<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Familienpolitik &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/familienpolitik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Thu, 16 Jan 2014 10:30:05 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Familienpolitik &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Digitale Bürgersprechstunde mit Sönke Rix (SPD)</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/digitale-buergersprechstunde-mit-soenke-six-spdersprechstunde-mit-soenke-six-spd-136870/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/digitale-buergersprechstunde-mit-soenke-six-spdersprechstunde-mit-soenke-six-spd-136870/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jan 2014 10:30:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Bürgersprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Sönke Rix]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[große Koalition]]></category>
		<category><![CDATA[Familienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Abgeordnete]]></category>
		<category><![CDATA[18. Bundestag]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=136870</guid>

					<description><![CDATA[Am Donnerstag, den 16. Januar, war der Bundestagsabgeordneten Sönke Rix (SPD) in der Digitalen Bürgersprechstunde zu Gast. 45 Minuten lang [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/rixdbsneu-1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-136869" alt="rixdbsneu-" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/rixdbsneu-1-630x420.jpg" width="630" height="420" /></a><strong>Am Donnerstag, den 16. Januar,</strong> war der Bundestagsabgeordneten <a href="http://www.soenke-rix.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sönke Rix </a>(SPD) in der Digitalen Bürgersprechstunde zu Gast. 45 Minuten lang beantwortete er Fragen rund um seinen Wahlkreis <a href="http://www.soenke-rix.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rendsburg-Eckernförde</a><strong> in Schleswig Holstein</strong>, die Vorhaben der großen Koalition und seinen Schwerpunkt Familienpolitik. Insbesondere die Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften und deren mangelhafte Umsetzung im Koalitionsvertrag wurde ausführlich mit Alexander, einem Bürger aus dem Wahlkreis von Sönke Rix, diskutiert. Weitere lokale Themen aus Schleswig Holstein waren der Kampf gegen Rechtsextremismus und das langwierige Bauprojekt Nord-Ostseekanal.<br />
Gemeinsam mit Achim Messerschmidt, Redakteur der <a href="http://www.shz.de/lokales/eckernfoerder-zeitung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eckernförder Zeitung</a>, führte Steffen Wenzel von politik-digital.de durch das Gespräch.<br />
<iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=VgTjKwFJ_28&amp;feature=player_detailpage" title="Digitale Bürgersprechstunde mit Sönke Rix (SPD)" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/VgTjKwFJ_28?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
<strong>Die bisherigen Ausgaben der Digitalen Bürgersprechstunde:</strong><br />
<strong><a href="http://politik-digital.de/digitale-buergersprechstunde-mit-dr-konstantin-von-notz-gruene/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dr. Eva Högl (SPD)</a>  </strong><br />
<strong><a href="http://politik-digital.de/digitale-buergersprechstunde-mit-dr-konstantin-von-notz-gruene/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dr. Konstantin von Notz (Grüne)</a></strong><br />
<strong><a href="http://politik-digital.de/digitale-buergersprechstunde-mit-halina-wawzyniak-die-linke/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Halina Wawzyniak (Die Linke)</a></strong><br />
<strong><a href="http://politik-digital.de/digitale-buergersprechstunde-mit-thomas-jarzombek-cdu-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thomas Jarzombek (CDU)</a></strong><br />
&nbsp;<br />
<strong>Die nächsten Termine für die Digitale Bürgersprechstunde 2014:</strong><br />
<strong>Mittwoch, 22. Januar,</strong> 14-15 Uhr: <a href="http://www.goering-eckardt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Katrin Göring-Eckardt</a><strong> (Grüne), </strong>Gotha und Ilm Kreis<strong><br />
</strong><br />
<strong>Montag, 27. Januar</strong>, 18-19 Uhr: <a href="https://www.ruedigerkruse.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rüdiger Kruse</a><strong> (CDU)</strong>, Hamburg Eimsbüttel<br />
<strong>Dienstag, 28. Januar,</strong> 18-19 Uhr: <a href="http://www.goering-eckardt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tabea Rößner</a> <strong>(Grüne)</strong>, Mainz<br />
<strong>Donnerstag, 13. Februar,</strong> 17-18 Uhr: <a href="http://www.ulrich-kelber.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ulrich Kelber</a> <strong>(SPD)</strong>, Bonn<br />
Alle unbeantworteten Fragen können Sie hier nachlesen (PDF)<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Unbeantwortete-Fragen-Digitale-Bürgersprechstunde.pdf">Unbeantwortete Fragen Digitale Bürgersprechstunde</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens.png"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-121978" alt="CC-BY-SA-Lizenz" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-630x110.png" width="327" height="57" /></a><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/digitale-buergersprechstunde-mit-soenke-six-spdersprechstunde-mit-soenke-six-spd-136870/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Nach wie vor haben Mütter oft Nachteile im Beruf&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/nach-wie-vor-haben-muetter-oft-nachteile-im-beruf-4141/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/nach-wie-vor-haben-muetter-oft-nachteile-im-beruf-4141/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Nov 2008 09:30:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Tag des Dialogs]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Metker]]></category>
		<category><![CDATA[Familienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[ProDialog]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesfamilienministerium]]></category>
		<category><![CDATA[BMFSFJ]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/nach-wie-vor-haben-muetter-oft-nachteile-im-beruf-4141/</guid>

					<description><![CDATA[Zum &#34;Tag des Dialogs&#34; am 11. November 2008, lud die Initiative ProDialog Dr. Thomas Metker zum Chat ein. Der Referatsleiter - „Grundsatzangelegenheiten, Familienbezogene Leistungen“ - im Bundesfamilienministerium beantwortete die Fragen der Chatgäste zum Thema: „Wem hilft was? Unterstützung und Mittelverteilung in der deutschen Familienpolitik“.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum &quot;Tag des Dialogs&quot; am 11. November 2008, lud die Initiative ProDialog Dr. Thomas Metker zum Chat ein. Der Referatsleiter &#8211; „Grundsatzangelegenheiten, Familienbezogene Leistungen“ &#8211; im Bundesfamilienministerium beantwortete die Fragen der Chatgäste zum Thema: „Wem hilft was? Unterstützung und Mittelverteilung in der deutschen Familienpolitik“.<!--break--> </p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Maggie:</b><br />
Was macht das Bundesfamilienministerium gegen Kinderarmut in<br />
Deutschland? Warum ist die Zahl von Kindern in Armut in einem so<br />
reichen Land wie Deutschland so hoch und steigt dazu noch die ganze<br />
Zeit?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Das Thema Armut muss man sehr differenziert betrachten. Es ist in der<br />
Tat richtig, dass es in einem so reichen Land wie Deutschland schwer<br />
verständlich ist, dass es arme Menschen geben kann. Wenn wir uns die<br />
Ursachen der Armut ansehen, dürfen wir nicht nur auf Geldleistungen<br />
schauen, sondern wir müssen uns die verschiedenen Facetten von Armut<br />
ansehen. Wichtig ist, dass es in der Familie Erwerbseinkommen gibt,<br />
weil ein Staat nicht auf Dauer wegfallendes Einkommen ersetzen kann.<br />
Insofern ist der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit wichtig um den<br />
Familien wirtschaftliche Sicherheit zu geben.  Darüber hinaus ist<br />
das Thema Infrastruktur wichtig, wie z.B. der Ausbau der<br />
Kinderbetreuung, was nicht nur für die Bildung der Kinder wichtig<br />
ist und somit präventiv wirkt, sondern auch für die Vereinbarkeit<br />
von Beruf und Familie von Bedeutung ist.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Grit:</b><br />
Mein Sohn ist acht Monate alt und mein Mann sieht ihn in der Woche<br />
quasi nicht, weil er so lange arbeitet. Sich wirklich um Kinder zu<br />
kümmern bedeutet für ihn und für viele Väter einen Karriereknick.<br />
Herr Metker, sind die Vätermonate da nicht nur ein Feigenblatt und<br />
was tut die Politik sonst noch?</p>
<p><b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Nun, wir müssen sehen, was sich in den letzten Jahren in puncto<br />
Vereinbarkeit von Familie und Beruf verändert hat. Trotzdem müssen<br />
wir dort immer noch viel machen. Wir haben in den vergangenen Jahren<br />
für unsere Aktivitäten viele starke Partner gewinnen können, die<br />
uns unterstützen. Dazu gehören auch die Wirtschaftsverbände, die<br />
sich in den letzten Jahren zunehmend für das Thema geöffnet haben.<br />
Das Elterngeld ist familienpolitisch eine gute Maßnahme und bringt<br />
den Familien wirtschaftliche Sicherheit im ersten Jahr nach der<br />
Geburt eines Kindes. Die Partnermonate sind Motivation des jeweils<br />
Anderen &#8211; meistens des Vaters &#8211; für eine Zeit aus dem Beruf<br />
auszusteigen und sich um das Kind zu kümmern. Wir beobachten<br />
erfreut, wie die Zahl der Väter, die Elterngeld beantragen, deutlich<br />
gestiegen ist. Während das Erziehungsgeld von nur 3,5 Prozent der<br />
Väter in Anspruch genommen wurde, sind es mittlerweile knapp 15<br />
Prozent der Väter, die Elterngeld in Anspruch nehmen. Den<br />
Mentalitätswandel können wir aber nicht per Gesetz verordnen. Hier<br />
sind zum Einen auch die Väter gefragt, ihre Interessen<br />
durchzusetzen, so, wie die Frauen das schon seit Jahrzehnten mussten.<br />
Zum Anderen wird der demographische Wandel und der Fachkräftemangel<br />
auch die Unternehmen zunehmend zum Umdenken bewegen.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Unsere Chatterinnen und Chatter konnten vorab bereits Fragen stellen<br />
und über diese abstimmen. Folgende war darunter:</p>
<p><b>Gunna:</b><br />
Was macht aus Ihrer Sicht mehr Sinn? Eine Kindergelderhöhung oder<br />
die Einbehaltung eines Mehrbetrages zur Schaffung von Krippenplätzen?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Wir können das Eine nicht gegen das Andere ausspielen. Eltern und<br />
Kinder benötigen beides. Die Einführung des Elterngeldes und der<br />
Ausbau der Kinderbetreuung waren erste wichtige Schritte für die<br />
wirtschaftliche Stabilisierung der Familie und eine bessere<br />
Vereinbarkeit. Wir wissen, dass mit wachsender Kinderzahl bestimmte<br />
Kosten sprunghaft steigen, z.B. größere Wohnung, größeres Auto,<br />
länger laufende Waschmaschine. Ein Kindergeld in der gestaffelten<br />
Form, wie es vom Bundeskabinett verabschiedet worden ist, unterstützt<br />
Familien ganz gezielt. Deshalb brauchen Familien die<br />
Kindergelderhöhung UND die Schaffung von Krippenplätzen.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Eine Nachfrage:</p>
<p><b>alcatraz:</b><br />
Und wieso dauert die Auszahlung des Elterngeldes so lange? Zum Teil<br />
müssen die Menschen ja monatelang darauf warten.</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Das Elterngeld wird von Stellen, die von den Landesregierungen<br />
bestimmt worden sind, ausgezahlt. Die Neueinführung des Elterngeldes<br />
war sicher für die Verwaltung eine große Herausforderung. Die<br />
Bearbeitungszeiten in den Bundesländern sind nach unseren Abfragen<br />
sehr unterschiedlich. Insofern können wir nicht davon sprechen, dass<br />
es ständig zu langen Wartezeiten kommt. Diese kommen sicherlich aber<br />
vereinzelt vor.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Franky:</b><br />
Was spricht eigentlich dagegen den Zeitraum für das Elterngeld zu<br />
verlängern? Thanx.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Das Elterngeld soll wegfallendes Einkommen zu 67 Prozent ersetzen.<br />
Bei der Geburt des ersten Kindes sind Frauen heute im Schnitt knapp<br />
unter 30 Jahre alt. Fast immer sind sie zuvor erwerbstätig und haben<br />
eigenes Einkommen. Die Geburt eines Kindes führt dazu, dass ein<br />
Einkommen wegfällt. Diesen Einkommenseinbruch soll das Elterngeld<br />
abfedern. Wenn man sich Befragungen anschaut, wollen die meisten<br />
Mütter und Väter auch schnell wieder in den Beruf, um den Anschluss<br />
nicht zu verlieren. Deshalb bietet das Elterngeld eine einjährige<br />
Schonfrist und der Ausbau der Kinderbetreuung ermöglicht es den<br />
Eltern, wieder erwerbstätig zu sein und ihre Kinder gut aufgehoben<br />
zu wissen.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>alcatraz:</b><br />
Aber es war doch keine Überraschung, dass das Elterngeld eingeführt<br />
wird! Wie können die Bearbeitungszeiten so lang sein?</p>
<p><b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Wenn man sich das Gesetzgebungsvorhaben ansieht und die Abstimmung<br />
mit den Ländern, waren die notwendigen vorbereitenden Arbeiten in<br />
den zuständigen Behörden schon sehr herausfordernd. Da z.B. auch<br />
Software neu geschrieben werden musste und die Sachbearbeitungen sich<br />
intensiv einarbeiten mussten. Nach unseren Erkenntnissen sind dies<br />
Anfangsschwierigkeiten. Das wird zunehmend besser werden.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Vincent:</b><br />
Wie kann das Familienministerium die Zahl der Betreuungsplätze für<br />
unter Dreijährige erhöhen? Die Kindergartenplätze liegen doch im<br />
Aufgabenbereich der Kommunen?</p>
<p><b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Der Ausbau der Kinderbetreuung ist originär eine Aufgabe von Ländern<br />
und Kommunen.
