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	<title>Flexibilisierung &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Flexibilisierung &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Flexibel in die neue Ökonomie</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/flexibel_in_die_neue_oekonomie-564/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Apr 2000 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitnehmer]]></category>
		<category><![CDATA[Flexibilisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Über die Arbeit in der Wissensgesellschaft
<br />
</span>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Neue Arbeitsplätze erhoffen sich viele Politiker besonders in IT-Unternehmen. Mit den herkömmlichen Formen 
industrieller Arbeit haben die entstehenden Jobs allerdings oft nicht mehr viel gemein. Aus Sicht der Arbeitnehmer
birgt diese Entwicklung sowohl Chancen als auch Gefahren.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Über die Arbeit in der Wissensgesellschaft<br />
<br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Neue Arbeitsplätze erhoffen sich viele Politiker besonders in IT-Unternehmen. Mit den herkömmlichen Formen<br />
industrieller Arbeit haben die entstehenden Jobs allerdings oft nicht mehr viel gemein. Aus Sicht der Arbeitnehmer<br />
birgt diese Entwicklung sowohl Chancen als auch Gefahren.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Zukunft, darin scheinen sich alle einig zu sein, liegt in der<br />
<a href="http://www.forum-arbeit.de/infoPool/Arbeit/IndustrieInfozeit.html">Wissensgesellschaft</a>. In der<br />
westlichen Welt lebe mehr als jeder zweite Erwerbstätige von Tätigkeiten, deren Rohstoff, deren Werkzeuge und<br />
deren Resultate überwiegend Informationen seien, meint etwa der Gewerkschafter Ulrich Klotz in den<br />
<a href="http://www.gmh.dgb.de/main/lesepro/leseprobe_Klotz-10-99.html">Gewerkschaftlichen Monatsheften</a>.<br />
Und dieser Trend werde zunehmen: &quot;Treffen aktuelle Prognosen zu, werden schon im nächsten Jahrzehnt sogar<br />
vier Fünftel aller menschlichen Arbeiten aus dem Umgang mit Information bestehen: beraten, informieren, forschen,<br />
entwickeln, organisieren, vernetzen, managen, recherchieren, gestalten und präsentieren &#8211; das alles sind typische<br />
Formen zukünftiger Arbeit. Kurz: Die Arbeit von immer mehr Menschen wird es sein, Daten in Wissen zu<br />
verwandeln.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dieser Arbeitswandel birgt für die Beschäftigten sowohl Chancen als auch Risiken. Gegenüber traditionellen<br />
Berufen erscheinen die Tätigkeiten in der Wissensgesellschaft anspruchsvoller und erheblich weniger monoton.<br />
&quot;Durch Automatisierung der Routinetätigkeiten erhöht sich der intellektuelle Gehalt der (verbleibenden) Arbeit, sie<br />
erfordert zunehmend die Fähigkeit, Informationen zu verstehen, auf sie zu reagieren, sie zu verwalten und<br />
Mehrwert mit ihnen zu schaffen. Immaterielle Komponenten und Werte (Informationen, Dienstleistungen,<br />
Beziehungen und Emotionen) sowie der Umgang mit Wissen haben einen immer größeren Anteil an der<br />
Wertschöpfung.&quot; schreibt Klotz.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die neuen Formen der Arbeit erlauben es den Beschäftigten, selbständiger und autonomer zu arbeiten. Damit<br />
einher geht eine größere Flexibilisierung der Unternehmensstrukturen. Denn maßgeblich ist nun vor allem, die<br />
firmeninterne Kommunikation zu optimieren. Netzartige Strukturen kleinerer Arbeitseinheiten, die einen<br />
besseren Fluß der Ressource Information gewährleisten sollen, ersetzen streng funktionelle<br />
Hierarchien. Es entsteht ein innerbetrieblicher Markt für Informationen und Ideen. Im Extremfall konkurrieren<br />
verschiedene Einheiten des Unternehmens miteinander um und in Projekten, die jeweils eine andere Kombination<br />
von Wissen, Fähigkeiten und Erfahrung erfordern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Autonomie bedeutet allerdings keinesfalls wirkliche Unabhängigkeit. Durch Produktions- oder Gewinnvorgaben übt<br />
die Unternehmensführung Kontrolle über eine breite Spanne von Gruppen aus. Innerhalb dieser Vorgaben kann jede<br />
Einheit über deren Verwirklichung frei entscheiden. Nach Ansicht des amerikanischen Soziologen<br />
