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	<title>Fernsehduell &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Fernsehduell &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Die Zukunft des “Hochrisikofernsehens”?</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 09:56:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In diesen Tagen ist bei der Columbia University Press die Neuauflage des Standardwerks über TV-Debatten im US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs erschienen - <a href="http://cup.columbia.edu/book/978-0-231-14104-8/presidential-debates" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Presidential Debates: Fifty Years of High-Risk TV</a>.  2008 wurde erstmals auch das Internet zur Organisation der Diskussionen genutzt -  Experimente im Web bedeuten aber noch nicht das Ende der Fernsehdebatten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In diesen Tagen ist bei der Columbia University Press die Neuauflage des Standardwerks über TV-Debatten im US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs erschienen &#8211; <a href="http://cup.columbia.edu/book/978-0-231-14104-8/presidential-debates" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Presidential Debates: Fifty Years of High-Risk TV</a>.  2008 wurde erstmals auch das Internet zur Organisation der Diskussionen genutzt &#8211;  Experimente im Web bedeuten aber noch nicht das Ende der Fernsehdebatten.<!--break--></p>
<p>
Alan Schroeder, Associate Professor an der School of Journalism der Northeastern University in Boston, skizziert in seinem Buch die Geschichte der hierzulande fälscherweise als “TV-Duelle” bekannten Wahlkampf-Gesprächsrunden. Begonnen bei der Great Debate von 1960 zwischen Kennedy und Nixon arbeitet sich Schroeder bis zu den eher mauen Konfrontationen von George W. Bush mit John Kerry durch.
</p>
<p>
Das ist unterhaltsam zu lesen und zugleich lehrreich: Schroeder zerlegt den Debattenprozess in Vorlauf (<i>pre-debate</i>), Durchführung (<i>debate</i>) und Nachbereitung (<i>post-debate</i>) und erhält so drei analytisch voneinander getrennte Untersuchungseinheiten. Auffällig aus der deutschen Perspektive ist dabei die Bedeutung der <a href="http://www.debates.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Commission on Presidential Debates</a>, die als Clearing-Stelle zwischen den Teilnehmer/innen fungiert und für die logistische Organisation der medialen Mega-Events ebenso zuständig ist wie für die Gestaltung der Regeln (wohingegen in Deutschland die Abläufe der “Kanzlerduelle” bislang in Hinterzimmerrunden zwischen Politik und Medienanstalten ausbaldowert wurden).
</p>
<p>
<b>Fernsehen trifft Internet </b>
</p>
<p>
Der Debattenjahrgang 2008 hat bereits jetzt &#8211; gut zwei Monate vor dem ersten Aufeinandertreffen im September &#8211; an Dynamik gewonnen. Dafür sorgte zunächst die immense Zahl der primary-Debatten, die demokratische wie republikanische presidential hopefuls beinahe im Wochentakt zu absolvieren hatten (vgl. die ausführlichen Wikipedia-Zusammenstellungen: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Democratic_presidential_debates%2C_2008" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Demokraten</a> // <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Republican_presidential_debates%2C_2008" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Republikaner</a>).
</p>
<p>
Weitere Impulse gingen dabei von den mixed-media-Debatten aus &#8211; erstmals wurde 2008 auch das Internet als Trägermedium zur Organisation von Debatten genutzt, bisher waren vor allem zwei experimentelle Formate unter Einbindung des Internet zu beachten.
</p>
<p>
1. Die CNN/YouTube-Debates als Kombination von user-generated content (Fragestellung via YouTube-Clip) und professioneller Redaktionsarbeit (Auswahl durch TV-Redaktion, Moderation der „eigentlichen“ Debatte)
</p>
<p>
und
</p>
<p>
2. das Yahoo/Huffington Post-Mashup als vorproduziertes Fernsehformat mit einzelnen Interviewschnipseln, die von den Zuschauern eigenständig kombiniert werden können.
