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	<title>File Sharing &#8211; politik-digital</title>
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	<title>File Sharing &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Der Siegeszug der weißen Kopfhörer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Dec 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Musik und Internet]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein tragbarer MP3-Player von Apple hat seit 2001 die Musikbranche nachhaltig verändert. Momentan verhandeln Künstler, Nutzer und Plattenfirmen den Umgang mit Creative Commons-Lizenzen, Tauschbörsen und Musik-Podcasts jeden Tag neu.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein tragbarer MP3-Player von Apple hat seit 2001 die Musikbranche nachhaltig verändert. Momentan verhandeln Künstler, Nutzer und Plattenfirmen den Umgang mit Creative Commons-Lizenzen, Tauschbörsen und Musik-Podcasts jeden Tag neu.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Ein Blick in die S-Bahn genügt, um den Eindruck zu bekommen, dass Jugendliche mit MP3-Spielern verwachsen sind. Ohrstöpsel ragen aus den meisten Ohren, ihre Kabel verschwinden in Jackentaschen und Rucksäcken. Nicht wenige dieser Ohrstöpsel leuchten in strahlendem Weiß, der charakteristischen Farbe des wohl populärsten tragbaren Geräts namens iPod aus dem Hause Apple. Doch egal welcher Markenname die Musikquelle tatsächlich trägt, der iPod ist zum Symbol einer Generation geworden.
</p>
<p>
Hier geht es aber nicht nur um einen Namen. Zwar steht der Name iPod längst stellvertretend für alle tragbaren Musikplayer, den Walkman hat er schon lange verdrängt. Die unausgesprochene Nachricht ist eine tiefere, grundlegendere. Für eine ganze Generation von Kunden &#8211; oder besser: Nutzern – drücken diese Kopfhörer eine Haltung aus: digital statt analog. Wir hören, was wir wollen, wann wir wollen. Immer die freie Auswahl aus dem gesamten Musikkatalog der großen Musiklabels – und auch derjenigen Musiker, die nicht bei diesen Labels unter Vertrag stehen.
</p>
<p>
Beiläufig &#8211; und scheinbar unbewusst &#8211; erklären die jungen Digitalen damit das Musikgeschäft, wie es bisher funktionierte, für ungültig. Sie diktieren die neuen Regeln gleich mit: On demand soll alles zu Verfügung stehen, auf Abruf also, jederzeit. Günstig &#8211; oder im Optimalfall sogar umsonst. Und vor allem ortsunabhängig, die Musik soll überall mit hinkommen. Die althergebrachten Musiklabels reiben sich noch immer ungläubig die Augen: Wie konnte es soweit kommen?</p>
<p><b>Ein Blick zurück</b></p>
<p>Filesharing heißt das Zauberwort, das den Zugang zur Musik für Millionen von Hörern radikal veränderte. Spätestens mit der Online-Tauschbörse Napster war das Tauschen von Musik via Internet in aller Munde. Das war 1999. Die Internetverbindungen wurden schneller, Musik im MP3-Format konnte online versendet werden, die New Economy war auf ihrem Höhepunkt: Das Internet war auch für den Mainstream hip geworden. Napster erlaubte, die eigene Musik zum Download anzubieten und gleichzeitig frei – im Sinne von unbeschränkt und kostenlos &#8211; anderer Leute Musik auf den eigenen Computer herunterzuladen. Napster ging in ausufernden Rechtsstreitigkeiten unter, andere Peer-to-peer-<br />
<a href="http://www.mixburnrip.de/download.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tauschnetzwerke</a> wie Kazaa und BitTorrent tauchten auf. 2001 sorgte Apple mit dem iPod für die Massennutzung tragbarer MP3-Player und bewies mit der Online-Musikplattform iTunes, dass Kunden auch bereit sind, für herunterladbare Musik zu zahlen solange die Rahmenbedingungen stimmen.
</p>
<p>
Die New Economy ging zugrunde, die Musik blieb: Heute wird mehr Musik denn je per Internet verschickt, sowohl gegen Bezahlung wie auch auf Tauschplattformen. Doch keineswegs alle Musikstücke, die kostenfrei von einem Computer zum anderen kopiert werden, sind illegal.</p>
<p><b>Creative Commons erlaubt freies Kopieren</b></p>
<p>Viele Musiker haben längst erkannt, dass es sich durchaus lohnen kann, die eigene Musik – unter bestimmten Bedingungen – kostenfrei abzugeben. Zwei Trends zeichnen sich ab, wie dies geschehen kann: Als Marketing über Musikplattformen oder über weniger restriktive Lizenzmodelle.
</p>
<p>
Musik- und Selbstdarstellungsplattformen wie<br />
<a href="http://www.myspace.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">MySpace</a> können Künstlern helfen, sich ihrem Publikum direkt zu präsentieren. Finden sich online genug Hörer, ist der Erfolg auch offline nicht auszuschließen. In manchen Fällen endet das in einem<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/criepe_musik_myspace_061221.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Plattenvertrag</a> wie bei der britischen Band<br />
<a href="http://www.arcticmonkeys.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arctic Monkeys</a>. Oder aber die Band gibt ihre Musik weiterhin kostenlos ab: Lizenzen wie<br />
<a href="http://www.creativecommons.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Creative Commons</a> erlauben Künstlern seit 2002, nach einem einfach Set von Regeln die Nutzungsbedingungen für die eigenen Werke zu bestimmen und sie damit freizugeben. Die einfach verständlichen Lizenzen bieten Rechtsschutz für geistiges Eigentum und stellen sicher, dass beispielsweise Werke zwar kostenfrei kopiert und privat angehört werden können, kommerzielle Nutzung aber weiterhin der vorherigen Zustimmung bedarf.
</p>
<p>
Gerade bei elektronischer Musik oder HipHop ist es unverzichtbarer Teil der Kultur, auf bereits existierender Musik aufzubauen und daraus neue Kunstwerke zu schaffen. Creative Commons-Lizenzen gewährleisten die nötige rechtliche Grundlage und schützen Musiker wie<br />
<a href="http://www.dangermousesite.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DJ Danger Mouse</a> vor empfindlichen Klagen: Danger Mouse schuf aus dem White Album der Beatles und dem Black Album von Jay Z ein neues Werk namens The Grey Album und wurde trotz – oder wegen – des großen Erfolgs prompt vom Musiklabel EMI wegen Copyright-Verletzungen abgemahnt.</p>
<p><b>Das neue Mitmach-Web</b></p>
<p>Günstiges, schnelles Internet und Mitmach-Plattformen wie MySpace, YouTube und Creative Commons-Lizenzen – diese neuen Rahmenbedingungen haben zu einer ganzen Kultur von Do-It-Yourself-Kulturproduktion geführt. Ob Text, Musik oder Film: Mit minimaler Technikkenntnis kann jeder zum Produzenten werden und seine eigenen Inhalte der Öffentlichkeit zugänglich machen.<br />
<br />
Besondere Aufmerksamkeit erhält dabei das sogenannte Podcasting &#8211; abgeleitet aus den Begriffen für Rundfunk (engl. broadcasting) und dem Namen des MP3-Spielers iPod. Dieses neue Format könnte man als eine Art Radioprogramm zum Mitnehmen beschreiben, nur ohne die Beschränkungen des Radios: Da sich die einzelnen Sendungen eines Podcasts automatisiert herunterladen und auf den tragbaren Spieler kopieren lassen, ist niemand mehr an bestimmte Programmzeiten gebunden. Vor allem aber kann jeder mit einem handelsüblichen Computer selbst zum Produzenten und Sender werden.
</p>
<p>
<b>Wem gehören die neuen Inhalte?</b></p>
<p>Wer eigene Sendungen veröffentlicht, macht sich zum Teil des Mediensystems, viele Podcasts werden unter einer der Creative Commons-Lizenzen vertrieben. Was aber, wenn der Autor in seinem Podcast Musik einspielt? Noch vor einem Jahr gab es keine eindeutigen rechtlichen Regelungen, doch das könnte sich jetzt zumindest in Deutschland ändern: Die Musikrechte-Verwertungsgesellschaft GEMA versucht seit einigen Monaten mit einer speziellen<br />
<a href="http://www.gema.de/musiknutzer/senden/podcast.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lizenz</a>, für solche Podcasts zu kassieren.