<a href="http://www.forum-arbeit.de/infoPool/Arbeit/Flexi.html">Richard Sennett</a> ist dies jedoch nur eine<br />
vorgegaukelte Freiheit. Gewöhnlich stünden die Einheiten unter dem Druck, weit mehr zu leisten als in ihrer Macht<br />
stehe. Das neue kooperative Ethos der Teamarbeit setze an die Stelle der alten Herren jene &quot;Moderatoren&quot; und<br />
&quot;Process-Manager&quot;, die der ehrlichen Auseinandersetzung mit ihren Dienern aus dem Weg gehen: &quot;Das Fehlen<br />
von Autorität gibt den Oberen die Freiheit umzuschichten, anzupassen oder zu reorganisieren, ohne ihr Handeln<br />
zu rechtfertigen&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Gleichzeitig steigt auch der Druck von außen. <a href="http://www.forum-arbeit.de/history/AG1.html#Glissmann">Wilfried Glißmann</a>,<br />
Betriebsrat bei IBM Düsseldorf beschreibt die Situation folgendermaßen: &quot;Der Unternehmer (Top-Manager) tritt zur<br />
Seite, die Menschen in der Einheit werden unmittelbar mit ihrem Marktsegment konfrontiert. Es wird zu ihrer<br />
Aufgabe, um das Überleben der Einheit am Markt zu kämpfen. Sie müssen die unternehmerischen Probleme der<br />
Einheit lösen. Der wirkliche Unternehmer (Top-Manager) steuert nur noch indirekt (durch Setzung von<br />
Rahmenbedingungen).&quot; Die Beschäftigten fänden sich in einer Doppelrolle wieder: Sie seien &quot;unselbständige<br />
Selbständige&quot; im Unternehmen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Regelmäßiges Merkmal solcher Arbeitssysteme ist die chronische Überlastung kleiner Arbeitsgruppen durch viele<br />
unterschiedliche Aufgaben. Dies führt zu sozialen und psychischen Problemen bei vielen Arbeitnehmern. Soziale<br />
Probleme entstehen besonders aus den Projektstrukturen, die oft ein extrem hohes Maß an Arbeitseinsatz mit<br />
sich bringen. Die Folge: massenhaft Überstunden, die ein geregeltes Sozial- oder Familienleben erschweren oder<br />
ganz unmöglich machen. Psychische Probleme treten vor allem durch den enormen Druck auf, dem sich die<br />
Beschäftigten direkt ausgesetzt sehen. Scheitert ein Projekt auf dem Markt oder gegenüber der firmeninternen<br />
Konkurrenz, steht die Einheit als Verlierer da. Monatelange Arbeit wird unter Umständen bedeutungslos.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wilfried Gließmann skizziert, welche psychologischen Mechanismen in solchen Situationen zur Wirkung kommen<br />
können: Wenn es der Einheit wirtschaftlich schlecht gehe, stelle sich jeder in der Einheit &quot;wie von selbst&quot; die<br />
Frage, ob die Aufträge für alle ausreichen. Ob es für das Überleben der Einheit nicht besser wäre, wenn weniger<br />
&quot;an Bord&quot; wären. Die neue Dynamik (gemeinsamer Kampf am Markt) erweise sich als Mechanismus der<br />
Vereinzelung:&quot;peer-to-peer&quot;-pressure &#8211; das Herausdrängen der &quot;Schwachen&quot; durch die &quot;Starken&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ein weiteres Merkmal der flexiblen Arbeit ist fehlende langfristige Bindung. Arbeitsplatz- und Unternehmenswechsel<br />
werden zu einer Selbstverständlichkeit. In den USA, oft zitiertes Vorbild auf dem Weg in die Wissensgesellschaft,<br />
müssen sich Arbeitssuchende schon rechtfertigen, wenn sie zuvor mehrere Jahre bei einer Firma verweilten.<br />
Innerhalb eines Betriebes werden Einheiten regelmäßig neu zusammengesetzt. Umorganisierungen erfolgen oft<br />
bereits, bevor die Wirkungen der letzten Aktionen evaluiert sind. Die Folge ist eine wachsende Fragmentierung der<br />
Arbeitnehmer.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Insgesamt bietet sich also ein ambivalentes Bild. Der (Alp-)Traum des lebenslangen  Normalarbeitsverhältnisses,<br />
Kennzeichen der Industriegesellschaft, scheint ausgeträumt. Es bleibt abzuwarten, ob es in der<br />
Wissensgesellschaft ein böses Erwachen geben wird.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Don&#039;t cry, work?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/dont_cry_work-565/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/dont_cry_work-565/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[fniedlich]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Dec 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Flexibilisierung]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Branche]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitnehmer]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Diskussion mit drei jungen Arbeitnehmern in der IT-Branche