</p>
<p>
Wir<br />
haben nach dem Tagesbetreuungsausbaugesetz jedoch festgestellt, dass<br />
der Ausbau nicht in dem Maße voranschreitet, wie wir uns das<br />
gewünscht hätten. Deshalb hat Frau von der Leyen sich so stark für<br />
den Ausbau eingesetzt und in einem Kraftakt nicht nur Geld des Bundes<br />
zur Verfügung stellen können, sondern sich auch noch mit den<br />
Ländern und Kommunen auf gemeinsame Ziele verständigen können.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Pamela:</b><br />
Ich bin junge Mutter und Studentin. Ganz ehrlich: Ich lebe am<br />
Existenzminimum, weil ich nicht genug finanzielle Unterstützung<br />
erhalte. Aber was mir das alles erschwert ist die Krippensituation,<br />
denn ich kriege einfach keinen Platz für mein Kind an der Nähe der<br />
Uni. Müsste ich nicht als junge, alleinerziehende Mutter da<br />
vorgezogen werden? </p>
<p><b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Die Situation von alleinerziehenden Studierenden ist in der Tat oft<br />
schwierig. Die Hochschulen bieten sehr unterschiedliche<br />
Unterstützungsmöglichkeiten an, z.B. gibt es Teilzeitstudiengänge<br />
oder bei der Vergabe von Betreuungsplätzen Prioritätensetzungen.<br />
Insofern wäre es sicherlich gut, wenn die Studierendenvertretungen<br />
auch auf die besonderen Bedürfnisse von Studierenden mit Kindern und<br />
alleinerziehenden Studierenden stärker eingehen würden. Unabhängig<br />
davon stehen Ihnen natürlich die üblichen Familienleistungen, wie<br />
z.B. Kindergeld etc., zur Verfügung.</p>
<p><b>Andrea<br />
Kaise:</b><br />
Die üblichen Betreuungszeiten von Kindergärten sind viel zu<br />
unflexibel. Kann das Familienministerium nicht Anreize schaffen, dass<br />
die Einrichtungen die Öffnungszeiten flexibler gestalten?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Da die Kinderbetreuung in die Zuständigkeit der Länder und Kommunen<br />
fällt, haben wir nur sehr begrenzte Möglichkeiten, einzuwirken. Wir<br />
haben allerdings vor einigen Jahren z.B. die Initiative Lokale<br />
Bündnisse für Familie auf den Weg gebracht. Davon gibt es<br />
mittlerweile bundesweit über 500, die sich zur Aufgabe gemacht<br />
haben, für bestimmte Fragen, die vor Ort auftreten, geeignete<br />
Lösungen zu finden. In den lokalen Bündnissen gibt es gute<br />
Beispiele, wie die Verantwortlichen in den Kommunen sich<br />
zusammensetzen und eine bessere Abstimmung von Öffnungszeiten der<br />
Kinderbetreuungseinrichtungen und Arbeitszeiten der Eltern erreicht<br />
haben.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Damit ist vielleicht auch schon diese Rückmeldung zum Thema Studium<br />
und alleinerziehende Eltern in Teilen beantwortet:</p>
<p><b>Pamela:</b><br />
Alles schön und gut. Aber ich will ja gerade mein Studium<br />
rechtzeitig abschließen, um dem Staat nicht länger auf der Tasche<br />
zu liegen. Aber das wird mir allein schon dadurch erschwert, dass die<br />
Kindergärten nicht so lange aufhaben, wie die Seminare in der Uni<br />
gehen.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Wenn die Öffnungszeiten flexibel genug gestaltet sind, ist es<br />
sicherlich auch möglich, im Rahmen des &quot;normalen&quot;<br />
Universitätsbetriebs das Studium zu beenden. Auf der anderen Seite<br />
sollten Sie aber auch sehen, dass Sie zwei wichtige Aufgaben zu<br />
erfüllen haben, nämlich die Erziehung Ihres Kindes und den<br />
Abschluss des Studiums. Da dürfen Sie sich nicht überfordern.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Ben:</b><br />
&quot;Herdprämie&quot;, &quot;Wickelvolontariat&quot;, &quot;Gedöns&quot;?<br />
Familienpolitik wird in Deutschland schnell lächerlich gemacht. Was<br />
tut die Politik, damit mehr Leute und Unternehmen das vermeintliche<br />
&quot;weiche&quot; Thema endlich ernst nehmen und mit anpacken?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Ich denke, wenn wir die familienpolitische Diskussion in den<br />
vergangenen Jahren verfolgen, wird deutlich, dass Familienpolitik<br />
durchaus als hartes Politikfeld gesehen wird. Wir arbeiten mit den<br />
Wirtschaftsverbänden zusammen, haben zahlreiche Studien in Auftrag<br />
gegeben, die belegen, dass familienfreundliche Maßnahmen auch für<br />
die Unternehmen Rendite bringen.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>hans:</b><br />
Gute Kinderbetreuung braucht qualifizierte Erzieher/innen. Was tut<br />
das Familienministerium, um vor allem die Tagesmütter besser<br />
auszubilden?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Beim geplanten Ausbau der Kinderbetreuung spielt die<br />
Kindertagespflege eine herausragende Rolle. Als Ziel sollen 30<br />
Prozent des Ausbauangebotes in Form von Kindertagespflege<br />
bereitgestellt werden. Das Bundesfamilienministerium hat ein<br />
Aktionsprogramm ausgearbeitet, durch das gezielt die<br />
Kindertagespflege gefördert werden und das flexibel auf die<br />
spezifischen Anforderungen eingehen soll. Als Bund haben wir<br />
Leuchtturmprojekte initiiert und zusammen mit dem deutschen<br />
Jugendinstitut ein Curriculum zur Kindertagespflege erarbeitet. Die<br />
Länder sind bei dieser Aufgabe aber stärker gefragt.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Larissa:</b><br />
Wie sehen Sie die Familienfreundlichkeit Deutschlands in europäischen<br />
Vergleich, z.B. mit Schweden oder Finnland?</p>
<p><b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Die Frage muss man differenziert beantworten. Hinsichtlich des<br />
finanziellen Transfers steht Deutschland im internationalen Vergleich<br />
im oberen Drittel. Bezüglich der Infrastruktur (z.B.<br />
Kinderbetreuung, familienunterstützende Dienstleistungen) ist uns<br />
eine Reihe von Nachbarstaaten voraus. Wir haben uns bei unseren<br />
familienpolitischen Maßnahmen immer auch im Ausland umgeschaut,<br />
welche beispielhaften Lösungen es gibt. Beispielsweise haben wir<br />
beim Elterngeld nach Skandinavien geschaut. Bezüglich verschiedener<br />
Gutscheinsysteme für familienunterstützende Dienstleistungen können<br />
wir nach Frankreich sehen, wo es auch im Bereich der Kinderbetreuung<br />
gute Bespiele gibt.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Wollen wir einige Minuten verlängern, Herr Metker?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Ja, gerne, ich habe noch 10 Minuten Zeit.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Clara:</b><br />
Wie soll die Gleichstellung berufstätiger Frauen / Mütter umgesetzt<br />
werden, die in ihrer Berufstätigkeit nach wie vor mit<br />
Einschränkungen leben oder zu rechnen haben? Wie wird der berufliche<br />
Wiedereinstieg gefördert und vereinfacht? Wie soll konkret umgesetzt<br />
werden, dass Frauen nicht länger weniger verdienen und bereits beim<br />
Berufseinstieg geringere Chancen bekommen, wenn sie Kinder haben?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Es ist richtig, nach wie vor haben Mütter oft Nachteile im Beruf.<br />
Wenn wir uns den internationalen Vergleich ansehen, wird vor allen<br />
Dingen deutlich, dass in Deutschland Mütter mit mehreren Kindern<br />
sehr große Schwierigkeiten haben, in den Beruf zurückzukehren und<br />
Mütter, die lange aussetzen. Wer<br />
lange aussetzt, hat auch immer noch Nachteile bei der Höhe des<br />
Erwerbseinkommens. Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen<br />
in Deutschland liegen bei über 20 Prozent. Um Müttern den<br />
Wiedereinstieg zu erleichtern, hat Frau von der Leyen, zusammen mit<br />
der Bundesagentur für Arbeit, ein gemeinsames Programm aufgelegt.<br />
Details dazu kann<br />
man unter www.bmfsfj.de nachlesen.</p>
<p>
<b>Herbert:</b><br />
Warum wird nur die Ehe steuerlich gefördert, obwohl es längst<br />
andere auf Dauer angelegte Lebensformen gibt?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Im Einkommensteuerrecht wird grundsätzlich jede und jeder<br />
Steuerpflichtige mit ihrem bzw. seinem zu versteuernden Einkommen<br />
nach dem Einkommensteuergrundtarif besteuert. Lediglich für nicht<br />
dauernd getrennt lebende Ehegatten besteht die Möglichkeit der<br />
Zusammenveranlagung unter Anwendung des Splitting-Verfahrens.<br />
Hinsichtlich der steuerlichen Berücksichtigung von Kindern werden<br />
alle Eltern gleich behandelt. Bei der Besteuerung der Eltern wird ein<br />
Betrag in Höhe des Existensminimums ihrer Kinder steuerfrei<br />
belassen. Dies wird durch Kindergeld bzw. die Freibeträge für<br />
Kinder bewirkt.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>dimi_s:</b><br />
Was sind Kindergartenplätze so teuer? Wer sich das nicht leisten<br />
kann, muss zu Hause bleiben, und kann nicht arbeiten gehen!
