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	<title>Europaparlament &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Europaparlament &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Wirtschaft vs. Bürgerrechte: Die EU-Datenschutzreform</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Oct 2014 11:29:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Entbürokratisierung versus Schutz der Nutzerdaten: In der Diskussion um die europäische Reforminitiative wird der grundlegende Widerspruch zwischen eher bürgerrechtlichen und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/EU-Datenschutzreform_crop.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-142165" alt="EU-Datenschutzreform_crop" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/EU-Datenschutzreform_crop.jpg" width="640" height="280" /></a>Entbürokratisierung versus Schutz der Nutzerdaten: In der Diskussion um die europäische Reforminitiative wird der grundlegende Widerspruch zwischen eher bürgerrechtlichen und eher wirtschaftsfreundlichen Positionen deutlich. Ein Überblick über die aktuelle Entwicklung und die wesentlichen Kontroversen.<br />
Lange bevor Edward Snowdens Enthüllungen über die Datensammelwut von Geheimdiensten aus den USA und Großbritannien das Vertrauen in die Sicherheit von Online-Kommunikation erschüttert haben, stand das Thema Datenschutz auf der europäischen Agenda. Den Ausgangspunkt dafür stellt die rasante Entwicklung im Bereich der Digitalwirtschaft dar, die von US-amerikanischen Konzernen dominiert wird. Während im Februar 2014 Facebook den Kommunikationsdienst WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar übernahm, stammt die in der EU geltende Richtlinie <a href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:31995L0046:de:HTML" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zur Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr</a> aus einer Zeit, als der Facebook-Vorstandsvorsitzende Mark Zuckerberg gerade elf war, nämlich von 1995.</p>
<h3>Unterschiedliche nationale Regelungen</h3>
<p>Zudem entscheiden die einzelnen Mitgliedsstaaten individuell, wie sie diese Richtlinie umsetzen, woraus ein Flickenteppich aus unterschiedlichen nationalen Regelungen resultiert. Da für Unternehmen die Datenschutzvorschriften am jeweiligen Firmensitz in der EU maßgeblich sind, können globale Konzerne die länderspezifischen Gegebenheiten ausnutzen: So ist das vergleichsweise wenig Datenschutz kritische Irland für den Umgang mit den Daten von mehreren hundert Millionen Nutzern von Computer-Programmen und Online-Diensten zuständig, da Firmen wie Microsoft oder Twitter dort ihren europäischen Hauptsitz haben.<br />
Um die &#8220;Online-Rechte des Einzelnen auf Wahrung der Privatsphäre zu stärken und die digitale Wirtschaft Europas anzukurbeln&#8221; (so die <a href="http://europa.eu/rapid/press-release_IP-12-46_de.htm?locale=en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressemitteilung vom 25.1.2012</a>), legte die für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding Anfang 2012 einen Vorschlag für eine europaweit einheitliche &#8220;Datenschutz-Grundverordnung&#8221; vor. Doch während die Verordnung den &#8220;Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten&#8221; sowie einen &#8220;freien Datenverkehr&#8221; bereits im Titel verbindet (siehe das <a href="http://ec.europa.eu/justice/data-protection/document/review2012/com_2012_11_de.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDF-Dokument in deutscher Sprache</a>), steht der Schutz der Privatsphäre häufig im Widerspruch zu kommerziellen Erwägungen.<br />
Der ökonomische Ertrag von sozialen Netzwerken und Suchmaschinen beruht gerade auf der weitgehenden Erfassung von Nutzerdaten. Aus unserem Verhalten bei der Nutzung solcher Online-Dienste wird auf persönliche Dispositionen geschlossen: Wer den Status-Updates einer Band folgt, könnte auch ihre CDs kaufen wollen und wird also mit entsprechender Werbung konfrontiert. Dabei handelt es sich um einen Preis, den viele bereit sind für die Nutzung meist kostenloser Online-Dienste zu bezahlen. Dass Kunden sämtliche Angaben zu ihrer Person aus den Datenbanken eines Konzerns löschen lassen oder gar zu einem anderen Dienst mitnehmen können (Stichwort &#8220;Datenportabilität&#8221;), ist erst seit Mai 2014 möglich. Dann entschied der EuGH nämlich über das &#8220;Recht auf Vergessenwerden&#8221;. Es soll sicherstellen, dass digitale Informationen mit Personenbezug nicht dauerhaft zur Verfügung stehen .</p>
<h3>Bürgerrechtliche versus wirtschaftsfreundliche Argumente</h3>
<p>Die grundlegende Kontroverse zwischen eher bürgerrechtlichen und eher wirtschaftsfreundlichen Positionen manifestiert sich in der Debatte um die europäische Reforminitiative. Während es der Datenwirtschaft primär um Entbürokratisierung durch Vereinheitlichung rechtlicher Standards geht, stellt aus der Perspektive vieler zivilgesellschaftlicher Organisationen der Umgang mit &#8220;personenbezogenen Daten&#8221; durch Unternehmen den zentralen Aspekt dar.<br />
Doch bereits die Definition dessen, was unter diesen Begriff fällt, ist umstritten. Selbstverständlich handelt es sich dabei um Angaben wie Name und Adresse, aber gerade im Netz können Personen auch durch andere Merkmale wie IP-Adressen identifiziert werden. Und welche Unternehmen dürfen diese Daten überhaupt erheben und verarbeiten? Sicher braucht ein Online-Versand Name, Adresse und Konto-Nummer seiner Kunden. Er hat also ein &#8220;berechtigtes Interesse&#8221;, wie es im Verordnungsentwurf heißt. Doch gilt dies auch für Firmen, die Adressen ausschließlich zum Zwecke des Direktmarketings erheben?</p>
<h3>Große Mehrheit im Europaparlament</h3>
<p>Und was geschieht überhaupt mit den Daten, wenn sie den Geltungsbereich der EU verlassen? Die geltende Datenschutzrichtlinie verbietet es grundsätzlich, personenbezogene Daten aus EU-Mitgliedsstaaten dorthin zu übertragen, wo kein vergleichbares Datenschutzniveau herrscht. Trotzdem gelten nach einer Entscheidung der EU-Kommission vom Juli 2000 die Vereinigten Staaten als <a href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2000:215:0007:0047:DE:PDF" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;sicherer Hafen&#8221;</a>. Diese Einschätzung scheint spätestens nach dem NSA-Skandal obsolet. Zwar kann die EU Praktiken des US-Geheimdienstes, die Daten von europäischen Bürgern betreffen, nicht verhindern. Allerdings sieht der Verordnungsentwurf zumindest schärfere Sanktionen gegenüber US-Konzernen vor, die nicht entsprechend europäischer Datenschutzstandards handeln.<br />
Die Konflikte über diese Aspekte werden weniger zwischen den Fraktionen des Europäischen Parlaments ausgetragen, das im Oktober 2013 seine Verhandlungsposition mit großer Mehrheit formuliert hat. Die unterschiedlichen Interessen der jeweiligen nationalen Regierungen haben schließlich dazu geführt, dass die Entscheidung über die europäische Datenschutzreform inzwischen bislang vertagt ist.<br />
<em>Dies ist ein Crosspost von bpb.de. Der Artikel ist zuerst <a href="https://www.bpb.de/dialog/europawahlblog-2014/181562/datenschutz-im-europawahlkampf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort </a>erschienen.</em><br />
Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/twicepix/4333178624">Martin Abegglen</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Wirtschaft vs. Bürgerrechte: Die EU-Datenschutzreform</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Oct 2014 11:29:59 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/EU-Datenschutzreform_crop.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-142165" alt="EU-Datenschutzreform_crop" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/EU-Datenschutzreform_crop.jpg" width="640" height="280" /></a>Entbürokratisierung versus Schutz der Nutzerdaten: In der Diskussion um die europäische Reforminitiative wird der grundlegende Widerspruch zwischen eher bürgerrechtlichen und eher wirtschaftsfreundlichen Positionen deutlich. Ein Überblick über die aktuelle Entwicklung und die wesentlichen Kontroversen.<br />
Lange bevor Edward Snowdens Enthüllungen über die Datensammelwut von Geheimdiensten aus den USA und Großbritannien das Vertrauen in die Sicherheit von Online-Kommunikation erschüttert haben, stand das Thema Datenschutz auf der europäischen Agenda. Den Ausgangspunkt dafür stellt die rasante Entwicklung im Bereich der Digitalwirtschaft dar, die von US-amerikanischen Konzernen dominiert wird. Während im Februar 2014 Facebook den Kommunikationsdienst WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar übernahm, stammt die in der EU geltende Richtlinie <a href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:31995L0046:de:HTML" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zur Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr</a> aus einer Zeit, als der Facebook-Vorstandsvorsitzende Mark Zuckerberg gerade elf war, nämlich von 1995.</p>
<h3>Unterschiedliche nationale Regelungen</h3>
<p>Zudem entscheiden die einzelnen Mitgliedsstaaten individuell, wie sie diese Richtlinie umsetzen, woraus ein Flickenteppich aus unterschiedlichen nationalen Regelungen resultiert. Da für Unternehmen die Datenschutzvorschriften am jeweiligen Firmensitz in der EU maßgeblich sind, können globale Konzerne die länderspezifischen Gegebenheiten ausnutzen: So ist das vergleichsweise wenig Datenschutz kritische Irland für den Umgang mit den Daten von mehreren hundert Millionen Nutzern von Computer-Programmen und Online-Diensten zuständig, da Firmen wie Microsoft oder Twitter dort ihren europäischen Hauptsitz haben.<br />
Um die &#8220;Online-Rechte des Einzelnen auf Wahrung der Privatsphäre zu stärken und die digitale Wirtschaft Europas anzukurbeln&#8221; (so die <a href="http://europa.eu/rapid/press-release_IP-12-46_de.htm?locale=en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressemitteilung vom 25.1.2012</a>), legte die für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding Anfang 2012 einen Vorschlag für eine europaweit einheitliche &#8220;Datenschutz-Grundverordnung&#8221; vor. Doch während die Verordnung den &#8220;Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten&#8221; sowie einen &#8220;freien Datenverkehr&#8221; bereits im Titel verbindet (siehe das <a href="http://ec.europa.eu/justice/data-protection/document/review2012/com_2012_11_de.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDF-Dokument in deutscher Sprache</a>), steht der Schutz der Privatsphäre häufig im Widerspruch zu kommerziellen Erwägungen.<br />
Der ökonomische Ertrag von sozialen Netzwerken und Suchmaschinen beruht gerade auf der weitgehenden Erfassung von Nutzerdaten. Aus unserem Verhalten bei der Nutzung solcher Online-Dienste wird auf persönliche Dispositionen geschlossen: Wer den Status-Updates einer Band folgt, könnte auch ihre CDs kaufen wollen und wird also mit entsprechender Werbung konfrontiert. Dabei handelt es sich um einen Preis, den viele bereit sind für die Nutzung meist kostenloser Online-Dienste zu bezahlen. Dass Kunden sämtliche Angaben zu ihrer Person aus den Datenbanken eines Konzerns löschen lassen oder gar zu einem anderen Dienst mitnehmen können (Stichwort &#8220;Datenportabilität&#8221;), ist erst seit Mai 2014 möglich. Dann entschied der EuGH nämlich über das &#8220;Recht auf Vergessenwerden&#8221;. Es soll sicherstellen, dass digitale Informationen mit Personenbezug nicht dauerhaft zur Verfügung stehen .</p>
<h3>Bürgerrechtliche versus wirtschaftsfreundliche Argumente</h3>
<p>Die grundlegende Kontroverse zwischen eher bürgerrechtlichen und eher wirtschaftsfreundlichen Positionen manifestiert sich in der Debatte um die europäische Reforminitiative. Während es der Datenwirtschaft primär um Entbürokratisierung durch Vereinheitlichung rechtlicher Standards geht, stellt aus der Perspektive vieler zivilgesellschaftlicher Organisationen der Umgang mit &#8220;personenbezogenen Daten&#8221; durch Unternehmen den zentralen Aspekt dar.<br />
Doch bereits die Definition dessen, was unter diesen Begriff fällt, ist umstritten. Selbstverständlich handelt es sich dabei um Angaben wie Name und Adresse, aber gerade im Netz können Personen auch durch andere Merkmale wie IP-Adressen identifiziert werden. Und welche Unternehmen dürfen diese Daten überhaupt erheben und verarbeiten? Sicher braucht ein Online-Versand Name, Adresse und Konto-Nummer seiner Kunden. Er hat also ein &#8220;berechtigtes Interesse&#8221;, wie es im Verordnungsentwurf heißt. Doch gilt dies auch für Firmen, die Adressen ausschließlich zum Zwecke des Direktmarketings erheben?</p>
<h3>Große Mehrheit im Europaparlament</h3>
<p>Und was geschieht überhaupt mit den Daten, wenn sie den Geltungsbereich der EU verlassen? Die geltende Datenschutzrichtlinie verbietet es grundsätzlich, personenbezogene Daten aus EU-Mitgliedsstaaten dorthin zu übertragen, wo kein vergleichbares Datenschutzniveau herrscht. Trotzdem gelten nach einer Entscheidung der EU-Kommission vom Juli 2000 die Vereinigten Staaten als <a href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2000:215:0007:0047:DE:PDF" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;sicherer Hafen&#8221;</a>. Diese Einschätzung scheint spätestens nach dem NSA-Skandal obsolet. Zwar kann die EU Praktiken des US-Geheimdienstes, die Daten von europäischen Bürgern betreffen, nicht verhindern. Allerdings sieht der Verordnungsentwurf zumindest schärfere Sanktionen gegenüber US-Konzernen vor, die nicht entsprechend europäischer Datenschutzstandards handeln.<br />
Die Konflikte über diese Aspekte werden weniger zwischen den Fraktionen des Europäischen Parlaments ausgetragen, das im Oktober 2013 seine Verhandlungsposition mit großer Mehrheit formuliert hat. Die unterschiedlichen Interessen der jeweiligen nationalen Regierungen haben schließlich dazu geführt, dass die Entscheidung über die europäische Datenschutzreform inzwischen bislang vertagt ist.<br />
<em>Dies ist ein Crosspost von bpb.de. Der Artikel ist zuerst <a href="https://www.bpb.de/dialog/europawahlblog-2014/181562/datenschutz-im-europawahlkampf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort </a>erschienen.</em><br />
Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/twicepix/4333178624">Martin Abegglen</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Wieder Streit um SWIFT</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wieder-streit-um-swift-4920/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 17:27:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die europäische Polizeibehörde Europol darf sich nach dem neuen Entwurf für ein SWIFT-Abkommen europäische Banktransaktionsdaten über den Umweg USA beschaffen. Das Parlament soll erneut übergangen werden, sagen die Kritiker – und formulieren Ihre Ablehnung u.a. via Twitter. politik-digital.de erklärt den neuen Entwurf.
