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	<title>Feinde des Internets &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Feinde des Internets &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Welttag gegen Internetzensur: Gesperrte Webseite, öffne dich!</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/welttag-gegen-internetzensur-gesperrte-webseite-oeffne-dich-145035/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2015 12:29:52 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Vietnam, China oder Russland. Diese Länder haben eines gemein: Sie zensieren die Berichterstattung in ihrem Staatsgebiet und schränken den Informationszugang [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/1201_ROG3.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145044" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/1201_ROG3.png" alt="1201_ROG3" width="640" height="280" /></a>Vietnam, China oder Russland. Diese Länder haben eines gemein: Sie zensieren die Berichterstattung in ihrem Staatsgebiet und schränken den Informationszugang ihrer BürgerInnen ein. Zum siebten Mal in Folge rufen Reporter ohne Grenzen deshalb zum Welttag gegen Internetzensur auf. Doch dieses Mal prangern die AktivistInnen für Informationsfreiheit nicht nur an, sondern werden selbst aktiv.</p>
<p>Die international tätige Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) setzt sich weltweit für die Pressefreiheit und gegen Zensur ein. Heute rufen Reporter ohne Grenzen zum siebten Mal unter dem Motto „<a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/Redaktion/Presse/Downloads/Feinde_des_Internets/Grenzenloses_Internet_-_Reporter_ohne_Grenzen.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grenzenloses Internet</a>“ zum Welttag gegen Internetzensur auf. An diesem Tag wirbt die NGO für ein Internet ohne Grenzen und Hürden und übt Kritik daran, dass autoritäre Regierungen mit Gesetzen und Zensur im Internet Grenzen ziehen und staatliche ZensorInnen entscheiden, auf welche Informationen die BürgerInnen ihres Landes zugreifen dürfen und auf welche nicht.</p>
<h3>Reporter ohne Grenzen aktiv gegen Internetzensur</h3>
<p>Um sich gegen die Beschneidung des Rechts auf Meinungsfreiheit und die freie Meinungsäußerung zu wehren, haben sich die Reporter ohne Grenzen in den Vorjahren darauf konzentriert, die weltweiten „Feinde des Internets“ am Welttag gegen Internetzensur zu benennen, deren Zensurmaßnahmen zu dokumentieren und detailliert zu beschreiben. Als Zentrum von Überwachung und Zensur und <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/feinde_internet/2014/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Feinde des Internets 2014</a> sah die Organisation insbesondere Behörden wie den US-Geheimdienst NSA und dessen britisches Pendant GCHQ. Insgesamt zählte ROG insgesamt 32 Behörden und Institutionen, die eine zentrale Rolle bei der Unterdrückung kritischer Stimmen und unerwünschter Informationen im Internet spielen.</p>
<p>Dieses Jahr geht die Organisation einen Schritt weiter und begnügt sich nicht mit der Protokollierung von Internetzensur. Zum ersten Mal greifen Reporter ohne Grenzen aktiv ein und machen zuvor gesperrte Internetseiten und Informationen für die Öffentlichkeit wieder zugänglich. Reporter ohne Grenzen haben für die Aktion neun blockierte Nachrichtenseiten in elf Ländern ausgewählt. Um die zensierten Seiten zu öffnen, hat ROG Kopien der Webseiten erstellt und in Cloud-Servern großer Anbieter wie Amazon, Google und Microsoft abgelegt. Würden die Regierungen der Länder nun versuchen, die Clouds zu blockieren, würde das die Sperrung von Tausenden weiterer Seiten, die sich ebenfalls auf den Servern befinden, nach sich ziehen. Die wirtschaftlichen und politischen Folgekosten einer solchen Aktion wären nicht absehbar.</p>
<h3>Neun zensierte Nachrichtenseiten in elf Ländern gehen wieder online</h3>