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Die Gebühren für Kindergartenplätze werden in den Kommunen<br />
gestaltet und sind sehr unterschiedlich. Einige Kommunen haben eine<br />
sehr differenzierte Staffelung nach dem Elterneinkommen, andere sind<br />
da weniger differenziert.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
So, wir sind auch kurz vor Ende unseres Chats zum Tag des Dialogs.<br />
Leider die letzte Frage für heute:
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>albert<br />
Z.:</b><br />
Als Vater ist es immer noch schwierig für eine bestimmte Zeit aus<br />
dem Beruf aus- und dann wieder einzusteigen. Kann das Ministerium<br />
nicht mal Aktionen machen, die das Ansehen von Vätern stärkt, die<br />
den Schritt wagen?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Ich denke, dass wir durch die Diskussionen zum Elterngeld und durch<br />
unsere Evaluationsschritte für dieses Gesetz eine Menge öffentlicher<br />
Reaktionen erreicht haben. Das führt dazu, dass sich alle<br />
gesellschaftlichen Gruppen auch mit dem Rollenverständnis von<br />
Müttern und Vätern auseinandersetzen. Ich glaube, wir sind auf<br />
einem guten Weg, dass Väter nicht mehr nur als Ernährer ihrer<br />
Familie gesehen werden, sondern auch in ihrer wichtigen Aufgabe für<br />
die Betreuung und Erziehung ihrer Kinder zunehmend akzeptiert werden.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Das war unser Chat zum Tag des Dialogs. Einen ganz besonderen Dank an<br />
unseren Gast Thomas Metker für die kompetenten Antworten und vielen<br />
Dank an die Chatterinnen und Chatter für die vielen Fragen. Wir<br />
entschuldigen uns bei denjenigen, deren Fragen wir aus Zeitgründen<br />
nicht stellen konnten. Das Chatteam wünscht allen Beteiligten noch<br />
einen schönen Tag.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/nach-wie-vor-haben-muetter-oft-nachteile-im-beruf-4141/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Doppelchat: Tag des Dialogs</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/projekt/doppelchat-tag-des-dialogs-4124/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/projekt/doppelchat-tag-des-dialogs-4124/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Nov 2008 16:41:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[ProDialog]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesfamilienministerium]]></category>
		<category><![CDATA[Projektvorstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesumweltministerium]]></category>
		<category><![CDATA[ProDialog-Chat]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Familienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Energiepolitik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/doppelchat-tag-des-dialogs-4124/</guid>

					<description><![CDATA[Am Tag des Dialogs am 11. November sind ab 11 Uhr zwei Vertreter aus Bundesministerien zu Gast im Chat der Initiative ProDialog. <a href="http://www.t88198792.de/chat/index.php?cid=196&#38;id=prodialog#" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Diskutieren Sie hier aktuelle Fragen der Bundespolitik!</a> ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Tag des Dialogs am 11. November sind ab 11 Uhr zwei Vertreter aus Bundesministerien zu Gast im Chat der Initiative ProDialog. <a href="http://www.t88198792.de/chat/index.php?cid=196&amp;id=prodialog#" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Diskutieren Sie hier aktuelle Fragen der Bundespolitik!</a> <!--break--></p>
<p>
Wie können politische Inhalte besser vermittelt und drängende Fragen der Bürgerinnen und Bürger besser beantwortet werden? Um das herauszufinden, hat die Initiative ProDialog den Tag des Dialogs ins Leben gerufen. Am 11. November können Sie gleich zu zwei wichtigen Themen mitreden:
</p>
<p>
<b>Das sind die Gäste:</b>
</p>
<p>
11-12 Uhr: Franzjosef Schafhausen, Bundesumweltministerium zum Thema „Bleibt Energie bezahlbar? Explodierende Energiepreise als umweltpolitische Herausforderung“
</p>
<p>
12-13 Uhr: Dr. Thomas Metker, Bundesfamilienministerium zum Thema „Wem hilft was? Unterstützung und Mittelverteilung in der deutschen Familienpolitik“</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/projekt/doppelchat-tag-des-dialogs-4124/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Familienbildung in Deutschland Anfang der 90er Jahre</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/familienbildung_in_deutschland_anfang_der_90er_jahre-68/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/buecherreport/familienbildung_in_deutschland_anfang_der_90er_jahre-68/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:44:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Familienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderlosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Demografie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/familienbildung_in_deutschland_anfang_der_90er_jahre-68/</guid>

					<description><![CDATA[von Juliane Roloff und Jürgen Dorbritz (Hg.)</b><p>Damit sich eine Gesellschaft reproduziert, ist eine Geburtenrate von durchschnittlich 2,1 Kindern pro Frau nötig. In Deutschland liegt dieser Wert mit 1,36 etwas unter dem Schnitt der EU-Länder (1,44/Werte von Eurostat für 1997). Welche Realität steckt hinter dieser summarischen Zahl? Haben heute die meisten Paare nur noch ein Kind?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>von Juliane Roloff und Jürgen Dorbritz (Hg.)<br />
Damit sich eine Gesellschaft reproduziert, ist eine Geburtenrate von durchschnittlich 2,1 Kindern pro Frau nötig. In Deutschland liegt dieser Wert mit 1,36 etwas unter dem Schnitt der EU-Länder (1,44/Werte von Eurostat für 1997). Welche Realität steckt hinter dieser summarischen Zahl? Haben heute die meisten Paare nur noch ein Kind? Wo liegen die Gründe? Wie sehen heute die Familien aus? Auf diese Fragen gibt ein umfangreiches Buch Antwort, das auf den Ergebnissen einer 1992 durchgeführten Umfrage unter 10.000 Männern und Frauen in ganz Deutschland fußt.<br />
<strong>Ost-West-Unterschiede</strong><br />
Gut sichtbar werden dabei zahlreiche Unterschiede zwischen den alten und den neuen Bundesländern, die zumindest 1992 noch sehr deutlich waren. Insbesondere wurden in der DDR Familien früher gegründet als im Westen: Bei der Geburt des ersten Kindes waren die Eltern zumeist zwischen 20 und 24 Jahre alt. Ein weiterhin fortwirkender Einfluß der Gesellschaft der DDR ist die hohe Erwerbsneigung der Frauen, auch nach der Geburt von Kindern. Im Westen hingegen ist die Ein-Verdiener-Hausfrauenehe immer noch die häufigste Form der Partnerschaft, wenn Kinder vorhanden sind. Zum Zeitpunkt der Erhebung waren viele Ostdeutsche sehr unzufrieden mit ihrem Einkommen, und die verständliche Angst vor weiteren sozio-ökonomischen Veränderungen führte viele zu einer Verschiebung der Familiengründung oder zur Beschränkung auf ein Kind.<br />
<strong>Polarisierung der Gesellschaft</strong><br />
Der Rückgang der durchschnittlichen Geburtenzahl über die letzten Jahrzehnte hat sich nicht als Trend zur Ein-Kind-Familie vollzogen. Vielmehr entscheiden sich nach wie vor die meisten Paare, die ein Kind haben, auch für ein zweites, manche für ein drittes Kind. Stetig angestiegen ist aber die Zahl Kinderloser. Für die 1965 geborenen westdeutschen Frauen wird erwartet, daß ca. 30 Prozent von ihnen kinderlos bleiben. Die Forscher stellen eine Polarisierung unserer Gesellschaft fest: Einem immer noch großen Familiensektor (der neben klassischen Ehen auch freie Partnerschaften und Alleinerziehende mit Kindern umfaßt) steht ein wachsender Sektor vollerwerbstätiger Alleinstehender oder älterer kinderloser Paare gegenüber.<br />
<strong>Gründe der Kinderlosigkeit</strong><br />
95 % der 20-24jährigen wünschen sich Kinder. Wie kommt es dann, daß gleichwohl ein viel höherer Anteil als die 5 %, die keinen Kinderwunsch haben, letztlich kinderlos bleibt? Sozio-ökonomisch betrachtet gibt es zwei Gruppen von Frauen, in denen die Kinderlosigkeit besonders verbreitet ist: zum einen sind dies gut ausgebildete, berufstätige Frauen, zum anderen Frauen mit geringem Einkommen (das aber noch oberhalb des Existenzminimums liegt). Es ist keineswegs so, daß es auf der Ebene der Lebensziele eine allgemeine Konkurrenz zwischen Kinderwunsch und anderen Zielen (materielle und berufliche Ziele, Selbstverwirklichung) gibt. Im wesentlichen gibt es drei Gründe für Kinderlosigkeit: 1. Die Partnersituation. 2. Das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. 3. Die materiellen und außerfamiliären Orientierungen, die mit dem Alleinleben verknüpft sind.<br />
<strong>Was kann die Familienpolitik bewirken?</strong><br />
Sowohl nach Ansicht der Autoren dieses Bandes als auch nach Ansicht der 10.000 befragten Bundesbürger kann die Familienpolitik nicht dafür sorgen, daß mehr Kinder geboren werden. Zum einen fehlen ihr dazu die Mittel. Zum anderen werden große Teile der Menschen, nämlich die Kinderlosen über 30 von dieser Politik nicht mehr erreicht. Die &#8220;strukturelle Rücksichtslosigkeit&#8221; unserer Gesellschaft gegenüber Familien kann von der Politik nicht wettgemacht werden. Unter den gegebenen Umständen &#8211; nämlich der nur schwer realisierbaren Vereinbarkeit von Mutterschaft und Beruf, ergänzt durch finanzielle Einbußen und die Kosten, die mit Kindern verbunden sind &#8211; ist das Verhalten Kinderloser gut nachvollziehbar und im Sinne der Wirtschaftswissenschaft rational. Die Erwartungen der Familien an die Familienpolitik sind hoch, die Zufriedenheit mit ihr war 1992 niedrig. Die Forderungen an die Familienpolitik beziehen sich v.a. auf drei Bereiche: 1. Die Verbesserung der Wohnsituation von Familien. 2. Die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Familie. 3. Die finanzielle Besserstellung von Familien (insbes. durch Steuererleichterungen). Der Geldwert der Betreuung eines Kindes bis zum 18. Lebensjahr wird auf DM 450.000 geschätzt (auf Basis des Gehaltes einer Kindergärtnerin). Entgangener Lohn aus verhinderter Erwerbstätigkeit ist hier nicht eingerechnet. Familienpolitik muß mehr Gerechtigkeit in der Lastenverteilung zwischen Familien und Nichtfamilien schaffen. Will sie darüber hinaus auch einen (noch so bescheidenen) demographischen Effekt erzielen, muß sie bei der Altersgruppe der 20 bis 30jährigen ansetzen. Denn die Ergebnisse der Familienstudie zeigen, daß Kinderlosigkeit bei den meisten nicht von vornherein geplant ist, sondern eine Folge der Unvereinbarkeit an sich gleichgewichtiger persönlicher Ziele und der Verfestigung eines berufs- und freizeitorientierten Lebensstils. Der Kinderwunsch wird also bei vielen immer wieder hinausgeschoben, bis er schließlich aufgegeben wird.<br />
Fazit: Wer sich für Familiensoziologie und -politik interessiert, wird in diesem Buch zahlreiche bemerkenswerte Ergebnisse finden. Den meisten Autoren gelingt es auch, die Sachverhalte in einer recht verständlichen Sprache darzubieten. Lediglich das sechste Kapitel ist für Nichtfachleute schwer zu lesen. Wünschenswert wäre sicher ein früheres Erscheinen dieses Bandes gewesen, da zwischen der Datenerhebung und dieser umfassenden Ergebnisdarstellung (der allerdings zahlreiche Darstellungen von Einzelergebnissen bzw. -themen vorausgingen) sieben Jahre vergangen sind.<br />
<strong>Titel:</strong> Demographische Trends, Bevölkerungswissenschaft und Politikberatung.Untertitel: Aus der Arbeit des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung ( BIB), 1973 bis 1998. ( Schriftenreihe des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, 28).Verlag: Leske Verlag + Budrich GmbH; Herausgeber: Höhn; Einband: KartoniertSeiten: 173 S.Erscheinungsjahr: 1998ISBN:3-8100-2227-6<br />
<strong>Preis:</strong>DM 42.00, OES 307.00, SFR 39.00,<br />