</p>
<p>
Dass sich hieraus wieder ganz neue Probleme ergeben, wenn z.B. die GEMA Ansprüche auch bei solchen Songs geltend macht, die eigentlich unter einer Creative Commons-Lizenz<br />
<a href="http://netzpolitik.org/2006/creative-commons-vs-gema/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">freigegeben</a> sind, zeigt vor allem: Wir stehen am Anfang einer Entwicklung, deren Verlauf für alle Beteiligten nicht absehbar ist.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Mit voller Wucht auf analogem Fuß voran</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Dec 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Internetradio - ein neuer Stern am Medienhimmel?]]></category>
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		<category><![CDATA[Digital Rights Management]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 1. Januar 2005 wird der neue Radiosender Motor FM auf der Berliner Frequenz 106,8 auf Sendung gehen. Der Kopf dahinter: Tim Renner, ehemaliger Chef des Musikgiganten Universal Deutschland. Das Businessmodell dahinter: Die Hörer sollen die Musik, die gerade im Radio läuft, kostenpflichtig aus dem Internet downloaden können. Derzeit hat die Internetplattform motor.de nach Angaben der Betreiber bis zu 15.000 Visits am Tag, den 14-tägigen Newsletter erhalten 35.000 Nutzer. politik-digital.de sprach mit Renner über die Zukunft des Online-Radios, über sein Businessmodell und über die Verzahnung des hauseigenen Labels „Motor“ mit dem geplanten Radiosender]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Am 1. Januar 2005 wird der neue Radiosender Motor FM auf der Berliner Frequenz 106,8 auf Sendung gehen. Der Kopf dahinter: Tim Renner, ehemaliger Chef des Musikgiganten Universal Deutschland. Das Businessmodell dahinter: Die Hörer sollen die Musik, die gerade im Radio läuft, kostenpflichtig aus dem Internet downloaden können. Derzeit hat die Internetplattform motor.de nach Angaben der Betreiber bis zu 15.000 Visits am Tag, den 14-tägigen Newsletter erhalten 35.000 Nutzer. politik-digital.de sprach mit Renner über die Zukunft des Online-Radios, über sein Businessmodell und über die Verzahnung des hauseigenen Labels „Motor“ mit dem geplanten Radiosender</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">
                            <strong><br />
                              <strong>politik-digital.de:</strong><br />
                            </strong> Herr Renner, was würden Sie sagen, wenn das Label „Universal“ eine der seltenen Radiofrequenzen beantragt und dann auch bekommt? Wäre die Gefahr gegeben, dass Universal den Radiosender nutzt, um eigene Produkte zu verkaufen?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Nicht wirklich, weil ich annehmen würde, dass Universal sich vorher eingehend genug mit Radio beschäftigen würde um zu wissen, dass das Medium nicht funktioniert, wenn man es zum Promotionkanal der eigenen Musik degradiert. Auch bei Viva hat das die Musikwirtschaft schnell begreifen müssen: Es war da mitnichten so, dass die Gesellschafter, also die Labels, dort anrufen konnten um zu sagen „nimm dieses und jenes auf die Rotation.“</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> „Motor“ hat gerade eine Frequenz bekommen, die 106,8, auf der ab 1.1.2005 der Sender „Motor FM“ senden wird. Ist das nicht das gleiche? Schließlich ist auch „Motor“ ein Label.</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Motor starten wir wieder komplett neu. Wir haben uns den<br />
                            <img decoding="async" height="104" src="../../images/renner_10.jpg" width="69" align="right" alt="" /> Namen „Motor“ gesichert, aber leider nicht die Künstler die früher dort veröffentlicht haben. Das neue Motor hat gerade mal drei Gruppen unter Vertrag. Später werden es vielleicht sieben sein. Davon kann man kein Radio-programm machen, das ist viel zu wenig. Motor wird also Motor FM nicht nutzen, um die eigene Musik zu spielen. Unser Ziel ist, das zu spielen, was wirklich interessant ist.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Laut Selbstbeschreibung sieht sich Motor Music als &#8220;Die Guten&#8221;. Worauf gründet sich so ein Selbstbild? Motor = Underground?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Das Selbstbewusstsein, erwächst aus der Schwäche des Marktes: Es gibt jede Menge Stagnation, allgemeines Verharren, allgemeine Angst, sich überhaupt zu bewegen. Und Motor ist hoffentlich frech genug, alles zu riskieren. Zudem haben wir alle Erfahrung in diesem Bereich, Erfahrung als Major und als Indie. Was wir wollen ist: Etwas in Bewegung bringen. Deshalb sind wir „die Guten“.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Wer bei Motor Musik kaufen und downloaden will, wird seit dem 1. Dezember zum Musikportal musicload von T-Online weitergeleitet. Nich gerade ein kleiner Player, mit dem Sie da gerade kooperieren. Wie verträgt sich das mit dem propagierten Motor-Image, dass man die kleinen und deutschen und Newcomer-Bands fördern will?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Da wir grosse Systeme kennen, haben wir vor ihnen auch in der Kooperation keine Angst. In der Off-Air-Phase testen wir Musicload, ob das dann auch der dauerhafte Partner für Motor FM sein wird, muss sich zeigen. Fest steht, einer muss die Aufgabe des Download-Providers erfüllen. Möglichst ist das jemand, der die Musik von den Majors bereits lizensiert hat. Ich denke, auf Dauer wird Motor, um seinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, immer eine Mischung von Partnern haben müssen: Einen großen Player, der die Lizenzen der vier Majors mitbringt, und kleine Player, mit denen die Indies selbständig agieren können. Motor kann nicht ignorieren, wenn eine wichtige Independent-Platte bei einem Major rauskommt. Das ist einer der Knackpunkte, die wir organisiert bekommen müssen.</p>
<p>                            <strong>politik-digital.de:</strong> Mit welchem Major werden Sie denn in Zukunft zusammenarbeiten?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Wir werden mit dem Major Player im Downloadmarkt zusammenarbeiten, der sich am ehesten bereit zahlt &#8230; äh!&#8230; zeigt &#8230; (das war jetzt ein echter freudscher Versprecher) auch Grundkosten zu übernehmen, die man ja einfach hat.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Sie haben gesagt man braucht im Moment noch die analoge Welt, um die digitale zu forcieren. Worauf fokussieren Sie sich den nun tatsächlich?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Wir planen zweigleisig, aber wir marschieren mit voller Wucht mit dem analogen Fuß voran. Wir glauben zwar daran, dass man sich über absehbare Zeit mit Downloads finanzieren kann und sind auf dem Weg dahin. Bis es so weit ist, braucht man aber einen analogen Transmissionsriemen, um es digital zu schaffen. Derzeit haben wir in Deutschland noch nicht genug bezahlte Downloads, die ein nur auf diesen Bereich bezogenes Business erlauben. Um da Schwung reinzubringen, muss man eben analog sehr stark sein – von dort aus muss man dann den digitalen Markt erschließen. Wir wären auch mit unseren Kräften überfordert, rein auf die digitale Schiene zu setzen. Gerade in der Anfangsphase werden wir noch nicht alles liefern können.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Heißt das, der Internetbereich bleibt zunächst nur eine Option? Im Moment soll der terrestrische Sender aufgebaut werden?