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	<title>Europawahl 2009 &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Europawahl 2009 &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Pöttering: &#8220;Mein europäisches Engagement ist heute so stark wie 1979.&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sruff]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2009 17:55:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Europäische Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Gert Pöttering]]></category>
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		<category><![CDATA[Europawahl 2009]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Freitag, 29. Mai 2009, war der Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Der CDU-Spitzenkandidat bei der Europawahl beantwortete User-Fragen zum Lissabon-Vertrag, einem EU-Beitritt der Türkei und zum aktuellen Wahlkampf.<b></b>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Freitag, 29. Mai 2009, war der Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Der CDU-Spitzenkandidat bei der Europawahl beantwortete User-Fragen zum Lissabon-Vertrag, einem EU-Beitritt der Türkei und zum aktuellen Wahlkampf.<b></b></p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herzlich Willkommen beim tagesschau-Chat. Heute ist der Präsident des Europaparlaments zu Gast im ARD-Hauptstadtstudio: Herr Pöttering, vielen Dank, dass Sie Zeit für die Diskussion mit den Usern von tagesschau.de und politik-digital.de haben. Liebe User, schon mal vielen Dank für die zahlreichen Fragen im Pre-Chat! Und damit möglichst viele davon beantwortet werden, starten wir direkt: Herr Pöttering, sind Sie bereit?<b></b>
</p>
<p>
<b>Hans-Gert Pöttering:</b> Ich bin bereit!</p>
<p><b>Moderator:</b> Der Lissabon-Vertrag und das Demokratie-Defizit der EU interessiert die User besonders. Dazu auch die am höchsten bewertete Frage:</p>
<p><b>Geralt:</b> Wieso wurde in Deutschland dem Volk keine Möglichkeit eingeräumt, über den Vertrag von Lissabon abzustimmen (Referendum), obwohl dieser in das Grundgesetz eingreift und Befugnisse des Bundesverfassungsgerichts beschneidet?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> In der Bundesrepublik Deutschland haben wir uns mit dem Grundgesetz für die parlamentarische Demokratie entschieden. Das Grundgesetz lässt es ausdrücklich zu, dass wir Kompetenzen abgeben auf die europäische oder auch internationale Ebene. Insofern ist der Vertrag von Lissabon nach meiner festen Überzeugung mit dem Grundgesetz vereinbar und ich hoffe, dass das Bundesverfassungsgericht bald zu einer entsprechenden Entscheidung kommt.</p>
<p><b>Maggi:</b> Wie stehen sie zum Vertrag von Lissabon? Ist die Ratifizierung dieses Vertrages nicht bereits mit dem Nein der Iren fehlgeschlagen? Aus meiner Sicht widerspricht es dem demokratischen Grundgedanken, wenn man einfach so lange abstimmen lässt (2. Referendum in Irland), bis das gewünschte Ergebnis erzielt wird.</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Wenn die Iren voraussichtlich im Oktober erneut abstimmen, stimmen sie nicht über das ab, über das sie beim ersten Referendum abgestimmt haben. Bei dem nächsten Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 18. und 19. Juni in Brüssel wird vereinbart werden, inwieweit irische Besonderheiten berücksichtigt und anerkannt werden. Dazu gehört auch, dass Irland in der Europäischen Union vertreten bleibt. Und dass zum Beispiel Fragen des Schutzes des ungeborenen Lebens in der nationalen irischen Kompetenz bleiben. Auf dieser Grundlage wird das irische Volk voraussichtlich erneut abstimmen und ich hoffe auf ein Ja in Irland, weil der Vertrag von Lissabon mehr Demokratie, Handlungsfähigkeit und Transparenz in der Europäischen Union ermöglicht.<br />
<b><br />
LHA:</b> Was passiert, wenn der Vertrag nicht ratifiziert wird? Wird es dann nie etwas mit einer effizienten Union mit internationalem Gewicht und Durchsetzungskraft?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Es wäre für die Europäische Union ein großer Nachteil, wenn der Vertrag nicht in Kraft treten würde. Aber gegenwärtig sollten wir dieses nicht in Betracht ziehen, da ich gute Chancen sehe, den Vertrag zu ratifizieren. Aber richtig ist: Alles ist erst sicher, wenn es sicher ist. Aber ich möchte keinen Zweifel daran lassen: Die Europäische Union braucht diesen Vertrag.</p>
<p><b>Moderator:</b> Der nächste User ist eher skeptisch, was eine Ratifizierung anbelangt.</p>
<p><b>Überzeugter Europäer:</b> Die vollständige Ratifizierung des Lissaboner Vertrages setzt unter anderem noch die Unterschrift des Europakritikers Václav Klaus voraus. Warum wird allgemein davon ausgegangen, dass er unterschreiben wird? Und welche Mittel gibt es, ihn davon abzuhalten, sich der Unterzeichnung zu verweigern?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Ich erwarte, dass Präsident Klaus am Ende doch unterschreiben wird. Das tschechische Abgeordnetenhaus und der tschechische Senat haben den Lissabon-Vertrag ratifiziert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der tschechische Präsident die demokratischen Entscheidungen der tschechischen Parlamente ignoriert.</p>
<p><b>Moderator:</b> Eine Nachfrage zum &quot;irischen Sonderweg&quot;:</p>
<p><b>rbrosows:</b> Wieso hat das irische Volk das Recht, einen zweiten Anlauf zu erhalten mit entsprechenden Änderungen &#8211; das deutsche muss aber das akzeptieren, was verhandelt wurde?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> In Deutschland haben wir die parlamentarische Entscheidung: Bundestag und Bundesrat haben mit großen Mehrheiten dem Lissabon-Vertrag zugestimmt. Die irische Verfassungsordnung sieht ein Referendum vor. Und nach dem Nein beim ersten Referendum gibt es Ergänzungen bzw. Änderungen, die den Wünschen Irlands entgegenkommen.</p>
<p><b>Hans: </b>Wann wird das Europäische Parlament ein echtes und vollwertiges Parlament? Ist überhaupt angedacht, den Grundsatz der gleichen Wahl (jede Stimme hat gleiches Gewicht) sowie ein vollständiges Gesetzesinitiativ und -beschlussrecht zu verwirklichen?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering: </b>Das Europäische Parlament hatte bei seiner ersten Direktwahl 1979 keinerlei Gesetzgebungsbefugnisse. Heute ist es in etwa 75 Prozent der europäischen Gesetzgebung gleichberechtigt mit dem Ministerrat. Dieses betrifft so wichtige Fragen wie den Klimaschutz oder auch die bessere Kontrolle der Banken. Das Europäische Parlament ist heute einflussreich und mächtig. Die Europäische Union mit ihren 500 Millionen Menschen ist eine komplexe Gemeinschaft. Die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments kann daher nicht so sein, wie die der nationalen Parlamente. Auch die kleinen Länder müssen vertreten sein. Dieses führt dazu, dass kleine Länder gemessen an ihrer Einwohnerzahl überproportional vertreten sind. Das Stimmenverhältnis im Europäischen Parlament muss im Übrigen auch berücksichtigen, dass wir mit dem Vertrag von Lissabon ein neues Entscheidungssystem im Ministerrat bei Gesetzesentscheidungen haben werden. Im Ministerrat wird in Zukunft die Bevölkerungszahl berücksichtigt &#8211; was die größeren Länder begünstigt. Die Entscheidungsmethode im Europäischen Parlament und im Ministerrat zusammengenommen ist ein geeignetes Verfahren.</p>
<p><b>Dieter:</b> Herr Pöttering, soll nach Lissabon vorerst Schluss sein mit der Ausweitung der Rechte des EU-Parlaments? Falls nein, wie soll es weitergehen?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering: </b>Sicher ist: Die Europäische Union ist &#8211; was ihre rechtlichen und damit politischen Grundlagen angeht &#8211; noch nicht vollendet. Das ist auch bei unserer Verfassung in Deutschland &#8211; dem Grundgesetz &#8211; nicht der Fall. Aufgrund neuer Bedingungen wird es auch immer wieder Änderungen geben. Aber nach dem Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages brauchen wir zunächst eine Phase der Konsolidierungen, ehe wir an weitere neue Verträge denken können. Wir sollten also zunächst unsere Erfahrungen mit dem Vertrag von Lissabon sammeln.</p>
