-google-veroeffentlichung-algorithmen.html">Offenlegung seiner Suchalgorithmen</a> zwingen. Ein entsprechender Gesetzentwurf liegt dem französischen Senat bereits vor. Und auch in Deutschland wurde und wird immer wieder über <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundesregierung-gabriel-erwaegt-zerschlagung-von-google/9904318.html">ein härteres Vorgehen gegen Google</a> diskutiert, so äußerten sich zuletzt Bundesinnenminister de Maizière und die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff kritisch über Google.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/ozaking/3807417" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wataru Ozaki</a></p>
<div class="attribution-info"></div>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/eu-kommission-gegen-google-worum-gehts-145463/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Junckers digitales Projekt und seine Internet-Kommissare</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/junckers-digitales-projekt-und-seine-internet-kommissare-141831/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/junckers-digitales-projekt-und-seine-internet-kommissare-141831/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Sep 2014 09:42:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Connected Digital Single Market]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Corina Cretu]]></category>
		<category><![CDATA[Günther Oettinger]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Netzinfrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Elzbieta Bienkowska]]></category>
		<category><![CDATA[eGovernment]]></category>
		<category><![CDATA[eSkills]]></category>
		<category><![CDATA[Breitbandausbau]]></category>
		<category><![CDATA[Europa 2020-Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Industrie 4.0]]></category>
		<category><![CDATA[Internet Governance Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Cyber Security]]></category>
		<category><![CDATA[Jean-Claude Juncker]]></category>
		<category><![CDATA[„DG CONNECT“]]></category>
		<category><![CDATA[Phil Hogan]]></category>
		<category><![CDATA[„DG DIGIT"]]></category>
		<category><![CDATA[Pierre Moscovici]]></category>
		<category><![CDATA[Andrus Ansip]]></category>
		<category><![CDATA[Vĕra Jourová]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=141831</guid>

					<description><![CDATA[Am Mittwoch präsentierte der designierte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker seine Idee der zukünftigen Europäischen Kommission. Neben Unmut und Verwunderung über Personalia [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Jucker-Commission.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-141832" alt="Jucker Commission" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Jucker-Commission.jpg" width="640" height="373" /></a>Am Mittwoch präsentierte der designierte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker seine Idee der zukünftigen Europäischen Kommission. Neben Unmut und Verwunderung über Personalia und seine Pläne zur Neustrukturierung werfen die Entscheidungen des Luxemburgers auch Fragen hinsichtlich der europäischen Digitalpolitik auf.<br />
Dass er dem Thema Digitales eine hohe Priorität einräumen würde, <a href="http://ec.europa.eu/about/juncker-commission/docs/pg_en.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hatte Jean-Claude Juncker bereits im Juli verkündet</a>, nachdem sich der Europäischen Rat auf seine Person als neuen Kommissionspräsidenten geeinigt hatte. Dass er jedoch auch die inhärente Struktur der Europäischen Kommission insoweit umkrempeln würde, dass sie gleich einen ganzen Kompetenzstrang digitaler Themen beinhalten würde, hielt er – soweit möglich – bis zur endgültigen Bekanntmachung am Mittwoch zurück. So lohnt es, zwei Eigenheiten der neuen Kommission, die im November ihr Amt antreten wird, näher zu beleuchten.<br />
Erstens: Es wird neben dem ersten Vizepräsidenten und der Außenbeauftragten fünf Vizepräsidenten geben, die mit einem spezifischen Projekt befasst sein werden, das sich aus einigen der Dossiers der übrigen 20 Kommissare speist. Im vorliegenden Fall wird der Este Andrus Ansip für den Digitalen Binnenmarkt zuständig sein. In dieser Funktion wird er zwischen den jeweiligen Kommissaren und dem Kommissionspräsidenten koordinieren und gleichzeitig eine entsprechende Veto-Position im Hinblick auf die politische Agenda der Kommission vorhalten.</p>
<h3>Oettinger ist kein Kommissar zweiter Klasse</h3>
<p>Junckers starker Fokus auf den <a href="http://ec.europa.eu/about/juncker-commission/priorities/02/index_en.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„<i>Connected Digital Single Market“</i> </a>bemühte bereits vor Monaten das immerwährende europäische Wachstumsnarrativ, womit er die Arbeit der zukünftigen Kommission bereits auf die Erfüllung der <a href="http://ec.europa.eu/europe2020/europe-2020-in-a-nutshell/index_de.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Europa 2020“-Strategie</a> einnordete. Die Kombination aus dem Maßnahmenpaket zum „<i>Connected Continent“</i> sowie zum „<i>Digital Single Market“</i> führt uns zum zweiten Punkt: Günther Oettinger. Der vormalige Energiekommissar wird nach dem Festhalten der Bundesregierung an seiner Person in der neuen Kommission für das Thema Digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständig sein. Wer nun mit Verdruss auf den Stellenwert dieses Postens in einer ex-ante kritisierten Zwei-Klassen-Kommission schaut, sollte nicht außer Acht lassen, dass insbesondere digitale Themen wie Industrie 4.0 und Breitbandausbau eine spezifisch deutsche Relevanz besitzen. Die Besetzung dieses Themas muss Deutschland also nicht zum Nachteil gereichen, zumal die Kommissare formell der Europäischen Union und nicht den Mitgliedstaaten verpflichtet sind. Von daher bleibt abzuwarten, wie Oettinger sein Amt und die Förderung der digitalen Wirtschaft mit Leben füllen wird. An Aufgaben mangelt es in seinem <a href="http://ec.europa.eu/about/juncker-commission/docs/oettinger_en.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Portfolio</a> nicht. Dort ist unter anderem von einer Modernisierung des Urheberrechts, dem Ausbau einer qualitativ hochwertigen, digitalen Netzinfrastruktur, Meinungsfreiheit, eGovernment, Cyber Security, Datenschutz und einer Internet Governance Agenda die Rede. Mithilfe der beiden Gremien „European Commission Directorate General for Communications Networks, Content &amp; Technology“, kurz „DG CONNECT“, sowie der Generaldirektion Informatik, kurz „DG DIGIT“, sollen noch in den ersten sechs Monaten der neu eingesetzten Kommission erste legislative Schritte in Richtung Digitaler Binnenmarkt vorbereitet werden.</p>
<h3>Gebündelte Kompetenz für digitale Themen</h3>
<p>Daneben stellt sich die Frage, welche weiteren Kommissare zum Portfolio Digitaler Binnenmarkt beitragen werden. Die Polin Elzbieta Bienkowska, zukünftige Kommissarin für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und Mittelstand, ist zumindest mit einem Teil ihres Themenspektrums ebenso vorgesehen wie die für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten zuständige Belgierin Marianne Thyssen und die für Justiz und Verbraucher eingesetzte Tschechin Vĕra Jourová. Weitere Kommissare, die dieses Portfolio unterstützen, sind der Franzose Pierre Moscovici (Wirtschaft und Finanzen), die Rumänin Corina Cretu (Regionalpolitik) und Phil Hogan aus Irland (Landwirtschaft).<br />
