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	<title>Film &#8211; politik-digital</title>
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		<title>&#8220;Im Rausch der Daten&#8221;: Sehenswerte Doku zum EU-Poker um den Datenschutz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Nov 2015 09:22:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Kommission]]></category>
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					<description><![CDATA[„Democracy – Im Rausch der Daten“ ist eine spannende Dokumentation von David Bernet, in der Viviane Reding und Jan Philipp [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Albrecht.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-147457 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Albrecht.jpg" alt="Teaser-Albrecht" width="640" height="320" /></a>„Democracy – Im Rausch der Daten“ ist eine spannende Dokumentation von David Bernet, in der Viviane Reding und Jan Philipp Albrecht durch den Prozess der europäischen Datenschutzverordnung begleitet werden. politik-digital.de war bei der Premiere in Berlin dabei.</p>
<p>20 Jahre. So alt ist die bestehende Datenschutzrichtlinie der Europäischen Union. 1995 steckte das Internet noch in seinen Kinderschuhen und das Potential von Daten sowie deren Erhebung und Verarbeitung war noch nicht bekannt. Auf diesen Regelungen basiert der heutige Datenschutz in Europa. Die Überarbeitung des Gesetzes war dringend angeraten. Und so präsentierte die damalige EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft Viviane Reding der europäischen Öffentlichkeit einen Vorschlag für ein neues Datenschutzgesetz, das dem digitalen Zeitalter entsprechen sollte. Der Gesetzgebungsprozess der Europäischen Union begann.</p>
<h3>Ein neuer Goldstandard für den Datenschutz</h3>
<p>„Democracy – Im Rausch der Daten“ zeichnet den Weg der neuen europäischen Datenschutzverordnung durch das Parlament nach. Dafür begleitete Regisseur David Bernet Viviane Reding und den Berichterstatter Jan Philipp Albrecht von den Grünen bei deren Kampf für den Datenschutz. Der Zuschauer erhält dabei exklusive Einblicke in den Gesetzgebungsprozess des Europäischen Parlaments, die Debatten in den Ausschüssen, Hintergrundgespräche sowie die Arbeit von Lobbyisten und Datenschützern. Die Debatte um den neuen Datenschutz ist jedoch mehr als nur ein Feilschen um Paragraphen. Es geht um ganz grundsätzliche Fragen: Freiheit, Geld, Zukunft.</p>
<p>Die ganze Welt schien während des Prozesses auf die EU zu blicken, da die möglichen Regelungen neue Maßstäbe beim Thema Datenschutz setzen könnten – ein „Goldstandard“. Der Vergleich zum Edelmetall ist dabei nicht so abwegig. „Daten sind Geld“, betont der IT-Wirtschafts- und Datenschutzanwalt Paolo Balboni, der den Weg der Verordnung begleitete. „Es geht immer um Daten. In unserem Leben dreht sich alles darum, man sammelt Daten oder man gibt sie her. Daten sind eine Währung.“ Ein Thema von mittlerweile solch gesellschaftlicher Relevanz braucht einen gesetzlichen Rahmen. Ziel des Datenschutzgesetzes war ein gemeinsames Regelwerk für die EU, um sie für das digitale Zeitalter vorzubereiten – auch wenn wir uns schon längst darin befinden.</p>
<h3>Der Kampf beginnt</h3>
<figure id="attachment_147455" aria-describedby="caption-attachment-147455" style="width: 198px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Democracy_Plakat_300dpi.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-147455" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Democracy_Plakat_300dpi-305x431.jpg" alt="" width="198" height="280" /></a><figcaption id="caption-attachment-147455" class="wp-caption-text">&#8220;Democracy &#8211; Im Rausch der Daten&#8221;, 2015, Buch &amp; Regie: David Bernet, Produktion: INDI FILM GmbH, ab 12.11.2015 im Kino</figcaption></figure>
<p>Aber die Relevanz des Datenschutzes war zum Zeitpunkt von Redings Vorstoß nicht im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen. Es würde ein schwieriger Kampf, den die EU-Kommissarin bestreiten muss. Gemeinsam mit Berichterstatter Jan Philipp Albrecht, Europaparlamentarier der Grünen, nahm sie diesen „Krieg“, wie der Gesetzgebungsprozess zwischenzeitlich von Beteiligten beschrieben wurde, auf. An zwei Fronten sieht man die beiden Politiker kämpfen: Albrecht im Parlament, Reding im Europäischen Rat. Dabei baut man als Zuschauer eine Beziehung zu den beiden Politikern auf, wodurch ein für eine Dokumentation interessanter Spannungsbogen entsteht.</p>
<p>Dabei kämpfen sie nicht nur gegen skeptische Regierungschefs, die ihren Einfluss über den Rat, der ebenfalls zustimmen muss, geltend machen. Auch eine Armada von Lobbyisten, die im Interesse der Wirtschaft einen möglichst laschen Datenschutz durchsetzen möchten, steht ihnen gegenüber. „Democracy – Im Rausch der Daten“ zeigt den Druck, den die Interessenvertreter auf alle Beteiligten ausüben. Sogar ein seltener Einblick in Gespräche zwischen Lobbyisten und Parlamentariern wird geboten.</p>
<h3>Live am Verhandlungstisch</h3>