</p>
<p>
Einen Schritt weiter geht das Angebot <a href="http://www.10questions.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10questions.com</a>, das die Debatte im November und Dezember 2007 vollständig in den digitalen Kommunikationsraum verlegt hatte. Organisiert wurde das Projekt federführend von der Info-Website <a href="http://www.techpresident.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">techpresident.com</a>. Zunächst konnten Nutzer in zwei Runden Videoclips mit Fragen an die Kandidaten einstellen, die danach von den Onlinern bewertet und so in eine Reihenfolge gebracht wurden. Die zehn am besten bewerteten Fragen wurden schließlich an die Kandidaten weiter geleitet, die innerhalb einer festgelegten Frist antworten konnten &#8211; die Kampagnen-Teams produzierten dann ihrerseits kurze Videoclips, die über 10questions.com bereit gestellt wurden (weitere Überlegungen zur Ausgestaltung von Online-Debatten finden sich <a href="http://citmedia.org/blog/2007/11/11/more-about-new-kinds-of-online-debates/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>).
</p>
<p>
<b>Vorgeplänkel der Präsidentschaftskandidaten </b>
</p>
<p>
Diese Experimente bedeuten jedoch noch längst keine Abkehr von den Fernsehdebatten, doch immerhin hat die Commission on Presidential Debates die Zeichen erkannt: bei der für den Herbst geplanten Townhall-Debatte zwischen Barack Obama und John McCain sollen auch Fragen von Internet-Nutzern zugelassen werden.
</p>
<p>
Wohlgemerkt: sollen. Denn genau an dieser Stelle setzt Alan Schroeder mit einem längeren <a href="http://www.cupblog.org/?p=318" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogposting</a> an, in dem er das Vorgeplänkel der Kampagnenteams von Obama und McCain um den Nationalfeiertag betrachtet. Zunächst hatte McCain Obama zu einer Serie von nicht weniger als zehn “Sommerdebatten” aufgefordert, dieser hatte in der komfortableren Position des aktuellen Umfrage-frontrunner lediglich eine Debatte vorgeschlagen: am symbolträchtigen 4. Juli. McCain wiederum ließ sich darauf nicht ein, dazu Schroeder:
</p>
<blockquote><p>
	McCain’s high command dismissed the July 4th idea as a “joke,” claiming that few Americans would be watching TV that night. Thus the debate fell apart before it ever advanced beyond the talking stage.
</p></blockquote>
<p>
Mit Verweis auf den bisherigen Verlauf der Vorwahlen schätzt der Debatten-Historiker diese Entscheidung zwar als möglichen Fehler ein, deutet das Geplänkel vor allem jedoch als Muster für die erst noch ausstehenden Verhandlungen um die wahre Gestalt der vier Fall Debates im September und Oktober:
</p>
<blockquote><p>
	Beyond a general agreement to debate, the candidates themselves have not yet weighed in on the commission’s proposal. Historically the opposing campaigns wait until after their party conventions to sit down and hammer out a detailed memorandum of agreement that governs debate participation. As experience shows, these plans may or may not align with the carefully thought-out recommendations of the CPD. The proposed dates and places are likely to stand, because it is nearly impossible to reschedule an event as complicated as a presidential debate without ample notice. But it is reasonable to expect tinkering by the campaigns in the areas of program structure and production details.
</p></blockquote>
<p>
<b>Das Fernsehen wird sich wehren müssen</b>
</p>
<p>
Und genau an dieser Stelle kann sich die Zukunft des “Hochrisikofernsehens” entscheiden, ganz gleich, ob die Debates dieses schillernde Etikett je verdient hatten. Gelingt es nämlich nicht, eine angemessene, offenere Form als die klassische “Katheter-Debatte” zu finden, könnte angesichts der aufkommenden Konkurrenz aus Mixed-Media-Debatten oder gleich vollständig online organisierten Settings der 2008er Wahlkampf eine Zäsur darstellen. Im Kampf um die Aufmerksamkeit der Wähler wird sich das Fernsehen gegen die audiovisuellen Mode-Formate von YouTube &amp; Co. wehren müssen. Unterkühlte, choreografierte und um potenzielle Risikofaktoren schon im Vorfeld bereinigte Gesprächsübungen vor der Fernsehkamera sind dafür vermutlich nicht die richtige Wahl.
