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	<title>Fan &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Fan &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Football&#039;s coming home: Die Pro 15.30 Initiative</title>
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		<dc:creator><![CDATA[kwahl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitten ins Netz: Die Initiative Pro15:30]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Fußballfans
protestieren gegen die Macht des Geldes und werden gehört.
Im Mai versammeln sich Vertreter der Bundesliga und der
Fan-Initiative um einen Runden Tisch. Auf dem Spiel steht
der Sonntags-Fußball.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Fußballfans<br />
protestieren gegen die Macht des Geldes und werden gehört.<br />
Im Mai versammeln sich Vertreter der Bundesliga und der<br />
Fan-Initiative um einen Runden Tisch. Auf dem Spiel steht<br />
der Sonntags-Fußball.</span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&quot;DFB, Du Hure Kirchs &#8211; Gib uns unser Spiel zurück&quot; oder &quot;Schalke und<br />
Bayer 04 wollen wir samstags um halb vier&quot; schallt es neuerdings aus<br />
den Fußball-Stadien. Landesweit haben sich Fußball-Fans aller Vereine<br />
organisiert und der Kommerzialisierung ihres Lieblingssportes den Kampf<br />
angesagt. Im Mittelpunkt ihrer Kritik stehen der Deutsche Fußball-Bund<br />
(DFB) sowie der Fernsehsender Premiere, Inhaber der Übertagungsrechte,<br />
die für die Zerstückelung der Spieltage verantwortlich gemacht werden.<b> </b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dass es plötzlich überall gut<br />
organisierte Protestaktionen gegen die Handhabung von<br />
Bundesliga-Spielen und ihre Übertragung gibt, kommt nicht von ungefähr.<br />
Auch wenn es um Volkssport Nr. eins geht, wissen die Betroffenen sich<br />
übers Internet zu organisieren. Aus vereinzelten Aufrufen in den<br />
Diskussionsforen von <a href="http://www.stadionwelt.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">www.stadionwelt.de</a> entstand im Januar 2001 die Website <a href="http://www.pro1530.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">www.pro1530.de</a>,<br />
mit deren Hilfe seit dem 20. Spieltag bundesweit Protestaktionen<br />
organisiert werden. Seit einigen Wochen geistert die Pro-15.30 Bewegung<br />
auch durch die traditionellen Medien. Die Süddeutsche Zeitung etwa<br />
widmete den Aktionen bereits mehrere Artikel. Macht sich eine weitere<br />
Form von Protestkultur im Netz bemerkbar?<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Forderungen der Fans finden<br />
sich auf der Homepage: Abschaffung des Sonntags als regulären Spieltag,<br />
Festsetzung des Anpfiffs auf 15.30 Uhr, frühzeitige Bekanntgabe der<br />
Spieltermine und Einbezug der Fanbeauftragten der bei der Ansetzung der<br />
Spieltage. Grundsätzlich wollen die Fans erreichen, dass Abend- und<br />
Sonntagstermine nicht mit Spielen belegt werden, die eine Anreise von<br />
mehr als 200 bis 300 km erfordern.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bei vielen Begegnungen auf dem<br />
Rasen sind neuerdings Plakate der Pro1530-Bewegung zu sehen. Die<br />
Initiative hat eigentlich keine führenden Köpfe, die die Aktionen<br />
zentral planen. Sämtliche Aktivitäten werden über das Internet<br />
organisiert und dann lokal durchgeführt. So gibt es etwa Logos der<br />
&quot;Bewegung&quot; zum Herunterladen. Was die Anhänger konkret mit ihnen<br />
anfangen, bleibt ihren selbst überlassen. Ob sie sich T-Shirts drucken<br />
lassen oder Flugblätter verteilen, primäres Ziel ist es, die Blicke der<br />
Öffentlichkeit auf sich zu lenken.<br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bisheriger Höhepunkt waren die<br />
Proteste zum 27. Spieltag, an dem in vielen Stadien auf den Unmut der<br />
Fans aufmerksam gemacht wurde. Beim Spiel des FC Bayern gegen Bremen<br />
