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	<title>Freie Software &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Freie Software &#8211; politik-digital</title>
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		<title>„Im Zweifel für den Zweifel“? Internet und Freiheit &#8211; Digitale Presseschau 13/2014</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Mar 2014 15:31:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Zweifel ist nicht erst seit Descartes eine Triebfeder der Moderne. Strittig ist nur seit je her, welcher der richtige [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Zweifel ist nicht erst seit Descartes eine Triebfeder der Moderne. Strittig ist nur seit je her, welcher der richtige Zweifel ist. Eine genaue Prüfung und Abwägung ist unabdingbar, so dass der Zweifel ein elastischer Zweifel bleibt: <a href="http://www.uni-marburg.de/fb03/politikwissenschaft/pi-nip/publikationen/zombieneu/maerzzombie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Nur nicht verzweifeln!“</a>  Auch und gerade im Umgang mit dem Internet. Dieses war bislang ein Medium, das auf einer freiheitlichen Idee fußte – nie war dieser Impetus mehr bedroht als heute. Gegen diese Bedrohungen regt sich kein signifikanter Protest. Ist also das freie Internet nur noch eine Illusion? Warum es aber nach wie vor gilt, um die Freiheit zu streiten und zu kämpfen, lesen Sie in unserer Presseschau.</p>
<h3 id="docs-internal-guid-4d69dcf0-5847-8592-3bf8-784861aa2cc8">Video der Woche</h3>
<p>https://www.youtube.com/watch?v=Xf3Qy7jG1uY<br />
Das Video der Woche stammt aus der Reihe „Elektrischer Reporter“. Es werden so unterschiedliche Themen behandelt, wie die Nationalisierung des Internets, ein Projekt der Aufarbeitung der Vergangenheit auf Twitter sowie die immer beliebter werdende Ökonomie des Teilens.</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/zukunft-des-internets-freies-netz-eine-illusion-1.1921160" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Illusion freies Netz</a></h3>
<p>Mit der Zukunft des Internets beschäftigt sich ein Artikel von Sandro Gaycken: „Ein neues digitales Zeitalter kündigt sich an.“ Dies ist jedoch nicht pathetisch zu verstehen – Gaycken beschreibt die Zersplitterung des freien Internets in fünf Ideologien, je nach politischem System und gesellschaftlicher Wertschätzung von Freiheit und Grundrechten. Diese Zersplitterung könne katastrophale Ergebnisse zeitigen, aber in aufgeklärten Gesellschaften auch zur Weiterentwicklung des Netzes beitragen.</p>
<h3><a href="http://www.carta.info/71237/kryptographie-freie-software-dezentralisierung-vorhut-oder-letztes-aufgebot/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Überwachung: Wo bleibt die Demokratie?</a></h3>
<p>Das Ende der Illusionen leitet auch Jürgen Drommert auf Carta ein. Nicht nur bei der Überwachung, sondern auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen gebe es „kein Protestpotential im Land“. Alternativen, sich etwa gegen Überwachung zur Wehr zu setzen, werden darauf folgend in drei Schritten beschrieben: Kryptographie, freie Open-Source-Software und Dezentralisierungen im Internet.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/das-internet-der-zukunft-wir-muessen-fuer-die-freiheit-kaempfen-12860165.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Für die Freiheit</a></h3>
<p>Ein weiteres Plädoyer für die Rückeroberung des von Unfreiheit bedrohten freien Internets, liefert Mathias Müller von Blumencron. Einerseits müsse darauf geachtet werden, dass Konzerne, deren Geschäftsmodell auf der Verwertung von Daten beruht, nicht zu mächtig werden – andererseits müsse auch Sorge dafür getragen werden, dass gesetzliche Regulierungen nicht zu rigide werden, sodass freiheitliche Potentiale nicht ausgebremst werden: „Das Internet braucht Freiheit, Toleranz und den Mut, sich unbequemen Veränderungen zu stellen – und sie auszuhalten.“</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/europas-it-projekt/die-eu-und-die-digitale-revolution-ich-bin-nicht-naiv-und-europa-darf-es-auch-nicht-sein-12860365.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gegen die Naivität</a></h3>
<p>Die europäische Kommissarin für Digitale Agenda Neelie Kroes argumentiert in ihrem neuesten Beitrag gegen eine skeptizistische Verfallsgeschichte der digitalen Revolution und begreift diese als „Chance, das europäische Sozialmodell zu retten.“ Gegen Rückzug, Protektionismus und Begrenzung präsentiert sie ihre Vision einer digitalisierten Zukunft.</p>
<h3 class="western" style="margin-bottom: 0cm"><a href="http://www.intmag.de/2014/03/tom-standage/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der historische Kontext von Social Media</a></h3>
<p>Der britische Journalist Tom Standage gab dem InternetMagazin ein Interview über sein neustes Buch, das versucht Social Media in einen historischen Kontext zu setzen, der bis in die Antike zurückreicht. Was uns das über unsere Gegenwart aussagt? Entscheiden Sie selbst!<br />
Bild: Screenshot Video<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Wir sind das Netz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:48:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<strong>In seinem ersten       Buch &#8220;Die heimliche Medienrevolution. Wie Weblogs, Wikis und       freie Software die Welt verändern&#8220; beschwört der Wikipedia-Aktivist       Erik Möller eine &#8222;realdemokratische Mediengesellschaft&#8220;       mit Hilfe der neuen Internettechnologien herauf.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In seinem ersten Buch “Die heimliche Medienrevolution. Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern“ beschwört der Wikipedia-Aktivist Erik Möller eine „realdemokratische Mediengesellschaft“ mit Hilfe der neuen Internettechnologien herauf.<!--break--> </strong><br />
Nichts Geringeres als die „umfassendsten kulturellen Veränderungen, die es auf diesem Planeten je gegeben hat“ konstatiert Erik Möller in seinem 200seitigen Manifest für eine weltweite, demokratische Medienrevolution. Anstelle von Machtinstrumenten in den Händen einiger weniger Medien-Konzerne, anfällig für Zensur, Verschleierung und Desinformation, könnten sich „völlig neue demokratische Strukturen“ bilden, so Möllers Vision. Eine Revolution, die vorrangig auf technischen Innovationen beruht. Wem also die Begriffe „Usenet“, „Weblog“, „Wiki“, „Peer-to-Peer“, oder „Freie Software“ bisher wenig sagen, wird von dieser Lektüre auf alle Fälle profitieren. Ebenso sachkundig wie lesbar beschreibt Möller nämlich die Anfänge der faszinierenden Internet-Entwicklung, ihre technologischen Grundlagen, Beispiele, Implikationen und Zukunftsperspektiven.<br />
<strong>Das Revolutionäre: Freie Software und Kollaboration im Internet</strong><br />
Zweifelsohne haben bereits etablierte Technologien wie Usenet und World Wide Web, Newsforen und eMail-Listen für eine größere Bandbreite an Informationen und Meinungen gesorgt. Weblogs ermöglichen die Publikation und Vernetzung von Inhalten ohne größeres technisches Knowhow, und Peer-to-Peer-Systeme haben sich als un(zer)störbar herausgestellt. Zwei Ingredienzien aber machen das wirklich Revolutionäre des Mediums der Zukunft aus: die Verfügbarkeit patentfreier Software und die Möglichkeit der Zusammenarbeit im Internet. Beides schlägt sich bei Anwendungen der Wiki-Technologie nieder, allen voran dem größten Wiki der Welt, der Online-Enzyklopädie Wikipedia.<br />
Wikis sind frei editierbare Websites. Ihr Name (von Hawaiianisch: wiki für schnell) spiegelt die Funktionsweise des Online-Tools wider: Jeder User kann neue Inhalte online stellen und bestehende Einträge bearbeiten. Im Gegensatz zu traditionellen Medien, wo (im besten Fall) eine Redaktion kompetenter Fachleute alle eingehenden Ideen filtert und auf Relevanz, Aktualität und Wahrheitsgehalt hin prüft, kann jeder Wikipedianer schreiben was und worüber er will. Ein verblüffendes Konzept. Wer garantiert, dass die Artikel einer anonymen Masse von Freiwilligen einem qualitativen Mindeststandard genügen und dass die Einträge für die Allgemeinheit interessant und überhaupt wahr sind? Wer verhindert, dass die Seite für Werbung und Spam missbraucht wird? Die Antwort mag naiv optimistisch erscheinen: Die Qualitätskontrolle besorgt die User-Gemeinschaft, und zwar nach demokratischen Regeln.<br />
<strong>Ein selbstorganisierendes System mit demokratischen Regeln</strong><br />
Dass dieses utopisch klingende soziale Experiment funktioniert, hat Wikipedia bewiesen, indem sie sich in nur vier Jahren zu einer der 50 beliebtesten Websites der Welt entwickelte. Nicht nur durch die schiere Menge an Artikeln hat Wikipedia Klassiker wie Brockhaus und Encyclopedia Britannica überflügelt, auch qualitativ besteht sie unabhängige Tests inzwischen mit Bravour. Was bedeutet: Tausende User investieren täglich unbezahlt Zeit und Mühe, um ihr Wissen an die Menschheit zu verschenken. Auf den einzelnen Länderseiten in mehr als 100 Sprachen haben sich basisdemokratisch Regeln für den Umgang mit nicht vertrauenwürdigen Usern und unerwünschten Einträgen herausgebildet. Eine Art freiwillige Putzkolonne befreit die Seite ständig von Spam und Falscheinträgen und stellt Inhalte wieder her, die durch einseitige, voreingenommene Äußerungen verdrängt worden waren. Ein User-Bewertungssystem sorgt für Vertrauen unter ernstzunehmenden Autoren und bestraft diejenigen, die gegen das Prinzip des „neutralen Standpunkts“ verstoßen. Es gibt Schutzmechanismen gegen „Edit-Kriege“, konzertierte Aufräumaktionen und Wege, zweifelhafte Artikel als solche kenntlich zu machen und gegebenenfalls zu löschen. Falsche oder schlechte Beiträge verschwinden dadurch in der Regel so schnell wieder von der Seite, dass die meisten User sie überhaupt nie zu Gesicht bekommen.<br />
<strong>Alle Macht den Software-Entwicklern</strong><br />
Die Open-Source-Kultur liefert demnach jetzt schon „den Software-Beitrag zur Medienrevolution“, behauptet Erik Möller, der übrigens selbst Informatiker ist und die Wikipedia-Schwestern Wiki News und Wiki Commons initiiert hat. Das Einzige, was einer völlig unmanipulierten, unzensierten Medienwelt seiner Meinung nach noch entgegen steht, sind die von Kapital- und Machtinteressen gesteuerten Lizenz- und Patentgesetze. Womit wir bei den Schwächen des Buches angekommen wären: Möllers Enthusiasmus über die schöne neue Welt, in der alle Macht den Internet-Usern und Software-Entwicklern gehört, korrespondiert – wenig überraschend – mit der typischen Verteufelung der „alten Eliten“, die, im Falle von Microsoft, mit „Propaganda und Prozessen“ ihr Software-Imperium beschützen und im Fall der klassischen Medien mit nichts anderem als Zensur und Manipulation beschäftigt zu sein scheinen.<br />
Probleme wie Pornographie und Waffenhandel im Internet werden nur am Rande gestreift. Das Entstehen einer „aktiven Gemeinde von Störern aller Art“ als „Preis der totalen Meinungsfreiheit“ abgetan. Zwar macht Möllers Analyse mitsamt konkreter Verbesserungsvorschläge seine Hypothese plausibel, dass das Projekt Wikinews in naher Zukunft „eine ernsthafte Alternative sowohl zu traditionellen als auch zu alternativen Propagandamedien“ bieten könnte. Es bleibt jedoch unklar, ob der Autor eine Koexistenz mit der bisherigen Bezahl-Content-Industrie oder aber deren Abschaffung für möglich beziehungsweise erstrebenswert hält. Mag auch Möllers simple Formel „weniger Lizenzen plus mehr Autoren ergibt mehr Transparenz, ergibt mehr Demokratie“ naiv und unkritisch sein – die Schwierigkeit der Umwandlung einer kapitalistischen Welt in eine „Geschenke-Ökonomie“ auf der Basis von freier Software und kostenlosen Informationen ist ihm durchaus bewusst. Letztendlich wird ja auch sein Buch nicht online und kostenlos verbreitet. Ausgefeiltere Folge-Ideen dieses intelligenten Visionärs dürfen daher mit Spannung erwartet werden.</p>
