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	<title>Fraunhofer-Institut &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Fraunhofer-Institut &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Wissenschaftsjahr 2018 – Arbeit, Innovation und Gleichstellung in der Zukunft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Philip Matthiessen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Oct 2018 08:35:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Arbeit und Arbeiten verändern sich so rasant wie nie zuvor. Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkte kommunizieren direkt miteinander, wodurch [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-155388" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbildcut.jpg" alt="Titelbildcut" width="922" height="500" />Arbeit und Arbeiten verändern sich so rasant wie nie zuvor. Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkte kommunizieren direkt miteinander, wodurch neue Arbeitswelten entstehen. Diese so konkret und anschaulich wie möglich darzustellen, hat sich die Veranstaltung &#8220;Wissenschaftsjahr 2018 – Arbeitswelten der Zukunft&#8221; als Ziel gesetzt.</p>
<figure id="attachment_155410" aria-describedby="caption-attachment-155410" style="width: 192px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="  wp-image-155410" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CareJackcut1-305x464.jpg" alt="" width="192" height="292" /><figcaption id="caption-attachment-155410" class="wp-caption-text">Care Jack</figcaption></figure>
<p>Im Fokus steht dabei vor allem die Frage nach Reichweite und Tiefe der Veränderungen in der Arbeitswelt. Beispielhaft wurden einige innovative Ansätze in der <a href="https://www.fraunhofer.de/de/veranstaltungen-messen/veranstaltungen/zukunftsarbeit.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fraunhofer-Erlebniswelt #Zukunftsarbeit</a> als interaktive Exponate präsentiert, die zukünftig Bereiche wie Produktion, Medizin oder Pflege verändern werden.</p>
<p>Dazu gehört z.B. der Care Jack, ein an den Menschen angepasstes Geschirr, das den Arbeitenden bei schwerer körperlicher Arbeit unterstützt. Er erkennt korrekte Hebebewegungen oder weist daraufhin, wie Gewicht noch besser verteilt werden kann. Außerdem kann er dem Nutzer beim in die Knie gehen durch mechanische Federsysteme das Heben schwerer Last erleichtern.</p>
<p>Ein weiteres spannendes Beispiel ist das Perceptual User Interface System, das dem Computer durch Kameras und Projektoren ermöglicht, mit dem oder der ProduzentIn zu interagieren. Das System kann dem oder der Produzierenden auf das Produkt Montageanweisungen projezieren, die korrekte Montage prüfen oder Materialfehler, die der oder die Produzierende entdeckt, ins System aufnehmen und zur Ausbesserung weiterleiten. Und das alles ohne Tablet, PC oder sonstige Hilfsmittel.</p>
<p>Doch wer entwickelt eigentlich solche intelligenten Helfer und wie sieht es in Forschung und Technik mit der Gleichstellung zwischen Männern und Frauen aus? Dieser Frage widmete sich die Diskussionsrunde „Frauen in der Tech-Szene“, die am vorletzten Tag der Veranstaltungsreihe stattfand.</p>
<h3>Frauen in der Tech-Szene</h3>
<p>Die Techbranche ist so zukunftsrelevant wie kaum eine andere, das steht fest. Gerade dort ist es daher wichtig, für Diversität und Perspektivenpluralismus zu sorgen. Aktuell wird die Szene aber deutlich von Männern dominiert, besonders in der Führung. Warum besteht dieses Verhältnis und welche Wege führen heraus? Diesen und anderen Fragen stellten sich die Diskussionsteilnehmer Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas, Leiter der Abteilung &#8220;Forschung für Digitalisierung und Innovationen&#8221; des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), Katharina Hochfeld, stellvertretende Leitung des Center for Responsible Research and Innovation des Fraunhofer IAO und Christine Henning von der Gesellschaft für Informatik (GI), Fachgruppe &#8220;Frauen und Informatik in der GI&#8221;.</p>
<p>Die Forscherin Hochfeld stellte fest, der Großteil der Organisationen, Unternehmen wie öffentliche Einrichtungen, hätten eigentlich erkannt, dass sie für Gleichstellung sorgen müssten und riefen verschiedene Diversity-Programme ins Leben. Trotzdem sei der Erfolg bisher nur mäßig eingetreten, was zeige, dass die Gründe tiefer lägen. Wichtigster Faktor wären die Stereotypen, die zwar menschlich seien, aber eben bedeutende Nachteile mit sich brächten. Die Untersuchung des Fraunhofer IAOs zeigte, dass vor allem die Zuschreibung von Fähigkeiten zentral für die Unterschiedlichkeit der Karriereerfolge ist. Männer und Frauen sind sich einig, wer erfolgreich sein will, benötigt Durchsetzungsvermögen und die Fahigkeiten des Selbstmarketings und des Networkens. Wurden die Teilnehmer der Untersuchung aber gefragt, welche Attribute sie Frauen oder Männern zuschreiben würden, antwortete die Mehrheit mit denselben Kategorien bei der Beschreibung der Männer. Frauen wurden aber eher Attribute wie Teamfähigkeit oder Empathie zugeschrieben. Diese ungleiche, in großen Teilen unbewusste, Beurteilung prägt das Geschlechterverhältnis in Organisationen maßgeblich.</p>
<p>Ein weiterer wichtiger Faktor sei die Veränderung der Kommunikation und Arbeitsweise der männlichen Kollegen, sobald eine Frau in die Abteilung oder das Team eintritt, so Hochfeld weiter. Viele hätten das Gefühl sich in ihrem gewohnten Umgang untereinander beschränken zu müssen und würden daher männliche Kollegen bevorzugen.</p>
<p>Die Informatikerin Henning betonte, dass diese Beurteilung auch schon in der Schule problematisch sei und dazu führe, dass Mädchen empfohlen würde: &#8220;Mathematik studieren ist doch zu schwer, versuch lieber etwas anderes.&#8221; Diese Mädchen, gerade auch in den ländlichen Regionen, müssten schon früh dabei unterstützt werden, mutig voranzuschreiten und sich in der Studien- und Berufswahl nicht von Geschlechterrollen beeinflussen zu lassen.</p>
<figure style="width: 305px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-155392 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/PerceptualUserInterfacecut-305x153.jpg" alt="PerceptualUserInterfacecut" width="305" height="153" /><figcaption class="wp-caption-text">Perceptual User Interface&nbsp;</p>
<p></figcaption></figure>
<p>Prof. Dr. Lukas stimmte seinen Diskussionspartnerinnen zu und sieht ein Push- and Pull-Modell als Weg, um Gleichstellung im Berufsleben und speziell in der Tech-Branche zu erreichen. Auf der einen Seite müssten, wie Henning schon betonte, junge Frauen bei der Karrierewahl motiviert werden, nicht-traditionelle Tätigkeiten und Studiengänge auszuwählen. Dazu könnten die Stärkung von Vernetzung und interdisziplinärem Lernen in der Schule und z.B. auch die Auflösung der Prädestination des Karriereweges durch die Leistungskurswahl, wie Hochfeld anmerkte, dienen. Auch monoedukative Modelle, wie Mädchenschulen, die mitunter viel höhere Zahlen von Studierenden der MINT-Fächer, Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik unter den Absolventinnen aufweisen würden, könnten hilfreich sein, so Henning.</p>
<h3>&#8220;Wir müssen bei den Führungskräften anfangen.&#8221;</h3>
<p>Auf der anderen Seite stehe, laut Lukas, aber das Vorleben von Gleichstellung in den Eliten der Gesellschaft. &#8220;Wir müssen bei den Führungskräften anfangen.&#8221; Nur so könnten Vorbilder erzeugt werden, die jungen Frauen anziehen und bei der Berufswahl helfen könnten. Wichtig sei im späteren Berufsleben auch die Veränderung der Arbeitsverhältnisse hinsichtlich der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, so Hochfeld. Viele Frauen mit bedeutenden Karriere würden ähnlich leben wie die erfolgreichen männlichen Kollegen. Zuhause übernehme dann häufig der Mann mehr familiäre Pflichten, was die gleichen negativen Folgen für die Partnerschaft haben könne.</p>
<p>Abschließend sind sich die Diskutierenden einig, Frauen müssten in Machtfragen stärker für ihre Position kämpfen und auf ihren Zielen beharren. Dieses Einfordern müsse jetzt geschehen und gemeinsam mit einem strukturellen Wandel in der Förderung junger Mädchen einhergehen, da das Bewusstsein dafür in der Gesellschaft nie größer war als heute. Nur so kann Gleichstellung in allen Branchen und speziell in der Tech-Branche ermöglicht werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Titelbild: Redaktion, CC-BY-SA 3.0</h3>
