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	<title>Friedbert Pflüger &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Friedbert Pflüger &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Es ist kein völkerrechtswidriger Angriffskrieg.&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[hneymanns]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Mar 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Irak-Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Friedbert Pflüger]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Irak]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/fpflueger2.jpg" alt="Friedbert Pfüger" align="left" height="96" width="70" />Friedbert 
Pflüger, außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU, am 19. März 
2003 </b><b>zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und 
politik-digital.de.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/fpflueger2.jpg" alt="Friedbert Pfüger" align="left" height="96" width="70" />Friedbert<br />
Pflüger, außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU, am 19. März<br />
2003 </b><b>zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und<br />
politik-digital.de.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Herzlich<br />
willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de.<br />
Heute ist Friedbert Pflüger, außenpolitischer Sprecher der<br />
CDU/CSU-Fraktion, ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Dieser Chat steht<br />
im Zeichen des drohenden Waffengangs im Irak.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Herr Pflüger, Sie haben gesagt, dass Länder wie Deutschland<br />
und Frankreich verpasst haben, dem Irak klare Ultimaten zu setzen. Hätte<br />
das etwas am amerikanischen Vorgehen geändert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger:</b> Jawohl! Ja, das hätte das amerikanische Vorgehen<br />
ändern können. Wenn sich Deutschland und Frankreich vor drei<br />
Wochen auf den kanadischen Kompromissvorschlag eingelassen hätten,<br />
der ein vierwöchiges Ultimatum vorsah, hätte es eine echte Chance<br />
gegeben. Die Uneinigkeit hat dagegen Saddam signalisiert, dass er weiter<br />
tricksen und täuschen kann.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Nina_K:</b><br />
Wie lässt sich der Irakkrieg völkerrechtlich vereinbaren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger:</b> Statt Memoranden gegen Amerika zu verfassen, hätten<br />
wir die Amerikaner gemeinsam für die friedliche Entwaffnung gewinnen<br />
können. Die Völkerrechtler sind gespalten. Für mich ist<br />
eindeutig, dass ein militärisches Vorgehen kein Bruch des Völkerrechts<br />
bedeutet. Es hat 1991 einen Waffenstillstand mit dem Irak gegeben unter<br />
der Bedingung, dass er Auflagen von UN-Resolutionen zur Abrüstung<br />
befolgt. Er hat dies nicht getan, weshalb die Voraussetzung für den<br />
Waffenstillstand weggefallen sind. Ich teile die Auffassung der Bundsregierung,<br />
dass eine weitere UN-Resolution wünschenswert, aber völkerrechtlich<br />
nicht notwendig gewesen wäre.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Simona:</b><br />
Herr Pflüger, zeigt nicht die gesamte Politik der amerikanischen<br />
Administration, welche Interessen sie in Wirklichkeit verfolgen, nach<br />
Weltherrschaft und Hegemonialmacht? Meint etwa Herr Bush, er dürfe<br />
sich am Völkerrecht vorbeibomben? Und über die Menschen, die<br />
im Irak sterben werden, spricht niemand.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger:</b> Es geht den Amerikanern bei dem wahrscheinlichen<br />
Militärschlag nicht um Öl und Macht. Was sie treibt ist die<br />
Sorge vor einer Wiederholung des 11. September, diesmal mit Massenvernichtungswaffen.<br />
Was ihre Frage zum Völkerrecht angeht, so verweise ich auf meine<br />
vorherige Antwort. Und schließlich: keiner von uns macht es sich<br />
leicht. Wir hätten eine friedliche Entwaffnung vorgezogen. Aber es<br />
ist auch notwendig, über die Hunderttausende von Opfern zu reden,<br />
die Saddam bisher auf dem Gewissen hat. Würde man nichts tun, würden<br />
Unzählige dazukommen. Man macht sich schuldig mit einem Militärschlag,<br />
keine Frage, aber macht man sich nicht vielleicht noch schuldiger, wenn<br />