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		<title>Wir sind das Netz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:41:00 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In seinem ersten Buch “Die heimliche Medienrevolution. Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern“ beschwört der Wikipedia-Aktivist Erik Möller eine „realdemokratische Mediengesellschaft“ mit Hilfe der neuen Internettechnologien herauf.<!--break--> </strong><br />
Nichts Geringeres als die „umfassendsten kulturellen Veränderungen, die es auf diesem Planeten je gegeben hat“ konstatiert Erik Möller in seinem 200seitigen Manifest für eine weltweite, demokratische Medienrevolution. Anstelle von Machtinstrumenten in den Händen einiger weniger Medien-Konzerne, anfällig für Zensur, Verschleierung und Desinformation, könnten sich „völlig neue demokratische Strukturen“ bilden, so Möllers Vision. Eine Revolution, die vorrangig auf technischen Innovationen beruht. Wem also die Begriffe „Usenet“, „Weblog“, „Wiki“, „Peer-to-Peer“, oder „Freie Software“ bisher wenig sagen, wird von dieser Lektüre auf alle Fälle profitieren. Ebenso sachkundig wie lesbar beschreibt Möller nämlich die Anfänge der faszinierenden Internet-Entwicklung, ihre technologischen Grundlagen, Beispiele, Implikationen und Zukunftsperspektiven.<br />
<strong>Das Revolutionäre: Freie Software und Kollaboration im Internet</strong><br />
Zweifelsohne haben bereits etablierte Technologien wie Usenet und World Wide Web, Newsforen und eMail-Listen für eine größere Bandbreite an Informationen und Meinungen gesorgt. Weblogs ermöglichen die Publikation und Vernetzung von Inhalten ohne größeres technisches Knowhow, und Peer-to-Peer-Systeme haben sich als un(zer)störbar herausgestellt. Zwei Ingredienzien aber machen das wirklich Revolutionäre des Mediums der Zukunft aus: die Verfügbarkeit patentfreier Software und die Möglichkeit der Zusammenarbeit im Internet. Beides schlägt sich bei Anwendungen der Wiki-Technologie nieder, allen voran dem größten Wiki der Welt, der Online-Enzyklopädie Wikipedia.<br />
Wikis sind frei editierbare Websites. Ihr Name (von Hawaiianisch: wiki für schnell) spiegelt die Funktionsweise des Online-Tools wider: Jeder User kann neue Inhalte online stellen und bestehende Einträge bearbeiten. Im Gegensatz zu traditionellen Medien, wo (im besten Fall) eine Redaktion kompetenter Fachleute alle eingehenden Ideen filtert und auf Relevanz, Aktualität und Wahrheitsgehalt hin prüft, kann jeder Wikipedianer schreiben was und worüber er will. Ein verblüffendes Konzept. Wer garantiert, dass die Artikel einer anonymen Masse von Freiwilligen einem qualitativen Mindeststandard genügen und dass die Einträge für die Allgemeinheit interessant und überhaupt wahr sind? Wer verhindert, dass die Seite für Werbung und Spam missbraucht wird? Die Antwort mag naiv optimistisch erscheinen: Die Qualitätskontrolle besorgt die User-Gemeinschaft, und zwar nach demokratischen Regeln.<br />
<strong>Ein selbstorganisierendes System mit demokratischen Regeln</strong><br />
Dass dieses utopisch klingende soziale Experiment funktioniert, hat Wikipedia bewiesen, indem sie sich in nur vier Jahren zu einer der 50 beliebtesten Websites der Welt entwickelte. Nicht nur durch die schiere Menge an Artikeln hat Wikipedia Klassiker wie Brockhaus und Encyclopedia Britannica überflügelt, auch qualitativ besteht sie unabhängige Tests inzwischen mit Bravour. Was bedeutet: Tausende User investieren täglich unbezahlt Zeit und Mühe, um ihr Wissen an die Menschheit zu verschenken. Auf den einzelnen Länderseiten in mehr als 100 Sprachen haben sich basisdemokratisch Regeln für den Umgang mit nicht vertrauenwürdigen Usern und unerwünschten Einträgen herausgebildet. Eine Art freiwillige Putzkolonne befreit die Seite ständig von Spam und Falscheinträgen und stellt Inhalte wieder her, die durch einseitige, voreingenommene Äußerungen verdrängt worden waren. Ein User-Bewertungssystem sorgt für Vertrauen unter ernstzunehmenden Autoren und bestraft diejenigen, die gegen das Prinzip des „neutralen Standpunkts“ verstoßen. Es gibt Schutzmechanismen gegen „Edit-Kriege“, konzertierte Aufräumaktionen und Wege, zweifelhafte Artikel als solche kenntlich zu machen und gegebenenfalls zu löschen. Falsche oder schlechte Beiträge verschwinden dadurch in der Regel so schnell wieder von der Seite, dass die meisten User sie überhaupt nie zu Gesicht bekommen.<br />
<strong>Alle Macht den Software-Entwicklern</strong><br />
Die Open-Source-Kultur liefert demnach jetzt schon „den Software-Beitrag zur Medienrevolution“, behauptet Erik Möller, der übrigens selbst Informatiker ist und die Wikipedia-Schwestern Wiki News und Wiki Commons initiiert hat. Das Einzige, was einer völlig unmanipulierten, unzensierten Medienwelt seiner Meinung nach noch entgegen steht, sind die von Kapital- und Machtinteressen gesteuerten Lizenz- und Patentgesetze. Womit wir bei den Schwächen des Buches angekommen wären: Möllers Enthusiasmus über die schöne neue Welt, in der alle Macht den Internet-Usern und Software-Entwicklern gehört, korrespondiert – wenig überraschend – mit der typischen Verteufelung der „alten Eliten“, die, im Falle von Microsoft, mit „Propaganda und Prozessen“ ihr Software-Imperium beschützen und im Fall der klassischen Medien mit nichts anderem als Zensur und Manipulation beschäftigt zu sein scheinen.<br />
Probleme wie Pornographie und Waffenhandel im Internet werden nur am Rande gestreift. Das Entstehen einer „aktiven Gemeinde von Störern aller Art“ als „Preis der totalen Meinungsfreiheit“ abgetan. Zwar macht Möllers Analyse mitsamt konkreter Verbesserungsvorschläge seine Hypothese plausibel, dass das Projekt Wikinews in naher Zukunft „eine ernsthafte Alternative sowohl zu traditionellen als auch zu alternativen Propagandamedien“ bieten könnte. Es bleibt jedoch unklar, ob der Autor eine Koexistenz mit der bisherigen Bezahl-Content-Industrie oder aber deren Abschaffung für möglich beziehungsweise erstrebenswert hält. Mag auch Möllers simple Formel „weniger Lizenzen plus mehr Autoren ergibt mehr Transparenz, ergibt mehr Demokratie“ naiv und unkritisch sein – die Schwierigkeit der Umwandlung einer kapitalistischen Welt in eine „Geschenke-Ökonomie“ auf der Basis von freier Software und kostenlosen Informationen ist ihm durchaus bewusst. Letztendlich wird ja auch sein Buch nicht online und kostenlos verbreitet. Ausgefeiltere Folge-Ideen dieses intelligenten Visionärs dürfen daher mit Spannung erwartet werden.</p>
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		<title>Open Source Nation Brasilien</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-mrichter_fossnationbrasil061019-shtml-2902/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mrichter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Oct 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Dieser Text steht unter CreativeCommons-
                              Lizenz und darf unter Namensnennung der Autorin zu nichtkommerzieller Nutzung unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Die Autorin des im Januar verfassten Textes, Meike Richter, hat ihre Magisterarbeit zum Thema auf ihrer Website fair-code.net 
                              veröffentlicht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Text steht unter CreativeCommons-<br />
                              <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lizenz</a> und darf unter Namensnennung der Autorin zu nichtkommerzieller Nutzung unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Die Autorin des im Januar verfassten Textes, Meike Richter, hat ihre Magisterarbeit zum Thema auf ihrer Website fair-code.net<br />
                              <a href="http://www.fair-code.net/faircodeblog/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=19&amp;blogId=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veröffentlicht</a>.<!--break--></p>
<p>
                              <strong>(Artikel, 19. Oktober 2006) Brasilien geht pro Linux und macht sich für eine Neuregelung geistiger Eigentumsrechte stark. Die Südamerikaner führen eine Reihe von Entwicklungs- und Schwellenländern an, die sich auf diesem Wege aus wirtschaftlicher Abhängigkeit befreien wollen.</strong>
                            </p>
<p>Seit einigen Jahren verfolgt Brasilien eine ganz eigene Entwicklungspolitik. Das südamerikanische Land kehrt Bill Gates&#8217; Imperium den Rücken und fördert den Einsatz und die Entwicklung von<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/FOSS" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freier/ Open Source Software</a> (FOSS). Begonnen hat die pro-Linux-Politik auf kommunaler und Bundesebene, seit dem Wahlsieg der<br />
                            <a href="http://www.ptb.org.br/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeiterpartei</a> unter Präsident Luiz Inácio Lula da Silva gehört die Förderung von offenem Code zum Regierungsprogramm. Die Brasilianer haben erklärt, 80% der neu anzuschaffenden Computer mit Open Source Software auszustatten. Auch die existierende öffentliche IT-Infrastruktur migriert auf FOSS, und staatlich geförderte Software soll unter freien Lizenzen veröffentlicht werden. Außerdem ist freie Software Bestandteil nationaler Programme zur Überbrückung des Digital Divide, denn ein Großteil der Brasilianer hat<br />
                            <a href="http://www.heise.de/ct/04/02/044/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">keinen Zugang</a> zu Informations- und Kommunikationstechnologien (ICTs) wie dem Internet. Mit der Überwindung des digitalen Grabens ist der Anspruch verbunden, gleichzeitig wirtschaftliche, politische und soziale Entwicklung zu fördern. Diese Hoffnung speist sich aus dem Umstand, dass Zugang zu Information und Wissen, seine Schaffung und Verbreitung, ein zentraler Machtfaktor in einer globalisierten, vernetzten Welt ist.</p>
<p>Und hier nun kommt Software ins Spiel – fungiert sie doch als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Die weiche Ware besteht nicht nur aus Information, sondern ist gleichsam der Zentralschlüssel zu digitalen Datenräumen und Wissen aller Art. Eines der Hauptargumente der Brasilianer für Linux lautet, dass es ökonomisch sinnvoller ist, Staatsgelder für die Ausbildung lokaler Arbeitskräfte auszugeben, als die finanziellen Ressourcen ins Ausland zu transferieren, um dort Software-Lizenzen einzukaufen. Denn anders als bei proprietärer Software, beispielsweise dem Betriebssystem Windows von Microsoft, fußt das ökonomische Wertschöpfungsmodell nicht auf Erhebung von Lizenzgebühren. Stattdessen bringen Serviceleistungen um die Software herum Gelder ein. Freie Software ist längst kein Spielzeug für Technik-begeisterte Bastler mehr. Konzerne wie IBM oder Novell Suse und eine Vielzahl kleiner und mittlerer Unternehmen erwirtschaften mit diesem speziellen Code Profit. Der<br />
                            <a href="http://www.mozilla.com/firefox/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Firefox-Browser</a>, Linux-basierte Betriebssysteme wie Debian oder das Office-Paket<br />
