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	<title>Evangelische Kirche &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Evangelische Kirche &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jul 2016 08:01:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[95 Thesen an die Tür der Schlosskirche Wittenberg. 95 Thesen, die die (christliche) Welt vor etwa einem halben Jahrtausend vollständig [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-149782 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/godspot_gendarmenmarkt_01_640x280.jpg" alt="Pressebild Godspot " width="640" height="280" />95 Thesen an die Tür der Schlosskirche Wittenberg. 95 Thesen, die die (christliche) Welt vor etwa einem halben Jahrtausend vollständig veränderten. Nun rückt der 500. Jahrestag von Martin Luthers Thesenschlag am 31. Oktober 1517 immer näher. Aber wie geht die evangelische Kirche mit den neuen Thesen unserer Zeit um, erwartet uns etwa eine neue (digitale) Reformation?</p>
<p>Dass ein einziger Mensch – Martin Luther – mit einem einzigen Blatt Papier und 95 Thesen den Anstoß zur Spaltung des Christentums in Konfessionen und der größten kirchlichen Erneuerungsbewegungen geben könnte, hatte die römisch-katholische Kirche Anfang des 16. Jahrhunderts sicher nicht erwartet. Lange Zeit hatte man den Ablasshandel forciert, Korruption gebilligt und die Käuflichkeit kirchlicher Ämter ignoriert. So unterstützten die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Umwälzungsprozesse der Zeit revolutionäre Strömungen und säten den Nährboden für Neues. Dabei nahm der Buchdruck, der sich seit Mitte des 15. Jahrhunderts als neustes Verbreitungsmedium etablierte, die zentrale Rolle bei der Vervielfältigung von Luthers Texten ein.</p>
<p>Auch heute begegnen wir sozialen Umwälzungen, werden stetig von immer neuen technologischen Revolutionen zum Fortschritt gedrängt. Ebenso wie der Buchdruck die Verbreitung des Reformationsgedankens unterstützte, ist heute das Internet das revolutionäre Medium unserer Zeit. Kontinuierlich wird unserer Gesellschaft von einer (digitalen) Reformation verändert. Alles ist vernetzt, jegliche Information online abrufbar, Thesen werden in 140 Zeichen jede Sekunde an unsere Timelines geschlagen. Das Internet bestimmt unser Leben. Wo bleibt dabei unser Glaube, wo bleibt Gott?</p>
<h3>Das Netz auswerfen!</h3>
<p>Begeben wir uns heute im Internet auf die Suche nach dem Glauben, gibt uns Suchmaschinengigant Google ungefähr 51.100.000 Ergebnisse in ca. 0,52 Sekunden. In derselben Zeit weist uns der digitale Wegweiser die Richtung zu weiteren 1.840.000 Ergebnissen zum Thema „evangelische Kirche“. Da erscheint es fast unmöglich sich noch zu orientieren, Glaube und Kirche verlieren sich in den Weiten digitaler Entitäten.</p>
<p>So ist die christliche Kirche zunehmend mit einem steigenden Bedeutungsverlust konfrontiert. Hat der Glaube gar seine Anziehungskraft verloren, büßt Religion an Leuchtkraft in den unendlichen Weiten des Internet ein? Genauso wie der Apostel Paulus zu Beginn des ersten Jahrtausends Briefe als neues Medium für sich entdeckte, um seine christlichen Botschaften zu verbreiten, engagiert sich deshalb auch die evangelische Kirche seit dem Spätherbst 1995 im Netz.</p>
<p>Die evangelische Kirche hat ebenso wie andere Religionen und Konfessionen erkannt, dass das Internet nicht nur offenlegen und anprangern kann, sondern dass digitale Glaubensangebote auch vermitteln, verknüpfen und vor allem anziehen können. Dabei werden Grenzen überwunden und neue (Glaubens-)Welten eröffnet. So erscheint auch Jesu Botschaft an Petrus, „Fürchte dich nicht! Du wirst jetzt keine Fische mehr fangen, sondern Menschen für mich gewinnen“, in einem ganz neuen Licht. Heute können Kirchen dabei aber ein anderes Netz nutzen, um Halt und Orientierung zu bieten, Kontakt zu Gemeinden zu halten und die evangelische Botschaft zu vermitteln.</p>
<h3>Cyber-Church?</h3>
<p>Nicht nur bei der virtuellen <a href="http://3d-top-event.info/spur8/#pano=99" target="_blank" rel="noopener noreferrer">3D Tour</a> in der Dresdner Frauenkirche kann man die evangelische Kirche heute online entdecken. Christliche Inhalte, Tageslosungen, Predigten, die 10 Gebote, das Vater unser, Andachten, Bibelausgaben, Pressemitteilungen aber auch interaktive Angebote für Seelsorge werden von kirchliche Medienfachleute aufbereitet und stellen einen professionellen kirchlichen Internetauftritt sicher: Protestantismus 2.0.</p>
<p>Trotzdem bestehen an vielen Stellen Gestaltungshemmnisse oder es fehlt an ausreichenden Mitteln, um attraktive Angebotsmöglichketen und Internetauftritte umzusetzen. So wird das Internet vielerorts lediglich dazu genutzt, die kirchliche Printpublizistik digital zu spiegeln. Dienststellen und Gemeinden erledigen den Job oft „nebenbei“, sind schnell mit zu viel Arbeit belastet. Webbasierte Angebote können dann häufig nicht fokussiert betrachtet und bespielt werden, versauern lieblos für dürftige Imagepflege und vereinzelter Informationsverbreitung. Wenn es dann an Koordinationsstellen und einer konzeptionellen Entwicklung von Internetangeboten fehlt, besteht besonders für kleinere Gemeinden die Gefahr, den Anschluss an die digitale Revolution und den Kontakt zu Gläubigen zu verlieren.</p>
<h3>„Auf Online-Baukästen und Sozialen Medien will ich meine Kirche bauen!“</h3>
<p>Das Evangelische Medienhaus setzt deshalb gezielt auf eine zeitgemäße Verbindung von Kirche und Medien, unterstützt Gemeinden mit diversen Angeboten, Seminaren und Dienstleistungen. Mit dem <a href="https://www.gemeindebaukasten.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internetgemeindebaukasten</a> soll es zum Beispiel leichter gemacht werden, das Potential interaktiver Kommunikationsmöglichkeiten voll auszuschöpfen. Mit dem Baukasten können schnell und einfach Webseiten erstellt werden. Unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten bieten individuelle Anpassungen, Bilder und Inhalte können eingespielt werden, um eine ansprechende Webpräsenz zu schaffen. Dabei werden auch direkt optimierte Ansichten für mobile Endgeräte angeboten. Gläubige können den Kontakt zur evangelischen Kirche und zu Gott also direkt von ihren Smartphones, Tablets und Co. ansteuern.</p>
<p>Dennoch besteht vor allem im Bereich Sozialer Medien weiterhin Nachholbedarf. Obwohl Landeskirchen wie die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz (EKBO) bereits Vorreiterrollen eingenommen haben und ein attraktives und vor allem aktuelles Angebot auf Facebook, Twitter und YouTube anbieten, hinken andere Stellen hinterher. Als zusätzlicher Service scheint die EKBO beispielsweise Mails direkt an Gott weiterzuleiten. Schade nur, dass diese Kommunikation dann eher einseitig ist. Gottes Wege sind eben manchmal einfach unergründlich.</p>
<p>Um in der digitalisierten Welt Gläubige kontinuierlich zu erreichen, ist es deshalb notwendig, Kirchen, Gemeinden und Beratungsstellen zu vernetzen und Ansprechpersonen einzubinden. Hier kommt auch besonders PfarrerInnen eine besondere Rolle in der Internetarbeit zu. Gerade bei geistigen Fragen und beim Thema Seelsorge müssen sie online aktiv werden und den Kontakt über digitale Medien suchen, sich der breiten Gesellschaft öffnen, den „verlorenen“ Schäfchen nachgehen.</p>