<p>Zu den wieder zugänglich gemachten Internetseiten zählt etwa das unabhängige Nachrichtenportal „Grani.ru“ in Russland, abrufbar in der gespiegelten Version unter <a href="https://gr1.global.ssl.fastly.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://gr1.global.ssl.fastly.net/</a>. Gegründet wurde es im Jahr 2000 und wurde kurz nach dem Ausbruch des Ukrainekonflikts im März 2014 gesperrt. Zuvor waren dort mehrere Kreml-kritische Berichte erschienen.</p>
<p>Zu den weiteren Ländern gehören u.a. Kuba, Turkmenistan oder Bahrain. Auch in China schottet die Regierung das Internet für seine BürgerInnen ab. Neben zahlreichen Webseiten sind außerdem soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter blockiert. Zunehmend werden auch alternative Wege zu gesperrten Seiten, wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Virtual_Private_Network" target="_blank" rel="noopener noreferrer">VPNs</a>, unbrauchbar gemacht. Allein in der Volksrepublik sollen 29 JournalistInnen und 72 BloggerInnen inhaftiert sein. Auch im Iran, wo derzeit 17 JournalistInnen sowie 28 OnlineaktivistInnen und BürgerjournalistInnen hinter Gitter sitzen, wurde eine Internetseite wieder zugänglich gemacht.</p>
<p>Weitere Informationen zur Aktion &#8220;Grenzenloses Internet&#8221; zum Welttag gegen Internetzensur 2015 gibt es <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/feinde_internet/2015/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/">Reporter ohne Grenzen</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Weißrussland: Opposition und Zensur in einer Diktatur</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/weissrussland-opposition-und-zensur-in-europas-letzter-diktatur-135908/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jan 2014 14:27:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Weißrussland gilt als letzte Diktatur Europas. Eine mögliche Öffnung in Richtung Europa liegt in weiter Ferne, und auch um die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Belarus_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-135912" alt="Andrea Wong" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Belarus_bearb-630x420.jpg" width="630" height="420" /></a>Weißrussland gilt als letzte Diktatur Europas. Eine mögliche Öffnung in Richtung Europa liegt in weiter Ferne, und auch um die Meinungsfreiheit im Internet ist es in der ehemaligen Sowjetrepublik schlecht bestellt. Seit einer Gesetzesänderung im Januar 2012 haben viele Regimekritiker sich aus dem Netz zurückgezogen. Ein Überblick über die aktuelle Situation.<br />
Während die Opposition in <a href="http://politik-digital.de/die-russische-regierung-hat-den-informationskrieg-im-internet-verloren/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Russland</a> das Internet aktiv für die politische Meinungsbildung nutzt und sich dieser Trend auch in der <a href="http://politik-digital.de/ukraine-vernetzung-im-namen-des-protests/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ukraine</a> rasant entwickelt, fehlt es in der ehemaligen Sowjetrepublik Weißrussland an einem organisierten Widerstand. Wer sich gegen die Regierung stellt, muss mit großen Schwierigkeiten rechnen, so der Osteuropa-Experte Denis Friedrich von der Freien Universität Berlin. Der Politikwissenschaftler stammt selbst aus der ehemaligen Sowjetrepublik und ist Mitglied der <a href="http://www.dbg-online.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsch-belarussischen Gesellschaft</a> sowie des gemeinnützigen Vereins <a href="http://human-rights-belarus.org/wp/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Menschenrechte in Belarus e.V.</a>, der sich für die Menschenrechte in seiner Heimat einsetzt.<br />
Regierungsgegnern werden Aufstiegschancen im Beruf verwehrt, ebenso kommt es vor, dass sie von Universitäten ausgeschlossen werden. Ganz zu schweigen von erfolgreichen Parteiführern und Präsidentschaftskandidaten der Opposition, die mit hohen Gefängnisstrafen rechnen müssen. Wie Alexander Kasulin, der im Jahr 2006 gegen den seit 1998 regierenden Alexander Lukaschenko antrat. Er wollte Lukaschenkos Wiederwahl nicht akzeptieren und wurde wegen „schweren Rowdytums“ zu fünfeinhalb Jahren Lagerhaft verurteilt. 2008 kam er jedoch unter Druck der Europäischen Union wieder frei. Auch die Präsidentschaftswahlen 2010 gingen mit Gewalt und Repressionen einher. Nikolaj Statkewitsch war einer der Kandidaten und sitzt noch immer im Gefängnis, zwei weitere Kandidaten leben im Exil.</p>