<p><b>Jan B.:</b> &quot;Mehr demokratische Legitimation führt zu mehr Akzeptanz in der Bevölkerung&quot; &#8211; Welche Möglichkeiten sehen Sie, die Demokratiedefizite der EU in Zukunft zu verringern?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Die Demokratiedefizite der EU sind in den letzten Jahren schon entscheidend verringert worden. Mit dem Vertrag von Lissabon ist das Europäische Parlament in nahezu allen Fragen der Gesetzgebung gleichberechtigt mit dem Ministerrat. Auch die nationalen Parlamente werden gestärkt, weil sie ein Klagerecht beim Europäischen Gerichtshof schon zu einem Zeitpunkt erhalten, bei dem eine europäische Gesetzgebung beabsichtigt ist. Sofern die nationalen Parlamente der Ansicht sind, dass eine beabsichtigte europäische Gesetzgebung gegen das Prinzip der Subsidiarität verstößt, können die nationalen Parlamente insoweit beim Europäischen Gerichtshof klagen. Auch die kommunale Ebene wird gestärkt, weil erstmalig überhaupt im europäischen Recht die kommunale Selbstverwaltung anerkannt wird. Im Übrigen können die Bürgerinnen und Bürger durch eine Million Unterschriften erreichen, dass sich die europäischen Institutionen mit einer politischen Sachfrage befassen müssen.</p>
<p><b>Moderator:</b> Zwei Fragen zu &quot;direkte Demokratie&quot;:</p>
<p><b>Impulshund: </b>Wäre ein europaweites Referendum denkbar, bei dem die europäische Mehrheit entscheidet?</p>
<p><b>verteitigung:</b> Sind Sie mittelfristig dafür, dass der Kommissionspräsident direkt gewählt wird?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering: </b>Ich wäre dafür gewesen, ein europaweites Referendum über den Verfassungsvertrag oder den Vertrag von Lissabon zu machen, wenn die Stimmen in allen 27 Ländern der Europäischen Union zusammen ausgezählt worden wären. Dieses war aber leider nicht möglich, da die nationalen Verfassungen &#8211; auch unser Grundgesetz &#8211; dieses nicht vorsehen. Denn dies würde bedeuten, dass ein Nein in einem Land durch ein Ja in den anderen Ländern überstimmt werden könnte. Damit wären die Mitgliedsländer der Europäischen Union nicht mehr &quot;Herren der Verträge&quot;. Die Mitgliedsländer der Europäischen Union waren und sind nicht bereit, diesen Weg zu gehen, was ich bedauere. Die Wahl eines Präsidenten der Europäischen Union könnte eines Tages möglich werden. Aber wir sollten jetzt zunächst den Vertrag von Lissabon verwirklichen und nicht schon den zweiten Schritt vor dem ersten tun.</p>
<p><b>European:</b> An welcher Stelle wünschen Sie sich mehr direkte Mitbestimmung der EU-Bürger in der Politik?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Das ist eine Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger selbst. Für wünschenswert halte ich es, wenn die Menschen Themen identifizieren, die sie für bedeutend halten, und die europäischen Institutionen sich dann damit befassen müssen.</p>
<p><b>Moderator: </b>Hier kommen Fragen zum Thema Opel rein:</p>
<p><b>lukasberlin:</b> Was kann Europa zur Opel-Rettung beitragen?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Vorrangig ist eine Lösung für Opel in Deutschland eine nationale Frage. Da diese Frage aber auch andere Standorte in der Europäischen Union betrifft, ist es wichtig,  dass eine Koordinierung durch die Europäische Kommission stattfindet. Nach meinen Informationen will der Vize-Präsident der Europäischen Kommission, Günter Verheugen, dieses erreichen. Entscheidungen auf nationaler deutscher oder einer anderen nationalen Ebene dürfen nicht zu Wettbewerbsverzerrungen im Verhältnis betroffener Länder der Europäischen Union führen.</p>
<p><b>JoHo:</b> Hallo Herr Pöttering! Die EU mischt sich in die Opel-Gespräche ein, um Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten von Opel-Standorten in anderen EU-Ländern zu vermeiden. Finden Sie das richtig? Muss die Bundesregierung das berücksichtigen? Oder sollte uns nicht in diesem Fall das Hemd näher als die Hose sein, um möglichst viele Arbeitsplätze in Deutschland zu retten? Vielen Dank!</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Die Europäische Union ist eine Rechtsgemeinschaft. Daran müssen wir uns halten. Auch die Bundesregierung. Wir wollen ja auch nicht, dass durch Entscheidungen in anderen Ländern der Europäischen Union Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet werden.<br />
Deswegen gelten die Prinzipien für alle.</p>
<p><b>van Heise:</b> Inwieweit kann die Europäische Union in der aktuellen Krisensituation verhindern, dass Mitgliedstaaten zahlungsunfähig werden, bzw. wäre ein Austritt der bedrohten Staaten ein legitimes Mittel, um die Währungsunion nicht mit in den Strudel reißen zu lassen?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Es ist wichtig festzustellen, dass die Europäische Währungsunion &#8211; der Euro &#8211; sich gerade heute als ein großer Segen erweist. Ohne gemeinsame europäische Währung wären wir in der Europäischen Union aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise in sehr viel größeren Turbulenzen. Die Entscheidung von Bundeskanzler a.D. Helmut Kohl und anderen, den Euro einzuführen, erweist sich heute als absolut richtig. Der Vertrag von Maastricht, der zum Euro führte, sieht Stabilitätskriterien vor. Ich empfehle dringend, dass wir uns in Zukunft wieder an diesen Kriterien orientieren, damit der Euro auch in Zukunft seine positive Wirkung entfalten kann.</p>
<p><b>Susi: </b>Was unterscheidet Ihre Vorhaben für Europa deutlich von anderen Parteien?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Die CDU und auch meine Überzeugungen sind geprägt von einem starken demokratischen und handlungsfähigen Europa, das die kommunale Selbstverwaltung und auch das Handeln auf Länder- und Bundesebene berücksichtigt. Wir wollen kein zentralistisches oder bürokratisches Europa &#8211; sondern ein Europa der Vielfalt, das bürgernah ist. Diese Vielfalt können wir nur verteidigen, wenn wir in den großen Fragen der Politik zur Einheit finden. Im Gegensatz zu anderen Parteien ist die CDU der Meinung &#8211; und dies ist auch meine sehr feste Position &#8211; dass die Europäische Union mit einer Mitgliedschaft der Türkei politisch, kulturell, finanziell und geografisch überfordert wäre. Was die Frage der Erweiterung generell angeht, so brauchen wir jetzt zunächst einmal eine Verschnaufpause. Die Europäische Union sollte sich innerlich festigen, damit wir gemeinsam unsere Werte und Interessen in der Welt wirksam vertreten können.<br />
<b><br />
Moderator:</b> Ein möglicher Beitritts der Türkei zu EU beschäftigt die User:</p>
<p><b>VolkerRieger:</b> Was halten Sie von den Äußerungen Obamas, die EU solle die Türkei so schnell wie möglich aufnehmen? Meiner Meinung nach sollte er sich da nicht einmischen &#8211; das ist alleine Sache der EU und ihrer Mitglieder.</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Ich stimme auch absolut Ihrer Meinung zu. Wir empfehlen ja auch nicht den Vereinigten Staaten von Amerika die Aufnahme von Mexiko als 51. Staat der USA.</p>
<p><b>Moderator:</b> Stichwort geografische Grenzen:</p>
<p><b>Jule83:</b> Zypern liegt meines Erachtens eindeutig in Asien und nicht in Europa. Wieso ist Zypern ein Mitglied der EU geworden? Und wieso kann die Türkei kein Mitglied der EU werden, obwohl wenigstens ein kleiner Teil davon in Europa liegt?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Zypern gehört zur Europäischen Union und wir sollten es nicht in Frage stellen. Der weitaus größte Teil der Türkei liegt in Asien und der Iran und Syrien sind Nachbarn der Türkei. Eine Mitgliedschaft der Türkei würde also weit in den asiatischen Kontinent hineinreichen.</p>
<p><b>Moderator: </b>Nachfrage zu Obamas Position:</p>
<p><b>VolkerRieger:</b> Wird das Obama auch so deutlich gemacht?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering: </b>Alle, die mit ihm sprechen und meine Meinung vertreten, sollten das tun.</p>
<p><b>HIT: </b>Hätte die Türkei im Falle einer Ablehnung der Mitgliedschaft nicht das legale Recht auf eine Abfindung hohen Wertes seitens der EU?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Nein. Wir wollen ja auch, wenn die Türkei nicht Mitglied wird, gute und partnerschaftliche Beziehungen mit ihr haben und gut zusammenarbeiten. Kein Parlament &#8211; weder die nationalen Parlamente in den EU-Mitgliedsländern noch das Europäische Parlament &#8211; kann gezwungen werden, automatisch Ja zum Türkeibeitritt zu sagen.<br />
Dies ist allein die freie Entscheidung der Abgeordneten. Das ist unser demokratisches Prinzip und dieses ist dem Repräsentanten der Türkei bekannt. Unsere demokratischen Verfahren müssen eingehalten werden und deswegen kann es auch keine Abfindung geben, sofern den Erwartungen der Türkei nicht entsprochen werden sollte.</p>