<h3>Bilder im Text: Redaktion, CC-BY-SA 3.0</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Digitales Leben 2020: Die Zukunft hat begonnen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 May 2013 13:16:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[1999 fehlte dem visionären Filmemacher Steven Spielberg die Vision. Um Philip K. Dicks Kurzgeschichte „Minority Report“ mit futuristischen Bildern zu [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/GigabitZukunft.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-128915" alt="GigabitZukunft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/GigabitZukunft.jpg" width="640" height="360" /></a>1999 fehlte dem visionären Filmemacher Steven Spielberg die Vision. Um Philip K. Dicks Kurzgeschichte „Minority Report“ mit futuristischen Bildern zu füllen, rief der Regisseur deswegen kurzerhand einen illustren Kreis aus Experten zusammen. Die Kommission entwarf eine Zukunft, die so abwegig nicht ist. Kürzlich haben sich Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts ebenfalls die klugen Köpfe darüber zerbrochen, wie die Welt künftig aussehen könnte – im Mittelpunkt steht die Digitalisierung. Laut der neuen Studie werden wir 2020 informierter, vernetzter und nachhaltiger leben.<br />
Die Studie „<a href="http://www.initiatived21.de/wp-content/uploads/2013/05/szenarien_gigabit.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Szenarien für die Gigabitgesellschaft</a>“, durchgeführt vom Fraunhofer-Institut und initiiert bzw. teilfinanziert von der Telekom, wirft Schlaglichter auf heute bereits vom Internet berührte Themenfelder wie Partizipation, Transparenz und Echtzeitinformation. Sie legt nahe, dass wachsende Datenströme unsere Informations- bald in eine Gigabitgesellschaft transformieren könnten. Dafür müssten sechs Bedingungen erfüllt werden:<br />
<em>Breitbandige (Mobilfunk-)Netze</em><br />
<em>Schnellere Übertragungsgeschwindigkeit</em><br />
<em>Größere Nutzerzahlen, mehr Medienkompetenz</em><br />
<em>Offenlegung persönlicher Daten</em><br />
<em>Bewältigung der Informationsflut</em><br />
<em>Gewährleistung bereichsübergreifender Anwendungen</em></p>
<h3>Den Aktiven gehört die Zukunft</h3>
<p>Die Autoren der Studie entwerfen Zukunftsszenarien für unterschiedliche Lebensbereiche und malen diese aus. Unter dem Titel „Open Everything“ beschreibt das Fraunhofer Institut eine Zukunftsgesellschaft, in der Staat und Unternehmen transparenter agieren und mehr Beteiligungsmöglichkeiten bieten. Behörden geben anonymisierte Daten frei, damit findige Programmierer daraus praktische Anwendungen basteln („Open Data“), während Parlamente den Bürger-Input fördern („E-Partizipation“). In einer solchen Gesellschaft hortet die Wissenschaft ihre Erzeugnisse nicht weiter im Elfenbeinturm. „Open Access“ heißt der Schlüssel, mit dem sich jeder Interessierte Zugang zu wissenschaftlichen Arbeiten verschaffen darf, ohne finanzielle, rechtliche oder technische Schranken. Auch Unternehmen öffnen sich: Mitarbeiter arbeiten nicht mehr nebeneinander her, sondern kommunizieren abteilungsübergreifend und beziehen Kunden ebenso ein wie externe Sachverständige.<br />
Teilhabe ist bei „Open Everything“ substantiell. Ansätze davon sind dieser Tage freilich bereits existent, sei es im Bereich <a href="http://daten.berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Data</a> oder <a href="http://politik-digital.de/an-der-nordseekueste-liquid-democracy-in-friesland/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">E-Partizipation</a>. Das Fraunhofer-Institut sieht diese Projekte wachsen und setzt dafür auf den Ausbau der Datenautobahn. Doch wenn die Digitalisierung fortschreitet, wäre auch ein Negativszenario denkbar. Das würde passieren, sollten Transparenz und Partizipation bloße Behauptung bleiben und Großunternehmen das Netz unter sich aufteilen.</p>
<h3>Wer bremst, verliert</h3>
<p>Teilhabe braucht Informationen – und die werden 2020 in Echtzeit fließen, tritt die Positivprognose des Fraunhofer-Instituts ein. Die spontane Bedürfnisbefriedigung wird in dieser Zukunft nicht am Ladekreis scheitern. Lesen, Bilden und Einkaufen wird ohne Verzögerung möglich sein, was insbesondere den heute noch etwas hakeligen Demand-Diensten helfen dürfte. Untereinander werden die Unternehmen ebenfalls vom digitalen Highway profitieren, etwa bei der Echtzeitübertragung von Produktionsdaten.<br />
Bleibt jedoch der Datenschutz außen vor, wird es vor allem die Online-Entblößung sein, die in Echtzeit stattfindet. Auch könnte 2020 endgültig kirre werden, wer schon 2013 vorm digital verursachten Burnout steht. Menschen wollen nicht in jedem Moment erreichbar sein – ob nun für Anrufer oder Informationen.</p>
<h3>Besser zusammen fahren</h3>
<p>In gefühlt jedem zweite Sci-Fi-Film haben Autos den Luftraum erobert. Die Fraunhofer-Studie beschäftigt sich nicht mit der Technik der Fortbewegung, wohl aber mit ihrem kooperativen Aspekt. 2020 wird das Auto geteilt, weil Car-Sharing – in Verbindung mit Bus, Bahn und Bike – Mainstream sein wird. Das Internet wird großen Anteil daran besitzen, da Infos über Mitfahrgelegenheiten, Fahrpläne und Taxiwartezeiten blitzschnell zum Reisenden gelangen.<br />
Doch das Konzept der vernetzten Mobilität wird auch Auswirkungen auf den Verkehrsfluss haben. Ein intelligentes, sensorbasiertes Verkehrsleitsystem wird in diesem Szenario bestimmen, wo wir lang fahren und parken. Die Anweisungen werden den Fahrer per Navi und Smartphone erreichen, der aus dem Fahrzeug heraus Kontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern aufnehmen kann.<br />
Wieder steht und fällt der Vernetzungsgrad mit der Anwenderbereitschaft, Daten offenzulegen. Werden wir uns daran gewöhnen, unseren Standort von einem GPS-Satelliten tausende Kilometer über unseren Köpfen verfolgen zu lassen?</p>
<h3>Selbst ist der User</h3>
<p>Das Internet fördert proaktives Nutzerverhalten wie kein anderes Medium zuvor. Mit Durchsetzung des Web 2.0 wurde der Konsument zum Prosumenten, der Passive zum Aktiven. So wurden engagierte User ohne formale Qualifikation zu Experten, die in Blogs und Kommentarspalten Kauf-, Kultur- und Krisentipps geben. Eine treue Leserschaft orientiert sich daran und teilt die Hilfestellungen im Social Web.<br />
Das Fraunhofer-Institut geht davon aus, dass „Do it yourself“ 2020 der bestimmende Leitspruch aller Problemlöser sein könnte. Vertrauen wird in Gleichgesinnte gesetzt, weniger in offizielle Stellen. Das Content-Monopol der Verlage, heute schon rissig, ist in wird in Jahren zugunsten von „User Generated Content“ erodiert sein – der zu größeren Teilen aus Gegenständen bestehen wird, erstellt von erschwinglichen 3D-Druckern.<br />
Aber: Selbermachen ist anstrengend und fehleranfällig. Daher werden sich Internetnutzer im dystopischen 2020 wieder vermehrt an Profis halten, die fehlerfreie Inhalte garantieren.</p>
<h3>Internetgesundheit</h3>
<p>Kranke der Zukunft lassen Apps das anzeigen, was früher der Arzt oder Dr. Google diagnostiziert haben. Nasenkribbeln und Bauchgrummeln kann ignorieren, wessen App die Bakterieninvasion als Display-Warnung vermelden wird. Im Optimalfall wird der Check-Up 2020 dem Prinzip der Echtzeit-Information unterliegen, weil Computerprogramme permanent überprüfen werden, ob wir gesund sind. Die gesammelten Daten werden erwartungsgemäß nicht am Körper bleiben, sie werden stattdessen in vernetzte Patientenakten fließen. Von dieser Digitalisierung und Vernetzung versprechen sich die Forscher des Fraunhofer-Instituts Qualitäts- und Effizienzsteigerungen.<br />
Zum Minenfeld des zukünftigen Gesundheitswesens wird, wenig überraschend, der Datenschutz. Klar: Wer über sich und seine Geschlechtskrankheit bei Google liest, will die gedruckte Patientenakte sofort zurück. Verstärken könnte sich auch die Praxis, dass Marketing-Abteilungen darüber entscheiden, welche Pillen wir schlucken – über seine App kann der Pharmakonzern gleich das passende Medikament zum diagnostizierten Befund verkaufen. Aus dem Patienten wird ein Kunde.</p>
<h3>Grüne Technologien</h3>
<p>2020 könnten das Digitale und das Grüne verschmelzen. In zunehmendem Maße wird es dann dem Computer obliegen, Wohnen klimafreundlich zu gestalten. Bewohner werden die miteinander verbundene Haustechnik mit einer Fernsteuerung („Smart Home“) bedienen, doch der Umweltverschmutzung wird zu einem beträchtlichen Teil passiv getrotzt. Informations- und Kommunikationstechnologien werden beim Energiesparen und dem intelligenten Einsatz des selbst erzeugten Stroms helfen. Sie werden dazu in der Lage sein, sofern die Energieversorger ihre Systeme entsprechend umstellen. Andernfalls werden die Potentiale der technischen Entwicklung verpuffen, mit dem wir dem Klimawandel etwas entgegensetzen könnten.</p>
<h3>So what?</h3>
<p>Es wäre ein Leichtes, den Experten hinter der Fraunhofer-Studie mangelnde Originalität vorzuwerfen. Die Studienergebnisse lesen sich wie das Protokoll eines Programm-Updates mit nur kleinschrittigen Verbesserungen: Hier etwas mehr Transparenz, dort ein bisschen mehr Vernetzung, fertig ist die Zukunftsvision. Die Szenarien sind schwammig und klingen mitunter wie PR-Sprech: von „neuartigen Innovationsprozessen“ ist da die Rede, von „intelligenter Mobilitätsvernetzung“ und „Effizienzgewinnen“.<br />
Andererseits sollte man die Studie auch nicht mit einer unfairen Erwartung beladen. Schließlich beginnt jede um Verlässlichkeit bemühte Prognose in der Gegenwart, denkt sie weiter – und vermeidet angesichts der vielen Unwägbarkeiten jede Konkretisierung.<br />
Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler, Experten und Visionäre haben sich zunächst einmal angesehen, wie Menschen in Industrienationen am Beginn der 2010er Jahre leben. Das menschliche Verhalten, nicht die technischen Möglichkeiten waren Ausgangspunkt ihrer Überlegungen. Heute geschieht ein großer Teil unseres Lebens im Netz, ganz alltäglich. Aus diesem Grund kann seriös davon ausgegangen werden, dass sich die Internet-basierten Trends – Teilhabe, Transparenz, Vernetzung – in Zukunft fortsetzen.<br />
Bemerkenswert ist aber die Position, die von den Studienautoren zur Datenfrage eingenommen wird. Die Positivszenarien bauen darauf, dass die User den Anwendungsanbietern Standort- und Nutzungsdaten zur Verfügung stellen müssen. Die Entstehung von Datensilos an sich scheint für die Autoren jedoch kein fragwürdiger Umstand zu sein, relevant sei allein der Datenschutz. Das „Ob“ der Datenübermittlung wäre demnach vernachlässigbar, das „Wie“ zentral.Ein weiterer Kritikpunkt: Die verschwimmende Grenze zwischen Off- und Online („Augmented Reality“) wird in der Studie kaum aufgezeigt. Wie viel Cyborg steckt im Smartphone-Zombie? Kann man wirklich noch davon reden, dass Digitalraum und Echtwelt getrennt sind, wenn <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobo-googles-fahrlaessige-glass-kampagne-a-898512.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google Glass</a> die Internettextur ins Sichtfeld projiziert?<br />
Vielleicht sollten wir uns bei diesen Fragen einfach an Steven Spielbergs „Minority Report“ halten, wo individualisierte Werbung direkt in technisch erweiterte Kundenaugen gestrahlt wird. Irgendwie bekannt, oder?<br />
Illustration: Lennart Andresen</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>Open Data: Das nächste große Ding</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Solinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Dec 2012 10:45:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Fraunhofer-Institut]]></category>
		<category><![CDATA[Open Data]]></category>
		<category><![CDATA[Fraunhofer FOKUS]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 5. und 6. Dezember lud das Fraunhofer Institut zum „1st international Open Data Dialog 2012“. Über 100 Gäste aus [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left"><a href="http://politik-digital.de/open-data-das-naechste-grosse-ding/p1010850/" rel="attachment wp-att-124258"><img decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-124258" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/P1010850-630x354.jpg" alt="" width="630" height="354" /></a>Am 5. und 6. Dezember lud das Fraunhofer Institut zum „1st international Open Data Dialog 2012“. Über 100 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft waren gekommen,um sich über die Potentiale und Risiken der Veröffentlichung großer Datenmengen zu informieren, und erste Kontakte zu knüpfen.</p>
<p>In der Vergangenheit hat vor allem die öffentliche Verwaltung Gebrauch von der Möglichkeit gemacht, ihre aufbereiteten Daten im Internet zur Verfügung zu stellen. Anstatt lange Wartezeiten auf Ämtern verbringen zu müssen, können Bürger seit einiger Zeit viele Informationen von Zuhause aus einholen. „Die Verwaltung wird nicht doppelt und dreifach dieselben Daten eingeben müssen und hat mehr Luft für ihre eigentliche Arbeit“, erklärte Prof. Dr.-Ing. Ina Schieferdecker, Koordinatorin Open Data bei Fraunhofer FOKUS und Leiterin des Kompetenzzentrums MOTION, gegenüber politik-digital.de. Und führt einen weiteren Vorteil an: „ Die Daten sind ohnehin da, sie sind aufbereitet, sie müssen gewartet werden: warum schließt man nicht die anderen mit ein?“ Bei diesem Schritt hilft das <a href="http://www.fokus.fraunhofer.de/de/fokus/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fraunhofer Institut Offene Kommunikationssysteme</a> (kurz: FOKUS). Seine Serviceleistung umfasst unter anderem Hilfestellung bei der Datenauswahl, dem Aufbau eines Internetportals, der Serverinfrastruktur und der Gestaltung von Suchmechanismen.<br />
Zu den Kunden gehört die Stadt Berlin mit dem <a href="http://www.berlin.de/projektzukunft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Projekt Zukunft</a>, das Wolfgang Both, Mitglied im Berliner Senat für Wirtschaft, Technologie und Forschung, am ersten Veranstaltungstag präsentierte. Auf der Internetplattform <a href="http://daten.berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">daten.berlin.de</a> hat die Stadt bereits 100 Datensätze veröffentlicht, darunter Verkehrspläne und die gesammelten Standorte aller Berliner Weihnachtsmärkte.</p>
<p>Die Behörden machen also mit, doch was ist mit anderen gesellschaftlichen Akteuren? Wenn an die öffentliche Verwaltung Forderungen nach mehr Transparenz gestellt werden, so sollte das ebenso die Wirtschaft gelten. „Die Wirtschaft hat Berichtspflichten“, konstatierte Prof. Schieferdecker. Zumindest <em>ein</em> großes Unternehmen kommt diesen bereits nach: Mit dem Stromerzeuger und Netzbetreiber Vattenfall hat das Fraunhofer Institut einen namhaften Kunden gewonnen. Vattenfall wird noch in diesem Monat einige seiner Datenbestände auf einer Internetplattform präsentieren, für deren Gestaltung das Fraunhofer Institut zuständig ist.<br />
„Wir wollen die Plattform dafür nutzen, um mit allen Interessierten in die Diskussion zu kommen“, erklärt der Leiter von Vattenfalls Open Data Projekt, Christian Jacob, gegenüber politik-digital.de. Anlass für diesen Schritt ist die Energiewende und das damit gestiegene Informationsbedürfnis der Allgemeinheit: „Viele wollen einfach mehr über die Stromversorgung wissen, weil das Thema so heiß diskutiert wird“, ergänzt Jacob.</p>
<p>Mit dem Mehr an Informationen will das Unternehmen wohl auch Sympathien für ihren Standpunkt in der Bevölkerung gewinnen, wenn ab dem kommenden Jahr die Strompreise steigen. „Ohne Transparenz und ohne Information der Verbraucher“, betont der Vattenfall-Projektleiter, „kriegen wir das nicht hin.“ Die Plattform wird zunächst 96 Datensätze umfassen, deren Großteil allerdings für Laien eher uninteressant sein dürfte. Auf die Frage, wieso Vattenfall nicht einfach das komplette Stromnetz als Geodaten auf einer digitalen Karte veröffentliche, antwortete Jacob, dass man so terroristischen Angriffen ein leichtes Ziel bieten würde.<br />
Wie Philipp Müller, Autor von Machiavelli.net, als dritter Redner beim Open Data Dialog in der Eröffnungsrede erläuterte, gehört die Entscheidung darüber, welche Datensätze sinnvollerweise veröffentlicht werden sollten, zu einer der wichtigsten Fragestellungen beim Thema Open Data. Viele Firmen in Deutschland verstünden die Öffnung ihrer Daten als Verlust von strategisch wichtigen Instrumenten. Dagegen gelte es, genau zu planen, welche Daten man veröffentlicht; auch dafür bietet das Fraunhofer Institut Unterstützung an.</p>
<p>Insgesamt war man sich auf dem Treffen einig, dass die Potentiale von Open Data die Risiken übertreffen. „Für jeden Mobilitätsdienst, jedes touristische Angebot, jede Routenplanung“, könne man Open Data gebrauchen, schwärmte Ina Schieferdecker. Aber geraten nicht Arbeitsplätze in Gefahr, wenn sich immer mehr Menschen online über Verwaltungs- und Firmenzusammenhänge informieren können? „Ich glaube nicht, dass Arbeitsplätze verloren gehen; es werden stattdessen neue Dienstleistungen entstehen“, entgegnet Ina Schieferdecker darauf. Die bisherigen Erfahrungen aus dem öffentlichen Dienst zeigten das deutlich. Dank Open Data entstünden dort „dezidierte Angebote für spezielle Nutzergruppen; dafür hat die öffentliche Hand überhaupt nicht den Auftrag und letztendlich auch nicht die Ressourcen“. Na dann kann Open Data ja kommen.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/internationale-datenschutzkonferenz-von-paragrafenreitern-und-versaeumnissen/cc-lizens/" rel="attachment wp-att-121978"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-121978 alignleft" alt="CC-BY-SA-Lizenz" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x53.png" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Polizei:  Gefällt mir*Kommentieren*Teilen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 May 2011 10:23:06 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
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		<category><![CDATA[IKT]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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		<category><![CDATA[Sebastian Denef]]></category>
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					<description><![CDATA[Soziale Medien, Internet- und Kommunikationstechnologien beeinflussen zunehmend die Arbeit der Polizei. Eine Studie des EU-Projekts COMPOSITE geht der Frage nach, welche Technologien bei Europas Polizeien zum Einsatz kommen.