<h3>Ein isoliertes Land</h3>
<p>Weißrussland hat knapp 9,5 Millionen Einwohner und grenzt an Polen, die Ukraine, Russland, Lettland sowie Litauen. Von den Regenten der ehemaligen Sowjetrepubliken ist der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko der einzige, der noch an der sowjetischen Ordnung festhält. Nach seiner Wahl zum Präsidenten Weißrusslands führte er sowjetische Staatssymbole wieder ein, distanzierte sich vom Westen und den Reformen in den ehemaligen Sowjetrepubliken, die das Ergebnis der KSZE/OSZE-Prozesse und der <a href="http://www.osce.org/de/mc/39518" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Charta von Paris für ein neues Europa</a> 1990 waren. Die Welle von Privatisierungen in Weißrussland ebbte im Jahr 1994 mit dem Amtsantritt Lukaschenkos ab. Die letzten Präsidentschaftswahlen 2010 läuteten die vierte Amtszeit Lukaschenkos ein. Das Land ist innerhalb Europas isoliert; wirtschaftlich und politisch hängt es immer noch stark von Russland ab.<br />
Lukaschenko geht seit einem Jahrzehnt gezielt gegen regierungskritischen Politiker und Medien vor und hat die Opposition im eigenen Lande mehr oder weniger „ausgeschaltet“. Der ehemalige deutsche Außenminister Guido Westerwelle <a href="http://www.n-tv.de/politik/EU-droht-mit-weiteren-Schritten-article5635386.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nannte</a> Lukaschenko öffentlich den „letzten Diktator Europas“. 1997 <a href="http://eeas.europa.eu/delegations/belarus/eu_belarus/political_relations/index_en.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">stoppte</a> die EU die Unterzeichnung des ausgehandelten Partnerschafts- und Kooperationsabkommens (PKA) mit Weißrussland. Der Grund: Lukaschenko hatte eine Reihe umstrittener Referenden durchgesetzt. So konnte er seine Befugnisse als Präsident ausweiten und die des Parlaments einschränken. Außerdem führte er die Todesstrafe wieder ein. Um weiterhin Druck auf das Regime auszuüben, verhängte die EU 2012 Sanktionen gegen Weißrussland. Das Auslandsvermögen der weißrussischen Führungsmitglieder, darunter auch von Präsident Lukaschenko, wurde <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-verschaerft-sanktionen-gegen-weissrussland-und-praesident-lukaschenko-a-823432.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eingefroren.</a><br />
Dennoch unterhält Deutschland heute weiterhin kulturelle, politische und wirtschaftliche <a href="http://www.minsk.diplo.de/Vertretung/minsk/de/Startseite.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beziehungen</a> zu Weißrussland. Wie der Belarus-Experte Friedrich betont, gibt es in Weißrussland eine starke Zivilgesellschaft und eine Vielzahl qualifizierter Arbeitskräfte. Allerdings bedürfe es dringender Reformen, sowohl im Bildungssystem als auch in der Wirtschaft. Die Öffnung Weißrusslands gegenüber der EU würde das Land wirtschaftlich stärken und die Lebensstandards der Bevölkerung erhöhen. Dass das politische System für Andersdenkende verschlossen bleibt, liege unter anderem auch an der Mentalität der Machthaber.</p>
<h3>Zensur und Kontrolle im Internet</h3>