<p><b>Peterchen:</b> Nachfrage zu Zypern: Keiner will Zypern in Frage stellen. Aber das Argument von Jule83 ist doch stichhaltig: Warum gilt die geographische Lage nicht für alle gleichwertig als Argument?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Zypern gehört zu Europa. Die griechische Bevölkerung hat enge Bindungen an Griechenland. Wir sollten unsere Anstrengungen jetzt darauf konzentrieren, dass die Insel wiedervereinigt wird.</p>
<p><b>Europa:</b> Wie schätzen Sie die Wahlbeteiligung für die Europawahl ein? Was kann man gegen die Politikverdrossenheit insbesondere gegenüber Europa tun?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Bedauerlicherweise haben wir einen Rückgang der Wahlbeteiligung bei vielen Wahlen. Bei der Europawahl ist der Rückgang besonders deutlich. Dies ist ein Widerspruch zur gewachsenen Bedeutung des Europäischen Parlaments. Es muss uns in der Zukunft mehr gelingen als in der Vergangenheit, die wichtige und alles in allem gute Arbeit des Europäischen Parlaments den Bürgerinnen und Bürgern noch besser zu vermitteln. Dieses ist eine gemeinsame Aufgabe der Politiker und der Medien. Hier können wir unsere Zusammenarbeit noch steigern.</p>
<p><b>Moderator:</b> Der jüngste ARD-Deutschland-Trend geht davon aus, dass die Wahlbeteiligung noch unter die Marke von 2004 fallen könnte: Damals zog es nur 43 Prozent der Deutschen an die Urne.</p>
<p><b>bürgersjung:</b> Ein großes Problem bei Europawahlen ist die niedrige Wahlbeteiligung. Kommen Ihrer Meinung nach die deutschen Parteien ihrer Verpflichtung nach, die Menschen vom Stellenwert und der Wichtigkeit von Europawahlen zu überzeugen?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Wir können immer noch besser werden. Wichtig ist, dass kontinuierlich, auch im Fernsehen, über die wichtige Arbeit des Europäischen Parlaments berichtet wird. Oft ist es so, dass das Kritische übermäßig dargestellt wird &#8211; aber nicht, was wir der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament verdanken.</p>
<p><b>Impulshund:</b> Warum wirbt die CDU in den Spots mit Angela Merkel, aber nicht mit Ihrem Konterfei?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering: </b>Das ist eine gute Frage.</p>
<p><b>Moderator:</b> Wie erklären Sie sich das?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Angela Merkel ist eine engagierte Europäerin. Sie steht in der Tradition von Konrad Adenauer und Helmut Kohl. Aber ich stimme ihnen zu, dass die Abgeordneten des Europäischen Parlaments noch stärker einbezogen werden sollten. Aber verglichen mit vergangenen Wahlen gibt es da schon Fortschritte, die sich in Zukunft noch steigern lassen.</p>
<p><b>carlos:</b> Es gibt aber keine europapolitischen Sachthemen im Wahlkampf, warum ist das so?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Es gibt schon Unterschiede zwischen den Parteien. Denken Sie zum Beispiel an die Stabilität des Euro oder die Türkeifrage.</p>
<p><b>Moderator:</b> Das EU-Parlament ist ja auf drei Sitze zersplittert: Straßburg, Brüssel und Luxemburg. Wie lange macht das noch Sinn? Und phd möchte dazu wissen:</p>
<p><b>phd:</b> Welche Gründe sprechen für Straßburg als Sitz des Europäischen Parlaments?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Straßburg im Elsass ist ein Symbol der deutsch-französischen Versöhnung. Das ist der Grund, warum zwölf Tagungen im Jahr in Straßburg stattfinden.</p>
<p><b>european1980:</b> Wann wird der EU-Sitz in Straßburg abgeschafft?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Mittelfristig bin ich für einen Sitz des Europäischen Parlaments. Wobei das Brüssel oder Straßburg sein könnte. Obwohl das Europäische Parlament heute einflussreich und mächtig ist, bestimmt es bedauerlicherweise über seinen Tagungsort nicht selbst, sondern nach den Verträgen haben die Regierungen sich dieses vorbehalten. Eines Tages wird es in dieser Frage eine Lösung geben müssen. Solange das Recht aber nicht geändert ist, müssen wir es einhalten.</p>
<p><b>European:</b> Was möchten Sie lieber heute als morgen an der europäischen Gesetzgebung ändern?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Ich würde gerne sehen, dass heute schon der Vertrag von Lissabon in Kraft wäre, so dass das Europäische Parlament bei nahezu allen Fragen europäischer Gesetzgebung mitentscheiden würde.</p>
<p><b>kruat:</b> Hallo Herr Pöttering. Ich hab eine nur eine kleine Frage: Macht es nach so vielen Jahren noch Spaß im Europaparlament oder gehen Ihnen manchmal die Abgeordneten aus den vielen verschiedenen Ländern auf die Nerven?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Mein europäisches Engagement ist heute so stark wie 1979. Man kann diese Arbeit nur leisten, wenn man von der Notwendigkeit der europäischen Einigung überzeugt ist. Nur so kann man auch manche Kommentare ertragen. Bei den Abgeordneten ist es so wie im ganz normalen Leben. Manchen ist man mehr verbunden als anderen.</p>
<p><b>rbrosows:</b> Wie oft kommt es eigentlich im Europäischen Parlament vor, dass Abgeordnete &quot;gegen&quot; ihre Fraktion entscheiden, sich also auf ihr Gewissen berufen?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering: </b>Generell möchte ich sagen, dass es ein Grundprinzip ist, dass man den eigenen Überzeugung folgt &#8211; die ja meistens mit der Mehrheitslinie der eigenen Fraktion übereinstimmt &#8211; weil sich in den Fraktionen gleiche politische Auffassungen zusammenfinden. Aber richtig ist auch, dass es im Europäischen Parlament leichter ist, eine von der eigenen Fraktion abweichende Meinung zu vertreten, da es im Europäischen Parlament nicht das Prinzip von Regierung und Opposition mit der Notwendigkeit großer Disziplin gibt. Das lässt dem einzelnen Abgeordneten mehr Freiheiten.</p>
<p><b>Moderator:</b> Wird Ihr Nachfolger als Parlamentspräsident wieder aus den Reihen der EVP kommen? SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz war in der vergangenen Woche hier im tagesschau-Chat, er hofft, dass nach dem 7. Juni die sozialdemokratische Fraktion die Stärkste sein wird.</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Zunächst müssen wir die Wahlen abwarten. Dann sehen wir, welche Fraktionen bei der Wahl des Parlamentspräsidenten eine Vereinbarung treffen. Der Parlamentspräsident wird jeweils für zweieinhalb Jahre gewählt, so dass es in der fünfjährigen Wahlperiode immer zwei Präsidenten gibt. Ich hoffe, dass auf jeden Fall in der kommenden Wahlperiode ein EVP-Abgeordneter Parlamentspräsident wird.</p>
<p><b>Moderator: </b>Wir haben während des Chats eine Umfrage gemacht und wollten von den Usern wissen, ob sie eine Aufnahme der Türkei in die Europäische Union befürworten. Herr Pöttering, was ist Ihr Tipp, wie wurde abgestimmt?</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> 65 Prozent &quot;Nein&quot; und 35 Prozent &quot;Ja&quot;.</p>
<p><b>Moderator:</b> Nah dran: 30 Prozent befürworten einen Beitritt, 70 Prozent sind dagegen. Das war eine Stunde tagesschau-Chat zur Europawahl. Vielen Dank, Herr Pöttering, dass Sie Zeit für die Diskussion mit den Usern von tagesschau.de und politik-digital.de hatten. Großer Dank auch an Sie, liebe Chat-Teilnehmer! Leider konnten wir nur einen kleinen Teil der eingetroffenen Fragen stellen.</p>
<p><b>Hans-Gert Pöttering:</b> Liebe User, es hat Freude bereitet, sich mit Ihnen auf diesem Wege auszutauschen. Ich bedauere, wenn ich nicht auf alle Fragen eine Antwort geben konnte, da unsere Zeit ja begrenzt ist. Meine Bitte ist: Gehen Sie zur Wahl und nehmen Sie viele mit. Europa ist für uns alle sehr wichtig und die Abgeordneten des Europäischen Parlaments brauchen ihre Unterstützung.<br />
Meine Erfahrung ist, dass die meisten Abgeordneten sehr engagiert sind, an Europa glauben und unsere gemeinsamen Werte und Interessen vertreten. In diesem Sinne: Gute Wünsche für Sie, eine gute Wahlbeteiligung am 7. Juni und alles Gute. Ihr Hans-Gert Pöttering, MdEP Präsident des Europäischen Parlaments.</p>
<p><b>Moderator: </b>Das Transkript des Chats finden Sie in Kürze auf tagesschau.de und politik-digital.de. Außerdem möchten wir Ihnen noch unser Dossier zur Europawahl sowie die Beiträge der Tagesthemen-Europatour empfehlen. Das Team von tagesschau.de wünscht allen noch einen schönen Tag.</p>
<p><i>Der Chat wurde moderiert von Thomas Querengässer, tagesschau.de.<br />
</i></p>
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		<title>Negative Campaigning auf Badisch</title>
