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	<title>Friedensbewegung &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Friedensbewegung &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Elektronischer Protest vom Schreibtisch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jmau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Mar 2003 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Krieg im Irak]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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		<category><![CDATA[Friedensbewegung]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein „Virtual March“ hat in den USA die Leitungen im Weissen Haus lahm gelegt. In Deutschland bestehen Vorbehalte gegen Online-Protestformen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein „Virtual March“ hat in den USA die Leitungen im Weissen Haus lahm gelegt. In Deutschland bestehen Vorbehalte gegen Online-Protestformen.<!--break-->
                    </p>
<p>Am 15. Februar hat die Friedensbewegung über die ganze Welt verteilt 11,5 Millionen Menschen gegen den Krieg mobilisiert. Der Protest auf der Straße wäre ohne Internet kaum möglich gewesen. Die Friedensgruppen stecken virtuell die Köpfe zusammen, stellen Informationen ins Netz und mobilisieren online.</p>
<p>Als Aktionsmedium nutzt die Friedensbewegung das Internet auch, aber eher selten. Geschehen ist das am 26. Februar in den USA mit der Aktion &#8220;Virtual March&#8221;. Gut organisiert, zur verabredeten Zeit, legten Friedensaktivisten durch massenhaft eMails, Telefonanrufe und Faxe die Sekretariate des Senats und des Weißen Hauses lahm – ein medienwirksamer Protest. Die Aktion wurde von<br />
                    <a href="http://www.moveon.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.moveon.org</a> koordiniert und u. a. von Greenpeace, Pax Christi und dem National Council of Churches unterstützt. Tom Andrews, ehemaliger Kongress-Abgeordneter und Mit-Initiator des<br />
                    <a href="http://www.winwithoutwarus.org/html/press_2.19.2003.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Virtual March</a>, ist von der neuen Protestform überzeugt: „We knew that so many people who don’t participate in demonstrations would take the opportunity, by letting their fingers do the marching, to send a clear message to their Senators and the President.&#8221; Protest aus dem Schreibtischstuhl – die moderne Sitzblockade spart Zeit, verhindert kalte Füße und ist dennoch effektiv.</p>
<p>
                    <strong>Ist ein Mausklick zu wenig?</strong><br />
                    <br />Manfred Stenner von der<br />
                    <a href="http://www.friedenskooperative.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Friedenskooperative</a> begrüßt solche Aktionen, begleitet sie aber mit Skepsis. Eigentlich, so Stenner, sei es ihm lieber, die Leute gingen auf die Straße. „Ein Mausklick ist mir zu wenig“, erklärt er. In Deutschland gehört die Friedenskooperative zu den größten Netzwerken der Friedensbewegung und wie die übrigen Organisationen konzentriert sich das Netzwerk eher auf den<br />
                    <a href="/edemocracy/netzkampagnen/protest.shtml">Straßenprotest</a>. Zwar gibt es bei der Friedenskooperative die Idee, einen Virtual March zu organisieren – bei dem die britischen und US-amerikanischen Militärstützpunkte in Deutschland mit eMails und Anrufen lahm gelegt werden sollen. Doch meistens, so Stenner, machen Unterstützer solche Vorschläge in der Annahme, die Friedenskooperative würde so etwas umsetzen. Dazu fehlen aber die Kapazitäten und das Know-how. Auch<br />
                    <a href="http://www.attac.de/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">attac Deutschland</a> hat keine Aktionen geplant, die nur im Netz ablaufen.</p>
<p>Bleiben noch die Experten des Internets: Der<br />
                    <a href="http://www.ccc.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chaos Computer Club Deutschland</a> (CCC) lässt verlauten, man beschäftige sich momentan mit anderen Themen als dem Irak-Krieg. Hacks gegen den Krieg sind nicht geplant. Allerdings sind Hacks meistens spontane Angelegenheiten. „Wenn eine Seite offen ist, hackt man sie und macht es schnell öffentlich“, erklärt Lars Weiler vom CCC. In den USA geraten die Regierungsseiten derzeit schon ins<br />
                    <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,240717,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Visier</a> von einzelnen Computerfreaks und ganzen Hackergruppen.</p>
<p>
                    <strong>Hindernisse der Online-Petitionen</strong><br />
                    <br />Wer kein Hacker ist, kann sich im Netz bei kleinen Projekten engagieren. Auf den zahlreichen<br />
                    <a href="http://www.gegen-irak-krieg.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Webseiten</a> gegen den Krieg finden sich<br />