Der für Forschung, Wissenschaft und Innovation zuständige Portugiese Carlos Moedas ist nicht explizit genannt, wird aber aufgrund des Themas „eSkills“ nicht außen vor bleiben können. Trotz dieser personellen Vielfalt werden insbesondere die Kommissare Oettinger und Ansip eng zusammenarbeiten müssen: <a href="http://ec.europa.eu/about/juncker-commission/docs/ansip_en.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Oettinger, um seine (digitale) Agenda durchzusetzen, und Ansip, um die administrativen Ressourcen zur Umsetzung des Digitalen Binnenmarktes in Anspruch zu nehmen</a>. Dazu gehören neben der Neubewertung des Safe Harbour-Abkommens und der Durchsetzung der europäischen Datenschutzrichtlinie insbesondere die Stärkung eines harmonisierten europäischen Regulierungsrahmens für digitale Inhalte, Dienstleistungen und Infrastrukturen. Zusätzlich zur Förderung von Innovation und Forschung sowie der Digitalisierung analogen Rechts muss daher auch der Wettbewerb auf dem europäischen Telekommunikationsmarkt überdacht werden. Im Angesicht globaler Entwicklungen und der Performanz anderer Märkte in Ost und West muss die Europäische Kommission Europa offensiv als digitalen Wachstumsmarkt etablieren und dabei auch global digitale Champions hervorbringen.<br />
Als Teil der Digitalen Agenda ist der Digitale Binnenmarkt nur ein Element zur Erreichung der „Europa 2020“-Ziele. Die Frage ist also auch, wie die Digitale Agenda für Europa in den neuen Strukturen der Europäischen Kommission weiterentwickelt wird und welche Kompetenzen und Ressourcen hierbei mobilisiert werden können. Im Einklang mit den Bedürfnissen zunehmend digitalisierter Gesellschaften sollten die Potenziale, die Europas Digitalwirtschaft zu bieten haben, auch europäisch gebündelt und gefördert werden. Die Priorität, die Juncker durch ein entsprechendes Vizepräsidenten-Ressort hierauf gesetzt hat, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Kooperation der zuständigen Kommissare zugunsten eines kompetenten und umfassenden Konzepts wäre der erste Schritt auf dem richtigen Weg.<br />
Foto: <a href="http://ec.europa.eu/avservices/photo/photoDetails.cfm?sitelang=en&amp;ref=026201#1">European Commission Audiovisual Services</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/junckers-digitales-projekt-und-seine-internet-kommissare-141831/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>#okfest14: Sind Open Data-Aktivisten nur Datenbeschaffer für Google?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/okfest14-sind-open-data-aktivisten-nur-datenbeschaffer-fuer-google-141110/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/okfest14-sind-open-data-aktivisten-nur-datenbeschaffer-fuer-google-141110/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Felix Idelberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Jul 2014 10:23:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Open Data]]></category>
		<category><![CDATA[Neelie Kroes]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Schulz]]></category>
		<category><![CDATA[FAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Open Knowledge]]></category>
		<category><![CDATA[Bewegungen]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Eric Hysen]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Omiyar Network]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Ory Okolloh]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=141110</guid>

					<description><![CDATA[Das Open Knowledge Festival 2014 wurde unter anderem von Google gesponsert. Ein FAZ-Autor hält die Open Data-Aktivisten deshalb für nichts [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/i-love-skull-640x280.png"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-141119" alt="i love skull 640x280" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/i-love-skull-640x280.png" width="640" height="280" /></a>Das Open Knowledge Festival 2014 wurde unter anderem von Google gesponsert. Ein FAZ-Autor hält die Open Data-Aktivisten deshalb für nichts weiter als Datenbeschaffer von Google. Welche Agenda verfolgen die Open Data-Aktivisten und werden sie ihren ideellen Ansprüchen gerecht? Meine gesammelten Eindrücke vom diesjährigen OKFestival.<br />
Stefan Schulz lästert in seinem FAZ-Artikel <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/auf-dem-open-knowledge-festival-ihr-seid-unsere-gold-kutsche-13050820.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Ihr seid unsere Goldkutsche“</a> kräftig über die Open Data-Aktivisten aus aller Welt, die sich in der vergangenen Woche auf dem Open Knowledge Festival 2014 in Berlin getroffen haben. Er glaubt nicht, dass es ihnen mit dem Bestreben nach Öffnung von Daten um die Steigerung von Transparenz in der Öffentlichkeit und einen verbesserten Meinungsbildungsprozess für die Bürger geht. Vielmehr wirft Schulz den Teilnehmern des Festivals vor, diese ideellen Ziele vorzuschieben und dahinter finanzielle Interessen zu verbergen. Als Beweis führt er die Aussagen einiger Hauptredner der Veranstaltung an. So fasst er den Vortrag von Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die digitale Agenda, mit den Sätzen zusammen:</p>
<blockquote><p>„Entsprechend der Veranstaltung sprach auch sie allein über Wünsche unter Ausblendung jeder Erfahrung mit der Wirklichkeit. Das wurde besonders deutlich, als sie unter Applaus auf das Urheberrecht zu sprechen kam. Es müsse einen fundamentalen Wandel geben, sagte sie. Erst einmal sei alles als verfügbar anzusehen, bis Einsprüche dagegen erhoben würden, die dann einzeln zu prüfen seien.“</p></blockquote>
<p>Die Ausführungen von Eric Hysen, Leiter der Google-Abteilung Wahlen und zivilgesellschaftliche Verantwortung in den USA, kommentiert Schulz so:</p>
<blockquote><p>„Google stellt die Infrastruktur zur Verfügung, die Open-Data-Bewegung soll das Unternehmen füttern. Hysen verwendete ein historisches Bild: 1780 habe es zwei Tage gedauert, die 60 Meilen von Cambridge nach London zu reisen. Dabei hätten die Pferdekutschen schon damals viel schneller fahren können. Es gab nur keine Straßen.<br />
<strong><br />
</strong>‘Eure Bemühungen sind wie die Kutschen damals‘, sagte Hysen dann ins Publikum. Nun brauche es jemanden, der sich um die Infrastruktur für alle kümmert. Google nehme die Sache gerne in die Hand, die ‘Unterstützung der Community‘ sei dem Unternehmen wichtig.“</p></blockquote>
<p>Es ist keine Neuigkeit, dass Google viele Initiativen, Projekte und Konferenzen sowohl finanziell als auch strukturell unterstützt. Aus selbstlosen Gründen macht Google das nicht, daran zweifelt kaum jemand. Obwohl inzwischen ein milliardenschweres Unternehmen, sucht Google seit jeher die Nähe zu Community und profitiert davon, beispielsweise durch ein gutes Gespür für Trends im Internet oder eben auch durch verfügbare Daten. Jeder sollte daher generell genau überlegen, mit wem er welche Kooperationen eingeht und von wem er sich finanzieren lässt. Aber offene Daten können von Googles Konkurrenz gleichermaßen für ihre Dienste genutzt werden und verschaffen somit Google kein Alleinstellungsmerkmal gegenüber seinen Konkurrenten.<br />
In seiner Kritik  zitiert Schulz zudem aus dem Podiumsgespräch zwischen Ory Okolloh, Finanzdirektorin der Initiative für Transparenz in Afrika von Omyidar Network, und Rufus Pollock, dem Präsidenten der Open Knowledge Foundation. Schulz schreibt über dieses:</p>
<blockquote><p>„Ory Okolloh [&#8230;] stellte fest, dass es dem Aktivismus an Führung und Struktur fehle.<br />
Sie habe selbst erfahren, dass sie erst dann Zugang zu afrikanischen Regierungen erhielt, als sie in früheren Jahren als Mitarbeiterin von Google an die Tore der Macht klopfte. Nun solle man die aufwendige Technologie den Unternehmen überlassen, die sie verstünden. Letztlich rief sie sogar dazu auf, weniger Texte zu schreiben und sich mehr auf Visualisierungen und Videos zu besinnen, weil die im Internet ‘anders als zwanzigseitige Texte gut viral gehen können‘. So soll der Lebensmut der Aktivisten bei Laune gehalten werden.“</p></blockquote>
<h3>Aktivisten blenden die Folgen ihres Handelns nicht aus</h3>
<p>Hat Schulz mit seinen Vorwürfen gegenüber den Open Data-Aktivisten Recht? Sind sie blinde Befürworter einer radikalen Änderung des Urheberrechts und nur Vasallen von Google? Ich denke nicht. In der Vergangenheit wurden sicher Fehler bei der Öffnung von Daten gemacht, und es werden sehr wahrscheinlich weitere gemacht werden – aber die Open-Bewegung ignoriert nicht die Frage nach den politischen, soziokulturellen und wirtschaftlichen Auswirkungen ihres Tuns, wie Schulz es ihr vorwirft.<br />
