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	<title>Frank Schirrmacher &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Frank Schirrmacher &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Rezension: Die Rückeroberung des Internets</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jul 2014 09:54:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[„Warum sollten wir Google als Nachrichtenquelle mehr vertrauen als der Stadtbibliothek? Immerhin ist Google nichts weiter als ein Werbekonzern“. Die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Finalbild-Format-1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-141069" alt="Finalbild Format 1" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Finalbild-Format-1-630x275.jpg" width="630" height="275" /></a></strong><br />
„Warum sollten wir Google als Nachrichtenquelle mehr vertrauen als der Stadtbibliothek? Immerhin ist Google nichts weiter als ein Werbekonzern“. Die US-amerikanische Netzkritikerin Astra Taylor stellt in ihrem Buch „<i>The People’s Platform“</i> die Welt des freien Internets auf den Kopf. Sie behauptet: Das gibt es gar nicht mehr. Und fordert ein demokratisches Gegengewicht.<b> </b><br />
Das Internet ist eine Verheißung. Glauben wir. Es soll die Menschen, die es nutzen, unabhängiger, demokratischer und freier machen. Es soll Teilhabe in allen Lebensbereichen ermöglichen, Partizipationshürden abbauen, die Effizienz erhöhen und Transparenz schaffen. Jede Stimme kann gehört werden. Kaum ein Versprechen, das der digitalen Welt in den vergangenen 20 Jahren nicht zugeschrieben wurde.<br />
Nicht erst in den letzten Jahren sind viele dieser Heilsvermutungen korrigiert oder eingeschränkt worden. Die <a href="http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xbcr/SID-6E6C46E0-D218AFF1/bst/xcms_bst_dms_37989_37990_2.pdf">Politikwissenschaft</a> lehrt uns: Im Internet engagieren sich nicht vollkommen andere Menschen als in der analogen Welt, und auch nicht mehr als vorher. Der klassische Aktivist ist jung, gut gebildet und männlich – im Internet ebenso wie in der realen Welt.<br />
Stichworte wie „digitale Demenz“ schüren den Blick für die Risiken einer digitalisierten Gesellschaft. Der kürzlich verstorbene Frank Schirrmacher war zumindest für Deutschland der vermutlich prominenteste Vertreter einer feuilletonistischen Debatte, die er selbst einmal unter der These auf den Punkt brachte: „<a href="http://www.bild.de/politik/2009/frank-schirrmacher/internet-vermanscht-gehirn-das-interview-10520954.bild.html">Das Internet vermanscht unser Gehirn</a>.“</p>
<h3>Das Internet frisst seine Kinder</h3>
<p>Neu ist jedoch, dass sich in der Netzdebatte vermehrt kritische Stimmen melden, die bisher nicht unbedingt im Verdacht standen, nostalgische Technikfeinde zu sein. Die kanadisch-amerikanische Dokumentarfilmerin und Occupy-Unterstützerin Astra Taylor ist eine davon. Sie gehört zur viel beschworenen Gruppe der Digital Natives und kann deswegen so exemplarisch schreiben für eine Generation, die das Gefühl hat, ihr einstiges Zuhause beginne sie aufzufressen. Und ihre Argumentation vermeidet geschickt allzu bipolare Zuordnungen à la Schirrmacher. Für sie ist das Internet nicht der drohende Untergang des Abendlandes. Ihre Botschaft ist subtiler: Eine Technologie allein bewirkt noch keinen gesellschaftlichen Wandel in die eine oder andere Richtung. Entscheidend seien die zugrunde liegenden wirtschaftlichen und politischen Kräfte. Das Internet ist also, was man draus macht.<br />
In einem <a href="http://www.eurozine.com/articles/2014-05-30-ataylor-en.html">Interview</a> zu ihrem im Frühjahr dieses Jahres bislang nur auf Englisch erschienenen Buch „The People’s Platform – Taking Back Power and Culture in the Digital Age“ äußerte Taylor ihre Vermutung, die Netzdebatte sei deswegen öffentlich nur wenig wahrnehmbar, weil sie hauptsächlich von Männern im fortgeschrittenen Lebensalter geführt werde. Nicht nur aus diesem Grund sollen ihre Positionen hier ausführlicher vorgestellt werden.</p>
<h3>Das Internet als Zwei-Klassen-Gesellschaft</h3>