<p>Soziale Medien bieten dabei Verknüpfungspunkte, um Gläubige zusammenzubringen, die sonst nie zueinander gefunden hätten. Ein großartiges Potential für die evangelische Kirche. Denn die Zahl der Gläubigen, die sich im Sonntagsgottesdienst unter die Kanzel setzen, sinkt stetig. Mehr und mehr Menschen können nur noch über andere Kanäle erreicht werden. Soziale Medien sind einer dieser Kanäle. Im Gegensatz zu einseitigen Kommunikationsmöglichkeiten von Hörfunk und Fernsehen, bieten sie außerdem Partizipations- und Dialogmöglichkeiten, fördern einen intensiven Diskurs mit der evangelischen Kirche und Religion insgesamt.</p>
<h3>Mit der Emoji-Bible auf Spur8 ins Land des Glaubens</h3>
<p>Damit kirchliche Angebote in der Gemengelage der Internetinhalte nicht untergehen, setzt die evangelische Kirche auf „Relitainment“. Kirchliche Produktionsgesellschaften laden deshalb auch vermehrt zu digitalen Denk-, Spiel- und Entdeckungsreisen oder Online-Bibelkreisen ein. Eine Schnittstelle von Protestantismus im Netz und Glaube in der realen Welt bietet dabei die App <a href="http://kulturkirchen.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kulturkirchen</a>. Interessierten werden Hinweise zu aktuellen Veranstaltungen gegeben und der Weg zu ortsnahen evangelischen Kirchen in ganz Deutschland gewiesen. So hält die Digitalisierung der Kirche auch mit der persönlichen Digitalisierung zunehmend Schritt.</p>
<p>Sich schrittweise dem Glauben nähern, ist auch das Thema von <a href="http://www.online-glauben.de/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spur8-Online</a>. Auf der digitalen Entdeckungsreise ins Land des Glaubens können Interessierte das oftmals weitgehend unbekannte Land erkunden und vielleicht selber heimisch werden. Damit schafft die evangelische Kirche eine digitale Pforte für Menschen, denen der Zugang zu Glaube und Religion verwehrt ist, die keinen Kontakt finden können. Als „altehrwürdig“ und „nur schwer zugänglich“ beschreibt die EKD den Glauben selbst. Dennoch zeigt dieser Ansatz, dass „erklären statt verklären“ die Faszination für das Land des Glaubens bei einigen Menschen erhöhen kann.</p>
<p>Wer noch weiter ins Land des Glaubens vordringen und Digitales und Evangelisches in seiner Symbiose erleben möchte, kann die Heilige Schrift, das Buch der Bücher, jetzt auch als <a href="https://itunes.apple.com/de/book/bible-emoji/id1114722991?mt=11&amp;ign-mpt=uo%3D4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Emoji-Bible</a> „lesen“. Ob die Bibel mit Emoji wirklich so viel besser ist, bleibt den Gläubigen selbst überlassen. Begeisterung und Freude beim Lesen schafft das eBook auf jeden Fall. Denjenigen, bei denen sich nach dem Lesen Unsicherheit verbreitet, oder die sich fragen was sie überhaupt noch sind und wie sie zum evangelischen Glauben stehen, hilft <a href="http://www.evangelisch.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">evangelisch.de</a>. NutzerInnen bietet dort der <a href="http://www.evangelisch.de/protestantomat" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Protestant-o-Mat</a> die Einordnungshilfe: „Du bist evangelisch wie…“.</p>
<h3>Mit Godspots zur digitalen Erleuchtung!</h3>
<p>Die evangelischen Kirchen Berlins, Brandenburgs und der schlesischen Oberlausitz gehen ab sofort sogar noch einen Schritt weiter. Hier geht es in Zukunft direkt mit Gott ins Netz. Mit insgesamt 220 sogenannter <a href="http://godspot.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„godspots</a>“ will die EKBO Vorreiter in Sachen religiöser Digitalisierung werden und auch infrastrukturell vorlegen. Langfristiges Ziel ist es, alle 3.000 Kirchen und kirchlichen Gebäude mit kostenlosen WLAN-Verbindungen auszustatten. NutzerInnen gelangen beim Einloggen in den jeweiligen godspot zunächst auf eine landing page zum Thema Glaube und Leben der jeweiligen Gemeinde. Von dort aus eröffnet die EKBO dann aber ein direkter Zugriff auf alle digitalen Inhalte des World Wide Web; und das innerhalb und außerhalb der Kirchen.</p>
<p>Die Präsenz des Internet führt dazu, dass Menschen zunehmend oder auch ausschließlich über digitale Wege den Kontakt mit dem Glauben, Religion und Kirche suchen. Besonders junge UserInnen haben das Bedürfnis, sich im Internet über religiöse Fragen auszutauschen, wollen in Foren, Sozialen Medien und Blogs über Glaubensinhalte diskutieren. Das Internet und Soziale Medien eröffnen der evangelischen Kirche dabei die Möglichkeit, Gläubige für sich zu gewinnen und die protestantische Botschaft zu verbreiten. Die vielen Anknüpfungspunkte, die die evangelische Kirche zwischen Internet und Kirche bereits entdeckt hat, zeigen, dass man dies verstanden hat und nicht im Konflikt mit „neuen Medien“ steht. Genauso wie es bereits in der Offenbarung des Johannes heißt: „[…] ich habe vor dir eine Tür geöffnet, die niemand mehr schließen kann“, scheint die evangelische Kirche auch die Tür zum Internet schon weit aufgestoßen zu haben und sich der digitalen Reformation zu öffnen.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://godspot.de/faq-presse/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressebild</a> Godspot, © EKBO</span><span class="licensetpl_attr"><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Gruscheln in Gottes Namen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/gruscheln-in-gottes-namen-4529/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[sruff]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 09:52:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[StudiVZ]]></category>
		<category><![CDATA[MeinVZ]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchen]]></category>
		<category><![CDATA[SchülerVZ]]></category>
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					<description><![CDATA[Die sozialen Netzwerke &#34;meinVZ&#34;, &#34;studiVZ&#34; und &#34;schülerVZ&#34; aus der Holtzbrinck-Gruppe öffnen sich für staatlich anerkannte Religionsgemeinschaften. Mit <a href="http://www.meinvz.net/evangelisch" target="_blank" title="evangelisch im VZ" rel="noopener noreferrer">„evangelisch im VZ“</a> startete jetzt das erste kirchliche Edelprofil.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die sozialen Netzwerke &quot;meinVZ&quot;, &quot;studiVZ&quot; und &quot;schülerVZ&quot; aus der Holtzbrinck-Gruppe öffnen sich für staatlich anerkannte Religionsgemeinschaften. Mit <a href="http://www.meinvz.net/evangelisch" target="_blank" title="evangelisch im VZ" rel="noopener noreferrer">„evangelisch im VZ“</a> startete jetzt das erste kirchliche Edelprofil.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/evangelischimvz.jpg" alt="&quot;evangelisch im VZ&quot;" title="&quot;evangelisch im VZ&quot;" width="173" align="left" height="192" />Dort können alle Mitglieder per „Kirchenticker“ Neuigkeiten erfahren, an Fotowettbewerben teilnehmen und mit Glaubengenossen diskutieren. Wie die VZ-Gruppe mitteilte, soll sogar der Wiedereintritt in die evangelische Kirche online möglich sein.
</p>
<p>
Köperschaften des öffentlichen Rechts sind <a href="http://www.bmi.bund.de/cln_095/SharedDocs/Standardartikel/DE/Themen/PolitikGesellschaft/ohneMarginalspalte/Liste_Koerperschaft_Religionsgemeinschaften.html?nn=268184" target="_blank" rel="noopener noreferrer">laut Innenministerium</a> in Deutschland neben der katholischen und evangelischen Kirche sowie orthodoxen und jüdischen Religionsgemeinschaften auch Mormonen, die Zeugen Jehovas und die Unitarier, nicht aber islamische Glaubensgemeinschaften oder Scientology.
</p>
<p>
Edelprofile verfügen im Vergleich zu den sonstigen Seiten privater Nutzer über einen erhöhten Funktionsumfang und können auch ohne Anmeldung im Netzwerk angeschaut werden.