man den Aggressor und Massenmörder weitermachen lässt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>H.A.W.: </b>Ging<br />
es den USA wirklich um eine &quot;friedliche Entwaffnung&quot; des Irak?<br />
Ist dies nicht nur ein Vorwand um den schon länger angestrebten &quot;regime<br />
change&quot; legitimieren und eine &quot;Neuordnung&quot; des Nahen Ostens<br />
beginnen zu können?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger:</b> Was ist an der Neuordnung des Nahens Ostens so<br />
schlecht? Viele korrupte Diktatoren, nirgendwo eine Demokratie. Haben<br />
nicht gerade die jungen Leute in der Region auch ein Recht auf grundlegende<br />
Menschenrechte? Die vollständige friedliche Entwaffnung des Irak<br />
war das Ziel der Resolution 1441 der UN. Ihre Umsetzung hätte bedeutet,<br />
dass Saddam in die Knie gezwungen wäre &#8211; ein de facto regime change.<br />
Wenn wir klug gewesen wären, hätten wir die Amerikaner nicht<br />
an den Pranger gestellt, sondern sie für den militärischen Druck<br />
gelobt. Wäre es nicht der größte Sieg gewesen, die Entwaffnung<br />
durchzusetzen, ohne ein einziges Menschenleben zu riskieren? Einer meiner<br />
Vorwürfe an die Bundesregierung ist, dass man den USA jede Möglichkeit<br />
verbaut hat, bei einer friedlichen Lösung das Gesicht zu wahren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ThomasStgt:</b><br />
Ist Bush für Sie allen Ernstes noch glaubwürdig, wenn er erst<br />
sagt, wir geben Saddam und Söhnen 48 Stunden Zeit den Irak zu verlassen?<br />
Dann fände ein Militärschlag nicht statt. Stunden später<br />
sagt Bush, der Angriff findet auch dann statt, wenn Bush ins Exil geht.<br />
Beweist das nicht, dass Bush es nun wirklich auf einen Militärschlag<br />
anlegt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger: </b>Ich finde wahrlich nicht alles schlüssig,<br />
was in Washington geäußert worden ist. Das Ultimatum hatte,<br />
glaube ich, vor allem das Ziel, die Ernsthaftigkeit eines bevorstehenden<br />
Militärschlages zu verdeutlichen. Würde Saddam in den nächsten<br />
Stunden das Land freiwillig oder unfreiwillig verlassen, sähe ein<br />
militärisches Eingreifen jedenfalls anders aus.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedenstaube:</b><br />
Müsste man also jetzt den ganzen Nahen Osten besetzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger:</b> Nein, natürlich nicht. Aber wir müssen<br />
endlich begreifen, dass der Nahe Osten aus Menschen besteht, die wie wir<br />
einen Anspruch auf Demokratie und Wohlstand haben. Der persische Golf<br />
ist mehr als unsere Tankstelle. Und ich finde es gut, wenn wir gerade<br />
den jungen Leuten eine andere Perspektive eröffnen als den islamistischen<br />
Extremismus. Viele finden die amerikanische Vision eines freiheitlichen<br />
Nahen Osten naiv, aber viel fanden es auch naiv, als Reagan vor dem Brandenburger<br />
Tor ausrief: Mr. President, tear down this wall. Die Menschenrechte im<br />
Nahen Osten, das geht nicht von heute auf morgen, aber auf das Ziel haben<br />
die Menschen ein Anrecht. Ich hoffe nur, dass die Amerikaner es auch ernst<br />
meinen damit: wir Europäer sollten sie beim Wort nehmen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Galinha:</b><br />
Aber gibt dieser Krieg den fundamentalistischen Kräften in der Region<br />
nicht neues Feuer?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger:</b> Dieses Risiko sehe ich auch. Man kann es aber genau<br />
umgekehrt betrachten: Würde man Saddam weiter tricksen und täuschen<br />
lassen, auch dann könnten sich die Fundamentalisten ermutigt fühlen.<br />
Es gibt ernorme Risiken, aber auch z. B. die Chance, dass die Beseitigung<br />
der Diktatur im Irak eine friedliche Beilegung des Nah-Ost Konflikts erhöht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Landmine:</b><br />
Aber Neuordnung durch Gewalt bringt nichts, siehe Serbien, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger:</b> Der militärische Einsatz auf dem Balkan hat<br />
nicht den stabilen Frieden gebracht, aber doch die schrecklichsten Auswüchse<br />
und Menschenrechtsverletzungen beseitigt. Der Krieg gegen Milosevic, der<br />
übrigens ohne UN Mandat erfolgte, war notwendig. Und es gibt viele<br />