<p><figure id="attachment_141087" aria-describedby="caption-attachment-141087" style="width: 295px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Taylor-Quadrat.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-141087  " alt="Astra Taylor - Regisseurin, Occupy-Aktivistin und Autorin." src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Taylor-Quadrat-630x630.jpg" width="295" height="293" /></a><figcaption id="caption-attachment-141087" class="wp-caption-text">Astra Taylor &#8211; Regisseurin, Occupy-Aktivistin und Autorin.</figcaption></figure><br />
Astra Taylor zufolge waren an der Schaffung des World Wide Web verschiedenste Akteure beteiligt: akademische, staatliche und auch privatwirtschaftliche. Dabei finanzierte die öffentliche Hand zwar die Entwicklung der Technologie, den Profit machen heute aber andere.<br />
Die Kräfte, die im Internet wirken, sind in erster Linie ökonomischer Natur. Das Internet liegt laut Taylor zu einem Großteil in der Hand von Monopolisten, und vornehmlich ihre Interessen treiben die Debatten, die um es geführt werden. Oder warum diskutieren wir über Datenschutz und Privatsphäre, fragt Taylor. Weil beide zu verletzen sich für einige in barer Münze auszahlen kann. Das Internet ist das weltweit erste Medium, das jedem verspricht, mitreden zu dürfen. Aber es wird längst nicht jeder gehört. Die Realität wird nicht mit OpenOffice programmiert und von der Schwarmintelligenz korrigiert. Sie liegt in den Algorithmen der großen Kinder auf dem Spielplatz, und ihre Namen sind Google, Facebook, Amazon, Apple und wenige mehr.<br />
Die „Global Players“ prägen auch die Sprache, mit der wir über das Internet sprechen können: Die Worte Transparenz, Offenheit und Partizipation kommen uns im Kontext des Internets wie selbstverständlich vor. Dabei wird kaum noch bedacht, dass keiner der Begriffe per se demokratischen Fortschritt bedeutet. Die Fragen müssten lauten: Transparenz wovon? Offenheit wofür? Partizipation bei was? Taylor führt uns einen gewaltigen Irrtum vor Augen. Sie analysiert, dass bestimmte Internetkonzerne über mehr Macht verfügen können als Staaten.<br />
„<a href="http://politik-digital.de/auch-peter-tauber-traegts-mit-fassung/">Google ist weniger Befehlsnehmer als Partner der Politik</a>“, so bestätigte CDU-Generalsekretär Tauber diese These erst kürzlich. Der entscheidende Unterschied zwischen demokratischen Staaten und Konzernen sei jedoch, so Taylor, dass erstere ihren Bürgern Rechenschaft schuldig sind und letztere ihren Shareholdern.</p>
<h3>91 Prozent Marktanteil für Google</h3>
<p>Für die Dominanz von einigen Wenigen im Netz führt Taylor eindrückliche Beispiele aus den USA an. Doch auch für Deutschland lässt sich diese These stützen: Facebook liegt den Nutzerzahlen zufolge klar auf dem <a href="http://de.statista.com/statistik/daten/studie/170467/umfrage/besucherzahlen-sozialer-netzwerke-in-deutschland/">ersten Platz</a> der sozialen Netzwerke in Deutschland. Hinzu kommt aber: Facebook hat auch mehr als sechsmal so viele Besucher wie der Zweitplatzierte Xing. Googles <a href="http://de.statista.com/statistik/daten/studie/222849/umfrage/marktanteile-der-suchmaschinen-weltweit/">Marktanteil</a> bei den Suchmaschinen liegt in Deutschland bei über 91 Prozent. Die vier Konzerne Apple, Google, Amazon und Facebook sind gemeinsam fast so viel wert wie alle im DAX gelisteten Unternehmen.<br />
In der übersichtlich gestalteten Facebook- oder Google-Welt finden die Nutzer sich zurecht, die Online-Rundumpakete sind wie übersichtlich und hübsch angelegte Gärten inmitten des chaotischen, heterogenen „Waldes“ Internet. Ihre Inhalte vermitteln Vollständigkeit, und in der Folge stellen sich immer weniger Nutzer die Frage, wonach sich Relevanz oder Verfügbarkeit hier eigentlich bemessen. Und dabei entscheiden diese Parameter über Wohl und Wehe aller alternativen Webangebote. Was nicht geliked wird und als Suchergebnis schlicht nicht auftaucht, das existiert in der Logik dieses Internets auch nicht.<br />