</p>
<p>
<b>Update:</b> Auch die katholische Kirche zeigt Interesse: Gegenüber<br />
politik-digital.de betonte Nina Schmedding, Pressesprecherin der<br />
Deutschen Bischofskonferenz, man beobachte die Entwicklung und sei<br />
interessiert, sich ebenfalls zu engagieren.
</p>
<p>
(Unter Mitarbeit von <a href="/user/sgievert">Sebastian Gievert</a>).</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Bischof Huber: &#8220;Nicht nur die C-Parteien sind christlich&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/bischof-huber-das-modell-soziale-marktwirtschaft-ist-vernachlaessigt-worden-4398/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Roleff]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 12:44:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bischof Wolfgang Huber]]></category>
		<category><![CDATA[Ökumene]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Papst]]></category>
		<category><![CDATA[tagessschau.de]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesschau-Chat]]></category>
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					<description><![CDATA[Bischof Wolfgang Huber live im <a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll508.html" target="_blank" title="Tagesschau Video-Chat mit Bischof Huber" rel="noopener noreferrer">Video-Chat</a>: Der Ratsvorsitzende <span class="zitatBox breit"><span class="zContent"><span class="zParagrNoLine">der Evangelischen Kirche in Deutschland</span></span></span> (EKD) stellte sich am Donnerstag, 11. Juni 2009 den Fragen der User von tagesschau.de und politik-digital.de. Dabei äußerte er sich sowohl zur Finanzkrise wie auch zum Verhältnis zur Katholischen Kirche.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bischof Wolfgang Huber live im <a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll508.html" target="_blank" title="Tagesschau Video-Chat mit Bischof Huber" rel="noopener noreferrer">Video-Chat</a>: Der Ratsvorsitzende <span class="zitatBox breit"><span class="zContent"><span class="zParagrNoLine">der Evangelischen Kirche in Deutschland</span></span></span> (EKD) stellte sich am Donnerstag, 11. Juni 2009 den Fragen der User von tagesschau.de und politik-digital.de. Dabei äußerte er sich sowohl zur Finanzkrise wie auch zum Verhältnis zur Katholischen Kirche.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div style="text-align: center">
<a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll508.html" target="_blank" title="Tagesschau Videochat mit Bischof Huber" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/chat_huber.jpg" height="218" width="392" /></a>
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Falls Sie den Chat verpasst haben, oder das Video noch einmal sehen wollen &#8211; einfach das Bild anklicken.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Twittern in Gottes Namen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/twittern-in-gottes-namen-4363/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[tknobloch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 May 2009 12:07:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchentag]]></category>
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					<description><![CDATA[Die evangelische Kirche wird aktiv im Web. Mit einem <a href="http://blog.evangelisch.de/" target="_blank" title="Blog der evangelischen Kirche" rel="noopener noreferrer">Blog</a> und einem <a href="http://twitter.com/kirchentag09" target="_blank" title="Twitter-Account der evangelischen Kirche" rel="noopener noreferrer">Twitter-Accoun</a>t soll die christliche Botschaft auch in der Web-2.0-Community ankommen. Zum Kirchentag 2009 ist ein sogenannter Bibel-Twitter-Rekord geplant.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die evangelische Kirche wird aktiv im Web. Mit einem <a href="http://blog.evangelisch.de/" target="_blank" title="Blog der evangelischen Kirche" rel="noopener noreferrer">Blog</a> und einem <a href="http://twitter.com/kirchentag09" target="_blank" title="Twitter-Account der evangelischen Kirche" rel="noopener noreferrer">Twitter-Accoun</a>t soll die christliche Botschaft auch in der Web-2.0-Community ankommen. Zum Kirchentag 2009 ist ein sogenannter Bibel-Twitter-Rekord geplant.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Per Blog, Promotern auf dem Kirchentag und einem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=dnuWLHXNn-E" target="_blank" title="Werbespot zum &quot;Bibelrekord&quot;" rel="noopener noreferrer">Werbespot</a> wagt sich die evangelische Kirche an einen &quot;Rekordversuch&quot;: Sie will die gesamte Bibel twittern. Vom 20. Mai an soll zwölf Tage lang bis zum Pfingstsonntag das komplette Werk auf diesem Wege in das Netz eingespeist werden. Jedoch nur in verkürzter Form.
</p>
<p>
Jeder Teilnehmer bekommt einen von 4000 Abschnitten der &quot;Heiligen Schrift&quot; zugewiesen und fasst diesen auf 140 Zeichen zusammen. Die Abschnitte können auch mehrmals neu zusammengefasst und getwittert werden. Registrieren kann man sich auf dem Blog der evangelischen Kirche oder noch am Kirchentag selbst. Auf diesem ist zusätzlich ein Twitter-Treffen geplant.
</p>
<p>
Ebenfalls im Blog kann man erfahren, dass zum 24. September unter der Adresse <a href="http://www.evangelisch.de/" target="_blank" title="Geplantes Portal der evangelischen Kirche" rel="noopener noreferrer">evangelisch.de</a> ein Portal gestartet wird, welches als Informations- und Kommunikationsplattform rund um gesellschaftliche Themen und die evangelische Kirche aktiv sein soll.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Beten, beichten, surfen &#8211; Das Internet als Weg zu Gott</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/der-vatikan-im-netz/netzkulturdossier_kirch_online050401-shtml-2418/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Nov 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der Vatikan im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Seelsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Beichte]]></category>
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					<description><![CDATA[
                              Chatten mit dem Papst, Multimedia-Predigt aus dem PC, Online-Beichte und virtuelle Pilgerfahrten - ist das die Kirche der Zukunft? Vieles davon ist bereits Realität, auch wenn die Internetseiten des 
                              Vatikan doch eher informativ als interaktiv sind. Die Positionen zu Kirche &#38; Internet sind gespalten: belächelt oder abgelehnt auf der einen Seite, mit Begeisterung umgesetzt und genutzt auf der anderen. Allerdings "stellt sich für die Kirche nicht die Frage, ob sie sich damit auseinandersetzen will, sondern nur wie".