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Soziale Medien, Internet- und Kommunikationstechnologien beeinflussen zunehmend die Arbeit der Polizei. Eine Studie des EU-Projekts COMPOSITE geht der Frage nach, welche Technologien bei Europas Polizeien zum Einsatz kommen.</p>
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</p>
<p>
Gegenstand der vergleichenden Studie &#8211; COMPOSITE steht für Comparative Police Studies in the EU &#8211;  war u.a. die Frage, wie sich die eingesetzten Technologien in den untersuchten Ländern unterscheiden, welche kulturellen und organisatorischen Gründe dafür verantwortlich sind und welche Gemeinsamkeiten und länderübergreifenden Kooperationen es gibt. Außerdem wird untersucht, welche Perspektiven sich durch die neuen Technologien und Social-Media-Kanäle für die Polizeiarbeit ergeben. Über die bisherigen Erkenntnisse sprach politik-digital.de mit Sebastian Denef vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT), das an der Studie beteiligt ist.
</p>
<p>
<b>Herr Denef, wie ist die Gesamtstudie angelegt, welche Untersuchungen folgen noch?</b></p>
<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Sebastian_Denef.jpg" alt="Sebastian_Denef,_FIT" title="Sebastian_Denef,_FIT" width="170" align="left" height="230" />Unsere Studie fand im Rahmen des von der Europäischen Kommission geförderten Projekts &#8216;COMPOSITE&#8217; statt, das Veränderungsprozesse bei Polizeiorganisationen in zehn europäischen Ländern untersucht. Dieses Projekt begann im August 2010 und ist für eine Laufzeit von vier Jahren geplant.  <br />
In der durchgeführten Studie befragten wir Polizisten aus den beteiligten Ländern nach aktuellen und geplanten Projekten und sprachen mit Industrievertretern über die neuesten technischen Entwicklungen. Ziel der Studie war es, Themenfelder von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) bei den Polizeien zu identifizieren. </p>
<p>Auf der Basis der Ergebnisse werden wir zunächst Workshops organisieren, bei denen Polizisten und Technologieentwickler sich austauschen. Im Anschluss wird es darum gehen, die Themenfelder vor Ort zu studieren und dabei auch die Sichtweisen der Bürger auf die neuen Technologien bei den Polizeien zu untersuchen.</p>
<p><b>In der Studie sprechen Sie von zu berücksichtigenden  kulturellen und sozialen Unterschieden der Länder. Können Sie das näher erläutern?</b>
</p>
<p>
Die Veränderungen, die in den beteiligten Ländern anstehen, sind unterschiedlich. Schon in Deutschland gibt es da große Unterschiede. In Brandenburg etwa sinkt die Bevölkerungszahl und die Polizei muss sich entsprechend verkleinern und daher Dienstleistungen mobil in Polizeifahrzeugen anbieten, die vorher nur auf Wachen durchgeführt werden konnten, ein Problem, das in anderen Regionen Deutschlands nicht besteht. Im europäischen Vergleich steht z. B. die deutsche Bundespolizei vor der Herausforderung, einen wachsenden Reiseverkehr zu bewältigen, wohingegen in den neuen europäischen Staaten die Grenzpolizeien damit beschäftigt sind, die Richtlinien des Schengen-Abkommens umzusetzen.</p>
<p><b></b><b>Welche Technologien werden in anderen Ländern stärker oder ausschließlich eingesetzt, welche primär in Deutschland?</b></p>
<p>Nur ausgewählte Projekte, etwa die Entwicklung von mobilen Körperscannern in den Niederlanden, fanden sich nicht in anderen Ländern. Auffällig war auch, was den Einsatz von Social Media als Mittel der Kommunikation angeht, dass besonders die Polizeien in Großbritannien und den Niederlanden damit schon umfangreiche Erfahrungen gesammelt haben.</p>
<p><b>Welche künftigen Techniken erwarten Sie und die von Ihnen befragten Firmen?</b></p>
<p>Die neuen Systeme sollen dem Polizisten Informationen in Echtzeit, d.h. unmittelbar, ortsbezogen und mobil zur Verfügung stellen. Der Polizist wird so so vor Ort bei seiner Arbeit unterstützt und kann auch Berichte zeitnah verfassen. </p>
<p><b>Wie stark werden soziale Medien zur Öffentlichkeitsarbeit in den untersuchten Ländern eingesetzt?</b></p>
<p>In den Niederlanden können sich die Bürger <a href="http://www.burgernet.nl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">online</a> aktuelle lokale Informationen von der Polizei abonnieren, die sie per SMS erhalten. Zudem wird die Bevölkerung mittels Twitter über aktuelle Ereignisse informiert, etwa vor Autodieben gewarnt oder um Mithilfe bei der Personensuche gebeten. In Großbritannien versteht die Polizei soziale Medien als einen Kanal, über den die Polizei bürgernäher und transparenter werden kann. Erste Tests mit der intensiven Nutzung von Twitter wurden dort durchgeführt, bei der die Polizei umfassend und nahezu kontinuierlich über ihre Arbeit <a href="http://www.gmp.police.uk/mainsite/pages/68ff568654153da6802577bd001fd68a.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtet</a>. Andere Polizeien in Europa verwenden soziale Medien wie YouTube lediglich als weiteren Kanal, auf dem allgemeine Informationsvideos über die Polizeiarbeit veröffentlicht werden.</p>
<p><b>Rechnen Sie in Deutschland mit &quot;Verbrechensreport-Apps&quot;, Tweets wie in den Niederlanden, wo auch über den Einsatz von Skype nachgedacht wird, oder mit YouTube-Berichten wie in Mazedonien?</b></p>
<p>Obwohl wir in unserer Studie auf große Übereinstimmungen zwischen den Ländern stießen, lernten wir auch, etwa aus Großbritannien, dass es Technologien gibt, die in Deutschland in dieser Breite nicht eingesetzt werden. Dort steigt etwa durch eine umfassende automatische Erfassung von Autokennzeichen die Anzahl der Personenüberprüfungen. IKT bei der Polizei ist also durchaus länderspezifisch und man kann nicht zwingend von der Nutzung oder Einführung in einem Land auf ein anderes Land schließen. Wie genau die Zukunft von Social Media bei der deutschen Polizei aussehen wird, welchen Nutzen, welche Akzeptanz der Einsatz haben wird, kann ich nicht vorhersehen. Klar scheint aber, dass es ein Thema ist, das die Polizeien in der Zukunft beschäftigen wird.</p>
<p><b>Welches Maß an Transparenz der Polizeiarbeit wird durch die sozialen Medien notwendig – und ist dieses angesichts ermittlungstaktischer Beschränkungen überhaupt leistbar?</b></p>
<p>Wie unsere Studie zeigt, wird der Einsatz von Social Media oft als Mittel der Kommunikation verstanden, um die Arbeit der Polizei transparenter und bürgernäher zu gestalten. Inwieweit dies möglich oder erfolgreich ist, ist Teil der weiteren Forschung. <br />
Ganz unabhängig vom Einsatz dieser Medien durch die Polizeien nutzen aber auch die Bürger selbst diese neuen Medien und bringen die Arbeit der Polizei ins Licht der Öffentlichkeit – ebenfalls eine Veränderung für die Polizeiorganisationen.</p>
<p><b>Wie sehr sind soziale Medien auch als Ermittlungsgrundlage relevant? Wohin geht Ihres Erachtens der Trend?</b></p>
<p>Auch dies ist ein Thema, dass die Polizeien derzeit beschäftigt. Vorgehensweisen für die Ermittlung werden definiert, Softwareanbieter entwickeln Systeme für Polizeien, die die Beamten in der Ermittlung online unterstützen sollen. Wie die Ermittlung online aber genau ausgeprägt sein wird, ist noch offen. Die wachsende Vernetzung des gesellschaftlichen Lebens mit Social Media macht die Relevanz dieses Themas für die Polizei deutlich. Wir verstehen das große Interesse an unserer Forschung, sowohl von Seiten der Öffentlichkeit, als auch von Seiten der Polizei, als einen positiven Indikator dafür, dass ein Dialog darüber notwendig und gewünscht ist. </p>
<p><b>Welche Probleme, die erst durch den Einsatz der IKTs generiert werden, sehen Sie für die Polizei? Zu denken wäre da bspw. an Hackerangriffe auf zentrale Rechner oder Intranets. </b></p>
<p>Die Sicherheitsanforderungen an polizeiliche Informationssysteme sind zweifelsohne hoch, gerade im europäischen Kontext. Wir fokussieren unsere Arbeit aber vor allem auf sozio-technische Herausforderungen, denn neue IKT muss in die bestehende Organisation und Arbeitsabläufe integriert werden. Die Bedienerfreundlichkeit der Geräte im Einsatz, die Schulung der Mitarbeiter und die Berücksichtigung der Kultur und Identität der Polizeien stellen hohe Anforderungen an die Entwicklung dieser Technologien. </p>
<p><i>Sebastian Denef arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer Institut für angewandte Informationstechnik (FIT) in Sankt Augustin und leitet im europäischen Projekt COMPOSITE zu Veränderungsprozessen in Europäischen Polizeiorganisationen das Arbeitspaket “Technology Adaptation”. Sein Forschungsinteresse gilt der Gestaltung von Computertechnologie in sozialen Kontexten. Sebastian Denef studierte Media System Design an der Hochschule Darmstadt und promoviert derzeit an der Technischen Universität Delft.</i></p>
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		<title>Dual-Blog mit Sascha Lobo</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/dual-blog-mit-sascha-lobo-5213/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone Schiedchen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Apr 2011 14:05:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Fraunhofer-Institut]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
		<category><![CDATA[Dual-Blogging]]></category>
		<category><![CDATA[forschungs-blog]]></category>
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					<description><![CDATA[Sascha Lobo bloggt für die Fraunhofer-Gesellschaft – für interessierte Laien werden Fachtexte auf <a href="http://www.forschungs-blog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">forschungs-blog.de</a> in lebensnahe Sprache „übersetzt“. politik-digital.de stellt das Prinzip Dual-Blogging vor.