<strong>Bei BOL:</strong> <a href="http://www.bol.de/cec/cstage?ecaction=boldeeplink&amp;template=bolproductview.de.htm&amp;PrdId=168659285&amp;referrer=011104130001">&#8220;Demographische Trends, Bevölkerungswissenschaft und Politikberatung&#8221;</a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/buecherreport/familienbildung_in_deutschland_anfang_der_90er_jahre-68/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Familien diskutieren im Netz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-partizipation-familienportale060607-shtml-2645/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-partizipation-familienportale060607-shtml-2645/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jun 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[Familienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/egovernment-partizipation-familienportale060607-shtml-2645/</guid>

					<description><![CDATA[Strategie und Attraktivität der Online-Diskussion]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Strategie und Attraktivität der Online-Diskussion<!--break-->
                            </p>
<p>Die DEMOS-Plattform, die in Hamburg schon für mehrere Projekte eingesetzt wurde, unter anderem für eine<br />
                            <a href="http://www.hamburg-haushalt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Diskussion</a> über die Haushaltsplanung der Stadt, setzt auf einen Dialog in drei Phasen: In der ersten Phase diskutieren die Nutzern in einem zentralen Forum über ihre Vorschläge, ihre Kritik und ihre Anregungen. In der zweiten Phase werden thematisch gegliederte Unterforen eingerichtet, wo die bisherigen Beiträge weiterentwickelt werden können. Die Foren werden von einem Moderatorenteam begleitet.<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikis</a> geben jedem Nutzer die Möglichkeit, Anregungen konkret auszuformulieren – dabei werden auch eventuelle Hindernisse berücksichtigt. Abschließend werden die Ergebnisse überprüft und von Nutzern und Moderatoren bewertet.</p>
<p>„Die Vorteile des Internets, z.B. Schnelligkeit und Zeitungebundenheit, können genutzt werden. Gerade Familien, die aufgrund von Zeitknappheit nicht an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen können, können aber an der Internetdiskussion teilnehmen. Familienhaushalte sind zudem diejenigen Haushalte mit der höchsten Zugangsdichte zum Internet,“ beschreibt Börger die Gründe, einen Online-Dialog zum Thema Familienpolitik einzurichten. Die Attraktivität von Online-Bürgerbeteiligung liege besonders in der Nutzerfreundlichkeit und Funktionalität der Plattform begründet, erklärt Rolf Lührs von der TuTech GmbH: „Die Nutzer haben das Gefühl, dass ihre Stimme gehört und ernst genommen wird.“ Neben einer ernsthaften Diskussionsathmosphäre biete das Portal aber durchaus auch Spaß durch einen spielerischen Zugang zum Thema und viele Features.</p>
<p>
                              <strong>Norden und Süden im Vergleich</strong>
                            </p>
<p>Als Besonderheit gab es in Hamburg und in München so zum Beispiel Diskussionen mit Experten zum Thema Familienpolitik. Hier wurden Fragen gestellt, aber auch Kritik geäußert und Anregungen gegeben. „Das war auch eine gute Erfahrung für die Verwaltung, da sie hier eine positive Art der Bürgerbeteiligung gezeigt bekamen, die sich auf Infoveranstaltungen und Podiumsdiskussionen eher selten zeigt,“ erläutert Rolf Lührs.</p>
<p>In Hamburg gab es zusätzlich Tagebuchberichte von zwei Müttern aus unterschiedlichen Wohnsituationen – eine berichtete von ihrem gar nicht so geruhsamen Leben im Alten Land, die andere vom Großstadttrubel mit Kind. Eine Kid´s Corner sollte speziell das ganz junge Publikum ansprechen und nach seinen Wünschen fragen, war aber leider weder in Hamburg noch in München gut besucht. Des Weiteren standen viele Hintergrundinformationen zur Verfügung, mit denen die Nutzer sich vor und während der Diskussion einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Familienpolitik verschaffen konnten.</p>
<p>Laut Rolf Lührs zeigten sich beim Nutzerverhalten im Norden und Süden der Republik durchaus Gemeinsamkeiten. Die Teilnehmerzahlen waren vergleichbar, lagen in Hamburg noch etwas höher als in München, wo sich etwa 300 Nutzer beteiligten. Überraschend für Lührs war der große Frauenanteil unter den Diskussionsteilnehmern, er lag bei etwa 60 Prozent: „Normalerweise werden Online-Partizipationsangebote stärker von Männern genutzt. Familienexperten fanden den für das Themengebiet ungewöhnlich hohen Männeranteil überraschend.“</p>
<p>Es ließen sich auch Unterschiede erkennen: „In Hamburg bestand am Anfang die Tendenz, das Thema in einem allgemeineren politischeren Kontext zu diskutieren, da der Senat im Vorfeld einige Sparmaßnahmen erlassen hatte, von denen natürlich auch Familien betroffen sind,“ meint Lührs. „Hier herrschte deswegen zu Beginn eine kritischere Grundstimmung.“ Lob für das Projekt gab es aber in beiden Städten.</p>
<p>
                              <strong>Erfolgsfaktoren</strong>
                            </p>
<p>Der Erfolg des Projektes lässt sich nach Lührs an mehreren Faktoren festmachen. „Das Portal bietet eine innovative Art der Beteiligung. In der Kürze der Zeit kam in München eine Menge Input für die Leitlinie zusammen. Auch wenn die Diskussion nicht repräsentativ war, bekommt die Stadtverwaltung ein Gefühl für die Bedürfnisse der Familien.“ „Die Qualität der Diskussion war auf hohen Niveau &#8211; sehr engagiert und konstruktiv. Keinerlei verbale Ausfälle,“ beurteilt Frank Börger den Ausgang. „Angesichts der knappen Vorbereitungszeit ein sehr gutes Ergebnis.“</p>
<p>Auch für die Kommunen sei der Einsatz von Instrumenten zur Online-Bürgerbeteiligung vorteilhaft. „Die Kommunen bekommen ein Instrument, das bei einem hohen Nutzen vergleichsweise niedrige Kosten bietet,“ meint Lührs. Für eine Stadt von der Größenordnung Münchens oder Hamburgs beginne die Kostenspanne für den Einsatz der Plattform bei 25.000 bis 30.000 Euro.<br />
                            <br />Geht es nach dem Leiter der TuTech Innovation GmbH, wird sich die moderierte Online-Diskussion als ein Instrument unter Anderen im politischen Partizipationsprozess etablieren. Während Info-Veranstaltungen und öffentliche Diskussionen eher einkanalig ausgerichtet sind – die Rollen von Empfänger und Sender sind klar verteilt – setzt das Online-Format explizit auf Zweikanaligkeit. Offline-Veranstaltungen sollen durch den Online-Dialog aber keinesfalls ersetzt werden. „Die Plattform macht nur im Verbund mit anderen Angeboten Sinn,“ erklärt Lührs. Weniger medienaffine Gruppen müsse man weiter über Präsenzveranstaltungen und Information zu erreichen versuchen.</p>
<p>
                              <strong>Konkrete Umsetzung muss folgen</strong>
                            </p>
<p>Wie sich herausstellte, eignen sich die Plattformen auch, um Schwachstellen in der bisherigen politischen Informationsarbeit aufzuzeigen. Im Hamburger „Bürgerleitfaden familienfreundlicher Wohnort Hamburg“ &#8211; der mittlerweile zum<br />
                            <a href="http://www.familienleben-hamburg.de/demos.php?menucontext=&amp;submenucontext=&amp;subsubmenucontext=&amp;id_viewback=33&amp;view=detail&amp;id_item=957&amp;subsubmenucontext=957" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Download</a> bereitsteht &#8211; lässt sich erkennen, dass viele Familien über die sie betreffenden politischen Angebote nicht ausreichend informiert sind, dass sie z.B. teilweise nicht wissen, welche Förderungsmöglichkeiten für sie in Frage kommen. Hier kann man ansetzen, indem man weniger effektive Arten der Informationsarbeit identifiziert und aussichtsreicheren Möglichkeiten erprobt.</p>
<p>Nun gilt es, den Befürchtungen, dass die Online-Projekte lediglich als Alibi-Angebot genutzt werden, um den Nutzern allein das Gefühl einer höheren Partizipationsmöglichkeit zu geben, konkrete Maßnahmen entgegenzusetzen. Die geäußerten Vorschläge müssen sich in der politischen Realität wiederfinden lassen. Hamburg gelang mit<br />
                            <a href="http://www.wachsende-stadt.hamburg.de/index-flash.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Metropole Hamburg &#8211; Wachsende Stadt“</a> ein Beispiel dafür, wie Bürgermeinungen konkret umgesetzt werden können. Mit dem Bürgerleitfaden zum familienfreundlichen Wohnen sind die Wünsche und Bedürfnisse von Familien immerhin identifiziert und zusammengefasst.</p>
<p>In München wird es bis zu konkreten Ergebnisse, bis zur Erstellung der Leitlinie, noch einige Zeit dauern, wie Frank Börger anmerkt. „Die Bürgerbeteiligung ist noch nicht abgeschlossen und die Auswertung der Online-Diskussion hat erst begonnen. Die Internetdiskussion war ein Baustein in der Öffentlichkeitsphase. Anfang Oktober findet das 1. Münchner Kinder- und Familienforum (ein zweitägige Veranstaltung) statt.“ Erst danach würde die endgültige Version der Leitlinien erstellt und man können sagen, welche Punkte der Online-Diskussion dort Aufnahme finden.</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td align="left">
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-partizipation-familienportale060607-shtml-2645/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Familienpolitik sollte aus Sicht der Kinder gemacht werden&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/familienpolitik-sollte-aus-sicht-der-kinder-gemacht-werden-159/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/familienpolitik-sollte-aus-sicht-der-kinder-gemacht-werden-159/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[ahaeming]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Feb 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Kind]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Familienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Karikaturen-Streit]]></category>
		<category><![CDATA[Katrin Göring-Eckardt]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderbetreuung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/familienpolitik-sollte-aus-sicht-der-kinder-gemacht-werden-159/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b>Am Montag, den 6. Februar, war Katrin Göring-Eckardt 
zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de.</span> 
Die Bundestagsvizepräsidentin und MdB von Bündnis90/Die 
Grünen stellte sich den Fragen der Chatter und diskutierte 
mit ihnen über Familienpolitik, Kinderbetreuung und den sogennanten 
&#34;Karikaturen-Streit&#34;.</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b>Am Montag, den 6. Februar, war Katrin Göring-Eckardt<br />
zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de.</span><br />
Die Bundestagsvizepräsidentin und MdB von Bündnis90/Die<br />
Grünen stellte sich den Fragen der Chatter und diskutierte<br />
mit ihnen über Familienpolitik, Kinderbetreuung und den sogennanten<br />
&quot;Karikaturen-Streit&quot;.</b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<span class="fett"><span class="fett">Moderator:</span></span><br />
Unser Gast im ARD-Hauptstadtstudio ist heute die Vizepräsidentin<br />
des Deutschen Bundestags, Frau Katrin Göring-Eckardt von den<br />
Grünen. Ihr Thema ist die Familienpolitik, es können aber<br />
auch Fragen zu allen anderen Themen gestellt werden.</p>
<p><span class="fett">Moderator:</span> Frau Göring-Eckardt, die<br />
Familienpolitik &#8211; jahrelang eine vernachlässigte Nische im<br />
Politikbetrieb &#8211; scheint derzeit das große Profilierungsding<br />
in der Großen Koalition zu sein. Überrascht Sie das?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Ja und nein. Einerseits<br />
reden wir seit mindestens fünf Jahren intensiv darüber<br />
und schließlich geht es um die Lebensrealität Vieler.<br />
Andererseits haben gerade Union und die SPD lange gebraucht dem<br />
Thema die Bedeutung zu geben, die es praktisch hat.</p>
<p><span class="fett">Erzkonservativer:</span> Glauben sie, dass die<br />
Verstärkung der staatlichen Kinderbetreuung die Familie als<br />
Einheit schwächt?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Kinderbetreuung<br />
ist in Deutschland bei weitem nicht nur staatlich. Neben den öffentlichen<br />
gibt es auch freie Träger. Die Familie wird entlastet aber<br />
nicht geschwächt.</p>
<p><span class="fett">kleist:</span> Warum hat es rot-grün nicht<br />
