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	<title>Faktor Zeit &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Schöne neue Ökonomie</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Apr 2000 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bruttosozialprodukt]]></category>
		<category><![CDATA[Faktor Zeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auf dem Weg zum Zeitwohlstand
<br />
</span>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>In der postindustriellen Gesellschaft ändert sich das Wesen der Arbeit und damit auch der Charakter der 
Volkswirtschaft. Die neuen ökonomischen Faktoren der IT-Gesellschaft heißen &#34;Zeit&#34; und &#34;Wissen&#34;. Das 
Bruttosozialprodukt jedoch ignoriert diese neuen Wirtschaftsfaktoren bislang.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auf dem Weg zum Zeitwohlstand<br />
<br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>In der postindustriellen Gesellschaft ändert sich das Wesen der Arbeit und damit auch der Charakter der<br />
Volkswirtschaft. Die neuen ökonomischen Faktoren der IT-Gesellschaft heißen &quot;Zeit&quot; und &quot;Wissen&quot;. Das<br />
Bruttosozialprodukt jedoch ignoriert diese neuen Wirtschaftsfaktoren bislang.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Lange bevor die Deutschen vom Börsenrausch der 90er Jahre erfaßt wurden und Begriffe wie Nikkei und Nasdaq<br />
zum festen Bestandteil des Allerwelts-Deutsch avancierten, waren für die breite Öffentlichkeit zwei Meßzahlen<br />
Eckpfeiler des wirtschaftlichen Geschehens: zum einen die Zahl der Arbeitslosen, zum anderen die Entwicklung<br />
des Bruttosozialprodukts. In Zeiten der postindustriellen Gesellschaft, deren Profil sich durch die neuen Medien,<br />
vor allem durch die Verbreitung des Internets, grundlegend gewandelt hat, müssen nun auch diese angestammten<br />
Wohlstandsindikatoren inhaltlich den neuen Verhältnissen angepasst werden. Die beiden Schlüsselbegriffe, die<br />
den neuen volkswirtschaftlichen Nerv treffen heißen &quot;Zeit&quot; und &quot;Wissen&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Entstehung der postindustriellen Gesellschaft führt zunächst zu einem Überschuss an Zeit.. Für die Produktion<br />
der klassischen Güter wird immer weniger menschliche Arbeitskraft, also menschliche Lebenszeit, aufgewendet<br />
werden. Des Überschußes entledigt man sich in Form der Arbeitslosigkeit. Diese &quot;Verwendung&quot; ist &#8211; wie alle<br />
wissen &#8211; überaus nachteilig.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Für viele andere hingegen ist Zeit Mangelware: Marketing-Strategen machen sich bereits Gedanken über eine<br />
kommende &quot;Aufmerksamkeitsökonomie&quot;. Der knappe Faktor in dieser volkswirtschaftlichen Variante wäre nicht<br />
mehr das Geld des Konsumenten, sondern vielmehr seine Aufmerksamkeit, also eigentlich seine Zeit. Diese allein<br />
wird man in Zukunft bezahlen: es wird heute überlegt, ob man Kunden nicht für das Lesen von Werbung bezahlen<br />
soll &#8211; ein neues Betätigungsfeld  für Arbeitslose.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der zweite bestimmende Faktor der<br />
postindustrielle Gesellschaft ist das Wissen. In der<br />
&quot;Wissensgesellschaft&quot; sind die Informationen dank des Internets und<br />
anderer Technologien überall schnell verfügbar. Allerdings braucht es<br />
wiederum Zeit, um dieses Wissen zu bewerten, in Zusammenhang zu setzen<br />
und schließlich verwertbar zu machen. Diejenigen, die Zeit haben, also<br />
die Verlierer der schönen neuen postindustriellen Welt, verfügen meist<br />
nicht über das know-how, um in der Wissens-Wirtschaft erfolgreich<br />
mitzumischen.<br />
So erklärt sich der gegenwärtige Zustand, das auf der einen Seite gut 4<br />
Millionen Arbeitslose mit vergleichsweise viel verfügbarer Zeit stehen<br />
und auf der anderen Seite die Gewinner der nachindustriellen<br />
Gesellschaft immer mehr arbeiten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wie auch zuvor in der industriellen Gesellschaft bleibt das System letztlich ungerecht. Nur die Faktoren der<br />
Wohlstandsverteilung tragen andere Namen: Wer den Rohstoff Wissen hat, braucht die Produktionsstätte<br />
Computer und die Zeit seiner Angestellten, um in kürzester Zeit ein weltweit verfügbares Produkt zu Geld zu<br />
machen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Vor dem geschilderten Hintergrund wird deutlich, das eine neue inhaltliche Bestimmung der Meßlatte für<br />
gesellschaftlichen Wohlstand akzeptiert werden muss. Das Bruttosozialprodukt wie wir es kennen ist veraltet.<br />
Genau genommen gibt es seit mindestens 30 Jahren gut begründete, weithin akzeptierte Kritik an diesem<br />
Meßwert: das BSP ignoriert nicht am Markt gehandelte Produkte und Leistungen (Eigenarbeit, Ehrenamt usw.).<br />
Es ist blind gegen Umweltschäden. Mehr noch: die kostenträchtige Beseitigung von Umweltschäden geht<br />
&quot;wohlstandssteigernd&quot; in das BSP ein, während eine unangetastete Umwelt keinen volkswirtschaftlichen<br />
Bilanzwert hat. Die Gleichheit oder Ungleichheit der Verteilung der Güter spielt bei der Ermittlung des BSP keine<br />
Rolle.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die veränderte Gesellschaft braucht also eine Ergänzung der Meßgrößen für Wohlstand, um sich selbst zu<br />
beschreiben. Aber nicht nur das Bruttosozialprodukt muss neue Perspektiven verfolgen, um einen gültigen<br />
gesellschaftlichen Wohlstandswert ausdrücken zu können, die Gliederung der Gesellschaft insgesamt muss<br />
anders aufgefasst und formuliert werden. Wenn die beschriebene Schere zwischen Arbeitenden ohne Zeit und<br />
Arbeitslosen mit Zeit nicht noch weiter auseinander brechen soll, brauchen wir eine Diskussion über die<br />
Gesellschaft, die auf die Arbeitsgesellschaft folgt. Der Begriff der Tätigkeitsgesellschaft beispielsweise<br />
berücksichtigt neben der klassischen Erwerbsarbeit noch andere Formen der Arbeit in einer Gesellschaft: die<br />
Felder Bildung, gesellschaftliches Engagement und Familie müssten in das Bruttosozialprodukt einfließen. Eine<br />
solche Größe, die die neuen gesellschaftlichen Zustände auch volkswirtschaftlich erfasst, kann unseren<br />
tatsächlichen Wohlstand reflektieren. Zeit, Bildung und Engagement würden uns dann auch faktisch reicher<br />
machen.<br />
</span></p>
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