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sascha Lobo bloggt für die Fraunhofer-Gesellschaft – für interessierte Laien werden Fachtexte auf <a href="http://www.forschungs-blog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">forschungs-blog.de</a> in lebensnahe Sprache „übersetzt“. politik-digital.de stellt das Prinzip Dual-Blogging vor.</p>
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Das Konzept des Dual-Blogs entstand im Rahmen des Fraunhofer-Projekts &quot;Discover Markets&quot; und ist seit vergangener Woche online. Ziel ist es, mit der Öffentlichkeit über wissenschaftliche Themen aus den Bereichen Gesundheit, Energie und Material zu kommunizieren. Solveig Wehking vom Discover Markets-Team erklärt es gegenüber politik-digital.de so: „Die Öffentlichkeit soll als Sparring-Partnerin an der Entwicklung von technologischen Lösungen für die Zukunft beteiligt werden“. Dafür sollen Interessierte in einem ersten Schritt die Themen kennen lernen und kommentieren und in einem zweiten Schritt am Ideenprozess beteiligt werden. Man erhoffe sich, dass sich das Blog gemeinsam mit den Usern entwickeln werde, so Wehking weiter.
</p>
<p>
<a href="http://www.forschungs-blog.de/category/dual/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/dualblog_2.jpg" align="left" height="159" width="239" /></a>Das Forschungs-Blog beschäftigt sich mit interessanten Forschungsergebnissen und damit, wie sie in Zukunft unseren Alltag verändern könnten. Gemeinsam mit dem Internet-Entertainer Sascha Lobo wurde das neuartige Modul des Dual-Blogs konzipiert, um wisschenschaftliche Themen lebensnäher und unterhaltsam zu schreiben und damit eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen.<br />
In der Umsetzung sieht das Blog so aus, dass neben dem Fachtext eine verständliche Übersetzung für jedermann zu lesen ist. So setzt Lobo  dem Artikel &quot;xD-Hallsensorik&quot; den Text &quot;Joystickwissenschaften&quot; entgegen. Kommentare zu diesem wie zu jedem anderen Text sind im Forschungsblog erwünscht.
</p>
<p>
Ob das Projekt eher den Charakter eines Marketing-Gags behält oder eine wegweisende Erfindung ist, wird sich in Zukunft zeigen.</p>
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		<title>Verwaltung in den Wolken</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/verwaltung-in-den-wolken-5105/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Jan 2011 11:32:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
		<category><![CDATA[Fraunhofer-Institut]]></category>
		<category><![CDATA[Cloud-Computing]]></category>
		<category><![CDATA[ISPRAT-Studie]]></category>
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					<description><![CDATA[Die öffentliche Verwaltung in Deutschland wird zukünftig vermehrt das sogenannte &#34;Cloud Computing&#34; in punkto E-Government nutzen. Das suggeriert zumindest die von Fraunhofer FOKUS und der Hertie School of Governance vorgelegte <a href="/sites/politik-digital.de/files/ISPRAT-Cloud-Studie.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ISPRAT-Studie</a> &#34;Cloud Computing für die öffentliche Verwaltung&#34;. <a href="http://www.nist.gov/itl/cloud/index.cfm">Cloud Computing</a> bedeutet, dass Computerfunktionen und -aktivitäten vom lokalen Rechner ins Internet verlagert werden. 
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die öffentliche Verwaltung in Deutschland wird zukünftig vermehrt das sogenannte &#8220;Cloud Computing&#8221; in punkto E-Government nutzen. Das suggeriert zumindest die von Fraunhofer FOKUS und der Hertie School of Governance vorgelegte <a href="/wp-content/uploads/ISPRAT-Cloud-Studie.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ISPRAT-Studie</a> &#8220;Cloud Computing für die öffentliche Verwaltung&#8221;. <a href="http://www.nist.gov/itl/cloud/index.cfm">Cloud Computing</a> bedeutet, dass Computerfunktionen und -aktivitäten vom lokalen Rechner ins Internet verlagert werden.</p>
<p>Während das &#8220;Cloud Computing&#8221; in der freien Wirtschaft immer mehr <a href="http://www.handelsblatt.com/studie-cloud-anbieter-auf-dem-pruefstand;2723596" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fuß fasst</a> und laut der <a href="http://www.experton-group.de/fileadmin/experton/studien/2010/Experton_Cloud_Vendor_Benchmark_2010_Ergebnisse.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a> &#8220;Cloud Vendor Benchmark 2010&#8221; der IT-Beratungsfirma Experton ein &#8220;weiterer Evolutionsschritt hin zur Industrialisierung der IT&#8221; ist, fristet es in der öffentlichen Verwaltung Deutschlands derzeit noch ein Mauerblümchendasein. Anders sieht es da beispielsweise in den USA aus, wo US-Behörden bereits Anwendungen in Clouds auslagern und <a href="https://info.apps.gov/sites/default/files/Proposed-Security-Assessment-and-Authorization-for-Cloud-Computing.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Richtlinien</a> zu deren Nutzung beschlossen.</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/cloud-betriebsmodell.jpg" alt="" width="470" height="309" /></p>
<p align="center"><em>(Quelle: Abbildung I.1.2 &#8211; Taxonomie der Cloud-Betriebsmodelle, ISPRAT-Studie)<br />
</em></p>
<p>Die kürzlich veröffentlichte ISPRAT-Studie prognostiziert nun, dass auch deutsche Behörden immer mehr an einem Einsatz des &#8220;Cloud Computing&#8221; interessiert sein werden. Denn laut der Studie würden sich ganz neue Möglichkeiten bei der Modernisierung der behördlichen Informationstechnik und den Rechenzentren sowie der Konsolidierung von IT-Ressourcen ergeben, die zur Kostenersparnis im öffentlichen Sektor beitragen könnten. Die Prognose überrascht wenig, waren an der Studie doch auch Firmen wie IBM, Microsoft, Siemens und Oracle beteiligt.</p>
<p>In der Bewertung von Cloud Computing stehen Kosteneffizienz und flexible Nutzung von Ressourcen jedoch nicht an erster Stelle. In der öffentlichen Verwaltung spielen vor allem Risikofragestellungen eine übergeordnete Rolle – Fragen der Wirtschaftlichkeit sind demgegenüber eher sekundär. Dabei stelle die sichere und datenschutzrechtlich konforme Verarbeitung von personenbezogenen Daten bezüglich eines erfolgreichen Einsatzes dieser neuen Technologie die größte Herausforderung dar, so die Ergebnisse der Studie.</p>
<p>In einem Gespräch mit politik-digital.de führte Linda Strick von <a href="http://www.fokus.fraunhofer.de/de/elan/projekte/national/laufende_projekte/cloud_computing_e-gov/index.html">Fraunhofer FOKUS</a> an, dass das &#8220;Cloud Computing&#8221; entscheidend zur Konsolidierung von IT-Rechen- und Leistungszentren deutscher Behörden beitragen könne. Jedoch käme derzeit mit Blick auf Sicherheitsaspekte und den IT-Grundschutz nur die private Cloud, bei der sich Anbieter als auch Nutzer innerhalb derselben Organisation (Firma, Verwaltung) befinden, für die öffentliche Verwaltung in Frage.</p>
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			</item>
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		<title>Daddeln für Darfur</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/serious-games-frontiers-computerspiele-4881/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Felix Melching]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 May 2010 17:07:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
		<category><![CDATA[Fraunhofer-Institut]]></category>
		<category><![CDATA[Naturkatastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Killerspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Darfur]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Games]]></category>
		<category><![CDATA[Counterstrike]]></category>
		<category><![CDATA[Frontiers]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Bredow-Institut]]></category>
		<category><![CDATA[Serious Game]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinte Nationen]]></category>
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					<description><![CDATA[Man muss über Zäune klettern und sich vor Grenzbeamten verstecken: Das Online-Multiplayer-Game &#34;<a href="http://www.frontiers-game.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frontiers</a>&#34; versetzt den Spieler in die Rolle eines Flüchtlings, der das Elend seiner Heimat hinter sich lassen will. Ziel: Europa. Eine österreichische Künstlergruppe hat mit diesem ethischen Ego-Shooter eine interessante Frage aufgeworfen: Sind Computerspiele vielleicht doch nicht so böse, wie oft behauptet wird?