<p>
&#160;
</p>
<div style="text-align: center">
<img src="/sites/politik-digital.de/files/20100621_Alvaro_SWIFT-Tweet_2.jpg" title="Tweet Alvaro I" alt="Tweet Alvaro I" width="320" height="192" />
</div>
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die europäische Polizeibehörde Europol darf sich nach dem neuen Entwurf für ein SWIFT-Abkommen europäische Banktransaktionsdaten über den Umweg USA beschaffen. Das Parlament soll erneut übergangen werden, sagen die Kritiker – und formulieren Ihre Ablehnung u.a. via Twitter. politik-digital.de erklärt den neuen Entwurf.</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div style="text-align: center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/20100621_Alvaro_SWIFT-Tweet_2.jpg" title="Tweet Alvaro I" alt="Tweet Alvaro I" width="320" height="192" />
</div>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<b>Erneuter Streit um SWIFT</b>
</p>
<p>
Nachdem das SWIFT-Abkommen (nähere Erläuterung unten) bereits im Februar diesen Jahres durch das <a href="http://www.europarl.europa.eu/news/expert/infopress_page/019-68675-039-02-07-902-20100209IPR68674-08-02-2010-2010-false/default_de.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Europaparlament abgelehnt wurde</a>, droht der EU-Kommission erneut eine Niederlage im Parlament. Die für das Abkommen über die Transaktion von Bankdaten in die USA zuständige EU-Kommissarin Malmström hatte dem Parlament nach der Ablehnung größere Offenheit und Mitwirkung in den Verhandlungen zugesagt. Nachdem die EU-Kommission Parlament und Rat ihr Verhandlungsergebnis vorlegte, machte sich jedoch Ernüchterung breit, denn die inhaltlichen Kritikpunkte des Parlaments wurden kaum berücksichtigt.
</p>
<p>
Nach wie vor fehlt die Kontrolle der Datenübermittlung durch eine Justizbehörde, weiterhin werden alle übermittelten Datensätze fünf Jahre lang gespeichert und nach wie vor werden ganze Blöcke an Daten übermittelt. In diesen Datenblöcken finden sich auch die Daten von unbeteiligten Personen wieder, die zufällig zu einem ähnlichen Zeitpunkt wie ein Verdächtiger eine Banktransaktion getätigt haben. Personen, deren Daten an US-amerikanische Behörden übermittelt wurden, bekommen davon nichts mit. Und selbst wenn sie es herausfinden, haben sie keine rechtliche Handhabe, der Speicherung ihrer Daten zu widersprechen. Das US-Datenschutzgesetz sieht keine Klagen von Nicht-US-Bürgern vor.
</p>
<p>
<b>EuroPol darf sich selbst mit Daten beliefern</b>
</p>
<p>
Als Fortschritt bezeichnet die EU-Kommission, dass die Datenübermittlung jetzt durch die EU-Polizeibehörde EuroPol kontrolliert werden soll. Doch hierbei wird der Bock zum Gärtner gemacht,  denn das Abkommen erlaubt es der Behörde, auf Kontodaten, die in die USA übertragen wurden zuzugreifen, was sie in Europa nicht darf. Eine effektive Kontrollinstanz wird die Behörde somit wohl kaum werden, denn das Eigeninteresse an den Daten dürfte wohl häufig überwiegen.
</p>
<p>
Zu den Kritikern gehört der Europaabgeordnete Jan Philipp Albrecht (<a href="http://twitter.com/janalbrecht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@janalbrecht</a>). Bereits während der Verhandlungen forderte der Grünen-Obmann (Schattenberichterstatter) für das SWIFT-Abkommen, zeitnah ein wirksames, umfassendes Datenschutzabkommen mit den USA zu verhandeln, um grundsätzliche Regeln im Umgang mit übertragenen personenbezogenen Daten festzulegen. „In der Substanz des Abkommens hat sich fast nichts geändert, die wesentlichen Kritikpunkte bestehen nach wie vor“, so Albrecht gegenüber politik-digital.de.
</p>
<p>
<b>SWIFT Abkommen im Rat durchpeitschen</b>
</p>
<p>
Die Kritik scheint die Verantwortlichen nervös zu machen, denn das Abkommen soll nun offenbar möglichst schnell und ohne große Debatte vom Rat verabschiedet werden – und das, um das Parlament unter Druck zu setzen. Der spanischen Ratspräsidentschaft ist es offensichtlich ein Anliegen, dass Abkommen noch während ihrer Amtszeit (bis 30.06.2010) unter Dach und Fach zu bringen.  Der Vorsitzende des Ausschusses für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE-Ausschuß), der Spanier Juan Fernando López Aguilar, übermittelte am 21.06.2010 einen Brief mit Vorschlägen zum Abkommen an den Rat, ohne jedoch die Inhalte mit dem zuständigen Berichterstatter des Parlaments, dem liberalen Alexander Alvarro (<a href="http://twitter.com/alexalvaro" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@alexalvaro</a>), abzusprechen. Dieser zeigte sich entsprechend brüskiert und machte seinem Unmut unter anderen über Twitter Luft.
</p>
<div style="text-align: center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/20100621_Alvaro_SWIFT-Tweet_1.jpg" title="Tweet Alvaro II" alt="Tweet Alvaro II" width="320" height="200" />
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Die Zustimmung des Rates gilt in diesem Zusammenhang als sicher.