Und dabei scheint eine Mehrheit der Nutzer zunehmend zu verdrängen, dass keines dieser Internetangebote kostenlos ist: Dienst gegen Daten, so lautet der Deal. Google führt Nutzerdaten aus allen seinen Angeboten zusammen, ohne darüber zu informieren. Derselbe Konzern <a href="http://www.itespresso.de/2014/04/16/offiziell-google-liest-e-mails-seiner-nutzer/">liest</a> den Inhalt seiner Mailingdienste aus. Im Jahr 2010 wurde genau das von Google noch <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-google-gefahr-zuboff-antwortet-doepfner-12916606.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2">dementiert</a>.</p>
<h3>Die neue Ordnung</h3>
<p>Astra Taylor beschreibt im Kern also Dynamiken, die aus der Marktwirtschaft gut bekannt sind: Das Fehlen jeder Regulierung führt zu Monopolisierung, behindert den Wettbewerb und verlangt von anderen Marktakteuren, sich den Spielregeln der Stärkeren unterzuordnen. Wenige Gewinner und viele Verlierer, die Reichen werden reicher – wirtschaftliche Binsenweisheiten.<br />
Ein zentraler Satz aus Taylors Buch besagt ironisch, dass die vermeintliche neue Ordnung, die das Internet vorgibt herzustellen, doch eigentlich verdächtig wie die alte aussieht.<br />
Das Internet ist kein luftleerer Raum, kein Sonderfall, der sich den Spielregeln des weltweiten Wirtschaftssystems einzig auf Grund seiner technischen Beschaffenheit entziehen würde. Es ist die Übersetzung existierender Ungleichheiten auf eine andere Ebene: Diejenigen, die sich offline durchsetzen, tun das auch online.<br />
<figure id="attachment_141070" aria-describedby="caption-attachment-141070" style="width: 294px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/5181380902_a575f313c0_z.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-141070  " alt="Fireworks in Oakley, July 3, 2010" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/5181380902_a575f313c0_z-630x418.jpg" width="294" height="209" /></a><figcaption id="caption-attachment-141070" class="wp-caption-text">Google-Chef Eric Schmidt</figcaption></figure><br />
Mit ihren Thesen ist Astra Taylor im US-amerikanischen Diskurs nicht alleine. Aus der Wissenschaft mehren sich Stimmen, die davor warnen, im Kontext des Internets die dahinter liegenden Gewinninteressen von Menschen zu vergessen. Die Harvard-Professorin Shoshana Zuboff bringt dies in einem Gastbeitrag für die FAZ treffend auf den Punkt: „<a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/the-digital-debate/digital-economy-the-human-factor-13050472-p4.html">Technology isn’t destroying jobs, people are</a>“. In einem weiteren <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-google-gefahr-zuboff-antwortet-doepfner-12916606.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2">Artikel</a> beklagt sie zudem, dass Unternehmen wie Google an einem <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/eric-schmidt-ueber-das-gute-an-google-die-chancen-des-wachstums-12887813.html">Narrativ</a> stricken, das die Grenzen aufweicht zwischen dem, was gut ist für Google und dem, was gut ist für das Internet. Zwischen beidem sei aber klar zu unterscheiden.</p>
<h3>Die großen Jungs haben’s nicht nötig</h3>
<p>Die Ungleichheit im Netz könnte sich durch eine in den USA aktuell anstehende <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/netzneutralitaet-in-den-usa-fcc-zum-zwei-klassen-internet-a-969678.html">Entscheidung</a> zur Netzneutralität noch verschärfen: Dort wird darüber debattiert, ob Internetprovider bestimmte Seiten und Dienste schneller anbieten dürfen als andere – gegen das gewisse Kleingeld, versteht sich.<br />
Es mutet dabei fasst schon ironisch an, dass ausgerechnet Google, Facebook, Twitter, Amazon und die anderen bekannten Namen der Branche geschlossen gegen diese Initiative der amerikanischen Federal Communications Commission unter dem Namen <a href="http://internetassociation.org/">Internet Association</a> vorgehen. Niemand bezweifelt, dass der Großteil von ihnen finanziell in der Lage wäre, die eigenen Angebote im Netz priorisieren zu lassen. Ihr Engagement ergibt trotzdem Sinn. Bedenkt man die Argumente Taylors, muss man zugeben: Das haben die großen Jungs gar nicht nötig. Weder Twitter noch Facebook müssen im Internet für zusätzliche Popularität noch bezahlen. Konkurrenz, und sei sie nur von denen, die es sich leisten können, nervt da bloß.<br />