<p>Neue Weltanschauungen und Erwartungen entstehen dabei durch einen ständigen Informations- und Meinungsaustausch. Bekanntlich übernehmen die Medien diese Rolle. In Anbetracht der Tatsache, dass <a href="https://netzpolitik.org/2013/alarmierender-bericht-von-index-on-censorship-zu-meinungsfreiheit-und-uberwachung-des-internet-in-belarus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">4,4 Millionen Weißrussen,</a> also knapp die Hälfte der Bevölkerung, Zugang zum Internet hat und die Zahl der Nutzer von Jahr zu Jahr wächst, stellt das Internet eine effektive Kommunikationsplattform dar. Allerdings hat die Regierung auch hier vorgesorgt.Vor zwei Jahren, am 6. Januar 2012, trat ein Gesetz in Kraft, das die Meinungsfreiheit im Internet massiv einschränkt. Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass jede Person, die das Internet in einem öffentlichen Internet-Café oder über eine gemeinsame Leitung nutzt, sich ausweisen muss und dass die entsprechenden Surfprotokolle für ein Jahr gespeichert werden müssen, berichtet das Datenschutzportal <a href="https://www.unwatched.org/EDRigram_10.1_Weissrussland_uebt_starke_Internetzensur_aus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unwatched.org.</a><br />
Das Gesetz hatte zur Folge, dass wichtige Informationsträger, die in der Vergangenheit Verbrechen und Missstände des Regimes aufgedeckt hatten, aus dem Netz gegangen sind. Dazu gehören die Facebook-Gruppe „Verbrecher in Zivil gesucht“ und diverse Blogs von Regimekritikern. Die Internetprovider müssen für das Surfverhalten und die Aktivitäten ihrer Kunden Rechenschaft ablegen. Jedem Unternehmen, das seine Inhalte nicht auf weißrussischen Servern hostet, wird die Internetpräsenz verweigert, heißt es weiter auf der Website von unwatched.org. Rechtsträgern und Unternehmern, die gegen das Gesetz verstoßen, drohen Bußgelder.<br />
Denn die Provider sollen die Nutzung ausländischer Websites überwachen und den Behörden regelmäßig darüber berichten. Die staatliche Aufsichtsbehörde für Elektronische Kommunikation hat zudem eine Liste zu sperrender Seiten erstellt. „Websites wie die Nachrichtenseiten Charter97 und Belaruspartisan sowie der Blog des Humoristen Yauhen Lipkovich, die der Regierung oder dem Präsidenten kritisch gegenüber stehen, befinden sich bereits auf der Sperrliste“, heißt es auf unwatched.org. Mitarbeiter in öffentlichen Verwaltungen haben keinen Zugang zu diesen Seiten, vom privaten PC aus sind sie aktuell aber noch erreichbar.<br />
Nicht zuletzt aufgrund dieser Bestimmungen befindet sich Weißrussland nicht nur im Jahresbericht <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/docs/enemies_of_the_internet_2013_01.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Feinde des Internets“</a> der Organisation Reporter Ohne Grenzen (ROG) auf der Liste jener Staaten, die „unter Beobachtung“ stehen, sondern nimmt zudem im <a href="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/ranglisten/rangliste-2013/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Index der Pressefreiheit 2013</a> Platz 157 von insgesamt 178 Ländern ein. Reporter ohne Grenzen bezeichnet die Lage im Land seit Jahren unverändert als „besorgniserregend“.<br />
Ob das Land sich irgendwann dem Westen öffnen wird? „Das weiß ich nicht“, sagt Denis Friedrich. „Aber es kann schneller kommen, als man denkt. Eine Modernisierung der weißrussischen Wirtschaft ist aber nur in Zusammenarbeit mit den Ländern der EU möglich.“<br />
2011 hatte Weißrussland vor einem <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-06/weissrussland-pleite" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Staatsbankrott</a> gestanden. Die Inflation war so stark angestiegen, dass der Euro rund 7.000 weißrussische Rubel wert war. Die Menschen protestierten auf den Straßen und zerrissen demonstrativ Rubelnoten. Belarus entkam dem finanziellen Aus nur dank eines <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/international/bankrott-abgewendet-klammes-weissrussland-erhaelt-millionenkredit/6008982.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">millionenschweren Kredits</a> der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft. Die Beziehungen zu Russland sind jedoch seit einigen Monaten <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/916236.kein-happy-end-im-kali-krimi.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">angespannt.</a> Der Grund war die Verhaftung des russischen Oligarchen Wladislaw Baumgertner. Letzterer soll Weißrussland Verluste in Höhe von 100 Millionen Dollar beschert haben. Zwar wurde Baumgertner Ende November wieder freigelassen, doch die Situation zwischen den Bruderstaaten bleibt belastet. Ob die Verschlechterung der Beziehungen zu Russland jedoch eine Öffnung in Richtung Europa nach sich zieht, steht in den Sternen.<br />
