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	<title>Friedensprozess &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Friedensprozess &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Noch immer gibt es viele Hindernisse und zuviel Hass.&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jun 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Palästinenser]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensprozess]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Sinnhuber]]></category>
		<category><![CDATA[Nahen-Osten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/dsinnhuber.jpg" alt="Dieter Sinnhuber" align="left" border="0" height="90" width="91" /></b><b><b>Dieter 
Sinnhuber</b>, ARD-Korrespondent in Tel Aviv (Israel) </b><b>zu Gast 
im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de, am 
25. Juni 2003 aus Tel Aviv.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/dsinnhuber.jpg" alt="Dieter Sinnhuber" align="left" border="0" height="90" width="91" /></b><b><b>Dieter<br />
Sinnhuber</b>, ARD-Korrespondent in Tel Aviv (Israel) </b><b>zu Gast<br />
im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de, am<br />
25. Juni 2003 aus Tel Aviv.</b></span><!--break--><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"></p>
<p><span style="color: #000000"><b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte, herzlich<br />
willkommen im tacheles.02-Chat. Unsere Chat-Reihe tacheles.02 ist ein<br />
Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de. Heute begrüßen wir den ARD-Korrespondenten<br />
Dieter Sinnhuber in Tel Aviv/Israel. Er chattet live aus Israel. Heute<br />
geht es hauptsächlich um den palästinensisch-israelischen Friedensprozess.<br />
Guten Tag Herr Sinnhuber! Kann es losgehen Herr Sinnhuber?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Ja, gerne.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>okidoki:</b><br />
Sagen Sie Herr Sinnhuber, haben Sie nicht öfter Angst um Ihr Leben?<br />
Man weiß ja nie, wann es einen treffen kann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Gerade in den letzten Jahren sind die Gefahren immer näher auf unsereinen<br />
zugekommen. Ich erinnere mich vor allem an den tödlichen Anschlag<br />
beim Dolphinarium am Strand von Tel Aviv, vielleicht 350 Meter von meinem<br />
Hotelapartment entfernt. Kurz danach ein Anschlag in einer Straße,<br />
etwa 200 Meter.<br />
Insofern, manchmal fühlt man sich selbst bedroht. Die Gefährdung<br />
wurde unkalkulierbarer. Aber die Haltung der Menschen, mit denen man zusammen<br />
ist, überträgt sich auf einen selber.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>aleksbg:</b><br />
Herr Sinnhuber, glauben sie, dass dieser &#8221;teuflische Kreis&#8221; unter Palästinenser<br />
und Israelis endlich ein Ende findet? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Es gibt auf beiden Seiten genügend Menschen, die Frieden wollen,<br />
aber Jahrzehnte eines solchen Konflikts lassen sich nicht mit einem Schlag<br />
oder einer &quot;road map&quot; ausräumen. Letztlich bin ich skeptisch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>uipsi:</b><br />
Der Friedensprozess im Nahen Osten gewinnt wieder an Fahrt, lese ich.<br />
Stimmen sie dem zu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Es gibt ein wenig Hoffnung, gerade, weil der US-Präsident viel persönliches<br />
Prestige damit verbindet. Aber die road map wird noch eine steinige Bergauf-Reise<br />
werden, wenn sie denn überhaupt angetreten wird. Noch immer gibt<br />
es viele Hindernisse und zuviel Hass.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Moderator:</b><br />
Die wechselseitigen Angriffe und Anschläge zwischen Palästinensern<br />
und Israelis hören bis heute nicht auf. Was hat der Nahost-Friedensgipfel<br />
von Akaba Anfang Juni dann gebracht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Dazu nur einige Stichworte: Fundamentalistische Gruppen, die nach wie<br />
vor den Staat Israel von der Landkarte verschwinden lassen wollen, aber<br />
auch radikale Siedler. Dies nur zwei Beispiele. Zum Akaba-Gipfel: Seither<br />
sind gerade erst zwei Wochen vergangen. Und rasche Lösungen kann<br />
man, wie schon vorher erwähnt, nicht erwarten, nach 55 Jahren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>thomas:</b><br />
In der Sure 5.51 steht: &quot;Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht die<br />
Juden und die Christen zu Freunden! Sie sind untereinander Freunde, aber<br />
nicht mit euch. Wenn einer von euch sich ihnen anschließt, gehört<br />
er zu ihnen und nicht mehr zu der Gemeinschaft der Gläubigen&quot;<br />
Sind friedenswillige Palästinenser gefährdet, speziell durch<br />
die Hamas?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Man muss sich nur die Eskorte ansehen, die der neue Staatsminister Dahlan<br />
braucht, der nun die Sicherheitsverantwortung für Teile des Gazastreifens<br />
und für Bethlehem übernehmen soll. Nicht zu reden von den so<br />
genannten &quot;Kollaborateuren&quot;, die nicht alle Friedensfreude sind<br />
und oft auch zu Spitzeldiensten erpresst werden. Ihr Leben steht häufig<br />
auf dem Spiel, viele wurden schon bestialisch ermordet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>perter:</b><br />
Die Palästinenser müssen ihre Institutionen demokratisch reformieren.<br />
Ist das nötig und möglich?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Das ist dringend nötig, die Möglichkeiten sind beschränkt,<br />
denn es gibt eine Art von &quot;herrschender Klasse&quot; um Yassir Arafat<br />
herum, die autokratisch zu regieren gewohnt ist, auch Privilegien nicht<br />
abgeben will, und von denen viele zwar erfahrene Revolutionäre waren,<br />
aber das politische Geschäft nicht gelernt haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Manuel:</b><br />
Wie fanden Sie eigentlich die Übergabe Ararafats? Gelungen, oder<br />
hätte er es besser anstellen können?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Wenn Sie die Amtsübergabe an Mahmud Abbas meinen: Die hat er nie<br />
ernsthaft gewollt, und nach vielen übereinstimmenden Angaben macht<br />
er Abbas das Leben schwer. Arafat hält noch immer in vielen Dingen<br />
die Zügel in der Hand. Gerade heute erschien in einer israelischen<br />
Zeitung ein Auszug aus einem Protokoll von Akaba, in dem Mahmud Abbas<br />
selbst ansatzweise davon spricht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Moderator:</b><br />
Was genau sagt denn das Protokoll?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Ich kann den Wortlaut nicht zitieren, habe den Text nicht vor mir, aber<br />
daraus geht klar hervor, dass Arafat letztlich die Verbindlichkeit der<br />
road map nicht nur bezweifelt, sondern sie auch hintertreiben will, trotz<br />