<p>Regisseur David Bernet gelingt eine für eine Dokumentation untypisch spannende Inszenierung, die dem Zuschauer das Gefühl vermittelt, selbst am Verhandlungstisch zu sitzen. Mit Einzelinterviews und Pressekonferenzen werden die aktuellen Entwicklungen und Gedanken der Akteure nachgezeichnet. Der Stil des Films überrascht ebenfalls: die Dokumentation ist vollständig in schwarz-weiß gehalten. „Schon zu Beginn des Projekts war klar, dass wir für diesen Film eine Ästhetik brauchen, die sich so weit wie möglich abhebt von dem, was man gewöhnlich visuell mit der EU und Brüssel verbindet“, so der Regisseur. Auf eine Synchronisation der Protagonisten verzichtet er ebenfalls, stattdessen werden die Aussagen untertitelt. Dadurch entstehen O-Töne, die dem Film eine zusätzliche Authentizität verleihen.</p>
<p>Dank der, laut Albrechts Aussage, „professionellen Arbeit des Filmteams“ entstehen ungeschönte Bilder der Verhandlungen. Irgendwann vergaßen die Beteiligten, dass sie gerade unter Beobachtung stehen. Auf der Filmpremiere in Berlin gibt Jan Philipp Albrecht zu: „Ich bin mit dem Mikro sogar aufs Klo gegangen.“ Die meisten Akteure waren wohlwollend gegenüber dem Filmteam. Vor allem die Europäischen Institutionen haben laut Regisseur Bernet verstanden, „dass bei diesem Projekt etwas geschieht, was dringend nötig ist: den Bürgern Europas einen Einblick und ein Verständnis für die Wirklichkeit europäischer Politik zu verschaffen.“ Nur dem Ministerrat schienen die Kamerateams „auf den Keks“ zu gehen, wie Viviane Reding es formulierte. Mit alltäglichen Szenen aus Brüssel versucht Bernet dabei auch die Nähe der Räume zu zeigen: Leben und Politik finden direkt nebeneinander statt.</p>
<p>Zweifelsohne glückt es David Bernet, den europäischen Gesetzgebungsprozess stimmig wiederzugeben, auch mit seinen typischen Eigenheiten. Zusätzlich betont der Film die gesellschaftliche Relevanz und Dringlichkeit des Datenschutzes, gemessen an der Lobbyarbeit und der höchsten Zahl an Änderungsanträgen für eine EU-Verordnung aller Zeiten (knapp 4.000). Dabei werden vor allem die Probleme des Berichterstatters Jan Philipp Albrecht aufgezeigt, der die Interessen aller Beteiligten unter einen Hut bringen muss. Eine schier unlösbare Aufgabe mit kurzen resignierenden Momenten des Grünen-Politikers: „Das schaffen wir nie.“</p>
<h3>Und dann kam Snowden</h3>
<p>Im Juni 2013 tauchte jedoch ein „game changer“ auf: Edward Snowdens Enthüllungen zu den Überwachungspraktiken der Vereinigten Staaten werden zum Wendepunkt des stockenden Gesetzgebungsprozesses. „Der Prism-Fall hat uns wachgerüttelt“, stellt Viviane Reding fest. Eine Datenschutz-Aktivistin fügt hinzu: „Was Snowden aufgedeckt hat, beeinflusst diesen Prozess entscheidend. Es macht deutlich, dass Daten nicht nur Macht bedeuten, sondern auch als Waffe eingesetzt werden können.“</p>
<p>Und plötzlich springt der Film vier Monate weiter. Es herrscht auf einmal Einigkeit, die Bearbeitung der Änderungsanträge ist abgeschlossen. Das ist einer der wenigen Kritikpunkte an der sonst so stimmigen Dokumentation. Denn der Schritt von Snowden zum Ende des Gesetzgebungsprozesses bleibt unklar. Fraglich ist am Ende auch, welche Seite sich eher durchgesetzt hat, auch wenn man vom Gefühl her den Sieg auf der Seite der Datenschützer wähnt.</p>
<h3>Keine vollständige Offenheit</h3>
<p>Und trotz der Transparenz der europäischen Institutionen, die erstmalig einen umfassenden Einblick in ihre Arbeit geben, und der Lobbyisten, merkt man an manchen Stellen, dass die Protagonisten mit einer Kamera im Raum nicht unbedingt frei sprechen können oder wollen. Besonders deutlich wird diese Problematik, als Viviane Reding in einem Gespräch nachhakt, welche Mitgliedstaaten sich im Europäischen Rat querstellen wollen. Die ausweichende Antwort: „Die üblichen Verdächtigen“. Reding reagiert angespannt und möchte es später unter vier Augen mitgeteilt bekommen.</p>
<p>„Democracy – Im Rausch der Daten“ ist keine Dokumentation, wie man sie aus dem Schulunterricht kennt. Der Film hat einen dramaturgischen Anspruch, der mittels zahlreicher Stilmittel wie der schwarz-weiß-Inszenierung oder der Kameraführung umgesetzt wird. Darüber hinaus will er für das Thema Datenschutz sensibilisieren und die Europäische Union greifbarer und transparenter machen. Filmisch gelungen, trotz eines für Manche drögen Themas. Oder wie es der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix auf der Premiere formulierte: „Ich fand den Film spannend. Obwohl ich wusste, wie er ausgeht.“</p>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=34BS7yT_VWw" title="DEMOCRACY - IM RAUSCH DER DATEN Trailer" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/34BS7yT_VWw?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Bild: <a href="http://indifilm.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Indi Film</a>, Dieter Stürmer</p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Wir haben keine Kinostars&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 May 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[Blogsprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Anke Gröner]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<b><span class="fett"> Am 29. Mai war Anke Gröner von ankegroener.de
zu Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de und den Blogpiloten.