<figure id="attachment_141124" aria-describedby="caption-attachment-141124" style="width: 305px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/14722112984_7fe8a03a49_b.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-141124" alt="14722112984_7fe8a03a49_b" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/14722112984_7fe8a03a49_b-305x201.jpg" width="305" height="201" /></a><figcaption id="caption-attachment-141124" class="wp-caption-text">Grafik zu Prozessen in Open Data-Projekten</figcaption></figure><br />
Gerade das Open Knowledge Festival 2014 ist ein Beleg dafür, dass die Community sich mit der Frage „Wem nutzen offene Daten eigentlich?“ auseinandersetzt, und dass viele der Aktivisten bemüht sind, ihre ursprünglichen Ziele – mehr Transparenz und einen verbesserten Meinungsbildungsprozess – zu erreichen. Das haben alle Festivalteilnehmer feststellen können, die nicht nur den Hauptrednern zugehört haben, sondern Einzelworkshops besucht haben, in denen tatsächlich viele inhaltliche Fragen rund um offene Daten thematisiert wurden. Allein beim Blick in das umfangreiche Programm kann man mindestens fünf Sessions finden, – konservativ gezählt – in denen negative Aspekte von Open Data-Projekten besprochen wurden. Zweien davon habe ich beigewohnt: „Politics, power, inclusion and voice“ und „Can Open Data go wrong?“.</p>
<h3>Die Erkenntnisse aus ergebnislosen Open Data-Projekten</h3>
<p>In der ersten Veranstaltung ging es um Quellen von Macht und darum, wer offene Daten als Quelle für Macht nutzen kann. Es wurde in diesem Zusammenhang auf die Erkenntnis verwiesen, dass offene Daten bislang größtenteils von einer privilegierten Minderheit genutzt werden. Daher wurde es als eine zukünftige Aufgabe formuliert, möglichst viele Menschen zu befähigen, offene Daten zu nutzen. Weiterhin wurde die Frage diskutiert, welche Rolle der Initiator einer Open Data-Initiative spielt. Laut einer Teilnehmerin wird dessen Einfluss allzu oft unterschätzt. Das ist ein generelles Problem von Partizipationsprojekten. Mit dem Bewusstsein, dass Daten immer auch eine politische Dimension haben, trieb die Teilnehmer am Ende des Workshops die Frage um, wie sie in ihrer Arbeit ihren ursprünglichen Ideen treu bleiben können, ohne von der Politik für deren eigene Ziele vereinnahmt zu werden.<br />
Open Data-Aktivisten glauben sicherlich grundsätzlich an die positive Wirkung offener Daten, jedoch sind auch gut geplante Open Data-Projekte nicht davor gefeit, unerwünschte Nebeneffekte auszulösen. In der Veranstaltung „Can Open Data go wrong?“ waren die Teilnehmer aufgefordert, ihre Erfahrungen mit fehlgeschlagenen oder missbräuchlichen Open Data-Projekten zu teilen. Um die Hemmung zu nehmen, über das eigene Scheitern zu sprechen, hatten einige Teilnehmer sich vorab bereit erklärt, von ihren Erfahrungen zu berichten.<br />
Janet Gunter, Gründerin von <a href="http://therestartproject.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">therestartproject</a> und früher in der Entwicklungsarbeit tätig, sprach über die Erfassung und Offenlegung von Landrechten in den am wenigsten entwickelten Ländern. <a href="http://newint.org/features/2013/05/01/smallholders-last-land-keynote/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ungeklärte Landrechte</a> sind ein großes Problem dieser Länder, und der Gedanke liegt nahe, dass die Digitalisierung des Grundbuchs Konflikten über Landesgrenzen und -rechte entgegenwirken könnte. Wenn jeder nachsehen kann, wem das Land gehört, kann es dem Eigentümer nicht mehr weggenommen werden. So der Gedanke. Leider zeigt eine Studie zum <a href="http://casumm.files.wordpress.com/2008/09/bhoomi-e-governance.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bhoomi-Programm</a> in Bangalore, das dort die Digitalisierung des Grundbuchs zu mehr Korruption, höheren Bestechungsgeldern und verlängerten Zeiträumen für Landtransaktionen geführt hat. Des Weiteren erleichterte sie lokalen Eliten, – zumeist illegal – große Landflächen an Großinvestoren zu verkaufen.<br />
Ein weiteres Beispiel beschrieb Mushon Zer-Aviv vom Public Knowledge Workshop, einer NGO aus Tel-Aviv. Mit dem Projekt „Offener Haushalt Israels“ (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=RPo9z47mPCM" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Videobericht</a>) mussten die Initiatoren feststellen, dass mit der Öffnung der israelischen Haushaltsdaten allein keine ausreichende Transparenz über die Verwendung staatlicher Mitteln herstellbar ist.<br />
So war das israelische Finanzministerium zwar von Beginn an kooperativ und lieferte die Daten über Haushaltszuweisungen, doch nach einiger Zeit fragten Zer-Aviv und seine Mitstreiter sich selbstkritisch, ob ihr Verständnis von offenen Daten tatsächlich erfüllt wurde. Sie zweifelten daran, dass die Mehrheit der Bürger mit den blanken Zahlen etwas anfangen konnten, und taten sich deshalb mit der Wirtschaftszeitung <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Calcalist" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Calcalist</a> zusammen, um an einer besseren Verständlichkeit der Daten zu arbeiten. Heraus kam eine an der Visualisierung der New York Times für Obamas Haushalt orientierte <a href="http://compare.open-budget.org.il/?00/0027" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Version</a>, welche die Änderungen des Finanzhaushalts über Jahre hinweg visuell darstellen kann.<br />
Diese Version wurde von den Medien wie auch den Mitgliedern der Knesset begeistert aufgenommen. Nach kurzer Zeit fanden die Initiatoren jedoch heraus, dass die ihnen gelieferten Haushaltsdaten, die das israelische Parlament vorher beschlossen hatte, nicht der wahren Aufteilung des Finanzhaushalts entsprachen. Denn noch nach der Abstimmung in der Knesset waren etwa zehn Prozent des Haushalts nachträglich wieder umverteilt worden, wobei es sich laut Zer-Aviv um die interessanten zehn Prozent handelte. In seinen Augen waren die Visualisierungen der „falschen Daten“ daher nicht mehr als ein cooles Spielzeug, das die Öffentlichkeit letztlich von den wichtigen Informationen ablenkte. Mit der Unterstützung eines Mitgliedes der Knesset zogen die Initiatoren vor den obersten Gerichtshofs Israels, um zu erreichen, dass das Finanzministerium Änderungen des Finanzhaushalts nach dessen Beschluss öffentlich bekannt geben muss.<br />
Am Ende lenkte das Finanzministerium ein, und seitdem können Israelis sich über Haushaltstransaktionen per E-Mail informieren lassen. Derzeit arbeiten die Projektmitarbeiter an einer Überarbeitung der Webseite, mit dem Ziel, Beteiligungskanäle für die Bürger einzuführen und ausführlicher über die Umstände einzelner Transaktionen zu informieren.<br />
Aus seinen Erfahrungen mit dem Projekt Offener Haushalt Israel schlussfolgert Mushon Zer-Aviv, dass: 1. die bloße Öffnung von Daten keinen öffentlichen Nutzen bewirkt; 2. Visualisierungen <a href="https://visualisingadvocacy.org/blog/disinformation-visualization-how-lie-datavis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">desinformieren und manipulieren</a> können, da sie per se kein „hübscher Beweis“ für irgendetwas seien, sondern lediglich einen Auszug und damit eine Meinung darstellen; und 3. wir eine Vorliebe für Dinge haben, die wir quantifizieren können, aber dass nicht quantifizierbare Dinge ebenfalls wichtig sein können. Initiatoren von Open Data-Projekten sollten daher immer Fachinstanzen mit ins Boot holen, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern können und die Relevanz der Daten besser einschätzen können.</p>
<h3>Nur Kinderkrankheiten oder inhärentes Problem?</h3>