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		<pubDate>Wed, 13 May 2009 16:19:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Schwab]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Caspary]]></category>
		<category><![CDATA[Negative Campaigning]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl 2009]]></category>
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					<description><![CDATA[Silvana meinen und Silvaner schreiben: Mit einer <a href="http://www.silvana-fuer-europa.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">angeblichen Werbeseite für eine badische Rebsorte</a> - inklusive dem obligatorischen Foto mit der Weinkönigin - verulken die CDU-Europaabgeordneten Daniel Caspary und Andreas Schwab die FDP-Spitzenkandidatin Silvana Koch-Mehrin. <p> </p><p><img src="/sites/politik-digital.de/files/090513_silvaner_fuer_europa_330px.jpg" height="205" width="330" alt="Politiker mit Weinkelchen" />]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Silvana meinen und Silvaner schreiben: Mit einer <a href="http://www.silvana-fuer-europa.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">angeblichen Werbeseite für eine badische Rebsorte</a> &#8211; inklusive dem obligatorischen Foto mit der Weinkönigin &#8211; verulken die CDU-Europaabgeordneten Daniel Caspary und Andreas Schwab die FDP-Spitzenkandidatin Silvana Koch-Mehrin. </p>
<p> </p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wp-content/uploads/090513_silvaner_fuer_europa_330px.jpg" height="205" width="330" alt="Politiker mit Weinkelchen" /><!--break--></p>
<p>Silvaner (Silvana) gefalle vor allem durch die &quot;eher blass-gelbe helle Farbe und den meist leichten bis kräftigen Körper&quot;, sei aber nur noch selten in der Region anzutreffen.</p>
<p>Außer der nur ein klein wenig veränderten Schreibweise der URL (www.silvana-fuer-europa.de) gibt es keine Hinweise, dass die beiden CDUler eigentlich Negative Campaignung betreiben. Sie veröffentlichen Links zu Winzergenossenschaften, einen Veranstaltungskalender und zeigen Fotos der beiden Politiker mit dem stolz lächelnden badischen Weinbaupräsidenten und der aktuellen Weinkönigin. Zur Sicherheit haben die beiden Wahlkämpfer sich aber auch die URL www.silvaner-fuer-europa.de gesichert.  </p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wahl-O-Mat Europa gestartet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahl-o-mat-europa-gestartet-4347/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2009 17:55:45 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Bundeszentrale für politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl-O-Mat]]></category>
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		<category><![CDATA[Europawahl 2009]]></category>
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					<description><![CDATA[38 Thesen, 29 Parteien, knapp fünf Minuten Aufwand, ein Ergebnis: Der Wahl-O-Mat zur Europawahl ist online. Erstmals zeigt das Online-Tool wie nahe die eigene Meinung an den Programmen aller zur Wahl zugelassenen Parteien ist.  ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>38 Thesen, 29 Parteien, knapp fünf Minuten Aufwand, ein Ergebnis: Der Wahl-O-Mat zur Europawahl ist online. Erstmals zeigt das Online-Tool wie nahe die eigene Meinung an den Programmen aller zur Wahl zugelassenen Parteien ist.  <!--break--></p>
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</p>
<p>
&quot;Der Wahl-O-Mat ist nicht nur ein Spiel, sondern ein komplexes Bildungsangebot&quot;, sagte Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) an diesem 11. Mai 2009 zum Onlinestart in Berlin. Damit das Programm ausspuckt, mit welcher Partei man am ehesten übereinstimmt, müssen zunächst 38 Thesen bewertet werden.
</p>
<p>
Eine Jugendredaktion hat mit Hilfe von Wissenschaftlern Aussagen von &quot;In der EU sollen keine gentechnisch veränderten Lebensmittel hergestellt werden&quot; bis &quot;Die EU-Entwicklungshilfe soll abgeschafft werden&quot; ausgewählt, welche mit den Parteiprogrammen abgeglichen (und von den Parteien autorisiert) wurden.
</p>
<p>
<a href="http://www.wahlomat.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/wahl-o-mat_art.jpg" title="Screenshot Wahl-O-Mat" height="439" width="447" /></a>
</p>
<p>
Keine leichte Aufgabe, da die etablierten Parteien oft eng beieinanderliegen und viele Kleinparteien keine umfassende Programmatik haben. Wer will, kann dann auch noch einzelne Antworten besonders gewichten und sich weiterführende Informationen zu den Parteien anzeigen lassen. <br />
<b><br />
Kurze Thesen</b></p>
<p>Einige Thesen werfen daher in der Verkürzung noch weitere Fragen auf: &quot;Die EU soll die Möglichkeit erhalten, eigene Steuern zu erheben&quot; verkündet beispielsweise der Wahl-O-Mat und man kann zustimmen, ablehnen oder sich neutral zeigen. Ob die EU-Steuern auf die nationalen Abgaben draufgesattelt werden oder diese ersetzen, spielt bei der Beantwortung eine wichtige Rolle, wird aber nicht erklärt &#8211; <a href="/wahlhilfe-mit-macken">ein Problem, das auch das vergleichbare Projekt EU-Profiler hat.</a></p>
<p>Dass alle vom Wahlleiter zugelassenen Parteien am Wahl-O-Maten teilnehmen können, hängt auch mit einem Gerichtsentscheid aus Bayern zusammen. Bei der Landtagswahl 2008 hatte die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) geklagt und so das Projekt kurz vor dem Start gestoppt. Die bpb hatte nur Parteien aufgenommen, die eine realistische Chance hatten, in den Landtag einzuziehen. <br />
<b><br />
Neukonzeption</b></p>
<p>Nach einer Neukonzeption ist dieses Problem für die Europawahlen gelöst &#8211; ohne dass man sich durch hunderte Thesen klicken muss. Auf die Parteien kommt jedoch mehr Arbeit bei der Beantwortung der Fragen zu. Von den ursprünglich 130 Thesen der Jugendredaktion gingen 86 an die Parteien, nur 38 finden sich im Wahl-O-Maten wieder. Drei Parteien antworteten gar nicht. Hilfreich ist auch ein Feature, in welchem die Parteien begründen, warum und wie sie sich zu einer These positionieren. Die Piratenpartei ist hier am ehrlichsten: &quot;Die Meinungsbildung der Piratenpartei ist dazu noch nicht abgeschlossen&quot;, heißt es an einigen Stellen. Andere Thesen von kleineren Parteien wirken dagegen wie schnell zusammengeschustert. Viele andere Kleinparteien haben Ihre Positionen hingegen nicht begründet.</p>
<p>Überarbeitet ist auch das Angebot <a href="http://www.werstehtzurwahl.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Wer steht zur Wahl&quot;</a> der Bundeszentrale für politische Bildung: Politikwissenschaftler haben hier einführende Texte zu allen Parteien und deren Programmatik geschrieben, die Parteien selber konnten zudem kurz und knapp ihre Politik darstellen.</p>
<p>(Hinweis: politik-digital.de hat an &quot;Wer steht zur Wahl&quot; und &quot;Wahl-O-Mat&quot; als Dienstleister mitgearbeitet.)</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wahlhilfe mit Macken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mwilke]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2009 17:11:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl-O-Mat]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl 2009]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer noch nicht weiß, was er bei der Europawahl am 7. Juni 2009 wählen soll, kann sich Rat beim <a href="http://euprofiler.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EU Profiler</a>  holen. Der zeigt, wie nahe die eigenen Vorstellungen den Parteiprogrammen kommen. Das System hat jedoch noch Macken.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer noch nicht weiß, was er bei der Europawahl am 7. Juni 2009 wählen soll, kann sich Rat beim <a href="http://euprofiler.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EU Profiler</a>  holen. Der zeigt, wie nahe die eigenen Vorstellungen den Parteiprogrammen kommen. Das System hat jedoch noch Macken.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Zu insgesamt 30 Thesen aus sozial-, finanz- und wirtschaftspolitischen Themenbereichen ebenso wie zu Gesellschaft, Innen- und Außenpolitik sowie Europäischer Integration soll der Benutzer des EU-Profilers sich positionieren. Ergänzt werden die Antworten durch eine Gewichtung der Themenfeldern und Präferenzen zu bestimmten Parteien. Damit hat der EU-Profiler ein ähnliches Konzept wie der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für Politische Bildung.