Warum sie bei deutschen Filmen keine Gänsehaut bekommt, welche
Streifen ihr Leben prägten und wie sie die Blogger-Welt sieht,
steht im Chattranskript.</span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<b><span class="fett"> Am 29. Mai war Anke Gröner von ankegroener.de<br />
zu Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de und den Blogpiloten.<br />
Warum sie bei deutschen Filmen keine Gänsehaut bekommt, welche<br />
Streifen ihr Leben prägten und wie sie die Blogger-Welt sieht,<br />
steht im Chattranskript.</span></b><!--break-->
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Hallo und herzlich<br />
willkommen zur Blogsprechstunde von politik-digital.de in Kooperation<br />
mit den Blogpiloten. Heute ist Anke Gröner unser Gast. Auf<br />
ihrem <a href="http://www.ankegroener.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a><br />
schreibt Sie über ihr Leben und immer wieder übers Kino.<br />
Hier ist es jetzt 19.00 Uhr. Frau Gröner, können wir starten?<a href="http://www.ankegroener.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ABlogs/ankegroener85x.jpg" alt="Anke Gröner" align="right" border="0" height="119" width="85" /></a>
</p>
<p>
<b><b>Anke Gröner:</b></b> Yep, gerne.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Im Vorfeld haben wir unsere Nutzer schon Fragen stellen<br />
und darüber abstimmen lassen. Die Fragen mit den meisten Stimmen<br />
eröffnen heute den Chat. Die erste stellt gleich eine recht<br />
provokante These auf:
</p>
<p>
<b>sakra:</b> Ich lese Blogs ganz gerne, mich stört<br />
allerdings, wie ernst sich die Blogger-Szene nimmt. Blogs sind eher<br />
wie die Witzseiten in Zeitungen, nett, schnell konsumierbar, aber<br />
mehr eben nicht. Siehst du das anders?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Die Frage habe ich im Warteraum auch schon gelesen<br />
und was Kleines vorbereitet. Ich sehe es teilweise anders. Ich persönlich<br />
habe mit meinem Blog nicht den Anspruch, den Journalismus zu revolutionieren<br />
oder Skandale aufzudecken; ich möchte einfach ein bisschen<br />
vor mich hin plaudern, so wie ich mit Kollegen an der Kaffeemaschine<br />
plaudere, während der Espresso durchläuft: Wie war&#8217;s im<br />
Kino, hast du einen hübschen Link entdeckt, wie geht&#8217;s denn<br />
so, wer hat „Deutschland sucht den Superstar&quot; gewonnen<br />
und so weiter.</p>
<p>Manche Blogs haben aber den Anspruch, eher journalistisch zu arbeiten<br />
und auf Dinge hinzuweisen, die ihrer Meinung nach in den klassischen<br />
Medien zu kurz kommen. Das <a href="http://www.bildblog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bildblog</a><br />
zum Beispiel. Oder <a href="http://stefan-niggemeier.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stefan<br />
Niggemeier</a>, der nicht müde wird, auf halbgares Zeug wie<br />
9Live hinzuweisen. Oder <a href="http://rebellmarkt.blogger.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Don<br />
Alphonso</a> und <a href="http://fx3.org/blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jörg-Olaf<br />
Schäfers</a>, die StudiVZ auf den Zahn gefühlt haben.<br />
Derartige Blogs sind für mich weitaus mehr als mal eben weggelesene<br />
Witzseiten.</p>
<p>Aber ich glaube, das hängt auch mit der Neuigkeit des Mediums<br />
zusammen. Wahrscheinlich gab es bei den ersten Zeitungen auch Diskussionen<br />
wie „Du hast ja gar keine Leserbriefseite, du bist ja gar<br />
keine richtige Zeitung.“ Oder beim Fernsehen: „Iiiihh,<br />
du sendest ja jetzt in Farbe &#8230; wo bleibt die Glaubwürdigkeit?“<br />
Und die Außenstehenden haben sich gewundert, warum die Jungs<br />
sich so ernst nehmen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> In der zweiten Frage geht&#8217;s ums Lieblingsthema Kino:
</p>
<p>
<b>Edda:</b> Wie viel Zeit verbringst du eigentlich im<br />
Kino?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Längst nicht mehr so viel Zeit wie früher.<br />
Heute warte ich eher ein paar Monate, bis die DVD raus ist, damit<br />
ich den Film ohne nervige Tacoesser neben mir genießen kann.<br />
Aber wenn du nach DVD-Zeit fragst: Meist gucke ich am Wochenende<br />
vier bis sechs Filme. Manchmal auch eine Serienstaffel. Und manchmal<br />
gehe ich lieber golfen oder lese ein gutes Buch. Kommt also immer<br />
auf Lust und Laune an.
</p>
<p>
<b>luise: </b>Was bieten uns Kinofilme mehr als die privaten<br />
Clips, die wir ins Internet laden können? Was wären wir<br />
ohne das Kino?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Kino bietet durchgeplante Unterhaltung, während<br />
die vielen kleinen Clips eher Situationskomik sind. Hat beides seine<br />
Berechtigung, aber wenn ich zwei Stunden Zeit habe, leg ich doch<br />
lieber eine DVD ein, anstatt auf YouTube herumzuklicken. Und ich<br />
wäre ohne Kino: verdammt gelangweilt.
</p>
<p>
<b>delayla: </b>Dein Filmgeschmack ist ja eher Mainstream,<br />
oder täuscht das? Zumindest hast du wenig alternative Filme,<br />
die du besprichst. Gibt es dafür auch schon mal Kritik von<br />
Kinofans?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> (Das ist im Moment alles copy und paste, ich<br />
kann nicht wirklich so schnell tippen 🙂 Mein Filmgeschmack ist<br />
absoluter Mainstream, keine Frage. Ich warte noch auf den Tag, an<br />
dem ich die Geduld für einen Fassbinderfilm aufbringe. Manchmal<br />
gibt’s eine Beschwerdemail deswegen. Und meine Standardantwort:<br />
Wenn du eine Besprechung über Film xyz lesen willst, dann schreib<br />
sie selber. Mach ich ja auch.