                    <a href="http://www.jungewelt.de/2003/03-08/010.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aufrufe</a>, eMails an den Bundeskanzler und den Außenminister zu schicken oder die Leitungen der US-Botschaft mit eMails, Faxen und Anrufen zu verstopfen. Abgestimmte Aktionen, die von mehreren Organisationen getragen werden, gibt es kaum. Deshalb werden die Aktionen selten außerhalb des Internets bekannt.</p>
<p>Auch die Adressaten der eMail-Petitionen können den Friedensorganisationen einen Strich durch die Rechnung machen:<br />
                    <a href="http://www.amnesty.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Amnesty International Deutschland</a> hatte eigentlich eine eMail-Petition in den nächsten Tagen geplant. Aber dann kamen schlechen Nachrichten von<br />
                    <a href="http://www.amnesty.org.uk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Amnesty International Großbritannien</a>. Die Kollegen aus London hatten eine<br />
                    <a href="http://public.amnesty.org.uk/iraq" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Petitionsvorlage</a> ins Netz gestellt, die der User ausfüllen und direkt an Tony Blair schicken sollte. Doch der britische Premier hatte kurzerhand seine eMail-Adresse geändert und die Mails gingen ins Leere. Daraufhin hat Amnesty Deutschland die Online-Petition abgeblasen. &#8220;Da die eMail-Adressen der Regierungen so leicht zu ändern sind, haben wir uns für eine klassische Petition mit Fax und Brief entschieden&#8221;, sagte Annette Hartmetz, Koordinatorin von Kampagnen und Aktionen bei Amnesty International Deutschland.</p>
<p>                    <strong>Petitionen mit Joschkas und Gerhards</strong><br />
                    <br />Ein weiteres Hindernis für wirksame Netzaktionen sind die User selbst. Es gibt einige erfolgreiche Online-Petitionen. Doch die Skepsis ist größer als bei Offline-Petitionen: Viele Protestler sind nicht bereit, Namen und persönliche Daten im Netz preiszugeben. Klas Roggenkamp, der mit<br />
                    <a href="http://www.schattenwerfer.de/convince_me" target="_blank" rel="noopener noreferrer">convince_me</a> eine Mischung aus Debatten- und Petitonsseite online gestellt hat, beklagt: „Die Kommentare, die wir bekommen, sind durchweg positiv, begeistert, voll der Unterstützung. Aber das Prinzip der Seite, die abgewandelte Form einer Online-Petition, scheint den meisten Probleme zu bereiten.“ Die Herausgabe der eMail-Adresse ist für viele tabu.</p>
<p>Die Unlust der Friedensbewegung das Internet als Protestmedium zu nutzen, liegt auch an der gebeutelten Glaubwürdigkeit von eMail-Aktionen. In den vergangen Wochen ist eine Welle von<br />
                    <a href="/edemocracy/netzkampagnen/mailmassaker.shtml">Kettenmails</a> durch das Netz geschwemmt, die angeblich als Petition zur UNO gelangen sollten. Dabei haben sich dutzendweise Joschka Fischers, Gerhard Schröders und George Bushs eingetragen. Die Euphorie war kurz, die Verwirrung groß. Am Ende sind die eMails in die Papierkörbe der User gesegelt und haben nur noch für Kopfschütteln gesorgt. Die „Kettenbriefgeschichten“, sagt Manfred Stenner verärgert, seien „größtenteils Enten“ gewesen.<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 20.3.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Friedensbewegung mit täglichem Update</title>
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		<dc:creator><![CDATA[hobermeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Mar 2003 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Krieg im Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Irak-Krieg]]></category>
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		<category><![CDATA[politische Kampagne]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Friedensbewegung profitiert vom Medien-Mix:
                      Straßenproteste werden im Internet organisiert, doch der persönliche Kontakt zählt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Friedensbewegung profitiert vom Medien-Mix:<br />
                      <br />Straßenproteste werden im Internet organisiert, doch der persönliche Kontakt zählt.<!--break-->
                    </p>
<p>
                    <strong>Virtuelle Koordination</strong><br />
                    <br />Den Krieg hat die Friedensbewegung nicht verhindert. Doch seit Wochen formiert sie sich in neuer Stärke. Das Internet macht&#8217;s möglich. Dort arbeiten große Organisationen und kleinste Gruppen eng zusammen: Wer will, stellt unter<br />
                    <a href="http://www.tag-x.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.tag-x.de</a> lokale Aktionen zum Kriegsbeginn ein und damit in einen größeren Zusammenhang. Vom<br />
                    <a href="http://www.foren.journalismus.com/read.php3?f=59&amp;i=119&amp;loc=0&amp;t=119" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aufruf</a> an Journalisten, am Tag-X für 24 Stunden ihre Websites zu dunkeln bis zur Terminvereinbarung zu regionalen Massenprotesten zeigt sich die virtuelle Friedensfront gewappnet. Unter den verschiedensten Mottos treffen sich Bürger quer durch die Republik zu Kundgebungen, Menschenketten und Unterschriftensammlungen. Der Hannoveraner Motorradclub &#8220;Kuhle Wampe&#8221; plant eine Staffette gegen den Irakkrieg, in Berlin stehen seit geraumer Zeit &#8220;Inspektion&#8221; und Belagerung der US-Botschaft im Terminkalender und die Bürger Hamms rufen jeden Freitag zur Mahnwache in der Fußgängerzone auf. Übers Internet lassen sich Ankündigungen schnell und billig kommunizieren.</p>