Bild: (C) <a href="http://www.andreawong.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andrea Wong</a><br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Kritik im Netz: Wie viel Filter verträgt die Freiheit?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/kritik-im-netz-wie-viel-filter-vertraegt-die-freiheit-128273/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Apr 2013 08:03:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Journalisten werden weltweit zensiert, überwacht, und verfolgt &#8211; mit westlicher Informationstechnologie. Doch Demokratien unterstützen nicht nur die Cyberrepression der Autokraten. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Ahdieh-Ashrafi-CC-BY-NC-ND.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-128337" alt="Ahdieh Ashrafi (CC BY-NC-ND 3.0)" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Ahdieh-Ashrafi-CC-BY-NC-ND-630x504.jpg" width="630" height="504" /></a>Journalisten werden weltweit zensiert, überwacht, und verfolgt &#8211; mit westlicher Informationstechnologie. Doch Demokratien unterstützen nicht nur die Cyberrepression der Autokraten. Sie setzen selbst Filtersoftware ein.<strong>  </strong><br />
Wie es global um die Meinungsfreiheit im Internet bestellt ist, lässt sich am besten an einer Zahl und einem Datum ablesen: Als die UN-Menschenrechtskommission bestätigte, dass fundamentale Rechte wie das auf freie Meinungsäußerung auch im Internet gelten, unterzeichneten gerade mal 71 Länder die <a href="https://netzpolitik.org/2012/resolution-un-menschenrechtsrat-bestatigt-die-gultigkeit-der-menschenrechte-auch-im-internet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Resolution</a>. Das Prekäre: Sie wurde vor weniger als einem Jahr &#8211; im Juli 2012 &#8211; verabschiedet.<br />
Im Umkehrschluss bedeutet das, dass heute rund zwei Drittel aller Staaten kritische Stimmen und Informationen im Netz weder fördern noch formell anerkennen. Im Gegenteil: Internetzensur ist auf dem Vormarsch. Die Menschenrechtsgruppe <em>Reporter ohne Grenzen</em> <a href="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/pressemitteilungen/meldung-im-detail/artikel/rog-bericht-feinde-des-internets-westliche-ueberwachungstechnik-in-den-haenden-von-diktatoren/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">prangert in ihrem Bericht &#8220;Feinde des Internet 2013&#8221;</a> das global zunehmende Repressionspotential im Internet an. Für Journalisten und Blogger, die unabhängige Meinungen über Online-Kanäle verbreiten, birgt der technische Ausbau der digitalen Überwachung die Gefahr, ausspioniert und geortet zu werden. Aus Sicht der Zensoren mit Erfolg, wie die Zahlen von ROG belegen.<br />
Weltweit wurden in diesem Jahr bereits 179 Journalisten und 148 Netzaktivisten (<em>Netizens</em>) in Haft genommen. China, Vietnam und Iran gehen besonders massiv gegen abweichende Meinungen im Internet vor. 58 Journalisten haben die drei Länder im laufenden Jahr bereits verhaftet, zudem 120 der weltweit 148 verhafteten Netizens.<em> Reporter ohne Grenzen</em> zählt China, Vietnam und Iran neben Bahrein und Syrien zu den ärgsten &#8220;Feinden des Internet&#8221;.</p>
<h3><strong>Staatliche Einschüchterung führt zu Selbstzensur </strong></h3>
<p>Im vergangenen Jahr wurden 143 Journalisten und Onlinedissidenten umgebracht. In 22 Ländern mussten Pressevertreter Verhaftungen fürchten, allen voran in der <a href="http://en.rsf.org/press-freedom-barometer-journalists-imprisoned.html?annee=2012" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Türkei, China, Eritrea, Iran und Syrien.</a> Rund halb so viele Staaten verfolgten auch die freie Meinungsäußerung im Internet. Die meisten Länder verzichten dabei sogar auf physische Gewalt oder (il)legale Inhaftnahme. Denn viele kritische Stimmen lassen sich viel eleganter verstummen. Was der Staat nicht mit Hilfe der Technik schafft, erledigt oft die Selbstzensur.<br />