</p>
<p>
<b>martijn: </b>Welches sind die Unterschiede zwischen<br />
den Filmkritiken in Magazinen und denen auf deinem und auf anderen<br />
Blogs?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Ich glaube, in richtigen Zeitschriften muss man<br />
sich ein bisschen mehr Mühe geben. Was nicht heißt, dass<br />
ich mir keine gebe.
</p>
<p>
<b>Rainer: </b>Stell dir vor, ein Filmmagazin klingelt<br />
bei dir &#8211; würdest auch für die Kritiken schreiben? Oder<br />
lieber umsonst weiter bloggen? </p>
<p><b>Anke Gröner:</b> Es hat schon mal ein Magazin geklingelt und wollte<br />
meine Kritiken. Die hätte aber vor Veröffentlichung ein<br />
Redakteur absegnen müssen, und damit war die Idee tot. Das<br />
ist ja das Schöne am eigenen Blog: Man kann machen, was man<br />
will.
</p>
<p>
<b>lolo:</b> Was gehört für dich eigentlich<br />
zum perfekten Kinobesuch?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Ruhe 🙂 Scharfgestelltes Bild, guter Ton, keine<br />
Labernasen neben mir. Und ein Parkplatz vor der Kinotür.
</p>
<p>
<b>Dr. Kubrick: </b>Was ist dein schlechtester Film aller<br />
Zeiten?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Da ich bis heute „Daniel, der Zauberer“<br />
mit Herrn Küblböck noch nicht gesehen habe, nehme ich<br />
„Raging Angels“ mit Sean Patrick Flanery. Der war schon<br />
ganz schön scheiße.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sagt mir gar nichts&#8230; vielleicht eine kurze Erklärung:<br />
Worum geht&#8217;s und warum ist der so schlecht?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Ich hab ihn auf einer verranzten Kassette auf<br />
ebay ersteigert, weil Herr Flanery mitspielt und ich natürlich<br />
in ihn verknallt war. Daher hab ich die Kassette auch noch nicht<br />
weggeschmissen, ist eine Jugendsünde, sowas wird aufbewahrt.<br />
Aber trotz Schnuckel hab ich das Ding nicht bis zum Schluss gucken<br />
können. Ich weiß nicht mal mehr, worum es geht, wenn<br />
ich ehrlich bin. Aber Alan Smithee [unter diesem Decknamen veröffentlichen<br />
Regisseure ihre Filme, wenn sie sich davon distanzieren möchten,<br />
Anm. d. Red.] hat Regie geführt. Ein Beweis für Qualität,<br />
wie wir wissen.
</p>
<p>
<b>lolo: </b>Wie findest du eigentlich das deutsche Kino<br />
inzwischen? Das hat ja meiner Meinung nach eine ansehnliche Entwicklung<br />
durchgemacht, oder gibt es da ganz bestimmte Schwachstellen, die<br />
dich nerven ?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Die Entwicklung sehe ich auch. Auch, dass es<br />
netterweise nicht mehr nur Autorenkino oder „Stadtgespräch“<br />
gibt. Eine persönlich empfundene Schwachstelle ist: Wir haben<br />
keine Stars. Ich kenne kaum einen deutschen Schauspieler oder eine<br />
Schauspielerin, für die ich verranzte Kassetten auf ebay ersteigern<br />
würde. Und manchmal hab ich das Gefühl. dass das Mittelfeld<br />
zwischen ausgebildetem Mimen und „Gute Zeiten schlechte Zeiten&quot;<br />
fehlt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zustimmung gibt es von lolo:
</p>
<p>
<b>lolo: </b>Stimmt! Was macht denn einen Kinostar aus?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Charisma. Glaube ich. Dieses Strahlen von der<br />
Leinwand runter, das Verzaubern des Publikums. Hört sich jetzt<br />
esoterisch an, aber ich kriege Gänsehaut, wenn ich alte Leinwandgötter<br />
wie Liz Taylor sehe. Kriege ich bei Katja Riemann nicht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine Nachfrage zum Thema Ruhe im Kino:
</p>
<p>
<b>june:</b> Die Erfindung der DVD ist für dich<br />
also eine reine Segnung? Gibt es nicht auch Nachteile für die<br />
Kinos?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Reine Segnung nicht. Gerade bei Komödien<br />
fehlt mir schon dieses Gemeinschaftslachen. Aber ich lege inzwischen<br />
eher Wert darauf, den Film in einer für mich perfekten Zeit<br />
und Stimmung zu sehen und nicht, weil die UFA eben gerne um 20.00<br />
Uhr anfangen möchte. Aber ich glaube, das Publikum hält<br />
sich da die Waage. Die eine Hälfte will wie ich Ruhe, die gucken<br />
dann DVD, und die anderen geht eben weiter ins Kino. Ich glaub nicht,<br />
dass sich das groß in die Quere kommt.