waren 20 000 Papptafeln im Münchner Stadion ausgelegt worden. Sie<br />
wurden während des Spiels hochgehalten und ergeben so den Schriftzug<br />
&quot;15:30&quot;. Häufig sind auch Kooperationen verschiedener Fanklubs durchs<br />
Netz zustande gekommen. Bielefelder Arminia-Fans wurden etwa mit<br />
Flugblättern aus Hamburg unterstützt.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Und das Konzept scheint<br />
aufzugehen. Mittlerweile haben sich führende Köpfe aus Politik und auch<br />
die Fußballgötter mit den Pro1530ern beschäftigt: Selbst<br />
Bundespräsident Johannes Rau äußerte sich in einem Interview mit dem<br />
Fußball-Magazin im Kicker: &quot;Die Bundesliga ist für mich das Herz des<br />
Fußballs! Sie lebt von den Besuchern im Stadion. Sie lebt von den<br />
Ereignissen, nicht von der Wiedergabe der Ereignisse. Die Stimmung im<br />
Stadion ist durch nichts zu ersetzen. Wenn man aber glaubt, nur das<br />
Fernsehen mache den Fußball zum Ereignis und bringe ihm seine<br />
gesellschaftliche Rolle, dann irrt man.&quot;<br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In einem Interview mit der<br />
Zeitschrift Hörzu meinte Karl-Heinz Rummenigge: &quot;Wir alle [&#8230;] haben<br />
in den letzten Jahren zu sehr ans Geld gedacht&quot;. Uli Hoeneß betonte im<br />
Münchner Merkur:&quot;Der Fan im Stadion ist für mich das Wichtigste. Wenn<br />
sich herausstellt, dass durch die Samstagabend- und Sonntagsspiele<br />
weniger Zuschauer ins Stadion kommen, muss das zurückgeschraubt werden,<br />
auch wenn der Sender den Vereinen wichtiges Geld gibt.&quot; Noch dratischer<br />
formulierte es Rudi Völler, Teamchef der Fußball-Nationalmannschaft:<br />
&quot;Wir müssen diesen Protest sehr ernst nehmen. Die Fans sind die Kunden.<br />
Ohne sie geht nichts!&quot;. Und in der Tat haben einige ganz konsequente<br />
Fans auch bereits ihre Premiere-Decoder aus Protest an der Kirch-Gruppe<br />
zurückgegeben.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In der zweiten Maiwoche sollen Vertreter des Initiative, des Deutschen Fußball-Bundes und der Kirch-Gruppe an<br />
einem Runden Tisch zusammentreffen und einen für alle Beteiligten akzeptabeln Kompromiss erzielen. Um den Ausgang<br />
der Gespräche nicht zu beeinflussen, wird der genaue Termin und Ort der Gespräche nicht bekanntgegeben.<br />
Dass hinter Pro1530 wirklich eine Massenbewegung steckt, bezweifeln jedoch noch einige wichtige<br />
&quot;Fußball-Köpfe&quot;.<br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Borussia Dortmunds Manager<br />
Michael Meier beurteilte die Initiative Anfang April im Spiegel wie<br />
folgt: &quot;Hier haben ein paar Leute auf eine sehr intelligente Weise im<br />
Internet Forderungen aufgestellt, hinter denen wahrscheinlich die<br />
wenigsten Fußballfans wirklich stehen. Da ist eine Lawine losgetreten<br />
worden, die Fans wurden instrumentalisiert. Und jetzt machen viele nur<br />
mit, weil alle das tun, und denken nicht mehr nach, was sie eigentlich<br />
erreichen wollen.&quot; Ob sich diese Einschätzung nicht als nicht eine<br />
Abseitsfalle entpuppt, wird sich nach dem Runden Tisch zeigen.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Sing when you are winning&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitten ins Netz: Die Initiative Pro15:30]]></category>
		<category><![CDATA[Fan]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
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		<category><![CDATA[Pro 15:30]]></category>
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		<category><![CDATA[Thomas Krämer]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
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		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Mit Hilfe des
Internet konnte Pro15:30 zu größten Protestaktion
des deutschen Fußballs werden. Thomas Krämer
wacht über die Site, auf der die Fans sich gegenseitig
die Bälle zu spielen. politik-digital hat mit ihm