                            ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                              <strong>Chatten mit dem Papst, Multimedia-Predigt aus dem PC, Online-Beichte und virtuelle Pilgerfahrten &#8211; ist das die Kirche der Zukunft? Vieles davon ist bereits Realität, auch wenn die Internetseiten des<br />
                              <a href="http://www.vatican.va" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vatikan</a> doch eher informativ als interaktiv sind. Die Positionen zu Kirche &amp; Internet sind gespalten: belächelt oder abgelehnt auf der einen Seite, mit Begeisterung umgesetzt und genutzt auf der anderen. Allerdings &#8220;stellt sich für die Kirche nicht die Frage, ob sie sich damit auseinandersetzen will, sondern nur wie&#8221;.</strong>
                            </p>
<p><!--break--></p>
<p>Angefangen bei den großen Webauftritten der<br />
                            <a href="http://www.ekd.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">evangelischen</a> und<br />
                            <a href="http://www.katholische-kirche.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">katholischen</a> Kirche über einzelne Gemeinden, Klöster und verschiedene Glaubensrichtungen bis hin zu Seelsorgeportalen, Datenbanken und Bildungsangeboten wird alles geboten, was das religiöse Herz begehrt. Spezielle christliche Suchmaschinen erleichtern das Auffinden der gewünschten Informationen, und wer etwas weiter ausschweifen möchte, kann sogar auf eine<br />
                            <a href="http://www.weltreligionen.de/religion_liste.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Linksammlung Weltreligion</a> zurückgreifen. Doch wird die Umsetzung dem gerecht, was die Kirchen vermitteln wollen? Oder ist der Internet-Auftritt doch nur ein &#8220;Muss&#8221;, das notgedrungen umgesetzt wird, weil man ohne einfach nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist?</p>
<p>So viele Webseiten es zu dem Thema gibt, so viele Antworten lassen sich wohl auch auf diese Frage finden. Allerdings spielt bei den &#8220;großen&#8221; Kirchen auch noch ein weiterer Aspekt eine Rolle: Die riesige Kommunikationsplattform Internet bietet allerlei Sekten und pseudoreligiösen Scharlatanen ein weites Aktionsfeld, auf dem vor allem junge Leute angesprochen und umworben werden. Dem möchte die Kirche mit einem eigenen Internetauftritt etwas entgegensetzen. Ob sie damit jedoch diese Zielgruppe erreicht, hängt sehr vom individuellen Auftritt ab.</p>
<p>Ein Blick auf die Internetseiten der katholischen Kirche vermittelt den Eindruck, dass eher ein gesetzteres Publikum angesprochen werden soll. Reich an aktuellen Berichten, Hintergrundinformationen und seriösen Diskussionsforen, lassen die Seiten jedoch das Lebenslustige vermissen, den etwas entspannteren Auftritt, der die Jugend eher ansprechen würde. Da ist &#8211; wen wurdert&#8217;s &#8211; die evangelische Kirche kompromissbereiter: sie bietet sowohl fundierte Informationen als auch Spaß. Bei<br />
                            <a href="http://www.ekd.de/jesus_fragen/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Jesus fr@gen&#8221;</a>, im<br />
                            <a href="http://www.ekd.de/paulus/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Paulus Online Spiel</a>, beim<br />
                            <a href="http://www.ekd.de/salomo/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Salomo Quiz</a> und ähnlichen Angeboten kann man sich spielenderweise vergnügen, etwas dazulernen und manchmal auch Preise gewinnen. Andere Anbieter haben noch kreativere Ansätze, so kann z.B., wer sich keine Blasen an den Füßen holen möchte, auf eine<br />
                            <a href="http://old.fatima.org/german/gfatima.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">virtuelle Pilgerreise</a> gehen.</p>
<p>Auch an interaktiven Angeboten mangelt es nicht: Auf allen größeren Portalen und vielen kleineren Webseiten bieten Diskussionforen die Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit Themen, die die Kirchenwelt oder die Gemeindemitglieder bewegen. Im<br />
                            <a href="http://www.bibelchat.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bibelchat</a> tauscht man sich nicht nur über Neues und Altes Testament aus, sondern auch über Glaube und Unglaube, Enttäuschungen und Hoffnungen und alles, was die Chatteilnehmer persönlich bewegt. Wer sich ernsthaft mit dem Bibelstudium auseinandersetzen möchte oder in Ermangelung eines eigenen Exemplars &#8211; z.B. auf Reisen &#8211; Ersatz sucht, kann auch dies über das Netz abrufen. Eine<br />
                            <a href="http://alt.bibelwerk.de/bibel/?kbw_ID=43292340&amp;" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift</a>, Bibelstudium mit<br />
                            <a href="http://bibel.cid.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bibel online</a> und kostenlose<br />
                            <a href="http://www.stimme-der-hoffnung.de/ibsi/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bibelfernkurse</a> sind nur eine kleine Auswahl solcher Angebote.</p>
<p>Ein wesentliches Element im Netzauftritt der Kirchen ist der seelsorgerische Bereich. Auch hier ist umstritten, ob das Internet das leisten kann, was die Seelsorger in der Regel im persönlichen Kontakt vermitteln. Der Soziologe und frühere evangelische Pfarrer, Professor Reimer Gronemeyer von der Universität Gießen,<br />
                            <a href="http://www.heise.de/newsticker/data/jk-23.01.01-001/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">warnte</a> noch Anfang des Jahres 2001 vor der &#8220;Entkörperlichung&#8221; gerade im seelsorgerischen Bereich. Die große Zahl an virtuellen seelsorgerischen Angeboten scheint allerdings zu belegen, dass auch hierfür Bedarf besteht.</p>
<p>Anonymität wird in der Online-Seelsorge zu festen Terminen über einen geschlossenen Chat geboten, in dem der User mit dem Seelsorger für einen festgelegte Zeit im Chatraum alleine ist. Es ist allerdings auch möglich, sich per Email beraten zu lassen oder in einem offenen Chat mit anderen zu diskutieren. Wem ^das nicht zusagt, der kann sich auch dem internationalen ökumenische Seelsorge-Team der<br />
                            <a href="http://www.seelsorge.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet-Seelsorge</a> oder der<br />
                            <a href="http://www.telefonseelsorge.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Telefonseelsorge</a> anvertrauen. Katholiken, die sich von ihren Sünden befreien möchten, können auch dies über das Netz tun: die<br />
                            <a href="http://www.beichte.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Beichte</a> offeriert nicht nur &#8220;innere Einkehr auf dem Computer&#8221;, sondern bietet auch autentisches Beichtstuhl-Feeling. Allederings handelt es sich dabei um ein Fake.</p>
<p>Für den Weg ins Netz bedarf es nicht unbedingt göttlicher Eingebung &#8211; kirchliche Gemeinden und christliche Einrichtungen können auf zahlreiche Hilfsangebote zurückgreifen. Wie man seine Kirchengemeinde ins Internet bringen kann und was dabei zu beachten ist, läßt sich in Tutorien erlernen, z.B. bei<br />
                            <a href="http://www.kirche-internet.de/index.php3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Kirchliche Präsenz im Internet&#8221;</a> oder bei<br />
                            <a href="http://www.kirche-ans-netz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Kirche @ns Netz&#8221;</a>. Als Provider mit zusätzlichen Serviceleistungen bietet sich der<br />
                            <a href="http://www.cid.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christliche Internet Dienst</a> an.</p>
<p>Offensichtlich betrachten die Kirchen schon lange den Internet-Auftritt nicht mehr als als &#8220;lästiges Muss&#8221;. Sie haben die vielfältigen Möglichkeiten des World Wide Web für sich entdeckt und erkannt, dass sie mit entsprechendem Einsatz und Phantasie hier auch Menschen ansprechen können, die zum Besuch im Gottesdienst nicht mehr zu bewegen sind. Dass dies nicht bedeutet, dass die aktive Gemeindearbeit mit persönlicher Zuwendung aufgegeben wird, ist dabei selbstverständlich. Der Schritt in die vernetzte Gesellschaft zeigt, dass sich die Kirchen von ihrem Image als &#8220;überholte, unzeitgemäße Institutionen&#8221; befreien wollten. Es scheint zu gelingen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Rolle der Kirche in Zeiten der Krise</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/rolle_der_kirche_in_zeiten_der_krise-188/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[sfuhrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jul 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Huber]]></category>
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					<description><![CDATA[<b>Wolfgang Huber<!-- #EndEditable --> 
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->13.07.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Wolfgang Huber<!-- #EndEditable --><br />
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->13.07.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" --> </p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Liebe Politik-Interessierte, willkommen im tacheles.02-Chat.<br />
Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
und wird unterstützt von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de.<br />
Zum Chat ist heute der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland,<br />
Bischof Wolfgang Huber, ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Bischof Huber,<br />
sind Sie bereit für den 60-Minuten-Chat mit unseren Usern?
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/whuber1.jpg" alt="Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der EKD" align="left" height="161" width="195" />Wolfgang<br />
Huber:</b> Ich freue mich darauf sehr. Ich bin gespannt welche Fragen<br />
und Themen von den Beteiligten kommen werden.
</p>
<p>
<b>Claudia Hultsch:</b> Die Kirche verliert immer mehr Mitglieder.<br />
Wie erklären Sie sich diese Entwicklung?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Glücklicherweise kann ich darauf hinweisen,<br />
dass die Zahl der Kirchenaustritte in den letzten Jahren zurückgegangen<br />
ist. Die Zahl der Eintritte ist dagegen gewachsen. Und ich bin davon<br />
überzeugt, dass das Interesse an Religion weiter wachsen wird.
</p>
<p>
<b>Kaiser:</b> Was sind die Herausforderungen an die evangelische<br />
Kirche im 21. Jahrhundert?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Den Menschen den Glauben verständlich machen<br />
und sie in ihrem Leben begleiten. Wir stehen als Kirche vor einer missionarischen<br />
Herausforderung und wir müssen sogleich öffentlich für<br />
die Würde des Menschen eintreten.