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Der terrestische Sender definiert den Inhalt und ohne den machen die Funktionen des Netz wenig Sinn. Ja, insofern ist das der richtige Eindruck. Erst muß man Energie haben, dass der Sender überhaupt sendet und ein spannendes Programm macht. Dann kannst du an die Optimierung der Möglichkeiten gehen, die du im Internet hast. Es ist eben nicht so, das du dich von heute auf morgen über das Internet finanzieren können wirst. Erstmal muß ich deine Aufmerksamkeit als Verbraucher bekommen. Das geht nur, indem ich ein Programm hinlege, das richtig gut ist und das die Hörer mitlaufen lassen, während sie am PC sitzen. Zuerst muss der Inhalt stimmen, dann kommt die technische Komponente. Da werden sicher noch sehr viele Kämpfe ausgetragen werden müssen. Denn auf Dauer ist nur eine Lösung befriedigend, bei der wir die Musik, die für uns interessant ist, auf einer Plattform vereinigen können. Die Preisgestaltung muss stimmen, die technischen Standards müssen stimmen und die Relevanz muss stimmen.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Was meinen sie mit Relevanz?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Also, politik-digital.de zum Beispiel ist ja fast schon ein konservativer Ansatz: Ihr interessiert Euch erst mal für die Inhalte, dann erst für die Verbreitung in der Fläche. Das ist, glaube ich, der richtige Ansatz, weil er für Relevanz und Glaubwürdigkeit sorgt. So geht Motor FM auch vor. Am besten wäre, wenn Motor FM eine Stärke entwickelt, dass auch die Majors nicht darum herum kommen, zu sagen, dass ihre Independent-Musik bei uns gespielt werden muss, um relevant zu sein. Dadurch würde man ja eine gewisse Unantastbarkeit bekommen.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Es gibt ja grob gesagt drei Formen des Internet-Radio: Die, die ihr Programm einfach live im Netz mitlaufen lassen; die, die ein zeitversetztes Hören einzelner Sendezeiten erlauben. Und dann gibt es noch Sender, die ein interaktives Eingreifen in den Programmverlauf &#8211; also auch das Anspielen einzelner Lieder &#8211; erlauben. Welchen Weg wird Motor FM im Internet wählen?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Erstmal werden wir im Internet das Programm live streamen. Fragen, wie der Konsument selbst das Programm verengen oder interaktiv darauf reagieren kann, sind nicht vertagt, aber sie sind auf der Tagesordnung nicht auf den ersten beiden Plätzen.</p>
<p>
                              <strong>Weiter zum<br />
                              <a href="webradio_renner2.shtml">zweiten Teil</a> des Interviews mit Tim Renner</strong>
                            </p>
<p>
                              
                            </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Fünf Euro als Schutz gegen den Staatsanwalt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzrecht-urh13-shtml-2662/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jul 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Verwertungsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Vergütung]]></category>
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					<description><![CDATA[Scharfe Töne beim Streit ums Urheberrecht und Raubkopien: Freibier-Mentalität der Bürger beklagt die Regierung. Dagegen wendet sich eine Initiative mit einem Lösungsvorschlag: Ausgleich statt Kontrolle.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Scharfe Töne beim Streit ums Urheberrecht und Raubkopien: Freibier-Mentalität der Bürger beklagt die Regierung. Dagegen wendet sich eine Initiative mit einem Lösungsvorschlag: Ausgleich statt Kontrolle.<!--break-->
                    </p>
<p>
                      <strong>Neue Bewegung kommt in die verfahrene Urheberrechts-Debatte um Raubkopien und Datentausch im Internet. In einer gemeinsamen Erklärung schlagen Urheberrechtsgelehrte und -Aktivisten eine<br />
                      <a href="http://www.contentflatrate.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Content-Flatrate</a> vor, um das Problem von illegalen Raubkopien zu lösen. In ihrer &#8220;Berliner Erklärung zu kollektiv verwalteten Online-Rechten: Kompensation ohne Kontrolle&#8221; bezeichnen sie Digital Rights Management (DRM) Technologie und die massenhafte Strafverfolgung von Tauschbörsennutzern als Strategien, die in einer offenen und gerechten Gesellschaft nicht akzeptabel seien. Damit sollen Schlagzeilen wie „Polizei beschlagnahmt MP-3 Server“ oder „Lehrer in flagranti erwischt“ der Vergangenheit angehören.</strong>
                    </p>
<p>
                    <strong>Wenn der Staatsanwalt zweimal klingelt</strong><br />
                    <br />Stattdessen fordern die Initiatoren das bewährte Prinzip der pauschalen Vergütung ins digitale Zeitalter zu überführen. Bei diesem Prinzip zahlt jeder Konsument auf Datenträger oder CD-Brenner eine pauschale Gebühr. Online-Nutzer würden für einen breitbandigen Internetzugang eine monatliche Gebühr in Höhe von ungefähr fünf Euro bezahlen. Dadurch würde beispielsweise das Tauschen von MP-3-Dateien für private Zwecke nicht mehr strafbar sein. Dr. Volker Grassmuck, Medienforscher an der Humboldt-Universität zu Berlin und einer der Initiatoren der Erklärung, rechnet zwar mit Widerstand der Konsumenten, die wie bei den Rundfunkgebühren nicht einsehen werden, dass sie für etwas zahlen müssen, was sie nicht nutzen. Aber die Vorteile seinen höher als die Nachteile: Die Urheber würden entschädigt, es sei billiger, im Jahr 60 Euro zu zahlen als pro Download 99 Cent und der Staatsanwalt würde nicht Drohen, vor der Tür zustehen.</p>
<p>
                    <strong>VG Digital</strong><br />
                    <br />Eine neue Online-Verwertungsgesellschaft würde Urheber und Verlage entsprechend der gemessenen Nutzung ihrer Werke vergüten. Lawrence Lessig, Rechtsprofessor an der Stanford Law School, Gründer des Creative Commons Projekts, und einer der Erstunterzeichner der &#8220;Berliner Erklärung&#8221;, bezeichnet dieses Modell als &#8220;Kompensation ohne Kontrolle.&#8221;</p>
<p>Die Erklärung wurde in die Konsultation der<br />
                    <a href="http://europa.eu.int/comm/internal_market/copyright/management/management_en.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Europäischen Kommission zur kollektiven Rechteverwaltung</a> eingegeben. Die Unterzeichner und Unterzeichnerinnen bekräftigen die Kommission in ihrem Bemühen, Verwertungsgesellschaften demokratischer, transparenter und flexibler zu gestalten. Dazu sagte Lessig: &#8220;Gesellschaften für die kollektive Rechtewahrnehmung sollen den Urhebern nützen. Urhebern im digitalen Zeitalter eine größere Wahlfreiheit zu geben, würde sie besser in die Lage versetzen, ihre Werke zu verwerten.&#8221;</p>
<p>Weiterhin ermutigen sie den Gesetzgeber, beim zweiten Korb der Urheberrechtsreform die digitale Privatkopie zu bestätigen und durchsetzungsstark zu machen. Das Forum Informatikerinnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V.(FIfF), das Netzwerk Neue Medien, der Chaos Computer Club, FoeBuD e.V., die Attac AG Wissensallmende und freier Informationsfluss und privatkopie.net unterstützen die Stellungnahme.</p>
<p>
                    <strong>Freibier-Ideologie</strong><br />
                    <br />Doch die Verlautbarungen aus dem Bundesjustizministerium (BMJ) gehen in die entgegengesetzte Richtung. &#8220;Wir werden den illegalen Austausch von Filmen übers Netz weiter zu verhindern suchen&#8221;, sagte laut<br />
                    <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/48723" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heise Online</a> Elmar Hucko, Ministerialdirektor und Abteilungsleiter für Handels- und Wirtschaftsrecht im BMJ, auf dem Deutschen Multimedia Kongress 2004 in Berlin. Der Film- und Musikwirtschaft sollen bessere Verfolgungsmöglichkeiten von Raubkopiern gegeben werden: Geplant wird ein Auskunftsanspruch der Inhaber von Urheber- und Nutzungsrechte gegen Internet-Provider hinsichtlich der Nutzungsdaten derer Nutzer. Rechtsexperten sehen in diesen Bestrebungen den Versuch der Angleichung des IT- an das Telekommunikationsrecht mit seinen weiten Überwachungs- und Auskunftspflichten etwa an Strafverfolgungsbehörden. Datenschützer kritisieren, dass eine stärkere Verfolgung Vorrang vor Datenschutz habe. Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein weist darauf hin, dass nach dem Teledienstedatenschutzgesetz die Speicherung von Nutzungsdaten rechtswidrig sei.</p>