                            <a href="http://www.openoffice.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OpenOffice</a> zählen zu den bekanntesten Anwendungen. Brasilien hat eine sehr aktive FOSS-Szene. Die weltweit ersten mit Open Source betriebenen Bankautomaten haben die Südamerikaner entwickelt.</p>
<p>Freie Software hat, geschützt durch spezielle Lizenzen, eine ganz eigene Kultur und Ökonomie, die sich aus ihren vier Haupt-Merkmalen ergibt: die Software darf ohne jede Einschränkung benutzt werden, der Quellcode ist verfügbar, er darf verändert und es darf aus ihm gelernt werden, die Software darf ohne Einschränkungen und ohne Zahlungsverpflichtungen kopiert und weitergegeben werden, die Software darf verändert und in veränderter Form weitergegeben werden.<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Quellcode" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quellcode</a> ist die „DNA“ des Programmcodes, bestehend aus Textbefehlen, geschrieben in einer höheren Programmiersprache. Entwicklung und Anpassung von Software ist nur in dieser Rohform möglich. Open Source Software entsteht innerhalb offener Netzwerk-Strukturen, in denen Informatik-Studenten, Hobby-Programmierer und IT-Profis über Ländergrenzen hinweg miteinander kooperieren.</p>
<p>Weil bei FOSS der Bauplan frei zugänglich ist, schätzen die Südamerikaner diese Art Code. Marcel Tosatti, Brasilianer und ehemaliger Hüter des Linux-<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kernel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kernel</a>, drückt es so aus: „Die Technologie und die Lizenz gibt den Ländern der Dritten Welt die Chance, nicht mehr Sklaven irgendeiner Technologie zu sein. So kann jedes Land eigene Technologien entwickeln.“ Nicht zuletzt weil proprietäre Software die Anpassung an lokale sprachliche Bedürfnisse oft unmöglich macht, empfinden ärmere Länder ihre Benutzung als eine Art „elektronische Kolonisierung“. Eine generelle Unzufriedenheit mit Preisstruktur, Lizenzmodellen und Service des global mächtigsten proprietären Software-Produzenten – Microsoft – spielt eine zentrale Rolle. Tatsächlich handelt sich der Konzern immer wieder Klagen wegen wettbewerbswidriger<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft#Die_Antitrust-Klage_und_die_drohende_Spaltung_der_Firma" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Praktiken</a> ein. Auch die entwickelte Welt stört sich zunehmend an der Monopolstellung Microsofts und findet in freier Software eine willkommene Alternative. Die Stadt<br />
                            <a href="http://www.muenchen.de/Rathaus/referate/dir/limux/89256/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">München</a> beispielsweise ist dabei, ihre gesamte Verwaltung auf FOSS zu migrieren.</p>
<p>Brasiliens pro-Linux Politik ist eng verknüpft mit den Auseinandersetzungen um geistige Eigentumsrechte. Entwicklungs- und Schwellenländer erklären seit Jahren, dass die existierenden Copyright-und Patentsysteme nicht zu ihrem Vorteil arbeiten, sondern die Interessen entwickelter Länder beziehungsweise der dort ansässigen Unternehmen reflektieren. Die ursprüngliche Idee hinter geistigem Eigentum ist einleuchtend: Erfinder und Kreative bekommen ein zeitlich befristetes Monopol auf ihre Erzeugnisse und können wegen Ausschaltung des Wettbewerbs hohe Preise verlangen. Obwohl die Ideen temporär nicht von anderen genutzt und weiterentwickelt werden dürfen und Folge-Innovationen sich somit verzögern, rechnet sich das Konzept. Denn der Staat schafft auf diesem Wege Anreize für Innovation. Kritiker sagen, dass die kontinuierliche Ausweitung geistiger Eigentumsrechte, etwa auf mathematische Algorithmen, Gene oder Pflanzen, das System pervertiert und Innovation verhindert. Nicht mehr die besten Ideen, sondern die teuersten Anwälte setzten sich durch. Im Falle von armen Ländern tritt das Problem verschärft zutage. Sie verfügen kaum über Patente und Copyrights und die Möglichkeiten,<br />
                            <a href="http://www.dailytimes.com.pk/default.asp?page=story_16-8-2005_pg5_12" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sie</a> durchzusetzen. Bei der World Intellectual Property Organisation (WIPO) führt Brasilien eine Reihe von Entwicklungs- und Schwellenländern an, die sich für eine Neubewertung geistiger<br />
                            <a href="http://www.irights.info/index.php?id=381" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eigentumsrechte</a> einsetzen. Die WIPO ist eine UN-Agentur, die Markenrechte, Patent- und Copyrightsysteme global verbindlich festlegt. Es ist kein Zufall, dass gerade die Brasilianer auf neue Konzepte betreffend geistiges Eigentum setzen. In den 1990ern waren sie die ersten, die ernsthaft gedroht haben, im öffentlichen Interesse Patente auf überteuerte AIDS-Medikamente zu verletzen. Und zwar unter einer konservativen Regierung.</p>
<p>Die offene Regelung geistiger Eigentumsrechte bei freien Software-Systemen wie Linux soll helfen, technologisch und wirtschaftlich unabhängiger zu werden. Denn bei Software geht es nicht nur um Code, sondern um Rechte, Kontrolle, Sicherheit, Transparenz und Macht. Software ist eher ein Prozess denn ein Produkt – um sie einsatzfähig zu halten, ist kontinuierliche Weiterentwicklung unerlässlich. Während proprietäre Technologien nur denen offen stehen, die sie sich leisten können, erlaubt Freie Software Zugang zu Wissen und Informatik der entwickeltesten Länder.</p>
<p>Ob Brasiliens pro-Linux Politik weiter voranschreitet, bleibt indes abzuwarten. Ist sie doch eng verbunden mit dem Schicksal der Arbeiterpartei. Die Förderung Freier Software gewinnt aber auch in anderen Ländern Lateinamerikas an Bedeutung: seit September 2005 ist in Peru Einsatz und Förderung freier Software<br />
                            <a href="http://www.bundestux.de/show/88304.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gesetzlich festgeschrieben</a>.</p>
<p>Man darf die brasilianische Politik nicht als bloßes Armuts-Bekämpfungsprogramm abtun. Dahinter steht die Absicht, kommerziellen und gesellschaftlichen Mehrwert ohne klassischen Schutz geistigen Eigentums zu schaffen, sondern mit neuen Copyright- und Patentmodellen, die an die Bedürfnisse moderner Wissensgesellschaften angepasst sind. Wissen ist ein ganz besonderes Gut: es wächst durch Teilung.</p>
<p>
                              <strong>Dieser Text steht unter CreativeCommons-<br />
                              <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lizenz</a> und darf unter Namensnennung der Autorin zu nichtkommerzieller Nutzung unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Die Autorin des im Januar verfassten Textes, Meike Richter, hat ihre Magisterarbeit zum Thema auf ihrer Website fair-code.net<br />
                              <a href="http://www.fair-code.net/faircodeblog/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=19&amp;blogId=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veröffentlicht</a>.</strong><br />
                              
                            </p>
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		<title>Linux geht in die Schule</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-open_source-linuxtag2005karlsruhe050630-shtml-2816/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jsteiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jun 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[Messe]]></category>
		<category><![CDATA[Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Freie Software]]></category>
		<category><![CDATA[LinuxTag]]></category>
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		<category><![CDATA[Karlsruhe]]></category>
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					<description><![CDATA[Am vergangenen Sonnabend, den 25. Juni endete der 
                            LinuxTag im Kongresszentrum Karlsruhe. Die viertägige Fachmesse zog 12.000 Besucher an. Der LinuxTag ist die bedeutenste Fachmesse in Deutschland für 
                            freie Software mit offenem Quellcode.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Am vergangenen Sonnabend, den 25. Juni endete der<br />
                            <a href="http://www.linxtag.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LinuxTag</a> im Kongresszentrum Karlsruhe. Die viertägige Fachmesse zog 12.000 Besucher an. Der LinuxTag ist die bedeutenste Fachmesse in Deutschland für<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Source" target="_blank" rel="noopener noreferrer">freie Software</a> mit offenem Quellcode.</p>
<p><!--break--></p>
<p>“Wir sind sehr zufrieden mit der Veranstaltung und konnten sowohl die Zahl der Aussteller wie auch der Vortragsangebote steigern”, erklärte Nils Magnus, Vorstand des LinuxTag e. V. Mehr als 160 Aussteller zeigten Lösungen rund um Freie Software. “Unser Angebot ist mittlerweile so groß, dass wir die begonnene Fokussierung auf Schwerpunktthemen auch im kommenden Jahr fortsetzen wollen”, meint Magnus im Hinblick auf die 180 Fachbeiträge.</p>
<p>
                              <strong>Das Lexikon auf dem Desktop</strong>
                            </p>
<p>Der LinuxTag ist keine reine Fachmesse. Entscheidungsträger großer und mittelständischer Unternehmen haben hier die Möglichkeit, den Umstieg der Firma auf andere Betriebssysteme und gemein freie<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Enterprise-Resource-Planning" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ERP-Software</a> zu planen und neue Geschäftskontakte knüpfen. Auf dem LinuxTag sollen auch freie, nichtkommerzielle Projekte gefördert und zusammengeführt werden. So werden in Zukunft das Desktop-Projekt<br />
                            <a href="http://www.kde.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">KDE</a> und die freie Enzyklopädie Wikipedia enger miteinander kooperieren. Beim sogenannten Coding-Marathon konnten Messebesucher durch Lösen kniffliger Programmieraufgaben Preise gewinnen, die von Sponsoren zur Verfügung gestellt wurden.</p>
<p>
                              <strong>Linux geht in die Schule</strong>
                            </p>
<p>Wie Linux effektiv im Bildungswesen eingesetzt werden kann, wurde im Projektfeld „Linux macht Schule“ demonstriert. In diesem Rahmen wurde die „Linux-Musterlösung“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein komplettes Software-Paket für Schulen, deren Installation komfortabel ist. Die enthaltenen Programme sind technisch und pädagogisch auf den Schulgebrauch zugeschnitten. Entscheidend für den Umstieg auf Freie Software ist oftmals die prekäre finanzielle Situation vieler Bildungseinrichtungen. Denn durch den Einsatz von Linux &amp; Co. können Lizenzkosten eingespart und Anschaffungskosten reduziert werden, da die Hardwareanforderungen Freier Software im Vergleich zu anderen Systemen eher niedrig sind. Darüber hinaus erlaubt der Einsatz Freier Software einen kreativen und effektiven Einsatz von Computern im Unterricht.</p>
<p>
                              <strong>Lockpicking-Meisterschaft in Linux-Umgebung</strong>
                            </p>
<p>Dass Sicherheit von Linux-Betriebssystemen ist Kennern der IT-Sicherheit schon lange bekannt: Die offenen Quellen lassen im Gegensatz zu properitären Ansätzen die Überprüfung der Sicherheitsfunktionen durch Experten zu. Schwachstellen können so geortet und behoben werden. Das Maß der Sicherheit hängt jedoch auch von der Kompetenz des Systemadministrators ab.<br />