<p><figure id="attachment_141126" aria-describedby="caption-attachment-141126" style="width: 305px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/14722091804_b7805c7a21_b.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-141126 " alt="14722091804_b7805c7a21_b" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/14722091804_b7805c7a21_b-305x201.jpg" width="305" height="201" /></a><figcaption id="caption-attachment-141126" class="wp-caption-text">Teilnehmer des OKFestivals</figcaption></figure><br />
Als Besucher des OKFestivals konnte man den Eindruck bekommen, dass die Open Knowledge-Bewegung nur mit den üblichen Kinderkrankheiten einer neuen Bewegung zu kämpfen hat. Immerhin gibt es die im Zentrum der Bewegung zu verordnende Open Knowledge Foundation erst seit zehn Jahren. Doch reicht es aus, wenn die Aktivisten aus ihren Fehlern lernen, oder ist der Bewegung ein inhärentes Problem im Weg?<br />
Der kanadische Forscher Mike Gurstein merkte einmal an, dass offene Daten nicht notwendigerweise zum <a href="http://gurstein.wordpress.com/2010/09/02/open-data-empowering-the-empowered-or-effective-data-use-for-everyone/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Empowerment benachteiligter Gruppen</a> führen müssen, sondern die Macht der dominierenden Gesellschaftsgruppen ausbauen können, denn zur wirksamen Anwendung der Daten seien oft nur diese Gruppen in der Lage. Ein freier Zugang zu Daten sorgt demnach nicht automatisch dafür, dass diese von allen Bürgern verwendet werden können. Offene Daten können sogar die Kluft zwischen unterschiedlichen sozialen Milieus vertiefen, statt sie zu verkleinern. Wenn die Fürsprecher von Open Knowledge ihrem egalitären Anspruch gerecht werden möchten, dann müssen sie sich anstrengen. Vor diesem Hintergrund kann es als Stärke angesehen werden, dass Open Data-Anhänger aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenkommen und sich austauschen. Dadurch verschafft sich die Bewegung die Chance, breitere Teile der Gesellschaft zu erreichen, und die Fähigkeit, ihre Projekte aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.<br />
Worum es Stefan Schulz in seiner Kritik an der Open-Bewegung tatsächlich ging, offenbart sich im letzten Absatz seines Artikeln, in dem er schreibt: „Beim Urheberrecht geht es nicht um die Frage, unter welchen Bedingungen künstlerische, journalistische und wissenschaftliche Werke genutzt werden sollten, sondern unter welchen Bedingungen sie entstehen können.“ Leider verzichtet Schulz darauf, diesen wichtigen Punkt weiter auszuführen, so bleibt es dem Leser überlassen, zu spekulieren, wie die Öffnung von (öffentlichen) Daten mit den Voraussetzungen für solche Werke verbunden sein könnten. Ist es nicht utopisch zu glauben, dass sich diese zwei Fragen trennen lassen? Und können nicht gerade aus offenen Daten künstlerische, journalistische und wissenschaftliche Werke entstehen, die sonst nicht möglich wären? Vielleicht ist Schulz einfach nicht bewusst, worum es bei Open Data geht und worum es eben nicht geht. Eins ist sicher: Es geht <em>nicht</em> darum Künstlern, Journalisten und Wissenschaftlern die Bedingungen für ihr Schaffen zu entziehen.<br />
Teasergrafik: Mushon Zer-Aviv (CC-BY-SA); Fotos: <a href="https://www.flickr.com/photos/97499119@N08/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Research Network</a>/<a href="https://twitter.com/odrnetwork" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@odrnetwork</a> (Diverse Fotografen)<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/okfest14-sind-open-data-aktivisten-nur-datenbeschaffer-fuer-google-141110/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>BpB-Expertenchat: Regelungswut der EU: Fakt oder Klischee?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/bpb-expertenchat-regelungswut-der-eu-fakt-oder-klischee-139565/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/bpb-expertenchat-regelungswut-der-eu-fakt-oder-klischee-139565/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Felix Idelberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 May 2014 09:31:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[#ep2014]]></category>
		<category><![CDATA[Enrico Peuker]]></category>
		<category><![CDATA[Europäischer Binnenmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Europäisches Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Richtlinien]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Horn]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Regulierung]]></category>
		<category><![CDATA[bpb]]></category>
		<category><![CDATA[Chat]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=139565</guid>

					<description><![CDATA[Ob Gurke oder Ölkännchen &#8211; reguliert die EU tatsächlich zuviel? Bei dieser Frage spalten sich die Geister: in jene, die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/bpb-chat-regulierungswut-who-is-in-charge-in-europe_cut_edited.jpg"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139573" alt="bpb chat regulierungswut who is in charge in europe_cut_edited" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/bpb-chat-regulierungswut-who-is-in-charge-in-europe_cut_edited.jpg" width="634" height="280" /></a>Ob Gurke oder Ölkännchen &#8211; reguliert die EU tatsächlich zuviel? Bei dieser Frage spalten sich die Geister: in jene, die eine europaweite einheitliche Gesetzgebung befürworten, und in solche, die eine Rückverlagerung von EU-Kompetenzen an die Nationalstaaten fordern. Anlässlich der Europawahl beantworten im BpB-Expertenchat am 14. Mai 2014 ab 13:30 Uhr der Europarechtler Enrico Peuker und Buchautor Stefan Horn (&#8220;Lexikon des bürokratischen Wahnsinns&#8221;) Ihre Fragen rund um die legislativen Verflechtungen zwischen der EU und den Nationalstaaten.</p>
<p style="text-align: left;">Je mehr politische Akteure in die Gesetzgebung involviert sind, desto größer die Möglichkeit, dass die Entscheidungsfindung sich verlangsamt. Die zahlreichen Akteure, die an der EU-Gesetzgebeung beteiligt sind &#8211; Nationalstaaten, EU-Institutionen und auch die Interessensverbände &#8211; lassen nicht selten Realitätsferne vermissen. Im Gegenzug haben europaweite Regeln auch Vorteile. Aus wirtschaftlicher Perspektive sind auf dem europäischen Binnenmarkt einheitliche Regeln durchaus sinnvoll, damit unterschiedliche nationalstaatliche Regeln nicht zu einer Wettbewerbsverzerrung führen oder sich Unternehmen in ihrer Standortwahl daran orientieren, wo sie die für sie beste Regelung vorfinden. Eine Vereinheitlichung von Standards verringert zudem die Schwelle für Unternehmen, intraeuropäischen Handel zu betreiben, indem Produkte in geringerem Maße an den jeweiligen nationalen Markt angepasst werden müssen.</p>
<h3 style="text-align: left;">Wie groß ist die Legitimation der EU?</h3>
<p style="text-align: left;">Viele EU-Bürger zweifeln die Legitimation von Entscheidungen auf EU-Ebene an. Trotz des alleinigen Initiativrechts der Europäischen Kommission für Gesetzesvorschläge steht diese unter einem starken Einfluss der nationalen Regierungen. Große Staaten wie Deutschland und Frankreich üben dabei größeren Einfluss aus als kleinere Staaten &#8211; was die Legitimiation weiter unterläuft.</p>
<p style="text-align: left;">Auf welche Weise zukünftig für die Europäer und zwischen den europäischen Staaten Regeln getroffen werden soll, wird derzeit stark debattiert. Ist ein Mehr an EU-Kompetenzen den Bürgern vermittelbar? Wie könnte ein Prozedere aussehen, das Regulierungswut seitens der EU verhindert und das Subsidaritätsprinzip gewährleistet?</p>
<h3 style="text-align: left;">Stellen Sie ab sofort Ihre Fragen im Chat</h3>
<p style="text-align: left;">Diese und andere Fragen können Sie mit dem Europarechtler Dr. Enrico Peuker und dem Autor des <em>&#8220;</em>Lexikons des bürokratischen Wahnsinns&#8221; Stefan Horn im <a href="http://www.bpb.de/dialog/europawahlblog-2014/183482/bpb-expertenchat-regelungswut-der-eu-fakt-oder-klischee" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Expertenchat der Bundeszentrale für politische Bildung am Mittwoch, 14. Mai, ab 13:30 Uhr </strong></a>diskutieren. Sie können jetzt schon Ihre Fragen zu stellen.</p>