</p>
<p>
<i>Artikel auch veröffentlicht auf <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/2008/07/08/die-zukunft-des-hochrisikofernsehens/#more-175" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet und Politik</a> </i></p>
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		<title>TV kills the Internet Star</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jun 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Online-Wahlkampf ist schnell, flexibel und günstig – und bleibt gegen das Fernsehen trotzdem ohne Chance. Ein Kommentar von Dr. Christoph Bieber.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Der Online-Wahlkampf ist schnell, flexibel und günstig – und bleibt gegen das Fernsehen trotzdem ohne Chance. Ein Kommentar von Dr. Christoph Bieber.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Seit dem 22. Mai herrscht ein wildes Treiben in den Kampagnen-zentralen der Parteien – das vielleicht etwas vorschnelle Ausrufen von Neuwahlen hat zu einem hektischen Getümmel in den Planungs-zentralen, Agenturen und Beraterstuben geführt. Wie organisiert man in nicht einmal vier Monaten einen vollwertigen Bundestagswahlkampf inklusive Programmentwicklung, Listenaufstellung, Parteitagen und Fernsehduellen? Ein Szenario wie geschaffen für einen umfassenden Online-Wahlkampf &#8211; doch vielleicht täuschen die Hoffnungen auf spannende Auseinandersetzungen im Datenraum.</p>
<p>Die Organisation der Blitzkampagne wird zum Kraftakt für alle Beteiligten in Politik, Medien und Gesellschaft – ironischer Weise wird durch den künstliche erzwungenen Sprintcharakter der Wahlkampfkommunikation aber vermutlich das schnellste Massenmedium auf der Strecke bleiben: das Internet. War die digitale, interaktive Medienumgebung in den Bundestagswahlkämpfen von 1998 und 2002 als Kampagnenneuland schnell in den Fokus von Politik, Öffentlichkeit und Bürgern geraten, dürfte das Jahr 2005 im Internet wenig spannend verlaufen. Und das, obwohl die objektiven Bedingungen, schnell und flexibel auf den überraschenden Kommunikationsnotstand zu reagieren, am besten sind. Die Produktionszyklen für wahlkampfbezogene Online-Angebote sind kurz, die Kosten für Wahlkampf-Websites vergleichsweise günstig, die Distribution unter den mittlerweile weit mehr als 30 Millionen Internetnutzern gelingt nahezu ohne Zeitverlust – eine medien-adäquate Nutzung der interaktiven Kommunikationsumgebung würde sogar die Rekrutierung und Integration zusätzlicher, parteiexterner Unterstützer erlauben.</p>
<p>Und doch wird das Internet im Medienwahlkampf 2005 nicht aus seiner Nischenposition heraus treten.</p>
<p>Das klingt paradox und dieser Klang lässt sich sogar noch verstärken – ein herkömmlicher Wahlkampf ist teuer, der logistische Aufwand für die Direktansprache potenzieller Wählerinnen und Wähler ist hoch, Werbeflächen und Sendezeiten sind limitiert. Und: die „Kriegskassen“ der Wahlkämpfer sind bei weitem nicht so prall gefüllt wie noch vor vier Jahren, als die Wahlkämpfe von CDU und SPD etwa 20 Millionen Euro verschlangen &#8211; sparen ist angesagt. Es scheint selbstverständlich, dass gerade bei den teuren Posten die größte Kostenreduktion erzielt werden könnte – etwa bei großflächigen Plakatierungen, Anzeigen oder Wahlwerbespots. Auch die Transportkosten für die unvermeidli-chen Rundreisen der Parteispitzen sind hoch – insbesondere dann, wenn in kurzer Zeit möglichst viele „Straßen und Plätze“ im ganzen Land besucht werden sollen.</p>