<br />
</span>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Artikel
<a href="http://www.politik-digital.de/netzpolitik/arbeitswandel/flexibel">&#34;Flexibel in die Neue Ökonomie&#34;</a>
beleuchtet die Arbeitsverhältnisse in der Wissensgesellschaft. politik-digital fragte drei junge Arbeitnehmer
aus der IT-Branche, ob die im Artikel dargelegte Sichtweise ihren persönlichen Erfahrungen entspricht.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Diskussion mit drei jungen Arbeitnehmern in der IT-Branche<br />
<br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Artikel<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/netzpolitik/arbeitswandel/flexibel">&quot;Flexibel in die Neue Ökonomie&quot;</a><br />
beleuchtet die Arbeitsverhältnisse in der Wissensgesellschaft. politik-digital fragte drei junge Arbeitnehmer<br />
aus der IT-Branche, ob die im Artikel dargelegte Sichtweise ihren persönlichen Erfahrungen entspricht.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
M.S. arbeitet als Screendesignerin in einer grossen Multi- media-Agentur, die sich hauptsächlich mit der Konzeption<br />
und Erstellung von (kommerziellen) Websites befasst. Ihre Tätigkeit umfasst das Design von Websites, sowie<br />
teilweise Konzeption und Technik.<br />
S.B. ist Media Consultant in einer Unternehmensberatung für digitale Kommunikation, deren Dienstleistungen<br />
neben der Beratung den Aufbau von E-Commerce-Plattformen, die Optimierung von inner- und<br />
zwischenbetrieblichen Geschäfts- prozessen, den Aufbau von Start-up-Unternehmen und die Planung und<br />
Abwicklung von internationalen Roll-Out-Vorhaben umfassen. S.B. ist zuständig für die Konzeption von Web-Sites<br />
(Dramaturgie, Informationsgestaltung) und für den Markenaufbau und die Markenführung.<br />
M.P. arbeitet bei einem großen internationalen Software- Hersteller, der primär Programme entwickelt, die die<br />
Arbeits- und Produktionsprozesse innerhalb und zwischen Unternehmen optimieren sollen. Seine Aufgabe besteht<br />
vor allem in der Anwendung der Firmenprodukte innerhalb des eigenen Betriebs.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900">politik-digital:</span></b> Inwiefern passt die im Artikel &quot;Flexibel in die Neue Ökonomie&quot;<br />
beschriebene Situation auf ihre persönlichen Erfahrungen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>M.S.:</b> Die Situation passt, von aussen betrachtet, auf jeden fall auf meine Situation. Auch aus meiner<br />
persönlichen Erfahrung kann man die Sachlage so sehen. Insgesamt finde ich diese allerdings zu wissenschaftlich,<br />
zu soziologisch betrachtet. Der Artikel sagt wenig über die tatsächlichen Auswirkungen für den einzelnen aus, das<br />
heißt darüber, was das eigentlich für die betroffenen bedeutet.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>M.P.:</b> Es trifft zu, dass das Arbeitspensum sehr hoch ist, wenn in einem Projekt gearbeitet wird. Arbeitet<br />
man dagegen in Entwicklungszyklen, kann es aber auch deutlich niedriger sein. In beiden Fällen sind die<br />
Arbeitszeiten sehr schwankend. Kleine Gruppen sind sehr förderlich für einen guten Info-Fluss und werden auch<br />
sehr gefördert. Die Verantwortung liegt auch in der Gruppe, aber in der letzten Instanz beim Chef. Dieser trägt auch<br />
alle Entscheidungen nach oben. Ich sehe die Verantwortung also nicht direkt bei der Gruppe. Das halte ich<br />
eindeutig für einen Management-Fehler.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>S.B.:</b> Trotz aller Widrigkeiten (lange Diskussionen, die zu Überstunden werden, immer wieder ins kalte<br />
Wasser springen, etc.) ziehe ich eine gewisse Selbstbestimmtheit beim Arbeiten den Organisationsformen<br />
der sogenannten &quot;alten Wirtschaft&quot; vor. Die selbstbestimmte Arbeit in den Unternehmen der &quot;neuen<br />
Wirtschaft&quot; hat sicher Vor- und Nachteile. Letztendlich wollen wir doch alle in einem Umfeld arbeiten, wo sich<br />
Autorität nicht aus Hierarchien sondern aus Kompetenz ergibt, wo festgefügte Arbeitsstrukturen durch<br />