                            <br />Auf dem LinuxTag trat die Linux-Experten gegeneinander an und stellten ihre Fähigkeiten unter Beweis.</p>
<p>
                              <strong>1000 Freikarten für Nachwuchs und Aktive</strong>
                            </p>
<p>In diesem Jahr verlangten die Veranstalter der Messe erstmals Eintritt. Die Karten kosteten zwischen 15 und 35 Euro. Für Schüler, Studierende und Software-Entwickler stand ein Kontingent von 1000 Freikarten zur Verfügung.<br />
                            </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wirbel um die Software-Patenrichtlinie</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/econsumer-verbraucherschutz-patentrichtlinie-shtml-3137/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[awidlak]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Oct 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Softwarepatent]]></category>
		<category><![CDATA[Patentrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Europapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetzgebung]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[Niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[Europäisches Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Freie Software]]></category>
		<category><![CDATA[Open Source]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein 20-jähriges Patent auf Software ist zurzeit viel diskutiertes Thema. Die Niederlande befürworten den neuesten Vorschlag, Software dem Patentrecht zu unterstellen - so glaubt man zumindest im Ausland. Schließlich haben die Niederlande für dieses Gesetz gestimmt, oder etwa nicht? Das niederländische Parlament hat jedoch mehrheitlich gegen den gegenwärtigen Vorschlag gestimmt und die Regierung vor mehreren Wochen angewiesen, seine Stimme zurückzuziehen und diesen Standpunkt während seiner gegenwärtigen EU-Präsidentschaft zu vertreten. Warum hat das übrige Europa nichts davon gehört?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Ein 20-jähriges Patent auf Software ist zurzeit viel diskutiertes Thema. Die Niederlande befürworten den neuesten Vorschlag, Software dem Patentrecht zu unterstellen &#8211; so glaubt man zumindest im Ausland. Schließlich haben die Niederlande für dieses Gesetz gestimmt, oder etwa nicht? Das niederländische Parlament hat jedoch mehrheitlich gegen den gegenwärtigen Vorschlag gestimmt und die Regierung vor mehreren Wochen angewiesen, seine Stimme zurückzuziehen und diesen Standpunkt während seiner gegenwärtigen EU-Präsidentschaft zu vertreten. Warum hat das übrige Europa nichts davon gehört?</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">
                            <span class="fett">Unklare Rechtslage</span></p>
<p>Können Sie Ihre selbstentwickelte Software frei verkaufen? Dürfen Sie<br />
                            <br />sie frei zur Verfügung stellen? Diese Fragen kann derzeit kein Anwalt<br />
                            <br />beantworten, denn sie sind stark mit der Rechtsprechung von Software-Patenten verknüpft. Stellen Sie sich vergleichbare Unsicherheiten in anderen Wirtschaftssegmenten vor: Darf ein Bäcker sein selbst-gebackenes Brot verkaufen? Darf ein Fahrradbauer ein Fahrrad auseinandernehmen? Eine unsichere Rechtslage in diesen Bereichen wäre katastrophal für die gesamte Wirtschaft, spiegelt jedoch die Situation in der Software-Industrie wider.</p>
<p>Die Europäische Union versuchte diese Problematik zu lösen, als sie ihre ersten Vorschläge zur Harmonisierung des Patentrechtes in Europa vorlegte. Im Jahr 1999 wurde das Patentproblem als prioritär eingestuft und zu Beginn des Jahres 2000 erstellte die Union einen Bericht zu den wirtschaftlichen Auswirkungen von Softwarepatenten.<br />
                            <br />Ende 2000 wurde ein Diskussionspapier ausgegeben, in dem die Mitgliedsstaaten und die europäische Öffentlichkeit ihre Meinungen und Vorschläge äußern konnten. Als dieses Diskussionspapier im Jahr 2002 veröffentlicht wurde, brach plötzlich ein Hagel von Protesten der Hersteller von Open Source- und proprietärer Software los.</p>
<p>
                            <span class="fett">EU Parlament und Ministerrat: Unterschiedliche Auffassungen</span></p>
<p>In der Zeit zwischen 2000 und 2002 hat sich viel verändert. Freie und Open Source- Software hat starke Resonanz gefunden und viele kleine, triviale Patente wurden anerkannt. Nur wenige Jahre zuvor interessierte sich lediglich eine kleine Expertengruppe für dieses Projekt. Im Jahr 2002 zeigte sich jedoch eine große Gruppe von Software-Experten besorgt. Das Europäische Parlament akzeptierte zwar die Vorschläge zur Software-Patentichtlinie mit überwiegender Mehrheit (361 dafür, 157 Gegenstimmen und 28 Enthaltungen) aber fügte &#8211; als Reaktion auf öffentliche Vorbehalte &#8211; soviele Anhänge hinzu, dass die Vorschläge nicht mehr funktionsfähig waren. Zu dieser Zeit hatte Irland die umlaufende EU-Präsidentschaft inne und schrieb einen Entwurf für den Ministerrat, der dem Gesetzesentwurf der Europäischen Kommission ähnelte. Die Änderungen des Europäischen Parlamentes waren nun kaum mehr erkennbar.<br />
                            <br />Der Richtlinienvorschlag des Europäischen Parlamentes vertrat die Auffassung, dass eine Patentierung von Software die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft von kleineren und mittelständischen Unternehmen in der IT-Branche aufgrund teurer und aufwendiger Patentanmeldungen erschwere. Nach Meinung des Parlaments solle Computersoftware weitgehend urheberrechtlich geregelt werden. Das Patentrecht dagegen sei nur dann anzuwenden, wenn tatsächliche, genau festgelegte technische Neuerungen innerhalb des Computerprogrammes bestünden.<br />
                            <br />Der Entwurf der dem Ministerrat vorgelegt wurde, sah hingegen eine weitaus grosszügiger definierte Patentierungsrichtlinie vor. Diese Richtlinie, so kritisiert die Mehrheit der EU-Parlamentarier und eine Vielzahl von Open Source Experten, komme ausschließlich den multinationalen Unternehmen und den Patentanwälten zugute.</p>
<p>
                            <span class="fett">Die Rolle der Niederlande</span></p>
<p>An dieser Stelle wird die Rolle der Niederlande interessant. Der niederländische Wirtschaftsminister Brinkhorst und Außenhandels-Staatssekretärin Van Gennip schreiben in einem Brief an das niederländische Parlament, dass zwischen dem Europäischen Parlament und dem Ministerrat vollständige Übereinstimmung bezüglich der Software-Patentrichtlinie bestehe. Ein schweres Stück. Einige Tage später stimmt er im Namen der Niederlande für den neuen Gesetzesentwurf.</p>
<p>Als die Mitglieder des niederländischen Bundestages herausfinden, dass keinerlei Übereinstimmung besteht und dass die meisten Änderungen vom Europäischen Parlament ignoriert worden sind, wird Brinkhorst vor das Parlament zitiert. Er gesteht ein, dass die ausgegebenen Informationen falsch waren. Obwohl er keine andere Erklärung als einen „Fehler in der Textverarbeitungssoftware“ angeben kann, amüsiert er sich über das Parlament indem er sie für ihre Arbeit lobt, und dafür, dass sie das Europäische Parlament so ernst nähmen. Wie dem auch sei, fügt er hinzu, da die Wahl bereits stattgefunden habe, könnten die Niederlande die abgegebene Stimme nun nicht mehr ändern. In der darauffolgenden Debatte wird offensichtlich, dass eine Anpassung nicht möglich ist, da eine Stimmänderung einen „schlechten Eindruck“ machen würde.<br />
                            <br />Mit einer großen Mehrheit wird ein Beschluss verabschiedet, der Minister Brinkhorst anordnet, die Stimme der Niederlande zurückzuziehen. Van Gennip erklärt im Parlament, dass sie den Wünschen des Parlamentes entgegenkommen wird. In der niederländischen Presse wird das Europäische Protokoll zitiert – welches während Brinkhorsts Zeit im Europäischen Parlament verabschiedet wurde – dass eine Zeitspanne von sechs Wochen zwischen Absprache und der formellen Wahl vorgibt, um den nationalen Parlamenten die Chance zu geben, Stellung zu beziehen.</p>
<p>Am 7. Juli 2004 wird ein hoher Beamter aus England in der Herald Tribune zitiert. Er verkündet, dass der niederländische Minister sich nicht verpflichtet fühle, die niederländische Position zu ändern. Obwohl das niederländische Parlament nun offiziell gegen die Direktive sei, könne das Land diesen Standpunkt nicht mehr vertreten. Da die Niederlande die Präsidentschaft über die Europäische Union innehätten, müsse es den “gemeinsamen“ Standpunkt vertreten.<br />
                            <br />Als das Parlament am 12. Juli mit einer Reihe von Fragen reagiert, antwortete der Minister am 2. August, dass er die anderen Länder über die Bedenken des Parlamentes unterrichten wird, aber er garantiert nicht, dass die Regierung ihre Stimme zurückziehen werde. In einem zweiten Satz von Fragen wurde der Minister gefragt, ob er die Meinung des Parlamentes teile, dass er nicht den Wünschen des Parlamentes entspräche. Am 13. September schrie der Minister, dass er seiner Meinung nach in Übereinstimmung mit den Wünschen des Parlamentes arbeite.</p>
<p>
                            <span class="fett">Die Ratsentscheidung</span></p>
<p>Die geplante formelle Wahl zur Verabschiedung der Software-Patenrichtlinie wurde nicht wie geplant am 24. September im EU-Ministerrat verabschiedet. Offiziell wird dies damit begründet, dass die die Übersetzung der Richtlinie in die jeweiligen Landessprachen zu dem Zeitpunkt noch nicht vollständig war. Die Software Richtlinie soll nun offiziell Ende November/ Anfang Dezember 2004 „ohne weitere Diskussionen“ verabschiedet werden.<br />
                            <br />Inoffiziell wird jedoch gemutmaßt, dass auch die lautstarken Proteste gegen die Richtlinie zu der Aufschiebung geführt haben.</p>
</p>
<p>Dieser Text wurde bei politiek-digitaal.nl erstveröffentlicht.<br />
                            <br />Übersetzung aus dem Englischen von Tessa Hauswedell.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Open Source in der Bundesverwaltung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/open_source_in_der_bundesverwaltung-195/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mfrost]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jun 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[LinuxTag]]></category>
		<category><![CDATA[Open Source]]></category>
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		<category><![CDATA[Bundesverwaltung]]></category>
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		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[Ute Vogt]]></category>
		<category><![CDATA[Freie Software]]></category>
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					<description><![CDATA[<b>Ute Vogt<!-- #EndEditable --> 
im BMI-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->24.06.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Ute Vogt<!-- #EndEditable --><br />
im BMI-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->24.06.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" --> </p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Open Source-Freunde und Skeptiker, herzlich<br />
willkommen im Live-Chat, veranstaltet vom Bundesministerium des Innern.<br />
Unser heutiger Gast ist die Parlamentarische Staatssekretärin Ute<br />
Vogt, die direkt vom Business- und Behördenkongress im Rahmen der<br />
Software-Messe &quot;LinuxTag 2004&quot; in Karlsruhe chattet. Das heutige<br />
Thema: Open Source Software in der Verwaltung. Guten Tag Frau Vogt.<br />
Wir haben 60 Minuten Zeit. Sind Sie bereit?