<p>Neben dem Zeitfaktor scheinen auch Spareffekte die Verlagerung größerer Wahlkampfanteile in das Internet zu begünstigen. Doch es bleibt dabei: ein Wahlkampf im Jahr 2005 findet nicht großflächig im Internet statt und erst recht wird er dort nicht gewonnen.</p>
<p>Zwar mehren sich erste Stimmen, die einen schnellen, flexiblen und energischen Online-Wahlkampf voraussagen: virtuelle Parteizentralen, digitales Campaigning, Gegnerbeobachtung und –kontrolle, Online-Spenden, und vor allem Weblogs kursieren als vermeintliche Zauberworte. In Wirklichkeit sind dies längst eingeführte und erprobte, aber noch lange nicht ausgereizte Formate des Online-Wahlkampfs. Eine massive Blüte werden sie auch in einem möglichen Kurzstreckenwahlkampf nicht erleben, denn eine Ausarbeitung in professionelle und reichweitenstarke Wahlkampfinstrumente ist aufwändig und – unkontrollierbar. Nahezu alle innovativen Formate politischer Online-Kommunikation bergen die Gefahr, sich ins Ungewisse zu entwickeln. Damit laufen sie einem wesentlichen Ziel moderner Wahlkampfführung zuwider: der gerne als „source professionalization“ bezeichneten Kontrolle über Inhalt, Format und Richtung der Kampagnenbotschaften. Man könnte es als den Fluch des „cut &amp; paste“ bezeichnen: die digitale Beschaffenheit der Kampagnenelemente erlaubt ein schnelles Kopieren, Manipulieren und Wiederveröffentlichen in gänzlich kampagnenfremden Kontexten. Das scheinbar so große Plus des dezentralen Datenraums, die (nahezu) gleichberechtigte Kommunikation (fast) aller Beteiligten ist jedoch der Alptraum der meisten E-Campaigner. Funktionierende Internet-Angebote bedürfen jedoch genau solcher offenen Komponenten, um aus dem Einerlei der Mainstream-Angebote heraus zu ragen – eine kampagnentechnische Zwickmühle.</p>
<p>Selbstverständlich gehören die Standardelemente moderner politischer Online-Kommunikation inzwischen zur Grundausstattung aller Parteien, doch werden sie stets nur als Ergänzung zum nach wie vor dominierenden Medienwahlkampf alter Prägung genutzt. Eine unerwartete Verkürzung im Wahlkampf-Zeitplan schwächt dieses Kräfteverhältnis jedoch keineswegs ab, im Gegenteil: gerade weil so wenig Zeit für medienwirksame Inszenierungen bleibt, werden diese dann umso intensiver ausgekostet. Die Wahlparteitage der Parteien werden auf mehrere Tage gestreckt, allein schon um sicher zu stellen, währenddessen möglichst große Anteile in den Nachrichtensendungen und der Presseberichterstattung zu erhalten. Die Fernsehduelle werden nicht nur zwei volle Abende blockieren, sondern mit exzessiver Vor- und Nachberichterstattung versehen, um möglichst lückenlose „TV-Events“ zu generieren. Das Interesse daran haben nicht die Parteien und Politiker allein – auch Sender und Journalisten profitieren von solchen XXL-Formaten, gute Quoten scheinen allen Beteiligten sicher. Die neuen Medien verkümmern so zum Annex eines wieder mal auf Hochglanz polierten Fernsehwahlkampfs – TV killed the Internet-Star.</p>
<p>Das ernüchternde Fazit: Online-Kampagnen sind und bleiben auch zehn Jahre nach dem Durchbruch des World Wide Web nicht mehr als die schwache Fortführung des Wahlkampfs mit digitalen Mitteln.</p></p>
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			</item>
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		<title>Politisches Mikado</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-oewahl2-shtml-2925/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[alederer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Nov 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Nur elf Wochen Wahlkampf, doch von Langeweile kann nicht die Rede sein. Der Zustand der FPÖ, Jörg Haider und die prominenten Quereinsteiger der einzelnen Parteien liefern jede Menge spannende Geschichten. Nur ein Gerücht, dass Arnold Schwarzenegger zur Wahl steht?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nur elf Wochen Wahlkampf, doch von Langeweile kann nicht die Rede sein. Der Zustand der FPÖ, Jörg Haider und die prominenten Quereinsteiger der einzelnen Parteien liefern jede Menge spannende Geschichten. Nur ein Gerücht, dass Arnold Schwarzenegger zur Wahl steht?<!--break-->