</p>
<p>
<b>Debatte in Deutschland</b>
</p>
<p>
Das deutsche Justizministerium kommentiert den neuen Entwurf auf Anfrage bislang nicht. Es wird lediglich mitgeteilt: Das Abkommen wird auf Grundlage des <a href="http://www.fdp-bundespartei.de/files/363/091024-koalitionsvertrag-cducsu-fdp.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Koalitionsvertrages </a>abgestimmt. In diesem heißt es:
</p>
<blockquote>
<p>
		Bei den Verhandlungen zum SWIFT-Abkommen werden wir uns für ein hohes Datenschutzniveau (strikte Zweckbindung, Löschung der Daten, klare Regelungen bezüglich Weitergabe an Drittstaaten) und einen effektiven Rechtsschutz einsetzen. Ein automatisierter Zugriff auf SWIFT von außen ist auszuschließen. Die Übermittlung der Daten wird an Tatbestandsvoraussetzungen geknüpft und aufgrund einer Bedrohungs- und Gefährdungsanalyse eingegrenzt. Die Menge der zu übermittelnden Daten ist möglichst gering zu halten. Das Abkommen ist unter Ratifizierungsvorbehalt zu stellen.
	</p>
</blockquote>
<p>
Bei der Abstimmung des ursprünglichen Version des Abkommens im November 2009 gab es Uneinigkeit zwischen der Justizministerin und dem Bundesinnenminister, Deutschland enthielt sich letztlich.
</p>
<p>
Im <a href="/peter-schaar-bundesdatenschutzbeauftragter-video-interview-informationsfreiheit">Video-Interview mit politik-digital.de</a> äußerte sich der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Peter Schaar unter anderem auch zum SWIFT-Abkommen [ab Minute 6:40]
</p>
<hr width="100%" size="2" />
<p>
<b>Was ist SWIFT?</b>
</p>
<p>
Der Name leitet sich ab von einem großen belgischen Finanzdienstleister, der einen Großteil aller internationalen Banktransaktionen technisch realisiert. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA verschafften sich US-Behörden Daten über Transaktionen Verdächtiger, damals noch ohne rechtliche Grundlage – die Server standen in den USA. Zum Jahreswechsel 2009/2010 aber beschloss das Unternehmen, seine Daten nur noch in Europa zu verwalten &#8211;  der direkte Zugriff war nun nicht mehr möglich. Um US-Terrorfahndern weiterhin den Zugriff zu ermöglichen, war also ein völkerrechtliches Abkommen notwendig geworden.
</p>
<p>
Zunächst wurde ein Übergangsabkommen beschlossen, welches Ende vergangenen Jahres auf eine neue rechtliche Grundlage gestellt werden sollte. Die EU-Kommission ratifizierte das Abkommen am 30. November 2009 &#8211;  einen Tag später hätte das EU-Parlament (auf Grund neuer Befugnisse nach dem Vertrag von Lissabon) zustimmen müssen. Viele Parlamentarier hatten sich bereits im Vorfeld kritisch geäußert und fühlten sich übergangen. Im Februar lehnte das EU-Parlament das SWIFT-Abkommen schließlich ab, EU-Kommissarin Malmström musste neue Verhandlungen anstrengen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Initiative: Vorratsdatenspeicherung auch für Google-Suche</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/initiative-vorratsdatenspeicherung-auch-fuer-google-suche-4890/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[hgierow]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 May 2010 14:38:14 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Europaparlament]]></category>
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					<description><![CDATA[Zwei konservative Europa-Abgeordnete wollen die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung [<a href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2006:105:0054:0063:EN:PDF" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2006/24/EC</a>] auf Anfragen bei Google und anderen Suchmaschinen <a href="http://www.smile29.eu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ausweiten</a>. Aktuell unterstützen 324 Parlamentarier die „<a href="http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//NONSGML+WDECL+P7-DCL-2010-0029+0+DOC+PDF+V0//EN&#38;language=EN." target="_blank" rel="noopener noreferrer">written declaration</a>“. Das ist fast die Hälfte aller Mitglieder des Europaparlaments.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei konservative Europa-Abgeordnete wollen die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung [<a href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2006:105:0054:0063:EN:PDF" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2006/24/EC</a>] auf Anfragen bei Google und anderen Suchmaschinen <a href="http://www.smile29.eu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ausweiten</a>. Aktuell unterstützen 324 Parlamentarier die „<a href="http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//NONSGML+WDECL+P7-DCL-2010-0029+0+DOC+PDF+V0//EN&amp;language=EN." target="_blank" rel="noopener noreferrer">written declaration</a>“. Das ist fast die Hälfte aller Mitglieder des Europaparlaments.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Außerdem soll der Initiative zufolge ein europäisches Frühwarnsystem gegen Kinderpornographie und sexuelle Belästigung etabliert werden. Vorbild soll das Frühwarnsystem für Lebensmittelsicherheit sein.
</p>
<p>
Eine „written declaration“ des Europäischen Parlaments hat keine direkte rechtliche Auswirkung. Wird eine solche Erklärung von einer Mehrheit der Abgeordneten unterschrieben (also von mehr als 368 MdEPs), leitet der Präsident des Parlaments sie als offiziellen Standpunkt an die Kommission und den Rat weiter. Rat oder Kommission können auf den Vorschlag reagieren, müssen es aber nicht. Über ein offizielles Initiativrecht verfügt das Parlament auch nach dem Vertrag von Lissabon nicht.
</p>
<p>
Zur Zeit zirkulieren weitere „written declarations“ im netzpolitischen Bereich, so z.B. eine <a href="http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//NONSGML+WDECL+P7-DCL-2010-0012+0+DOC+PDF+V0//EN&amp;language=EN" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Initiative </a>für mehr Transparenz in der Verhandlung des ACTA-Abkommens. Dieses Dokument wurde bislang von 219 Abgeordneten unterzeichnet.
</p>
<p>
Die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung wird zurzeit von der EU-Kommission überarbeitet, das Ergebnis soll am 15. September vorgestellt werden. In Großbritannien hat die neue <a href="/digitale-wende-koaltionsvertrag-uk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Regierung beschlossen</a>, die Vorratsdatenspeicherung wieder abzuschaffen.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Österreichische Initiative gegen EU-Skepsis</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/oesterreichische-initiative-gegen-eu-skepsis-4682/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jknocha]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 15:25:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[SPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Manifest]]></category>
		<category><![CDATA[Europaparlament]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit der Initiative <a href="http://www.europa-weiter-denken.at/start.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#34;Europa weiter denken&#34;</a> wollen die fünf EU-Abgeordneten der <a href="http://www.spoe.at/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sozialdemokratischen Partei Österreichs</a> (SPÖ) die EU bürgerfreundlicher gestalten. Direkte Partizipation der Wähler steht dabei im Vordergrund. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Initiative <a href="http://www.europa-weiter-denken.at/start.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Europa weiter denken&quot;</a> wollen die fünf EU-Abgeordneten der <a href="http://www.spoe.at/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sozialdemokratischen Partei Österreichs</a> (SPÖ) die EU bürgerfreundlicher gestalten. Direkte Partizipation der Wähler steht dabei im Vordergrund. </p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Durch Diskussionsveranstaltungen und eine eigene Internetseite sollen die Österreicher motiviert werden, ihre Ideen und Wünsche für die Zukunft der EU zu äußern. Die <a href="http://www.europa-weiter-denken.at/registrieren.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beiträge</a> können bis zu 300 Zeichen lang sein und werden in Echtzeit und ohne Moderation veröffentlicht. Nur wer gegen die Nettiquette verstößt, wird im Nachhinein gelöscht.