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/uvogt2.jpg" align="left" height="148" width="100" />Ute Vogt:</b><br />
Ja, klar.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie sagen, Open Source Software (OSS) sei ein wichtiger<br />
Innovationsfaktor für den Standort Deutschland. Können Sie<br />
das bitte näher ausführen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> OSS gibt die Chance, viele unterschiedliche Ideen<br />
im Wettbewerb zu entwickeln &#8211; Weg vom Monopol hin zur Vielfalt.
</p>
<p>
<b>Max99:</b> Welche Vorteile bringt Open Source Software<br />
in der Bundesverwaltung?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Kommunikation kann zwischen unterschiedlichen Systemen<br />
organisiert werden. Häufig sind die Lösungen kostengünstiger<br />
und vorhandene Systeme müssen nicht komplett erneuert und vereinheitlicht<br />
werden, sondern können aufeinander abgestimmt werden. Außerdem<br />
lässt sich OSS auf die Bedürfnisse der Verwaltung anpassen,<br />
z.B. zur Gewährleistung der Sicherheit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfrage zur Vielfalt:
</p>
<p>
<b>Wiener:</b> Brauchen Behörden nicht statt mehr IT-Vielfalt<br />
wenige Standards, um den Austausch zu erleichtern?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ja, wir müssen uns auf offene Standards verständigen.<br />
Die einzelnen Systeme und ihre Hersteller können und sollen durchaus<br />
unterschiedlich sein. Wichtig sind gemeinsame Standards für die<br />
Kommunikation und Transaktion.
</p>
<p>
<b>Ruudi:</b> Vielfalt in der Software-Landschaft von Behörden<br />
durch OSS? Ist die IT-Struktur von Behörden nicht eh schon sehr<br />
heterogen und untereinander inkompatibel? Wird das nicht verstärkt?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Entscheidend ist, dass nicht wenige große Anbieter<br />
den Markt beherrschen und damit am Ende Preise und Gestaltung der Dienstleistung<br />
dominieren. Vielfalt empfinde ich als positiv und Wettbewerb natürlich<br />
auch.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie sprachen Standards an. Gibt es da erste Ergebnisse?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Die Behörden und Wirtschaft sind sich darüber<br />
einig, dass die Zukunft in der XML-Technologie liegt. Entsprechende<br />
Standardisierungsvorhaben finden Sie z.B. im Rahmen der eGovernment-Initiative<br />
Deutschland Online. Einheitliche Standards und Architekturen gibt u.a.<br />
das SAGA-Papier aus dem BMI (Innenministerium) vor, das auch von vielen<br />
Ländern und Gemeinden angewendet wird.
</p>
<p>
<b>OnoSendai:</b> Gibt es so etwas wie SAGA auch für<br />
Dateiformate wie .doc oder .xls?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> SAGA definiert als offenen Standard für offenen<br />
Dokumentenaustausch das PDF-Format. Die deutsche Verwaltung hat sich<br />
darauf geeinigt, künftig grundsätzlich ein offenes Dokumentenformat<br />
zu verwenden. Welches dies sein wird, wird z.Zt. in vielen Gremien diskutiert.<br />
Auch die Länder sind dabei und natürlich die europäische<br />
Ebene.
</p>
<p>
<b>Georg F.:</b> Welche Probleme tauchen bezüglich der<br />
Kompatibilität von Dateiformaten auf? Gibt es nicht bei OSS Probleme<br />
der Kommunikation zwischen den Behörden.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Natürlich gibt es auch diese Probleme. Deswegen<br />
wollen wir ja gerade auf ein gemeinsames offenes Format kommen. Dieses<br />
muss aber auch von allen akzeptiert werden.
</p>
<p>
<b>Zuhörer:</b> Welche Vorteile haben die Bürger,<br />
wenn die Verwaltung mit Linux arbeitet?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Der Zugang ist von unterschiedlichen Systemen aus<br />
möglich und wir sparen Steuergelder.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Gibt es Zahlen wie viel?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Wir haben noch keine Gesamtzahlen, da die Ersparnisse<br />
auf unterschiedlichen Ebenen zustande kommen (Bundesbehörden, Länder,<br />
Kommunen). Ich empfehle, zur Erkundung von konkreten Zahlen jeweils<br />
bei einem konkreten Projekt nachzufragen.
</p>
<p>
<b>heidelberger:</b> Nachfrage zur Antwort zu Zuhörer:<br />
Dass wir Steuern sparen, merkt der Bürger aber nicht direkt, Sie<br />
bekommen (oder haben?) da ein Vermittlungsproblem.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Viele Bürger haben das Problem, dass sie denken,<br />
sie würden Steuern nur für Politiker zahlen. In Wirklichkeit<br />
sind wir gewählt, um die Ausgabenschwerpunkte zu setzen. Was wir<br />
an Steuergeldern ausgeben, kommt in Form von Kindergärten, Schulen,<br />
Straßenbau, Polizei und eben auch in Form konkreter Unterstützung<br />
für moderne Kommunikationstechnik zu den Bürgern zurück.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Weitere Fragen zum Thema Kosten:
</p>
<p>
<b>EugenH.:</b> Gerne wird behauptet, Linux sei günstiger<br />
als Microsoft. Haben sie die Erfahrung auch gemacht beim Bund?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Es gelten auch im Bund die Gesetze der Marktwirtschaft.<br />
Mehr Wettbewerb führt auch im Bezug auf große Anbieter zu<br />
besseren Preisen.
</p>
<p>
<b>JFiedler:</b> Was ist teurer? Proprietäre Software<br />
oder die Mitarbeiterschulung für OSS?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Für proprietäre Software muss man auch Schulungen<br />
machen, die konkreten Kosten hängen vom Produkt und von den Kenntnissen<br />
der Mitarbeiter ab.
</p>
<p>
<b>Troll34:</b> Linux und Co. sind doch Expertensysteme.<br />
Für den Serverbereich mögen diese gut geeignet sein, aber<br />
der typische Büronutzer ist doch damit total überfordert.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Das kann ich nicht bestätigen. Ich empfehle einen<br />
Besuch beim LinuxTag, hier finden Sie Oberflächen, die Sie mit<br />
einfachen Grundkenntnissen unmittelbar benutzen können.
</p>
<p>
<b>HJB:</b> Sehr geehrte Frau Vogt, meinen Sie wirklich,<br />
dass die Microsoft-Produkte in der Verwaltung durch Open Source-Produkte<br />
ersetzt werden können? Die Mehrzahl der Nutzer ist es gewohnt,<br />
privat sowie dienstlich mit Microsoft-Produkten zu arbeiten (zumindest<br />
in der Bw-Verwaltung). Jede Umstellung würde die Mehrzahl der Nutzer<br />
verunsichern. Servermäßig würde ich OSS schon eher einsetzen.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Es geht nicht darum, grundsätzlich alle Microsoft-Produkte<br />
zu ersetzen. Ziel der Bundesregierung ist es, Vielfalt zu gewährleisten.<br />
Wir streben größtmöglichste Herstellerunabhängikeit<br />
an. Viele Behörden können ohne Probleme OSS einführen.
</p>
<p>
<b>ernst:</b> Gibt es einen politischen Willen, nun nicht<br />
mehr von einem Monopol aus Amerika abhängig zu sein?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Die Herkunft von Software spielt in einer globalen<br />
Welt bei aufgeschlossenen Menschen hoffentlich keine Rolle mehr. Aber<br />
auch Deutschland will sein großes Know-How bei Software-Lösungen<br />
einbringen. Dazu braucht es Chancengleichheit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Dazu passend die Frage von:
</p>
<p>
<b>HAnnelore:</b> Ist die „Feindschaft“ zwischen<br />
Microsoft und Linux-Anhängern nicht kontraproduktiv? Sollte man<br />
nicht besser zusammenarbeiten?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war deutlich.
</p>
<p>
<b>Berger:</b> Linux wird eher im Server-Bereich eingesetzt.<br />
Plant der Bund auch bei Desktops OSS einzusetzen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ja, im Justizministerium und auch bei der Bundesbeauftragten<br />
für die Stasiunterlagen werden die Arbeitsplätze bereits auf<br />
Linux gestaltet. Allein in der Behörde der Bundesbeauftragten betrifft<br />
das ca. 2000 Arbeitsplätze.