</p>
<p>
Sind die Thesen beantwortet, errechnet der EU Profiler, wie man mit den antretenden Parteien inhaltlich übereinstimmt. Für Deutschland sind neben der CDU, CSU, SPD, FDP, den Grünen und der Linkspartei auch die Freien Wähler, die Newropeans, Republikaner und DVU vertreten. Alle übrigen 22 zur Europawahl zugelassenen Parteien kommen nicht vor.
</p>
<p>
<b>Programmatik und Übereinstimmung</b>
</p>
<p>
Klickt man auf den Namen einer Partei, werden deren Positionen und die eigenen Antworten gegenübergestellt. Zur Ergänzung gibt es Auszüge aus den Wahlprogrammen, Parteidokumenten oder Aussagen von Vertretern der Partei. Zu sehen ist auch, wie hoch der Grad der Übereinstimmung in einzelnen Politikfeldern ist. Fragen, die man selbst als nicht so wichtig angegeben hat, werden bei der Berechnung offenbar außen vor gelassen.
</p>
<p>
<b>100 Prozent Übereinstimmung auf Grundlage einer Frage</b>
</p>
<p>
Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass sich bei weitem nicht jede Partei zu allen Fragen geäußert hat. Eine vermeintliche Übereinstimmung von 100 Prozent kann daher auch auf nur einer einzigen beantworteten Frage beruhen. Zudem scheint es zumindest im Bereich Gesellschaft, Kultur und Religion noch einige Fehler zu geben: mit Parteien, zu denen man völlig entgegengesetzte Ansichten hat, kann man immer noch eine Zustimmung von über 50 Prozent erreichen ­  und umgekehrt. Wer mag, kann auch das Maß der eigenen inhaltlichen Übereinstimmung mit Parteien in anderen europäischen Ländern betrachten.
</p>
<p>
Der EU Profiler ist ein parteiunabhängiges Projekt von Wissenschaftlern und wird von keiner EU-Institution betrieben. Finanziert wird es durch ein Konsortium aus Robert Schuman Centre for Advanced Studies des European University Institute, des Kieskompas und des Zentrums für Demokratie Aarau/der Universität Zürich.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Flashmob am 7. Juni: Gelebte Demokratie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[brottbeck]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 17:30:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl]]></category>
		<category><![CDATA[Flashmob]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl 2009]]></category>
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					<description><![CDATA[<b>Ort:</b> bundesweit // Wahlurne Ihres Vertrauens und vor allem Ihres Wahlbezirks ###<b>Zeit:</b> 14 Uhr<b> ###Aktion:</b> Jeder informiert sich vorab und macht ein Kreuzchen an einer individuell ausgewählten Stelle. Das besondere: Alle stürmen zur gleichen Zeit bundesweit die Wahllokale, aber gewählt wird nacheinander!<b> ###Ziel:</b> Die Wahlbeteiligung merklich nach oben treiben und zur Verwunderung der Medien und der Politik beitragen! ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Ort:</b> bundesweit // Wahlurne Ihres Vertrauens und vor allem Ihres Wahlbezirks ###<b>Zeit:</b> 14 Uhr<b> ###Aktion:</b> Jeder informiert sich vorab und macht ein Kreuzchen an einer individuell ausgewählten Stelle. Das besondere: Alle stürmen zur gleichen Zeit bundesweit die Wahllokale, aber gewählt wird nacheinander!<b> ###Ziel:</b> Die Wahlbeteiligung merklich nach oben treiben und zur Verwunderung der Medien und der Politik beitragen! <!--break--></p>
<p>
Flashmobs: Ein neuralgischer Punkt und plötzlich sind alle da, engagieren und beteiligen sich, nehmen teil und tun ihre Meinung kund wie aus dem Nichts. 
</p>
<p>
Beteiligungen entstehen spontan und gerade das ist der große Vorteil des Internets. Braucht man früher noch eine Masse von Menschen und Material und vor allem willige Partizipierende, geht heute alles ganz schnell und unkompliziert vom heimischen PC aus – die Buschtrommel Internet funktioniert reibungslos.
</p>
<p>
Doch während die Menschen sich via Netz mehr oder minder spontan zur zeitgleichen, <a href="http://www.pillowfightday.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">weltweiten Kissenschlacht</a> in der realen Welt verabreden, bleiben Massenbewegungen hinsichtlich politischer Aktivitäten im Netz unterrepräsentiert &#8211;  zumindest solche, die sich zu sichtbaren Offline-Aktionen entwickeln. Also: Hier der Aufruf zum Flashmob am 7. Juni.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Gegen große staatliche Beteiligungen&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/gegen-grosse-staatliche-beteiligungen-4263/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[ctekoning]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Feb 2009 19:47:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Silvana Koch-Mehrin]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Europaparlament]]></category>
		<category><![CDATA[Lissabon Vertrag]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 20.02.09 war Silvana Koch-Mehrin, FDP-Spitzenkandidatin für die Europawahl 2009, zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit
politik-digital.de. Sie beantwortete Fragen der Chatter zur Europapolitik ihrer Partei, zur Funktionsweise der EU oder der momentanen Finanzkrise.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 20.02.09 war Silvana Koch-Mehrin, FDP-Spitzenkandidatin für die Europawahl 2009, zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit<br />
politik-digital.de. Sie beantwortete Fragen der Chatter zur Europapolitik ihrer Partei, zur Funktionsweise der EU oder der momentanen Finanzkrise.<!--break--><b></b><br />
<b></b></p>
<p>
<b>Moderator</b>: Herzlich Willkommen beim<br />
tagesschau-Chat. Heute chatten wir mit Silvana Koch-Mehrin,<br />
FDP-Präsidiumsmitglied und Spitzenkandidatin ihrer Partei bei der<br />
Europawahl. Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für die Diskussion mit den<br />
Usern von tagesschau.de und politik-digital.de nehmen. Frage nach<br />
Brüssel: Frau Koch-Mehrin, können wir starten?<b> </b>
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Guten Tag auch von meiner Seite, starten wir, gerne!
</p>
<p><a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll478-magnifier_pos-1.html" onclick="windowOpen('/interaktiv/chat/chatprotokoll478-magnifier_pos-1.html',820,700,1,1);return false;" title="Zur Fotostrecke des Beitrages [neues Fenster]"><br />
</a></p>
<p>
<b>Moderator</b>: In den letzten Wochen ist viel<br />
über den Höhenflug der FDP geschrieben worden: Bis zu 18 Prozent in den<br />
Umfragen, gestiegener Einfluss in den Bundesländern. Doch heute scheint<br />
die FDP wieder in der Realität anzukommen: Erst wird mit einer Blockade<br />
des Konjunkturpakets II im Bundesrat gedroht, heute Vormittag hat die<br />
FDP klein beigegeben und für die Vorschläge der Großen Koalition<br />
gestimmt. Sieht so Machtzuwachs der Liberalen aus?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Wir haben immer gesagt, dass wir nicht blockieren werden, weil wir<br />
glauben, dass ein Passieren besser ist als ein Paket, das mit anderen<br />
Mehrheiten zustande kommt und möglicherweise weitere Steuererhöhungen<br />
(Kfz-Steuer) enthält.