Eigenverantwortlichkeit ersetzt werden. Wir wollen alle Raum für eigene Gestaltungsvorschläge, wollen nicht ein<br />
kleines Rädchen sein, dass nur mit der notwendigen Information versorgt wird, sondern den Überblick über das<br />
gesamte Firmengeschehen haben und sich auch für diese verantwortlich fühlen. Dazu braucht man natürlich auch<br />
Mitarbeiter, die bereit sind, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. Und Teamarbeit ist erst<br />
einmal eine Frage von gegenseitigem Respekt. Dazu gehört auch, dass ein Projektmanager die Bedürfnisse und<br />
Belastung seines Teams und nicht nur die Dollarzeichen im Auge behält. Dazu gehört der Geschäftsführer, den<br />
nicht nur die Börse, sondern auch die Stimmung seiner Mannschaft interessiert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff9900">politik-digital:</span></b> Überwiegen positive oder negative Aspekte in ihren jeweiligen<br />
Jobs?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>S.B.:</b> Schwer zu sagen. Ich fühle mich sehr wohl, da ich meine, sehr viel zu lernen. Sicher arbeite ich vor<br />
allem in den Endphasen der Projekte meist sehr viel. Ich habe aber auch das Gefühl, dass es meine eigenen<br />
Projekte sind und das kann sehr befriedigend sein.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>M.S.:</b> Im Prinzip stimme ich dem zu. Trotz der angesprochenen Probleme oder Schwierigkeiten<br />
überwiegen die Vorteile, beispielsweise freie Zeiteinteilung bei Projekten, Abwechslung, bereichsübergreifendes,<br />
kreatives Arbeiten, relativ lockerer Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten. Jedes Projekt stellt eine neue<br />
Herausforderung dar. Man ist als Screendesigner auch an der Konzeption und an der Produktion (Technik) beteiligt<br />
und eingebunden. Dadurch hat man unter anderem die Chance, innovative Projekt- Umsetzungen zu entwickeln.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>M.P.:</b> Auch für mich überwiegen die positiven Aspekte, aber ich denke das ist recht individuell. Wenn man<br />
einen &quot;9 to 5 Job&quot; möchte, ist man dort an der falschen Stelle. Will man einen abwechslungsreicehn Job mit jungen<br />
Kollegen und hoher Flexibilität, sieht die Sache anders aus: viel Arbeit, viel Spass, viel Freiheit, viel Verantwortung &#8211;<br />
mit den ganzen Nachteilen die dadurch entstehen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff9900">politik-digital:</span></b> Unabhängig von Ihrer eigenen Person, finden Sie, dass der<br />
Artikel die Zustände in ihrer Firma allgemein widerspiegelt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>M.S.:</b>Ich sehe meine und die Situation im allgemeinen klar und tiefgreifend wiedergegeben. Trotzdem<br />
empfinde ich die Herangehensweise als zu wissenschaftlich und wenig spezifisch. Beispiele wären<br />
vielleicht sinnvoll. Man kann sich nicht so recht vorstellen, was das auf die Praxis bezogen genau bedeutet.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>M.P.:</b> Ich stimme der Darstellung des Artikels nur zum Teil zu. Kleine Gruppen sind keine Erfindungen der<br />
IT-Branche, es gab sie schon viel früher in der klassischen Industrie. Meine Firma ist keine Firma, die im<br />
klassischen Sinne Infos bearbeitet, wie etwa Call Center dies tun. Aber sie gehört wohl zu der Branche. Dass die<br />
innerbetrieblichen Einheiten ständig neu zusammengesetzt werden, trifft voll zu. Alle werden nach Belieben<br />
umstrukturiert ohne Rücksicht auf Verluste. Das liegt natürlich auch an der schnellebigen Welt der IT.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>S.B.:</b> Uns fehlt es vor allem an erfahrenen Projektmanagern, die Projekte so gut planen, dass jeder in<br />
Ruhe arbeiten kann (ohne Feiertage und Wochenenden in der Firma zu verbringen). Dazu kommt das über allem<br />
schwebende Damoklesschwert &quot;speed to market&quot;. Alle wollen, das ein Projekt möglichst gestern fertig wird.<br />
Schließlich hat man es den Investoren versprochen. Dazu braucht man eine Geschäftsführung (oder<br />
Projektmanager) die genügend Rückgrat haben, die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter auch bei den Kunden nicht zu<br />
vergessen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff9900">politik-digital:</span></b> Sind die Arbeitnehmer in ihren Firmen (gewerkschaftlich)<br />