</p>
<p>
<b>BSDFan:</b> Können Sie ein Beispiel angeben, wo man<br />
abhängig von MS-Produkten war und sich dies nachteilig auswirkte?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Fragen Sie mal bei der Stadt Schwäbisch Hall.<br />
Der dortige Oberbürgermeister Pelgrim wird sicher gerne über<br />
die Geschichte der Linuxeinführung in seiner Stadt Auskunft geben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Nachfragen zur Kostenfrage:
</p>
<p>
<b>Tux:</b> Aber wenn man langfristig plant, ist Linux doch<br />
preiswerter. Schulungen müssen nur einmal bezahlt werden. MS-Software<br />
muss alle drei Jahre neu gekauft werden.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Das ist auch mein Eindruck.
</p>
<p>
<b>rudolf:</b> Also schafft man mit staatlichen Mitteln einen<br />
neuen Markt. Können Sie dem Bürger mit wirklichen Zahlen dieses<br />
Experiment plausibel machen? Warum sollte der Bürger dies bezahlen,<br />
wenn man nicht wirklich davon überzeugt ist?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Wir schaffen keinen neuen Markt, sondern wir geben<br />
dem Wettbewerb eine Chance. Und es wundert mich schon, dass aus manchen<br />
Bereichen der Wirtschaft, die sonst immer nach Wettbewerb schreit, in<br />
diesem Fall so große Ängste formuliert werden.
</p>
<p>
<b>clara:</b> Ich stelle mir die Frage, ob nicht der Aufwand<br />
zur Pflege bei offenen Systemen viel höher ist. Sind sie anderer<br />
Meinung?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Das kommt auf das jeweilige Produkt an.
</p>
<p>
<b>Lamer:</b> Da OSS kostenlos ist, kostet es doch Arbeitsplätze<br />
unserer Programmierer hier?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> OSS ist nicht kostenlos, sondern Lizenzkosten-frei.<br />
Verdient wird selbstverständlich auch im diesem Bereich, und zwar<br />
über Dienstleistungen.
</p>
<p>
<b>Bebop:</b> Wie gehen Sie mit der Angst um, freie Software<br />
könnte Arbeitsplätze kosten? Immerhin kostet sie ja nicht!
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Wir sind der Meinung freie Software schafft Arbeitsplätze.<br />
Sowohl bei kleinen als auch bei großen Unternehmen.
</p>
<p>
<b>WannaBeWizzard:</b> Gibt es eigentlich genug Anbieter<br />
zu OSS in Deutschland? Ist das Angebot an Schulungen etc. ausreichend<br />
oder besteht dort Bedarf? Lohnen Sich da Firmengründungen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Auf dem LinuxTag lässt sich besichtigen, dass<br />
sich Firmengründungen lohnen. Es gibt bereits eine Anbietervielfalt<br />
und natürlich entsprechende Schulungen. Aber für neue Ideen<br />
ist immer noch Platz. Dass ist ja der Sinn des kreativen Wettbewerbs.
</p>
<p>
<b>OSSHacker:</b> Werden Sie die Weiterentwicklung von OpenSourceSoftware<br />
fördern?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Wir stecken kein Geld in Programmierungen neuer Produkte,<br />
sondern unterstützen Projekte und vorhaben. Dabei wird OSS auch<br />
auf die Bedürfnisse der Verwaltung angepasst. Damit wird natürlich<br />
auch Weiterentwicklung vorangetrieben. Produkte und Dienstleistungen<br />
sollen vom Markt kommen.
</p>
<p>
<b>Pierre:</b> Wie viele Arbeitsplätze möchte der<br />
Bund im Bereich OSS schaffen, bzw. gibt es angestrebte Zahlen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Die Zahl ist nicht festgelegt, da jedes Ministerium<br />
und jede Behörde dies für sich selbst bestimmt.
</p>
<p>
<b>Rab:</b> Wie können Kommunen von der Erfahrungen<br />
des Bundes bei OSS profitieren? Die Probleme vor Ort sind doch ganz<br />
anders?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Der Bund versteht sich als Koordinator. Wir können<br />
nicht alle Erfahrungen selbst gemacht haben. Aber wir vermitteln Kontakte,<br />
z.B. OSS-Kompetenzzentrum auf der Website www.kbst.bund.de.
</p>
<p>
<b>rudolf:</b> Sie sprachen vorhin die europäische Ebene<br />
an. Wie sieht die Entwicklung in den anderen EU-Staaten derzeit aus?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Sehr unterschiedlich. Es gibt auch Staaten, die uns<br />
bereits etwas voraus sind, z.B. die Niederlande. Insgesamt sind sich<br />
die Europäer einig, mehr Open Source einzusetzen und offene Standards<br />
zu fördern. Dazu gab es gestern hier in Karlsruhe auch die Konferenz<br />
der Vertreter der Europäischen OSS-Kompetenzcenter.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Neues Thema:
</p>
<p>
<b>Arne:</b> Wie ist der Zusammenhang zwischen OSS und Softwarepatenten?<br />
Wie kommt das zusammen: Einerseits fördert der Staat OSS und auf<br />
der andere Seite muss er Gesetze in genau die andere Richtung exekutieren?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Noch muss überhaupt kein Gesetz exekutiert werden.<br />
Derzeit wird auf europäischer Ebene eine Richtlinie diskutiert,<br />
um die Rechtslage zu vereinheitlichen.
</p>
<p>
<b>URSUS:</b> Wie stehen die Chancen, Software-Patente auf<br />
EU-Ebene zu verhindern?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Es geht nicht darum, die Richtlinie zu verhindern,<br />
sondern sie so zu gestalten, dass Software als solche nicht ohne weiteres<br />
zu patentieren ist. Als nächstes kommt es auf die Entscheidung<br />
des Europäischen Parlamentes an. Leider haben sich die Mehrheitsverhältnisse<br />
nach den Europawahlen verändert und wir wissen noch nicht, wie<br />
das neue Parlament sich äußern wird. Bisher war das EP für<br />
eine enge Beschränkung der Patentierung. Ich hoffe, dass diese<br />
Position auch beibehalten wird, denn dann wird weiter über die<br />
Details der Richtlinie verhandelt.
</p>
<p>
<b>kalug:</b> Was ist Ihre Position zu Softwarepatenten?<br />
Werden Sie an der Demonstration gegen Sowftarepatente teilnehmen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ganz ohne Softwarepatente wird es auf europäischer<br />
Ebene nicht gehen. Für mich ist entscheidend, dass Interoperabilität<br />
bewahrt wird, die Offenlegung von Schnittstellen in jedem Fall gesichert<br />
bleibt und der Grundgedanke der freien Software sich in der Richtlinie<br />
wiederfindet. Damit bin ich für eine enge Beschränkung der<br />
Patentierungsmöglichkeiten. Damit möchte ich nicht nur den<br />
OpenSource Bereich schützen, sondern auch die deutschen Software-Entwickler<br />
insgesamt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Weitere Themen:
</p>
<p>
<b>Timmi:</b> Wie steht es mit der Sicherheit von Open-Source<br />
Betriebssystemen wie BSD oder Linux. Sind diese wirklich sicherer gegenüber<br />
Viren, Dialern und Hackerangriffen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> OSS-Lösungen sind nicht per se sicherer. Aber<br />
durch individuelle Lösungen kann Sicherheit besser implementiert<br />
werden. Bei Angriffen bietet die Vielfalt einen Schutz vor Massenschäden.
</p>
<p>
<b>Bebop:</b> Wie sieht es mit der Archivierung von Daten<br />
aus, gibt es da Probleme mit OSS oder MS?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Damit sind wir wieder beim Thema offenes Dokumentenformat<br />
&#8211; Wir brauchen hier eine Einigung aller Beteiligten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfrage zur Migration zu OSS:
</p>
<p>
<b>SlashChatter:</b> Welche Schwierigkeiten bei der Umstellung<br />
auf OSS treten denn auf? Sie meinten Justiz-Ministerium und Stasibehörde<br />
würden umsteigen.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Es gibt die üblichen Probleme, die es immer gibt,<br />
wenn man Systeme grundsätzlich neu installiert. Erfahrungen und<br />
Probleme sind im Migrationsleitfaden des BMI dokumentiert. Download<br />
unter www.kbst.bund.de.
</p>
<p>
<b>heidelberger:</b> Fördern Sie denn den Einsatz von<br />
Open Source auch wirklich aktiv genug, mal ganz selbstkritisch? Auf<br />
Ihrem Schreibtisch steht doch sicher auch ein Gerät mit Microsoft-Software,<br />
oder?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Mein Arbeitsplatz im Ministerium hat in der Tat Microsoft-Software.<br />
Aber viele Server laufen auch in unserem Haus auf Linux. Es geht uns<br />
nicht um ein Entweder &#8211; Oder, sondern um Chancengleichheit und Vielfalt<br />
für alle Beteiligten.
</p>
<p>
<b>Bünde:</b> Welche persönlichen Erfahrungen haben<br />
sie mit Open Source? Etwa mit ihrem PC?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> In meinem eigenen PC ist wie bereits ausgeführt<br />
noch keine Open Source. Aber ich habe Anwendungen bereits auf kommunaler<br />
Ebene getestet.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Vorletzte Frage:
</p>
<p>
<b>Polizei:</b> Microsoft ist ja erstmalig auch auf dem Linuxtag<br />
vertreten. Besuchen sie auch deren Stand und führen Gespräche?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Microsoft habe ich bereits auf der Cebit besucht.<br />
Bei meinem heutigen LinuxTag-Besuch hatte ich andere Schwerpunkte. Aber<br />
das hat keinen tieferen politischen Grund. Wir grenzen nicht aus, sondern<br />
erweitern schlicht das Angebot.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Abschluss der 60 Minuten:
</p>
<p>
<b>ketkar:</b> Wie hat Ihnen die Messe heute gefallen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Prima.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Linux-Freunde und Skeptiker, liebe Frau Vogt,<br />
ganz herzlichen Dank für Ihre Teilnahme am Live-Chat. Leider ist<br />
eine Stunde schon vorbei, danke für die vielen Fragen und Ihre<br />
Antworten. Leider können nicht alle beantwortet werden. Weitere<br />
Informationen finden sie im Internet unter www.kbst.bund.de oder www.staat-modern.de.<br />
Der Chat wurde von politik-digital.de durchgeführt. Wir wünschen<br />
allen einen schönen Tag und viel Spaß beim Linuxtag.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Vielen Dank für das Interesse. Bringen Sie sich<br />
weiter in dem Thema ein und vergessen nicht, dass die politischen Rahmenbedingungen<br />
entscheidend sind für Entwicklungen in Deutschland und Europa.<br />
Und dass Sie durch Teilnahme an Wahlen Einfluss nehmen können!