öffentlicher gegenteiliger Beteuerungen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Moderator:</b><br />
So, jetzt zu einem anderen Thema.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>OBerthold:</b><br />
Warum glauben Sie, dass Ariel Sharon fast im Stundentakt einander völlig<br />
entgegengesetzte Positionen zu den völkerrechtswidrigen Siedlungen<br />
vertritt, Herr Sinnhuber?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Ich denke, das hat mehrere Gründe. Zunächst kann niemand bestreiten,<br />
dass Ariel Sharon einer der wichtigsten Motoren der Siedlungsbewegung<br />
war. Andererseits steht er nun unter sehr massivem Druck der USA, die<br />
anderen Mitglieder des Quartetts kann man da ruhig außer acht lassen.<br />
Dann die innenpolitische Kulisse: Seine eigene Partei stand überwiegend<br />
hinter dem Siedlungsausbau, zu seiner Koalition gehören Parteien,<br />
die die Siedlerinteressen direkt vertreten. Dazu die radikalen Rabbis<br />
aus den Siedlungen, die erst vor zwei Tagen sagten, die Aufgabe der Siedlungs-Idee<br />
wiederspreche göttlichem Gesetz. Als er zum erstenmal davon sprach,<br />
man könne 3,5 Millionen Palästinenser nicht ewig besetzt halten,<br />
ging ein Aufschrei durch die politische Rechte in Israel. Und die ist<br />
hier zur Zeit an der Regierung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>sinnzig:</b><br />
Israel will illegale jüdische Siedlungen auflösen. Was sagen<br />
die orthodoxen Juden dazu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:<br />
</b>Wenn ich die gerade zitierten 500 Siedlerrabbis als Sprecher der Orthodoxen<br />
nähme, hieße dies, sie setzten der Auflösung massivsten<br />
Widerstand entgegen. Aber die sind nicht repräsentativ für alle<br />
Orthodoxen. Die lautesten Widerständler sind die nationalreligiöse<br />
Orientierten und rechtsradikale Parteien, die Forderungen bis hin zur<br />
Aussiedlung der Araber erheben. Eine Gruppe von Rabbis rief vor einigen<br />
Tagen die arabischen Nachbarländer dazu auf, den Palästinensern<br />
die &quot;Rückkehr&quot; zu ermöglichen. Hintergedanke: Wo die<br />
Palästinenser leben, ist Groß-Israel, oder wie eine andere<br />
Parole lautet: &quot;Jordanien ist Palästina&quot;. Also, das kann<br />
man aber nicht alles mit den verschiedenen Strömungen der Orthodoxie<br />
gleichsetzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Moderator:<br />
</b>Was sagt die Friedensbewegung zur Auflösung der Siedlung und<br />
dem Widerstand der orthodoxen Juden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Die Friedensbewegung in Israel &#8211; im übrigen ja nicht ein ganz einheitlicher<br />
Block &#8211; ist durch die Folgen der jüngsten &quot;Intifada&quot; so<br />
geschwächt worden, dass sie zeitweise kaum mehr wahrzunehmen war.<br />
Natürlich setzt sie sich seit vielen Jahren vehement für die<br />
Einstellung des Siedlungsbaus und den Rückzug aus den Siedlungen<br />
ein. Sie erhebt übrigens die genauesten Daten über die Zahl<br />
der Siedler und der Siedlungen und Außenposten, so genau, dass ihre<br />
Gegner ebenso wie die Amerikaner und die israelische Regierung dieses<br />
Material benutzen &#8211; zu unterschiedlichen Zwecken natürlich. Und den<br />
Widerstand lehnt sie natürlich schärfstens ab. Dieser Widerstand<br />
wird im übrigen auch nicht von allen Siedlern in gleicher Weise unterstützt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>finis84:</b><br />
Wie ist die Stimmung unter den israelischen Jugendlichen? Tendieren diese<br />
zum Frieden oder stehen sie hinter der Liquiditäts-Taktik von Sharon?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Zunächst zur israelischen Bevölkerung insgesamt: Es ist sehr<br />
widersprüchlich. Mehr als 60 Prozent sind für den Abbau von<br />
Siedlungen, etwa die gleiche Zahl will einen Ausgleich mit den Palästinensern,<br />
aber die Popularitätsrate von Ariel Sharon wird zur Zeit weniger<br />
wegen seiner Politik gegenüber den Arabern angekratzt, sondern vielmehr<br />
wegen der scharfen Sparmaßnahmen in der Sozialpolitik, die hier<br />
noch viel schärferen Widerspruch hervorrufen als in Deutschland.<br />
<br />
Und was die Jugend angeht: Die Zahl der Wehrdienstverweigerer steigt,<br />
auch derer, die nicht in den Palästinensergebieten dienen wollen,<br />
aber die Zahl der &quot;refusniks&quot; ist relativ gering. Ansonsten<br />
ist eher eine Tendenz abzulesen, von all dem nicht so viel hören<br />
zu wollen und das Leben zu genießen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Moderator:</b><br />
Bevor wir zum Konflikt zurückkehren, hier ein kurzer Exkurs in die<br />
Innenpolitik: Gibt es in Israel auch eine Art &quot;Agenda 2010&quot;?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Sicher, diese &quot;Agenda 2010&quot; gibt es, sie ist erst vor kurzem<br />
durch das Parlament gegangen, nach schweren Auseinandersetzungen, und<br />
die hiesige Einheitsgewerkschaft ist trotz des parlamentarischen Ergebnisses<br />
noch immer punktuell am Streiken. Die Arbeitslosenrate liegt knapp über<br />
der deutschen, und die Einschnitte sind massiver als jene, über die<br />
zur Zeit in Deutschland gestritten wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Moderator:</b><br />
Zurück zu den Friedensaktivisten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>OBerthold:</b><br />
Sind die Internationalen Friedensaktivisten von ISM, zu denen ja auch<br />
die vor einigen Wochen im Gazastreifen getötete Rahel Corie gehörte,<br />
eher eine Randerscheinung der Intifada oder spielen sie eine wichtige<br />
Rolle in der Bekanntmachung der Vorgänge in den besetzten Gebieten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
ISM wird, zumindest in Israel, kaum wahrgenommen, wenn, dann eher als<br />
Störfaktor. In den Palästinensergebieten ist ihre Bedeutung<br />
zwar höher, aber es ist nicht zu übersehen, dass sie ein sehr<br />
&quot;buntes Völkchen&quot; sind. Israel hat schon viele nicht mehr<br />
wieder einreisen lassen. Hier ist die Empfindlichkeit gegenüber ausländischer<br />
Kritik insgesamt massiv gewachsen. Auch gegenüber Journalisten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Moderator:</b><br />
Der Frieden ist also alles andere als gesichert. Nun ein paar Fragen zum<br />
Arbeiten vor Ort&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>esgrgesrg:</b><br />
Herr Sinnhuber, wie verhält es sich mit der Pressefreiheit in Israel<br />
&#8211; werden Sie in Ihrer Arbeit behindert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:<br />
</b>Grundsätzlich nein, oder &quot;im Prinzip&quot; nein. Es gibt<br />
natürlich Hindernisse, die einem das Arbeiten schwer machen. Zum<br />
Beispiel Fahrten in den &quot;territories&quot;, wie die Palästinensergebiete<br />