</p>
<p>
<b>hausmann</b>: Wie kann die FDP trotz des offensichtlichen Scheiterns dieses Systems weiterhin neoliberale Positionen vertreten?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Das System der sozialen Marktwirtschaft ist nicht gescheitert. Die FDP<br />
steht für freie Märkte im Sinne der sozialen Marktwirtschaft. Wir<br />
wollen keine Anarchie der Märkte, sondern faire Wettbewerbsbedingungen.
</p>
<p>
<b>Walter</b>: Wieso verstummt bzw. unterstützt die FDP jetzt massive staatliche Interventionen, welche sie bis dato rigoros abgelehnt haben?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Das stimmt so nicht. Die FDP spricht sich nach wie vor gegen große<br />
staatliche Beteiligungen aus. Wir beziehen entschieden Position gegen<br />
Enteignungen. Richtig ist, dass wir dem Bankenrettungspaket zugestimmt<br />
haben, weil es darum ging, das Finanzsystem in Deutschland und weltweit<br />
am laufen zu halten.
</p>
<p>
<b>Lauenstein</b>: Welche Position hat die FDP zur Reform des Bankensystems?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Die Bankenaufsicht wie wir sie in Deutschland haben, hat nicht<br />
funktioniert. Das hat die FDP bereits bei der Einführung durch Hans<br />
Eichel beanstandet. Statt einer ineffektiven Doppelstruktur, wäre eine<br />
echte Bankenaufsicht angesiedelt bei der Bundesbank richtig. Außerdem<br />
wollen wir für die längst selbstverständlich international tätigen<br />
Finanzinstitute auch effiziente internationale Regeln.
</p>
<p>
<b>Halli</b>: Wie könnte liberale Politik aussehen, die gegen die Wirtschaftskrise hilft?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Statt mit Konjunkturpakteten ausgewählten Branchen zu helfen, würde die<br />
FDP mit einer deutlichen Steuer- und Abgabenentlastung allen Bürgern,<br />
aber vor allem denen mit kleineren und mittleren Einkommen mehr vom<br />
Geld, das sie selbst verdient haben, lassen. Die Bürger können ihr Geld<br />
dann frei für Konsum nach ihren eigenen Entscheidungen ausgeben. Vor<br />
allem ist eine solche Reform eine vertrauensbildende Maßnahme für den<br />
Wirtschaftsstandort Deutschland. 50 Prozent von Wirtschaft ist<br />
Psychologie, sagt man.
</p>
<p>
<b>Jakob R.</b>: Warum soll man<br />
im Jahr 2009 die FDP wählen? Mein Bauchgefühl sagt, dass die heutige<br />
Finanzkrise noch schlimmer wäre, wenn die Wirtschaftspolitik Ihrer<br />
Partei &#8211; Deregulierung der Märkte usw. &#8211; in den letzten Jahren<br />
fortgeführt worden wären.
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Zur Erinnerung: In den letzten zehn Jahren hat die FDP leider nicht auf<br />
Bundesebene regiert. 2009 sollte man die FDP wählen, weil wir die<br />
einzigen sind, die einen klaren Kompass in der Wirtschafts- und<br />
Steuerpolitik haben. Wenn die FDP regiert hätte, hätte es eine bessere<br />
Bankenaufsicht gegeben. Vor allem hätten wir die sprudelnden<br />
Steuereinnahmen in den guten Zeiten genutzt, um den Haushalt zu<br />
sanieren und die Bürger steuerlich zu entlasten.
</p>
<p>
<b>pat</b>: Sind Steuerentlastungen nicht ein recht unpräzises Mittel?
</p>
<p>
<b>jenser</b>:<br />
Wie soll das gehen? Steuern massiv senken und gleichzeitig die<br />
öffentlichen Finanzen nicht weiter zu verschulden, gerade wenn die<br />
Wirtschaft so rapide wegbricht?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Die FDP hat über 400 Vorschläge, wo Ausgaben beim Bund eingespart<br />
werden können (über 10 Milliarden Euro). Zusätzlich wäre ein einfaches<br />
und niedriges und deswegen gerechtes Steuersystem ein Anreiz für viele<br />
Aufträge und Dienstleistungen, die derzeit auf dem Schwarzmarkt<br />
erledigt werden, in die reale Wirtschaft zu überführen. Schätzungen<br />
sehen die Schattenwirtschaft bei 340 Milliarden Euro, wenn davon nur<br />
ein Teil wieder in die Realwirtschaft käme, wäre eine Steuerreform<br />
schon finanziert.
</p>
<p>
<b>pat</b>: Sind Steuerentlastungen nicht ein recht unpräzises Mittel?
</p>
<p>
<b><br />
Silvana Koch-Mehrin:</b> Ganz<br />
im Gegenteil, wir meinen, die Bürger wissen am besten selbst, wofür sie<br />
ihr selbst verdientes Geld ausgeben möchten. Ich sehe nicht den<br />
Vorteil, dass andere entscheiden, wohin mein Geld geht.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Nachfrage: Welche Ausgaben möchte die FDP streichen/reduzieren?
</p>
<p>
<b>Totti84</b>: Können Sie Beispiele für die 10 Milliarden an Einsparungen nennen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Zum Beispiel die Entwicklungshilfe für Länder wie China, die mit uns wirtschaftlich auf Augenhöhe konkurrieren.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Ein beliebtes Beispiel.
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Zusätzlich gibt die Bundesregierung viele Millionen für PR aus, wo sie<br />
ihre schlechte Politik (Gesundheitsfonds) besser verpacken will. Große<br />
Einsparungsmöglichkeiten gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit, sie<br />
ist inzwischen die größte Behörde der Welt.
</p>
<p>
<b>c.a.</b>:<br />
Einige der 400 Vorschläge sind aber auch in der Kritik, da sie pauschal<br />
kürzen und in der Krise insbesondere im Etat des Bundesministeriums für<br />
Arbeit und Soziales wildern wollen &#8211; hier aber die größten Kosten<br />
fällig werden, wenn es mehr Arbeitslose und Kurzarbeiter gibt. Wie<br />
passt das zusammen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Viel<br />
Geld vom Staat hilft nicht immer viel. Wenn die Arbeitslosigkeit nicht<br />
über eine Riesenbehörde verwaltet würde, könnte man mit weniger Geld<br />
wesentlich effektiver Menschen in den Arbeitsmarkt zurück bringen.
</p>
<p>
<b>birkenfloh</b>: Wonach richtet sich denn der Kompass der FDP, außer nach Deregulierung?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Der klare Kompass unter dem Leitmotiv Freiheit und Verantwortung zieht<br />
sich durch alle Politikfelder bei den Bürgerrechten, wo wir uns ganz<br />
klar gegen einen Überwachungsstaat stellen. Bis hin zu einer<br />
ideologiefreien Umweltpolitik und einem Europa, das stark ist, weil es<br />
sich auf einige Politikbereiche konzentriert, aber keine<br />
alltagsregulierende Bürokratie ist.
</p>
<p>
<b>1234</b>: Was verstehen sie unter ideologiefreier Umweltpolitik?
</p>
<p>
<b>hdfgh</b>: Wird die FDP weiterhin auf Atomenergie setzen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Es ist total falsch, sichere und moderne AKW`s abzuschalten ohne<br />
bessere Alternativen. Natürlich fänden auch wir es schön, wenn wir<br />
Energie allein aus erneuerbaren Quellen beziehen können. Aber bis dahin<br />
sollten wir ideologiefrei auch Kernenergie in den Energiemix<br />
einbeziehen.
</p>
<p>
<b>Consi86</b>: Im Juni gibt es ja<br />
Europawahlen &#8211; wie erreichen Sie, Frau Koch-Mehrin ganz konkret die<br />
Wähler in Deutschland? (Viele von meinen Kommilitonen wissen gar nichts<br />
von der Europawahl &#8211; spiegelt diese Unwissenheit Ihrer Meinung nach<br />
auch ein gewisses Desinteresse an Europa wider?)