</p>
<p><!-- #EndEditable --> </p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Auf dem Linux-Weg</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-open_source-linux-shtml-2401/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[rfuchs]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Aug 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt am Main]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[IBM]]></category>
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					<description><![CDATA[
                    Bundesinnenministerium und IBM bereiten deutsche Behörden auf die Linux-Welt vor. Deutschland solle zur führenden Linux-Nation werden. München macht es vor, wer zieht nach? Freie Software in der Verwaltung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bundesinnenministerium und IBM bereiten deutsche Behörden auf die Linux-Welt vor. Deutschland solle zur führenden Linux-Nation werden. München macht es vor, wer zieht nach? Freie Software in der Verwaltung.<!--break-->
                  </p>
<p>Auf dem LinuxTag, dem größten Branchen-Treffen in Europa, haben das Bundesministerium des Innern und IBM Deutschland nach einjähriger Partnerschaft einen Migrationsleitfaden herausgebracht, der die öffentlichen Verwaltungen des Bundes, der Länder und Gemeinden ins Linux-Zeitalter bringen soll. Das 440 Seiten starke Werk will jene Behörden unterstützen, die ihre Betriebssysteme von der „Monokultur“ Microsoft auf das quelloffene Betriebssystem Linux umstellen wollen.</p>
<p>
                  <strong>Linux-Nation Deutschland</strong><br />
                  <br />Das Vorhaben &#8220;Open-Source-Software für die Verwaltung&#8221; sei sehr gut angelaufen. Ein Jahr nach Abschluss des Kooperationsabkommens zwischen dem Bundesinnenministerium (BMI) und IBM zur Förderung von Open-Source-Software in der Verwaltung hätten bereits über 500 Behörden aus Bund, Ländern und Gemeinden einen Antrag gestellt, dem Rahmenvertrag beizutreten. Diese positive Bilanz zogen Bundesinnenminister Otto Schily anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin Ende Juni 2003 mit dem IBM-Aufsichtsratsvorsitzenden Erwin Staudt.</p>
<p>„Wir sind drauf und dran, Deutschland zur führenden Linux-Nation zu machen“, sagte Erwin Staudt. Und geht es nach dem Willen von Staudt und Innenminister Schily, den Schirmherren des Kooperationsabkommens, sollen die öffentlichen Verwaltungen bei diesem Prozess eine Schlüsselrolle einnehmen. Beide teilen dabei die Überzeugung, dass die „IT Großmacht“ Deutschland weder in der Erstellung von Hardware, noch in der Programmierung von Software eine Chance gegen die internationale Konkurrenz habe. Nur auf dem Gebiet der Anwendung gäbe es großes Potential für Entwicklungen „Made in Germany“. In einem breiten Anwendungsbereich wie den Verwaltungsstrukturen der öffentlichen Hand sollen deshalb wichtige Lernerfolge erzielt werden, um Linux auch für andere Nutzerkreise im Privatbereich attraktiver zu machen.</p>
<p>
                  <strong>Linux-Vorteile</strong><br />
                  <br />Dabei sind die Vorteile, die für eine Migration von Microsoft auf LINUX sprechen, für Schily und Staudt bestechend. Linux habe sich innerhalb weniger Jahre zu einer der vertrauenswürdigsten Open-Source Softwareprodukte entwickelt. Wenn heute sogar die New Yorker Börse auf das nicht patentierte Betriebssystem umsteige, so zeige das nach Schily eindeutig die wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Bedeutung des Projekts. Das Linux die mit Abstand größten Zuwachsraten unter Betriebssystemen weltweit verzeichne, könne diese Aussage noch bekräftigen, meinte Staudt. Darüber hinaus stehen die finanziellen Anreize im Vordergrund: Schily erhofft sich nach einer Umstellung großer Teile der deutschen Verwaltungen ungeahnte Einsparungspotentiale, weil teure Lizenz-Abkommen mit dem bisherigen Monopolisten Microsoft der Vergangenheit angehören würden. Ein übergeordnetes Ziel der Politik sei es dabei, „Monopolstrukturen aufzubrechen“ und Wettbewerb in die Betriebssystem-Landschaft zu bringen. Auf die Frage, ob Microsoft aus den Amtsstuben gänzlich verdrängt werden solle, antwortete Schily aber diplomatisch: „Es geht um die Freiheit des Wählen könnens“.</p>
<p>In jedem Falle aber verbessert Linux die Verhandlungsposition von Bund, Länder und Gemeinden und verleiht mehr Spielraum um den Software-Giganten Microsoft zu finanziellen Zugeständnissen zu bewegen. Erstes Anzeichen der Nervosität von Microsoft war deshalb der Besuch von Microsoft-Chef Steve Ballmer, der kurz vor der Entscheidung in München, mit welchem Betriebssystem die 14 000 kommunalen Computer künftig laufen sollen, versuchte, das Stadtoberhaupt Christian Ude zum Umdenken zu bewegen. Vergeblich, denn medienwirksam wurde die Entscheidung Münchens für Linux zu einer weltweit beachteten Niederlage für Microsoft. Ein weiterer Erfolg für die Linux Befürworter war die Entscheidung der Stadtverwaltung Schwäbisch Hall, sich gänzlich auf Linux im Bereich der Verwaltung zu verlassen. „Die Entscheidung von Schwäbisch Hall, als erste Stadt Europas und im Rahmen dieser Vereinbarung (dem Kooperationsabkommen zwischen BMI und IBM, Anm. der Redaktion) auf eine vollständig Linux-basierte IT-Infrastrukur zu setzen, sowie das ‚Ja’ von München zur freien Software setzen Zeichen, die den Erfolg der Vereinbarung weiter beflügeln“, sagte Staudt.</p>
<p>Doch ist sich „Linux-Land“ Deutschland in keinem Fall einig. Frankfurt am Main verlängerte demonstrativ seinen Rahmenvertrag mit Microsoft, um auch für die nächsten Jahre garantierte Preise und Vergünstigungen vom Software-Giganten zu erhalten. Für Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) stand bei dieser Entscheidung vor allem der Gedanke der Planungssicherheit Pate. Microsoft garantiere Fixpreise pro PC sowie feste Jahresraten und würde so die Verwaltung von Preisschwankungen unabhängiger machen. Ebenso argumentiert auch Microsoft Deutschland, die vor den versteckten Mehrkosten einer Linux gestützten EDV warnen. &#8220;Die Anbieter werden sich das zusätzliche Geschäft nicht entgehen lassen, das sie mit dem Verkauf von Systemen und Services erzielen, die es ihren Kunden ermöglichen, ihr Linux-System in die bestehenden Anwendungen zu integrieren&#8221;, warnt<br />
                  <a href="http://www.microsoft.com/germany/ms/business/retail/linux.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mary Hubley</a>, Analystin bei Gartner.</p>
<p>
                  <strong>Linux Geburtshelfer</strong><br />
                  <br />Gegen diese Bedenken soll der vorgestellte Migrationsleitfaden Geburtshelfer für mehr Open-Source-Software in den Verwaltungen sein, gibt er doch einen detaillierten Überblick, welche verschiedenen Migrationspfade Behörden wählen können, um Windows NT-gestützte Netzwerke reibungslos auf Linux umzustellen. 500 Behörden aus Bund, Länder und Gemeinden haben diesen Schritt bereits angedacht oder verwirklicht und haben einen Antrag auf Beitritt zum Kooperations-Rahmenvertrag gestellt, berichtet das Innenministerium. Das BMI und IBM Deutschland bieten den willigen Behörden dabei besonders gute Umstiegskonditionen beim Bezug von PCs und Servern und gezielte Schulungen des Verwaltungs-Personals durch IBM an. Viel diskutiert wird seit der Münchener Pro-Linux-Entscheidung von Experten eine mögliche Signalwirkung. Denn bereits kurz nach dem Fall München scheint auch Stuttgart als zweite deutsche Großstadt den Linux-Schritt zu wagen. Weitere Nachahmungstäter dürften in Kürze folgen. Das Rennen um die Erneuerung der IT-Infrastruktur der Verwaltungen und für die Einführung von E-Government hat begonnen.</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 21.08.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Frei im Sinne von Freiheit</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-frei-shtml-2656/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-frei-shtml-2656/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Nov 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Oekonux]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Projekt_tag]]></category>
		<category><![CDATA[Freie Software]]></category>
		<category><![CDATA[Open Source]]></category>
		<category><![CDATA[GNU General Public License]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Entstehung Freier Software entzieht sich den typischen Wertschöpfungsprozessen des Kapitalismus – vom 1. bis 3. November wurde auf der zweiten „Oekonux-Konferenz“ in Berlin unter dem Motto „Wertfrei und Spass dabei“ diskutiert, ob dies der Ursprung einer freien Gesellschaft sein könnte.