im israelischen Sprachgebrauch heißen. Straßensperren, penible<br />
Überprüfungen, Verzögerungen, Schwierigkeiten vor allem<br />
für unsere palästinensischen Kamerateams, für die es häufig<br />
einen riesigen Zeitaufwand bedeutet, vom Süden des Westjordanlandes<br />
in den nördlichen Teil zu kommen, und Ähnliches. Auch ist die<br />
Stimmung uns gegenüber nicht immer sehr freundlich, aber direkte<br />
Behinderung gibt es nicht. Probleme haben vor allem unsere palästinensischen<br />
Freunde / Mitarbeiter &#8211; manchmal auch von Seiten der von Arafat beherrschten<br />
Autonomiebehörde, die einen anderen Begriff von Journalismus haben<br />
als der im Westen übliche.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Manuel:</b><br />
Nachfrage: Wurden Sie schon mal bedroht, etwas nicht zu veröffentlichen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Nein, das ist mir bisher nicht passiert, aber ich muss korrekterweise<br />
auch hinzufügen, dass Israel / Palästinensische Gebiete nicht<br />
mein ausschließlicher Arbeitsplatz ist, ich also nicht ständig<br />
hier bin. Mir selbst, wie gesagt, ist es noch nicht widerfahren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Moderator:</b><br />
Speziell eine Frage an Sie als Deutscher&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>überdenwolken:</b><br />
Haben Sie das Gefühl, dass Sie als ausländischer Korrespondent<br />
von der Bevölkerung und den Politikern anders behandelt werden, als<br />
die Einheimischen? Wenn ja, werden Ihre Reportagen bewusst von einzelnen<br />
Personen gelenkt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:<br />
</b>Der Wunsch besteht natürlich, jede Seite, jede Interessengruppe<br />
versucht, uns zu beeinflussen, uns einzuspannen. Deshalb ist es für<br />
uns dringend nötig, uns den Platz &quot;zwischen den Stühlen&quot;<br />
zu sichern, uns nicht für Zwecke der Agitation einspannen zu<br />
lassen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>willy<br />
M: </b>Aber es wird intensiv versucht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Ja, natürlich. Israel setzt dabei die erfahreneren &quot;Profis&quot;<br />
im Umgang mit den Medien ein, die Palästinensische Seite ist durch<br />
die Tatsache und die Betonung der &quot;militärischen&quot; Unterlegenheit<br />
immer erst einmal im Vorteil, und schreckliche Bilder von verwundeten<br />
Kindern oder Toten werden zum Teil auch in schamloser Weise benutzt, um<br />
uns in eine parteiische Ecke zu treiben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Moderator:</b><br />
Noch einmal ein Bezug zur Innenpolitik, aber dieses Mal deutsche Innenpolitik.<br />
Danach zurück nach Israel&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Sarah:</b><br />
Was hat denn die israelische Presse zum Todesflug von Möllemann gesagt?<br />
Und welche Ansicht haben die verschiedenen Gesellschaftsgruppen über<br />
den Fall Friedmann? Gibt es über diese Themen einen öffentlichen<br />
Diskurs?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Das sind Themen, die hier letztlich keine Rolle spielen. Herrn Möllemanns<br />
Wahlkampf-Eskapaden bekam zwar Herr Westerwelle hier mal ziemlich unverblümt<br />
zu hören, aber ansonsten interessiert das hier kaum. Und die Friedman-Geschichte<br />
&#8211; wie immer man zu ihr stehen mag &#8211; findet zwar Erwähnung, aber nicht<br />
in einem ausgeprägt deutsch-jüdischen Kontext, dass es zu Spannungen<br />
führen könnte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>OBerthold:</b><br />
Um den Zaun, der Israelis und Palästinenser trennen soll, ist es<br />
etwas still geworden. Geht der Bau indessen ungebremst weiter?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Der Zaun wird weiter gebaut, aber er wird auch in der israelischen Politik<br />
als &quot;zweischneidiges&quot; Schwert empfunden, also ist der Nachdruck<br />
beim Bau nicht so groß, wie erwartet. Denn gerade im Kontext mit<br />
der &quot;road map&quot;, der bis Ende 2005 einen endgültigen Status<br />
vorsieht, wird der Zaun oder die Mauer von vielen als Präjudiz einer<br />
endgültigen Grenzziehung gesehen, und das will man nicht &#8211; nicht<br />
aus irgendwelchen humanitären Gründen, sondern weil man sich<br />
hier Spielraum lassen will. Im übrigen kam die Idee nicht erst Herrn<br />
Scharon, sondern schon seinem Vorgänger Ehud Barak. Außerdem<br />
liegen dann viele der kleineren Siedlungen &quot;hinter dem Zaun&quot;,<br />
auf Palästinensergebiet, und so weit östlich, wie manche Siedler<br />
den Zaun am liebsten sähen, könnte auch eine noch viel weiter<br />
rechts orientierte Regierung nie bauen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Moderator:</b><br />
Die letzten 5 Minuten sind angebrochen. Noch 2 bis 3 Fragen&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Alberto:</b><br />
Eine Frage zur EU: Welche Rolle hat sie einzunehmen? Mittler oder Gegengewicht<br />
auf der Seite der Palästinenser?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Mittler ist sicher die angestammte Rolle, aus israelischer Sicht ist sie<br />
ohnehin schon viel zu viel für die Palästinenser engagiert und<br />
trifft in Jerusalem häufig auf die kalte Schulter. Einseitige Parteinahme<br />
wäre sicher kontraproduktiv. Ansonsten spielt sie hier bei weitem<br />
nicht die Rolle, wie sie in der Berichterstattung in Deutschland wahrgenommen<br />
wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>finis84:</b><br />
Wie können wir Deutschen zu einer friedlichen Lösung des Konflikts<br />
beitragen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Im Grunde durch Fortsetzung der bisherigen Politik: Im Wissen um deutsche<br />
Verantwortung eine ausgewogene Position, wo man im Geheimen unter Freunden<br />
auch mal laut die Meinung sagen kann, aber offen nicht Partei ergreift.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Manuel:</b><br />
Wie sehen die Israelis auf der Straße die Meinungsverschiedenheiten<br />
zwischen Europäern und den USA? Ein Kurzer Bruderzwist oder das endgültige<br />
Ende einer Freundschaft?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
In der allgemeinen Wahrnehmung hier spielen die Europäer wirklich<br />
eine nachgeordnete Rolle. Das hat sich zum Beispiel im Vorfeld des Irak-Krieges<br />
gezeigt. Ich habe mit nicht wenigen Menschen hier gesprochen, die zwar<br />
die europäische Position &#8211; die ja nicht einheitlich war &#8211; gut fanden,<br />
sich aber erst einmal darüber freuten, dass die potentielle<br />
Bedrohung Saddam dadurch beseitigt wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Moderator:</b><br />
Eine letzte Frage zum Ausstieg. Worüber werden Sie das nächste<br />