                    </p>
<p>Der Wahlkampf dauerte vom Bruch der Koalition bis zum Wahltag nur elf Wochen. Von den Kommentatoren wurde die Parteienstrategie bis zum Beginn der „heißen Wahlkampfphase Anfang November oft als „politisches Mikado“ bezeichnet, nach dem Motto: „Wer sich inhaltlich zuerst bewegt, hat verloren“. Bis drei Wochen vor der Wahl war der Wahlkampf daher inhaltlich weitestgehend leer und in den Medien dominierten zwei große Themen die Berichterstattung: der Zustand der<br />
                    <a href="http://www.fpoe.at/bundneu/index.jhtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FPÖ</a> und die prominenten Quereinsteigern der einzelnen Parteien.</p>
<p>
                    <strong>Haider kommt!&#8230; – Oder doch nicht…. – Doch, er kommt wieder! … &#8211; Nein, doch nicht…..</strong><br />
                    <br />Vom Rücktritt Riess-Passers am 9. September bis drei Wochen vor der Wahl gab die FPÖ reichlich Stoff für die Medien ab: Nach dem Rücktritt der Parteispitze um Susanne Riess- Passer übernahm ihr Stellvertreter, Verteitigungsminister Herbert Scheibner für wenige Tage das Kommando bis zum nächsten eilig angesetzten Parteitag. Der Ruf der Partei in der Krise nach der Rückkehr Jörg Haiders an die Spitze wurde immer lauter und Haider erklärte sich nach langem Zögern tatsächlich bereit, die Partei wieder zu übernehmen. Sozial- und Frauenminister Herbert Haupt wurde zum Spitzenkandidaten designiert. Nach einigen Tagen als designierter Obmann erklärte Haider wieder einmal seinen Rücktritt. Der Grund: Bei einer Veranstaltung sei eine dunkle Gestalt an ihn herangetreten und habe ihn davor gewarnt, gegen den beschlossenen Abfangjägerkauf aufzutreten. Außerdem möge er auf seine Familien aufpassen. Geschockt von dieser Drohung gegen Leib und Leben beschloss er, sich zurückzuziehen und verlautbarte Verschwörungstheorien von Waffenlobbies. Laut Ohrenzeugenberichten hat der Mann allerdings eher gemeint, dass er froh sei, dass Haider die Partei wieder übernommen hätte. Er möge doch jetzt auf seine Familien (nämlich die Partei) gut aufpassen. Letztlich ist der Vorgang ungeklärt.</p>
<p>Tatsache ist, dass die Partei innerhalb von 2 Wochen zum dritten Mal auf Obmannsuche war. Nach längerem Beknien ließ sich der bisherige Infrastrukturminister Matthias Reichhold auf das Himmelfahrtskommando des Parteiobmanns und Spitzenkandidaten ein. Um die Entwicklung kurz vorwegzunehmen: Reichhold gab nach 40 Tagen auf! Ihm gelang es immer schlechter, die zwei Strömungen in der Partei, die populistische Oppositions- und die pragmatische Regierungslinie zu vereinen. Als er drei Wochen vor der Wahl mit schwerer Angina ins Krankenhaus eingeliefert wurde und ihm die Ärzte angeblich schwere gesundheitliche Folgeschäden für den Fall seines weiteren Wahlkampfeinsatzes prophezeiten, trat Reichhold zurück. Tatsache war wiederum, dass ihm, von den Medien angefangen bis hin zu Parteifunktionären, keiner eine Zukunft bis zur Wahl zugetraut hat. Die Krankheit war wohl eher der Rücktrittsgrund, nicht aber die Ursache. Nebenbei: Die Kampagne war bei Reichholds Rücktritt bereits auf ihn als Person zugeschnitten. Als Giveaways verteilten die Freiheitlichen kleine Päckchen Taschentücher mit dem Konterfeit des lungenkranken Reichhold und dem Text „Xundheit! Damit sie wieder frei atmen können.“ Seine Nachfolge als Obmann und Spitzenkandidat trat Herbert Haupt an, Sozialminister und Ex- Spitzenkandidat vor Reichhold.</p>