Die OpenNet Initiative (ONI), ein <a href="https://opennet.net/about-oni" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gemeinschaftsprojekt dreier renommierter Forschungseinrichtungen</a> in den USA und Kanada, beobachtet Filter- und Überwachungspraktiken in nahezu allen Ländern der Welt. Im Gegensatz zu Menschenrechtsorganisationen wie ROG oder <em>Amnesty International</em> beleuchten die ONI-Forscher die technischen Möglichkeiten der Internetzensur. Ihr Befund: <a href="https://opennet.net/about-filtering" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zur gängigen Praxis</a> zählen die Blockierung unliebsamer Websites &#8211; es können IP-Adressen oder Urls geblockt oder individuelle Benützer-DNA verfälscht werden &#8211; sowie die Manipulation der Suchergebnisse bis hin zur Abschaltung unerwünschter Websites. Oft reicht bereits die Androhung rechtlicher Schritte aus, damit Autoren und Website-Betreiber kuschen und kritische Artikel verwässern oder aus dem Netz nehmen.</p>
<h3><strong>Jede Weltgegend hat spezielle Filterpraktiken </strong></h3>
<p>Dabei verfolgt jedes Land eigene Filterstrategien, um den Zugang und die Verbreitung von Informationen im Internet einzuschränken. In westlichen Ländern sind es vorwiegend Inhalte wie Pornographie (Europa/Australien), Extremismus und Hate Speech (Deutschland/Frankreich) oder Urherberrechtsverletzung (USA), die vom Netz genommen oder in Suchmaschinenlisten indexiert werden, oftmals zum &#8220;Schutz&#8221; der Bürger oder im <a href="http://www.pcmag.com/article2/0,2817,2417547,00.asp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Namen der nationalen Sicherheit</a>.<br />
In Europa hat letztes Jahr hat das umstrittene <a href="https://netzpolitik.org/2012/clean-it-der-geheime-plan-der-eu-der-keiner-war/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">transnationale Projekt CleanIT</a> wieder die Frage aufgeworfen, wo die Grenzen zwischen Cybersicherheit und Schutz der Privatsphäre verlaufen. Auch wenn das Projekt <a href="https://netzpolitik.org/2013/clean-it-abschlussdokument-der-wolf-im-schafspelz-ist-immer-noch-gefahrlich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nach massiver Kritik gemäßigter</a> daher kommt &#8211; in Europas Polizeibehörden werden längst ähnliche Filterprogramme getestet. Das <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/37/37744/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IOCP-Projekt der EU</a> steht für <em>Identifying and Catching Originators in P2P Networks </em>und soll kinderpornographisches Material und das Tauschverhalten entsprechender User erfassen und in polizeiliche Datenbanken einspeisen.<br />
Die übrigen Weltregionen verfolgen sehr unterschiedliche Filterstrategien. Auf der einen Seite fehlen etwa in Lateinamerika weitgehend die legalen Voraussetzungen zur Anwendung von Zugriffsbeschränkungen, und in Subsahara-Afrika lässt die mangelnde IT-Infrastruktur staatliche Zensur-Bemühungen &#8211; mit Ausnahme von Äthiopien &#8211; überflüssig erscheinen. Auf der anderen Seite investieren Länder in Asien und im Nahen Osten und Nordafrika (MENA-Region) viel Geld und Mühe in technische Zensur- und Überwachungsmethoden.</p>
<h3><strong>Autokraten orten Journalisten mit deutscher Spyware  </strong></h3>
<p>Es ist kaum verwunderlich, dass das <em>Committee to Protect Journalist</em> (CPJ) acht der <a href="http://cpj.org/reports/2012/05/10-most-censored-countries.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zehn zensurwütigsten Länder</a> Asien und der MENA-Region zuordnet. Die entsprechende Sicherheitstechnologie stammt von westlichen IT-Firmen, wie die Enthüllungsplattform Wikileaks in ihren Ende 2011 veröffentlichten <a href="http://wikileaks.org/The-Spyfiles-The-Map.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Spy Files</em></a> aufdeckte. Gaddafi, Mubarak oder al-Assad: Die im arabischen Frühling gestürzten Despoten und der im Todeskampf liegende Diktator verfolgten Online-Aktivisten und Journalisten mit Hilfe von Software <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/the-spyfiles-ein-schlag-gegen-die-ueberwachungstechnik-11552001.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aus den USA (Blue Coat Systems), Großbritannien (Sophos), Italien (Area), Frankreich (Amesys), Südafrika (Zebra) und Deutschland (Trovicor</a>).<br />