</p>
<p>
<b>paxa:</b> Was sagen sie zur 40-Stunden-Debatte? Unsozial<br />
aus ihrer Sicht? Und bald Sonntagsarbeit?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Die 40-Stunden-Debatte finde ich nicht unsozial.<br />
Bei allen Debatten über die Arbeitszeit ist für mich entscheidend,<br />
ob Arbeitsplätze dadurch sicherer werden. Im einen Fall muss man<br />
dafür die Arbeitszeit verkürzen, im anderen verlängern.<br />
Bei der Sonntagsarbeit bin ich strikt: Nur wo unbedingt nötig.
</p>
<p>
<b>bergeb:</b> CDU und Union wollen weniger Feiertage. Ist<br />
das mit der Kirche vereinbar?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Wir mussten schon auf einen Feiertag verzichten,<br />
jedenfalls auf seinen staatlichen Schutz: Den Buß- und Bettag.<br />
Das war ein Fehler, den man nicht wiederholen soll.
</p>
<p>
<b>werjour:</b> Warum nimmt die evangelische Kirche nicht<br />
deutlich und vernehmlich Stellung zu sozialen Fragen? Warum und womit<br />
rechtfertigen Sie, Herr Huber, das jetzt anlaufende „Verelendungsprogramm“<br />
namens Hartz IV?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Zu sozialen Fragen haben wir immer deutlich<br />
Stellung genommen. Das „Wirtschafts- und Sozialwort“ von<br />
1997 ist dafür nach wie vor der richtige Rahmen. Vor unsozialen<br />
Auswirkungen von Hartz IV habe ich von Anfang an gewarnt. Auch weiterhin<br />
werde ich das tun. Aber man muss sich klar machen: Soziale Gerechtigkeit<br />
gilt auch für die nächste Generation. Und deshalb kommen wir<br />
um Reformen nicht herum.
</p>
<p>
<b>ekdfan:</b> Hartz IV: Sind die Maßnahmen sozial<br />
ausgewogen? Oder trifft es die Schwachen, die sich nicht wehren können?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Es gibt Element, die die Schwachen treffen:<br />
Ältere Arbeitslose, Rentner mit geringem Einkommen, kinderreiche<br />
Familien zum Beispiel. In all diesen Fällen muss &quot;nachgebessert&quot;<br />
werden.
</p>
<p>
<b>wolf.e:</b> Hartz: Ist die Zumutbarkeits-Regelung zumutbar?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Grundsätzlich muss man Arbeit fördern<br />
und nicht Arbeitslosigkeit, deswegen ist eine erweiterte Zumutbarkeit<br />
für mich grundsätzlich richtig. Aber es gibt Fälle, in<br />
denen sie falsch angewandt wird – beispielsweise dann, wenn jemand<br />
für eine ganz kurzfristige Tätigkeit den bisherigen Wohnort<br />
aufgeben soll.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Wir bekommen viele Fragen zum Thema Zuwanderung,<br />
Integration, Immigration &#8211; Stichwort, Flüchtlinge vor Italien.<br />
Wo zeigt sich in Europa das „christliche Gesicht“, wenn<br />
es um Immigration geht?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Human und &quot;christlich&quot; bleibt Europa<br />
nur solange, bis Menschen, die verfolgt werden oder in Not sind, auch<br />
aufgenommen werden können. Das verlangt auch die Genfer Flüchtlingskonvention.<br />
Dabei muss es auch bleiben.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Warum, glauben Sie, meldet sich der Vatikan nicht<br />
zu Wort?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Ich kann das von hier aus nicht beurteilen,<br />
ob dies wirklich stimmt. Gerade in Menschenrechtsfragen habe ich den<br />
Vatikan in der Regel als recht deutlich erlebt. Als Beispiel nenne ich<br />
die Stellung zum Irakkrieg.
</p>
<p>
<b>trond4:</b> Unterstützen Sie eigentlich Hilfsmaßnahmen<br />
im Irak und in Afghanistan?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Ja. Ich hoffe Sie auch. Ich halte in beiden<br />
Ländern die wirtschaftliche Stabilisierung für eine wichtige<br />
Voraussetzung für eine politische Stabilisierung und in beiden<br />
Ländern haben viele Menschen, vor allem Frauen und Kinder, so sehr<br />
gelitten, dass man ihnen von Herzen eine bessere Zukunft wünschen<br />
möchte.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Eine Frage zur Türkei:
</p>
<p>
<b>carlos:</b> Wie stehen Sie zum Beitrittswunsch der Türkei<br />
in die EU?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Voraussetzungen in der Türkei sind dafür<br />
nur teilweise gegeben. Und die EU würde sich damit übernehmen.<br />
Sie muss nämlich erst einmal die jetzige Erweiterung verkraften.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Aber müsste nicht gerade die christliche Kirche<br />
eigentlich ein Zeichen der Toleranz setzen, wenn die Politik sich schwer<br />
tut?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Das ist für mich kein Problem der Toleranz.<br />
Toleranz müssen wir im eigenen Land, wie gegenüber anderen<br />
Ländern üben. Auch unabhängig davon, ob sie zur EU gehören.<br />
Aber dasselbe gilt natürlich auch umgekehrt. Von der Türkei<br />
muss &#8211; wenn sie zur EU gehören will &#8211; erwartet werden, dass Christen<br />
dort die gleiche Religionsfreiheit haben wie Muslime. Und sie sollte<br />
sich auch mit ihrer eigenen Vergangenheit, vor allem dem Völkermord<br />
an den Armeniern, anders auseinandersetzen, als das bisher der Fall<br />
ist.
</p>
<p>
<b>interesse82:</b> Schönen guten Tag. Der Zusammenhalt<br />
der EU basiert meiner Meinung nach hauptsächlich darauf, dass es<br />
ein allgemeines Werteverständnis unter den Mitgliedstaaten gibt.<br />
Mit dem möglichen Beitritt der Türkei stelle ich mir die Frage,<br />
ob die Grundwerte des Abendlandes mit der komplett verschiedenen Moral<br />
des Islam in Frage gestellt werden. Wie sehen sie das Thema Islam insgesamt<br />
in Europa und in der globalisierten Weltpolitik?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Ich glaube nicht, dass es nur eine Spielart<br />
des Islam gibt. Man darf den Islam nicht insgesamt mit dem Islamismus<br />
gleichsetzen. Aber von diesem muss man sich klar abgrenzen und darf<br />
der kritischen Auseinandersetzung nicht ausweichen. Zur europäischen<br />
Werteordnung gehört auch, dass religiöse Ziele nicht mit staatlichen<br />
Gewaltmitteln durchgesetzt werden dürfen. Alle muslimischen Gesprächspartner<br />
frage ich deshalb immer wieder, wie sie zum säkularen Charakter<br />
von Staat und Recht stehen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Stichwort Europäische Verfassung:
</p>
<p>
<b>R?6:6,17-18:</b> Welche Konsequenzen ziehen Sie aus dem<br />
Streichen des &quot;Gottesbezuges&quot; bei der EU-Verfassung?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Die Diskussion über die christlichen Wurzeln<br />
Europas muss weitergehen. Die Verfassungsdiskussion hat dabei sehr geholfen,<br />
auch wenn nicht alle Vorschläge aufgenommen worden sind, die wir<br />
dazu gemacht haben. Sehr wichtige Vorschläge wurden aber aufgenommen.<br />
Die religiösen Wurzeln Europas sind ausdrücklich genannt.<br />
Die Wertbindung der Verfassung ist deutlich. Die besondere Stellung<br />
der Kirchen und Religionsgemeinschaften wird respektiert. Das ist viel<br />
mehr, als insbesondere Frankreich ursprünglich zugestehen wollte.