<p><em>Der Chat wird durchgeführt von politik-digital.de.</em><br />
Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/yoavlerman/13786025413/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Yoav Lerman/flickr</a> beschnitten und bearbeitet (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC-SA 2.0</a>)<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" width="305" height="53" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/bpb-expertenchat-regelungswut-der-eu-fakt-oder-klischee-139565/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Europa als Datenhafen: BpB-Expertenchat zur Europawahl</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/europa-als-datenhafen-bpb-expertenchat-zur-europawahl-139301/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/europa-als-datenhafen-bpb-expertenchat-zur-europawahl-139301/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Felix Idelberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Apr 2014 13:57:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Chat]]></category>
		<category><![CDATA[#ep2014]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Imke Sommer]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[bpb]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Spielkamp]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Europäischer Gerichtshof]]></category>
		<category><![CDATA[Europäisches Parlament]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=139301</guid>

					<description><![CDATA[Das Thema Datenschutz wird in Europa kontrovers diskutiert. Erst kürzlich hat das Europäische Parlament für eine Stärkung des Datenschutzes in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/security-tbit-via-Pixaby.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148856 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/security-tbit-via-Pixaby.png" alt="security by TBIT CC0 viaPixaby" width="640" height="280" /></a>Das Thema Datenschutz wird in Europa kontrovers diskutiert. Erst kürzlich hat das Europäische Parlament für eine Stärkung des Datenschutzes in der EU gestimmt, und der Europäische Gerichtshof hat die Richtlinie der EU zur Vorratsdatenspeicherung für ungültig erklärt. Zwei Experten, Dr. Imke Sommer und Matthias Spielkamp, beantworten Fragen zu diesen Themen in Europa im Chat der Bundeszentrale für politische Bildung am 29. April ab 13:30 Uhr.<br />
Nicht erst seit der Abstimmung des Europäischen Parlaments zum Datenschutz und der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, die Vorratsdatenspeicherung in ihrer bisherigen Form für ungültig zu erklären, werden diese Themen in Europa <a href="https://www.bpb.de/dialog/europawahlblog-2014/181562/datenschutz-im-europawahlkampf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kontrovers diskutiert</a>. Mit den Enthüllungen Edward Snowdens über die Datensammelwut der Geheimdienste erhielt der Datenschutz in Europa mehr öffentliche Aufmerksamkeit, doch stand das Thema schon lange vorher auf der Agenda der EU. Die derzeit gültige <a title="EU-Richtlinie Datenschutz 1995" href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:31995L0046:de:HTML" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EU-Richtlinie</a> zu personenenbezogenen Daten stammt aus dem Jahr 1995.<br />
Die Umsetzung der Richtlinie unterscheidet sich aber teilweise stark zwischen den Mitgliedsstaaten, weshalb Internetunternehmen oftmals ihren Hauptsitz in Irland haben, wo die Anforderungen an den Datenschutz am geringsten sind. Auch herrscht Uneinigkeit darüber, welche Daten als „personenbezogenen Daten“ gelten und welche Unternehmen berechtigt sind, diese zu erheben. 2012 hat die EU-Kommission deshalb einen <a title="Vorschlag EU-Richtlinie 2012" href="http://ec.europa.eu/justice/data-protection/document/review2012/com_2012_11_de.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vorschlag</a> zu einer europaweit einheitlichen Regelung vorgelegt, die einen umfassenden Schutz garantieren soll.</p>
<h3>Position des Europäischen Parlaments</h3>
<p>Eine große Mehrheit der Mitglieder des Europäischen Parlaments hat im März 2014 eine gemeinsame Position für eine weitreichende Datenschutzreform gefunden. Doch der Reformprozess wird aktuell noch durch die unterschiedlichen Interessen der nationalen Regierungen ausgebremst.<br />
Diskutieren Sie über Datenschutz und Vorratsdatenspeicherung in Europa mit <a title="Dr. Imke Sommer Datenschutzbeauftragte Bremen" href="http://www.datenschutz.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen236.c.7262.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dr. Imke Sommer</a>, Datenschutzbeauftragte des Landes Bremen, und <a title="Matthias Spielkamp Experte für Rechte in der digitalen Welt" href="http://immateriblog.de/about/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Matthias Spielkamp</a>, Experte für Rechte in der digitalen Welt, am Dienstag, 29.4.2014, ab 13:30 Uhr im <a title="bpb-Chat zu Europa als Datenhafen" href="http://www.bpb.de/dialog/europawahlblog-2014/182849/chat-am-29-april" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chat</a> der Bundeszentrale für politische Bildung. Sie können bereits jetzt Ihre <a href="http://www.bpb.de/dialog/europawahlblog-2014/182849/chat-am-29-april" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fragen</a> an die Experten stellen.<br />
<em>Der Chat wird durchgeführt von politik-digital.de.</em><br />
Bild: <a href="https://pixabay.com/en/security-castle-sure-internet-1202344/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">TBIT CC0 viaPixaby</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-130752" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-Lizenz-630x110" width="305" height="53" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/europa-als-datenhafen-bpb-expertenchat-zur-europawahl-139301/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schütze unsere Daten, EU!</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/schuetze-unsere-daten-eu-5374/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/schuetze-unsere-daten-eu-5374/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julia Wilde]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Aug 2011 14:40:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesrat]]></category>
		<category><![CDATA[Telemediengesetz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/schuetze-unsere-daten-eu-5374/</guid>

					<description><![CDATA[Es tut sich etwas beim Thema Datenschutz. Im Juni hatte der Bundesrat einen Gesetzentwurf zur Änderung des Telemediengesetzes veröffentlicht. Die Bundesregierung will sich nun damit an die Europäische Union wenden, um die Daten der Nutzer sozialer Netzwerke effektiver schützen zu können.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es tut sich etwas beim Thema Datenschutz. Im Juni hatte der Bundesrat einen Gesetzentwurf zur Änderung des Telemediengesetzes veröffentlicht. Die Bundesregierung will sich nun damit an die Europäische Union wenden, um die Daten der Nutzer sozialer Netzwerke effektiver schützen zu können.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Besser spät als nie. Die Bundesregierung hat endlich die Bedeutung des Datenschutzes in sozialen Online-Netzwerken und Foren sowie die Missstände der aktuellen Gesetzeslage erkannt. Das bislang gültige Telemediengesetz (<a href="http://www.gesetze-im-internet.de/tmg/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">TMG</a>), das Telemediendienste „mit nutzergenerierten Inhalten, z. B. soziale Online-Netzwerke oder auch Internet-Foren“ regulieren soll, reicht nicht aus. Deshalb will man sich nun an die EU wenden, um größtmöglichen Schutz der Bürger und ihrer Daten im Internet zu erzielen. „Insbesondere können europaweit harmonisierte Bedingungen leichter international durchgesetzt werden als nationale Regelungen“.