</p>
<div style="text-align: center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/-____-_www_europa-weiter-denken_at_start_php_0.jpg" alt="Screenshot von europa-weiter-denken.at/start.php" title="Screenshot von europa-weiter-denken.at/start.php" height="251" width="468" />
</div>
<p></p>
<div align="center">
<i>Screenshot von europa-weiter-denken.at</i>
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Die Aktion läuft bis April 2010. Die bis dahin eingegangenen Beiträge werden in ein Manifest aufgenommen, das aus einer Präambel und thematischen Kapiteln bestehen soll. Ergänzt wird die Initiative durch landesweite Diskussionsveranstaltungen unter dem Titel &quot;Europa Cafés&quot;. Die gesammelten Beiträge sollen anschließend als Antrag auf dem Bundesparteitag der SPÖ eingebracht werden.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Telekom-Paket beschlossen,  Chat auf Facebook</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/telekom-paket-beschlossen-chat-auf-facebook-4657/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jasmin Reitzig]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 15:21:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Telekommunikationsgesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Netzneutralität]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Europaparlament]]></category>
		<category><![CDATA[Netzsperren]]></category>
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					<description><![CDATA[Marktregulierung, Frequenzpolitik und Verbraucherrechte - das <a href="http://www.europarl.europa.eu/news/public/default_de.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Europäische Parlament </a>hat
heute die Reform des europäischen Telekommunikationsrechts beschlossen.
Von 18 bis 18.40 Uhr will die zuständige Sozialdemokratin, <a href="http://www.facebook.com/europeanparliament?ref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Catherine Trautmann, auf der Facebook Seite des Europaparlaments</a><a href="http://www.facebook.com/europeanparliament?ref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> </a>mit den Usern das neue Regelwerk live diskutieren.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Marktregulierung, Frequenzpolitik und Verbraucherrechte &#8211; das <a href="http://www.europarl.europa.eu/news/public/default_de.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Europäische Parlament </a>hat<br />
heute die Reform des europäischen Telekommunikationsrechts beschlossen.<br />
Von 18 bis 18.40 Uhr will die zuständige Sozialdemokratin, <a href="http://www.facebook.com/europeanparliament?ref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Catherine Trautmann, auf der Facebook Seite des Europaparlaments</a><a href="http://www.facebook.com/europeanparliament?ref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> </a>mit den Usern das neue Regelwerk live diskutieren.<!--break--></p>
<p>
Nach zwei Jahren zäher Verhandlungen stimmten die Abgeordneten des<br />
Europaparlamentes heute über das Telekom-Paket ab. Knackpunkt der<br />
Verhandlungen war ein Unterpunkt, der Sanktionen für Raubkopierer und<br />
die juristischen Schutzbestimmungen für Internetnutzer regeln soll.
</p>
<p>
<b>Internetsperren möglich </b>
</p>
<p>
Der Vorschlag der französischen Regierung, dem Internet-User nach<br />
dreimaligen Urheberrechtsverletzungen den Internetzugang zu sperren,<br />
wurde verworfen. Allerdings kann in Zukunft dem Nutzer in dringenden<br />
Fällen, wie beim Verdacht auf Verbreitung von Kinderpornografie, der<br />
Anschluss gekappt werden.
</p>
<p>
In anderen Fällen muss der Nutzer vor der potenziellen Sperre<br />
zumindest angehört werden. Dieser Kompromiss zielt darauf ab,<br />
unverhältnismäßigen Gesetzen gegen Raubkopierer vorzubeugen,  erläutert<br />
der Europaabgeordnete der schwedischen Piratenpartei, Christian<br />
Engström. &quot;Maßnahmen zur Durchsetzung von Urheberrechten dürfen nicht<br />
die Grundrechte von Internetnutzern aushebeln.&quot;
</p>
<p>
<b>Eingriffe in Privatsphäre befürchtet </b>
</p>
<p>
Kritiker befürchten schwere Eingriffe in die Privatsphäre sowie das<br />
Ende der Neutralität und der offenen Struktur des Netzes. Sie werfen<br />
die Frage auf, wie die Internetanbieter (un)rechtmäßige Inhalte<br />
feststellen können, ohne in die Privatsphäre der Internet-Nutzer<br />
einzugreifen.
</p>
<p>
<b>Chat zum Thema auf Facebook </b>
</p>
<p>
Um 18 Uhr wird Catherine Trautmann für 40 Minuten mit Facebook Usern<br />
über das Telekom-Paket und dessen Inhalt auf Englisch diskutieren.
</p>
<p>Zum Inhalt des Telekompakets gehören u.a. Richtlinien zur Vergabe<br />
der Funkfrequenzen und zum Verbraucher- und Datenschutz sowie eine<br />
Direktive über den Zugang zu elektronischen Kommunikationsnetzen und<br />
-diensten. </p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Piraten im Parlament</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/piraten-im-parlament-4393/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[tknobloch]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 10:44:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Brüssel]]></category>
		<category><![CDATA[Europaparlament]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Wahl]]></category>
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					<description><![CDATA[Die schwedische Piratenpartei ist ins Europaparlament gewählt worden. Mit einem Abgeordneten wird sie künftig in Brüssel vertreten sein. In Deutschland reichte es dagegen nicht für einen Sitz im Parlament.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die schwedische Piratenpartei ist ins Europaparlament gewählt worden. Mit einem Abgeordneten wird sie künftig in Brüssel vertreten sein. In Deutschland reichte es dagegen nicht für einen Sitz im Parlament.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Laut den offiziellen Zahlen der EU erreichte die Piratenpartei in ihrem Heimatland 7,1 Prozent aller gültigen Stimmen. Genug, um einen von 18 schwedischen Abgeordneten zu stellen. Prognosen besagen, dass in der Gruppe der 18-30-Jährigen sogar 19 Prozent ihre Stimme den Piraten zukommen ließen. Zum Vergleich: Die allgemein stärkste Fraktion, die Konservativen, erhielt 25,1 Prozent aller Stimmen.
</p>
<p>
Das Wahlprogramm der Schweden war überschaubar gestaltet. Die Schwerpunkte, für die sich die Partei in der folgenden Legislaturperiode einsetzen will, bestehen ausschließlich aus &quot;eigenen Themen&quot;: So zum Beispiel ein reformiertes Urheberrecht, welches sich den neuen Herausforderungen des Internets anpasst, sowie die Demokratisierung der EU.