</p>
<p>
<b>schade:</b> Denken sie, dass der Gottesbezug andere Religionen<br />
diskriminiert hätte ?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Nein. Für andere Religionen wäre er<br />
sowieso offen gewesen. Aber in dem Formulierungsvorschlag, den ich selbst<br />
dafür gemacht habe, wäre er unmittelbar mit dem Respekt vor<br />
der Freiheit des Gewissens verbunden gewesen. Damit wären auch<br />
Nicht-Glaubende nicht in ihrer Gewissensfreiheit beeinträchtigt<br />
worden.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Ist das neue Europa nicht mehr laizistisch als<br />
christlich?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Das ist ja kein Gegensatz. Frankreich ist nicht<br />
dadurch unchristlich, dadurch dass es laizistisch ist. Der Laizismus<br />
ist eine bestimmte Ordnung des Verhältnisses von Staat und Kirche,<br />
die ich nicht für gut halte, weil die öffentliche Bedeutung<br />
von Religion und Kirche dabei nicht richtig zur Geltung kommt. Aber<br />
wie christlich ein Land ist, liegt an den Christen und nicht an der<br />
Rechtsordnung.
</p>
<p>
<b>nikola:</b> Wie sehen sie die Position Frankreichs in<br />
diesen Fragen allgemein? Das Kopftuchverbot war dort gar kein Thema.<br />
Religion ist Privatsache und hat im Staatsdienst nix zu suchen.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Das Kopftuchverbot war ein Riesenthema. Der<br />
französische Laizismus hat es sogar ermöglicht, Schülerinnen<br />
das Kopftuch zu verbieten, aber das war sehr umstritten. Und die Gefahr<br />
des Laizismus besteht darin, die Freiheit von der Religion wichtiger<br />
zu nehmen, als die Freiheit zur Religion. Sie gehört aber zur Religionsfreiheit<br />
dazu.
</p>
<p>
<b>schade:</b> Wie haben sie ihre Haltung im Kopftuchstreit<br />
begründet ?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Ich habe mich nur auf Menschen im öffentlichen<br />
Dienst, insbesondere Menschen in pädagogischen Aufgaben bezogen.<br />
Sie sind zur Mäßigung verpflichtet. Dazu gehört auch<br />
die Zurückhaltung darin, die eigene politische oder religiöse<br />
Überzeugung zur Schau zu stellen. Wer das nicht akzeptiert, begründet<br />
damit Zweifel an seiner Eignung, insbesondere für den Lehrerberuf.<br />
Deshalb sollte es schon auf Grund des Beamtenrechts möglich sein,<br />
jemanden in diesem Fall vom Zugang zum Lehrerberuf auszuschließen.<br />
Davon abgesehen muss das Recht, das Kopftuch zu tragen, natürlich<br />
unangetastet bleiben.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Was würden Sie dazu sagen, wenn diese unpräzise<br />
Debatte (das Kopftuch muss ja kein religiöses Symbol sein) dazu<br />
führen könnte, jegliche religiösen Symbole aus den Klassenzimmern<br />
zu verbannen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Das ist von vorne bis hinten falsch. Das Kopftuch<br />
ist nämlich überhaupt kein religiöses Symbol. Das Tragen<br />
des Kopftuches ist unter Umständen eine religiös bestimmte<br />
Handlung. Und diese Handlung muss darauf geprüft werden, ob sie<br />
mit anderen Pflichten vereinbar ist. Die ganze Debatte über religiöse<br />
Symbole ist dagegen völlig falsch. Ein religiöses Symbol wäre<br />
für Muslime z.B. der Schriftzug &quot;Allah&quot; oder das Abbild<br />
der &quot;Kaaba&quot; in Mekka. Aber ein Kopftuch ist so wenig ein Symbol<br />
wie ein T-Shirt. Das Kreuz im Klassenzimmer ist vom Bundesverfassungsgericht<br />
insofern verboten worden, als es von Staats wegen aufgehängt wird<br />
und einzelne Schüler oder ihre Eltern das nicht akzeptieren. Das<br />
ist aber etwas ganz anderes, als ob jemand persönlich das Recht<br />
hat, ein kleines Kreuz zu tragen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Kommen wir zurück zum Islam:
</p>
<p>
<b>gemini:</b> Sie fragen alle Muslime zu ihrem Verhältnis<br />
von Staat und Religion, auf der anderen Seite plädieren Sie aber<br />
für einen Gottesbezug in der europäischen Verfassung. Ist<br />
das gerade für einen Muslim nicht widersprüchlich?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Auch der Muslim würde sich doch über<br />
den Gottesbezug in der Verfassung freuen – unabhängig von<br />
der schwierigen Frage, ob Christen und Muslime denselben Gott bekennen<br />
bzw. dasselbe Gottesbild haben. Aber die Frage an ihn heißt, ob<br />
Er dem Bekenntnis von Christen, Juden oder auch der Haltung von Atheisten<br />
das gleiche Recht im Staat zuerkennt. Zu unserer europäischen Verfassung<br />
gehört, dass die Staatsangehörigkeit und die staatsbürgerlichen<br />
Rechte vom religiösen Bekenntnis unabhängig sind. Daran ändert<br />
auch ein Gottesbezug, wie wir ihn ja im deutschen Grundgesetz haben,<br />
nichts.
</p>
<p>
<b>nicole justin:</b> Ein Gottesbezug in der Verfassung hätte<br />
für Konsequenzen, dass die Kirchen weiterhin in Europa steuerlichen<br />
Vorteilen haben. Oder?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Nein. Die Kirchensteuer wäre in Deutschland<br />
auch dann weiterhin möglich, wenn es keinen Gottesbezug gäbe.<br />
Und in anderen Ländern würde sie nicht durch den Gottesbezug<br />
automatisch eingeführt. Der Gottesbezug sollte ja in die Präambel,<br />
die den Rahmen der Verfassung bildet und den geistigen Horizont beschreibt.<br />
Die Präambel führt nicht automatisch zu rechtlichen Ansprüchen,<br />
also auch nicht zu finanziellen Ansprüchen der Kirchen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Anderes Thema:
</p>
<p>
<b>Öli:</b> Ist die Kirche nicht rückständig,<br />
wenn sie die Modernisierung der Gesellschaft, z.B. die Toleranz gleichgeschlechtlicher<br />
Ehen, nicht nachvollzieht?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Ich halte die Gleichsetzung zwischen Ehen und<br />
gleichgeschlechtlichen Ehegemeinschaften nicht für modern, sondern<br />
für falsch. Aber unsere Kirche hat sich dafür eingesetzt,<br />
dass auch für gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften Verlässlichkeit<br />
und wechselseitige Verantwortung gestärkt werden – aber in<br />
einer Weise, die auch weiterhin den Unterschied zwischen beiden Lebensformen<br />
gelten lässt.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Vielleicht eine Unterstellung, die aber mutmaßlich<br />
von vielen geteilt wird:
</p>
<p>
<b>MeltinPot:</b> Warum ist die Kirche nicht in der Lage,<br />
die Pluralität der Gesellschaft und der Bedürfnisse der Menschen<br />
zu berücksichtigen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Wenn die Kirche nicht die Bedürfnisse der<br />
Menschen berücksichtigt – und das kommt leider schon deshalb<br />
vor, weil die Bedürfnisse verschieden sind, und die Arbeit der<br />
Kirche nicht immer gleich gut ist – dann bin ich traurig. Aber<br />
Gleichgültigkeit gegenüber der Pluralität würde<br />
ich mir nicht vorwerfen lassen. Es gehört gerade zur Pluralität<br />
der Gesellschaft, dass die kirchliche Stimme in ihr deutlich wahrnehmbar<br />
ist.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Nach dem Sex-Skandal in Österreich sprach<br />
der Bischof von St. Pölten, Kurt Krenn, im Zusammenhang mit den<br />
ihm gezeigten Bildern von „Bubenstreichen“. Ist ein solcher<br />
Kirchenvertreter Ihrer Ansicht nach noch tragbar?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Ich habe den neusten Skandal in Österreich<br />
noch nicht genau verfolgen können. Aber ich muss ehrlich zugeben,<br />
dass ich über Äußerungen von Bischof Krenn schon häufiger<br />
den Kopf geschüttelt habe. Das würde ich auch sagen , wenn<br />
er ein evangelischer Bischof wäre. Und bei sexuellen Übergriffen<br />
ist in meinen Augen jede Art von Verharmlosung falsch.