<p>Laut Medienberichten habe Hucko eine &#8220;um sich greifende Freibier-Ideologie und den weit verbreiteten Konsumentenwunsch, alles kostenlos kopieren zu können&#8221;, kritisiert. Das freut die Wirtschaft: „Die Content-Wirtschaft ist bei der Eindämmung des massenhaften, illegalen Datenaustausches auf die Hilfestellung durch den Gesetzgeber angewiesen. Wir freuen uns daher über die angekündigte Unterstützung“, sagte Dr. Christian Dressel vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.</p>
<p>Die erste Stufe der Urheberrechtsnovelle wurde im September 2003 verabschiedet (<br />
                    <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzrecht/index.shtml#urh3)">Dossier</a>). Der sogenannte zweite Korb der Urheberrechtsnovelle beschäftigt sich unter anderem mit der Frage eines zivilrechtlichen Auskunftsanspruches der Rechteinhaber. Mit dem Referentenentwurf des BMJ wird nach der Sommerpause des Bundestags gerechnet. Ende August soll eine Aufklärungskampagne des BMJ zum Urheberrecht starten: „Kopien brauchen Orginale“ ist das Motto.</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 15.07.2004</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Erst die Peitsche, dann das Zuckerbrot</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzrecht-urh12-shtml-2635/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pbihr]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Aug 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Commerce]]></category>
		<category><![CDATA[File Sharing]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Kopierschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Raubkopie]]></category>
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		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>
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					<description><![CDATA[Schaden Musiktauschbörsen der Musikindustrie? Wie sieht die Zukunft der legalen Musikverbreitung im Internet aus? Ein Bericht über MP 3, Napster und die Folgen des neuen Urheberrechts.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Schaden Musiktauschbörsen der Musikindustrie? Wie sieht die Zukunft der legalen Musikverbreitung im Internet aus? Ein Bericht über MP 3, Napster und die Folgen des neuen Urheberrechts.<!--break-->
                    </p>
<p>Seit Jahren geht es hin und her: Die Musikindustrie unterstellt den Tauschbörsen, Künstler in den Ruin zu treiben. Musik-Downloader werfen den Musikverbänden Abzocke vor. Bei diesem Streit fließt viel böses Blut, denn die Beteiligten sind nicht gerade zimperlich.</p>
<p>Statt einer sachlichen Diskussion bekommen Musikliebhaber Propaganda von beiden Seiten zu hören. Aber der Reihe nach. Um was geht es hier überhaupt? Werfen wir einen kurzen Blick zurück.</p>
<p>Ende der neunziger Jahre trat ein bis dahin relativ unbekanntes Musikformat seinen Siegeszug an: MP3 war plötzlich in aller Munde, denn erstmals konnte Musik fast in CD-Qualität schnell per Internet verbreitet werden, weil MP3-Dateien so klein waren. Es dauerte nicht lange, bis inoffizielle Webseiten MP3s in rauhen Mengen zum Download anboten. Um an die Musikstücke zu kommen, brauchte es allerdings einige Nerven und Geduld. Meist waren diese Datenbanken mit Porno-Pop-Up-Fenstern und allerlei anderem Ungemach geschmückt. Doch damit war Schluss, als Napster 1999 ans Netz ging. Über eine komfortable Suchmaske ließen sich Lieder finden, die ein riesiges Kollektiv von Usern auf ihren Festplatten bereitstellten. Und jeder konnte mitmachen &#8211; die erste große Web-Tauschbörse war geboren. Musik, Videos oder Programme, per Napster konnte einfach alles getauscht werden. So begann der Streit, über den sich seitdem die Gemüter von Musiklabels, Künstlern und Lobbyisten ebenso erhitzen wie die von Netzaktivisten, Politikern und Konsumenten.</p>
<p>
                    <strong><br />
                    <br />Zwei Seiten<br />
                    <strong>derselben</strong> Medaille<br />
                    <br /></strong>An jedem Musikstück haben mehrere Personen oder Firmen verschiedene Rechte. Vertreter dieser Rechteinhaber, allen voran der internationale Phonoverband IFPI (<br />
                    <a href="http://www.ifpi.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">International Federation of the Phonographic Industry</a>,<br />
                    <a href="http://www.ifpi.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IFPI Deutschland</a>) werfen den Tauschbörsen vor, die Musik gratis zu verbreiten &#8211; vorbei an den Händlern und Rechteinhabern. Die Auftraggeber der IFPI, besonders Musik, erhielten durch die Tausch-Netzwerke weniger Geld. Folgerichtig beklagt die IFPI seit einigen Jahren lauthals ihre<br />
                    <a href="http://www.ifpi.org/site-content/antipiracy/piracy2003-the-key-facts.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Umsatzrückgänge</a>, für die sie hauptsächlich Tauschbörsen und Raubkopien auf dem Schulhof verantwortlich sieht. Die Lösung des Problems sucht die Musikindustrie vor allem im Verhindern des Tauschaktes an sich: Durch Kopierschutzmaßnahmen soll das Kopieren der Lieblingsalben so umständlich werden, dass niemand sich mehr die Mühe macht. Bisher stellten sich die verwendeten Techniken allerdings als nicht sehr sicher heraus. Zumeist war der Kopierschutz schon nach wenigen Wochen geknackt, das Kopieren ging weiter.</p>
<p>Deshalb gingen die Großen der Branche jetzt einen Schritt weiter. Durch massive Lobbyarbeit erreichten sie, dass im neuen Urhebergesetz das<br />
                    <a href="http://www.heise.de/tp/deutsch/html/result.xhtml?url=/tp/deutsch/special/copy/14624/1.html&amp;words=Urheberrecht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Umgehen des Kopierschutzes</a> illegal wurde. Seitdem dürfen selbst Computerzeitschriften keine Anleitungen mehr zum Umgehen der Sicherheitsmaßnahmen veröffentlichen. IFPI-Boss Gerd Gephardt sieht darin einen &#8221;<br />
                    <a href="http://www.ifpi.de/news/news-298.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wichtigen Schritt für alle Künstler und Tonträgerhersteller</a>&#8220;, fordert aber &#8220;zügig&#8221; weitere Gesetzesänderungen. Diese gibt es voraussichtlich schon im Herbst, im sogenannten &#8220;zweiten Korb&#8221; der Gesetzesänderung.</p>
<p>In der Netzgemeinde war der Aufschrei groß. Von den verschiedensten Seiten kamen Einwände gegen die Aktionen der Musikindustrie: User der Tauschbörsen wollen die liebgewonnene Gratismusik nicht missen. Wissenschaftler<br />
                    <a href="http://www.privatkopie.net/files/argumentensammlung.htm#_1_12" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fürchten Einschränkungen</a> durch die neuen Verbote. Stichworte wie &#8221;<br />
                    <a href="http://www.privatkopie.net/files/argumentensammlung.htm#_1_14" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kriminalisierung der Kinderzimmer</a>&#8221; machen die Runde. Musikliebhaber wollen auch weiterhin digitale Kopien ihrer gekauften CDs anfertigen. Der anklagende Tenor lautet: &#8220;Ihr schießt mit Kanonen auf Spatzen!&#8221; Und dabei kann viel mehr kaputt gehen, als die Musikindustrie bisher glaubt: Das Vertrauen in die Labels steht auf dem Spiel. Und es ist schon jetzt sehr angekratzt.</p>
<p>
                    <br />
                    <strong>Wer ist schuld?<br />
                    <br /></strong>Es stimmt, der Umsatz der Plattenbranche ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Gleichzeitig stieg das Tauschvolumen im Netz massiv an. Wie stark diese beiden Tatsachen aber zusammenhängen, kann niemand schlüssig belegen, denn schließlich mussten auch die meisten anderen Branchen in den letzten Jahren Einbrüche verkraften.</p>