Für <em>Reporter ohne Grenzen</em> sind deshalb auch die führenden Technologie-Exportfirmen wie Gamma, Trovicor, Hacking Team, Amesys und Blue Coat <em>Feinde des Internet</em>. Die Unternehmen sind mitverantwortlich für die Unterdrückung von freier Meinungsäußerung in Regimen, die Software wie <a href="https://citizenlab.org/2012/07/from-bahrain-with-love-finfishers-spy-kit-exposed/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FinFisher&#8217;s Spy Kit</a> zu Filter- und Überwachungszwecken beziehen. Bislang ignoriert die Politik weitgehend den Spagat zwischen der rhetorischen Unterstützung der weltweit geltenden freien Meinungsäußerung im Internet und der Inschutznahme marktwirtschaftlicher Prinzipien.<br />
Nur im Fall von Iran und Syrien haben die USA und die EU mittlerweile ein Ausfuhrverbot von Sicherheits-IT beschlossen. Auch wenn das Europäische Parlament sich vor Kurzem für eine <a href="http://www.itnews.com/legislation/53036/ban-surveillance-tech-repressive-regimes-says-eu-parliament" target="_blank" rel="noopener noreferrer">umfassende Ausfuhrbeschränkung für Überwachungstechnologie</a> ausgesprochen hat, scheinen nicht alle Länder eine EU-weite Regelung anzustreben. Die <a href="http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/hermes127.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesregierung zumindest unterstützte</a> in der Vergangenheit Technologieexporte deutscher Unternehmen tatkräftig. Deutschland gehört zu den 71 Ländern, die die Resolution der UN-Menschenrechtskommission unterschrieben haben.<br />
<em>Dieser Artikel wurde zuerst auf <a href="http://jg10.ejs-training.de/tintenkiller/meinungsfreiheit-und-internetzensur/2013/04/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tintenkiller</a> veröffentlicht.</em><br />
Bild: Ahdieh Ashrafi (CC BY-NC-ND 3.0)<br />
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		<title>Welttag gegen Internetzensur &#8211; Reporter ohne Grenzen entlarven westliche Sicherheitsfirmen als „Feinde des Internets“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexa Schaegner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Mar 2013 15:29:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am heutigen Welttag gegen Internetzensur veröffentlicht die Menschenrechtsorganisation „Reporter ohne Grenzen“ wie in jedem Jahr den Bericht „Feinde des Internets“. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/internetzensur-reporter-ohne-grenzen-entlarven-westliche-sicherheitsfirmen-als-feinde-im-netz/imagesurveillance3/" rel="attachment wp-att-127551"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-127551" title="Bild: Reporter ohne Grenzen " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/imageSurveillance3.jpg" width="621" height="227" /></a>Am heutigen Welttag gegen Internetzensur veröffentlicht die Menschenrechtsorganisation „Reporter ohne Grenzen“ wie in jedem Jahr den Bericht „Feinde des Internets“. Erschreckendes, wenn auch kaum überraschendes Ergebnis: Die Einschränkung der Meinungsfreiheit geschieht auch im und vor allem durch westliche Staaten. Reporter ohne Grenzen fordert daher eine Exportkontrolle von Zensur- und Überwachungstechnik.<br />
Der diesjährige <a href="http://surveillance.rsf.org/en/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bericht</a> über die „Feinde des Internets“ identifiziert fünf autoritäre Staaten &#8211; Syrien, China, Iran, Bahrain und Vietnam -, die den freien Informationfluss im Netz zu unterdrücken versuchen, indem kritische Stimmen mit Späh- und Zensurtechnolgie überwacht und verfolgt werden. Zu den erklärten Internetfeinden gehören außerdem fünf westliche Unternehmen, die IT-Sicherheitsfirmen Gamma International (Großbritannien/Deutschland), Trovicor (Deutschland), Hacking Team (Italien), Amesys (Frankreich) und Blue Coat (USA).</p>