<p>
                    <strong>Mobilisierung durchs WWW enorm vereinfacht</strong><br />
                    <br />Seit 1989 haben sich die Bedingungen für friedenspolitische Arbeit &#8220;von unten&#8221; verändert. Laura von Wimmersperg, seit 20 Jahren Aktivistin in der<br />
                    <a href="http://www.friedenskooperative.de/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Friedenskooperative</a> und der Berliner Friedenskoordination, zum 15. Februar: &#8220;Die operativen Möglichkeiten haben sich durchs Internet erheblich verbessert. Neben den üblichen Anschreiben sind in unserer<br />
                    <a href="http://www.friko-berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">friko-Mail</a> rund 250 Adressen von Organisatoren im Verteiler .“Allerdings sagt von Wimmersperg auch: &#8220;Persönlicher Kontakt und das Gespräch bleiben trotzdem außerordentlich wichtig.&#8221; Doch das WWW sei eine inzwischen unverzichtbare und preisgünstige Brücke zur Öffentlichkeit, fehlen doch den meisten NGOs die Mittel für aufwendige TV-Spots oder Anzeigen in der Presse.</p>
<p>Reinhard J. Voß von<br />
                    <a href="http://www.paxchristi.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pax Christi</a> schlägt in eine ähnliche Kerbe. Über den 15. Februar sagt er: &#8220;Ich hatte den Eindruck, es brauche kaum noch öffentliche Plakate. Netzwerkstrukturen haben eine eigene Dynamik. Aber sie sind notwendig gekoppelt an ein funktionierendes Netzwerk von Organisationen und Personen.&#8221; Außerdem habe sich im Gegensatz zur Friedensbewegung der 80er Jahre die Mobilisierung enorm vereinfacht. In puncto Vernetzung mit internationalen NGOs sei das Internet für Pax Christi inzwischen unabdingbar.</p>
<p>Auch die Globalisierungskritiker von<br />
                    <a href="http://www.attac.de/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Attac</a> gelten mithin als treibende Kraft der Antikriegsbewegung. Vor allem in Internet-Foren, dem wichtigsten Kommunikationsmedium bei Attac, toben regelmäßig heikle Debatten zu Globalisierung, Antisemitismus und dem Nahostkonflikt. Vor allem in der Organisation von Anreise via Bus oder Mitfahrbörse, Übernachtungen oder Koordination der Treffpunkte von Großdemonstrationen, Blockaden oder Streiks erweist sich das WWW als unverzichtbar, wie der 15. Februar oder die Lichterkette in Berlin gezeigt haben. &#8220;Vor den Demos hatten wir rund 10.000 Zugriffe pro Tag. Als besonders praktisch erwies sich dabei die interaktive Bettenbörse. Wir hatten rund 150 Aktive im Verteiler, die direkt in Planung und Koordination eingebunden waren. Unsere Mailinglisten sind Gold wert&#8221;, sagt Katrin Scherer von der Attac-Vorbereitungsgruppe 15. Februrar.</p>
<p>
                    <strong>eMail: zu schnelle Variante des Protests?</strong><br />
                    <br />Allerdings sei das Internet als Informationsquelle auch nicht das non plus ultra, da es viele Non-Liner ausgrenze. Zudem sagt Katrin Scherer, &#8220;sind wir der Meinung, dass anonyme eMails eine viel zu schnelle Variante des Protests darstellen. Der Rezipient setzt sich meist nicht mehr intensiv mit der Thematik auseinander. Ich glaube, dass Menschen, die bewusst zur Demonstration gehen, sich aktiver einbringen.&#8221;<br />
                    <br />Die Aktion<br />
                    <a href="http://www.resistthewar.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Resist</a>, die zivilen Ungehorsam und friedlichen Widerstand propagiert, geht auf die Initiative von Attac-Gründungsmitgliedern zurück. Der Pressseprecher der Kampagne, Christoph Bautz, ist vom hohen Nutzwert des Internets überzeugt: &#8220;Mit diesem zentralen Medium haben wir eine hohe Usage. Via Info-Letters und eMail erreichen wir einen hohen Mobilisierungsgrad. Wir beschicken damit auch andere Organisationen und die Zusammenarbeit klappt einwandfrei. Die Leute sehen, was bundesweit passiert und trotzdem kommen regionale Aktionen im Netz nicht zu kurz. Die Friedensbewegung ist dadurch ohne Zweifel breiter geworden. Es ist ein ziemliches Novum, dass die Massen schon bevor die Bomben fallen mobilisiert werden können.&#8221; Entscheidend bleibe bis auf weiteres dennoch der richtige Mix aus neuen und alten Medien. Letztere gewännen gerade in der Kombination mit den Neuen an Spannung. Bautz: &#8220;Wir geben ohnehin schon sehr viel Geld für unsere Kampagnen aus, da hilft uns dann etwa der E-Mail-Verteiler von Attac mit über 25.000 Adressen enorm.&#8221;</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 20.3.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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