<p>Beide Seiten haben starke Argumente. Dass im heutigen System Künstler und Labels Geld einnehmen müssen, um Musik zu produzieren, bezweifelt kaum jemand. Durch ein Lied aus der Tauschbörse kommt kein Cent in deren Geldsäckel. Doch würde sich ein Fünfzehnjähriger längst nicht jedes Musikstück kaufen, das er aus dem Internet herunterlädt. Jeden Download direkt als wirtschaftlichen Schaden zu kalkulieren, ist eine<br />
                    <a href="http://www.ifpi.de/jb/2002/22-25.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Milchmädchenrechnung</a>. Und durch unseriös wirkende Warnkampagnen, dem Stören von Tauschbörsen und Drohgebärden stehen die Phonoverbände als Spielverderber da. Den entscheidenden Punkt aber sollte man nicht vergessen: Bisher starteten die großen Labels eher halbherzige Versuche, Musik online zu vertreiben.<br />
                    <a href="http://www.pressplay.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressplay</a> floppte mangels Akzeptanz der User, da die heruntergeladene Musik zu großen Einschränkungen unterlag. Auch Bertelsmann konnte das aufgekaufte Napster nicht zum legalen Erfolg führen. Lediglich Apple schaffte das Unerwartete &#8211; der Download-Service<br />
                    <a href="http://www.apple.com/itunes/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">iTunes</a> übertraf alle Erwartungen bei weitem und machte vom ersten Tag an riesige Umsätze. Für PC-Benutzer wird mit<br />
                    <a href="http://www.ftd.de/tm/me/1060416744500.html?nv=hpm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">phonoline</a> erst diesen Herbst eine legale Musikplattform an den Markt gehen, an der sich alle Labels beteiligen können.</p>
<p>
                    <br />
                    <strong>Fortsetzung folgt&#8230;<br />
                    <br /></strong>Fassen wir das Bisherige zusammen. Millionen Nutzer laden sich gratis Musik aus dem Netz und schädigen damit Künstler und Musikhändler. Die Musikbranche verklagt diese User und damit ihre eigenen Kunden. Komfortable Downloads aus offizieller Quelle wird es erst in ein paar Monaten mit der nötigen Auswahl geben.</p>
<p>Im Moment sind die User verunsichert, denn bisher war das Erstellen weniger Kopien für den Privatgebrauch nicht strafbar. „Eine Aufklärungskampagne ist im Interesse der Industrie, aber auch im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher sinnvoll&#8221;, fordert Gretje Bettin, medienpolitische Sprecherin der Grünen. Auch die Union unterstützt eine solche Kampagne. Dr. Günter Krings, CDU-Bundestagsabgeordneter, kritisiert aber, dass andere Länder da schon viel weiter seien. Hätte man sich durch eine ordentliche Aufklärungskampagne zu einem früheren Zeitpunkt viel Ärger sparen können?</p>
<p>Ende des Jahres steht die nächste Runde des Kampfes an, diesmal allerdings an drei Fronten: Der stark kritisierte zweite Korb des Urheberrechtsgesetzes wird diskutiert werden. Die Jagd der Phonoverbände auf Tauschbörsen-Nutzer wird sich verschärfen. Am spannendsten aber dürfte ein dritter Punkt werden: Können die Plattenfirmen mit Phonoline und dem kostenpflichtigen Napster 2.0 ihre Online-Angebote so interessant gestalten, dass sich die Kunden ihnen wieder zuwenden?<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 28.08.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Shawn Fanning &#8211; Mr. Napster</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/shawn_fanning_mr_napster-616/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Dec 2000 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[File Sharing]]></category>
		<category><![CDATA[Tauschbörse]]></category>
		<category><![CDATA[Napster]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Shawn Fanning]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Seit knapp einem Jahr lässt
der 19-jährige Studienabrecher die großen Musikkonzerne erzittern. Mit
Hilfe seines mittlerweile weltweit verbreiteten Programms <a href="http://www.napster.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Napster</a>
tauschen die Nutzer ihre MP3-Dateien kostenlos untereinander aus und
sparen sich nach Meinung einiger betroffenen Musiker so den Kauf der
ein oder anderen CD.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Seit knapp einem Jahr lässt<br />
der 19-jährige Studienabrecher die großen Musikkonzerne erzittern. Mit<br />
Hilfe seines mittlerweile weltweit verbreiteten Programms <a href="http://www.napster.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Napster</a><br />
tauschen die Nutzer ihre MP3-Dateien kostenlos untereinander aus und<br />
sparen sich nach Meinung einiger betroffenen Musiker so den Kauf der<br />
ein oder anderen CD.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Geschichte seines Lebens<br />
beginnt 1980 auf einer High School Abschlussfeier, denn dort wurde er<br />
ungewollt gezeugt. Obwohl sein leiblicher Vater das Weite suchte,<br />
entschied sich die damals erst 17-jährige werdende Mutter Colleen<br />
Fanning letztlich gegen eine Abtreibung. Unter schwierigen sozialen<br />
Bedingungen wuchs er dann in Brockton und Harwich Port (Massachusetts)<br />
auf. Seine Mutter heiratete später einen LKW-Fahrer und im Laufe der<br />
Zeit bekam Shawn vier weitere Brüder und Schwestern. Während Colleen<br />
Haushalt und Kinder versorgte, arbeitete sein Stiefvater als<br />
Auslieferer für eine örtliche Bäckerei, verdiente aber nicht besonders<br />
viel. Wie Shawn sich erinnert, stand das Thema Geld immer auf der<br />
Tagesordnung. Die Dinge liefen für die Familie Fanning nicht besonders<br />
gut. Da seine Eltern Job und Wohnung verloren hatten und obdachlos<br />
wurden, lebte er mit seinen jüngeren Geschwistern ein Jahr lang in<br />
einer Pflegefamilie.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Doch in seinem Onkel (und<br />
späteren Napster-Teilhaber) John Fanning fand Shawn früh einen<br />
großzügigen Förderer. 1996 bekam er von ihm einen Computer &#8211; einen <a href="http://www.lowendmac.com/compact/512ke.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Apple Macintosh 512+</a> &#8211; inklusive Internetanschluss geschenkt. Außerdem konnte Shawn während der Sommerferien in der <a href="http://www.netgames.com/">Firma seines Onkels</a><br />
erste Computer-Erfahrungen machen. Es dauerte nicht lange und seine<br />
bisher begeistert ausgeübten sportlichen Aktivitäten gerieten deswegen<br />
ins Hintertreffen. Nach Abschluss der High School begann er dann im<br />
Herbst 1998 ein Studium der Computerwissenschaften an der <a href="http://www.neu.edu/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Northeastern University</a><br />
in Boston. Bereits hier spielte der Name Napster eine große Rolle in<br />
seinem Leben; es war sein Nickname in Internet Relay Chat-Räumen (IRC),<br />
wo er sich mit erfahrenen Programmierern unterhielt und so seine<br />
Computerkenntnisse stetig ausbaute.<br />
</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="120">
<tbody>
<tr>
<td width="120"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/fanning/fanning_kahl.jpg" alt="Shawn Fanning" border="1" height="178" hspace="0" vspace="0" width="116" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"><br />
			Shawn Fanning</span></td>
</tr>
<tr>
		</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Den umstrittenen und kürzlich von<br />
Bertelsmann teuer erkauften Napster-Stein brachte sein<br />
musikbegeisterter Zimmergenosse Matt ins Rollen. Dieser war im Netz<br />
ständig auf der Suche nach neuen Musikstücken im MP3-Format. Des<br />
öfteren lud er seinen Frust über schlecht zu findende MP3-Dateien, über<br />