Astra Taylor fordert es nicht explizit. Doch ist ihr Buch als ein Plädoyer für ein hoheitlich organisiertes Internet zu verstehen. Der Mainstream in der Internetkultur hat einen gewissen Ekel vor dem Staat etabliert und ist mit Vergleichen zu chinesischer Zensur schneller bei der Hand als mit Hinweisen auf Facebooks Manipulation von Webinhalten. Genau dieses Wirtschaftsmodell aber, in dem es einem Sakrileg gleichkommt, für irgendetwas Regeln und Aufsicht zu fordern, ist spätestens seit der Finanzkrise (zumindest in der analogen Welt) krachend gescheitert.</p>
<p align="left">Karl Schillers berühmter Ausspruch lautet „So viel Markt wie möglich, so viel Staat wie nötig“. Astra Taylors Buch zufolge könnte die Lehre für das Internet ganz ähnlich lauten: Nur der Staat macht die Menschen unfrei. Nur der Markt aber auch.</p>
<div><strong>Ausführliches <a href="http://us.macmillan.com/BookCustomPage_New.aspx?isbn=9780805093568">Exzerpt </a>aus &#8220;The People&#8217;s Platform&#8221; (Englisch)</strong></div>
<div></div>
<div></div>
<div>Fotos: opensourceway (teaser) und Rosa-Luxemburg-Stiftung New York Office (Image)</div>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="378" height="66" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Ihr könnt euch kein Bildnis machen &#8211; Digitale Presseschau KW44</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Nov 2013 16:57:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Überwachungsskandal hat mithilfe von Angela Merkels Telefon wieder an medialer Präsenz gewonnen. Frank Schirrmacher ist schockiert und befürchtet, wie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Überwachungsskandal hat mithilfe von Angela Merkels Telefon wieder an medialer Präsenz gewonnen. Frank Schirrmacher ist schockiert und befürchtet, wie auch Ralf Wienken, das Aufkommen einer wesentlich gesteuerten Gesellschaft, die noch nicht einmal weiß, wie sie gesteuert wird. Derweil sehen Andere neue Sphären von Privatheit im soziotechnischen Raum des Netzes entstehen und Prof. Caja Thimm bewertet die Rolle der Social Media im zurückliegenden Wahlkampf. Schließlich veröffentlichen deutsche Katholiken ein Papier zu Netzpolitik und Tobias Kieber lässt Codes und Algorithmen eine nahezu christliche Botschaft sprechen: Ihr könnt euch kein Bildnis von uns machen.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p>http://www.youtube.com/watch?v=ByXF0mCY5TM&#038;feature=youtu.be<br />
Rüttens Bullshit des Tages: Angela Merkel und die NSA. Am 09.02.2012 führte der Geschäftsführer von politik-digital.de, Steffen Wenzel, <a href="http://politik-digital.de/politik-digital-de-im-gespraech-mit-der-bundeskanzlerin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ein Interview mit Kanzlerin Angela Merkel</a>. Wir freuen uns, dass tele5 das Interview als Grundlage für eine Sendung ihres Satireformats &#8220;Rüttens Bullshit des Tages&#8221; verwendet hat. Nun stehen Steffen Wenzel noch ganz andere Karrieren offen.<b><br />
</b><br />
&nbsp;</p>
<h3><a href="http://netzwertig.com/2013/10/28/big-data-und-ueberwachung-niemand-hoert-uns-zu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Von Überwachung zu Steuerung</a></h3>
<p>Ralf Wienken fürchtet zwei Dinge: Erstens, dass der Staat sich trotz aller Überwachungmaßnahmen im Big Data-Format gar nicht wirklich für uns interessiert. Zweitens, dass Daten und Desinteresse zur Grundlage politischer Steuerung werden. In einem Beitrag auf netzwertig.com vertritt Wienken die These, dass Metadaten, „also Daten über Daten“, die relevanten Informationen für Geheimdienste und Unternehmen seien. Es sei nicht interessant, was wir sagen, sondern wo, wann und wie wir es sagen. Mit diesen Metadaten könne nicht nur überwacht, sondern könnten durchaus auch allgemeine politische Entscheidungen fundiert werden. Für den Autor wäre das der wahre „Horror“.</p>
<h3><a href="http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/mediathek/magazin/magazin21/kappes/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mit Maschinen zu neuen Privatheiten</a></h3>