geschafft, in fast acht Jahren eine neue Kultur für Familienpolitik<br />
und -unterstützung aufzubauen? Ich rede gar nicht vom Geld,<br />
sondern eher von einer Grundstimmung, die die Politik durchaus hätte<br />
beeinflussen können.</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Vielleicht sollte<br />
man sagen, dass wir bei unter Null angefangen haben. Immerhin hat<br />
Gerhard Schröder beim Beginn seiner Regierungszeit von &quot;Gedöns&quot;<br />
geredet, aber wir brauchen uns auch mit den Ergebnissen nicht zu<br />
verstecken. Das Tagesbetreuungsausbaugesetz ist nur ein Beispiel.<br />
Die Bündnisse für Familie, die Kommunen und Wirtschaft<br />
einbeziehen, zeigen dass sich wirklich etwas getan hat.</p>
<p><b>johannest.: </b>Frau Göring-Eckardt, es ist Fakt,<br />
dass die rot-grüne Regierung viel zu wenig für Familien<br />
unternommen hat. Wie rechtfertigen Sie vor diesem Hintergrund Ihre<br />
Kritik an der neuen Initiative zur steuerlichen Absetzbarkeit von<br />
Kinderbetreuungs-Ausgaben?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Zunächst mal<br />
ist Fakt, dass wir die Ausgaben für Kinder und Familien drastisch<br />
erhöht haben. Aber natürlich waren wir nicht am Ende unserer<br />
Ideen. Meine Kritik bezieht sich darauf, dass die steuerliche Absetzbarkeit<br />
weder hilft, wenn es um mehr Kinderbetreuungseinrichtungen geht,<br />
noch bei der Armutsbekämpfung. Genau das sind aber die zentralen<br />
Punkte, besonders wenn sie bedenken, dass Kinder, die in Armut leben,<br />
heute gleichzeitig weniger Chancen in der Schule und damit im Beruf<br />
haben.</p>
<p><b><span class="fett">hansi:</span> </b>Warum sollten<br />
sich junge Menschen für Kinder entscheiden, wenn dies z.B.<br />
bei der Rente nicht belohnt wird? Die Einen ziehen die Kinder groß,<br />
die Anderen sparen fürs Alter. Die mit den Kindern sind dann<br />
später die Dummen!</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Erstens gibt es<br />
Berücksichtigung bei der Rente. Zweitens sind Kinder ein Gewinn,<br />
der sich weder in Geld noch in Rentenpunkten ausdrücken lässt.<br />
<b><br />
hansdampf:</b> Was ich immer wieder bedauere ist die Konzentration<br />
auf die Förderung von Alleinerziehenden und Doppelverdienern!<br />
Ist die Familie in Ihrer klassischen Form &#8211; ein Elternteil geht<br />
arbeiten, einer kümmert sich um die Kinder &#8211; nicht mehr gefragt</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Ob das die klassische<br />
Form ist, sei einmal dahin gestellt. Immerhin wollen die meisten<br />
Mütter arbeiten. Bei der Förderung geht es um die Unterstützung<br />
derjenigen, die Hilfe brauchen um die Berufstätigkeit und Familie<br />
zu vereinbaren. Da brauchen gerade Alleinerziehende und Familien<br />
Unterstützung, wo beide arbeiten. Das Problem ist, dass wir<br />
heute eben keine Wahlfreiheit haben, weil nicht genügend Betreuungsangebote<br />
zur Verfügung stehen. Wie jemand lebt bleibt ihm in jedem Fall<br />
selbst überlassen.</p>
<p><span class="fett">vater:</span> Als Familienvater mit zwei kleinen<br />
Kindern im Alter von 2 und 4 Jahren bin ich vor 2 Jahren aus Protest<br />
gegen ihre Steuerpolitik aus ihrer Partei ausgetreten. Es passt<br />
einfach nicht zusammen, wenn man vorgibt viel für Familien<br />
tun zu wollen, und gleichzeitig den berufstätigen Familienangehörigen<br />
die Pendlerpauschale kürzt. (Sie wollen sie ja sogar ganz streichen!!)<br />
Familien können nicht mal eben schnell dem Arbeitsplatz hinterher<br />
ziehen.</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Die Pendlerpauschale<br />
ist ja nun wirklich keine familienpolitische Maßnahme. Ich<br />
weiß wohl, dass sie vielen hilft, die auf dem Land leben,<br />
und das sind oft Familien. Trotzdem ist mir Familienförderung<br />
dann lieber als eine Pendlerpauschale, die jeder bekommt und die<br />
zusammen mit der Eigenheimzulage in der Vergangenheit falsche Akzente<br />
gesetzt hat.</p>
<p><span class="fett">hansi:</span> Noch einmal zurück zur Rente:<br />
Für jedes Kind gibt es noch Rentenpunkte die dem durchschnittlichen<br />
Rentenbeitrag eines Arbeitnehmers von 3 Jahren entsprechen!! Sie<br />
sprechen von Gewinn!! Wenn es ein gesamtgesellschaftlichen Gewinn<br />
ist Kinder zu haben, dann sollte die Gesellschaft dies auch entsprechend<br />
belohnen!</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Ja, wir haben eingeführt,<br />
dass Ausfallszeiten für Kinder so behandelt werden, als ob<br />
die- oder derjenige ein Durchschnittseinkommen erzielt. Ich finde,<br />
es geht nicht um Belohnung, sondern um Rahmenbedingungen, die das<br />
Leben mit Kindern erleichtern. Und dafür ist der Staat zuständig.</p>
<p><b>ParisShanghai: </b>Frankreich, Schweden, Dänemark<br />
und andere Nachbarstaaten leben es vor&#8230; Weniger Investition in<br />
einzelne Haushalte, sondern kollektiv in Kindertagestätten<br />
und Schulen Gelder einfließen lassen. Würde das nicht<br />
mehr bringen?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Genau.<br />
<b><br />
derhesse:</b> Was halten Sie von der realitätsfernen Idee<br />
von Müntefering, den Rentnern auf Kosten der jüngeren<br />
Generation zu versprechen, dass es nicht zu Rentenkürzungen<br />
kommen wird? Das ist doch hoch ungerecht und ein purer Klientelismus<br />
zur Befriedung der älteren Wählerschichten, oder?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Ich habe Müntefering<br />
so nicht verstanden. Klar ist jedenfalls, dass wir einen Ausgleich<br />
zwischen den Generationen brauchen. Weder die Jüngeren noch<br />
die Älteren dürfen über die Maßen belastet<br />
werden.</p>
<p><b>derhesse:</b> Na, so wie Sie das darstellen war ja<br />
schon alles familienpolitisch Gold, was in Ihrer Regierungszeit<br />
gelaufen ist. Da müssen wir dann eigentlich gar nichts mehr<br />
reformieren?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Das habe ich gerade<br />
nicht gesagt. Ich habe nur dargestellt, wo wir begonnen haben und<br />
wo weiter gemacht werden muss: nämlich bei den Institutionen.<br />
Vor allem finde ich, Familienpolitik sollte aus Sicht der Kinder<br />
gemacht werden. Und der Arbeitsmarkt und andere Interessen, die<br />
gerechtfertigt sind, kommen für mich an zweiter Stelle.</p>
<p><b>derhesse:</b> OK, wo müssen wir denn dann weitermachen?<br />
Wo machen die Grünen mit, auch wenn die Ideen von der Großen<br />
Koalition kommen?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Weitermachen müssen<br />
wir z.B. beim Rechtsanspruch bei Kinderbetreuung, auch für<br />
die unter 3-Jährigen und bei der Besserstellung derer, die<br />
heute in Armut leben. Bei Maßnahmen wie dem Elterngeld werden<br />
wir über die richtige Ausgestaltung mitreden. Trotzdem finde<br />
ich, dass dort das Geld nicht an den richtigen Stellen ausgegeben<br />
wird.</p>
<p><b>regenbogen:</b> Wann wird es endlich Kinderbetreuungsplätze,<br />
die vom Staat finanziert werden, geben?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Sie meinen wahrscheinlich<br />
kostenfreie Kinderbetreuungsmöglichkeiten, denn schon heute<br />
geben ja Länder und Kommunen Geld dazu. Zunächst brauchen<br />
wir genug Kinderbetreuungseinrichtungen, dann können wir über<br />
Kostenfreiheit reden. Und auch darüber, woher das Geld kommt.</p>
<p><b>Sebastian Heck:</b> Familienpolitik dreht sich derzeit<br />
zentral um das Thema Geld. Familien mit Kindern sollen wieder mehr<br />
in der Tasche haben. Ist der Staat überhaupt in der Lage &#8211;<br />
und ich meine damit explizit die monetäre Förderung &#8211;<br />
spürbare Anreize zu setzen? Oder haben die derzeit diskutierten<br />
Maßnahmen zwar symbolischen Charakter, für die Durchschnittsfamilie<br />
ändert sich aber kaum etwas? Ich meine, dass die paar hundert<br />
Euro im Jahr den Familien kaum helfen.</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Der Versuch, die<br />
Geburtenrate über Geld zu erhöhen, ist auch in anderen<br />
Ländern gescheitert. Dass der Staat aber versucht, die Bedingungen<br />
für Familien zu ändern, bleibt richtig. Jede Akademikerin<br />
wird sich jedenfalls genau überlegen, ob sie nach der Inanspruchnahme<br />
eines neuen Elterngeldes auch tatsächlich eine Kinderbetreuungsstätte<br />
hat oder nicht.</p>
<p><b>Münster: </b>Was halten Sie von Familienwahlrecht?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Meine Kinder wären<br />
nicht einverstanden, wenn ich für sie wählen würde.</p>
<p><span class="fett">jens0:</span> Wäre angesichts der hohen<br />
Arbeitslosigkeit nicht ein &quot;Erziehungsgeld&quot; für Elternteile,<br />
die zu Hause bleiben, gut?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Nein, ich glaube<br />
damit kämen wir nicht weiter. Es wäre dann wie immer,<br />
wenn es knapp am Arbeitsmarkt wird: Dann sollen die Frauen zu Hause<br />
bleiben.</p>
<p><b>Zwecknase: </b>Liebe Frau Göring-Eckardt, sie<br />
haben ParisShanghai recht gegeben, dass weniger in einzelne Haushalte<br />
investiert werden sollte, sondern bzgl. Familienbetreuung direkt<br />
in die Kassen der Kitas usw. Aber (der größte Teil der)<br />
Bildungspolitik ist Ländersache. Würden Sie sagen, dass<br />
nach nun bald 60 Jahren Bundesrepublik der Föderalismus überdacht<br />
(wenn nicht gar abgeschafft) werden sollte? Haben wir es mit Strukturproblemen<br />
zu tun?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Auf jeden Fall<br />
hat der Föderalismus nicht dazu geführt, dass die Länder<br />
in einen Wettbewerb um beste Betreuungsmöglichkeiten eingetreten<br />
wären. Ich finde es schade, dass sich nicht alle entschließen<br />
konnten, bei diesem wichtigen Thema an einem Strang zu ziehen.</p>
<p><span class="fett">gilfi:</span> Welche Akzente sollte die Politik<br />
ihrer Meinung nach setzen, damit sich wieder mehr Paare für<br />
Kinder entscheiden?</p>
<p><span class="fett">Erzkonservativer:</span> Wie wollen sie für<br />
die Erhöhung der Geburtenrate unter Akademikern tun?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Zu <span class="fett">Erzkonservativer:</span><br />
Sie haben Recht, das Problem sind eben oft die Akademiker, die von<br />
ihrer anverheirateten Akademikerin selbstverständlich verlangen,<br />
dass sie sich um die Kinder kümmert. Letztlich kommt es sicher<br />
darauf an, dass neben guter und ausreichender Betreuung und Bildung<br />
auch ein bestimmtes Maß an Sicherheit da ist. Wer sich von<br />
Praktikum zu Honorarvertrag hangelt, und das auch noch immer in<br />
einer anderen Stadt, wird sich kaum entscheiden können, Kinder<br />
zu bekommen.</p>
<p><span class="fett">jully:</span> Was wäre denn Ihrer Meinung<br />
nach der richtige Zeitpunkt für einen Akademiker ein Kind zu<br />
bekommen?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Wenn’s passt<br />
oder auch wenn’s nicht passt. Nein, den richtigen Zeitpunkt<br />
gibt es nicht, aber auch nicht den falschen.</p>
<p><span class="fett">Catharina:</span> Die Geburtenrate lässt<br />
sich nicht über Geld, wohl aber durch eine Veränderung<br />
der gesellschaftlichen Einstellung zu Kindern verändern. Erst<br />
wenn es gesamtgesellschaftlich nicht mehr als sozialer Niedergang<br />
angesehen wird, Kinder zu haben, wird sich hier etwas ändern.<br />
Was sind Ihre Vorschläge, um eine solche Bewusstseinsveränderung<br />
in der Gesellschaft zu erreichen?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Zum Beispiel der<br />
ARD-Chat über dieses Thema, aber auch jede andere Debatte.<br />
Gut wäre, wenn sich nicht nur die Politik sondern auch die<br />
Wirtschaft und vor allem die Eltern daran beteiligen würden<br />
(auch wenn letztere natürlich die wenigste Zeit dafür<br />
haben).</p>
<p><b>fisons: </b>Haben Sie selbst Kinder?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Zwei.</p>
<p><span class="fett">Moderator:</span> Themawechsel:</p>
<p><b>ChristianB:</b> Hallo Frau Göring-Eckardt! Was<br />
denken Sie über den &quot;Karikaturen-Streit&quot;? Droht uns<br />
nun ein Kampf der Kulturen?