tote Links oder nicht aktualisierte Suchmaschinen bei Shawn ab und fand<br />
dort einen interessierten Zuhörer. Fanning machte sich alsbald<br />
inspiriert ans Werk, musste sich dafür sogar ein für die<br />
Windows-Programmierung geschriebenes Buch besorgen, da er bislang er<br />
nur unter UNIX gearbeitet hatte.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Anfänglich für Shawn nur ein<br />
kleines Nebenbei-Projekt, begann Napster rasch und unaufhaltsam zu<br />
wachsen. Nach Fertigstellung einer ersten Testversion verteilte er<br />
diese an einige Freunde und bereits kurz darauf wurde er von einer<br />
ganzen Reihe an Reaktionen und Anfragen förmlich überrollt. Mit dem<br />
Wachsen der Ansprüche wuchs aber auch der für die Weiterentwicklung von<br />
Napster nötige Zeitbedarf. Im Winter beschloss er, sein Studium zu<br />
unterbrechen. Die Arbeit an seiner Software kostete ihn einfach zu viel<br />
Zeit. Eigentlich wollte er ursprünglich nur eine Auszeit nehmen und<br />
Napster fertig stellen, doch mittlerweile ist er sich sicher, sein<br />
Studium nicht mehr zu beenden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Grundidee seiner<br />
&quot;Music-Community&quot; fand rasch viele Anhänger. Im Mai 1999 gründete er<br />
mit tatkräftiger Unterstützung seines bereits erwähnten Onkels John die<br />
Napster Incorporated. Sein in Virginia lebender Freund Sean Parker &#8211; er<br />
hatte ihn im IRC kennengelernt &#8211; stieg Mitte 1999 in das Projekt ein.<br />
Zusammen mit John Ritter, auch ihn hatte Shawn im IRC getroffen,<br />
veröffentlichte das Trio im Juni 1999 eine offizielle Beta-Version und<br />
verfeinerten diese mit Hilfe der bis zu diesem Zeitpunkt noch relativ<br />
wenigen Nutzer. Aber der Dienst sprach sich im Netz schnell herum und<br />
bereits in den ersten Wochen zählten sie an die 15.000 Downloads. Als <a href="http://www.download.com/">Download.com</a> das Programm im Herbst 1999 zum &quot;Download of the week&quot; erklärte, explodierte die Nutzerzahl sprichwörtlich.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dieser riesige Erfolg führte<br />
dazu, dass sich sein Onkel John erfolgreich um 15 Millionen Dollar<br />
Risikokapital bemühte und die Firma im September 1999 offizielle<br />
Geschäftsräume in San Mateo (Kalifornien) bezog. Doch der unerwartete<br />
Erfolg ließ die Musikindustrie schnell aufhorchen und so dauerte es<br />
nicht lange, bis sich eine mächtige Allianz gegen den MP3-Tauschdienst<br />
entwickelte. Im Juni 2000 strengte der Verband der amerikanischen<br />
Musikindustrie (RIAA) eine <a href="http://w3.zdf.msnbc.de/news/55932.asp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Klage</a><br />
wegen Verletzung der Urheberrechte gegen Napster an. Nach einigem<br />
hin-und-her und der zeitweiligen zwangsweisen Schließung der Seite,<br />
steht eine <a href="http://w3.zdf.msnbc.de/news/62854.asp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">endgültige Entscheidung</a> darüber aber immer noch aus.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ende des Jahres 2000 folgte nun<br />
sein zweiter großer Deal. Frei nach dem Motto &quot;Mache deinen Feind zum<br />
Freund&quot; konnte er Ende Oktober einen <a href="http://w3.zdf.msnbc.de/news/64673.asp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kooperationsvertrag</a><br />
mit der Bertelsmann eCommerce Group unter Dach und Fach bringen. Diese<br />
unterstützen Napster nun finanziell beim Aufbau eines kostenpflichtigen<br />
Abonnementsystem, das nach Fertigstellung insbesondere die Titel der<br />
bei der BMG unter Vertrag stehenden Künstler digital vertreiben soll.<br />
Die BMG zog daraufhin die Klage gegen Napster zurück. Ob Fanning damit<br />
dem bislang bekannten Napster einen Bärendienst erwiesen haben könnte,<br />
wird sich zeigen. Der noch vor kurzem als &quot;Held der Generation @&quot;<br />
bezeichnete Fanning zog durch dieses Geschäft mit der unbeliebten<br />
Gegenseite die Wut seiner Fans und der über 30 Millionen registrierter<br />
Napster-Nutzer auf sich. In Diskussionsforen und Newsgroups wird zum <a href="http://w3.zdf.msnbc.de/news/64740.asp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Boykott</a> aufgerufen und ein erneutes &quot;Abtauchen in den Untergrund&quot; angekündigt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dem Geschäftsmann Shawn Fanning wird dies wenig ausmachen; erst kürzlich wurde er von der renomierten Zeitschrift &quot;<a href="http://www.ew.com/ew/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Entertainment Weekly</a>&quot; auf Platz sechs der <a href="http://w3.zdf.msnbc.de/news/63924.asp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">101 wichtigsten Persönlichkeiten</a> aus dem Show Business gewählt.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>MP3, Warez und andere Piratenstücke</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/mp3_warez_und_andere_piratenstuecke-796/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/mp3_warez_und_andere_piratenstuecke-796/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[mbornkessel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internetrecht]]></category>
		<category><![CDATA[File Sharing]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Raubkopie]]></category>
		<category><![CDATA[Tauschbörse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
Es gibt nichts, was es im Netz nicht gibt! Von gut sortierten Angeboten
kann man sich CDs als illegale MP3-Dateien herunterladen, auf gerne besuchten
'Warez'-Seiten finden sich die neuesten Produkte der Softwareindustrie
und viele andere Sachen, für die normalerweise die eine oder andere
Mark bezahlt werden müsste.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Es gibt nichts, was es im Netz nicht gibt! Von gut sortierten Angeboten<br />
kann man sich CDs als illegale MP3-Dateien herunterladen, auf gerne besuchten<br />
&#8216;Warez&#8217;-Seiten finden sich die neuesten Produkte der Softwareindustrie<br />
und viele andere Sachen, für die normalerweise die eine oder andere<br />
Mark bezahlt werden müsste.</span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Moderne Freibeuter verursachen Milliardenschäden</b><br />
<br />
Manch eingefleischter Fan der Heavy Metall Band &quot;<a href="http://www.metallica.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Metallica</a>&quot;<br />
ist in diesen Tagen nicht gut auf seine schweren Lieblinge zu sprechen.<br />
Durch eine bis dato einmalige Aktion wurden die Musiker zu einer der <a href="http://www.killmetallica.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">meist gehassten Bands im Netz</a>. Im Kampf gegen illegale MP3-Kopien ihrer Songs zogen die US-Boys vor ein kalifornisches Gericht und erkämpften die <a href="http://www.gnn.de/0005/7634.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sperrung von fast 320.000 Nutzern</a> des MP3-Tauschdienstes <a href="http://www.napster.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Napster</a>.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Während nun die Fans im Web über diese &quot;Unverschämtheit&quot; wettern, wittert die Musikindustrie ihre Chance. Spätestens seit dem <a href="http://w3.zdf.msnbc.de/news/52472.asp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Urteil gegen AOL</a><br />
im April diesen Jahres &#8211; danach haften Internetprovider wenn auf ihren<br />
Servern Raubkopien angeboten werden &#8211; ist das Thema MP3 ständig auf der<br />
Tagesordnung. Nicht verwunderlich, denn nach Schätzungen der deutschen<br />
Phonoindustrie sei alleine im Jahr 1999 dem bundesdeutschen<br />
Musikgewerbe ein Schaden von rund 140 Millionen Mark zugefügt worden.<br />
Dabei spielten die professionellen Raubkopierer mittlerweile eine eher<br />