<p>
                    <strong>Wer klopft da an die Tür?<br />
                    <br /></strong>Bis drei Wochen vor der Wahl mussten die Kandidatenlisten der Parteien eingereicht werden. Durch die „Mikado- Taktik“ der Parteien wurden keinerlei Themen kommuniziert, um dem Gegner keine Angriffsfläche zu bieten. Die Parteien versuchten, und das bestimmte neben dem turbulenten Zustand der FPÖ die Medienberichterstattung, über ihre Kandidaten bei den Wählern zu reüssieren.<br />
                    <br />Den ersten Coup landete<br />
                    <a href="http://www.spoe.at/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPÖ</a>-Chef Alfred Gusenbauer, indem er den Diplomaten<br />
                    <a href="http://www.ohr.int/cv/wpetritsch.asp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wolfgang Petritsch</a> als potentiellen Außenminister in sein Team holte. Petritsch war Hoher Repräsentant der UNO in Bosnien- Herzegowina und ist in Österreich als kompetenter Außenpolitiker anerkannt. Bereits vor 4 Jahren wollte ihn die SPÖ als Kandidaten gewinnen, was er damals aber ablehnte. Der zweite und wesentlich größere Coup gelang ihm mit Josef Broukal, Moderator der Hauptabendnachrichten des<br />
                    <a href="http://www.orf.at/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ORF</a> und beliebtester Fernsehsprecher Österreichs. Von einem Tag auf den anderen schied er überraschend aus dem ORF aus und gab seine Kandidatur bekannt. Broukal ist nicht nur enorm bekannt und beliebt, er ist auch fernsehtauglich und kannte aus seinem früheren Job auch noch das vollständige Konzept der ORF Wahlberichterstattung. Gusenbauers letzter Coup war die Kandidatur der früheren burgenländischen Superintendentin Gertraud Knoll, die bei der letzten Bundespräsidentenwahl angetreten war. Knoll gilt als bürgerliches, linksliberales Aushängeschild und ist somit geeignet, potentielle Grünwähler zu fangen.</p>
<p>Bundeskanzler Wolfgang Schüssel präsentierte erst relativ spät seine prominenten Kandidaten: Ingrid Wendel, ehemals Eiskunstläuferin und wichtiger, Moderatorin der ORF- Sendung „Seniorenklub“. Der Name war Programm und das Signal an die Zielgruppe sehr deutlich. Immerhin wählten zuletzt 33 Prozent der Senioren die ÖVP. Schüssels strategisches Meisterstück gelang ihm zwei Wochen vor der Wahl. Schüssel kündigte an, den freiheitlichen Finanzminister<br />
                    <a href="http://www.karlheinzgrasser.at" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Karl Heinz Grasser</a>, seineszeichens österreichs beliebtester Politiker, als parteiunabhängigen Fachmann in einer neuen ÖVP- Regierung wieder in seinem Amt zu übernehmen. Unabhängig davon, ob Grassers Partei an dieser Koalition beteiligt ist oder nicht. Grasser, dem wenige Tage zuvor von Jörg Haider Bestechung in Verbindung mit dem Kauf der Abfangjäger vorgeworfen wurde und der von Haider und Haupt zum Austritt aus der Partei aufgefordert wurde, nahm das Angebot an. Der Schock in der FPÖ saß tief. Nach anfänglicher Ablehnung und zwischenzeitlicher Akzeptanz von Grasser als Finanzminister in einer möglichen neuen Schwarz- Blauen Koalition, scheint sich die Partei nun endlich auf eine ablehnende Haltung Grasser gegenüber geeinigt zu haben.<br />