Stimmen, die sagen, dass ein Eingreifen der USA und der NATO zu einem<br />
früheren Zeitpunkt auf dem Balkan unzählige Tote erspart hätte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Herr Pflüger erwähnte die Verantwortung der Europäer. Dazu<br />
gibt es auch viele Fragen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Valentin:</b><br />
Sehr geehrter Herr Pflüger, meinen Sie nicht auch, dass es langsam<br />
an der Zeit ist für die CDU, zu erkennen, dass Europa den Amerikanern<br />
gemeinsam entgegentreten muss, um zu verhindern, dass diese illegale Art<br />
der Kriegsführung unterbunden werden kann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger:</b> Ich bin sehr für eine gemeinsame Haltung der<br />
Europäer. Aber gerade die gibt es heute weniger denn je und unser<br />
Bundeskanzler trägt mit seinen Vorfestlegungen im Wahlkampf daran<br />
eine große Mitschuld. Der Militärschlag gegen den Irak ist<br />
&#8211; siehe oben &#8211; nicht illegal, aber ich gebe Ihnen recht: Europa muss stärker<br />
werden, mit einer Stimme sprechen. Dann wird es auch in Amerika ernst<br />
genommen. Wir sollten weniger die Stärke Amerikas kritisieren als<br />
die Schwäche Europas.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>virus2:</b><br />
Man kann nur hoffen, dass Amerika jetzt umgehend seine angestrebte Leitfunktion<br />
für die Welt nachhaltig verliert. Wenn jede andere Nation mit der<br />
gleichen Berechtigung die neu geschaffenen Regeln übernimmt, gibt<br />
es nur noch Mord- und Totschlag in der Welt. Was halten Sie von dieser<br />
These ?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger:</b> Wollen Sie eine ehrliche Antwort? Ich halte das<br />
für abwegig! Ohne die Amerikaner gäbe es fast überall auf<br />
der Welt viel mehr Konflikte, Krisen und Kriege. Es ist unsinnig, die<br />
USA für die Probleme im Nahen Osten verantwortlich zu machen. Auch<br />
im Pazifik und in Europa könnte doch Völkerrecht ohne amerikanische<br />
Präsenz gar nicht durchgesetzt werden. Wer hat denn Völkerrecht<br />
auf dem Balkan durchgesetzt und das Massenmorden beendet? Europa war zu<br />
schwach dazu. Sowohl Israelis wie Palästinenser erhoffen sich eine<br />
stärkere amerikanische Rolle! Alle Welt lobt die Inspektoren im Irak.<br />
Ohne die Amerikaner wären sie nie ins Land gekommen. Leider kommen<br />
wir in dem Punkt nicht zusammen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>m.günnel:</b><br />
In ihren Augen ist ein Angriff auf den Irak ja mit dem Völkerrecht<br />
zu vereinbaren. Nur ist es für Sie auch legitim, dass ein Mitglied<br />
der Staatengemeinschaft alleine entscheidet? Wer hat in ihren Augen das<br />
Recht über Krieg und Frieden zu entscheiden? Der Stärkste, die<br />
USA?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger: </b>Zunächst einmal: Amerika ist schon in einer<br />
Sondersituation nach dem 11. September. Es fühlt sich in seiner Sicherheit<br />
bedroht. Gerade weil Saddam immer wieder mit Terrorangriffen auf die USA<br />
gedroht hat. Die Resolution 1441 hat darüber hinaus dem Irak ernste<br />
Konsequenzen angedroht für den Fall, dass er nicht vollständig<br />
abrüstet. 1441 sah bewusst eine weitere Resolution nicht als zwingend<br />
erforderlich an, sondern lediglich eine weitere &quot;Befassung&quot;<br />
des Sicherheitsrates. Wäre der Krieg völkerrechtswidrig, dann<br />
müsste Herr Schröder sofort den USA die Überflugrechte<br />
entziehen und dürfte amerikanische Kasernen nicht durch Bundeswehrsoldaten<br />
bewachen. Die Bundesregierung selbst weiß genau, warum sie nicht<br />
von einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg spricht, und wo der<br />
Kanzler Recht hat, hat er Recht. Das kommt etwas selten vor in letzter<br />
Zeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Bleiben wir noch kurz in der Außenpolitik und gehen gleich in die<br />
Innenpolitik.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedenstaube:<br />
</b>Wird als nächstes Ziel der Achse des Bösen Nord-Korea<br />
von den Amerikanern angegriffen oder hat es dieser Staat durch die Entwicklung<br />
einer Atombombe geschafft, den Amerikanern zu widerstehen? Was für<br />
ein Vorbild für andere Staaten! Auf zum Wettrüsten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger:</b> In der Tat: Das Beispiel Nordkorea zeigt, dass<br />