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Man muss über Zäune klettern und sich vor Grenzbeamten verstecken: Das Online-Multiplayer-Game &quot;<a href="http://www.frontiers-game.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frontiers</a>&quot; versetzt den Spieler in die Rolle eines Flüchtlings, der das Elend seiner Heimat hinter sich lassen will. Ziel: Europa. Eine österreichische Künstlergruppe hat mit diesem ethischen Ego-Shooter eine interessante Frage aufgeworfen: Sind Computerspiele vielleicht doch nicht so böse, wie oft behauptet wird?</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<b>Spielen für eine bessere Welt?</b>
</p>
<p>
Spiele können die Welt verändern und das haben sie auch schon, sagt Linda Breitlauch, Professorin an der Mediadesign Hochschule in Düsseldorf: &quot;Spiele sind eine neue Kunstform, sowohl aus ästhetischer, dramaturgischer als auch kultureller Sicht. Geschichten können auf ganz andere Weise erzählt werden, Konflikte intensiver dargestellt werden.&quot; Der Spieler könne die Konsequenzen bestimmter Handlungen selbst erleben, Entscheidungssituationen ließen ihn reflektieren, so die Expertin gegenüber politik-digital.de. Leider gebe es noch Vorbehalte, ähnliche Budgets in Spiele zu investieren wie in Schulbücher.
</p>
<p>
<b>Tiefgehendere Informationsverarbeitung</b>
</p>
<p>
Linda Breitlauch steht mit ihrer Meinung in der Fachwelt keineswegs alleine da. So kommt eine Studie vom Hans-Bredow-Institut zu dem Schluss, dass Computerspiele nicht nur Aufmerksamkeit auf ein Thema lenken, sondern sich auch zur nachhaltigen Wissensvermittlung eignen: &quot;Eine hohe Motivation und Involvierung der Spieler haben den Effekt, dass die im Spiel erlebten Erfahrungen bei den Spielern länger gespeichert bleiben&quot;, heißt es in der <a href="http://www.medienpaed.com/15/lampert0903.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a>.
</p>
<p>
Auch Anja Hawlitschek vom Fraunhofer-Institut für digitale Medientechnologie hebt in ihrer <a href="http://www.spielbar.de/neu/wp-content/uploads/2009/06/hawlitschek_spielend_lernen.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wissenschaftlichen Untersuchung</a> hervor, das aktives Handeln in einem Computerspiel zu einer tiefer gehenden Verarbeitung von Informationen führt: Der Spieler müsse Informationen nicht nur aufnehmen, sondern auch zu nutzen wissen.
</p>
<p>
<b>Lernen mit Half-Life 2</b>
</p>
<p>
Computerspiele, die nicht nur dem Spaß an der Freude dienen, sind nichts grundsätzlich Neues: &quot;Wir haben es mit ernsten Spielen in dem Sinne zu tun, dass diese Spiele einen ausdrücklichen und sorgfältig durchdachten Bildungszweck verfolgen und nicht in erster Linie zur Unterhaltung gedacht sind. Das heißt nicht, dass ernste Spiele nicht unterhaltsam sind oder sein sollten&quot;, schrieb Clark C. Abt bereits 1971 in einer ersten Definition des Begriffs &quot;Serious Game&quot;. Frontiers ist nicht das erste &quot;ernsthafte&quot; Spiel. Aber es ist eines der ersten, das mit ansprechender Grafik daherkommt. Das Spiel nutzt die bekannte Half-Life 2-Engine &#8211; genau wie das als &quot;Killerspiel&quot; verrufene Counter-Strike.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div style="text-align: center">
<a href="http://www.frontiers-game.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Screenshot_Frontiers_0.jpg" alt="Screenshot Frontiers" title="Screenshot Frontiers" height="237" width="320" /></a>
</div>
<p></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Die UN spielt mit</b>
</p>
<p>
Während Frontiers über Jahre entwickelt wurde (und noch lange nicht fertig ist), gibt es auch eine Reihe einfacher browser-basierter Spiele. Diese sind zwar grafisch deutlich weniger ausgereift, dafür aber ist der Zugang sehr viel unkomplizierter. So können Internetnutzer zum Beispiel die <a href="http://www.darfurisdying.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wasserversorgung eines sudanesischen Flüchtlingscamps </a>organisieren. Dabei müssen sie vagabundierende Milizen umgehen und sich verstecken, um sicher zum Brunnen in der Wüste zu gelangen.
</p>
<p>
Wem das zu einfach ist, der kann versuchen, bei &quot;<a href="http://www.stopdisastersgame.org/en/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stop Disasters!</a>&quot; die Schäden von Naturkatastrophen einzudämmen. Hinter dem Spiel  steht übrigens die UN-Organisation &quot;<a href="http://www.unisdr.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">International Strategy for Disaster Reduction</a>&quot; (ISDR).