</p>
<p>
Mit bundesweit 0,9 Prozent der Stimmen verfehlte der deutsche Ableger der Partei die Fünf-Prozent-Hürde deutlich. Zuspruch erhielt die Piratenpartei in Deutschland vor allem in Universitätsstädten. Spitzenreiter war die Stadt Gießen mit 2,2 Prozent. Vor allem &quot;freiheitsliebende, technisch versierte junge Menschen&quot; fühlten sich durch die Piraten vertreten, so ein Statement der Partei nach der Wahl.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Gegen große staatliche Beteiligungen&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/gegen-grosse-staatliche-beteiligungen-4263/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[ctekoning]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Feb 2009 19:47:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Silvana Koch-Mehrin]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Europaparlament]]></category>
		<category><![CDATA[Lissabon Vertrag]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 20.02.09 war Silvana Koch-Mehrin, FDP-Spitzenkandidatin für die Europawahl 2009, zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit
politik-digital.de. Sie beantwortete Fragen der Chatter zur Europapolitik ihrer Partei, zur Funktionsweise der EU oder der momentanen Finanzkrise.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 20.02.09 war Silvana Koch-Mehrin, FDP-Spitzenkandidatin für die Europawahl 2009, zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit<br />
politik-digital.de. Sie beantwortete Fragen der Chatter zur Europapolitik ihrer Partei, zur Funktionsweise der EU oder der momentanen Finanzkrise.<!--break--><b></b><br />
<b></b></p>
<p>
<b>Moderator</b>: Herzlich Willkommen beim<br />
tagesschau-Chat. Heute chatten wir mit Silvana Koch-Mehrin,<br />
FDP-Präsidiumsmitglied und Spitzenkandidatin ihrer Partei bei der<br />
Europawahl. Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für die Diskussion mit den<br />
Usern von tagesschau.de und politik-digital.de nehmen. Frage nach<br />
Brüssel: Frau Koch-Mehrin, können wir starten?<b> </b>
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Guten Tag auch von meiner Seite, starten wir, gerne!
</p>
<p><a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll478-magnifier_pos-1.html" onclick="windowOpen('/interaktiv/chat/chatprotokoll478-magnifier_pos-1.html',820,700,1,1);return false;" title="Zur Fotostrecke des Beitrages [neues Fenster]"><br />
</a></p>
<p>
<b>Moderator</b>: In den letzten Wochen ist viel<br />
über den Höhenflug der FDP geschrieben worden: Bis zu 18 Prozent in den<br />
Umfragen, gestiegener Einfluss in den Bundesländern. Doch heute scheint<br />
die FDP wieder in der Realität anzukommen: Erst wird mit einer Blockade<br />
des Konjunkturpakets II im Bundesrat gedroht, heute Vormittag hat die<br />
FDP klein beigegeben und für die Vorschläge der Großen Koalition<br />
gestimmt. Sieht so Machtzuwachs der Liberalen aus?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Wir haben immer gesagt, dass wir nicht blockieren werden, weil wir<br />
glauben, dass ein Passieren besser ist als ein Paket, das mit anderen<br />
Mehrheiten zustande kommt und möglicherweise weitere Steuererhöhungen<br />
(Kfz-Steuer) enthält.
</p>
<p>
<b>hausmann</b>: Wie kann die FDP trotz des offensichtlichen Scheiterns dieses Systems weiterhin neoliberale Positionen vertreten?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Das System der sozialen Marktwirtschaft ist nicht gescheitert. Die FDP<br />
steht für freie Märkte im Sinne der sozialen Marktwirtschaft. Wir<br />
wollen keine Anarchie der Märkte, sondern faire Wettbewerbsbedingungen.
</p>
<p>
<b>Walter</b>: Wieso verstummt bzw. unterstützt die FDP jetzt massive staatliche Interventionen, welche sie bis dato rigoros abgelehnt haben?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Das stimmt so nicht. Die FDP spricht sich nach wie vor gegen große<br />
staatliche Beteiligungen aus. Wir beziehen entschieden Position gegen<br />
Enteignungen. Richtig ist, dass wir dem Bankenrettungspaket zugestimmt<br />
haben, weil es darum ging, das Finanzsystem in Deutschland und weltweit<br />
am laufen zu halten.
</p>
<p>
<b>Lauenstein</b>: Welche Position hat die FDP zur Reform des Bankensystems?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Die Bankenaufsicht wie wir sie in Deutschland haben, hat nicht<br />
funktioniert. Das hat die FDP bereits bei der Einführung durch Hans<br />
Eichel beanstandet. Statt einer ineffektiven Doppelstruktur, wäre eine<br />
echte Bankenaufsicht angesiedelt bei der Bundesbank richtig. Außerdem<br />
wollen wir für die längst selbstverständlich international tätigen<br />
Finanzinstitute auch effiziente internationale Regeln.
</p>
<p>
<b>Halli</b>: Wie könnte liberale Politik aussehen, die gegen die Wirtschaftskrise hilft?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Statt mit Konjunkturpakteten ausgewählten Branchen zu helfen, würde die<br />
FDP mit einer deutlichen Steuer- und Abgabenentlastung allen Bürgern,<br />
aber vor allem denen mit kleineren und mittleren Einkommen mehr vom<br />
Geld, das sie selbst verdient haben, lassen. Die Bürger können ihr Geld<br />
dann frei für Konsum nach ihren eigenen Entscheidungen ausgeben. Vor<br />
allem ist eine solche Reform eine vertrauensbildende Maßnahme für den<br />
Wirtschaftsstandort Deutschland. 50 Prozent von Wirtschaft ist<br />
Psychologie, sagt man.
</p>
<p>
<b>Jakob R.</b>: Warum soll man<br />
im Jahr 2009 die FDP wählen? Mein Bauchgefühl sagt, dass die heutige<br />
Finanzkrise noch schlimmer wäre, wenn die Wirtschaftspolitik Ihrer<br />
Partei &#8211; Deregulierung der Märkte usw. &#8211; in den letzten Jahren<br />
fortgeführt worden wären.
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Zur Erinnerung: In den letzten zehn Jahren hat die FDP leider nicht auf<br />
Bundesebene regiert. 2009 sollte man die FDP wählen, weil wir die<br />
einzigen sind, die einen klaren Kompass in der Wirtschafts- und<br />
Steuerpolitik haben. Wenn die FDP regiert hätte, hätte es eine bessere<br />
Bankenaufsicht gegeben. Vor allem hätten wir die sprudelnden<br />
Steuereinnahmen in den guten Zeiten genutzt, um den Haushalt zu<br />
sanieren und die Bürger steuerlich zu entlasten.
</p>
<p>
<b>pat</b>: Sind Steuerentlastungen nicht ein recht unpräzises Mittel?