gesprochen und erfahren, welcher Geist im Fußball-Netz
herrscht.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Mit Hilfe des<br />
Internet konnte Pro15:30 zu größten Protestaktion<br />
des deutschen Fußballs werden. Thomas Krämer<br />
wacht über die Site, auf der die Fans sich gegenseitig<br />
die Bälle zu spielen. politik-digital hat mit ihm<br />
gesprochen und erfahren, welcher Geist im Fußball-Netz<br />
herrscht.</span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Ein Interview mit Thomas Krämer, Initiative pro15:30</b></span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/images/PRO1530.gif" alt="Initiative Pro15:30" /><br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.pro1530.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Die Initiative pro15:30</a> hat zwar keinen &quot;Chef&quot; aber<br />
Thomas Krämer ist einer der Sprecher der Protestkampagne. Der FC-Fan setzt sich bei pro15:30 für die<br />
Verlegung der Sonntagsspiele auf den familien- und arbeitnehmerfreundlicheren Samstag ein. Im &quot;echten&quot; Leben ist<br />
Thomas Krämer, der in Köln auch in der &quot;Bunten Liga&quot; kickt, Unternehmer. Und da er sich als solcher mit<br />
Softwareentwicklung und Seitenkonzeption bestens auskennt, kümmert er sich auch um die Internetsite der<br />
Fußballaktivisten.<br />
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> </span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Welche Ziele verfolgt die Initiative 15:30?</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Unsere<br />
Hauptforderung ist die Abschaffung des Sonntagsspiels. Zur Zeit finden<br />
ungefähr 40% der Spiele abhängig von dem UEFA-Spiel Donnerstags am<br />
Sonntag statt, aber ungefähr 50% der Spiele sollen so bald wie möglich<br />
Samstags stattfinden. Weiterhin wollen wir eine Ausgeglichenheit der<br />
Spieltage zwischen den Vereinen erreichen. Eine grundlegende Forderung<br />
ist auch, dass ein Fanbeauftragter bei der Terminplanung dabei ist,<br />
genau wie jemand von der Polizei, den Stadionbetreibern und dem Verein<br />
dabei ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Welche Leute engagieren sich bei 15:30? Wie ist die Organisation aufgebaut?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Da lässt<br />
sich keine spezielle Gruppe nennen, das geht durch alle Gruppen durch.<br />
Wir haben auch keine festen Hierarchien. Jeder Verein stellt einen<br />
Ansprechpartner für die Initiative und wir checken nur, ob diese<br />
Ansprechpartner jeweils ok sind. Wir müssen ja sicherstellen, dass<br />
beispielsweise die emails sorgfältig behandelt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Welche Bedeutung hat das Internet für die Organisation?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Die<br />
Ansprechpartner sind in einer seperaten e-group, die zur internen<br />
Abstimmung eingerichtet wurde, organisiert. Daneben haben viele der<br />
Ansprechpartner eine eigene e-group für ihre Vereine eingerichtet. Das<br />
Internet spielt also, vor allem vor den Aktionen, eine wichtige Rolle<br />
bei der Abstimmung und Koordinierung. Im Moment lassen wir es<br />
allerdings ruhig angehen. Bevor im Mai der runde Tisch stattfindet<br />
wollen wir keine neuen Aktionen starten. Dementsprechend ruhig ist es<br />
auch im Netz. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Entfaltet die Initiative dabei im Netz ein Eigenleben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Thomas Krämer:</b> Zunächst spiegelt das Netz die Initiative. Und<br />
sie zieht im Netz immer weitere Kreise. Sollte der Protest nach dem<br />
Runden Tisch noch weiter gehen müssen, dann wird das Netz eine noch<br />
zentralere Bedeutung erlangen. Es gibt beispielsweise schon<br />
Überlegungen, die Unterschriftslisten mit Digitaler Signatur<br />
durchzuführen und dadurch gültig zu machen. Das wäre eine<br />