</p>
<p>
Eine europäische Regelung wird deshalb gefordert, weil ein europäisches<br />
Datenschutzrecht größeren<br />
Einfluss auf US-Großkonzerne haben könnte als nationale Gesetze. Weiter haben viele internationale Unternehmen wie Facebook lediglich einen europäischen Sitz in einem EU-Staat. Das wiederum bedeutet im Fall von Facebook mit dem Konzernsitz in Irland, dass man sich<br />
auf das irische Datenschutzrecht berufen kann, statt<br />
Datenschutzrichtlinien aller EU-Länder mit einzubeziehen.
</p>
<p>
Folgende Probleme hat die Bundesregierung beim Thema Datenschutz erkannt und in einem <a href="http://www.bundesrat.de/nn_2034972/SharedDocs/Beratungsvorgaenge/2011/0101-200/0156-11.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesetzentwurf</a> samt Stellungnahme formuliert. Nach Prüfung durch den Bundestag soll der Entwurf an die EU-Kommission gehen:
</p>
<p>
1. Der Datenschutz sei im Internet nicht ausreichend reguliert.
</p>
<p>
2. Es bestehe ein Mangel an Transparenz bei „der Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung persönlicher Daten durch Internet-Anbieter“
</p>
<p>
3. Hinweise zur Nutzung personenbezogener Daten seien häufig versteckt, Nutzer stoßen oft nur durch Zufall auf diese Regelungen
</p>
<p>
4. Es fehle meist an einer „ausreichenden Aufklärung der Internetnutzer über die Risiken für Persönlichkeitsrechte bei der Preisgabe persönlicher Daten“ vor allem für Kinder und Jugendliche.
</p>
<p>
5. Die Bundesregierung hat auch erkannt und aufgeführt, welche Konsequenzen nicht ausreichende Sicherheitseinstellungen haben können. Dies reiche von „Identitätsdiebstahl bis hin zum Verlust des Arbeitsplatzes“
</p>
<p>
6. Zu guter Letzt wird festgestellt: „Das Internet vergisst nichts“. Das gelte insbesondere dann, wenn Profile nicht gelöscht werden können oder Daten über einen langen Zeitraum gespeichert werden.
</p>
<p>
Mit dem Gesetzentwurf will die Bundesregierung Aufklärung leisten und den Anbietern sozialer Netzwerke Grenzen aufzeigen. Deshalb will sie sich auch auf europäischer Ebene dafür einsetzen, dass „die Informationspflichten des Dienstanbieters gegenüber den Nutzern verstärkt werden“. Weiter sollen die Anbieter dazu verpflichtet werden, die höchste Sicherheitsstufe zum Datenschutz voreinzustellen, wenn sich ein Nutzer neu bei einem sozialen Netzwerk registriert. Verbraucher sollen davor geschützt werden, dass ihre Nutzerprofile in globalen Suchmaschinen gefunden werden können. Und schließlich „soll der Nutzer immer die Möglichkeit haben, selbst zu veranlassen, dass seine in dem Telemediendienst veröffentlichten Daten wieder gelöscht oder zumindest gesperrt bzw. anonymisiert werden“.
</p>
<p>
In einer Anfang August formulierten Stellungsnahme erwartet die Bundesregierung nun von der Europäischen Kommission so schnell wie möglich eine Neuregelung des europäischen Datenschutzrechts. Ein längst überfälliger Schritt.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/schuetze-unsere-daten-eu-5374/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>INDECT: Die Geister, die ich rief</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/indect-die-geister-die-ich-rief-5192/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/indect-die-geister-die-ich-rief-5192/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Apr 2011 19:10:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerrechte]]></category>
		<category><![CDATA[INDECT]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachungssystem]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/indect-die-geister-die-ich-rief-5192/</guid>

					<description><![CDATA[<img align="left" height="106" width="135" src="http://www.politik-digital.de/sites/politik-digital.de/files/110406_ueberwachungskamera.png" />So raumfüllend wie der vollständige Name des mit EU-Mitteln geförderten Forschungsprojekts INDECT ist auch die Kritik daran. Droht eine totale Überwachung wie in Orwells „1984“ oder wird hier nur der Teufel an die Wand gemalt?