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Als FDP sind wir schon immer eine Europapartei gewesen. Wir wollen die<br />
EU als Friedensgemeinschaft, mit Binnenmarkt und auch einer Verfassung.<br />
Aber wir sind auch der Ansprechpartner für mehr und mehr berechtigte<br />
Kritik an zu oft unsinnigen EU-Beschlüssen. Im Wahlkampf werden wir vor<br />
allem auf direkte Ansprache und Dialog setzen, weil meine Kollegen und<br />
ich ständig feststellen müssen, dass es eine große Distanz zwischen EU<br />
und den Bürgern gibt. Ich halte es für eine Bringschuld der Politik,<br />
diesen Abstand zu verringern.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Sollten<br />
weitere Übertragungen von Kompetenzen auf die EU nur durch<br />
Volksentscheid möglich sein &#8211; wie es etwa die CSU jüngst forderte?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Schon 2004, als tatsächlich etwas zu entscheiden war<br />
(Verfassungsvertrag), haben wir als FDP zweimal im Bundestag das<br />
Grundgesetz ändern wollen, (CSU war dagegen), um Referenden in<br />
Deutschland zu ermöglichen. Auch jetzt ist es wieder Teil unseres<br />
Wahlprogramms, dass bei einer neuen Vertragsgrundlage die Bürgerinnen<br />
und Bürger selbst abstimmen sollten.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Sie sagen, die EU sei keine &quot;richtige&quot; Demokratie. Wo sehen Sie die Defizite?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
In der EU fehlt die Gewaltenteilung. Es gibt keine Regierung und<br />
Opposition, dadurch fehlt klare Verantwortlichkeit und Kontrolle. Das<br />
demokratische Grundrecht freie und GLEICHE Wahl ist verletzt, weil etwa<br />
in Luxemburg zwölf mal weniger Bürger für einen Abgeordneten stimmen<br />
müssen als in Deutschland. Außerdem gibt es zu wenig Bürgerbeteiligung,<br />
so dass sich oft nicht sagen lässt, wer da eigentlich was im Namen der<br />
Bürger beschließt.
</p>
<p>
<b>Imperor:</b> Halten Sie den Vertrag von Lissabon für eine gute Grundlage für die Europäische Union?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Der Lissabon Vertrag macht die EU etwas demokratischer, transparenter<br />
und effizienter, ist aber ein Kompromiss zwischen 27 Ländern und allen<br />
politischen Richtungen. Er kann nur ein Zwischenschritt sein.
</p>
<p>
<b>Lambertus</b>:<br />
Die EU ist eine supranationale Organisation, d.h., dass eine gewisse<br />
Souveränität den Mitgliedern erhalten bleiben muss. Die Demokratie<br />
(oder Bürgernähe) kann somit gar nicht verwirklicht werden. Sehen Sie<br />
das anders?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Wir sollten<br />
beginnen mit einer klaren Abgrenzung der Zuständigkeiten. Die EU<br />
beschließt, welche Inhaltstoffe in Schokolade sind, welche Glühbirnen<br />
verboten werden, wie viele Stunden Arbeitnehmer maximal arbeiten dürfen<br />
&#8211; das ist nicht mehr supranational, dass ist Innenpolitik.
</p>
<p>
<b>Wahlberechtigter</b>:<br />
Sie konstatieren eine große Distanz zwischen der EU und den Bürgern.<br />
Sollte das Europawahlrecht in Deutschland daher nicht so geändert<br />
werden, dass man nicht nur für Parteien, sondern auch für Personen<br />
stimmen kann?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Derzeit<br />
stimmt jedes Land nach nationalem Recht ab, was ich schlecht finde. Ich<br />
wünsche mir bei Europawahlen das gleiche Wahlrecht in allen EU-Ländern.<br />
Ich persönlich wäre dafür, auch Personen direkt wählen zu können. In<br />
anderen Ländern ist das auch möglich.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Eine Frage zum Auftritt des tschechischen Staatspräsidenten &#8211; leidenschaftlicher EU-Skeptiker.
</p>
<p>
<b>green pepper</b>: Hallo Frau Koch-Mehrin. Wie bewerten Sie die Rede von Václav Klaus gestern im EP?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Václav Klaus hat die Probleme der EU drastisch auf den Punkt gebracht:<br />
Demokratiedefizit, Bürgerferne, sinkende Akzeptanz, zu viel Bürokratie,<br />
zu weitgehende Entscheidungen. Ich fand es albern, habe mich aber nicht<br />
gewundert, dass viele Kollegen dazwischen gerufen und den Saal<br />
verlassen haben. Damit hat Václav Klaus die Abgeordneten in ihrer<br />
Unfähigkeit, mit Kritik umzugehen, vorgeführt.
</p>
<p>
<b>Zensurstaat-Ahoi?</b>:<br />
Der Lissabon-Vertrag hebelt aber auch das deutsche Grundgesetz aus, wie<br />
soll dies demokratisch sein? Zumal kein Bürger Deutschlands darüber<br />
abstimmen durfte!
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Der<br />
Lissabon-Vertrag verringert das Demokratiedefizit etwas, weil die<br />
nationalen Parlamente mehr Mitsprache erhalten, weil das europäische<br />
Parlament als die am meisten demokratisch legitimierte EU-Institution<br />
mehr Mitentscheidung bekommt und weil die Möglichkeit eines<br />
europäischen Bürgerbegehrens eingeführt wird.
</p>
<p>
<b>Golem</b>:<br />
Empfinden Sie nach einigen Jahren im Europaparlament die<br />
bundesdeutschen Politikdebatten nicht ein bisschen provinziell, bzw. zu<br />
eng gefasst. Schließlich steht die EU ja vor globalen Problemen?
</p>
<p>
<b>carlos: </b>Wann<br />
akzeptieren die Eurokraten das Nein der Bürger innerhalb der EU und<br />
warum wird am Vertrag/Verfassung immer noch weiter getüftelt ?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Nur in Irland konnten die Bürger abstimmen, es gab keine europaweiten<br />
Bürgerentscheidungen. Zum Verfassungsvertrag hatten Spanien und<br />
Luxemburg per Referendum mit ja gestimmt, in Frankreich und den<br />
Niederlanden gab es ein Nein. In der Schweiz haben gerade vor kurzem<br />
die Bürger sich FÜR eine Erweiterung des Schengen-Raumes ausgesprochen<br />
und damit klar FÜR eine EU-Errungenschaft.
</p>
<p>
<b>Golem</b>:<br />
Empfinden Sie nach einigen Jahren im Europaparlament die<br />
bundesdeutschen Politikdebatten nicht ein bisschen provinziell, bzw. zu<br />
eng gefasst. Schließlich steht die EU ja vor globalen Problemen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Nicht als provinziell, aber ich würde mir wünschen, dass bei den<br />
Debatten in Deutschland die europäische Perspektive stärker<br />
berücksichtigt wird. Umgekehrt fehlt mir in der Europapolitik die<br />
politische Auseinandersetzung.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Eine Frage zu Ihrer persönlichen Leistungsbilanz:
</p>
<p>
<b>Fränk</b>: Was haben Sie in der laufenden Legislaturperiode im EU-Parlament getan?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Im Haushaltsausschuss bin ich vor allem mit der Reform der EU-Finanzen<br />
befasst, sowohl was die Einnahmen (keine EU-Steuer! Maximal 1 Prozent<br />
des BIP eines Landes als Beitrag zur EU), als auch was die Ausgaben<br />
angeht, wo ich nur zeitlich befristete will und eine Veränderung des<br />
EU-Haushaltes. Mehr als 40 Prozent geht immer noch in<br />
Agrarsubventionen, nicht mal 7 Prozent in Forschung und Bildung. Im<br />
Haushaltskontrollausschuss bin ich der Frage nachgegangen, warum<br />
eigentlich Nicht-Regierungs-Organisationen, deren Hauptzweck lobbying<br />
ist, von der EU dafür finanziert werden. ATTAC zum Beispiel hat<br />
EU-Gelder bekommen. Als stellvertretende Fraktionsvorsitzende der<br />
drittgrößten Fraktion im Haus arbeite ich sehr stark mit meinen<br />
Kollegen an der politischen Meinungsbildung im Europaparlament. Und da<br />
wir keine parlamentarischen Geschäftsführer haben, befasse ich mich<br />
auch mit Personal-, Finanz- und jeder Menge anderer Aufgaben.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Zum Schluss das Ergebnis unserer Umfrage unter den Chat-Teilnehmern:<br />
Wir wollten wissen: Wird Guido Westerwelle der nächste Außenminister?<br />
Was schätzen Sie?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Die Entscheidung treffen nur die Wähler und Guido Westerwelle.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: 30 Prozent glauben er wird es, 70 Prozent galuben nicht daran.