</p>
<p>
<b>jenser</b>:<br />
Wie soll das gehen? Steuern massiv senken und gleichzeitig die<br />
öffentlichen Finanzen nicht weiter zu verschulden, gerade wenn die<br />
Wirtschaft so rapide wegbricht?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Die FDP hat über 400 Vorschläge, wo Ausgaben beim Bund eingespart<br />
werden können (über 10 Milliarden Euro). Zusätzlich wäre ein einfaches<br />
und niedriges und deswegen gerechtes Steuersystem ein Anreiz für viele<br />
Aufträge und Dienstleistungen, die derzeit auf dem Schwarzmarkt<br />
erledigt werden, in die reale Wirtschaft zu überführen. Schätzungen<br />
sehen die Schattenwirtschaft bei 340 Milliarden Euro, wenn davon nur<br />
ein Teil wieder in die Realwirtschaft käme, wäre eine Steuerreform<br />
schon finanziert.
</p>
<p>
<b>pat</b>: Sind Steuerentlastungen nicht ein recht unpräzises Mittel?
</p>
<p>
<b><br />
Silvana Koch-Mehrin:</b> Ganz<br />
im Gegenteil, wir meinen, die Bürger wissen am besten selbst, wofür sie<br />
ihr selbst verdientes Geld ausgeben möchten. Ich sehe nicht den<br />
Vorteil, dass andere entscheiden, wohin mein Geld geht.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Nachfrage: Welche Ausgaben möchte die FDP streichen/reduzieren?
</p>
<p>
<b>Totti84</b>: Können Sie Beispiele für die 10 Milliarden an Einsparungen nennen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Zum Beispiel die Entwicklungshilfe für Länder wie China, die mit uns wirtschaftlich auf Augenhöhe konkurrieren.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Ein beliebtes Beispiel.
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Zusätzlich gibt die Bundesregierung viele Millionen für PR aus, wo sie<br />
ihre schlechte Politik (Gesundheitsfonds) besser verpacken will. Große<br />
Einsparungsmöglichkeiten gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit, sie<br />
ist inzwischen die größte Behörde der Welt.
</p>
<p>
<b>c.a.</b>:<br />
Einige der 400 Vorschläge sind aber auch in der Kritik, da sie pauschal<br />
kürzen und in der Krise insbesondere im Etat des Bundesministeriums für<br />
Arbeit und Soziales wildern wollen &#8211; hier aber die größten Kosten<br />
fällig werden, wenn es mehr Arbeitslose und Kurzarbeiter gibt. Wie<br />
passt das zusammen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Viel<br />
Geld vom Staat hilft nicht immer viel. Wenn die Arbeitslosigkeit nicht<br />
über eine Riesenbehörde verwaltet würde, könnte man mit weniger Geld<br />
wesentlich effektiver Menschen in den Arbeitsmarkt zurück bringen.
</p>
<p>
<b>birkenfloh</b>: Wonach richtet sich denn der Kompass der FDP, außer nach Deregulierung?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Der klare Kompass unter dem Leitmotiv Freiheit und Verantwortung zieht<br />
sich durch alle Politikfelder bei den Bürgerrechten, wo wir uns ganz<br />
klar gegen einen Überwachungsstaat stellen. Bis hin zu einer<br />
ideologiefreien Umweltpolitik und einem Europa, das stark ist, weil es<br />
sich auf einige Politikbereiche konzentriert, aber keine<br />
alltagsregulierende Bürokratie ist.
</p>
<p>
<b>1234</b>: Was verstehen sie unter ideologiefreier Umweltpolitik?
</p>
<p>
<b>hdfgh</b>: Wird die FDP weiterhin auf Atomenergie setzen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Es ist total falsch, sichere und moderne AKW`s abzuschalten ohne<br />
bessere Alternativen. Natürlich fänden auch wir es schön, wenn wir<br />
Energie allein aus erneuerbaren Quellen beziehen können. Aber bis dahin<br />
sollten wir ideologiefrei auch Kernenergie in den Energiemix<br />
einbeziehen.
</p>
<p>
<b>Consi86</b>: Im Juni gibt es ja<br />
Europawahlen &#8211; wie erreichen Sie, Frau Koch-Mehrin ganz konkret die<br />
Wähler in Deutschland? (Viele von meinen Kommilitonen wissen gar nichts<br />
von der Europawahl &#8211; spiegelt diese Unwissenheit Ihrer Meinung nach<br />
auch ein gewisses Desinteresse an Europa wider?)
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Als FDP sind wir schon immer eine Europapartei gewesen. Wir wollen die<br />
EU als Friedensgemeinschaft, mit Binnenmarkt und auch einer Verfassung.<br />
Aber wir sind auch der Ansprechpartner für mehr und mehr berechtigte<br />
Kritik an zu oft unsinnigen EU-Beschlüssen. Im Wahlkampf werden wir vor<br />
allem auf direkte Ansprache und Dialog setzen, weil meine Kollegen und<br />
ich ständig feststellen müssen, dass es eine große Distanz zwischen EU<br />
und den Bürgern gibt. Ich halte es für eine Bringschuld der Politik,<br />
diesen Abstand zu verringern.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Sollten<br />
weitere Übertragungen von Kompetenzen auf die EU nur durch<br />
Volksentscheid möglich sein &#8211; wie es etwa die CSU jüngst forderte?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Schon 2004, als tatsächlich etwas zu entscheiden war<br />
(Verfassungsvertrag), haben wir als FDP zweimal im Bundestag das<br />
Grundgesetz ändern wollen, (CSU war dagegen), um Referenden in<br />
Deutschland zu ermöglichen. Auch jetzt ist es wieder Teil unseres<br />
Wahlprogramms, dass bei einer neuen Vertragsgrundlage die Bürgerinnen<br />
und Bürger selbst abstimmen sollten.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Sie sagen, die EU sei keine &quot;richtige&quot; Demokratie. Wo sehen Sie die Defizite?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
In der EU fehlt die Gewaltenteilung. Es gibt keine Regierung und<br />
Opposition, dadurch fehlt klare Verantwortlichkeit und Kontrolle. Das<br />
demokratische Grundrecht freie und GLEICHE Wahl ist verletzt, weil etwa<br />
in Luxemburg zwölf mal weniger Bürger für einen Abgeordneten stimmen<br />
müssen als in Deutschland. Außerdem gibt es zu wenig Bürgerbeteiligung,<br />
so dass sich oft nicht sagen lässt, wer da eigentlich was im Namen der<br />
Bürger beschließt.
</p>
<p>
<b>Imperor:</b> Halten Sie den Vertrag von Lissabon für eine gute Grundlage für die Europäische Union?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Der Lissabon Vertrag macht die EU etwas demokratischer, transparenter<br />
und effizienter, ist aber ein Kompromiss zwischen 27 Ländern und allen<br />
politischen Richtungen. Er kann nur ein Zwischenschritt sein.