<p>In einem ausführlichen Beitrag im Magazin der Kulturstiftung des Bundes diskutiert Christoph Kappes die Möglichkeiten neuer Sphären von Privatheit in Zeiten digitaler Überwachung und Öffentlichkeit. Er vertritt die These, dass Privatheit nie durch einen selber kontrollierbar, sondern durch andere Menschen und Algorithmen bestimmt sei. Aufgrund der dauerhaften Beobachtung durch Maschinen passe sich Verhalten an und Vertrauen werde zerstört. Dem müsse durch neue Formen soziotechnischer Normen und Systeme entgegengewirkt werden, um Privatheit stabilisieren zu können. Denn „Privatheit ist ein soziales Konstrukt, und als solche nimmt sie auch im digitalen Raum neue Formen an“.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/amerika-ueberwacht-die-welt-europas-sputnik-schock-12643159.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Für den europäischen Aufbruch!</a></h3>
<p>Frank Schirrmacher ist schockiert. Für ihn ist klar, „die Ausspähung der Bundeskanzlerin in Zeiten der Euro-Krise ist näher an einem Insider-Geschäft als an einer Terror-Vermeidungsstrategie“. Auf faz.net sieht der Herausgeber der FAZ die Grenzen zwischen staatlicher Anti-Terror Überwachung und Markt- bzw. Konsumenten-Ausspähung von Unternehmen verschwimmen. Beide griffen „verheerend“ in unser Leben ein. Ebenso wie Ralf Wienken sieht Schirrmacher eine stark gesteuerte Gesellschaft vor sich, welche die Regeln der eigenen Steuerung nicht mehr kennt. Appellierend an die „brachliegende digitale Intelligenz“ fordert er einen europäischen Aufbruch Richtung Open Source, integre Netzwerke und Schengen-Cloud. Netzpolitik sei nicht mehr „twitternden Politikern als Spielwiese zu überlassen“.</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/parallelwelt-big-data-du-kannst-dir-kein-bildnis-machen-1.1804584" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ihr könnt euch kein Bildnis machen</a></h3>
<p>Durch die Feder von Tobias Kniebe wird Filmkritik zu einer kurzen, aber grundlegenden Analyse eines der großen Probleme der digitalen Gesellschaft. Auf sueddeutsche.de fällt Kniebe die Unfähigkeit der Filme Inside Wikileaks und The Social Network auf, die Essenz von WikiLeaks und Facebook zu visualisieren: Codes und Algorithmen. Dabei werde „wahre Geschichte“ längst von diesen geschrieben. Für die Welt der Codes gäbe es allerdings keine Bilder und Überwachungsskandale und digitale Vernetzungen blieben abstrakt. „So abstrakt wie das Gefühl, dass man eigentlich Widerstand leisten müsste“.</p>
<h3><a href="http://www.medienpolitik.net/2013/10/social-mediafacebook-ist-eine-riesige-klatschborse/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Social Media im Wahlkampf und als umzäunte Gärten</a></h3>
<p>Die Analyse der Rolle der Social Media im Wahlkampf zur Bundestagwahl 2013 bleibt aktuell: Im Interview mit medienpolitik.net bietet die Professorin für Medienwissenschaft in Bonn, Caja Thimm, ihre Einschätzung. Dabei spricht sie über Unterschiede zur USA, die unterschiedlichen Funktionen von Social Media für Mobilisierung und Meinungsbildung und die Verknüpfung von analogem mit digitalem Wahlkampf. Zuletzt warnt sie vor der homogenisierenden Wirkung von Social Media und speziell Facebook, das die Strategie eines „Fenced Garden“ betreibe, wo „Cyber-Tribes“ bereits entstanden seien.</p>
<h3><a href="http://www.carta.info/65984/netzpolitik-auf-katholisch-hintergrunde-zum-zdk-papier/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Was machen denn die Katholiken im Netz?</a></h3>
<p>Das netzpolitische Grundsatzpapier des Zentralkomitees der deutschen Katholiken rief Verwunderung hervor. Während eine wenigstens zum großen Teil christliche Regierung das Thema gekonnt flach hält, erarbeitet der ZdK eine eigene Grundposition zu Netzpolitik. Felix Neumann, Mitverfasser des Papiers, erläutert auf Carta dessen Entstehung. So ließ eine im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung stark unterdurchschnittliche Netz-Affinität der katholischen Basis das ZdK den Blickwinkel der Beteiligungsgerechtigkeit annehmen. Mit dem Ergebnis hofft der Autor, konservative Netzpolitik „in eine bessere Richtung zu bewegen“ und insgesamt den Blick auf das Thema zu weiten.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-10/hintergrund-nsa-skandal/seite-1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Übersicht zum NSA-Skandal</a></h3>