</p>
<p class="normal">
<b>Katrin Göring-Eckardt: </b>Wir<br />
sollten sehr klar sein bei der Verteidigung unserer Werte. Die Pressefreiheit<br />
gehört dazu. Gleichzeitig gehört zur Freiheit natürlich<br />
auch Verantwortung und Respekt, gerade wenn es um religiöse<br />
Gefühle geht. Ich würde gerne unterscheiden zwischen denen,<br />
die sich verletzt fühlen und denen, die diesen Streit nutzen,<br />
um mit Gewalt ganz andere Ziele durchzusetzen.</p>
<p><b>bombenkopf: </b>Sind sie dafür, dass noch weitere<br />
deutsche Zeitungen die Karikaturen als Zeichen für Pressefreiheit<br />
abdrucken?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Zeichen für<br />
Pressefreiheit ist es, dass wir darüber diskutieren. Ich glaube,<br />
einige der Karikaturen sind nicht einfach nur Satire und Überzeichnung,<br />
sondern verletzen ganz grundsätzlich religiöse Gefühle.<br />
Solche Zeichensetzung ist nicht weiter nötig.</p>
<p><span class="fett">hellno:</span> Müsste sich nicht der Bundestag<br />
mit einer Stimme gegen die Hetze der arabischen Welt gegen die Veröffentlichung<br />
der Karikaturen zu Wort melden, Frau Göring-Eckardt?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Man kann nicht<br />
von &quot;der arabischen Welt&quot; reden. Vor allem kann es nicht<br />
eine Vorverurteilung geben. Der Bundestag wird aber sicher über<br />
die aktuelle Entwicklung diskutieren. Jedenfalls bin ich sehr froh,<br />
dass die Muslime in Deutschland sich ausdrücklich gegen Gewaltanwendung<br />
ausgesprochen haben.</p>
<p><span class="fett">hellno:</span> Glauben Sie, dass Deutschland<br />
nun wegen der auch hier veröffentlichten Karikaturen wieder<br />
ins Fadenkreuz von Attentätern rückt?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Das wäre zu<br />
einfach. Terroristische Angriffe machen sich sicher nicht daran<br />
fest.</p>
<p><span class="fett">Erzkonservativer:</span> Ist die multikulturelle<br />
Gesellschaft gescheitert?<br />
bombenkopf: Sind die Integrationsbemühungen, wie die Grünen<br />
sie verfolgen, nicht an ihr Ende gelangt? Ist ein hartes und präventives<br />
Vorgehen à la Baden-Württemberg nicht inzwischen angezeigt,<br />
wie der Konflikt um die dänischen Karikaturen zeigt?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Die multikulturelle<br />
Gesellschaft ist Realität, und die Frage ist, wie wir sie gestalten.<br />
Der Test in Baden-Württemberg stellt Muslime unter Generalverdacht<br />
und hilft sicher nicht, zu einem gegenseitig respektvollen Zusammenleben<br />
zu kommen.</p>
<p><span class="fett">heidelberger:</span> Zeigt der Karikaturen-Streit<br />
nicht, dass es grundsätzliche Mentalitätsunterschiede<br />
zwischen der &quot;westlichen&quot; und arabischen Welt gibt? Und<br />
täte uns in der westlichen Welt nicht manchmal mehr Zurückhaltung<br />
in solchen Fragen gut?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Nein, es geht nicht<br />
um Zurückhaltung sondern um Respekt und Toleranz. Voraussetzung<br />
dafür ist natürlich, dass man vom anderen etwas weiß.</p>
<p><span class="fett">Catharina:</span> Denken Sie, dass es sich bei<br />
den Randalierern (z.B. in den Botschaften in Syrien) um Minderheiten<br />
handelt, mit denen nicht zu verhandeln ist? Oder handelt es sich<br />
hier um einen repräsentativen Teil der arabischen/islamischen<br />
Bevölkerung?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Die, die gewalttätig<br />
sind, sind ganz sicher Minderheiten. Trotzdem muss uns klar sein,<br />
dass sich sicher viele Muslime verletzt fühlen.</p>
<p><span class="fett">Axel38:</span> Ich bin der Meinung, dass sich<br />
hier radikale Kräfte dieser Karikaturen nur als Mittel zum<br />
Zweck bedienen. Und da muss ich sagen fällt mir kein Mittel<br />
ein, um diesen zu begegnen.</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Mit dem Mittel<br />
zum Zweck haben Sie Recht. Darüber, wie wir dem begegnen können<br />
werden wir noch viel diskutieren müssen. Unsere Freiheitsrechte<br />
werden wir allerdings immer verteidigen.</p>
<p><span class="fett">vivache:</span> Ich hab mit einem Muslimen gesprochen,<br />
der die Karikaturen als &quot;Auslöser&quot; dieser Unruhen<br />
mit dem Auslöser des ersten Weltkriegs verglich, der an und<br />
für sich ebenso wenig Bedeutung hatte, aber in einer schwierigen<br />
politischen Situation eben zur Katatrophe führte. Was sagen<br />
sie zu diesem Vergleich?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Sicher gibt es<br />
welche, die den Anlass nutzen, um andere Ziele zu verfolgen und<br />
Feindschaft zu schüren. Der Vergleich stimmt dennoch nicht.<br />
Schließlich haben sich Regierende ausdrücklich von den<br />
Anschlägen distanziert.</p>
<p><span class="fett">lujano:</span> Wie viel Toleranz halten Sie in<br />
anbetracht der derzeitigen Lage für sinnvoll? Muss auch Toleranz<br />
gegen die Intoleranten geübt werden?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Ich finde, Toleranz<br />
ist einfach nicht messbar. Unsere Grenzen sind dort, wo unser Grundgesetz<br />
sie setzt. Wir würden es ja genau so machen wie die, die uns<br />
herausfordern wollen und damit den Wert der Toleranz aufgeben.</p>
<p><span class="fett">heidelberger:</span> Fänden Sie die geforderte<br />
Entschuldigung Dänemark richtig oder nötig?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Die Regierung ist<br />
nicht zuständig für das, was Zeitungen schreiben oder<br />
abdrucken. Das ist so in einer freien, demokratischen Gesellschaft.<br />
Wie eine Regierung aber mit rassistischen Stimmungen umgeht, ist<br />
eine andere Frage.</p>
<p><b>Frager17:</b> Kaufen Sie dänische Produkte, um<br />
Ihre Unterstützung zu den Dänen zu zeigen?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Persönlich<br />
kaufe ich, wenn ich es mir aussuchen kann, vor allem Produkte aus<br />
meiner Region.<br />
luther: Was kann man als Politikerin eigentlich in so einem Fall<br />
noch tun, wenn der Streit schon längst die politische Ebene<br />
verlassen hat und vor allem die Bevölkerung (und seien es dort<br />
auch die radikalen Teile) den Ton angibt?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Den Ton geben die<br />
an, die mitreden. Aber es ist richtig, dass es längst nicht<br />
mehr um Politik geht oder um PolitikerInnen, sondern im Grunde ist<br />
jeder gefragt, sich verantwortlich zu zeigen. Von mir aus auch am<br />
Stammtisch oder im Sportverein.</p>
<p><b>Carsten37: </b>Wie stehen Sie zu der Forderung nach<br />
einem Anspruch auf islamischen Religionsunterricht in den Schulen<br />
wie von Herrn Wulf gefordert?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Das finde ich richtig,<br />
schließlich soll dieser Anspruch für alle Religionen<br />
gelten. Er müsste in deutsch gehalten werden und der Staat<br />
braucht ein Gegenüber auf islamischer Seite. Ich meine also<br />
Religionen, mit denen Staatsverträge gemacht werden können.</p>
<p><span class="fett">Moderator:</span> Kleines Themenhopping in den<br />
letzten Minuten:</p>
<p><b>oleoleoleole: </b>Wie stehen Sie zum Einsatz von Bundeswehrsoldaten<br />
bei der WM?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Dafür ist<br />
die Bundeswehr nicht da.</p>
<p><b>Bernd K.: </b>Was sagen Sie zu Protestierenden gegen<br />
Castortransporte, die unserem Lande und dem Steuerzahler finanziell<br />
schaden, indem sie Gleise zerstören, aushöhlen und sich<br />
daran befestigen? Ich habe für solche Aktionen kein Verständnis<br />
und würde außerhalb einer Demonstration definitiv vor<br />
Gericht kommen, wenn ich Bahngleise beschädige und somit Unfälle<br />
ermöglichen! Wie ist Ihre Meinung dazu?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Erstens bin ich<br />
froh, dass wir die Demonstrationsfreiheit haben. Unfälle sollen<br />
damit gerade nicht provoziert werden. Zweitens werden diejenigen<br />
durchaus rechtlich belangt.</p>
<p><b>Sonnenblume: </b>Frau Göring-Eckardt, sie sind<br />
für den Abriss des Palasts der Republik, was auch verständlich<br />
ist, aber was soll ihrer Meinung nach an dieser Stelle neues gebaut<br />
werden? Vielleicht ein weiteres Denkmal?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Weder ein Denkmal<br />
noch ein Schloss. Ich bin für ein modernes Gebäude, das<br />
in die Mitte Berlins und in unsere Zeit passt, und öffentlich<br />
genutzt werden kann.</p>
<p><span class="fett">Moderator:</span> letzte Frage:</p>
<p><span class="fett">geros:</span> Wie hat sich ihre Arbeit in der<br />
Opposition verändert? Vermissen Sie als Grüne die Macht?</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Auf jeden Fall<br />
die schnellere Einflussmöglichkeit. Aber in der Demokratie<br />
geht es nun mal nicht ohne Opposition. Und die werden wir nutzen,<br />
uns neue Konzepte auszudenken, die wir dann später hoffentlich<br />
wieder beim Regieren umsetzen können.</p>
<p><span class="fett">Moderator:</span> Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat.<br />
Leider konnten nicht alle Fragen beantwortet werden. Im Interesse<br />
eines geregelten Gesprächsflusses moderieren wir die Chats.<br />
Vielen Dank für Ihr Interesse. Vielen Dank an Sie, Frau Göring-Eckardt,<br />
dass Sie heute Zeit für unsere User hatten. Nächster Gast<br />
bei uns ist die FDP-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bundesjustizministerin<br />
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Sie wird am Donnerstag, den<br />
16. Februar zum tagesschau-Chat ins ARD-Hauptstadtstudio kommen.<br />
Beginnen werden wir auch dann pünktlich um 13 Uhr.</p>
<p><span class="fett">Katrin Göring-Eckardt:</span> Ganz herzlichen<br />
Dank für die rege Diskussion.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/familienpolitik-sollte-aus-sicht-der-kinder-gemacht-werden-159/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ich persönlich bin der Meinung, dass der Wehrdienst ausgesetzt werden sollte und glaube, dass die damit verbund</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotich_persoenlich_bin_der_meinung_dass_der_wehrdienst_ausgesetzt_werden_sollte_und_glaube_dass_die_-301/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotich_persoenlich_bin_der_meinung_dass_der_wehrdienst_ausgesetzt_werden_sollte_und_glaube_dass_die_-301/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[espies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Jun 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Gender Mainstreaming]]></category>
		<category><![CDATA[Wehrpflicht]]></category>
		<category><![CDATA[Familienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Befruchtung]]></category>
		<category><![CDATA[Renate Schmidt]]></category>
		<category><![CDATA[Zivildienst]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/quotich_persoenlich_bin_der_meinung_dass_der_wehrdienst_ausgesetzt_werden_sollte_und_glaube_dass_die_-301/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/rschmidt.gif" alt="Renate Schmidt" align="left" border="0" height="108" width="89" />Renate 
Schmidt</b><b>, Familienministerin (SPD), </b><b>war am 03. 