Mal in der ARD berichten, Herr Sinnhuber?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Im Augenblick planen meine Kollegin und ich &#8211; wir sind hier zu Zweit &#8211;<br />
Beiträge im Vorfeld des Besuches der US-Sicherheitsberaterin C. Rice<br />
und bereiten uns auf Beiträge vor für den Fall, dass der israelische<br />
Rückzug aus Teilgebieten tatsächlich kommt und die sogenannte<br />
&quot;hudna&quot;, ein Waffenstillstand der radikalen Palästinenserorganisationen,<br />
zustande kommt. Ansonsten &#8211; viele Aufgaben bringt der Alltag, der hier<br />
immer für Überraschungen, meistens schlimme, gut ist. Zudem<br />
sprechen wir gerade über einen Weltspiegel-Beitrag, aber vor ernsthafter<br />
Recherche lässt sich dazu noch nichts sagen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Chatter, ein Stunde ist vorbei. Vielen Dank für Ihr Interesse,<br />
vielen Dank Herr Sinnhuber für`s chatten.<br />
Wir haben noch einen weiteren Chat in dieser Woche, auf die ich Sie hinweisen<br />
möchte: Morgen können Sie zwischen 17.00 und 18.00 Uhr mit dem<br />
Düsseldorfer Parteienforscher Ulrich von Alemann zum Thema Politik,<br />
Macht und Moral chatten. Wir freuen uns, wenn Sie wieder dabei sind und<br />
wünschen einen schönen Abend.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Und ich danke für das große Interesse.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Moderator:</b><br />
Ihnen noch einen schönen Abend.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Dieter.Sinnhuber:</b><br />
Danke, auch zurück an Sie.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die Siedlungen sind nicht der Dreh- und Angelpunkt des Konflikts&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jmau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Apr 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
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		<category><![CDATA[Palästinenser]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensprozess]]></category>
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		<category><![CDATA[Shimon Stein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/sstein.jpg" alt="Shimon Stein" align="left" border="0" height="85" width="80" />Shimon 
Stein</b><b>, Israelischer Botschafter in Berlin, </b><b>war 
am 28. April 2003 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und 
politik-digital.de</b></span>.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/sstein.jpg" alt="Shimon Stein" align="left" border="0" height="85" width="80" />Shimon<br />
Stein</b><b>, Israelischer Botschafter in Berlin, </b><b>war<br />
am 28. April 2003 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und<br />
politik-digital.de</b></span>.<!--break--> </p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> <b>Moderator:</b><br />
Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Stein. Herzlich willkommen<br />
im tacheles.02 Live-Chat. Unser heutiger Gast ist der Botschafter des<br />
Staates Israels in Deutschland, Shimon Stein. Herr Stein, sind Sie bereit<br />
für sechzig Minuten Diskussion mit unseren Nutzern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:</b><br />
Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Der Lösung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern<br />
wird immer wieder eine Schlüsselrolle für den Frieden im Nahen<br />
Osten zugeschrieben. Welche Chancen sehen Sie in einer Zusammenarbeit<br />
mit dem designierten palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud<br />
Abbas (alias Abu Mazen)?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:<br />
</b>Die Nominierung des Ministerpräsidenten Mahmud Abbas eröffnet<br />
neue Möglichkeiten, um den Friedensprozess, der durch den Terror<br />
abgebrochen wurde, wieder aufzunehmen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>davjid: </b>Die<br />
Kabinettsbildung war Bedingung für die Veröffentlichung des<br />
neuen Nahost-Friedensplanes von USA, EU, UNO und Russland. Was erwarten<br />
sie von einem neuen Plan?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:</b><br />
Es handelt sich hier nicht um einen neuen Plan. Es handelt sich hier um<br />
einen Fahrplan, der noch nicht veröffentlicht worden ist. In der<br />
Tat, nach der Entscheidung des palästinensischen Parlaments über<br />
den Vorschlag des Ministerpräsidenten Abbu Mazen wird die so genannte<br />
„Road Map“ veröffentlicht werden. Allerdings ist für<br />
uns die Rede des amerikanischen Präsidenten vom 24. Juni 2002 wichtig,<br />
wo er seine Vision unterbreitete. Denn dort hat der amerikanische Präsident<br />
die Weichen für die Lösung des palästinensischen-israelischen<br />
Konflikts gestellt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>falfel:</b><br />
Ich habe gelesen, dass Washington Wert darauf lege, dass Israel vertrauensbildende<br />
Maßnahmen im Sinne des „Fahrplans&quot; vornimmt, ohne auf<br />
palästinensische Vorleistungen zu warten. Stimmt das und was sagen<br />
sie zu diesen Forderungen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:<br />
</b>Washington hat noch nicht offiziell Forderungen im Vorfeld der<br />
Veröffentlichung des Planes gestellt. Wichtig in diesem Zusammenhang<br />
ist &#8211; und hier verweise ich auf die Rede des amerikanischen Präsidenten<br />
vom Juni letzten Jahres &#8211; dass der Terror eingestellt werden muss, dass<br />
es zu einer neuen palästinensischen Führung kommen muss, und<br />
dass es zu durchgreifenden Reformen innerhalb der palästinensischen<br />
Behörden kommen muss. Wenn diese Voraussetzungen implementiert werden,<br />
wird Israel seinen Beitrag zur Deeskalation leisten. Ich wiederhole, dass<br />
für uns Israelis die Einstellung des Terrors von herausragender Bedeutung<br />
ist und wenn der neue Ministerpräsident die Entschlossenheit, den<br />
Terror zu bekämpfen, zeigen wird, dann wird er auf der anderen Seite<br />
den israelischen Ministerpräsidenten finden, der seine Bereitschaft<br />
zu schmerzhaften Kompromissen erklärt hatte, finden, um mit ihm den<br />
Friedensprozess wieder in Gang zu setzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Nachfrage: Gestern Abend hat die israelische Armee eine erste jüdische<br />
Kleinsiedlung südlich von Hebron im Westjordanland geräumt.<br />
Mit den Räumungen kommt die Regierung von Ministerpräsident<br />
Ariel Scharon der US-Regierung und dem neuen palästinensischen Ministerpräsidenten<br />
Abbas entgegen. Kann man das nicht als Forderung sehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:</b><br />
Ich würde es nicht als Forderung bezeichnen. Denn die Entscheidung<br />
des israelischen Kabinetts, illegale Vorposten abzubauen, steht schon<br />
seit langer Zeit fest. Aber wenn man die Entscheidung der israelischen<br />
Regierung von gestern als eine Geste sehen möchte, dann um so besser.<br />