die Weltgemeinschaft handeln muss, bevor eine grausame Diktatur Massenvernichtungswaffen<br />
hat. Gerade das Beispiel Nordkorea zeigt, wie wichtig es ist, den Irak<br />
jetzt zu entwaffnen. Nordkorea anzugreifen ist angesichts der Bewaffnung<br />
Nordkoreas heute so gut wie unmöglich. Und lernen wir nicht aus unserer<br />
eigenen deutschen Geschichte, wie gut es gewesen wäre, rechtzeitig<br />
zu handeln? Wäre man 1936 oder 1937 Hitler bei seinen ersten Völkerrechtsbrüchen<br />
entgegengetreten – wie viele Menschenleben hätten gerettet<br />
werden können?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lucia:</b><br />
Herr Pflüger machen Sie sich doch nicht lächerlich, jeder seriös<br />
informierte Mensch weiß, dass Saddam nichts mit der Terrorwelle<br />
Al Kaida zu tun hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger:</b> Zunächst einmal ist das eine unbewiesene Behauptung:<br />
Wir haben weder für das eine noch das andere einen Beweis. Dass Saddam<br />
und Al Kaida unterschiedliche ideologische Konzepte verfolgen, ist klar.<br />
Aber sie haben den gleichen Feind: Die westliche Zivilisation, und an<br />
der Spitze die USA. Saddam hat gerade in einer öffentlichen Zeremonie<br />
die Familien von Selbstmordattentätern palästinensischer Terroristen<br />
geehrt und beschenkt. Die Gefahr, dass seine Massenvernichtungswaffen<br />
in die Hände von Al Kaida Terroristen kommen, ist groß. Die<br />
Verbindung von Terrorismus und Massenvernichtungswaffen ist die zentrale<br />
Bedrohung von Frieden und Sicherheit bei uns. Das wird leider total unterschätzt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dennis Beckers:</b><br />
Sehen Sie eine reelle Gefahr für Israel, wenn es zu einem Militärschlag<br />
gegen den Irak kommt? Oder denken Sie, dass der Irak zu einem Gegenschlag<br />
überhaupt nicht in der Lage sein wird?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger:</b> Das ist eine große Gefahr für Israel<br />
und entsprechend reagieren die Israelis. Es ist gut, dass die Bundesregierung<br />
Israel Patriot-Abwehrsysteme geliefert hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Galinha:</b><br />
Warum geht Angela Merkel auf Schmusekurs nach Washington und widersetzt<br />
sich damit der Meinung der Bundesregierung und dem Großteil der<br />
Bevölkerung? Politischer Opportunismus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger:</b> Wenn politischer Opportunismus die Motivation von<br />
Frau Merkel wäre, würde sie sich sofort in die sogenannte Friedensbewegung<br />
einreihen. Das ist doch zur Zeit so wahnsinnig populär. Sie hat dagegen<br />
den Mut, gegen öffentliche Stimmung die Grundsätze deutscher<br />
Außenpolitik der letzten 50 Jahre zu bewahren. Ich bin mit ihr in<br />
Washington gewesen, und habe von Schmusekurs nichts gemerkt &#8211; es sei denn,<br />
sie empfinden es bereits als Schmusen, wenn man miteinander redet. Finden<br />
Sie es gut, dass der Bundeskanzler in den letzten 6 Monaten gerade einmal<br />
ein 10-minütiges Telefonat mit George Bush geführt hat? Ist<br />
es gut, dass Angie diese Sprachlosigkeit überwunden hat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Henne: </b>Herr<br />
Pflüger, sehr eindeutig ist der außenpolitische Kurs ihrer<br />
Partei auch nicht, oder??</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger:</b> Ich finde unseren Kurs völlig eindeutig. Die<br />
vorherige Frage beweist es doch. Wir habe gestern bei nur 3 Gegenstimmen<br />
in einer fast 250 Abgeordnete umfassenden Fraktion das Ultimatum des amerikanischen<br />
Präsidenten unterstützt. Angesichts des derzeitigen Meinungsklimas<br />
finde ich das ein beeindruckendes Votum der Einigkeit und Entschlossenheit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cruiser:</b><br />
Schröder will die Einsätze der AWACS Soldaten aus Deutschland<br />
vor dem Beginn eines Irak-Krieges vom Parlament nicht absegnen zu lassen.<br />
Wozu sollte er denn das tun?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger:</b> Weil das die Verfassung so vorsieht und das Verfassungsgericht<br />
dies für den Fall eines Irakkriegs ausdrücklich vorschreibt.<br />
Mit dem Parlamentsvorbehalt sollte man nicht spielen, unsere Soldaten<br />