</p>
<p>
<b>HansFranz: </b>Woher kommt deine Begeisterung fürs<br />
Bewegtbild? Beruflich hast du eher nichts damit zu tun, oder?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Nee, ein 30-Sekünder im Werbeblock ist keine<br />
Kunst, daher hab ich beruflich nichts damit zu tun. Ich bin schon<br />
als Teenager (benutzt man das Wort eigentlich noch?) gerne ins Kino<br />
gegangen, weil mir dort Geschichten erzählt wurde, die ich<br />
selbst nicht erlebt habe. Ich lese wahnsinnig gerne, weil es da<br />
auch Geschichten gibt. Aber Kino macht das ganze noch eine Ecke<br />
größer: die Musik, die Menschen, Schnitte. Teilweise<br />
ist Kino immer noch Eskapismus für mich. Woher das kommt, weiß<br />
ich allerdings nicht.
</p>
<p>
<b>jonathan:</b> Was gefällt dir nicht an den Filmkritiken<br />
anderer? Oder machst du deine eigenen Kritiken gar nicht, um es<br />
besser zu machen, sondern um dir deine Gedanken von der Seele zu<br />
reden?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Ja, manchmal merke ich erst während der<br />
Kritik, wie mir ein Film eigentlich gefallen hat. Aber ich mag andere<br />
Kritiken durchaus. Ich empfehle immer Anthony Lane vom New Yorker<br />
oder Stephanie Zacharek von Salon.com. Und natürlich Roger<br />
Ebert.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Roger Ebert schreibt wo? (Entschuldigung, bin eher Banause<br />
in der Richtung.)
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> In der Chicago Sun-Times. Er hat den Anfang einer<br />
meiner Lieblingskritiken geschrieben, über „Battlefield<br />
Earth”: „Battlefield Earth is like taking a bus trip<br />
with someone who has needed a bath for a long time. It&#8217;s not merely<br />
bad; it&#8217;s unpleasant in a hostile way.“
</p>
<p>
<b>daniel:</b> Filmmusik spielt ja auch eine starke Rolle<br />
&#8211; was ist da dein Tipp zur besten Filmmusik ever?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Ha, mein erster Gedanke war „Yentl“.<br />
Ich hab meine CDs gerade nicht im Blick, daher vergesse ich jetzt<br />
garantiert alles, was mir am Herzen liegt. Mein Lieblingskomponist<br />
ist Danny Elfman, ich mag aber auch den Bombast von John Williams.<br />
Und so Larifarisoundtracks, wo alles drauf ist, wie „The Commitments“<br />
oder „American Beauty“.
</p>
<p>
<b>Troll:</b> Neben Filmen scheinst du auch Musicals<br />
zu mögen. Auf deinem Blog hast du zumindest über das Udo<br />
Jürgens Musical geschrieben. Entspricht das deinem Musikgeschmack?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Ja, leider. Musik interessiert mich einfach nicht<br />
mehr so, da bin ich stilistisch in der Pubertät oder bei der<br />
Schallplattensammlung meiner Eltern hängengeblieben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Kommen wir mal zum Blog <a href="http://www.ankegroener.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ankegroener.de</a>:
</p>
<p>
<b>rabiata:</b> Warum schreibst du eigentlich ins Internet?<br />
Reicht dir ein ganz normales Tagebuch nicht?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Ich habe mir anfangs keine großen Gedanken<br />
darüber gemacht, wo ich schreibe. Und jetzt mache ich das schon<br />
so lange, dass ich auch nicht mehr drüber nachdenke. Ich glaube,<br />
im Tagebuch würden mir die Links fehlen. Und die Diskussionen<br />
um die Blogkultur. Ich finde das Medium zwar nicht mehr ganz so<br />
spannend wie anfangs, aber immer noch spannend genug, um es nicht<br />
sein zu lassen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die nächste Frage war fast unvermeidlich:
</p>
<p>
<b>Schreiber:</b> Wie fühlt man sich so als eine<br />
der wenigen Frauen in den deutschen Blogcharts?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Einsam 🙂 Mir ist gar nicht aufgefallen, wie<br />
wenig Frauen es inzwischen in den Top 100 gibt, ich habe das erst<br />
beim Popkulturjunkie gelesen. Danach habe ich mal einige Kerle gefragt,<br />
ob sie sich das erklären könnten. Meistens habe ich Antworten<br />
gekriegt wie: Wir lesen euch schon, aber wir verlinken euch nicht,<br />
weil es uns zu peinlich ist, zuzugeben, dass wir Mädchenkram<br />
lesen.
</p>
<p>
<b>Guppy:</b> Warum gelingt es Themen aus Kleinbloggersdorf<br />
so selten, in den „richtigen&quot; Medien unterzukommen? Wer<br />
sich mit der Materie auseinandersetzt, müsste doch wissen,<br />
wie seriös zum Beispiel Bildblog arbeitet.
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Ich glaube, es gibt noch zu wenige Blogs, um<br />
wirklich große Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Zugriffszahlen<br />
vom Bildblog sind ja relativ außergewöhnlich. Alles andere<br />
bewegt sich auf dem Niveau von Lokalblättchen, wenn überhaupt.<br />
Daher fehlt, glaube ich, einfach die Masse, um schnell in den alten<br />
Medien unterzukommen. Wenn es Dinge gibt wie die StudiVZ-Sache,<br />
dauert es auch eine Woche, bis Spiegel Online es hat.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zur Verlinkung:
</p>
<p>
<b>daniel:</b> Da müssen dann wohl die Frauen unter<br />
sich ausmachen, dass sie sich fleißig verlinken. Machst du<br />
das?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Ich kenne meine Blogroll nicht auswendig, aber<br />
ich ahne, dass da auch mehr Männer drauf sind als Frauen. Beim<br />
Verlinken achte ich nicht drauf, wer etwas geschrieben hat, sondern<br />
worum es geht. Und ich verlinke gerne Geschichten, Erzählungen,<br />
Erlebtes. Das kommt eher von Frauen, denke ich. Nur leider nicht<br />
so oft wie irgendein lustiges YouTube-Video.