Ich werde in dem Zusammenhang dies auch zum Anlass nehmen, auch das Thema<br />
&quot;Siedlungen&quot; anzusprechen: Es ist uns klar, dass die Siedlungen<br />
ein umstrittenes Thema sind und die Palästinenser die israelischen<br />
Siedlungen auf dem Verhandlungstisch stellen werden – allerdings<br />
gehören die Siedlungen zu den Themen, die zum Endstatus der Gespräche<br />
zählen und deshalb gemeinsam mit Themen wie Jerusalem, Grenzen, Sicherheitsvorkehrungen<br />
behandelt werden. Darüber hinaus &#8211; das ist meine Überzeugung<br />
&#8211; sind die Siedlungen nicht der Dreh- und Angelpunkt des Konflikts. Ich<br />
möchte daran erinnern, dass in Camp David im September 2000 der damalige<br />
Ministerpräsident Barak bereit war, die große Mehrheit der<br />
Siedlungen abzubauen, sich aus fast 96% des Gebietes zurück zuziehen<br />
und trotzdem hat der auf dieses Angebot eine negative Antwort von Arafat<br />
bekommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>perter: </b>Wann<br />
wird der Fahrplan des Nahost-Friedensprozesses veröffentlicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:</b><br />
Sobald das palästinensische Parlament die Regierung von Abbu Mazen<br />
bestätigt hat, wird die so genannte Road Map veröffentlicht<br />
werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>t52: </b>Wird<br />
Außenminister Powell bald in die Region kommen und mit Abbas und<br />
Sharon reden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:</b><br />
Aus der Presse haben wir erfahren, dass ein Besuch des amerikanischen<br />
Außenministers in der Region bevorsteht. Wann genau der Besuch stattfinden<br />
wird und welche Länder der Außenminister besuchen wird, steht<br />
noch nicht fest.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>erer: </b>Übt<br />
Washington verstärkt Druck auf Sie aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:<br />
</b>Washington hat keinen Anlass, Druck auf Israel auszuüben,<br />
denn Ministerpräsident Sharon hat mehrfach verkündet, dass er<br />
voll hinter der Vision des amerikanischen Präsidenten vom Juni letzen<br />
Jahres steht und das Israel bereit ist, schmerzhafte Entscheidungen zu<br />
treffen &#8211; und darüber hinaus gibt es eine volle Übereinstimmung<br />
der beiden Personen, den Terror zu bekämpfen. Deshalb gibt es meiner<br />
Meinung nach zur Zeit keinen Anlass, Druck auf Israel auszuüben.<br />
Wenn es einen Anlass Druck auszuüben gibt, dann soll er auf die Kräfte<br />
innerhalb der arabischen Welt und der Terrororganisationen ausgerichtet<br />
sein, die entschlossen sind weiter den Terror als Mittel für ihre<br />
politischen Zwecke zu benutzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Nachfrage zu &quot;Illegale Vorposten“.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rufus: </b>Was<br />
sind &quot;illegale Vorposten&quot; nach der Definition des israelischen<br />
Parlamentes? Verstehen sie darunter alle Siedlungen in den besetzten Gebieten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:</b><br />
Nein, illegale Vorposten sind so genannte Siedlungen, die ja ohne die<br />
Genehmigung der Regierung aufgebaut wurden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gagarin: </b>Wird<br />
die israelische Regierung die Arbeiten an der Errichtung von Zaunanlagen,<br />
mit denen Sicherheitskorridore zwischen Israel und den Siedlungen geschaffen<br />
werden und die viele palästinensische Siedlungen im Westjordanland<br />
zu Enklaven macht, fortführen oder einstellen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:<br />
</b>Die Arbeiten an dem Zaun werden als Reaktion auf den Terror fortgesetzt.<br />
Es ist kein politischer Zaun, denn die Entscheidung über die endgültigen<br />
Grenzen zählen zu den Endstatus-Fragen, von denen ich gesprochen<br />
habe.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Praitorianer:<br />
</b>Warum lehnt es Israel es ab, eine Art Friedenstruppen ins Land<br />
zu lassen, die gerade an Übergängen und Konfliktpunkten kontrollieren?<br />
Wäre es nicht sinnvoll und logisch, hier unbeteiligte Länder<br />
zu nehmen, die nicht den Konflikt weiter anheizen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:</b><br />
Israel lehnt die Internationalisierung des Konflikts ab. Die theoretische<br />
Frage, nach der Notwendigkeit von internationalen Truppen, wird im Rahmen<br />
der Endstatusverhandlungen verhandelt werden und nicht vorher und auch<br />
nicht einseitig, sondern in Abstimmung mit den Konfliktparteien.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chata: </b>Wäre<br />
nun eine Forderung Abbu Mazens, keine andere Stadt als Jerusalem als Hauptstadt<br />
des zukünftigen palästinensischen Staates zuzulassen, käme<br />
die Jerusalemfrage schneller auf die Agenda, als von Israel gewünscht.<br />
Wie würden Sie diese Forderung beantwortet?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:</b><br />
Jerusalem zählt zu den schwierigsten Fragen des Konflikts, allerdings<br />
möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass Ministerpräsident<br />
Barak in Camp David im Rahmen seines Angebots bereit war, Jerusalem zu<br />
teilen. Sein Angebot ist abgelehnt worden, was uns dazu veranlasste, die<br />
Frage zu stellen: Geht es unter anderem um die Teilung von Jerusalem oder<br />
gehen die palästinensischen Ziele über die Teilung von Jerusalem<br />
hinaus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Medorac: </b>Was<br />
meinen sie mit &quot;Endstatus&quot;?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:</b><br />
Endstatus bedeutet die letzte Phase der Verhandlungen, die Phase, wo die<br />
herausragenden Fragen diskutiert und entschieden werden. Dazu zähle<br />
ich u.a. Fragen wie Jerusalem, Grenzen, Siedlungen, Sicherheitsvorkehrungen,<br />
das Rückkehrrecht etc.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Können Sie die Antwort zu Jerusalem konkretisieren? Was glauben Sie,<br />
was die palästinensische Seite beabsichtigt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:</b><br />
Nachdem Scheitern von Camp David fragen wir uns, was wollen die Palästinenser<br />
am Ende des Tages? Denn auch wenn es banal klingt, wir haben weder von<br />
den Palästinensern noch von den arabischen Staaten bis heute die<br />
Anerkennung des jüdischen Staates Israel bekommen bzw. die Legitimität<br />
des jüdischen Staates ist sowohl für die Palästinenser<br />
als auch die arabischen Staaten eine offene Frage. Deshalb habe ich auf<br />
die Frage so geantwortet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>goldstein:</b><br />
Glauben Sie, dass Jassir Arafat einen eigenen Staat, wie er jetzt vorgesehen<br />
ist, überhaupt will?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:<br />