flächenwirksame Ergänzung zu den Unterschriftenlisten vor den Stadien.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Welche Aktionen gab es denn bereits im Netz? Was ist noch geplant?</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Wir haben<br />
Unterschriftenlisten und Banner im Netz. Das Logo haben sich über 300<br />
Seiten heruntergeladen. Ansonsten planen wir die Aktionen weiterhin für<br />
die reale Welt. Der Protest soll dort ja bewusst moderat bleiben, wir<br />
sind ja nicht gegen unsere Vereine. Eine Verschärfüng des Protests käme<br />
einer Kluft zwischen Fan und Verein gleich. Sollte weiterer Protest<br />
nötig sein, dann werden wir am 3. oder 4. Spieltag der neuen Saison<br />
sicher Demonstrationen organisieren. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was können Sie über die Resonanz auf die Seite sagen? Gibt es Nutzerzahlen? Wieviele sind im Diskussionsforum aktiv?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> So ganz<br />
genau weiss ich das gar nicht, aber über 200.000 Zugriffe werden es<br />
inzwischen sein. Das Diskussionsforum müsste inzwischen in Aktionsforum<br />
umbenannt werden. Schliesslich sind sich die gut 1000 registrierten<br />
Mitglieder inzwischen weitgehend einig über die Ziele und koordinieren<br />
sich da eher. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Warum muss man sich für das Forum registrieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Das hat<br />
Sicherheitsgründe. Wenn Sie sich mal das Forum auf Sport1.de anschauen,<br />
dann finden Sie da jede Menge gewaltverherrlichende und auch<br />
rechtsradikale Parolen. Das wollten wir vermeiden, indem die Leute ihre<br />
Anonymität aufgeben mussten. Mitlesen kann ja trotzdem jeder. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Zunächst wurde pro15:30 über www.stadionwelt.de abgewickelt. Warum entschlossen Sie sich zu einem eigenständigen Angebot?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Die ganze<br />
Diskussion wurde ja in einem Forum auf der Site von Stadionwelt<br />
angetreten. In einem Forum namens &quot;Stimmung im Stadion&quot; haben sich<br />
immer mehr Leute gefunden, die die gleichen Kritikpunkte teilten.<br />
Daraus wurde dann Anfang des Jahres eine eigenständige Aktion. Wir<br />
wollten mit dem Namen, dem Slogan pro15:30 Aufmerksamkeit erlangen.<br />
Ausserdem sollte die Initiative leicht im Netz zu finden sein, deswegen<br />
die Site. www.stadionwelt.de hat aber immer noch sehr viel mehr<br />
Besucher. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Worin besteht die Verbindung von Internet und Fußball? Gibt es eine Fankultur im Netz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Im Netz<br />
wird die Fankultur gespiegelt. Es gibt ja leider auch Hoolgigan-Seiten<br />
im Netz. Insgesamt gehen wir davon aus, dass 10-15% der Fußballfans<br />
online sind. Die Themen die im Netz diskutiert werden finden meist<br />
Eingang in die Fanzines und Fangruppen und werden so verbreitet. Die<br />
Zustimmung zu pro15:30 dürfte in der Fanwelt bei 90% liegen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Gibt es durch das Internet eine Möglichkeit, beispielsweise die Schlägereien zwischen den Vereinen in den Griff zu bekommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Zunächst<br />
kann man feststellen, dass das Verhältnis der Fans untereinander besser<br />
wird. Und über das Netz ist ein größerer Austausch da. Im Netz reden<br />
die Fans meist vernünftiger miteinander. Natürlich bleibt trotzdem eine<br />
gesunde Rivalität bestehen. Mit 15:30 ist uns auch über das Netz die<br />
größte Protestaktion der Fußballgeschichte gelungen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Einige Fans haben ja aus Protest ihre Premier-Decoder zurückgegeben. Ist das sinnvoll?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Ja, davon<br />
habe ich auch gehört&#8230;. Besonders sinnvoll ist das nicht, denn die<br />
Kirchgruppe ist nur mitschuldig. In Wirklichkeit gibt es eine<br />