</p>
<p>
<b>Benjamin Lassiwe:</b> Vor einer Woche hat der Europäische<br />
Gerichtshof für Menschenrechte erklärt, dass das Recht auf<br />
Leben offenbar nicht für Menschen vor der Geburt gilt. Wie gehen<br />
Sie als Bioethiker, der vehement gegen die verbrauchende Embryonenforschung<br />
protestiert, mit einem solchen Urteil um?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Das Urteil muss ganz genau geprüft werden.<br />
Denn bei solchen Urteilen reicht es nicht, auf die Schlagzeilen zu reagieren.<br />
In die Diskussion darüber werden wir unsere Grundposition deutlich<br />
einbringen, dass die Menschenwürde Bedeutung für das menschliche<br />
Leben von Anfang an hat.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Es schließt sich der Kreis zum Anfang. Die<br />
Reformen beschäftigen uns weiter.
</p>
<p>
<b>Asteriscus:</b> Welche Antwort haben Sie auf Stichworte<br />
wie Vergreisung der Gesellschaft, leere Kassen und Sozialreform?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Das sind viele Stichworte aufs Mal. Mit der<br />
Vergreisung der Gesellschaft will ich mich gar nicht abfinden, sondern<br />
gerade heute Mut zu Kindern machen. Reformpolitik ist deswegen für<br />
mich nicht nur Rentenpolitik, sondern vor allem Familienpolitik. Und<br />
hinsichtlich der Kassen wird man in Zukunft fragen müssen, welche<br />
Aufgaben aus den Beiträgen der Arbeitnehmer und welche aus Steuern<br />
finanziert werden müssen. Aber das ist eine sehr kurze Antwort<br />
auf eine sehr lange Frage.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Wir kommen zum Schluss. Manchmal muss ja auch Lob<br />
sein &#8211; dazu die Fanpost:
</p>
<p>
<b>Fizzyfrog:</b> Ich wollte Ihnen nur mal sagen, dass ich<br />
Sie sehr schätze und froh bin, dass die evangelische Kirche in<br />
Deutschland durch sie vertreten ist.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Darüber freue ich mich sehr. Und bedanke<br />
mich herzlich bei allen, die sich so intensiv beteiligt haben.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Unsere Zeit ist bereits um. Vielen Dank an alle<br />
User für das große Interesse. Etliche Fragen sind leider<br />
unbeantwortet geblieben. Vielen Dank, Bischof Huber, dass Sie sich Zeit<br />
für den Chat genommen haben. Das Transkript dieses Chats finden<br />
Sie auf den Seiten der Veranstalter. Das tacheles.02-Team wünscht<br />
allen noch einen angenehmen Tag!
</p>
<p>
<b>Wolfgang Huber:</b> Ich hoffe einige Fragen konnten ein Stück<br />
weit geklärt werden.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>&#8220;Wir müssen neue Formen finden, um Menschen zu erreichen.&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Jun 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelische Kirche]]></category>
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		<category><![CDATA[Margot Käßmann]]></category>
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		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Expo 2000]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">
<b>Chat mit Dr. Margot Käßmann vom 18.06.2001</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Chat mit Dr. Margot Käßmann vom 18.06.2001</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/termine/logos/bpb.gif" height="45" width="92" /><br />
</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Hallo<br />
und Herzlich Willkommen beim Chat der Bundeszentrale für politische<br />
Bildung und politik-digital.de. Heute begrüßen wir an dieser Stelle Dr.<br />
Margot Käßmann, Bischöfin der evangelisch-lutheranischen Landeskirche<br />
Hannover.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Guten Tag, Danke für die Begrüßung.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>&#8230; und hier gleich die erste Frage:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gonz: </b>Am<br />
Kirchentag wird viel gesungen. Haben Sie sich auch konkrete Gedanken<br />
gemacht, zum Beispiel, wie man den Rechtsextremismus eindämmen kann?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Der Kirchentag hat mit Tausenden von Schals ein Zeichen gegen Gewalt und Rechtsextremismus gesetzt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>delilah: </b>Frau Käßmann, sie vertreten kritische Positionen innerhalb der ev. Kirche &#8211; wie ist Ihre Akzeptanz?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Ehrlich gesagt habe ich damit nicht zu kämpfen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lilly: </b>Eine<br />
Ihrer zwiespältig betrachteten Positionen ist die Akzeptanz passiver<br />
Sterbehilfe. Wie können Sie das mit Ihrem Glauben vereinbaren?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Ich<br />
lehne aktive Sterbehilfe eindeutig ab. Passive Sterbehilfe bedeutet,<br />
dass im Sterbeprozess keine lebensverlängernden Maßnahmen vorgenommen<br />
werden. Das ist mit dem christlichen Glauben vereinbar.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angel: </b>Mich<br />
würde noch mal das Thema Rechtsextremismus interessieren &#8211; mit Schals<br />
alleine kann der doch nicht bekämpft werden &#8211; wie dann?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Mit Zivilcourage, politischer Bildung, klarem Bürgerengagement.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Gleich noch eine Nachfrage dazu:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angel: </b>Was kann die Kirche dafür tun?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Zum<br />
einen: in der Verkündigung klar Stellung beziehen; Unterstützung von<br />
Aktionen vor Ort, z.B. sind wir mitgelaufen &quot;pro Toleranz&quot; beim<br />
Hannover Marathon. Und: Arbeit vor Ort, auch im Jugendvollzug.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hildi: </b>Was halten Sie von dem Aussteiger-Programm der Bundesregierung für aussteigewillige Rechtsextreme?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Das ist ein möglicher Weg, aber sicher nur ein Mosaikstein.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hildi: </b>Trauen sie der neuen Regierung mehr zu, die Bevölkerung zu Zivilcourage zu ermuntern als der alten?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>mmmh, wir werden das an den Taten messen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Noch eine Nachfrage zum Jugendvollzug:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Susi3: </b>Wie<br />
sieht denn die Arbeit im Jugendvollzug aus &#8211; haben Sie dort mit<br />
rechtsextremen Jugendlichen zu tun? Und wie wollen Sie die vom<br />
Gegenteil überzeugen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Wenn<br />
die Mörder von Dessau jetzt im Gefängnis sitzen ist doch die Frage:<br />
verändern sie sich dort? Unsere Gefängnisseelsorger leisten dort<br />
wichtige Arbeit. Für mich geht es nicht nur um Strafe, sondern auch um<br />
Resozialisation.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hildi: </b>Können<br />
Jugendliche denn die Hilfe von Geistlichen leichter annehmen als von<br />
Sozialarbeitern? Oder sind die Seelsorger ohnehin &quot;beides&quot;?<br />
Sozialarbeit ist allerdings doch auch die Aufgabe des Staates, nicht<br />
nur der Kirche &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Ganz<br />
gewiss, aber kirchliche Arbeit hat immer eine soziale Dimension: Liebe<br />
deinen Nächsten wie dich selbst. Noch ein Beispiel aus Hannover: Im<br />
Täter-Opfer-Ausgleich haben jetzt Jugendliche, die ein Jüdisches<br />
Mahnmal geschändet hatten, in der Synagoge Reue erklärt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Susi3: </b>Kann man denn Täter, die von ihrer Überzeugung nicht abweichen, wieder in die Gesellschaft eingliedern?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Ich vertraue darauf, dass Menschen sich verändern können &#8211; sozusagen von Saulus zu Paulus.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hildi: </b>TOA:<br />
Da gibt es einige Modellversuche, auch hier in Bremen bei uns, glaube<br />
ich. Aber sind die Erfahrungen wirklich so gut? Das scheint viel<br />
Aufwand und wenig messbarer Erfolg &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Wissen Sie eine Alternative?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Bis auf diese Rückfrage eine Antwort kommt schon mal die nächste Frage:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sandra: </b>Auf<br />
dem Kirchentag habe ich zwar immer den Eindruck, dass Christen geballt<br />
auftreten. In unseren Städten ist dem aber nicht so. Das schöne Gefühl<br />
&#8216;Gemeinschaft der Christen&#8217; verpufft in einer Stadt zu Hause schnell.<br />
Im normalen Berufsleben usw. Wie kann die Kirche die Menschen für ihre<br />