</b>Bis heute hat uns Arafat keine Antwort auf die Frage, die in<br />
Deutschland und anderswo in Europa schon längst beantwortet ist,<br />
gegeben, nämlich ob er anerkennt, dass es ein jüdisches Volk<br />
gibt und das dieses Volk ein Recht auf Selbstbestimmung hat. Deshalb haben<br />
wir Israelis &#8211; und zwar die Mehrheit der Israelis, Anlass zum Zweifeln<br />
bezüglich des politischen Endziels von Arafat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Wie wird das politische Endziel sein? Kein Staat Israel in ein<br />
paar Jahrzehnten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:<br />
</b>Der amerikanische Präsident spricht in seiner Rede vom Juni<br />
über die Vision von zwei Staaten, nämlich Israel und ein palästinensischer<br />
Staat. Der israelische Ministerpräsident steht voll hinter dieser<br />
Vision. Die Einzelheiten bzw. die Implementierung dieser Vision soll Gegenstand<br />
der politischen Verhandlungen zwischen uns und der neuen Führung<br />
der Palästinenser sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>malaka: </b>Wie<br />
schätzen sie die Rolle der EU, Russland und vor allem der UNO nach<br />
dem Irak Krieg? Sind sie für Israel noch relevant?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:<br />
</b>Federführend und zentral für die Implementierung des<br />
sogenannten Road Map werden die Vereinigten Staaten sein. Kein Weg geht<br />
an Washington vorbei. Das wissen alle, nicht nur die Israelis, sondern<br />
auch die Palästinenser und die arabischen Staaten. Die Europäische<br />
Union wird auch eine Rolle spielen, allerdings eine ergänzende Rolle.<br />
Was Israel und die EU anbelangt, muss ich leider sagen, dass es ein großes<br />
Vertrauensdefizit gibt. Und dieses Defizit geht aus einer unausgewogenen<br />
europäischen Politik aus. Um dieses Defizit abzubauen, was in unserem<br />
Interesse ist, muss die EU vertrauensbildende Maßnahmen herstellen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wurde dadurch auch Außenminister Fischers Einfluss im Nahost-Konflikt<br />
beeinträchtigt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:<br />
</b>Außenminister Fischer genießt hohes Ansehen in Israel<br />
und über Israel hinaus. Innerhalb der EU bemüht er sich, Einfluss<br />
auf die gemeinsame EU-Haltung bezüglich Israel zu nehmen. Wir danken<br />
ihm für seine Bemühungen, die ja nicht immer erfolgreich sind.<br />
Wir freuen uns über seinen Einsatz und wir wollen hoffen, dass er<br />
weiter engagiert bleibt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>polanski:</b><br />
Waren sie entsetzt über die anti-amerikanischen und anti-semitischen<br />
Tendenzen von großen Teilen der Friedensbewegung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:<br />
</b>Es handelt sich hier nicht um Entsetzen oder nicht. Ich habe<br />
nur festgestellt &#8211; und das als Beobachter -, dass die Friedensbewegung<br />
nicht den richtigen Feind zum Ziel hatte, sondern den Amerikaner als Hauptziel<br />
der Kritik, als ob die Amerikaner für die Ursachen der Krise verantwortlich<br />
wären. Bedauerlicherweise habe ich auch antisemitische Hintertöne<br />
bei manchen Demonstranten registriert. Eine Tatsache, die ich sehr bedauere.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>polanski:<br />
</b>Ist Deutschland mit seiner Haltung gegen die USA ein Freund der<br />
Araber geworden und hat die deutsch-israelischen Beziehungen belastet?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:<br />
</b>Die deutsch-israelischen Beziehungen sind fest. Deutschland hat<br />
sich über die Jahre hinweg zur Sicherheit des Staates Israel bekannt<br />
und zum Existenzrecht des jüdischen Staates ebenfalls. Ich bin der<br />
Auffassung, dass die gegenwärtigen Meinungsunterschiede zwischen<br />
Deutschland und den Vereinigten Staaten die deutsch-israelischen Beziehungen<br />
nicht beeinträchtigt. Ich bin der Auffassung, dass die Ursachen für<br />
die deutsch-israelischen Beziehungen besonders sind. Beziehungen, die<br />
ja auf den Hintergrund der Geschichte basieren und momentan nicht von<br />
der Verstimmung der deutsch-amerikanischen Beziehungen beeinflusst sind.<br />
Selbstverständlich werden wir gute und reibungslose Beziehungen zu<br />
Deutschland und den Vereinigten Staaten begrüßen. Ich möchte<br />
der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass Deutschland und die USA zu einem<br />
ernsthaften Meinungsaustausch über die gegenwärtigen Bedrohungen<br />
und die dementsprechend politischen Schlussfolgerungen, die daraus entstehen<br />
auch kommen, denn eine gemeinsame Haltung des Westens ist für uns<br />
alle von großer Bedeutung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>johannes:<br />
</b>Wie finden Sie die Berichterstattung in den deutschen Medien<br />
über Israel und den Friedensprozess? Auch nach der Möllemann-Affäre<br />
und dessen Antisemitismus, der ja bedauerlicherweise Zustimmung bekommen<br />
hat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:<br />
</b>Das ist eine gute Frage, die eine lange und differenzierte Antwort<br />
verlangt, dich ich jetzt nicht geben kann. Allerdings kann ich im Großen<br />
und Ganzen sagen, dass ich mir wünsche, dass die Berichterstattung<br />
objektiv und ausgewogen sein muss, doch dass ist leider in vielen Fällen<br />
nicht der Fall.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>petermann25:</b><br />
Auch wenn alle sagen, dass sie den Friedensprozess wollen, warum stockt<br />
er dann so?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:</b><br />
Auch eine gute Frage. Meine kurze Bemerkung dazu ist, dass, solange die<br />
arabische Welt die historische Tatsache, die demnächst 55 Jahre jung<br />
sein wird bzw. die Existenz des Staates Israel nicht zur Kenntnis nimmt,<br />
wird es nicht zur Beilegung des arabisch-israelischen Konflikts kommen.<br />
Israel ist bereit und hat es auch über die Jahre hinweg bewiesen<br />
&#8211; die Bereitschaft zu einer politischen Lösung zu kommen. Wir wollen<br />
hoffen, dass die Palästinenser, die in der Vergangenheit keine Möglichkeit<br />
verpasst haben, eine Möglichkeit zu verpassen, werden die Möglichkeit,<br />
die ja bevorsteht, konstruktiv benutzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mölleman_tadler:<br />
</b>Hoffen Arafat bzw. seine Leute auf einen demographisch schwaches<br />
Israel, dass einem starken Bevölkerungswachstum seitens der Palästinenser<br />
gegenübersteht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:</b><br />
Es gibt auch innerhalb der palästinensischen Führung einige,<br />
die solche Überlegungen befürworten und deshalb unterstützen<br />
sie auch den Terror, und das ohne Rücksicht auf das Leiden des palästinensischen<br />