Kausalkette, in der auch die Liga und letztlich sogar die UEFA<br />
vorkommt. Für das Problem gibt es mehere Ansprechpartner<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Die Sie ja auch an dem Runden Tisch Mitte Mai zusammenführen wollen.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Ja, die<br />
Teilnehmer sind: Herr Straub (Geschäftsführer der Bundesliga), Herr<br />
Hackmann (Präsident der Bundesliga und Präsident des HSV), Dr. Liegl<br />
(Kirch-Media Gruppe), Vertreter des BKA und des Innenministeriums, der<br />
Vertreter der FAnbeauftragten Herr Mendel und sechs Vertreter von<br />
unserer Initiative. </span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was sind ihre Erwartungen an diesen Runden Tisch?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Wir hoffen,<br />
dass das Problem Ernst genommen wird und das man uns anbietet, an der<br />
Lösung zu arbeiten, eine Perspektive zu entwickeln. Ich habe das<br />
Gefühl, das ein Umdenken stattgefunden hat: bekannte Persönlichkeiten<br />
wie Karl-Heinz Rumenigge und sogar der Bundespräsident Rau haben sich<br />
für uns ausgesprochen, auch die Grünen unterstützen uns. Ich glaube,<br />
dass es in der nächsten Saison kein Sonntagsspiel Freiburg-Rostock mehr<br />
geben wird, zu dem die Fans 1000 Kilometer reisen müssen. Falls der<br />
Runde Tisch die gewünschte Perspektive nicht bringt, werden wir weiter<br />
sehen. Unser Fannetzwerk ist inzwischen sehr intensiv. Und es kann<br />
weiter und wieder genutzt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Vielen Dank für das Gespräch.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Fragen stellte Carolin Welzel.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;You&#039;ll never walk alone&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitten ins Netz: Die Initiative Pro15:30]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Fan]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Pro 15:30]]></category>
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		<category><![CDATA[Jürgen Schwier]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommerzialisierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Vom Klüngel
zum Protest: Die Initiative Pro15:30 zeigt, dass der
Fußball ein politisches Potential entwickeln kann.
Der Professor für Sportsoziologie, Jürgen
Schwier, zeichnet den Weg vom Arbeitervergnügen
zum Mediensport nach.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Vom Klüngel<br />
zum Protest: Die Initiative Pro15:30 zeigt, dass der<br />
Fußball ein politisches Potential entwickeln kann.<br />
Der Professor für Sportsoziologie, Jürgen<br />
Schwier, zeichnet den Weg vom Arbeitervergnügen<br />
zum Mediensport nach.</span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Ein Gespräch über Fußballfans und Mediensport mit Professor<br />
Jürgen Schwier</b></span></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.uni-giessen.de/%7Eg51039/index.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Jürgen Schwier</a> ist seit März<br />
2000 Professor für Sportsoziologie an der Universität Giessen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im<br />
Bereich der Sportpädagogik, der Jugendforschung, der kulturellen Analyse des Sports und der populären<br />
Kultur. Zur Zeit steht das Thema &quot;Mediensport&quot; bei ihm ganz oben auf der Agenda. <i>Theorie meets Praxis</i>:<br />
Dem Fußball ist Jürgen Schwier  sowohl als &quot;Aktiver&quot; wie auch als Fan seit frühster Jugend verbunden&#8230;<br />
</span></p>
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Herr Professor Schwier, wie medial ist der Sport?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Wenn man<br />
über Medien und Sport spricht, spricht man eigentlich über sehr wenige<br />
Sportarten. Das hat auf der einen Seite den Vorteil, dass es einigen<br />
wenigen ökonomisch sehr viel besser geht als früher, es führt auf der<br />
anderen Seite aber zu einer Konzentration auf sehr wenige Sportarten.<br />