</p>
<p>
<b>Lambertus</b>:<br />
Die EU ist eine supranationale Organisation, d.h., dass eine gewisse<br />
Souveränität den Mitgliedern erhalten bleiben muss. Die Demokratie<br />
(oder Bürgernähe) kann somit gar nicht verwirklicht werden. Sehen Sie<br />
das anders?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Wir sollten<br />
beginnen mit einer klaren Abgrenzung der Zuständigkeiten. Die EU<br />
beschließt, welche Inhaltstoffe in Schokolade sind, welche Glühbirnen<br />
verboten werden, wie viele Stunden Arbeitnehmer maximal arbeiten dürfen<br />
&#8211; das ist nicht mehr supranational, dass ist Innenpolitik.
</p>
<p>
<b>Wahlberechtigter</b>:<br />
Sie konstatieren eine große Distanz zwischen der EU und den Bürgern.<br />
Sollte das Europawahlrecht in Deutschland daher nicht so geändert<br />
werden, dass man nicht nur für Parteien, sondern auch für Personen<br />
stimmen kann?
</p>
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<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Derzeit<br />
stimmt jedes Land nach nationalem Recht ab, was ich schlecht finde. Ich<br />
wünsche mir bei Europawahlen das gleiche Wahlrecht in allen EU-Ländern.<br />
Ich persönlich wäre dafür, auch Personen direkt wählen zu können. In<br />
anderen Ländern ist das auch möglich.
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<b>Moderator</b>: Eine Frage zum Auftritt des tschechischen Staatspräsidenten &#8211; leidenschaftlicher EU-Skeptiker.
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<b>green pepper</b>: Hallo Frau Koch-Mehrin. Wie bewerten Sie die Rede von Václav Klaus gestern im EP?
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<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Václav Klaus hat die Probleme der EU drastisch auf den Punkt gebracht:<br />
Demokratiedefizit, Bürgerferne, sinkende Akzeptanz, zu viel Bürokratie,<br />
zu weitgehende Entscheidungen. Ich fand es albern, habe mich aber nicht<br />
gewundert, dass viele Kollegen dazwischen gerufen und den Saal<br />
verlassen haben. Damit hat Václav Klaus die Abgeordneten in ihrer<br />
Unfähigkeit, mit Kritik umzugehen, vorgeführt.
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<p>
<b>Zensurstaat-Ahoi?</b>:<br />
Der Lissabon-Vertrag hebelt aber auch das deutsche Grundgesetz aus, wie<br />
soll dies demokratisch sein? Zumal kein Bürger Deutschlands darüber<br />
abstimmen durfte!
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<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Der<br />
Lissabon-Vertrag verringert das Demokratiedefizit etwas, weil die<br />
nationalen Parlamente mehr Mitsprache erhalten, weil das europäische<br />
Parlament als die am meisten demokratisch legitimierte EU-Institution<br />
mehr Mitentscheidung bekommt und weil die Möglichkeit eines<br />
europäischen Bürgerbegehrens eingeführt wird.
</p>
<p>
<b>Golem</b>:<br />
Empfinden Sie nach einigen Jahren im Europaparlament die<br />
bundesdeutschen Politikdebatten nicht ein bisschen provinziell, bzw. zu<br />
eng gefasst. Schließlich steht die EU ja vor globalen Problemen?
</p>
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<b>carlos: </b>Wann<br />
akzeptieren die Eurokraten das Nein der Bürger innerhalb der EU und<br />
warum wird am Vertrag/Verfassung immer noch weiter getüftelt ?
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<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Nur in Irland konnten die Bürger abstimmen, es gab keine europaweiten<br />
Bürgerentscheidungen. Zum Verfassungsvertrag hatten Spanien und<br />
Luxemburg per Referendum mit ja gestimmt, in Frankreich und den<br />
Niederlanden gab es ein Nein. In der Schweiz haben gerade vor kurzem<br />
die Bürger sich FÜR eine Erweiterung des Schengen-Raumes ausgesprochen<br />
und damit klar FÜR eine EU-Errungenschaft.
</p>
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<b>Golem</b>:<br />
Empfinden Sie nach einigen Jahren im Europaparlament die<br />
bundesdeutschen Politikdebatten nicht ein bisschen provinziell, bzw. zu<br />
eng gefasst. Schließlich steht die EU ja vor globalen Problemen?
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<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Nicht als provinziell, aber ich würde mir wünschen, dass bei den<br />
Debatten in Deutschland die europäische Perspektive stärker<br />
berücksichtigt wird. Umgekehrt fehlt mir in der Europapolitik die<br />
politische Auseinandersetzung.
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<b>Moderator</b>: Eine Frage zu Ihrer persönlichen Leistungsbilanz:
</p>
<p>
<b>Fränk</b>: Was haben Sie in der laufenden Legislaturperiode im EU-Parlament getan?
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<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Im Haushaltsausschuss bin ich vor allem mit der Reform der EU-Finanzen<br />
befasst, sowohl was die Einnahmen (keine EU-Steuer! Maximal 1 Prozent<br />
des BIP eines Landes als Beitrag zur EU), als auch was die Ausgaben<br />
angeht, wo ich nur zeitlich befristete will und eine Veränderung des<br />
EU-Haushaltes. Mehr als 40 Prozent geht immer noch in<br />
Agrarsubventionen, nicht mal 7 Prozent in Forschung und Bildung. Im<br />
Haushaltskontrollausschuss bin ich der Frage nachgegangen, warum<br />
eigentlich Nicht-Regierungs-Organisationen, deren Hauptzweck lobbying<br />
ist, von der EU dafür finanziert werden. ATTAC zum Beispiel hat<br />
EU-Gelder bekommen. Als stellvertretende Fraktionsvorsitzende der<br />
drittgrößten Fraktion im Haus arbeite ich sehr stark mit meinen<br />
Kollegen an der politischen Meinungsbildung im Europaparlament. Und da<br />
wir keine parlamentarischen Geschäftsführer haben, befasse ich mich<br />
auch mit Personal-, Finanz- und jeder Menge anderer Aufgaben.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Zum Schluss das Ergebnis unserer Umfrage unter den Chat-Teilnehmern:<br />
Wir wollten wissen: Wird Guido Westerwelle der nächste Außenminister?<br />
Was schätzen Sie?
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<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Die Entscheidung treffen nur die Wähler und Guido Westerwelle.
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<p>
<b>Moderator</b>: 30 Prozent glauben er wird es, 70 Prozent galuben nicht daran.
</p>
<p>
Das<br />
war eine gute Stunde tagesschau-Chat. Vielen Dank, liebe User für Ihre<br />
Fragen. Leider konnten wir nicht alle stellen. Das Chatprotokoll gibt<br />
es in Kürze auf tagesschau.de und politik-digital.de. Frau Koch-Mehrin,<br />
vielen Dank für Ihre Zeit. Grüße nach Brüssel!
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Herzlichen Dank, bis demnächst. Grüße ins Netz.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
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