<h3>Neue Überwachungstechnologien in autoritären Regimen</h3>
<p>Insgesamt konzentriert sich der Bericht auf neue Zensur- und Überwachungstechnologien, die längst über das Blockieren von Webseiten hinausgehen. Alltägliche Kommunikationstools wie Skype würden so beispielsweise in China automatisch nach Schlüsselwörtern gefiltert, blockiert oder mitgeschnitten, heißt es im Bericht. Im Iran müssten selbst regimetreue JournalistInnen fürchten. zwischen die Fronten eines Machtkampfes zu geraten, dem der Plan zugrunde liegt, ein„vollständig überwachtes und zensiertes, nationales Internet“ zu schaffen. Politische GegnerInnen in Bahrain werden offenbar mit Hilfe von in den Computer eingspeisten Trojanern schikaniert, die E-Mails, Telefonate und Kameras überwachen können.</p>
<h3>Zensur in “westlichen Rechtsstaaten“</h3>
<p>So erschreckend diese Informationen auch sind, überrascht es gleichzeitig wenig, dass Staaten mit autoritärem, unterdrückendem Charakter immer neue Wege zur Überwachung und Zensur der Medien finden. Umso schwerwiegender ist es, wenn auch westliche Demokratien bereit sind, im Namen der Bekämpfung von Online-Kriminalität die Meinungsfreiheit im Netz einzuschränken. So <a href="http://politik-digital.de/europaeischer-polizeikongress-der-naechste-11-september-anschlag-kommt-per-e-mail/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichteten </a>wir erst kürzlich über den Europäischen Polizeikongress, in dessen Kontext umstrittene Fahndungs-möglichkeiten per Facebook oder der Einsatz von überwachenden Cyber-Cops diskutiert wurden. Laut des ROG-Berichts wirbt auch die Regierung der Niederlande für ein Gesetz, das die Befugnisse der Polizei auf Durchsuchung von Computern und Löschung von Daten ausdehnen soll. In den USA könne zudem bereits im Frühjahr ein Gesetz verabschiedete werden, das die Weitergabe von Nutzerdaten erlaubt.</p>
<h3>Export von Überwachungstechnik</h3>
<p>Durch Zugehörigkeit zum westlichen, rechtsstaatlich geprägten Kulturkreis zeichnen sich auch die fünf Firmen aus, die die genannte Überwachungs- und Zensurtechnolgien für autoritäre Regime nutzbar machen. Indem sie ihre Produkte entweder direkt verkaufen oder zumindest nicht verhindern, dass sie an autoritäre Regime exportiert und gegen Meinungsfreiheit eingesetzt werden, machen sich Firmen wie Gamma International, unter anderem in Deutschland ansässig, mitverantwortlich.<br />
Der Einsatz solcher Technologien sei schon unter strenger rechtsstaatlicher Aufsicht umstritten, sagte ROG-Vorstandsmitglied Matthias Spielkamp in Berlin. In den Händen autoritärer Regime wandelten sie sich seiner Meinung nach zu „digitalen Waffen.“ Immerhin hätten die EU und USA den Export von Produkten zur Internetüberwachung nach Syrien und den Iran verboten, was aber zu kurz greife, so Spielkamp. Reporter ohne Grenzen fordert daher die USA und alle EU-Staaten auf, „den Export von Zensur- und Überwachungstechnik generell zu kontrollieren.“<br />
Der ROG Bericht zeigt deutlich, dass die technische Produktionskette rund um Internetzensur weltweite Kreise zieht und auch innerhalb der sogenannten westlichen Welt informationseinschränkende Zustände herrschen, die kritisch hinterfragt werden müssen.<br />
Im Rahmen des Aktionstages ist heute außerdem eine Kampagne von ROG für Meinungsfreiheit im Internet online gegangen. Auf <a href="http://www.writinghelps.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.writinghelps.com</a> soll mit einer Onlinezeitung, bestehend aus den Tweets unter<a href="https://twitter.com/search?q=%23writinghelps" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> #writinghelps</a>, ein Zeichen gegen Zensur gesetzt werden.<br />
&nbsp;<br />
Bild: Reporter ohne Grenzen<br />
&nbsp;</p>
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