</p>
<p>
<b>tryster:</b> Gibt&#8217;s eigentlich typische Männer-<br />
und Frauenthemen für Weblogs?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Vor zehn Jahren war ich der Überzeugung,<br />
Männer und Frauen können alle das gleiche und wollen alle<br />
das gleiche und überhaupt sind wir alle gleich. Heute freue<br />
ich mich über die Unterschiede (oder verfluche sie). Daher<br />
glaube ich schon, dass es Themen gibt, für die sich eher Frauen<br />
oder eher Männer interessieren. Ich will das jetzt nicht auf<br />
Grillen gegen Schuhe kaufen oder andere Klischeebeispiele eingrenzen.<br />
Aber ich denke schon, dass Technikblogs eher männliche Leser<br />
haben und Tagebuchblogs eher weibliche.
</p>
<p>
<b>rosarot: </b>Deine Frage zur ersten Periode deiner<br />
Leserinnen hat ja eine Menge Antworten und Teen-Geschichten ausgelöst<br />
:-). Wolltest du das wirklich alles wissen oder war das mehr als<br />
rhetorische Frage gedacht, mit der du ironisch auf Frauentalk in<br />
weiblichen Blogs Bezug nehmen wolltest?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Ich wollte das wirklich wissen! Ich mag Themen,<br />
zu denen Männer mal gar nichts sagen können 🙂 Ich wollte<br />
damit keinesfalls den „Frauentalk“ auf weiblichen Blogs<br />
auf die Schippe nehmen. Ich hab zwar auch am Anfang über die<br />
Strickblogs gelästert, aber inzwischen bin ich der Meinung,<br />
dass jeder über das schreiben sollte, worüber er oder<br />
sie schreiben will. Und anscheinend gibt es ja auch zu jedem Thema<br />
Leser, die sich dafür interessieren. Insofern: macht, was ihr<br />
wollt. (Wobei ich immer noch nicht weiß, warum Seiten wie<br />
„<a href="http://www.ratemypoo.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rate My Poo</a>&quot;<br />
Leser haben. Aber das verstehe ich vielleicht auch erst in ein paar<br />
Jahren.)
</p>
<p>
<b>luna:</b> Wie erklärst du dir, dass dein Blog<br />
so erfolgreich geworden ist? Hättest du damit gerechnet?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Weiß ich nicht, ob man mein Blog als erfolgreich<br />
bezeichnen kann. Und, nein, natürlich hab ich damit nicht gerechnet.<br />
Wenn ich damit gerechnet hätte, hätte ich mir ein schickes<br />
Pseudonym einfallen lassen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Kam es denn so überraschend, dass das Blog viele<br />
Leser finden konnte und in den Blogcharts auftauchte?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Das hat sich ja über die Jahre (Oma erzählt<br />
vom Krieg) entwickelt. Ich weiß bis heute nicht, warum Leute<br />
mein Blog lesen. Ob das nur die Filmkritiken sind oder weil ich<br />
manchmal so schön rumjammere oder weil ich mir neue Leserschichten<br />
erschleiche, indem ich Trendsportarten erlerne, keine Ahnung. Was<br />
mich überrascht hat, war, dass die Leserzahlen ungefähr<br />
gleich geblieben sind, auch wenn die Kommentarfunktion aus ist.<br />
Freut mich sehr, liebe Leserchen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Direkt dazu:
</p>
<p>
<b>Troll: </b>Warum hast du eigentlich die Kommentare<br />
in deinem Blog ausgeschaltet?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Das habe ich schon mehrfach in meinem Blog erklärt<br />
(wen&#8217;s interessiert, einfach mal die FAQ durchlesen). Die Kurzfassung:<br />
Irgendwann war es mir zu anstrengend, mich eher um die Kommentare<br />
zu kümmern als um den Rest meines Tages, und unter anderem<br />
deswegen sind sie aus.
</p>
<p>
<b>runkel:</b> Wie ist die Resonanz, die du für<br />
dein Blog bekommst? Gibt es auch Kritik?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Die Resonanz sehe ich ja indirekt am Counter,<br />
und die gefällt mir gut. Und klar gibt es auch Kritik. Jetzt<br />
allerdings nur noch per Mail. Sehr angenehm. Da muss man sich nicht<br />
so oft rechtfertigen.
</p>
<p>
<b>Steilzeit:</b> Du bist ja auch schon ein wenig länger<br />
im Internet dabei &#8211; hat sich die Blogosphäre verändert?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Sie ist auf jeden Fall größer geworden.<br />
Und damit vielleicht etwas weniger kuschelig. Aber gleichzeitig<br />
natürlich auch vielfältiger. Nee, Moment, das kuschelig<br />
zieh ich zurück. Cliquenwirtschaft und Schulhofgekloppe gab<br />
es schon immer. Aber jetzt verlinken eben nicht mehr drei, sondern<br />
300 Blogs auf irgendeinen Schauplatz. Und schon kriegt alles eine<br />
Bedeutung, die ein kleiner, hingerotzter Satz vielleicht gar nicht<br />
haben wollte.