organisiert?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>M.S.:</b> Bei uns gibt es keine Gewerkschaften. Die Arbeitnehmer sind dazu angehalten, mit jedem noch<br />
so schwerwiegenden Problem auf die entsprechende Instanz direkt zuzugehen. Das ist in der Regel durch den<br />
lockeren Umgang auch gut möglich, birgt aber auch Probleme. Man muss genug Mut aufbringen und ist auf sich<br />
allein gestellt. Der Arbeitgeber oder die Vorgesetzten bemühen sich aber, durch regelmässige Meetings mit den<br />
Arbeitnehmern, in Gruppen oder einzeln, deren Zufriedenheit mit ihrem Job herauszufinden und gegebenenfalls<br />
Probleme zu lösen. Das funktioniert meistens gut. Darüber hinaus gibt es viele Freizeitorganisationen (Chor,<br />
Fussballverein, Squash, etc.). Insgesamt kann man sagen, dass man stark auf die eigene Initiative angewiesen ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>M.P.:</b> Auch in meiner Firma sind die Mitarbeiter nicht gewerkschaftlich organisiert. Ich glaube, dass<br />
erhebliche Unterschiede zwischen Betrieben bestehen, in denen die Arbeitnehmer gewerkschaftlich organisiert<br />
sind, und denen ohne solche Strukturen. In den letzteren dürfte es der Betriebsleitung wesentlich leichter fallen,<br />
Umstrukturierungen vorzunehmen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>S.B.:</b> Gewerkschaften sollten sich überlegen, was sie den Arbeitern der neuen Wirtschaft noch an<br />
Mehrwert anbieten können. Im Moment erleben wir in diesem Bereich einen umgekehrten Arbeitsmarkt. Alle<br />
Firmen suchen Hände ringend Leute. Die Fluktuation ist hoch. Eine Firma, die Ihre Mitarbeiter schlecht behandelt<br />
oder nicht genügend Entfaltungsmöglichkeiten bietet, sieht sich bald einem Massenexodus gegenüber.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff9900">politik-digital:</span></b> Wie sehen sich die Arbeitnehmer selbst in ihren Firmen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>S.B.:</b> Natürlich nörgeln alle. Ich glaube, dass im Moment viele verwöhnt sind, da sie tagtäglich spüren, wie<br />
viele Angebote es da draussen am Markt für sie gibt. Viele sehen gar nicht mehr, wie gut es uns heutzutage geht.<br />
Wenn da eine Firma ihren Mitarbeitern noch nicht einmal regelmäßige Massage anbietet und rauschende Parties<br />
feiert, ist das natürlich ein Grund sich woanders umzuschauen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>M.S.:</b> Ich denke, viele nehmen die angesprochenen Probleme in Kauf, weil ihnen ihre Arbeit<br />
Spass macht und meist ihren Vorstellungen von einem Job entspricht, der mehr als nur Arbeit für sie bedeutet.<br />
Darüber hinaus spielt sicherlich die Chance auf kreative und abwechslungsreiche Projekte, sowie die guten Berufs-<br />
und Karriereaussichten eine Rolle. Gerade in der Internetbranche bergen (fast) alle Tätigkeiten zusätzlich die<br />
Chance, innovative Lösungen zu finden, zu erlernen und anzuwenden. Die überwiegende Zahl der Arbeitnehmer ist<br />
stolz auf ihren Job, bildet sich was drauf ein und will den Zustand, trotz vieler Klagen darüber, im Grunde nicht<br />
anders haben. Sicherlich haben viele Arbeitnehmer aber auch große, psychische Probleme mit dieser Art Job. Man<br />
hat sehr wenig Zeit und Muße fürs Privatleben, arbeitet fast permanent unter Stress und Erfolgsdruck und verdient<br />
nicht besonders gut, vor allem, weil keine der vielen Überstunden bezahlt wird. Kommen leute extra für den Job in<br />
eine neue Stadt, ist es ihnen nur sehr schwer möglich, Leute über die Firma hinaus kennenzulernen. Sie werden<br />
dadurch auch noch stärker an die Firma gebunden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>M.P.:</b> Ich kann mich diesen Beschreibungen nur anschließen. Die meisten freuen sich der Freiheit und des<br />
guten Arbeitsklimas, welches unter anderem auch wegen der nicht vorhandenen Gewerkschaft möglich ist. Zwar<br />
klagen alle über die viele Arbeit, sie sind aber trotzdem sehr zufrieden und wollen am besten nichts ändern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff9900">politik-digital:</span></b> Vielen Dank für das Gespräch.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Die Diskussion leitete Florian Niedlich</span></p>
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