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>So raumfüllend wie der vollständige Name des mit EU-Mitteln geförderten Forschungsprojekts INDECT ist auch die Kritik daran. Droht eine totale Überwachung wie in Orwells „1984“ oder wird hier nur der Teufel an die Wand gemalt?</p>
<p>Ausgeschrieben lautet der Name dieses Projekts zur Erforschung eines Sicherheitssystems: Intelligent information system supporting observation, searching and detection for security of citizens in urban environment (INDECT). Das von der <a href="http://www.ppbw.pl/en/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">polnischen Plattform</a> für Heimatschutz initiierte und durch die EU-Kommission mit knapp 15 Millionen Euro finanzierte <a href="http://www.indect-project.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">INDECT-Projekt</a> widmet sich laut Projektkoordinator Prof. Andrzej Dziech von der Universität AGH Krakau der Entwicklung fortschrittlicher Technologien für den Nachweis von Bedrohungen durch Terrorismus und schwere Kriminalität wie Kinderpornographie. &#8220;Das Projekt ist nicht (und wäre dazu technisch auch nicht in der Lage) zur Überwachung der gesamten Gesellschaft gedacht&#8221;, so Dziech gegenüber politik-digital.de. Er verweist darauf, dass das Projekt in den Medien oft missverständlich und falsch dargestellt werde. <a href="/wp-content/uploads/Interview_mit_INDECT-Projekt-Koordinator.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hier</strong></a>das vollständige Interview mit Prof. Andrzej Dziech. Auf der offiziellen Projektseite werden die Ziele wie folgt aufgeführt:</p>
<ul>
<li>die Entwicklung einer Plattform für berechtigte Nutzer zum Austausch von Daten, Zusammenstellung von Multimedia-Inhalten, die intelligente Verarbeitung von Informationen und die automatische Erkennung von Bedrohungen und kriminellem Verhalten oder Gewalt</li>
<li>prototypische Entwicklung eines integrierten, vernetzten Systems zur Unterstützung von Polizeiarbeit durch IT-Methoden und IT-Werkzeuge zur Beobachtung unterschiedlicher mobiler Objekte</li>
<li>Entwicklung einer neuen Art von Suchmaschine, die schnelle Suche in Bildern und Videos und die Verwendung von gespeicherten Metadaten, basierend auf digitalen Wasserzeichen, kombiniert</li>
<li>Entwicklung von IT-Methoden für verbesserten Datenschutz und den Schutz der Privatsphäre durch Speicherung und Übertragung von Daten mit Hilfe von Quantenkryptographie und neuen Methoden im Bereich der digitalen Wasserzeichen</li>
</ul>
<p style="text-align: center"><strong>Dieses <a href="http://en.wikinews.org/wiki/File:INDECT-400px.ogv" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Präsentations-Video</a> illustriert die Ziele anschaulich.</strong></p>
<p style="text-align: left" align="center">Beteiligt an dem Projekt sind mehrere europäische Universitäten und (Sicherheits-)Unternehmen (<a href="http://www.indect-project.eu/indect-partners" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> eine Auflistung der Projekt-Partner). Auf eine Anfrage von politik-digital.de heißt es von dem am INDECT-Projekt beteiligten und in Berlin ansässigen Unternehmen PSI Transcom GmbH, dass es nicht etwa Ziel sei, käuflich erwerbbare Produkte zu entwickeln, sondern vielmehr Ergebnisse einer Grundlagenforschung zu veröffentlichen. Auch finde eine „mögliche Anwendung des Projekts“ nicht statt. Die prototypischen Anwendungen zur Veranschaulichung der Projektziele simulierten nur ganz bestimmte einzelne Prozesse und seien keine IT-Systeme im Produktstatus. Zudem sei eine verdachtsunabhängige Überprüfung kein Bestandteil der Projektszenarien. Doch gibt es berechtigte Zweifel an derlei Aussagen. Das <a href="http://www.foebud.org/pd/pd-158-indect" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier verlinkte</a> Organigramm entstammt einer Präsentation des Projektkoordinators Prof. Andrzej Dziech und lässt erahnen, welche Möglichkeiten das Projekt eröffnet und warum <a href="http://www.unwatched.org/node/2165" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Bedenken</a> dagegen groß sind.</p>
<p>Praktische Beispiele der Anwendung von INDECT sind der Einsatz von Polizei-Drohnen oder die Planungen zu einer automatisierten computergestützten Videoüberwachung wie im bereits heute von Kameras überfluteten London sowie bei der kommenden Fußball-Europameisterschaft 2012 <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2010-10/indect-ueberwachung-polen?page=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in Polen</a> und der Ukraine. Es scheint nicht abwegig, dass in naher Zukunft verschiedene Technologien und Verfahren der Überwachung, die im Rahmen des INDECT-Projekts erforscht werden, unter dem Hinweis auf eine effektivere Verbrechensbekämpfung gebündelt bzw. miteinander vernetzt werden und in der Praxis der anlassunabhängigen, vorausschauenden Überwachung der Bevölkerung <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33282/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dienen könnten</a>. Zumal Teilaspekte des EU-Forschungsprogramms bereits in der <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33755/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Realität getestet</a> werden. Im besten Fall sollen mögliche Verbrechen erkannt werden, bevor sie geschehen. Ein Szenario, das stark an Steven Spielbergs Science-Fiction-Thriller „Minority Report“ (2002) erinnert. Träumen die INDECT-Verantwortlichen also doch <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2009-09/indect-ueberwachung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vom Polizeistaat</a> und von <a href="http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Waffen/drohnen4.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drohnen für die Heimatfront</a>? Wem soll das Projekt nützen? Der Sicherheit der europäischen Gesellschaft? Oder stecken primär wirtschaftliche Interessen dahinter? Droht gar ein orwellscher Überwachungsstaat?</p>
<p align="center"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/indect-teaser.jpg" alt="" width="480" height="98" /></p>
<p align="center"><strong>(Grafik von der <a href="http://www.indect-project.eu/files/public-stories/indect-homepage/methodology" target="_blank" rel="noopener noreferrer">INDECT-Projektseite</a></strong>)</p>
<p>Es gibt mittlerweile <a href="http://www.stopp-indect.info/?page_id=46" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unzählige Veröffentlichungen</a> zum Thema. Auf <a href="http://www.indectproject.eu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.indectproject.eu</a> (ein veränderter Klon der Original-Projektseite) beispielsweise wird eine ganze Liste kritischer Beiträge zu INDECT verlinkt. Der Projektkoordinator Prof. Andrzej Dziech kritisierte gegenüber politik-digital.de dieses Angebot als illegal. Es sei ein typisches Beispiel der Diffamierung. Ein sehr ausführlicher und quellenreicher deutschsprachiger Artikel zum Thema INDECT ist <a href="http://nomenom.blogspot.com/2011/01/projekt-indect_15.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> zu lesen. Dort heißt es u.a., dass mit dem Überwachungsprojekt sämtliche bestehende Technologien – Videoüberwachung, Vorratsdatenspeicherung, Telekommunikation, Gesichtserkennung, Websites, Diskussionsforen, Usenet-Gruppen, Datenserver, P2P-Netzwerke sowie individuelle Computersysteme und alle vorhandenen Datenbanken wie Namen, Adressen, biometrische Daten, Interneteinträge, polizeiliche, geheimdienstliche, militärische, forensische und zivile Datenbanken, Daten von luft- und seegestützten Plattformen und Satelliten[…] – logisch miteinander verknüpft, in Echtzeit ausgewertet und verwaltet werden sollen. Fakt oder Fiktion? In jedem Fall ließ die öffentliche Bereitstellung und Kommunikation ausführlicher und lückenloser Informationen zu den Einzelheiten und zum Stand des Projekts durch dessen Verantwortliche und Partner in der Vergangenheit zu wünschen übrig. Darauf machte zuletzt auch der Vize-Präsident des EU-Parlaments Stavros Lambrinidis in einem <a href="http://www.euractiv.de/digitale-agenda/artikel/indect-bedeutet-big-brother-004381" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit EurActiv.de</a> aufmerksam. Er äußert schwerwiegende Bedenken – vor allem mit Blick auf den Schutz der Privatsphäre und die Grundrechte der Bürger. Ein konkretes Beispiel für die Geheimhaltungspolitik der Projekt-Verantwortlichen: Zwei erhellende Dokumente über Details des Vorhabens sind Ende 2010 <a href="http://web.piratenpartei.de/100908-Piratenpartei-veroeffentlicht-INDECT-Dokumente" target="_blank" rel="noopener noreferrer">von der Piratenpartei</a> und futurzone.at <a href="http://www.golem.de/1009/77884.