untergeordnete Rolle; das Internet läuft ihnen den Rang ab!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>&quot;Download ohne Grenzen&quot;</b><br />
In<br />
der schönen, neuen Online-Welt haben nationale Grenzen nur eine<br />
marginale Bedeutung und zur Zeit sind länderübergreifende gesetzliche<br />
Regelungen noch die Ausnahme &#8211; aber in <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/g8.shtml">Vorbereitung</a>!<br />
Wer will, der kann sich mit vollen Händen aus dem schier<br />
unerschöpflichen Web-Fundus bedienen. Musik, Software jeder Art,<br />
Cracks, Kreditkartennummern, Passwörter oder ganze Kinofilme werden &#8211;<br />
ganz offen &#8211; auf verschiedenen Seiten im Netz zur kostenlosen Nutzung,<br />
bzw. zum Download angeboten. Dass damit nicht unerhebliche Schäden<br />
verursacht werden ist vielen Nutzern zwar bewusst, aber letztlich egal!<br />
Zum Teil brüsten sich die Webmaster und Member dieser Seiten mit ihrem<br />
umfangreichen und überprüften Angeboten, die sie ständig aktualisieren<br />
und animieren dadurch die Surfer zu erneuten Besuchen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Provider wehren sich</b><br />
Doch<br />
seit dem bereits erwähnten AOL-Urteil werden auch die Gegenmaßnahmen<br />
seitens der Provider intensiviert. Eine der bekanntesten<br />
deutschsprachigen MP3-Seiten &#8211; MP3Hitz &#8211; kämpft seit einigen Tagen<br />
gegen ihre komplette Löschung. Da kein seriöser Provider solchen Seiten<br />
den benötigten Webspace zur Verfügung stellt, müssen sich die<br />
Internetpiraten &#8211; vergleichbar mit ihren zur See fahrenden Vorfahren &#8211;<br />
im Netz kleine Basen suchen. Zumeist nutzen sie kostenlose<br />
Speicherplätze wie <a href="http://geocities.yahoo.com/home/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Yahoo!Geocities</a>, um ihre Files dort anzubieten.<br />
Auf verschiedene Benutzeraccounts verteilt und auch von verschiedenen<br />
Personen betreut, existieren auf der Seite zahlreiche Unterrubriken,<br />
die von Yahoo!Geocities gezielt gelöscht wurden und auch weiterhin<br />
verstärkt unter Beschuss stehen. Doch davon lässt sich das Team nicht<br />
beeindrucken sondern lädt &#8211; zum Teil in Nachtarbeit &#8211; fleißig wieder<br />
hoch und versichert, dass sie &quot;alles tun, um MP3Hitz zu erhalten&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Kampf gegen Windmühlen</b><br />
Während Metallica und nun auch der Rapper <a href="http://www.gnn.de/0005/7931.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dr. Dre</a><br />
gegen die Napster-User vorgehen oder MP3Hitz gezielt gelöscht wird,<br />
lassen sich die MP3-Tausch-Fans einfach etwas Neues einfallen &#8211; <a href="http://mpex.net/news/archiv/00186.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gnutella</a>!<br />
Was sich zunächst nach einer neuen Variante des bekannten<br />
Nuss-Nougat-Aufstrichs anhört, ist aber die Fortsetzung von Napster mit<br />
anderen Mitteln. Im Gegensatz zu Napster läuft das Programm nicht über<br />
zentrale und vom Anbieter betriebene Server, sondern jeder einzelne<br />
User fungiert hier gleichzeitig als Server und Client. Eine Sperrung<br />
von Ports oder bestimmten IP-Adressen ist daher leicht zu umgehen.<br />
Dabei ist Gnutella nur eines der im Netz kursierenden Tauschprogramme<br />
und ist durch seine persönliche Abwandlung der OpenSource-Philosophie<br />
namens &quot;<a href="http://www.gnu.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GNU&#8217;s Not Unix!</a>&quot;<br />
für jeden fachkundigen Nutzer leicht veränderbar. Die Klone und<br />
Varianten werden daher zukünftig noch zunehmen und somit die Verfolgung<br />
von Raubkopierern weiter erschweren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Ein Filter soll schützen</b><br />
Dagegen vorgehen könnte das von der Musikindustrie entwickelte &quot;<a href="http://www.ifpi.de/recht/re-22.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rights Protection System</a>&quot;<br />
(RPS) welches das Übel aus dem Netz filtern, bzw. den Zugang zu<br />
illegalen Inhalte unterbinden oder ganze Internetadressen für den<br />
Zugriff aus Deutschland sperren soll. Dabei müssten die Server aller<br />
inländischen Internetanbieter die über eine Verbindung ins Ausland<br />
verfügen mit diesem System ausgerüstet werden. Das RPS überwacht den<br />
Datenstrom der nach Deutschland hereinfließt und soll so den Zugriff<br />
auf urheberrechtlich geschützte Dateien, die auf einem ausländischen<br />
Server abgelegt sind, verhindern. Der Bundesverband der<br />
Phonographischen Wirtschaft ist der Meinung, dass dies ohne größere<br />
Probleme umzusetzen sei; lediglich 50 bis 70 Provider verfügten über<br />
diese Auslandsanbindung und auch die Technik sei in die bestehenden<br />
Systeme einfach zu integrieren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Da dieses Verfahren aber eine stetige Überwachung der Daten erfordert, kommt unweigerlich die <a href="http://www.politik-digital.de/netzpolitik/datenschutz">Datenschutzfrage</a><br />
ins Spiel. In der Offline-Welt ist es ja auch nicht ohne weiteres<br />
möglich Telefongespräche ohne entsprechende richterliche Beschlüsse<br />
abzuhören. Wieso dies im Cyberspace plötzlich kein Problem mehr sein<br />
soll bleibt ein spannender Konfliktpunkt im Streit zwischen den<br />
geschädigten Industrien und den aufmerksamen Datenschützern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Auch Software wird angeboten</b><br />
Durch<br />
das RPS könnten theoretisch auch andere Datei-Formate nach illegalen<br />
Inhalten durchsucht und somit weitaus höhere Schadensbilanzen gemindert<br />
werden. Während der Normalsurfer bislang aufgrund von engen Bandbreiten<br />
und teuren Tarifen seine CDs noch bevorzugt im Fachhandel zu kaufen<br />
scheint, &quot;lohnt&quot; sich der illegale Download von extrem teuerer<br />
Anwendungssoftware für den Privatnutzer in finanzieller Hinsicht. Trotz<br />
großer Datenmengen und den damit verbundenen Online-Kosten spart man &#8211;<br />
bei Softwarepreisen zum Teil weit über 1.000 Mark &#8211; durch den<br />
&quot;Raubdownload&quot; eine ganze Menge. Nicht nur deshalb sind Warez-, Gamez-,<br />
Filez-, Crackz oder Appz-Sites hoch frequentiert, so mancher Surfer<br />
entwickelt bei dem riesigen Angebot eine ausgeprägte<br />
Sammlerleidenschaft und lädt bis die Festplatte voll ist. Inwieweit<br />
diese Sammler die illegal beschaffte Software dann auch wirklich<br />
nutzen, bzw. ohne diese Angebote überhaupt gekauft hätten, bleibt<br />
fraglich.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die <a href="http://www.bsa.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Business Software Alliance</a> (BSA) beziffert den durch Softwarepiraten in Deutschland entstandenen <a href="http://www.bsa.de/zahlen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schaden</a><br />
auf 839 Millionen Mark, weltweit auf 11 Milliarden Dollar (1998). Dabei<br />
befürchtet sie, dass diese Beträge in den nächsten Jahren &#8211; Dank immer<br />
schnelleren und billigeren Zugangsmöglichkeiten &#8211; noch bedeutend<br />
steigen werden. Es fänden sich derzeit an die 690.000 Seiten mit zum<br />
Teil umfangreichen Angeboten im Netz. Ein effektives Vorgehen scheint<br />
bei dieser großen Anzahl fast unmöglich und so erwecken die<br />
BSA-Erfolgsmeldungen &#8211; etwa wenn im ersten Quartal 2000 aufgrund von<br />
BSA-Anzeigen Software im Wert von rund 450.000 Mark nachlizensiert<br />
wurde &#8211; den Eindruck des oft zitierten Tropfens, der auf dem heißen<br />
Stein verdampft.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Online=Offline?!</b><br />
&quot;Im Netz gibt es alles außer Mord&quot;, zitiert der <a href="http://www.heise.de/newsticker/data/jk-17.02.00-000/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heise Newsticker</a> den Geschäftsführer der Firma <a href="http://www.netuse.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NetUSE</a>,<br />