</p>
<p>
<b>Sample:</b> Du schreibst ja auch viel übers Bloggen<br />
an sich &#8211; könntest du ohne dein Blog überhaupt noch leben?<br />
Was ist so faszinierend daran?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Für mich persönlich ist es faszinierend,<br />
dass ich über eine komische Webseite im Internet so viele spannende<br />
Leute kennengelernt habe, wie ich es im Beruf oder auf Partys nie<br />
geschafft hätte. Es haben sich berufliche und private Kontakte<br />
ergeben, und das ist mich immer noch so faszinierend. Dass du jeden<br />
Tag, wenn du Glück hast, eine neue Stimme lesen und entdecken<br />
kannst. Und vielleicht irgendwann den Menschen dahinter. Ach so,<br />
die Blogfrage: Ich könnte sicherlich ohne mein Blog leben.<br />
Aber ich glaube schon, dass mir etwas fehlen würde. Etwas,<br />
was mir in den letzten Jahren ziemlich ans Herz gewachsen ist.
</p>
<p>
<b>StillesWasser: </b>Wieviel Zeit verbringst du am Tag<br />
damit, Blogs zu lesen? Welche liest du besonders gerne?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Kommt drauf an, wieviel ich zu tun habe :-).<br />
Ist nicht mehr so viel wie früher, zwei, drei Stunden, schätze<br />
ich. Was ich immer noch für verdammt viel halte. Und für<br />
die Frage mit den Lieblingsblogs hab ich auch was zum copypasten:<br />
Da Herr Schwenzel mich sein Lieblingsblog genannt hat, gebe ich<br />
diesen Ritterschlag natürlich sofort zurück:<a href="http://wirres.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
wirres.net</a> ist mein Lieblingsblog. Weitere meiner Lieblinge<br />
finden sich in meiner Blogroll, unter anderem viele Frauen, die<br />
zu Unrecht nicht (mehr) in den Top 100 sind. <a href="http://blog.franziskript.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Franziskript</a>,<br />
<a href="http://www.journelle.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Journelle</a>,<br />
<a href="http://derbe.blogger.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lu</a>, <a href="http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vorspeisenplatte</a>,<br />
<a href="http://wasweissich.twoday.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Moni</a>,<br />
die <a href="http://schwadroneuse.twoday.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schwadroneuse</a>,<br />
<a href="http://fragmente.twoday.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fragmente</a><br />
und so weiter. Und natürlich liebe ich <a href="http://blog.rbb-online.de/roller/knut/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Knuts<br />
Blog</a>, aber das darf ich nicht zugeben, weil es mir peinlich<br />
ist, Eisbärenkram zu lesen.
</p>
<p>
<b>Troll:</b> Was hältst du denn eigentlich von<br />
Weblog-Awards für Frauen, wie diese Blogine-Geschichte? Ich<br />
hab die nicht ganz verfolgt, aber meinst du, sowas macht Sinn?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Ha, was für&#8217;n Spackenkram! Die Blogine war<br />
ja bloß eine billige Werbenummer, und dass die so gefloppt<br />
ist, finde ich persönlich sehr gut. Der Award hatte für<br />
mich den fiesen Beigeschmack von „Jetzt wanzen wir uns mal<br />
an was ran, von dem wir keine Ahnung haben“. Aber Awards wie<br />
Grimme Online oder die BOBs [Best of Blog Awards, Anm. d. Red.]<br />
finde ich spannend. Bei den Bloggie Awards hab ich mir die Sieger<br />
auch mal angeguckt, bin aber außer bei <a href="http://www.dooce.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dooce.com</a><br />
nirgends hängengeblieben.
</p>
<p>
<b>Hollywood: </b>Bist du eigentlich genauso drauf wie<br />
du dich in deinem Blog gibst?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Nee 🙂 Aber meistens.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Und zurück zu den bewegten Bildern:
</p>
<p>
<b>Guppy:</b> Hallo aus Stuttgart. Vor einiger Zeit hast<br />
Du immer mal wieder was über das hervorragende „West<br />
Wing&quot; geschrieben. Warum gibt es in Deutschland keinen Mut<br />
zu einer durcherzählten und anspruchsvollen Serie?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Vielleicht weil das Publikum lieber Schrott wie<br />
„Die Camper“ sieht. Es gab ja mal den Versuch eines<br />
West-Wing-Klons: „Das Kanzleramt“. Hab ich eine Folge<br />
von gesehen und fand&#8217;s langweilig. Ich glaube schon, dass es den<br />
Mut von Autoren gibt, so was zu schreiben. Aber es gibt anscheinend<br />
keine Redakteure, die es durchboxen. Und, siehe oben, kein Publikum,<br />
das es sehen will.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Dazu passend:
</p>
<p>
<b>daniel: </b>Guckst du auch gern so viel fern wie Kino?<br />
Oder ist das Kino deine perfekte Alternative zum Flimmerkasten?<br />
Wie würde deine Kritik des deutschen Fernsehprogramms ausfallen?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Ich sehe kaum noch fern. Gerade verpasse ich<br />
„Das perfekte Dinner“, aber das ist mein einziger fester<br />
Fernsehtermin. Serien gucke ich mir in der Synchronisation einfach<br />
nicht mehr an, geht nicht mehr. Daher kann ich zum Rest des Programms<br />
kaum was sagen. Außer, dass ich es schätze, dass ich<br />
ab und zu in irgendwelchen Dokus hängenbleibe. .Und dass die<br />
jetzige „Big-Brother“-Staffel doof ist. Ich wollte sie<br />
doch lieben. (Ach ja, „Popstars“ und „Deutschland<br />
sucht den Superstar“ gucke ich auch. Sorry.)
</p>
<p>
<b>Sunny: </b>Guckst du denn Filme synchronisiert?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Nein, überhaupt nicht mehr. Selbst bei französischen<br />
und spanischen (kann ich beides nicht) gucke ich die Originalversion<br />
mit Untertiteln. Ich mag es einfach nicht mehr.