Handball oder Leichtatlethik beispielsweise scheinen nicht mehr<br />
stattzufinden. Dieser Prozess führt zu einer Sättigung. Inzwischen ist<br />
die Ware Fußball so teuer, dass die Sendezeit immer länger werden muss:<br />
ein Spiel dauert nicht mehr 90 Minuten, sondern wird auf drei Stunden<br />
gedehnt, und das passiert dann sechs mal wöchentlich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b><br />
Die Initiative 15:30 protestiert auch gegen diese Kommerzialisierung<br />
des Fußballs. Überrascht Sie das Protestpotential der Fußsballfans?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b><br />
Überraschen? Nein. Das Klima hat sich seit Mitte der 90er Jahre durch<br />
eine breite Welle von Fanzines verändert. Diese oft von wenigen Leuten<br />
semiprofessionell hergestellten Fanzeitschriften kamen einem<br />
Zusammenschluss &quot;von unten&quot; gleich. Das hängt auch damit zusammen, dass<br />
der Fan für den Verein immer weniger wichtig ist. Wenn die Spieler<br />
sagen, dass sie für die Fans spielen, ist das medienwirksam. Fans sind<br />
Folklore im Stadium. Die Fans haben das gemerkt und fühlten sich wie<br />
das fünfte Rad am Wagen &#8211; daher rührt der Ursprung des Protests. Eine<br />
Vorreiterrolle haben in diesem Zusammenhang die studentischen Fans<br />
gespielt, die leichter politisiert sind und beispielsweise das Thema<br />
Antirassismus in die Stadien und Fanclubs getragen haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Hat der Fußball dadurch eine neue, eine politische Dimension gewonnen, die sich in 15:30 manifestiert? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Ja, und<br />
dabei haben die Medien auch wieder eine Rolle gespielt. Bisher war die<br />
Szene wie gesagt höchstens semiprofessionell, die breite Öffentlichkeit<br />
hat die Aktionen zum Beispiel gegen Rassismus oder gegen die<br />
Abschaffung von Stehplätzen nicht wahrgenommen. Eine Ausnahme war da<br />
vielleicht Schalke, die mit den Antifa-Initiativen zusammengearbeitet<br />
haben und den Antirassismus sogar in die Vereinssatzung geschrieben<br />
haben. Inzwischen bekommt eine Initiative wie 15:30 große<br />
Medienaufmerksamkeit und das ganz ohne Kosten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Und das Internet? Was für eine Rolle spielen die Neuen Medien bei der Konstituierung von Protest?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Bei der<br />
Initiative 15:30 konnte der Grad der internen Vernetzung viel höher<br />
getaktet werden. Das Internet bietet solchen Initiativen eine<br />
Verbreitung im Schneeballsystem. Ausserdem öffnet sich hier eine neue<br />
Möglichkeit der Rekrutierung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Gibt es in der Fußballgeschichte eigentlich ähnliche Beispiele von Protest?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Bis vor<br />
10, 15 Jahren war das Fußballfan-Millieu konservativ und unkritisch.<br />
Den Fans wurde auch schon damals viel zugemutet, nur hat sich keiner<br />
öffentlich beschwert. Das hat sich erst in dem Maße geändert, in dem<br />
andere gesellschaftliche Schichten in das Fanmillieu Eingang gefunden<br />
haben. Die besser ausgebildeten Fans erhöhen das Protestpotential.<br />
Inzwischen haben es beispielsweise Neonazis schwer, in der<br />
Fußballfan-Szene Fuß zu fassen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Und wie sieht es mit anderen Sportarten aus? Wäre da eine solche Protestwelle denkbar?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Zunächst<br />
ist dieser Protest kulturell abhängig. Fußball ist ein<br />
geschlechtsspezifischer Sport aber kein schichtspezifischer. In so fern<br />
gibt es keine vergleichbare Sportart für eine derartige<br />
Protestkommunikation. Der Vergleich liesse sich eher auf der Ebene von<br />
sportlichen Großereignissen ziehen: Formel 1, oder Olympia: da werden<br />