Werte interessieren und überhaupt erreichen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Meine<br />
Erfahrungen sind gar nicht so schlecht, aber Sie haben Recht: Wir<br />
müssen neue Formen finden, um Menschen zu erreichen. Ein gutes Beispiel<br />
war für mich die Expo.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Was war an der EXPO so beispielhaft?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Kirche<br />
mitten in der Welt der Computer und Zukunftsvisionen als Ort für die<br />
Seele, für die Frage nach Sinn, und das akzeptiert von den<br />
Besucherinnen und Besuchern. Das heißt: wir können eine Geh-Struktur<br />
entwickeln, dahin wo die Menschen sind. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Würden Sie das bitte etwas genauer erklären?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Seitdem<br />
gehen wir auf Regionalmessen, Hochzeitsmessen, beteiligen uns am<br />
Marathon, und kürzlich war ich mit Herrn Gabriel in einer Diskothek<br />
(zum Thema Gewalt).<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sandra: </b>Den<br />
Eindruck habe ich immer, wenn ich mit Hauptamtlichen rede, dass sie<br />
positiver empfinden bzgl. der christlichen Haltung unserer Mitmenschen<br />
als Menschen, die einen anderen Hauptberuf haben und zwar dort<br />
versuchen Christ zu sein, aber die Spiritualität geht im Alltag<br />
verloren. Im normalen Berufsalltag mit Computern (ich arbeite in dem<br />
Bereich) trifft man Christen sehr selten. Wie oft ich mich schon<br />
gegenüber Atheisten verteidigt habe &#8230; Aber Kirchentag sagt einem<br />
immer wieder, dass es doch noch mehr Menschen gibt, die ähnlich wie man<br />
selbst empfinden. Zum Glück : ) Wie stark erreichen sie Nichtchristen<br />
oder Taufscheinchristen durch die Regionalmessen u.ä. Ich empfinde<br />
meine Gemeinde auch als tolles Beispiel zum Zugehen, aber neue Menschen<br />
kommen seltener hinzu.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Es<br />
ist heute eine große Herausforderung, Christsein im Beruf zu leben. Der<br />
Kirchentag ist da für viele tatsächlich eine wichtige Ermutigung. Ich<br />
finde es klasse, wenn sie das offensiv tun!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>noch mal kurz zur EXPO:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jupp: </b>Ist<br />
die Expo nicht ein Beispiel dafür, dass sich Kirche kaum noch<br />
eigenständig profilieren kann, sondern sich an andere, meist säkulare<br />
Ereignisse, &quot;anhängen&quot; muss?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Nein,<br />
zur Geh-Struktur gehört auch eine Komm-Struktur, das heißt: niedrige<br />
Schwellen, offene Kirchentüren, Gottesdienste in unterschiedlichen<br />
Formen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hildi: </b>Genau,<br />
jupp! Beispiel: Der Kirchentag wurde als &quot;Party des heiligen Geistes&quot;<br />
bezeichnet. Das ist schon ziemlich massenwirksam und populistisch,<br />
oder, Frau Bischöfin?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Zu<br />
den Mühen des Alltages gehört auch das Fest. Kirchentag geht nicht 365<br />
Tage im Jahr, aber er ist eine Ermutigung für die Arbeit vor Ort. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hildi: </b>Aber gerade europäische Christen wirken im Gottesdienst nicht sehr fröhlich, finde ich.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Na, da sind wir doch lernfähig. Das zeigt der Kirchentag auch.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jupp: </b>Gibt<br />
es nicht einen Unterschied zwischen &quot;niedrigen Schwellen&quot; und einem<br />
&quot;Hinterherlaufen&quot;, etwa hinter dem Zeitgeist? Natürlich ist jeder<br />
eingeladen, aber ich kann doch die Eingeladenen nicht in die Kirche<br />
zwingen, sondern muss durch mein Angebot überzeugen, oder?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Natürlich<br />
überzeugt das Angebot. Und das machen wir traditionell: Jeden Sonntag<br />
um 10 Uhr. Daneben ist aber viel Raum für neues &#8211; das gehört zur<br />
reformatorischen Kirche dazu. Und das meint nicht Zeitgeist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sandra: </b>Bzgl.<br />
Gottesdienste: Was sagen Sie in dem Zusammenhang über die Diskussion<br />
zum Feierabendmahl, an der sich wohl auch die kath. Kirche beteiligte?<br />
Wie weit sind wir mit der Ökumene? Schaffen wir es bis 2003 zum<br />
gemeinsamen Abendmahl?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Ich<br />
wünsche mir das weiterhin, auch wenn ich viele Widerstände sehe. Als<br />
Evangelische können wir jede und jeden Getauften zum Abendmahl<br />
einladen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jupp: </b>Müssen (können?) wir es überhaupt zu einem gemeinsamen Abendmahl &quot;schaffen&quot;?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Mir ist das wichtig, weil es Zeichen der Einheit ist. So bleibt immer ein Widerspruch zu Johannes 17.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>&#8230; noch mal für alle bitte<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Jesus<br />
hat gebetet: dass sie alle eins seien. Dies ist für mich eine<br />
Herausforderung. Es gibt nur eine Kirche verborgen unter den vielen<br />
verschiedenen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sandra: </b>Einige Vertreter der kath. Kirche denken bzgl. Protestanten &#8216;dann kommt doch zurück&#8217;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Wir sind keine neue Kirche hat schon Martin Luther gesagt, sondern Erbin der alten Kirche, da ist nichts mit &quot;zurückkommen&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Kurz nocheinmal zu Johannes 17:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jupp: </b>Der<br />
Anspruch ist ja auch berechtigt, nur dürfen wir doch nicht so lange an<br />
der Liturgie &quot;herumfeilen&quot; bis es keine Aussage mehr gibt, nur um eine<br />
einheitliche (leere?) Form zu bekommen. Oder?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Nein,<br />
ganz bestimmt nicht. Mir geht es um versöhnte Verschiedenheit, das<br />
heißt: die Unterschiede bleiben, wirken aber mit Blick auf Taufe,<br />
Abendmahl und Amt nicht mehr trennend.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>elfe: </b>Wo sind denn noch Unterschiede zu den Katholiken?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Im<br />
Amtsverständnis, wir haben keine geweihten Priester. Apostolische<br />
Nachfolge ist bei uns inhaltlich bestimmt. Der Wandel beim Abendmahl<br />
ist ein Geheimnis, Christus ist der Einladende. u.a.m.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>elfe: </b>Sie,<br />
Frau Käßmann, würden in der katholische Kirche nie ein Mitspracherecht<br />
wie als Bischöfin erhalten: Nur, weil Sie eine Frau sind. Wollen sie<br />
mit so einer verstaubten Kirche zusammenarbeiten?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Zusammen arbeiten schon, aber ich bin und bleibe evangelisch.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>elfe: </b>Aber das muss sie doch stören?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>mmmh &#8211; es ist ja nicht mein Problem.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>elfe: </b>Doch! wenn Sie mit der Kirche zusammenarbeiten<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Nein, denn ich verstehe mich als Bischöfin im vollen Sinne des Amtes, das muss mein Gegenüber akzeptieren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Wir kommen nun auch schon zur letzten Frage:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>elfe: </b>Sie<br />
dürfen bei den Katholiken auch nicht so einfach ein politische Position<br />
vertreten. Ich lese hier, dass Sie gegen den Castortransport waren.<br />
Dafür wären sie bei den Katholiken gevierteilt worden, vielleicht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Das will ich doch nicht hoffen!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Die<br />
Zeit ist schon wieder um, leider konnten nicht alle Fragen beantwortet<br />
werden. Die Bundeszentrale für politische Bildung und politik-digital<br />
bedanken sich bei Frau Dr. Käßmann für diesen interessanten Chat, und<br />
natürlich auch für die rege Teilnahme. Heute Abend bei politik-digital:<br />
Christoph Schlingensief, Theateraktivist, im Chat von 18 bis 19 Uhr.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MargotKäßmann: </b>Es war spannend! Herzliche Grüße aus Hannover. Tschüss!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Tschüss nach Hannover.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Und in den Rest der Welt.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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