</p>
<p>
Das<br />
war eine gute Stunde tagesschau-Chat. Vielen Dank, liebe User für Ihre<br />
Fragen. Leider konnten wir nicht alle stellen. Das Chatprotokoll gibt<br />
es in Kürze auf tagesschau.de und politik-digital.de. Frau Koch-Mehrin,<br />
vielen Dank für Ihre Zeit. Grüße nach Brüssel!
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Herzlichen Dank, bis demnächst. Grüße ins Netz.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Chat mit Silvana Koch-Mehrin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ctekoning]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Feb 2009 10:30:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Europäisches Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Koalition]]></category>
		<category><![CDATA[große Koalition]]></category>
		<category><![CDATA[Projektvorstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Ampelkoalition]]></category>
		<category><![CDATA[Jamaikakoalition]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Freitag ist die FDP-Spitzenkandidatin der Europawahlen Silvana Koch-Mehrin zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Von 13.30 bis 14.30 Uhr beantwortet sie die Fragen der User. Was möchten Sie von Silvana Koch-Mehrin wissen? <a href="http://www.t88198792.de/chat/index.php?cid=228&#38;id=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stellen Sie hier bereits Ihre Fragen!</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Freitag ist die FDP-Spitzenkandidatin der Europawahlen Silvana Koch-Mehrin zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Von 13.30 bis 14.30 Uhr beantwortet sie die Fragen der User. Was möchten Sie von Silvana Koch-Mehrin wissen? <a href="http://www.t88198792.de/chat/index.php?cid=228&amp;id=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stellen Sie hier bereits Ihre Fragen!</a><!--break--></p>
<p>
Im Juni stehen Europawahlen an. Nachdem die FDP 2004 mit Silvana Koch-Mehrin nach zehn Jahren Abwesenheit den Wiedereinzug ins Europäische Parlament schaffte, sollen es diesmal mehr als 6,1 Prozent der Stimmen werden. Koch-Mehrin kritisiert und verteidigt den EU-Reformvertrag von Lissabon zugleich. Für welche Inhalte steht die FDP in Europa?
</p>
<p>
Sollten weitere Übertragungen von Kompetenzen auf die EU nur durch Volksentscheid möglich sein &#8211; wie es etwa die CSU jüngst forderte? Lassen sich die positiven Umfragewerte der FDP in reale Wählerstimmer verwandeln? Will Kanzlerin Merkel nach der Bundestagswahl wirklich eine Regierung aus Union und FDP? Oder hat sie sich in der Großen Koalition mit der SPD eingerichtet? Wie stabil wäre eine Ampelkoalition? Kann Silvana Koch-Mehrin sich einen Ministerposten in Berlin vorstellen?
</p>
<p>
Fragen Sie Silvana Koch-Mehrin im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de
</p>
<p>
<b>Zur Person:</b>
</p>
<p>
Silvana Koch-Mehrin, geboren 1970 in Wuppertal. Bis zum Schulalter aufgewachsen in Marokko und im Sudan. Von 1990 bis 1995 studierte sie Geschichte und Volkswirtschaftslehre in Hamburg, Straßburg und Heidelberg, im Anschluss Promotion. 1999 wurde Koch-Mehrin in den Bundesvorstand der FDP gewählt, seit 2004 ist sie Mitglied des Präsidiums ihrer Partei. Bei der Europawahl 2004 führte sie die Liberalen – nach zehn-jähriger Abstinenz – zurück ins Europaparlament. Im Januar 2009 wurde Koch-Mehrin erneut zur Spitzenkandidatin der FDP für die Europawahl gekürt. Silvana Koch-Mehrin lebt mit Partner und ihren drei Töchtern in Brüssel. </p>
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		<title>EU interaktiv &#8211; Nach der Diskussion ist vor der Diskussion</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/eu-interaktiv-nach-der-diskussion-ist-vor-der-diskussion-4176/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Dec 2008 16:34:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Portal]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[E-Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[E-Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Bürgerkonferenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl 2009]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit Blick auf das EU-Wahljahr 2009 ist am 03. Dezember.2008 die erste Phase der Europäischen Bürgerkonferenzen 2009 gestartet. Die Bürgerinnen und Bürger aller EU-Mitgliedstaaten können in einer Online-Debatte über die wirtschaftliche und soziale Zukunft Europas diskutieren. 
<p>
<img src="/sites/politik-digital.de/files/europbuergergesellsch.jpg" height="177" width="250" />
</p>
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Blick auf das EU-Wahljahr 2009 ist am 03. Dezember.2008 die erste Phase der Europäischen Bürgerkonferenzen 2009 gestartet. Die Bürgerinnen und Bürger aller EU-Mitgliedstaaten können in einer Online-Debatte über die wirtschaftliche und soziale Zukunft Europas diskutieren. </p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/europbuergergesellsch.jpg" height="177" width="250" />
</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Die deutsche Version ist unter<br />
<u><a href="http://www.europaeische-buergerkonferenzen.eu/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.europaeische-buergerkonferenzen.eu/de/</a></u><br />
zu erreichen. Hier erwartet die Bürger ein Portal<br />
auf dem sie nach der Anmeldung über verschiedenartige Themen<br />
debattieren und Vorschläge unterbreiten oder über die Vorschläge<br />
anderer Bürger abstimmen können.
</p>
<p>
<b>Diskutieren, nochmal diskutieren und<br />
dann präsentieren</b>
</p>
<p>
Die europaweite Debatte soll zehn<br />
Vorschläge hervorbringen, die auf der Europäischen Bürgerkonferenz<br />
am 28. und 29. März 2009 von nach dem Zufallsprinzip ausgewählten<br />
Bürgern in Berlin diskutiert und dann den nationalen<br />
Entscheidungsträgern präsentiert werden. Die Europäischen<br />
Bürgerkonferenzen sollen an drei Wochenenden zeitgleich in jeweils<br />
neun Ländern stattfinden. Für April 2009 ist geplant,<br />
Zusammenfassungen der insgesamt 270 Empfehlungen aus allen 27 Ländern<br />
noch einmal zum Kommentieren auf die nationalen Portale zu stellen.<br />
Abschließend werden alle Bürger, die bereits an den nationalen<br />
Debatten teilgenommen haben, über diese Empfehlungen abstimmen, so<br />
dass letztlich 15 Stück übrig bleiben. Auf dem Europäischen<br />
Bürgergipfel am 10. und 11. Mai 2009 in Brüssel sollen diese<br />
Empfehlungen dann endgültig abgefasst und den europäischen<br />
Entscheidungsträgern unterbreitet werden. Was diese dann damit<br />
machen, ist die Preisfrage.
</p>
<p>
<b>Design mit kleinen Macken</b>
</p>
<p>
Die Seite ist recht übersichtlich<br />
gestaltet und will scheinbar den Anspruch erfüllen, auch weniger<br />
erfahrenen Internetnutzern die Navigation zu erleichtern. Das Design<br />
setzt auf große Buttons, die typischen Web 2.0-Farben, sowie<br />
Tag-Clouds, um die häufigsten Schlagworte zu verlinken. Ebenso ist<br />
eine Google-Maps-Einbindung vorhanden, auf der die Herkunftsorte der<br />
Nutzer eingetragen sind. Selbstverständlich fehlt auch die<br />
obligatorische <u><a href="http://www.dailymotion.com/video/k64aIhbnFEHRilRutN" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a></u>-Einbettung<br />
auf der Startseite nicht, um das Portal kurz vorzustellen.
</p>
<p>
Da das Layout scheinbar für die<br />
<u><a href="http://www.european-citizens-consultations.eu/uk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">englischsprachige<br />
Version</a><a href="http://www.european-citizens-consultations.eu/uk/"><br />
</a></u>des Portals entwickelt und erst später<br />
regionalisiert wurde, trifft man in der deutschen Variante hin und<br />
wieder auf unschöne Verschiebungen im Design.</p>
]]></content:encoded>
					
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