haben Anspruch auf eine saubere rechtliche Grundlage, wenn wir sie in<br />
Einsätze schicken. Sie sollten fragen, warum Herr Schröder nicht<br />
ins Parlament gehen will. Weil er keine eigene Mehrheit in seiner Koalition<br />
hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Aber lassen Sie in Bezug auf den AWACS-Einsatz nicht offen, ob<br />
Sie zustimmen wollen oder nicht? Wird es eine parlamentarische Abstimmung<br />
geben? Wie ist die Meinung in der Union?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger:</b> Wir stimmen zu, wir erwarten vom Kanzler, dass<br />
er die Verfassung einhält, wir haben morgen Mittag eine Unterrichtung<br />
durch die Bundesregierung zu diesem Thema, der wir mit Interesse entgegensehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dancer: </b>Die<br />
CDU möchte also den Krieg mit ALLEN Konsequenzen?!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger: </b>Wir wollen die Entwaffnung des Irak, wie es der<br />
Weltsicherheitsrat in der Resolution 1441 einstimmig beschlossen hat.<br />
Wir hätten eine friedliche Entwaffnung vorgezogen. Sie ist an Saddam<br />
und der Uneinigkeit der Staatengemeinschaft gescheitert. Wir unterstützen<br />
das Ultimatum von George Bush mit seinen Konsequenzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>m.günnel:</b><br />
Wer entscheidet den nun in ihren Augen über die völkerrechtliche<br />
Konformität von gewaltsamen Auseinandersetzungen? Bitte keine ausweichende<br />
Antwort!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger:</b> Finden Sie, dass ich bisher ausweichend war? Ich<br />
finde, dass ich ziemlich klar sage, was ich denke. Es gibt unterschiedliche<br />
Auffassungen über das Völkerrecht, und ich wiederhole: Ich teile<br />
in dieser Frage die Auffassung der Bundesregierung, die nicht davon ausgeht,<br />
dass es sich bei dem möglichen Militärschlag der Amerikaner<br />
und einer Reihe von Verbündeten, um einen völkerrechtswidrigen<br />
Angriffskrieg handelt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ThomasStgt:<br />
</b>Finden Sie es gut, dass wir zum alten Europa gehören, nur<br />
weil wir nein gesagt haben? Das Handeln Bushs, entweder du bist mein Freund<br />
( immer ja sagen) oder Feind , ist doch auch nicht richtig oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger: </b>Bei den Gesprächen, die Frau Merkel und ich<br />
in Washington geführt haben, hat kein einziger Gesprächspartner<br />
Gefolgschaft oder gar Vasallentreue eingefordert. Im Gegenteil: Selbst<br />
Politiker wie Cheney oder Rumsfeld haben klar gesagt, dass Meinungsunterschiede<br />
in einem Bündnis freier Länder zur Normalität gehören.<br />
Die Frage ist nur, wie man sie austrägt. Ob man im Bündnis darüber<br />
spricht, oder ob man die Amerikaner von Marktplätzen beschimpft.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Antikapitalist:<br />
</b>Der Einsatz von Bundeswehrsoldaten an Bord von AWACS-Flugzeugen<br />
verstößt gegen Art. 26 des Grundgesetzes, denn der Irak bedroht<br />
die Türkei nicht. Es handelt sich beim Krieg der USA und Großbritanniens<br />
also um einen Angriffskrieg. Für die Beteiligung oder Vorbereitung<br />
sieht der Art. 26 Freiheitsstrafe nicht unter 10 Jahren vor. Wie ist ihre<br />
Meinung dazu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedbert<br />
Pflüger:</b> Siehe oben. Es ist kein völkerrechtswidriger<br />
Angriffskrieg. Wäre er es, müsste Herr Schröder sofort<br />
die Überflugrechte entziehen und damit aufhören, amerikanische<br />
Kasernen durch deutsche Soldaten bewachen zu lassen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Liebe Chat-Freunde,<br />
unsere Gesprächsrunde ist leider vorbei. Unseren Herzlichen Dank,<br />
Herrn Pflüger, dass Sie ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen sind. Vielen<br />
Dank auch an alle UserInnen für Ihr Interesse. Noch ein Terminhinweis:<br />
Nächste Woche kommt der Partei-Chef der Grünen, Reinhard Bütikofer,<br />
zum Chat. Wir würden uns freuen, wenn Sie wieder dabei sind. Die<br />
Transkripte aller tacheles.02-Chats finden Sie auf den Webseiten der Veranstalter<br />
tagesschau.de und politik-digital.de.</span></p>
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