auch regelmäßig breitere Schichten protestierend aktiv.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Kommen wir mal vom strukturellen aufs programmatische: warum braucht der Fußball das Geld der Kirchgruppe?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Warum<br />
braucht Herr Kirch den Fußball? Es meinen ja alle, auch Leo Kirch, man<br />
bräuchte den Fußball, als Fernsehmarkt-Eintrittsticket. Und da die<br />
Nachfrage das Angebot bestimmt, ist der Fußball entsprechend teuer. Im<br />
internationalen Vergleich nimmt Deutschland da eine durchschnittliche<br />
Rolle ein. Der Grund, warum Leo Kirch nicht reüssiert, ist dass Fußball<br />
immer noch frei zugänglich gesendet wird. Eigentlich gibt es inzwischen<br />
einen ökonomischen Zwang, die Spiele nur noch kodiert zu senden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Sehnen sich also die Aktiven von 15:30 nach einer Utopie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Fußball<br />
ist beides: Big Business und Traumwelt. Ohne die Idee von der<br />
Fan/Verein-Idylle funktioniert der Fußball nicht. Die Sehnsucht nach<br />
authentischem Sport ergänzt sich ja durch den Wunsch der Fans,<br />
möglichst gute und entsprechend teure Spieler in &quot;ihrem&quot; Verein zu<br />
haben. Die völlige Fußballidylle hat es so auch früher nie gegeben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b><br />
Manager und Fernsehleute argumentieren der Initiative 15:30 gegenüber,<br />
dass die Gruppe der reisenden Fans im Vergleich zu den<br />
Fernsehzuschauern verschwindend ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Ja, es<br />
gibt zwei Fangruppen. Aus rein ökomomischen Gruppen spricht nichts für<br />
die Fan-Folklore. Aber der Fußball lebt auch ganz stark von der<br />
Inszenierung und welcher Fernsehzuschauer will schon Spiele sehen, bei<br />
denen niemand mehr im Stadion sitzt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was kann man von dem im Mai stattfindenden runden Tisch erwarten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Runde<br />
Tische haben in Deutschland ja eine sehr positive Tradition&#8230;<br />
Interessanterweise gab es schon vor 3-4 Jahren mal eine Kampagne gegen<br />
die Montagsspiele. Kirch hatte die Rechte für die 2. Bundesliga gekauft<br />
und um diese zu vermarkten, gab es ein fanunfreundliches<br />
Montagabendspiel. Über die Fanzines wurde zum Protest der Produkte<br />
aufgerufen, die diese Spiele über Werbung finanzierten. An einem runden<br />
Tisch überredete man damals die Fans, den Boykott einzustellen, weil er<br />
&quot;ihren&quot; Vereinen ökonomisch schadet. Ich sehe diesen Runden Tisch als<br />
ein Zeichen. Man signalisiert den Fans, dass man sie wichtig nimmt und<br />
hofft, dass es damit getan ist. Was dann passiert, hängt davon ab, wie<br />
lange die Initiative das Niveau durchhält.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Und was glauben Sie?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Es handelt<br />
sich ja um &quot;après-le-travail-Protest&quot;, also um Feierabendprotest. Da<br />
kann es sein, dass einige Leute wegbrechen. Dafür spricht, dass die<br />
Initiative es schon geschafft hat, sehr massenwirksam zu sein. Dadurch<br />
identifizieren sich viele mit dem Protest. Übrigens hat die Initiative<br />
15:30 auf jeden Fall etwas ganz neues geschafft: es ist die erste große<br />
vereinsübergreifende Initiative. Eine Tendenz, die übrigens aus<br />
Großbritannien kommt, dort haben solche Fanorganisationen eine etwas<br />
größere Tradition. Hierzulande hatten sich die Fans der einzelnen<br />
Vereine verbal eher wenig mitzuteilen, das hat sich mit der Initiative<br />
15:30 erstmals geändert. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Vielen Dank für das Interview. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Gerne&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Fragen stellte Carolin Welzel.</span></p>
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