                    <br />Schüssel kündigte für die letzte Woche allerdings noch eine personelle Überraschung an. Die Gerüchte reichen von der beliebten steirischen Ministerpräsidentin Waltraud Klasnic als Ministerkandidatin bis zu einem Wahlaufruf des berühmten Auslandssteirers Arnold Schwarzenegger für Schüssel. Am Rande: Schwarzenegger plant selbst eine politische Karriere in den USA und überlegt momentan, für die Republikaner 2006 ins Rennen um den Gouvernor von Kalifornien zu gehen.</p>
<p>Die Freiheitlichen waren mit anderen Problemen geschlagen, als sich prominente Kandidaten zu suchen. Der einzige prominente Quereinsteiger ist der Sportler Elmar Lichtenegger. Bei der letzten Wahl kandidierte für die FPÖ schon einmal ein Sportler, der ehemals sehr erfolgreiche Skifahrer Patrik Ortlieb. In den vier Jahren als Abgeordneter kam er nur mit einem angeblichen Sexskandal in einer Innsbrucker Tiefgarage in die Medien. Über Lichtenegger ist nichts Einschlägiges bekannt. Dafür kann man auf<br />
                    <a href="http://www.el110.at" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seiner Homepage</a> Fotos sehen, die ihn athletisch und vor allem hüllenlos zeigen. Auf seine Einstandsrede im Parlament darf man gespannt sein.</p>
<p>
                    <strong>Duell im Fernsehzeitalter</strong><br />
                    <br />Die letzten drei Wochen vor der Wahl waren geprägt von sechs Fernsehduellen, wobei in Zweierdiskussionen jeder Parteichef einmal die Gelegenheit bekommt, mit jedem anderen zu diskutieren. Den Abschluss bildet die so genannte „Elefantenrunde“, bei der alle vier Parteichefs aufeinander treffen. TV- Konfrontationen bestätigen in der Regel die vorhandenen Einstellungen der Zuschauer und sind laut Wahlforschern eher unbedeutend für das Wahlergebnis. Durch die Kürze des österreichischen Wahlkampfes werden den TV- Duellen bei dieser Wahl allerdings großes Wirkungspotential vorausgesagt.</p>
<p>Markant war, wie gut sich wieder Erwarten Wolfgang Schüssel in den ersten beiden Konfrontationen gegen den Chef der Grünen und der FPÖ behaupten konnte. Alle Kommentare sahen ihn als Sieger. Wolfgang Schüssel galt bald als unschlagbar. Mit besonderer Spannung wurde daher sein Duell mit dem Kanzlerkandidaten Alfred Gusenbauer von der SPÖ erwartet.<br />
                    <br />Gusenbauer, vom Spiegel beschrieben als „ein Hauch von Scharping mit der Ausstrahlung eines spätsowjetischen Kaderleiters“ konnte sich auch überraschend Staatstragend präsentieren, wenn auch bei weitem nicht so gekonnt wie Schüssel. Das Aufeinandertreffen zwischen Schüssel und Gusenbauer wendete das Blatt allerdings zugunsten von Gusenbauer: trat er zuvor als ruhig und über den Dingen stehend auf, präsentierte er sich Schüssel gegenüber als bissiger Oppositionspolitiker. Schüssel, der offensichtlich rund 20 Minuten brauchte, um sich auf den neuen Stil Gusenbauers zu gewöhnen, wirkte natürlich bei weitem nicht so souverän wie in den vorherigen Diskussionen.</p>
<p>Das Rennen ist auch hier offen. Nachdem Gusenbauer in den Medien nie als gleich kanzlerwürdig mit Schüssel gesehen wurde, änderte sich das, nachdem selbst konservative Zeitungen Gusenbauer eindeutig den Sieg zugestanden. Die Elefantenrunde vier Tage vor der Wahl steht noch aus. Und alles ist offen!</p>
</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
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<div class="tidy-2">Erschienen am 21.11.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
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