Volkes. Andererseits gibt es Leute wie der Ministerpräsident Abu<br />
Mazen, die ja anderer Auffassung sind und deshalb befürworten sie<br />
die Einstellung des Terrors &#8211; dementsprechend auch eine politische Lösung.<br />
Ich hoffe, dass diese Schule sich letzten Endes durchsetzen wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Kommen wir zum Schluss und damit zu einer letzten, persönlichen Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dipidolor:</b><br />
Herr Stein, wie gefällt es Ihnen und Ihrer Familie persönlich<br />
in Berlin?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:</b><br />
Hervorragend!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Chat-Freunde, unsere Gesprächsrunde ist leider vorbei. Herzlichen<br />
Dank, Herr Stein, dass Sie ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen sind, um<br />
mit uns zu chatten. Und vielen Dank an alle UserInnen für Ihr Interesse.<br />
Jede Menge Fragen blieben unbeantwortet. Vielleicht ergibt sich noch einmal<br />
die Gelegenheit, Herrn Stein zum Chat einzuladen. Wir würden uns<br />
freuen, wenn Sie dann wieder dabei wären. Die Transkripte aller tacheles.02-Chats<br />
finden Sie auf den Webseiten der Veranstalter tagesschau.de und politik-digital.de.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shimon Stein:<br />
</b>Ich bedanke mich bei tagesschau.de und politik-digital.de für<br />
die Möglichkeit, mit Ihnen chatten zu dürfen. Ich hoffe, dass<br />
ich zur Aufklärung der komplexen Fragen beigetragen habe und würde<br />
mich freuen, mit Ihnen noch einmal mit der Hilfe von tagesschau.de und<br />
politik-digital.de zu chatten.</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_siedlungen_sind_nicht_der_dreh_und_angelpunkt_des_konfliktsquot-306/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die arabischen Staaten sind in der Syrien-Frage eindeutig zusammengerückt&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_arabischen_staaten_sind_in_der_syrienfrage_eindeutig_zusammengeruecktquot-307/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jmau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Apr 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Palästinenser]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensprozess]]></category>
		<category><![CDATA[Naher Osten]]></category>
		<category><![CDATA[Syrien]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Rainald Becker]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/rbecker.jpg" alt="Rainald Becker" align="left" border="0" height="65" width="80" />Rainald 
Becker</b><b>, ARD-Korrespondent in Ägypten während des 
Irak-Kriegs, </b><b>war am 24. April 2003</b></span> <span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>zu 
Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/rbecker.jpg" alt="Rainald Becker" align="left" border="0" height="65" width="80" />Rainald<br />
Becker</b><b>, ARD-Korrespondent in Ägypten während des<br />
Irak-Kriegs, </b><b>war am 24. April 2003</b></span> <span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>zu<br />
Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span><!--break--></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> <b>Moderator:</b><br />
Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02 ist ein Format von<br />
tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de.<br />
Heute begrüßen wir Rainald Becker, ARD-Korrespondent in Kairo/<br />
Ägypten. Wir haben eine Stunde Zeit. Sind Sie bereit und kann es<br />
losgehen? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:</b><br />
Ja, Hallo und Grüße vom Nil</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Herr Becker, Sie waren in den vergangenen Tagen für eine Stippvisite<br />
in Syrien. Ihr Ziel war es, sich einen Eindruck über die Lage vor<br />
Ort verschaffen. Wie waren denn Ihre Eindrücke?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:</b><br />
Das leben in Syrien verläuft auf den ersten Blick völlig normal,<br />
aber unter der Decke, wenn man mit den Menschen spricht, ist Spannung<br />
und Unsicherheit zu spüren. Jeder fragt sich hinter vorgehaltener<br />
Hand, wie es politisch weitergeht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marie: </b>Wie<br />
waren ihre Arbeitsbedingungen in Syrien?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Okay, aber jedes Drehvorhaben, vor allem die sensiblen, wie z.B.<br />
Aufnahmen an der Grenze zum Irak müssen genehmigt werden. In meinem<br />
Fall wurde die Anfrage abgelehnt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Werden Sie es noch mal versuchen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:</b><br />
Na, für den kommenden Weltspiegel ist es zu spät, aber natürlich<br />
werden wir Syrien und die politische Entwicklung nicht aus den Augen verlieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Eine Nachfrage zur Ablehnung der Aufnahmegenehmigung von Marie:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marie:</b><br />
Mit welcher Begründung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:</b><br />
Die Begründung ist in solchen Fällen immer die gleiche: nicht<br />
im Interesse des Landes und zu unsicher für Journalisten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rzeznik: </b>Als<br />
wie real schätzt die syrische Bevölkerung die Gefahren eines<br />
drohenden Krieges ein?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Derzeit als nicht real, aber für die weitere Zukunft des<br />
Landes will sich niemand wirklich festlegen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jule: </b>Besitzt<br />
Syrien tatsächlich Massenvernichtungswaffen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Gute, aber schwer zu beantwortende Frage. Es gibt Berichte &#8211;<br />
nicht bestätigt &#8211; über Chemiewaffen &#8211; Tests vor einigen Jahren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rzeznik: </b>Wie<br />
unabhängig berichten die syrischen Medien über die Situation<br />
im Irak und über die Spannungen zwischen USA und ihrem Land?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>So unabhängig wie Medien in arabischen Ländern sind,<br />
d.h. die meisten Zeitungen, das Fernsehen und der syrische Rundfunk, sind<br />
entweder staatsnah oder gar von regierungstreuen Managern geleitet. Im<br />
Mittelpunkt steht immer das syrische und das arabische Interesse.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Iberischer<br />
Halbpinsel: </b>Wie sieht die Zukunft in Syrien aus, ist mit einem<br />
demokratischen System mit oder ohne militärische Intervention zu<br />
rechnen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>In absehbarer Zeit sicherlich nicht. Das würde einen radikalen<br />
Regimewechsel voraussetzen, und dazu ist die syrische Bevölkerung<br />