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">öffentlich gemacht</a> worden und mittlerweile auf der INDECT-Webseite <a href="http://www.indect-project.eu/public-deliverables" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zu finden</a>. Neben der automatisierten Auswertung der Daten von Überwachungskameras und dem Einsatz von Polizei-Drohnen sollen auch von Bürgern hinterlassene Datenspuren in sozialen Netzwerken, Foren und Blogs analysiert, gespeichert, vernetzt und genutzt werden, um potentielle Gefahren zu erkennen. Indes weckt der vom Projekt eingesetzte Ethikrat <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33282/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kein sonderliches Vertrauen</a>in punkto Unabhängigkeit. Der Journalist Erich Moechel weist gegenüber politik-digital.de darauf hin, dass das achtköpfige Gremium neben drei externen Mitgliedern vornehmlich aus Projektteilnehmern und Polizisten bestehe. Das wesentliche Ziel des Projekts sei ganz profan: nämlich EU-Fördergelder für die beteiligten akademischen Institutionen abzuschöpfen. Nachfolgend solle die Sicherheits- und Rüstungsindustrie dann um ein vielfaches höhere Aufträge erhalten. Dahinter ständen handfeste wirtschaftliche Interessen, nicht etwa eine Verschwörung zur totalen Überwachung. Die Gefahr eines Überwachungsstaates würde dabei aber billigend in Kauf genommen, so Moechel. Dennoch ziele das Projekt aus der Perspektive staatlicher Sicherheitsbehörden vor allem darauf, in bestimmten Bereichen Fortschritte zu erzielen.</p>
<p align="center">[youtube http://www.youtube.com/watch?v=p4-sJxv6u_A]</p>
<p align="center"><strong>(Beitrag zum INDECT-Projekt aus der </strong><strong>3sat-</strong><strong>Sendung &#8220;Kulturzeit&#8221;)</strong></p>
<p>Das INDECT-Projekt wird von vielen Seiten kritisiert. So ruft die von der Piratenpartei initiierte Kampagne <a href="http://www.stopp-indect.info/?lang=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">StoppINDECT</a> zum Widerstand gegen das Vorhaben auf. Auch der EU-Datenschutzbeauftragte Peter Johan Hustinx <a href="http://www.gulli.com/news/peter-hustinx-privatsph-re-sicherheit-und-indect-2010-04-04" target="_blank" rel="noopener noreferrer">äußert sich skeptisch</a> zum INDECT-Projekt, wenn er es auch nicht grundsätzlich ablehnt. Auf politischer Ebene kritisieren hierzulande neben der <a href="https://piratenpartei-bayern.de/blog/02-09-2010/hintergrundinformationen-zu-indect" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Piratenpartei</a> Parlamentarier wie <a href="http://www.readers-edition.de/2011/03/16/vorratsdatenspeicherung-20-themenspezial-ueberwachung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andrej Hunko</a> (Linkspartei) und <a href="http://aussen-sicherheitspolitik.de/?p=4590" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jimmy Schul</a>z (FDP; Mitglied der Internet-Enquete des Deutschen Bundestages) das Überwachungsprogramm. Die Bundesregierung <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/039/1703940.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">antwortete</a> auf <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/036/1703641.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine Anfrage</a> der Linkspartei, dass sie über die öffentlich verfügbaren Dokumente hinaus keine Unterlagen des Projektes kenne. Auf EU-Ebene setzen sich Parlamentarier wie <a href="http://www.liberale.de/Wie-weit-geht-die-Menschensuchmaschine-INDECT/6849c11678i1p69/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alexander Alvaro</a> (FDP) für eine bessere Aufklärung über das INDECT-Projekt ein. In einer fraktionsübergreifenden <a href="http://www.alexander-alvaro.de/wp-content/uploads/2010/10/indect-written-declaration.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schriftlichen Erklärung</a> fordern die EU-Abgeordneten Alexander Alvaro, Carlos Coelho, Stavros Lambrinidis, Judith Sargentini und Rui Tavares die Offenlegung aller INDECT-Dokumente und verleihen ihrer Sorge Ausdruck, dass dieses EU-Projekt möglicherweise in fundamentale Bürgerrechte eingreife. Wenn auch ein allumfassendes und zentral gesteuertes Überwachungssystem unvereinbar mit der aktuellen EU-Gesetzgebung oder dem deutschen Rechtssystem scheint, sei auf Goethes „Zauberlehrling“ verwiesen: „Die Geister, die ich rief“. Gibt es erst einmal erprobte bzw. ausgereifte Technologien und Mittel zur Realisierung einer umfassenden Überwachung, dann ist auch der Schritt zur Anwendung nicht weit. Geschieht dies nicht in der EU, dann vielleicht in anderen Staaten weltweit, in denen weniger Bedenken und Proteste geäußert werden. Dass ein solches Szenario nicht unrealistisch ist, zeigt ein <a href="http://opennet.net/sites/opennet.net/files/ONI_WestCensoringEast.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aktueller Report</a> der The OpenNet Initiative, der die Internet-Filterung in über 40 Ländern dokumentierte. Demnach erfreuen sich westliche Tools zur Filterung des Internet einer großen Popularität bei autoritären Regimen des Mittleren Ostens. So wurde z.B. der McAfee’s SmartFilter von Ländern wie Iran und Saudi Arabien dazu benutzt, verschiedene Arten von Netzinhalten zu blockieren. Genauso könnten auch aus dem INDECT-Projekt gewonnene Erkenntnisse und Technologien in die Hände von Regimen fallen, die sie dann zur Überwachung der eigenen Bevölkerung zum Einsatz bringen. Die Erforschung und Entwicklung solcher Überwachungssysteme rund um den Globus wird nicht grundsätzlich zu verhindern sein. Doch was fördert eine demokratische und freiheitliche Gesellschaft und was schadet ihr? Was für Technologien werden zum Einsatz gebracht, welche nicht? Und auf welche Art und Weise? Sicherlich spricht nichts gegen eine begrenzte und explizit nicht zur verdachtsunabhängigen Überwachung eingesetzte <a href="http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1300189310618.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zivile Nutzung</a> von Technologien wie Drohnen, wenn sie z.B. zur Katastrophenhilfe wie kürzlich beim atomaren Gau in Fukushima zum Einsatz kommen, um Menschen nicht in Gefahr zu bringen. Eine andere Dimension trägt dagegen das unverhältnismäßige Verwenden bei <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34202/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Projekten der staatlichen Überwachung</a>. Erst am vergangenen Freitag wurde der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) für den Einsatz einer Polizei-Drohne bei Demonstrationen zum Castor-Transport im Wendland mit dem <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2011/.pol" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BigBrotherAward 2011</a> ausgezeichnet. Das Projekt INDECT wirft viele ernste Fragen auf. Inwieweit droht ein Eingriff in fundamentale Rechte bzw. die Privatsphäre der Bürger? Wie steht es um den zunehmenden Einfluss der Sicherheitsindustrie auf politisches Handeln bzw. deren Verquickung? Laufen die im Rahmen des Projekts erforschten Überwachungstechnologien nicht letztlich darauf hinaus, unbescholtene Bürger unter einen Generalverdacht zu stellen? Die Projekt-Verantwortlichen bestreiten dies, ausräumen aber konnten sie diese Befürchtungen bis dato nicht. Daher sollte auch eine transparente Informationspolitik seitens der EU gefahren werden. Denkbar wäre in diesem Zusammenhang auch eine flankierende Maßnahme wie der Rückgriff auf das neu geschaffene Mittel der <a href="http://ec.europa.eu/dgs/secretariat_general/citizens_initiative/index_de.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EU-Bürgerinitiative</a>. Getreu eines Zitates aus James McTeigues Film „V wie Vendetta“: Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, eine Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben! Zu spät dafür ist es nicht: Zumal es noch keinen politischen Beschluss über den Einsatz der erforschten automatisierten Überwachungssysteme gibt.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/indect-die-geister-die-ich-rief-5192/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