Juni 2003 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de 
im ARD-Hauptstadtstudio</b></span>.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/rschmidt.gif" alt="Renate Schmidt" align="left" border="0" height="108" width="89" />Renate<br />
Schmidt</b><b>, Familienministerin (SPD), </b><b>war am 03.<br />
Juni 2003 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
im ARD-Hauptstadtstudio</b></span>.<!--break--> <br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"></p>
<p><b>Moderator: </b>Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02<br />
ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de. Die Bundesfamilienministerin und stellvertretende<br />
SPD-Vorsitzende Renate Schmidt ist heute im ARD-Hauptstadtstudio unser<br />
Chat-Gast. Frau Schmidt, sind Sie bereit für den 60-Minuten-Chat<br />
mit unseren Usern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Ja!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>nevaplus:</b> Frau<br />
Schmidt, Sie waren einmal Betriebsrätin und kennen vermutlich die<br />
Sorgen und Nöte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Frage: Veränderungen<br />
sind nötig; doch dürfen sie Ihrer Meinung nach überwiegend<br />
zu Lasten von Beschäftigten, Rentner und Arbeitslosen &#8211; wie jetzt<br />
geplant ohne einen Beitrag der Vermögenden in unserem Land &#8211; durchgesetzt<br />
werden? Wo bleibt die noch im Wahlkampf von der SPD versprochene Soziale<br />
Gerechtigkeit bei der Agenda 2010?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Ich finde, dass es nicht gerecht ist, wenn man älteren Arbeitslosen<br />
32 Monate Arbeitslosengeld zahlt und damit Anreize schafft für den<br />
Arbeitgeber, sich möglichst kostengünstig zu Lasten der Sozialkassen<br />
ihrer zu entledigen. Deshalb ist es richtig, das zu verändern, wenn<br />
man gleichzeitig sicherstellt, dass diejenigen, die dann immer noch ohne<br />
Job dastehen, ein Angebot bekommen. Genau das wollen wir tun. Was die<br />
Rentner betrifft, müssen wir einfach sehen, dass wir eine dramatisch<br />
schlechte Alterstruktur in Deutschland haben. Die Lebenserwartung steigt,<br />
Gott sei Dank. Aber das Renteneintrittsalter liegt deutlich unter dem<br />
gesetzlich vorgesehenen von 65 Jahren &#8211; nämlich bei 60, d.h. für<br />
einen immer längeren Zeitraum müssen die Renten finanziert werden.<br />
Das wird auf Dauer nicht gehen. Deshalb ist es richtig, dass ab 2011 das<br />
Eintrittsalter in die Rente auch im Gesetz steigen wird und in der Zwischenzeit<br />
die Rentensteigerungen nicht ganz so hoch sein werden, wie wir es uns<br />
mal vorgenommen haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>über_allem:</b><br />
Frau Schmidt. Unser Kanzler hat ja beim Parteitag der SPD ein hervorragendes<br />
Votum für seine Politik bekommen. Sehen Sie die Position des Kanzler<br />
gestärkt und steht die Partei jetzt vereint hinter dem Kanzler? War<br />
diese Entscheidung der Delegierten die Entscheidung für die Agenda<br />
oder sehen Sie Probleme, die Agenda jetzt im Bundestag durchzusetzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Es war eine Entscheidung für die Agenda und ich gehe davon aus, dass<br />
diejenigen in der Fraktion, die sie bisher kritisiert haben, dieses eindeutige<br />
Votum respektieren werden und dann der Agenda und den Gesetzen, die daraus<br />
folgen, auch zustimmen werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>nevaplus:</b> Die<br />
Post hat ca. 120.000 Arbeitsplätze vernichtet und setzt diese sogenannte<br />
Personalanpassung fort. Was tun Sie als Mitglied dieser Bundesregierung<br />
konkret gegen den Abbau von Arbeitsplätzen bei der Post und damit<br />
für den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Die Post ist in der Zwischenzeit ein privatisiertes Unternehmen. Die Bundesregierung<br />
sitzt zwar im Aufsichtsrat, hat aber rein gesetzlich gar nicht die Möglichkeit,<br />
Unternehmensentscheidungen zu beeinflussen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zum Thema Wehrpflicht gibt es viele Fragen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>zivi-1:</b> Warum<br />
halten Sie am Wehrdienst fest? Wer bedroht uns und ist das nicht ineffektiv<br />
und teuer?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Ich persönlich bin der Meinung, dass der Wehrdienst ausgesetzt werden<br />
sollte und glaube, dass die damit verbundenen Probleme sowohl bei der<br />
Bundeswehr als auch beim Zivildienst lösbar sind. Meine Partei und<br />
die SPD-Fraktion sind mit großer Mehrheit anderer Auffassung. Wir<br />
werden die Entscheidung darüber am 1.Juli treffen. Ich bin allerdings<br />
überzeugt davon, dass auf eine mittlere Sicht gesehen &#8211; auch angesichts<br />
der Tatsache, dass um uns herum überwiegend Berufsarmeen installiert<br />
werden &#8211; auch bei uns die Wehrpflicht eher ein Auslaufmodell ist. Als<br />
Bundesministerin werde ich natürlich die Entscheidungen der Fraktion<br />
und des Kabinetts respektieren und umsetzen. Wichtig ist mir, dass junge<br />
Leute beiderlei Geschlechts einen Dienst an der Gesellschaft leisten.<br />
Deshalb habe ich auch eine Kommission zur Zukunft von Zivildienst und<br />
freiwilligen Diensten eingerichtet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>petermann25:</b><br />
Dann sind Sie anderer Meinung als Struck?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
In diesem Fall ja, obwohl wir sehr gut zusammenarbeiten, und dies kein<br />
verbissener Streit ist sondern einen Auseinandersetzung um die beste Lösung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>zivi-1:</b> Fortentwicklung<br />
des freiwilligen sozialen Jahres, klingt gut, aber bei der Staatsverdrossenheit<br />
kein leichtes Spiel? Der Staat nimmt durch immer mehr Steuern, warum soll<br />
ich da geben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Weil der Staat wir alle sind und wenn wir alle Aufgaben auf den Staat<br />
verlagern, wird die Steuerlast immer größer. Wir brauchen mehr<br />
Eigenverantwortung, mehr ehrenamtliches Engagement, mehr Nachbarschaftshilfe<br />
und müssen schauen, welche Probleme wir selber lösen können,<br />
bevor wir nach dem Staat rufen. Wenn das viele tun, werden auch Steuerlasten<br />
sinken können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>samariter:</b><br />
Sie sagen: Der Zivildienst sei keine Begründung für eine weitere<br />
Existenz der Wehrpflicht. Aber können die Wohlfahrtsverbände<br />
auf die billigen Arbeitskräfte verzichten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Im Zivildienstgesetz steht, dass der Zivildienst arbeitsmarktneutral sein<br />
muss und Zivildienstleistende nur für Aufgaben eingesetzt werden<br />
dürfen, die nicht zwingend notwendig sind. Ich weiß natürlich,<br />
dass das so nicht überall der Fall ist. Aber es gibt natürlich<br />
Lösungen, falls die Wehrpflicht ausgesetzt würde, wie man die<br />
Zivildienstleistenden durch reguläre Arbeitskräfte ersetzen<br />
könnte. Allerdings brauchen die Wohlfahrtsorganisationen und die<br />
anderen Träger endliche Planungssicherheit. Und deshalb brauchen<br />
wir eine schnelle Entscheidung. Es bleibt aber dabei, dass der Zivildienst<br />
nicht die Begründung der Wehrpflicht bedeuten kann. Der Zivildienst<br />
ist eine Konsequenz der Wehrpflicht und kann nur bleiben, wenn wir die<br />
Wehrpflicht tatsächlich noch benötigen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>offizier:</b> Wehrpflicht<br />
und Zivildienst sollten die gleiche Dauer haben. Warum plötzlich<br />
diese Kehrtwendung? Früher war der Zivildienst immer länger.<br />
Wer geht da noch zum Bund?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Der eine Monat ist schon längst keine &quot;Abschreckung&quot; mehr.<br />
Es gibt im Moment pro Geburtsjahrgang jeweils die Hälfte Bundeswehr-<br />
und Zivildienstleistende. Dies wird sich auch bei gleicher Dauer von Zivildienst<br />
und Wehrdienst nicht verändern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>rurupro:</b> Wenn<br />
man die Wehrpflicht abschafft und ein Soziales Jahr für Frauen und<br />
Männer einführt, dann wäre dies doch viel sinnvoller und<br />
gerechter, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Wir haben uns in unserer Verfassung verpflichtet, keinen sogenannten Zwangsdienst<br />
einzuführen und wir sind auch in internationalen Vereinbarungen vertraglich<br />
gebunden, dies nicht zu tun. Es gibt meines Wissens nur zwei Länder<br />
auf der Welt, die einen solchen Zwangsdienst kennen. Beides sind Diktaturen.<br />
Ich möchte aber nicht missverstanden werden, auf freiwilliger Ebene<br />
halte ich für beide Geschlechter einen solchen Dienst für richtig<br />
und sinnvoll!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>petermann25:</b><br />
Wenn es beim Wehrdienst bliebe, wolle man rasch entscheiden, wie lange<br />
dieser dann dauern solle. Ja wie lange denn?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Dies wird sich nicht nach den Bedürfnissen meines Ministeriums richten,<br />
<br />
sondern nach den Bedürfnissen der Bundeswehr. Hier gibt es unterschiedliche<br />
Äußerungen. Die Verabredung ist, bis zum Jahresende auch Klarheit<br />
über die Dauer des Wehrdienstes zu haben. Die gleiche Dauer wird<br />
dann auch für den Zivildienst gelten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Kommen wir zu einem weiteren Thema &#8211; die künstliche Befruchtung erregt<br />
die Gemüter.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jana:</b> Wie sehen<br />
Sie die Abschaffung der künstlichen Befruchtung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:<br />
</b>Die künstliche Befruchtung wird natürlich nicht abgeschafft,<br />
die Möglichkeit besteht nach wie vor &#8211; allerdings wird sie nicht<br />
mehr von der gesetzlichen Krankenkasse finanziert. Dies ist für mich<br />
sicher eine schwierige Entscheidung gewesen. In der Abwägung, was<br />
aber wirklich zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen gehen muss und<br />
was nicht und damit zu Lasten der Beiträge von Arbeitnehmern und<br />
-gebern, ist die Entscheidung meines Erachtens nachzuvollziehen, das dies<br />
mit der Grundidee der gesetzlichen Krankenversicherung nichts zu tun hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dini:</b> Sind<br />
Sie auch der Meinung, dass die Streichung der Kostenübernahme der<br />
künstlichen Befruchtung die KK wirklich entlastet? Nachweislich handelt<br />
es hierbei um ca. 0,1% der Gesamtkosten, für die betroffenen (kranken<br />
!) Paare sind die Beträge aber teilweise unerschwinglich. Und das<br />
in einer Gesellschaft, in der immer mehr von &quot;Vergreisung&quot; die<br />
Rede ist?!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Es ist sicherlich richtig, dass das jetzt nicht der große Brocken<br />
in der Krankenversicherung ist. Aber auch andere Dinge, die gestrichen<br />
werden mussten, wie z.B. das Sterbegeld, machen auch allein für sich<br />
gesehen nicht soviel aus. Zusammengenommen werden wir es aber durch die<br />
Herausnahme von Leistungen, die entweder über Steuern finanziert<br />
werden oder gar nicht mehr bezahlt werden, schaffen, auf mittlere Sicht<br />
den Krankenversicherungsbeitrag zu senken.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas:</b> Warum<br />
werden Schwangerschaftsabbruch, Verhütung etc. aus Steuergeldern<br />
gezahlt und Kinderwunsch nicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Verhütung wird nicht aus Steuergeldern gezahlt. Schwangerschaftsabbrüche<br />
auch nicht immer. Weil ersteres in jedem Fall zur Privatsphäre gehört<br />
und es keinen Grund gibt, dieses über Beiträge zu finanzieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heiko:</b> Ist<br />
das nicht sogar ein Verlustgeschäft? Weniger Geburten &#8211; weniger Einnahmen<br />
an Mehrwertsteuer für Kinderprodukte, weniger neue Steuerzahler?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Wir sollten jetzt nicht so tun, als ob die Masse der Kinder über<br />
künstliche Befruchtung zur Welt kommt. Vorhin ist richtigerweise<br />
auf den Betrag von 0,1% hingewiesen worden. Das zeigt, dass die Zahl der<br />
Geburten über diese Maßnahme nicht wesentlich steigen wird.<br />
Ich bin außerdem der Überzeugung, dass Paare, für die<br />
der Kinderwunsch so dringend ist, dass sie diese wahrhaftig nicht angenehme<br />
und psychisch belastende Prozedur auf sich nehmen, in vielen Fällen<br />
dies auch selber finanzieren werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Justine:</b> Sterbegeld<br />
macht die Toten nicht lebendig &#8211; aber wir brauchen neue Kinder. Im Moment<br />
sind es 12.000 Kinder, die pro Jahr durch IVF oder ICSI entstehen, das<br />
könnte allein den Jahresrentenbetrag jedes Einzelnen um 300 Euro<br />
aufbessern. Warum ist man da so kurzsichtig?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Renate Schmidt:</b> Diese Berechnungen sind leider sehr theoretisch.<br />
Nicht aus jedem Kind &#8211; egal ob über künstliche Befruchtung oder<br />
auf dem üblichen Weg entstanden &#8211; wird ein künftiger Rentenbeitragszahler.<br />
Aus manchen werden nicht rentenbeitragszahlende Beamte, aus anderen Selbständige,<br />
aus dritten leider vielleicht Sozialhilfeempfänger. Diese Rechnung<br />