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p align="center">
<a href="http://www.stopdisastersgame.org/en/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Screenshot_Stop_Disasters__1.jpg" alt="Screenshot Stop Disaster" title="Screenshot Stop Disaster" height="237" width="319" /></a>
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Wir hätten sicher nichts gegen einen Nobelpreis, den gibt es nur nicht für Technik.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotwir_haetten_sicher_nichts_gegen_einen_nobelpreis_den_gibt_es_nur_nicht_fuer_technikquot-340/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotwir_haetten_sicher_nichts_gegen_einen_nobelpreis_den_gibt_es_nur_nicht_fuer_technikquot-340/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jun 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[MP3]]></category>
		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Fraunhofer-Institut]]></category>
		<category><![CDATA[Karlheinz Brandenburg]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/quotwir_haetten_sicher_nichts_gegen_einen_nobelpreis_den_gibt_es_nur_nicht_fuer_technikquot-340/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Der 
MP3-Experte des Fraunhofer-Instituts Karlheinz Brandenburg am 13. 06.2002 
im Chat.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Der<br />
MP3-Experte des Fraunhofer-Instituts Karlheinz Brandenburg am 13. 06.2002<br />
im Chat.</b></span><!--break--><span style="font-size: medium; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #ff9900"><b><br />
</b></span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/brandenburg.jpg" alt="Franz Müntefering" align="left" height="90" width="80" /></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Herzlich willkommen Herr Prof. Brandenburg, sind Sie bereit?</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Ja.</p>
<p><b>Moderator:</b> Guten Tag. Haben Sie je bereut, MP3 erfunden zu haben?</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Nein, ich habe die Arbeit an MP3 nie bereut</p>
<p><b>Moderator:</b> Die Plattenindustrie fordert Kopierschutz für alle CDs. Was halten Sie davon, will gnom3 wissen.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Den Kopierschutz für CDs finde ich<br />
ziemlichen Unsinn. Ich verstehe die Plattenindustrie zwar, aber der<br />
sogenannte Kopierschutz lässt CDs nicht mehr richtig funktionieren. Das<br />
finde ich ziemlichen Unsinn !</p>
<p><b>Moderator:</b> Damit machen Sie sich aber nicht nur Freunde, oder?</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Ich kenne einige Leute in der<br />
Musikindustrie, die das genauso sehen. Ich bin ja für Bezahlen von<br />
Musik und auch (in Grenzen) für Kopierschutz bei elektronischem<br />
Vertrieb von Musik. Ich meine nur, dass es dazu gute Angebote braucht<br />
und dass man CDs nicht mehr dem Standard kompatibel machen muss (sonst<br />
müssten sie ja auch auf Computern abspielbar sein). Das finde ich nicht<br />
gut.</p>
<p><b>Moderator:</b> Die Musiklobby will nur ihre Profite weiter sichern, sagt reda. Liegt der User damit richtig?</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Das ist doch eigentlich ihr gutes Recht.<br />
Das sind Firmen, die Gehälter bezahlen wollen. Wenn man die großen<br />
Plattenfirmen nicht so mag, dann muss man mehr von Künstlern direkt<br />
oder von kleinen Labels kaufen. Ich habe jedenfalls prinzipiell nichts<br />
gegen die Plattenfirmen und verstehe viele ihrer Sorgen gut.</p>
<p><b>Moderator:</b> Sind Sie von der Politik mit Ihrer Forschung unterstützt worden und  erhalten Sie Fördermittel, fragt berick.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Fraunhofer erhält Grundfinanzierung. Das<br />
ist aber nur ein kleiner Teil der Einnahmen. Forschung am Anfang<br />
geschah auch an der Universität, da sind natürlich auch öffentliche<br />
Mittel geflossen. Insgesamt gab es immer wieder Förderprojekte zu den<br />
Dingen, an denen ich gearbeitet habe, von Bayern, vom Bund, von der EU,<br />
jetzt vom Freistaat Thüringen. Die weiteren Arbeiten an MP3 tragen sich<br />
schon seit ziemlich langer Zeit selber. Wir haben in Erlangen jetzt aus<br />
MP3-Einnahmen die Möglichkeit, manche Vorlaufforschung ohne öffentliche<br />
Förderung angehen zu können.</p>
<p><b>Moderator:</b> Wir kommen jetzt zur ersten Verlosung Herr Brandenburg, liebe Nutzer: <br />
Wir kommen nun zur Verlosung des ersten MP3-Players. Das Gerät hat<br />
einen Wert von 300 €. Im Verlauf des Chats werden noch zwei weitere<br />
MP3-Player verlost. Zusätzlich zu der Frage, die wir Ihnen jetzt<br />
stellen, benötigen wir Ihren Namen und Ihre Telefonnummer, damit wir<br />
Sie am Ende des Chats informieren können, falls Sie gewonnen haben.<br />
Bitte geben Sie die Daten in das Fragefenster ein und schicken Sie die<br />
Antwort und die Kontaktdaten dann an den Moderator. Diese Daten werden<br />
nicht veröffentlicht. Nur vollständige Antworten können berücksichtigt<br />
werden. Die Person, die als erste die richtige Antwort<br />
Wie lautet der Name des Fraunhofer-Instituts, an dem MP3 im<br />
Wesentlichen entwickelt wurde? Bitte rufen Sie jetzt unter 030/24083682<br />
und beantworten Sie die Frage. Der nächste MP3-Player wird in ca. 15<br />
Minuten verlost.</p>
<p><b>Moderator:</b> Und hier die nächste Frage von Chatter grino44: Sind Sie privat Fan elektronischer Musik?</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Nicht von aller, ich bin ja nicht mehr<br />
der Jüngste. In meiner Jugendzeit war gerade Kraftwerk aktuell, die<br />
Musik hat mir damals gut gefallen.</p>
<p><b>Moderator:</b> Weitere Fragen zur Musikindustrie sind hier<br />
eingelaufen: Denkt die Industrie in Schemata von gestern, weil sie die<br />
neue Zeit nicht erkennt, fragt hegg.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Das ist natürlich sehr deutlich<br />
ausgedrückt. Ich habe allerdings auch den Eindruck, dass manche<br />
Entscheider die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt haben. Andererseits<br />
gibt es viele gute Leute, die auch gerne modernere Vertriebsformen<br />
anbieten möchten.</p>
<p><b>Moderator:</b> Wer scheint Ihnen hier am ernsthaftesten an einer Lösung interessiert zu arbeiten?</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Ich kenne Leute bei Bertelsmann und BMG, bei Universal (mittlerweile Vivendi Universal), &#8230;</p>
<p><b>Moderator:</b> Wir haben den ersten Gewinner bitte nicht mehr anrufen !!</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> &#8230;bei Sony Music, wenn ich&#8217;s mir genau<br />
überlege bei allen großen Firmen, die ernsthaft daran arbeiten.<br />
Trotzdem hat sich zu wenig getan.</p>
<p><b>Moderator:</b> Haben Sie eine Idee, wie sich der Konflikt zwischen Usern und der Musikindiustrie lösen lässt, fragt gast 288.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Nun, vielleicht nicht mit allen Usern.<br />
Wer prinzipiell nichts zahlen will (oder kann), der wird weiterhin auf<br />
Mechanismen setzen, die (zu Recht) der Musikindustrie nicht gefallen<br />
und die auch juristisch verfolgt werden. Es gibt aber schon ganz gute<br />
Dinge. Ich privat mag zum Beispiel die Idee des MusicMatch Radio, die<br />
haben schon ziemlich viele Abonnenten. Ähnliche Angebote sollte es mehr<br />
geben. <br />
Auf Dauer denke ich, dass gute Angebote (z.B. mit garantierter Qualität<br />
und Herkunft) vielen auch Geld wert sind, und damit haben ja alle, was<br />
sie wollen.</p>
<p><b>Moderator:</b> Wir kommen nun zur Verlosung des zweiten MP3-Players.<br />
Es gelten die gleichen Regeln wie bei der Verlosung des ersten Geräts.<br />
Kurz vor Ende des Chats wird noch ein weiterer MP3-Player verlost.<br />
Mitarbeiter der Fraunhofer Gesellschaft sind von dem Spiel leider<br />
ausgeschlossen. Hier kommt die Frage: Viel Glück!<br />
Was bedeutet die Abkürzung MP3? Bitte rufen Sie jetzt unter<br />
030/24083682 und beantworten Sie die Frage. Der nächste MP3-Player wird<br />
in ca. 15 Minuten verlost.<br />
Die nächste Frage: Zurück zum technischen: Gibt es einen Unterschied in<br />
der Qualität zwischen MP3-Musik und richtigen CDs, will powerrrgrrl<br />
wissen.<br />
Hier laufen übrigens die Telefone extrem heiß&#8230;</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Hmmm, um ehrlich zu sein ja, insbesondere<br />
bei der häufig verwendeten Bitrate von 128 kbit/s gibt es einige Musik,<br />
die MP3-codiert nicht mehr so gut klingt. Wenn man auf 192 geht, ist es<br />
schon viel besser. Kleine Unterschiede bleiben noch, aber da muss man<br />
gut trainiert im Hören sein und eine gute Stereoanlage haben, damit die<br />
Unterschiede wirklich wahrnehmbar sind.</p>
<p><b>Moderator:</b> Können Sie das Prinzip MP3 mal kurz umreißen, für einen Laien, bittet jaas.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Ich versuche es: MP3 ist ein<br />
gehörangepasstes Codierverfahren. Das heißt, dass die Musik so<br />
übertragen wird, dass sie nachher gleich klingt, auch wenn das Signal<br />
geändert ist. Das geschieht durch Betrachtung einzelner Frequenzen. Je<br />
nach Hörbarkeit werden Anteile weggeschnitten bzw. weniger genau<br />
übertragen (sozusagen unscharf).</p>