</p>
<p>
<b>sophie: </b>Was hieltest du davon, mal synchron zu<br />
sprechen? Hast bestimmt einen Blick dafür.
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Um Gottes Willen, ich kann überhaupt nicht<br />
schauspielern geschweige denn überzeugende Dialoge sprechen.<br />
Aber als Plan B, wenn die Werbung keinen Spaß mehr macht,<br />
würde ich gerne Untertitel für amerikanische Filme schreiben.
</p>
<p>
<b>Sunny: </b>Gibt es denn amerikanische oder britische<br />
oder andere Serien, die unbedingt ins deutsche Fernsehen sollten?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Ich würde mir jeden Schrott angucken, so<br />
lange auf im Original ist. Nein, Quatsch. Da fällt mir im Moment<br />
nichts ein. Ich kriege Serien auch immer erst viel zu spät<br />
mit, weil ich brav auf die DVD warte und keine Ahnung hab, wie BitTorrent<br />
funktioniert.
</p>
<p>
<b>sophie:</b> Die Unterschiede im Filmdreh sind unter<br />
den Nationen ja enorm verschieden (natürlich hängt es<br />
auch vom Regisseur ab&#8230;)- welche Machart findest du am interessantesten<br />
und warum?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Mir liegt das amerikanische Kino, weil ich das<br />
Land und die Leute und ihre ganzen seltsamen Macken mag. Daher mag<br />
ich auch die Art, wie sie mir Geschichten erzählen. Ich denke,<br />
wenn ich Freunde aus Italien oder Frankreich hätte und öfter<br />
da gewesen wäre und die Sprache sprechen könnte, würden<br />
mir Filme aus diesen Ländern auch eher etwas bedeuten.
</p>
<p>
<b>TheDom:</b> Hast du dich jemals mit Animes auseinandergesetzt?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Gar nicht. Ich hab „Ghost in the Shell“<br />
gesehen und sofort wieder vergessen. </p>
<p><b>nielsson:</b> Bei dir hängt sicher alles voll<br />
mit Filmplakaten, oder? Welches ist dir da das liebste?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Nee, Filmplakate aufhängen ist so Studi-WG.<br />
Früher hab ich mein Zimmer dauernd umdekoriert: Mal die ganzen<br />
Woody-Allans, die sind ja eher schlicht . Dann so Kombis wie „Jagd<br />
auf Roter Oktober“ neben „Blue Steel“, weil&#8217;s<br />
farblich so schön passt. Und, ja, gut, ein Plakat hängt<br />
noch bei uns. „Delikatessen“. In der Küche. Superwitze,<br />
selbstgemacht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die Frage nach dem schlechtesten Film hatten wir ja<br />
schon. Jetzt mal das Gegenteil:
</p>
<p>
<b>filmfreak:</b> Was ist den dein Lieblingsfilm?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Ich habe keinen Lieblingsfilm. Ich hab auch kein<br />
Lieblingsbuch, ich hab ja nicht mal eine Lieblingsfarbe. Das ändert<br />
sich alle fünf Minuten. Filme, die ich mir allerdings immer<br />
wieder gerne angucke, sind die, in denen Kiefer Sutherland mitspielt.<br />
Oder wo zum Schluss irgendwer mit irgendwem knutscht.
</p>
<p>
<b>nielsson:</b> Gibt es eine witzige Filmstelle, bei<br />
der du dich schon beim Gedanken daran vor Lachen kringelst? Die<br />
würde ich jetzt gern wissen, falls man die erzählen kann<br />
😉
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Der Klassiker natürlich: „Jehova!<br />
Jehova!“ Und aus „Eins, zwei, drei“ von Billy<br />
Wilder (alle angucken! sofort!), wenn James Cagney: SCHLEMMER! brüllt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Und die schönsten Stellen zum Weinen?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Die letzten 15 Minuten von „Vom Winde verweht“.<br />
Mein Exfreund hat mal in Leipzig studiert, kurz nach Grenzöffnung<br />
&#8211; kein Telefon in der Wohnung &#8211; und hat mich allen Ernstes beim<br />
verwehten Wind angerufen. (Damals noch auf deutsch im Fernsehen<br />
geguckt.) Aus einer Telefonzelle. Der arme Mann musste mir 15 Minuten<br />
lang beim Heulen zuhören. Dafür ist er heute mein bester<br />
Freund und total schnaffte.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Schnaffte? Auch ein nettes Wort, kannte ich noch nicht.
</p>
<p>
<b>charakter:</b> Was macht süchtiger &#8211; Kino oder<br />
bloggen?
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Knorke geht auch. Oder ust, wie ich neulich bei<br />
Herrn Niggemeier lernen durfte. Süchtiger macht beides auf<br />
seine Art. Aber beides, weil immer etwas Neues passiert.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, das waren 60 Minuten Blogsprechstunde. Vielen Dank<br />
für Ihre Fragen und vielen Dank an Anke Gröner für<br />
die Antworten. Das Transkript finden Sie in Kürze auf politik-digital.de.<br />
Nächste Woche chatten wir mit Nico Lumma, dem Mann hinter blogg.de<br />
und shoppero &#8211; Dienstag, 5. Juni, 16.00 bis 17.00 Uhr also schon<br />
mal freihalten. Fragen können Sie auch wieder im Warteraum<br />
stellen und bewerten. Das letzte Wort gebührt dem Gast:
</p>
<p>
<b>Anke Gröner:</b> Wie der Papa beim Doppelkopfspielen<br />
immer gesagt hat: Wer schreibt, der bleibt.</p>
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		<title>Star Wars &#8211; Phantom Politics</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone Gerdesmeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Oct 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
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