<p>Auf zeit.de hat Patrick Beuth eine etwas trockene aber informative Übersicht zum NSA-Skandal veröffentlicht. Unter den Kategorien „Geschichte“, „Überwacher“, „Überwachte“, „Ziele“ und „Reaktionen“ fasst Beuth den Skandal stichpunktartig zusammen.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Die totale Unausweichlichkeit der digitalen Zukunft“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/die-totale-unausweichlichkeit-der-digitalen-zukunft-5339/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Wilde]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Jul 2011 14:58:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Görlach]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[The European]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
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		<category><![CDATA[Frank Schirrmacher]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/Boehning_Goerlach.jpg" align="left" height="185" width="130" />Gestern Abend stellten der SPD-Netzpolitiker Björn Böhning  und Alexander Görlach, Herausgeber und Chefredakteur des Online-Meinungsmagazins „The European“ ihr gemeinsames Buch „Freiheit oder Anarchie? Wie das Internet unser Leben verändert“ vor. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Frank Schirrmacher. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Boehning_Goerlach.jpg" align="left" height="185" width="130" />Gestern Abend stellten der SPD-Netzpolitiker Björn Böhning  und Alexander Görlach, Herausgeber und Chefredakteur des Online-Meinungsmagazins „The European“ ihr gemeinsames Buch „Freiheit oder Anarchie? Wie das Internet unser Leben verändert“ vor. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Frank Schirrmacher. </p>
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</p>
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Im Berliner „BaseCamp“ Unter den Linden fanden sich gestern Abend etwa 80 Personen ein, um womöglich eine Antwort auf die Frage zu erhalten, inwiefern das Internet tatsächlich soziale Beziehungen, das Leben jedes Einzelnen, den Journalismus, die Kommunikation und Interaktion der Menschen verändert. Aber nicht nur diese Fragen wurden in der Runde diskutiert. Die Autoren und Moderator Schirrmacher waren ebenso daran interessiert, herauszufinden, wie politische Themen und Werte der „alten Welt“ &#8211; Demokratie, Arbeit, Konservativismus, Religion und Urheberrecht &#8211; sich in der digitalen Gesellschaft verändert haben.
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Die Autoren des Buches sind alte Bekannte, könnten jedoch in gewisser Hinsicht unterschiedlicher nicht sein. Görlach ist, wie Böhning es im Buch beschreibt, ein „notorischer Konservativer, ehemaliger Mitarbeiter der CDU-Bundestagsfraktion und des ‚Cicero‘ und provokanter Debattenschreiber bei The European“. Böhning wird von Görlach als „ein Sozialdemokrat des linken Spektrums, der ehemalige Juso-Chef, Ströbele-Herausforderer im Berliner Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg“ beschrieben. Doch auch wenn die Koautoren „häufig aneinander geraten, wenn es um politische Fragen geht“, bewegen sie sich beide wie selbstverständlich in der Netzwelt. Sie „glauben an die riesigen Chancen des Webs für die Wirtschaft, die Gesellschaft, die Kultur sowie die Politik der Zukunft“. Beide Autoren sind sich einig, dass das Internet ein fester Bestandteil der modernen Gesellschaft ist und weit größere Auswirkungen als andere Medien auf uns hat.  Das Internet sei, so Böhning, „Lebenswirklichkeit“ geworden. Die damit verbundene immer schneller werdende Nachrichtengewinnung habe dazu geführt, dass „die Tageszeitung als Spezialform des bedruckten Papiers am Ende ist“, wie Görlach es ausdrückt. Die Online-Nachrichten hätten den Tageszeitungen den Rang abgelaufen.<br />
Doch nicht nur auf die Nachrichten hat das Internet erheblichen Einfluss.