<p><b>Moderator:</b> Nachfrage dazu: Hören Sie den Unterschied zu einer CD, fragt ggklo.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Ich bin nicht mehr ganz so viel im<br />
Training. Ich erinnere mich an einen Hörtest vor ein paar Jahren<br />
während der Entwicklung von AAC: Bei schwierigen Stücken (nicht<br />
Durchschnittsmusik) konnte ich bei 192 kbit/s ziemlich zuverlässig<br />
hören, was Original und was Fälschung ist.</p>
<p><b>Moderator:</b> Wem gehört eigentlich der MP3-Code, fragt Michael.<br />
<b><br />
</b></span><b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Karlheinz Brandenburg:</span></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
Es gibt Patente, die gehören im wesentlichen Fraunhofer und Thomson<br />
Multimedia und werden über Thomson Multimedia lizenziert. Einen Code<br />
kann jede/r schreiben, allerdings muss dann für Produkte Patentlizenz<br />
gezahlt werden. Wenn jemand MP3-Player (Software für PC) schreibt und<br />
kostenlos verteilt, dann ist keine Patentlizenz fällig (wenn es<br />
Privatleute sind). Der Code für MP3-Encoder ist von verschiedenen<br />
Personen und Firmen geschrieben worden. Ich denke (soweit ich Tests<br />
kenne), dass der beste Code immer noch von Fraunhofer stammt (z.B. in<br />
MusicMatch enthalten).</p>
<p><b>Moderator:</b> Ist es theoretisch möglich, die Komprimierungsrate von MP3 noch weiter zu optimieren, will heda wissen.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Theoretisch ja, allerdings ist in den<br />
letzten Jahren viel versucht worden, wahrscheinlich geht jetzt nicht<br />
mehr viel. Im Prinzip ist nur das Datenformat festgelegt. Man kann also<br />
bessere Encoder schreiben, wenn es zum Beispiel neue Erkenntnisse in<br />
der Psychoakustik gibt.</p>
<p><b>Moderator:</b> Kann MP3 nur Musik komprimieren, fragt fregatte.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Ja, ganz eindeutig, wobei Sprache ein<br />
Sonderfall von Audio (also Tönen) ist. Video kann man mit MP3 nicht<br />
komprimieren, da gibt es andere Verfahren.</p>
<p><b>Moderator:</b> Seit kurzem gibt es das neue Format Ogg Vorbis, das hat einen Open Source Code. Konkurrenz für MP3, will heckmeck wissen.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Nicht wirklich. Soweit wir uns das<br />
angeschaut haben, ist es nicht ganz so gut und nicht so verbreitet. Was<br />
nicht ist, kann ja noch werden. Ich bin eigentlich für das<br />
Nebeneinander von open source (GNU und ähnliche Lizenzen) und<br />
kommerziellen Produkten ohne open source.<br />
Allerdings:  Software neu zu schreiben, bedeutet noch nicht, dass etwas frei von Patenten auf die Grundideen ist.<br />
Dazu wird ja viel und teure Forschung betrieben, Patente sollten auch<br />
geachtet werden. Bei OggVorbis wird das wohl irgendwann noch angeschaut<br />
werden.</p>
<p><b>Moderator:</b> Haben Sie sich selbst schon einmal illegale Musik runtergeladen (zu Forschungszwecken?), 😉 fragt Garbu.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Nein, ich habe immer darauf geachtet, nur<br />
legale Musik herunterzuladen. Ich habe mir Musik von MP3.com und eMusic<br />
geholt, aber nicht über Napster.</p>
<p><b>Moderator:</b> Hat Sie die Musikindustrie eigentlich schon mal angefeindet oder unter Druck gesetzt, fragt sich 77eh.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Nein, obwohl die Geschichten immer wieder<br />
erzählt wurden. Dazu hat sicher beigetragen, dass ich schon 1997 die<br />
RIAA (Recording Industry Association of America) in Washington besucht<br />
habe und mit deren Spezialisten über die Problematik der Raubkopien<br />
geredet habe. Wir haben bei Fraunhofer immer gesagt, dass geistiges<br />
Eigentum, schöpferische Tätigkeit von Künstlern etc. honoriert werden<br />
sollte.</p>
<p><b>Moderator:</b> Gleich stellen wir die letzte Frage für den Gewinn eines MP3-Players. Wenige Sekunden Geduld. Hier erst einmal noch eine Frage.<br />
Werden CDs irgendwann wie Platten von der Bildfläche verschwinden, will frego wissen.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Das kann schon passieren. Wie schnell das<br />
gehen wird, ist allerdings gar nicht klar. Die Plattenindustrie<br />
versucht ja mit SACD (Super Audio CD) und insbesondere DVD-Audio neue<br />
Formate einzuführen. Mal schauen wie schnell das geht. Ich denke, dass<br />
über die nächsten 5 Jahre CDs noch der Normalfall sein werden.</p>
<p><b>Moderator:</b> Noch eine Frage vor der nächsten Verlosung (ganz<br />
ruhig bleiben). Digitale Kinoprojektion ist auf dem Vormarsch, gibt das<br />
MP3 noch mal einen weiteren Schub, will Daniel wissen.</p>
<p></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Karlheinz Brandenburg:</b><br />
MP3 selber nicht, allerdings arbeiten wir in Ilmenau und Erlangen auch<br />
an Verfahren, um Kinoton um möglichst viele Klassen gegenüber dem<br />
jetzigen Stand zu verbessern. Das finde ich eine tolle Sache: mit<br />
sogenannter Schallfeldsynthese und MPEG-4 zur Übertragung kann richtig<br />
eine akustische Umgebung simuliert werden. <br />
Das gibt viel besseren Klang (in 10 Jahren auch für zuhause) als jetzige 5-Kanal-Anlagen.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> So jetzt zur letzten Verlosung des MP3 Players!<br />
Es gelten die gleichen Regeln wie bei der Verlosung der ersten zwei<br />
Geräte. Mitarbeiter der Fraunhofer Gesellschaft sind von dem Spiel<br />
leider ausgeschlossen. Hier kommt die Frage, zum letzten Mal: Viel<br />
Glück!<br />
Mit welchem bedeutenden Preis wurden drei Mitarbeiter stellvertretend<br />
für das Entwicklerteam im Jahr 2000 von Bundespräsident Johannes Rau<br />
ausgezeichnet? Bitte rufen Sie jetzt unter 030/24083682 und beantworten<br />
Sie die Frage.<br />
Hier klingeln die Telefone schon, bevor die Frage gestellt ist &#8230;<br />
Was wollen Sie als nächstes erfinden, will Doro wissen.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Hmmm, wenn ich das wüsste, wäre es ja<br />
schon erfunden, allerdings haben wir hier große Pläne: den Kinoton der<br />
Zukunft (wie oben gesagt), die intelligente Stereoanlage, die ich durch<br />
vorpfeifen dazu bringen kann, mir Musik zu suchen und noch andere Dinge.</p>
<p><b>Moderator:</b> Aber wenn sie pfeifen, brauchen sie doch keine Anlage<br />
mehr ;_) Halten andere Forscher Ihre Erfindung für seriös oder werden<br />
sie belächelt, weil es ein wenig verspielt erscheint, will Hägar wissen.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Na ja, so gut kann ich aber nicht pfeifen<br />
🙂 Dann könnte ich als Musiker mein Geld verdienen ! Nein, ich habe<br />
den Eindruck, dass die Ideen aus Ilmenau und Erlangen sehr<br />
ernstgenommen werden. Manchmal staune ich über zu viel Zutrauen in<br />
unsere Fähigkeiten, aber das ist natürlich eine angenehme Position.<br />
<b><br />
</b></span><b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Moderator:</span></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
Hatten Sie eigentlich nach der Erfindung des Formats viel<br />
Medienaufmerksamkeit oder diffundierte die Erfindung nur langsam, will<br />
grag wissen.<br />
Wir haben den letzten Gewinner! Alle MP3-Player sind vergeben. Bitte nicht mehr anrufen!</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Es hat lange Zeit gedauert. Am Anfang<br />
waren wir Leute aus Erlangen tatsächlich eher belächelt. Dann hat sich<br />
MP3 langsam durchgesetzt. Richtig viel Aufmerksamkeit gibt es erst seit<br />
ca. 1998 / 99, obwohl die Lawine klar sichtbar ab so 1995 losging.</p>
<p><b>Moderator:</b> Was für einen Preis würden Sie gerne einmal gewinnen, fragt cord.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Hmm, eigentlich sollte ich ja sehr<br />
zufrieden sein, mit den bisherigen Preisen für mich und alle im Team,<br />
allerdings hätten wir sicher nichts gegen einen Nobelpreis, den gibt es<br />
nur nicht für Technik 🙁</p>
<p><b>Moderator:</b> Zur letzten Frage: Wo sehen Sie die Musikindustrie und Internetindustrie in fünf Jahren, erfragt Lara.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Schwierig zu sagen: Entweder es geht<br />
manches weiter wie jetzt, und der Musikindustrie geht es schlechter,<br />
oder es gibt neue Ideen, neue Arten der Vermarktung, viele gute neue<br />
Musik und beiden geht es gut.</p>
<p><b>Moderator:</b> Liebe Chatter und Chatterinnen, sehr geehrter Herr<br />
Professor Brandenburg! Unsere Chat-Zeit ist um! Wir bedanken uns im<br />
Namen der Fraunhofer Gesellschaft und der Initiative Wissenschaft im<br />
Dialog für Ihre Teilnahme. Die Gewinner der MP3-Player sind von uns<br />
bereits informiert. Ich hoffe es hat Ihnen ein wenig Spaß gemacht.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Tschüss und ja, mir hat es auch viel Spaß gemacht !</p>
<p><b>Moderator:</b> Wir wünschen allen Gästen einen schönen Abend!<br />
Viele Grüße nach Ilmenau!</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Viele Grüße nach Berlin und zu allen !</p>
<p></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Weitere Infos unter www.fhg.de<br />
oder unter <a href="http://www.wissenschaft-im-dialog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.wissenschaft-im-dialog.de/</a></span></p>
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