Martin Seeger. Er hat damit den Punkt getroffen. Bislang lagen die<br />
Schwerpunkte der polizeilichen Netzermittlungen im Bereich der <a href="http://www.bka.de/aktuell/agenda98/vtr99/vtr_kind.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kinderpornographie</a>.<br />
In Zukunft müssen sich Polizei und Staatsanwaltschaften intensiver und<br />
umfassender mit dem Netz und seinen vielfältigen kriminellen Auswüchsen<br />
beschäftigen. Durch die immer weiter fort schreitende internationale<br />
Vernetzung stoßen nationale Gesetzgebungen schnell an ihre Grenzen und<br />
müssen daher schnellstmöglich durch weiter gehende Ordnungsrahmen<br />
ersetzt werden.</span></p>
<p>
&nbsp;</p>
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		<title>Thank you for the music? Das Urheberrecht und das Internet</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Am Anfang war das Chaos. Das Internet entstand als unhierarchischer Raum, der sich dem
Zugriff von Regierungen und Behörden weitgehend entzog. Heute ist Deutschland &#34;drin&#34; und der
Mythos dahin. Deutlich wird dieser Wandel von der anarchisch strukturierten Spielwiese zum Raum
mit Regulierungsbedarf auch in der Diskussion um das Urheberrecht.</b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Am Anfang war das Chaos. Das Internet entstand als unhierarchischer Raum, der sich dem<br />
Zugriff von Regierungen und Behörden weitgehend entzog. Heute ist Deutschland &quot;drin&quot; und der<br />
Mythos dahin. Deutlich wird dieser Wandel von der anarchisch strukturierten Spielwiese zum Raum<br />
mit Regulierungsbedarf auch in der Diskussion um das Urheberrecht.</b></span></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im Internet, wo jede Eingabe beziehungsweise Digitalisierung urheberrechtlich geschützter<br />
Werke wie Artikel, Bilder oder Musikstücke eine Vervielfältigung darstellt, sind die<br />
Urheber-rechte bislang nur schwer oder gar nicht zu schützen.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Copy kills content?</b><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Diesem Problem nahmen sich am 30. November 30 prominente Journalisten an. In einem an Kanzler<br />
Schröder gerichteten Appell artikulierten sie die Sorge ihrer zumeist weit weniger<br />
prominenten Kollegen und machten sich für einen besseren Schutz der Urheberrechte im<br />
Online-Zeitalter stark. Die Unterzeichnenden, darunter Ulrich Wickert, Erich Böhme und<br />
Sandra Maischberger, plädieren für einen gesetzlichen Anspruch auf Zahlung einer<br />
&quot;angemessenen Vergütung&quot; für jeden Fall der Nutzung von geistigem Eigentum, da<br />
speziell in den Verträgen der freiberuflich Tätigen sehr häufig die Rechte<br />
für online- und Internetnutzung nicht garantiert seien. Mit dieser Initiative rissen sie<br />
eine Problematik an, derer sich Content-Produzenten, Nutzer und Politik erst langsam<br />
bewußt werden. Letztere steht nach der Diskussion um die Erhebung von<br />
Rundfunkgebühren auf Computer erneut vor der Frage des adäquaten Umgangs mit den<br />
neuen Medien.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Fest steht: Geistiges Kapital sind in der neuen Ökonomie die Gegenstände von Wert. Sie<br />
sind Triebfeder des Internets und zugleich Objekt der Begierde. Somit ist der Schutz<br />
intellektuellen Eigentums zum einen essentiell für die kreativ Tätigen, deren<br />
Einkommen schon jetzt in drastischem Missverhältnis zu ihrer volkswirtschaftlichen<br />
Bedeutung steht. Zum anderen steht mit dieser Problematik auch die Entwicklung des Internets<br />
insgesamt auf dem Spiel.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die lex Abba</b><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dem geltenden Urheberrecht gemäß obliegen die Vervielfältigungsrechte immer<br />
dem Urheber oder der jeweiligen Verwertungsgesellschaft. Übertragbar sind nicht die<br />
Urheberrechte, sondern nur die Nutzungsrechte. Genau darum geht es beim immateriellen<br />
(kostenpflichtigen) Vertrieb von Musik, Filmen und Texten über das Internet: Für<br />
eine bestimmte Summe wird Nutzern das Recht eingeräumt, die Werke aus dem Internet zu<br />
laden. Das Prinzip des Urheberrechts ist das Bezahlen. Bezahlen, diese Erfahrung machen zur<br />
Zeit neben <a href="http://www.stephenking.com/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Stephen King </a>viele Anbieter<br />
von Inhalten im Netz, bezahlen steht den Nutzungsgewohnheiten im Netz diametral entgegen.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Grenzenlos, schrankenlos, kostenlos &#8211; das entspricht schon eher der Philosophie des Internets.<br />
Spätestens seit der Diskussion um den kostenlosen Austausch von Musik im Internet, die<br />
mit der Bekanntgabe der &quot;strategischen Kooperation&quot; zwischen Bertelsmann und der<br />
Internet-Musiktauschbörse <a href="http://www.napster.com/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Napster </a>ihren<br />
Höhepunkt erreichte, dreht sich in der Urheberrechtsfrage alles um die Verbreitung von<br />
Musik über das Internet. Und darum, dass Nutzer der Musiktauschbörsen auch in<br />
Zukunft lieber nach der &quot;lex Abba&quot; verfahren und es bei einem freundlichen &quot;Thank you for the<br />
music, the joy you´ve given&quot; bewenden lassen, statt für die Nutzungsrechte zu zahlen.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Feind im Haus</b><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Egal, ob man den Prognosen über die rasante Entwicklung des Online-Markts für Musik<br />
nun Glauben schenkt: Innovationsschübe wie das von Napster genutzte<br />
&quot;Peer-to-Peer&quot;-Verfahren &#8211; also der direkten Austausch zwischen verschiedenen Nutzern ohne<br />
zentralen Rechner &#8211; haben fundamentale Auswirkungen auf die Musikbranche, verändern<br />
Aufgaben und Mechanismen in der musikalischen Wertschöpfungskette. Wohlwissend, dass<br />
dies ihre Vertriebsorganisation und damit ihr gesamtes Marketingkonzept auf den Kopf stellen<br />
würde, beschwerte sich praktisch die gesamte Plattenindustrie darüber, dass die<br />
&quot;Musikpiraten&quot; von Napster und Co. ihr durch<br />
den unerlaubten Vertrieb von Musik über das Internet Schaden zugefügt hätten.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Die Anfang November ergangenen Ankündigung des ambitionierten Medienmultis<br />
<a href="http://www.bertelsmann.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Bertelsmann</a>, künftig<br />
gemeinsam mit Napster eine kostenpflichtige Musik-Seite zu betreiben,<br />
steht für einen radikalen Wandel im Verhältnisses von Musikindustrie<br />
und Internet. Bertelsmann hat sich der Realität gestellt und sich<br />
dafür entschieden, wenn man den Gegner doch nicht besiegen kann,<br />
ihn wenigstens zu domestizieren. Was bleibt ist eine grundsätzliche<br />
Frage, für die das von der Plattenindustrie mit Prozessen überzogene<br />
Unternehmen Napster mit seinem von über 40 Millionen Netizens genutzten<br />
Angebot nur der Ausdruck war. Es geht darum, wie urheberrechtlich geschützte<br />
Werke vor unerlaubter Vervielfältigung geschützt werden können.<br />
Denn die Problematik trifft die Phonoindustrie nicht allein &#8211; File-Sharing<br />
beschränkt sich nicht auf Musikinhalte. Neue Komprimierungstechniken<br />
vorausgesetzt, kann jeder Inhalt, jede Idee kopiert werden. Langfristig<br />
lassen sich mittels Napster auch Filme oder E-Books über das Internet<br />
vertreiben. Ganze Branchen fürchten um ihre Existenz aufgrund der<br />
Aushöhlung der Urheberrechte. Das ist nicht zum ersten Mal so&#8230;<br />
</span></span></p>
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