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Schirrmacher stieß gestern Abend eine Diskussion über die Veränderungen in der Arbeitswelt an. Er sagte, dass man heute durch das Internet rund um die Uhr für den Arbeitgeber oder Arbeitnehmer erreichbar sein könne und müsse. Darüber, ob dies ein Vorteil oder ein Nachteil ist, waren sich Görlach und der FAZ-Herausgeber uneinig. Schirrmacher sprach von „Freiheitsraub“ und „moderner Ausbeutung“ der Mitarbeiter. Mit einem Augenzwinkern spielte er auf die Mitarbeiter von The European an, die keinen Feierabend zu haben scheinen. Görlach sieht diese Entwicklung als „Modernisierungsschub“. Dieser könne enorme Vorteile für Unternehmen bringen, die durch die neu gewonnene Mobilität effizienter arbeiten könnten. Das Thema wurde besonders hitzig diskutiert. Schirrmacher fragte, wo der „Mehrwert“ dieser Effizienz bleibe, wenn es durch die vernetzte Arbeitswelt immer weniger Arbeit für immer weniger Gehalt gebe. Die Nachteile, die vor allem Journalisten zu spüren bekommen, bestritt keiner der Anwesenden.
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Ein weiteres Thema waren die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Politik. Frank Schirrmacher fragte Björn Böhning, ob die SPD den „Pulsschlag des Netzes“ höre. Laut Böhning ist das Netz für den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel eine „große Verheißung“. Allerdings ist er der Ansicht, dass das Netz noch „gestaltet werden muss“, es müsse mehr in die Partizipation im Netz investiert werden, „die Tools müssen genutzt werden“. Böhning sieht im Netz die Möglichkeit, dass Parteien wieder mehr Menschen erreichen können, die den traditionellen Vorstellungen von Parteien bereits abgeschworen hätten. Die klassischen Wege der Mitgliederbeteiligung funktionieren laut Böhning nicht mehr, dies sei die Chance für das Netz, das künftig effektiver für den demokratischen Dialog genutzt werden könne.
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Doch nicht nur die Arbeitswelt und die Politik waren gestern Thema. Die drei Diskutanten waren sich uneinig darüber, ob die Gefahr besteht, dass der Zugang zu Informationen und Wissen in Zukunft durch Großkonzerne wie Google monopolisiert würde. Genau das befürchtet Böhning , der Angst davor hat, dass die Freiheiten des Netzes von Großkonzernen bestimmt werden könnten. Schon jetzt sieht er das Internet als einen „kapitalistischen Wirtschaftsraum an, der dennoch Freiheitspotenziale besitzt“. Görlach hingegen ist der Meinung, dass das Netz „keine wirtschaftlichen Implikationen“ hat. Weiter sagte er: „Wissen ist da und gehört allen“, er  glaubt nicht an Informationsmonopole. Schirrmacher geht dennoch einen ganzen Schritt weiter und gab zu: „Ich kann ohne Google in der jetzigen Zeit nicht mehr existieren“. Seiner Ansicht nach würden Start-Ups wie „The European“ ohne Google auch nicht existieren. Über eines sind sich dennoch alle einig: Das Internet ist das wichtigste Zukunftsmedium der Welt. Böhning will deshalb dafür kämpfen, dass jeder in Deutschland Zugang zum Internet erhält und dass Sicherheit in Form von Transparenz gewährleistet werden soll, auch wenn es bis zur vollkommenen Transparenz noch ein langer Weg sei. Konsens gab es auch hinsichtlich von Böhnings Aussage „wer nicht lernt, mit dem Internet umzugehen, wird strukturelle Nachteile haben“, denn die „totale Unausweichlichkeit der digitalen Zukunft“ sei bereits erreicht.