                    ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Entstehung Freier Software entzieht sich den typischen Wertschöpfungsprozessen des Kapitalismus – vom 1. bis 3. November wurde auf der zweiten „Oekonux-Konferenz“ in Berlin unter dem Motto „Wertfrei und Spass dabei“ diskutiert, ob dies der Ursprung einer freien Gesellschaft sein könnte.<br />
                    <br /><!--break--><br />
                    <br />Kein Gebäude Berlins könnte wohl die Oekonux-Forderung nach einer freien Gesellschaft besser untermauern als der labyrinthartige Betonklotz des Mathematikgebäudes der TU-Berlin. Doch trotz des etwas unwirtlichen Veranstaltungsortes konnte sich zwischen Wegweisern zum Fachbereich Diskrete Mathematik und „gemütlichen“ Sitzbereichen aus Beton und orangenen Plastikstühlen eine anregende Diskussion entwickeln.</p>
<p>Das Projekt<br />
                    <a href="http://www.oekonux.de">Oekonux</a> (Oekonomie &amp; GNU/Linux) beschreibt sich selbst als &#8220;Diskussionsprozess zum Thema freie Software und Gesellschaft&#8221;. Entstanden ist Oekonux aus einer<br />
                    <a href="http://www.oekonux.de/liste/index.html">Mailingliste</a>, die nach der ersten<br />
                    <a href="http://wizards-of-os.org/">„Wizards of OS“-Konferenz</a> im Juli 1999 gegründet wurde. Der Kongress soll in drei Veranstaltungsschienen mit Workshops, Vorträgen und Projektvorstellungen einen Überblick über den Stand des Oekonux-Projektes geben.</p>
<p>
                    <strong>„Frei im Sinne von Freiheit“</strong><br />
                    <br />“<br />
                    <a href="http://www.gnu.org/philosophy/free-sw.de.html">Freie Software</a> ist nicht gleichbedeutend mit kostenloser Software – das Attribut &#8220;Frei&#8221; bedeutet, dass Freie Software im Unterschied zu herkömmlichen Programmen von den Nutzenden durch Änderungen des Quelltexts an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden darf – „Frei im Sinne von Freiheit“ wie es der Mitorganisator der Konferenz, Stefan Meretz, bezeichnet. Beispiele für Freie Software sind Betriebssysteme wie Linux oder Anwendungsprogramme wie Gimp, ein Bildbearbeitungsprogramm. Zentrales Ziel von Oekonux ist aber nicht die Forcierung der Entwicklung Freier Software, sondern die Anwendung der Prinzipien der Entwicklung Freier Software auf die Gesellschaft. Durch die freiwillige unbezahlte Tätigkeit der Software-Entwickler und das kostenlose und dennoch qualitativ sehr hochwertige Endprodukt sieht Oekonux die Ware-Wert-Spirale des Kapitalismus durchbrochen. Zentrales Element der Freien Software ist die<br />
                    <a href="http://www.gnu.org/copyleft/gpl.html">GNU General Public License</a> (GPL), eine Lizenz, die die vier wichtigsten Elemente Freier Software schützt, darunter die Freiheit, ein Programm beliebieg zu verändern und verändert an Andere weiterzugeben.</p>
<p>
                    <strong>Wer zahlt für 0 und 1?</strong><br />
                    <br />Neben einer allgemeinen Einführung ist ein Teil des Kongressprogramms der wissenschaftliche Herangehensweise an die Oekonux-Ideen gewidmet. Der Politologie-Professor Sheen S. Levine kommt in seinem Vortrag „Altruism in Cyberspace? The Voluntary Sharing of Goods On-line“ zu dem Schluss, dass die Kommerzalisierung von Tauschsystemen digitaler Inhalte keine Zukunft hat. Seiner Meinung nach wird „was digital ist (&#8230;) geteilt, nicht bezahlt“. Auch Michael Bauwens sieht in seinem Vortrag “Using peer to peer as the metaphor for the next paradigm“ das P2P-Modell als Chance für die Strukturierung einer zukünftigen Gesellschaft.</p>
<p>
                    <strong>Beispiele der Anwendung</strong><br />
                    <br />Bei der Übertragung der Prinzipien der Freien Software auf andere Bereiche, erscheint die Idee der Freien Musik als besonders gelungenes Beispiel. In seinem Vortrag „Die Musikindustrie auf dem Weg der Perversion ihrer Kernkompetenz“ beschreibt Marc Fiedler die Möglichkeit, Musik ohne die Hilfe von Vertriebs- und Verwertungsgesellschaften im Internet zu veröffentlichen und zur Weitergabe und Veränderung frei zu geben. Aufgrund der etwas zu kurz bemessenen Zeit musste leider die Diskussion über die Praktizierbarkeit der<br />
                    <a href="http://openmusic.linuxtag.org">OpenMusicLicense</a>, einer spezielle Form der GPL, und über die Frage nach den Einkommensmöglichkeiten hauptberuflicher Musiker, entfallen.</p>
<p>Der Gedanke, dass freies Wissen die Grundlage einer freien Gesellschaft ist, liegt dem Projekt „<br />
                    <a href="http://www.real-mapping.net/">real.-mapping</a>“ von Sebastian Stegner und Matze Schmidt zu Grunde. Für sie ist Wissensaneignung bestimmt durch die gesellschaftliche Wirklichkeit. Real.-mapping, das sich im Moment noch in der Pilotphase befindet, soll gesellschaftliche Diskurse visualisieren und für jeden verständlich und sichtbar machen – Sebastian Stegner spricht von einer „Reappropriation von Wissen“. Wie bei der Entwicklung Freier Software kann ein solches Archiv nur durch die Mitarbeit möglichst vieler Menschen qualitativ hochwertig werden.</p>
<p>
                    <strong>Wissen macht frei?</strong><br />
                    <br />Während die Konferenz ein sehr breites Themenfeld abdeckte und versuchte die Ideen der Freien Software auf unterschiedliche Bereiche anzuwenden, wurde nicht immer klar, inwieweit die freie Verfügbarkeit von Wissen direkten Einfluss auf die Formierung einer freien Gesellschaft hat. Dies wurde vor allem darin deutlich, dass sich die Diskussion vor allem auf die Forderung nach freier Information erstreckte und die Übertragung auf freie Güter in den Hintergrund rückte. Ursache könnte sein, dass der Schritt von Freier Software zur freien Verfügbarkeit von Waren und Dienstleistungen weitaus komplexer ist als die Anwendung der Ideen auf geistiges Eigentum.</p>
<p>
                      
                    </p>
<p class="tidy-3">
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		<title>Linux in Bayern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[opassek]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jun 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
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					<description><![CDATA[politik-digital sprach mit Ludwig Späth, leitender Ministerialrat beim 
                      Bayerischen Obersten Rechnungshof über den Einsatz von Open Source Software in der öffentlichen Verwaltung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>politik-digital sprach mit Ludwig Späth, leitender Ministerialrat beim<br />
                      <a href="http://www.orh.bayern.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bayerischen Obersten Rechnungshof</a> über den Einsatz von Open Source Software in der öffentlichen Verwaltung.<!--break-->
                    </p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Was hat bei Ihnen ganz persönlich das Interesse an Freier Software und Open Source geweckt?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Der Hauptgrund war die neue Lizenzpolitik der Firma<br />
                    <a href="http://www.microsoft.com/germany/lizenzierung/default.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Microsoft</a>, die erhebliche finanzielle Auswirkungen für die Informationstechnologie des Freistaats Bayern hat. Außerdem haben unsere Prüfungserfahrungen gezeigt, dass in bestimmten Bereichen, zum Beispiel in der Vermessungsverwaltung oder bei Universitäten, Open-Source-Produkte bereits erfolgreich eingesetzt wurden.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche Kostenvorteile und Einsparpotentiale sehen Sie bei der Einführung von Open-Source-Software (OSS) in öffentlichen Verwaltungen gegenüber bestehenden Windows-Infrastrukturen?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Ein Kostenvergleich der möglichen Lösungen bei Einführung von Open-Source-Software wie beispielsweise Linux, SuSE eMail und StarOffice oder die<br />
                    <br />Umstellung der bestehenden Infrastruktur auf Windows XP und Exchange 2000 zeigt in unserer Behörde folgendes Bild:</p>
<p>Die Distribution SuSE Linux 8.0 Professional ist für 79,90 Euro beschafft und kann auf beliebig vielen Clients installiert werden. Das Büropaket<br />
                    <br />StarOffice 6.0 wird nach Auskunft der Firma Sun für 300 Clients etwa jeweils 60 Euro kosten, insgesamt also etwa 18 000 Euro. Das Produkt SuSE eMail<br />
                    <br />Server III kostet einmalig etwa 5 000 Euro. Zusammen beträgt der Kaufpreis rund 23 000 Euro.</p>
<p>Microsoft stellt gegenwärtig mit einem &#8220;Enterprise Agreement&#8221; ein neues Lizenzmodell für den Freistaat Bayern vor. Demnach würden pro Microsoft-Client und Jahr Lizenzkosten in Höhe von etwa 208 Euro anfallen. Bei 300 Clients ergibt dies jährlich etwa 62 300 Euro. Hinzu kommen Lizenzkosten für Server-Produkte, insbesondere für den Mail-Server MS-Exchange von rund 2 900 Euro je Standort. Zusammen ergibt dies auf einen Zeitraum von fünf Jahren rund 335 000 Euro. Auch unter Einrechnung von Umstellungs- und Schulungsaufwänden erscheint damit eine Umstellung auf OSS-Produkte wirtschaftlicher zu sein, weil auch eine Migration auf MS-Windows XP einen nicht unerheblichen Umstellungsaufwand erfordert.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Können sie Beispiele aus Bayern nennen?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Würde man dieses Ergebnis auf die im Freistaat Bayern Ende 1999 im Verwaltungsbereich eingesetzten rund 70 000 IT-Arbeitsplätze umrechnen, so ergäben sich bei den Lizenzkosten Einsparungen in Höhe von jährlich über 13 Mio Euro, wenn man davon ausgeht, dass für die Lizenz des Büropaketes<br />
                    <br />StarOffice bei der Firma Sun pro Client einmalige Kosten von rund 60 Euro anfallen würden und ein Abschreibungszeitraum von drei Jahren Jahren<br />
                    <br />zugrunde gelegt würde. Die Einsparungen wären noch wesentlich höher, wenn man die Server-Kosten mit einbeziehen und berücksichtigen würde, dass die<br />
                    <br />Zahl der Clients nach den Planungen auf über 110 000 im Verwaltungsbereich anwachsen. Bei einer zusätzlichen Einbeziehung der rd. 130 000 Schul-PCs<br />
                    <br />sowie der PCs im Hochschulbereich würde sich die erwähnten Einsparungen sogar weit mehr als verdoppeln.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Sehen Sie die großen Potentiale von OSS wie Linux eher im Serverbreich oder auch auf dem Desktop?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Aufgrund der hohen Installationszahlen sind insbesondere im Client-Bereich große Einsparpotentiale enthalten. Derzeit wird in Pilotprojekten<br />
                    <br />untersucht, inwieweit OSS-Produkte im Client-Bereich eingesetzt werden können.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Stehen die Behörden bei einer großflächigen Einführung von OSS nicht vor massiven Schulungskosten und hohem Zeitaufwand, um Windows-gewöhnte<br />
                    <br />Mitarbeiter umzuschulen?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Nicht nur die Einführung von OSS erfordert einen hohen Schulungsaufwand; auch bei einer großflächigen Umstellung auf Windows XP fallen erhebliche<br />
                    <br />Schulungskosten an. Deshalb kommt es darauf an, Versionswechsel nur im notwendigen Umfang durchzuführen. Die neue Lizenzpolitik von Microsoft ist<br />
                    <br />aber eher auf häufige Versionswechsel ausgerichtet. In der Vergangenheit wurden bei den regelmäßigen Versionswechseln von der Firma Microsoft u. a. auch die Dokumentenformate geändert. Wollte die Verwaltung weiterhin am Dokumentenaustausch ohne Probleme teilnehmen, war sie faktisch gezwungen,<br />
                    <br />auf die jeweils aktuellste Version umzustellen. Der Aufwand dafür ist höher als einmalig auf OSS-Produkte umzustellen und diese dann längerfristig zu<br />
                    <br />nutzen. Im übrigen entspricht die Öberfläche von OSS-Produkten weitgehend der Windowsoberfläche.</p>
<p>
                    <br />
                    <strong>politik-digital:</strong> Sind ihnen Kolleginnen oder Kollegen bekannt, die sich ebenfalls intensiv mit dem Einsatz von OSS in der öffentlichen Verwaltung beschäftigen?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Wie anfangs bereits erwähnt, befassen sich auch Kollegen in anderen Verwaltungen mit dem Einsatz von OSS. Im Serverbereich ist der Einsatz schon sehr viel weiter verbreitet.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Abschließend: Welche Perspektiven sehen Sie in der Zukunft für den breiten Einsatz von OSS in Behörden und Verwaltungen?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Sicher wird OSS die Microsoft-Produkte nicht verdrängen; aber in vielen Bereichen eine ernstzunehmende Alternative darstellen. Knappe Haushaltsmittel, die Forderung nach mehr kontrollierbarer Sicherheit, das Wachstum sicherer, koexistenzfähiger OSS-Anwendungen verschiedenster Hersteller, die<br />
                    <br />Standardisierung offener Datenaustauschformate, wie zum Beispiel XML, werden dazu beitragen, dass OSS zunehmend auch in der öffentlichen Verwaltung<br />
                    <br />eingesetzt werden wird.</p></p>
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