ist so nicht haltbar. Und ich betone nochmals: vielleicht wird die Zahl<br />
der Geburten auf diesem Weg abnehmen, aber garantiert nicht auf null.<br />
Denn in anderen Ländern werden die Kosten auch nicht vom Staat oder<br />
von den Krankenversicherungen übernommen. Länder, in denen die<br />
Zahl der Geburten über künstliche Befruchtung auch höher<br />
sind als bei uns, z.B. die USA.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Kommen wir zu einem anderen Aspekt der Familienpolitik. Kürzlich<br />
ist der dritte Girlsday erfolgreich zu Ende gegangen. Dazu eine ganz spezielle<br />
Frage.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>joachim2003:</b><br />
10. Frage: Gibt es neben dem Girlsday auch mal den Boysday, um Jungs auch<br />
einen Einblick in Berufe zu ermöglichen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Natürlich gibt es das. Und ich hoffe, an allen Schulen und nicht<br />
nur einmal im Jahr. <br />
Außerdem geht es bei dem girlsday darum, dass Mädchen in Berufe<br />
Einblicke gewinnen, in denen sie bisher absolut unterrepräsentiert<br />
sind. Also vor allen Dingen in technisch orientierten Berufen. <br />
Einige Schulen haben jetzt für die Jungen an diesem Tag ebenfalls<br />
Möglichkeiten angeboten, sich mit Berufen auseinander zusetzen, in<br />
denen sie unterrepräsentiert sind, z. B. Erzieher in Kindergärten,<br />
Altenpflege und andere soziale Berufe, in denen es teilweise Männer<br />
nur in seltenen Ausnahmefällen gibt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Trotzdem gibt es vor allem bei Frauen Probleme, Arbeit und Familie unter<br />
einen Hut zu bringen. Was muss über den Girlsday hinaus auf diesem<br />
Gebiet passieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Eine ganze Menge. Wir sind in diesen Fragen leider Entwicklungsland, innerhalb<br />
der europäischen Union, aber auch darüber hinaus. Und die Tatsache,<br />
dass wir bei der Geburtenrate in Deutschland an der 180. Stelle von 191<br />
Staaten liegen, hat ihre Ursache vor allen Dingen darin, dass die am besten<br />
ausgebildete Frauengeneration, die es jemals in Deutschland gab, eine<br />
geringe Chance hat, ihre Ausbildung auch beruflich zu nutzen und dennoch<br />
Kinder haben zu können. Deshalb brauchen wir mehr und bessere Kinderbetreuungseinrichtungen,<br />
aber auch bessere Arbeitsmöglichkeiten. Ich bin dabei, beides auf<br />
den Weg zu bringen. Einmal dadurch, dass die vier Milliarden jetzt für<br />
Ganztagsschulen investiert werden, und ab Ende 2004 1, 5 Milliarden Euro<br />
für die Betreuung für die Kleinsten, die unter-3-Jährigen.<br />
Außerdem habe ich mit Unternehmensverbänden und Gewerkschaften<br />
eine Allianz für die Familien gegründet, mit dem Ziel, familienfreundliche<br />
Arbeitsbedingungen anzubieten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günter Dantrimont:</b><br />
Ist es nicht illusorisch, 100%ige berufliche Gleichberechtigung ohne familiäre<br />
Gleichberechtigung erreichen zu wollen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Wir brauchen beides. Wir brauchen echte Partnerschaft in der Familie und<br />
gleiche Chancen und Pflichten im Beruf. Das heißt, die Väter<br />
müssen sich mehr in der konkreten Arbeit für die Familie aber<br />
auch im Haushalt engagieren und die Frauen werden mehr dazu beitragen,<br />
das Familieneinkommen zu sichern. Das erstere kann man nun garantiert<br />
nicht gesetzlich vorschreiben. Aber man kann dafür sorgen, dass die<br />
Arbeitgeber die Inanspruchnahme von Teilzeitbeschäftigung eines Vaters<br />
nicht als karriereschädlich bewerten, sondern als positive Erweiterung<br />
seines Horizonts.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Warum gibt es aber immer noch so wenig Frauen in Toppositionen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Aus dem gerade geschilderten Grund. Nachdem Frauen keine Übermenschen<br />
sind, und sie in Deutschland über Jahrzehnte hinweg mit der Betreuung<br />
der Kinder wesentlich alleingelassen worden sind, ziehen die Männer<br />
in der Zeit, wo sie sich um die Kinder kümmern, beruflich an ihnen<br />
vorbei. Und wenn sie dann wieder in den Beruf einsteigen, haben sie ihre<br />
persönliche Karrierechancen verpasst. Genau das möchte ich durch<br />
die geschilderten Maßnahmen ändern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>isuvwb:</b> Wie<br />
sehen Sie Home Arbeit am Computer, per Internet, dazu ??</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Es gibt sehr viele Möglichkeiten, die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit<br />
und Kindern zu verbessern. Für mich gehört Dezentralisierung<br />
von Arbeit und damit auch Telearbeit dazu. In nicht wenigen Betrieben<br />
wird das bereits praktiziert und zwar zum Vorteil von allen und in diesen<br />
Fällen übrigens auch zum Vorteil einer nicht geringen Zahl von<br />
Männern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Einfache, aber wichtige Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine:</b><br />
Warum verdienen Frauen weniger als Männer?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Wir sind immer wieder beim selben Grund: Wenn heute Frauen und Männer<br />
in den Beruf einsteigen, beträgt der durchschnittliche Einkommensabstand<br />
rund 10% zu Lasten der Frauen. <br />
Dies liegt vor allem daran, dass Frauen sehr viel häufiger die schlechter<br />
bezahlten Berufe wählen und sehr viel seltener in die gut bezahlten<br />
technischen Berufe gehen. Siehe unsere Diskussion zum Girlsday. Dieser<br />
Einkommensabstand wächst dann mit zunehmendem Alter der Frauen auf<br />
heute bis zu 30 % und hat seine Ursache in der häufigeren Unterbrechung<br />
der Erwerbstätigkeit von Frauen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Kathrin: </b>Guten<br />
Tag Frau Schmidt! Zum Thema Familienfreundlichkeit deutscher Unternehmen:<br />
Was wird Ihr Ministerium in Zukunft dafür tun, um familienorientierte<br />
Personalpolitik zu fördern? Mich interessiert im besonderen, ob es<br />
gemeinsame Initiativen mit der Wirtschaft in diesem Bereich gibt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:<br />
</b>Genau diese haben wir angeleiert. Die Unternehmensorganisationen haben<br />
ein so genanntes Familien-Monitoring vor wenigen Wochen begonnen. Das<br />
heißt, 10.000 Unternehmen werden auf unsere Bitte hin befragt, welche<br />
familien- und frauenfreundliche Maßnahmen sie in ihren Betrieben<br />
getroffen haben. So etwas hat es bisher in Deutschland noch nicht gegeben.<br />
Die Ergebnisse werden im Oktober vorgestellt. Und wir haben dann vor Ministerium,<br />
Arbeitgeber und Gewerkschaften, gemeinsam daraus Schlüsse zu ziehen<br />
und Empfehlungen abzugeben. Darüber hinaus habe ich das Prognos-Institut<br />
beauftragt, den betriebswirtschaftlichen Vorteil von derartigen Maßnahmen<br />
zu berechnen, anhand von konkreten Unternehmen, kleinen, mittleren und<br />
großen, die so etwas schon praktizieren. Diese Ergebnisse werde<br />
ich ebenfalls vor Unternehmern dann öffentlich machen. Zum dritten<br />
haben wir uns vorgenommen, so genannte lokale Bündnisse für<br />
Familien zu installieren, wo alle Verantwortlichen in einer Kommune &#8211;<br />
Arbeitgeber, Gewerkschaften, Wohlfahrtsorganisation, Kirchen und andere<br />
&#8211; zusammenkommen, um konkrete Maßnahmen zu mehr Familienfreundlichkeit<br />
zu ergreifen. Dies fürs Erste, mehr Platz habe ich nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Politik praktisch umgesetzt? Dazu die folgende Frage zu Teilzeitarbeit<br />
oder Kinderbetreuung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>isuvwb:</b> Bieten<br />
Sie in &quot;ihrem&quot; Ministerium Eltern diese Möglichkeit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
In einem ganz großen Ausmaß. Wir sind auch nach dem Urteil<br />
anderer hier vorbildlich. Die hohe Geburtenrate in meinem Ministerium<br />
bestätigt, dass solche Maßnahmen wirken.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>WildCard:</b> Welche<br />
Maßnahmen ergreifen Unternehmen denn heutzutage schon zu diesem<br />
Zweck, außer einer Quotenregelung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Eine Quotenregelung ist in diesem Fall überhaupt nicht sinnvoll.<br />
Es gibt Unternehmen, die haben besondere Wiedereinstiegsprogramme, bieten<br />
Frauen die Möglichkeit, während der Familienphase Kontakt zum<br />
Beruf zu halten, haben besondere Teilzeitmodelle, ermuntern Väter,<br />
Elternzeit in Anspruch zu nehmen, haben besondere Förderprogramme,<br />
um Frauen in Führungspositionen zu bringen (vor allem dann, wenn<br />
sie zusätzliche Familienpflichten haben) und bieten Betreuungsmöglichkeiten<br />
im Betrieb an oder kaufen sich in öffentliche Betreuungseinrichtungen<br />
für ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ein. Hierzu gibt es konkrete,<br />
so genannte best-practice Beispiele. Die müssen publik werden und<br />
es muss deutlich werden, dass die nicht nur Kosten verursachen, sondern<br />
auch betriebswirtschaftlich etwas bringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Schönfelder:</b><br />
Man könnte aber gesetzlich verbieten, dass Frauen weniger verdienen,<br />
indem entsprechende Arbeitsverträge unwirksam sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:<br />
</b>Frauen verdienen ja nicht weniger: bei gleicher Tätigkeit, gleicher<br />
Qualifikation und gleicher Berufserfahrung wird es sehr schwer nachzuweisen<br />
sein, dass es tatsächlich in nennenswertem Umfang (von Einzelfällen<br />
abgesehen) eine ungleiche Bezahlung gibt.<br />
Nur leider hapert es im Regelfall daran, dass es wegen der häufigeren<br />
Unterbrechung der Erwerbstätigkeit eben nicht die gleiche Berufserfahrung<br />
ist, und es häufig auch nicht die gleichen Tätigkeiten sind.<br />
Ansonsten ist Lohndiskriminierung auch heute schon bei uns verboten. Und<br />
jede Frau hat die besten Chancen einen Klage zu gewinnen, wenn es eine<br />
ungleiche Bezahlung bei sonst gleichen Voraussetzungen gibt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Neues Thema!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>matheo: </b>da<br />
wir gerade beim Thema Familie sind. Wie sehen Sie den von der Opposition<br />
befürchteten Verfall der Familie gegenüber den gleichgeschlechtlichen<br />
Paaren und was gedenken Sie der &quot;Homoehe&quot; an weiteren Rechten<br />
zuzugestehen???</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:<br />
</b>Ich sehe keinen Verfall der Familie. Im Gegenteil: Familie ist derzeit<br />
&quot;in&quot; wie nie.<br />
Die Wertschätzung der Familie liegt heute bei rund 90% in allen Altersgruppen<br />
&#8211; gegenüber der angeblich so heilen Welt der 50er Jahre ein deutliche<br />
Steigerung, damals waren es gerade einmal<br />
50%, die Familie für wichtig oder sehr wichtig hielten. Was die Frage<br />
der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften betrifft, haben wir das, was<br />
ohne Zustimmung des Bundesrates möglich war,<br />
auf den Weg gebracht. Bei den derzeitigen Mehrheitsverhältnissen<br />
sind weitere Veränderungen <br />
nicht durchsetzbar.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wenn wir schon so viel über neue Jobs reden&#8230;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Michelle:</b> Hallo<br />
Frau Renate Schmidt! ich bin zwar erst 17 Jahre alt und ich mag sie sehr!<br />
Würden sie bitte für das Amt als &quot;Bundespräsidentin&quot;<br />
plädieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Also die Ministerin soll sich wohl für das Amt bewerben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Ich bin jetzt 42 Jahre lang erwerbstätig, in mindestens drei sehr<br />
unterschiedlichen Berufen. Für mich sehr überraschend, hat mich<br />
der Bundeskanzler gebeten, als Familienministerin in sein Kabinett einzutreten.<br />
Diese Aufgabe mache ich gerne und möchte auch etwas erreichen. Das<br />
ist aber in einem Zeitraum bis zur nächsten Bundespräsident(innen)wahl<br />
gar nicht möglich. Deshalb bleibe ich Bundesministerin für Familie,<br />
Senioren, Frauen und Jugend. Außerdem kommt noch was ganz wichtiges<br />
dazu: Wie ich dieses Amt angenommen im letzten Oktober habe, habe ich<br />
mit meinem Mann gesprochen und ich habe ihm versprochen, dass das jetzt<br />
das letzte Mal ist, dass sich unser Berufs- und Familienleben nach meinen<br />
Bedürfnissen richtet. Ich werde also nicht kandidieren und mein Versprechen<br />
gegenüber meinem Mann halten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Politik-Interessierte, eine Stunde ist vorbei. Vielen Dank für<br />
Ihre Fragen, vielen Dank Frau Schmidt, dass Sie ins ARD-Hauptstadtstudio<br />
gekommen sind. Dank auch an unsere User. Wir freuen uns, wenn Sie beim<br />
nächsten Chat wieder dabei sind. Einen schönen Abend wünscht<br />
das tacheles.02-Team.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Einen wunderschönen Abend, ich hoffe, ihr schwitzt nicht so wie ich.<br />
Ich muss jetzt noch zu &quot;Vorsicht Friedmann&quot;.</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotich_persoenlich_bin_der_meinung_dass_der_wehrdienst_ausgesetzt_werden_sollte_und_glaube_dass_die_-301/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