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Das 96 Seiten schlanke Buch gibt darüber hinaus auch Einblicke in Bereiche wie die Säkularisierung in der Gesellschaft sowie weitere Bereiche, die heute durch das Internet beeinflusst und verändert werden. Nicht all diese Veränderungen sind gewinnbringend und verheißungsvoll. Wer herauszufinden möchte, welche Veränderungen nach Einschätzung der Autoren auch in Zukunft noch vom Internet ausgehen werden, sollte „Freiheit oder Anarchie? Wie das Internet unser Leben verändert“ lesen.</p>
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		<title>Das Web, die Mode und schicke Bedenkenträger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[brottbeck]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 11:35:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Jetzt wo auch Politiker, Parteien und sogar die „Offline-Normalos“ sich durch Facebook und Co. kleine Bühnen des Lebens im Netz errichtet haben, wird dem Web 2.0 der Totenschein ausgestellt. Die Massen-Digitalisierung führe zum Niedergang interaktiver Beteiligung, heißt es. Doch ist das Web 2.0 wirklich nur eine Modeerscheinung, die schon bald wieder „out“ ist?  <img src="/sites/politik-digital.de/files/ild-F088826-0014__Bonn__Sommerschlu__verkauf_2.jpg" alt="Quelle: Bundesarchiv/Julia Faßbender, Lizenz:  Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0 Germany" title="Quelle: Bundesarchiv/Julia Faßbender, Lizenz:  Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0 Germany" width="312" align="left" height="205" />
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt wo auch Politiker, Parteien und sogar die „Offline-Normalos“ sich durch Facebook und Co. kleine Bühnen des Lebens im Netz errichtet haben, wird dem Web 2.0 der Totenschein ausgestellt. Die Massen-Digitalisierung führe zum Niedergang interaktiver Beteiligung, heißt es. Doch ist das Web 2.0 wirklich nur eine Modeerscheinung, die schon bald wieder „out“ ist?  <img decoding="async" title="Quelle: Bundesarchiv/Julia Faßbender, Lizenz:  Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0 Germany" src="/wp-content/uploads/ild-F088826-0014__Bonn__Sommerschlu__verkauf_2.jpg" alt="Quelle: Bundesarchiv/Julia Faßbender, Lizenz:  Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0 Germany" width="312" height="205" align="left" /></p>
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<p>Der Abgesang auf das Internet und das Web 2.0 im Speziellen läuft gerade auf Hochtouren. Gerade jetzt, wo die virtuelle Welt über die kritische Masse hinaus begeistert.  Ausgewählte Horrorszenarien liefert <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/509/494841/text/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frank Schirrmacher in seinem Buch Payback</a> mit seiner kulturpessimistischen Auseinandersetzung mit dem Medium Internet. Bei der Welt Online heißt es sogar <a href="http://www.welt.de/webwelt/article5400784/Das-Web-2-0-hat-seine-besten-Tage-hinter-sich.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Das Web 2.0 hat seine besten Tage hinter sich“</a>.</p>
<p><strong>Web 2.0 schon wieder „out“?</strong></p>
<p>Aber, mit dem Internet ist es nicht wie mit der Mode. Es ist nicht spätestens an dem Tag „out“, an dem es im Mode-Discounter um die Ecke von Jedermann erstanden werden kann. Das Internet und damit die Errungenschaften des Web 2.0 sind zu einem selbstverständlichen Bestandteil unseres Lebens geworden. Das wird es auch noch viel mehr und vor allem für noch viel mehr Menschen in Zukunft werden.</p>
<p>Es ist immer schick, Bedenkenträger zu sein &#8211; aktuelle Entwicklungen geschickt und schnell als tief schwarze Visionen an die Wand zu pinseln.  Doch das ist keine kritische Auseinandersetzung. Sicher, wir müssen uns mit den technischen Entwicklungen unserer Zeit und den daraus resultierenden Problemen und neu entstehenden Befindlichkeiten auseinandersetzen. Deshalb ist aber noch lange kein Abgesang fällig.</p>
<p><strong>Innovationen bringen Veränderung</strong></p>
<p>Das Internet ist kein Status-quo-Medium. Keiner weiß, was für technische Entwicklungen uns in den nächsten Jahren erwarten. Nur eine vage Ahnung davon, dass es unser Leben grundlegend verändern wird, besteht.</p>
<p>Das Internet funktioniert wie ein Markt – manche Produkte werden bisweilen unerwartet zum Renner und andere bleiben ein Nischenphänomen. Wobei die Online-Produkte, die weniger „in“ sind, nicht zwangsläufig aus dem Regal „Web 2.0“ verbannt werden, wie es im Mode-Discounter der Fall wäre. Diese Entwicklung zeigt, dass gewisse Innovationen und Angebote im Web 2.0 sich beizeiten selbst überholen. Das ist aber nicht das Ende des Internets oder des Web 2.0. Denn zeitgleich positionieren sich neue Angebote in den Weiten des Netzes, die mehr oder minder rasant in der Gunst der Nutzer steigen. Aufgrund der unendlichen Weite, bleibt allerdings im Netz eine Bandbreite erhalten, die theoretisch jedem Nutzer sein Produkt bietet.</p>
<p><strong>Altes geht, Neues kommt</strong></p>
<p>Das Ende des Web 2.0 oder gar des Internets ist also nicht in Sicht. Eine Gemeinsamkeit ist aber doch festzustellen: Die Mode im Discounter und auch das Web 2.0 unterliegen dem Prinzip: Altes geht, Neues kommt. Das Web 2.0 bleibt. Wahrscheinlich betiteln wir es nur irgendwann anders, weil die steten Veränderungen uns neue Optionen ermöglichen, von denen wir heute noch nicht zu träumen wagen</p>
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