weder bereit noch in der Lage. Wir reden hier von einem Regime, dass sich<br />
mit Hilfe einer Einheitspartei und Geheimdiensten an der Macht hält,<br />
und das seit 30 Jahren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Eine Frage von Wetzel zum Regimewechsel:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Wetzel: </b>Kann<br />
es sein, dass manche die Ablösung der Baath-Regierung in Syrien begrüßen<br />
würden, auch wenn es die Amerikaner tun?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:</b><br />
Sicher gibt es manche, die das begrüßen würden, aber offen<br />
sagen will das keiner, und zu viele profitieren auch vom Regime.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Wer würde das denn begrüßen? Dazu passt auch<br />
die Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>rinder wahn:<br />
</b>Was macht die syrische Opposition, gibt es sie und wo sitzt sie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Die syrische Opposition, die, die sich offen als solche bezeichnet,<br />
sitzt im Ausland in Europa, den USA. Im Land ist eine offen geäußerte<br />
Opposition mit dem Ziel eines Regimewechsels nicht möglich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Micha: </b>In<br />
den letzten Wochen sah es Medienberichten zufolge so aus, als würde<br />
bald ein Angriff der USA auf Syrien erfolgen. Jetzt bemühen sich<br />
die Amerikaner um Beschwichtigung. Wie kam es zu diesem Meinungswechsel?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Offensichtlich Einsicht in das derzeit nicht Mögliche. Für<br />
einen Angriff auf Syrien gibt es bisher keine bestätigte Rechtfertigung,<br />
und ein solcher Akt würde die ganze arabisch-islamische Welt endgültig<br />
gegen die USA aufbringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Assembly:<br />
</b>Hat der Druck der USA auf Syrien schon Auswirkungen auf die Politik<br />
des syrische Staatschefs Assad gehabt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Ja, denn die arabischen Staaten sind in der Syrien-Frage eindeutig<br />
zusammengerückt und Assad hat sich sofort auch europäischer,<br />
insbesondere französischer Unterstützung vergewissert. Auch<br />
die Russen sind gegen jede Aktion gegen Syrien. Zudem hat Syrien bei den<br />
Vereinten Nationen eine Resolution eingebracht, mit dem Ziel, den gesamten<br />
Nahen Osten WMD (Massenvernichtungswaffen-) frei zu bekommen, also auch<br />
Israel.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sms: </b>Was<br />
ist das syrische Interesse im Irak-Konflikt und der Nachkriegszeit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>In erster Linie Ruhe an der Grenze, keine Verbindungen mit dem<br />
Saddam &#8211; Regime deutlich werden zu lassen, und sich selbst so demokratisch<br />
wie möglich nach außen zu präsentieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gabriel: </b>Hat<br />
Bashar Assad knapp drei Jahre nach dem Tod seines Vaters die von der Bevölkerung<br />
Syriens in den jungen Herrscher gesetzten Erwartungen erfüllt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Nur teilweise, denn die alten Weggefährten seines Vaters<br />
ist er nicht losgeworden. Der Außen- und der Verteidigungsminister<br />
beispielsweise regieren ganz sicher im Sinne des Vaters weiter. Zaghafte<br />
Liberalisierungsversuche sind inzwischen weitgehend im Sande verlaufen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Wie verlassen kurz Syrien und kommen zu einem anderen Konfliktherd:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MatthiasA.:<br />
</b>Ich habe eine Frage: Was ist eigentlich mit den Kurden? Geraten<br />
sie wieder in Vergessenheit? Man hat den Kurden immerhin einen Kurdenstaat<br />
versprochen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Die Kurden werden im Nachkriegsirak sicher eine Rolle spielen,<br />
die Frage ist nur welche. Ein Kurdenstaat ist nicht im Interesse zum Beispiel<br />
der Türkei, aber auch nicht des Iran. Und bei den USA ist man wohl<br />
noch dabei, die Meinung zu finden. Im Moment spricht vieles dafür,<br />
dass man erst mal eine Art weitgehender Autonomie zugestehen wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>StWeber: </b>Meinen<br />
Sie, dass der Irak-Krieg die Friedenschancen in Israel eher erhöht<br />
oder verringert hat? Wird es zu einer weiteren Radikalisierung der extremen<br />
Moslems kommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:</b><br />
Das kann man nie ausschließen, aber für Frieden mit Israel<br />
ist vor allem die politische Entwicklung der palästinensischen Selbstverwaltung<br />
entscheidend. Das neue Kabinett wird wesentlich dazu beitragen können<br />
und müssen, dass der Friedenplan des sogenannten Quarttets wirklich<br />
eingesetzt werden kann. Der sieht ja bekanntlich die Gründung eines<br />
Palästinenserstaates 2005 vor.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Wie ist denn in der arabischen Welt die Reise von Außenministern<br />
Fischer und sein Treffen mit Arafat aufgenommen worden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Die deutsche Rolle im Friedensprozess wird hier grundsätzlich<br />
positiv gesehen, zumal nach der deutschen Haltung zum Irak-Krieg, aber<br />
die Wirkung einer solchen Reise ist nicht wirklich und unmittelbar zu<br />
messen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JoGRA: </b>Warum<br />
engagiert sich Außenminister Fischer nicht noch stärker im<br />
Friedensprozess und übernimmt sogar eine ECHTE Vermittlerrolle?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Das ist so nicht möglich aus zwei Gründen: 1. Das besondere<br />
deutsche Verhältnis zu Israel und 2. eine Lösung sollte auch<br />
nach den Vorstellungen der arabischen Staaten von ihnen selbst kommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Regine: </b>Wird<br />
das aktuelle palästinensische Attentat Auswirkungen auf den Friedensprozess<br />
in Israel haben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Wie bei jedem Attentat &#8211; so zynisch das klingen mag &#8211; hat es<br />
kurzfristig hemmende Wirkung, mittel- und langfristig aber keine, denn<br />
es gibt selbst nach Einschätzung der Beteiligten keine Alternative<br />
zum Friedensprozess.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JoGRA: </b>Welchen<br />
Einfluss wird Präsident Arafat noch auf die weitere Entwicklung des<br />
Nahost-Friedensprozesses haben? Welche Macht hat Abbas?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:</b><br />
Arafats Einfluss ist zwar noch zu spüren, aber zunehmend weniger.<br />
Selbst bei seinen arabischen Gesprächspartnern gilt er als Auslaufmodell.<br />
Sein Einfluss stirbt langsam, und das ist für die Entwicklung nur<br />
gut. Abbas muss jetzt beweisen, dass er seinem Ruf als gemäßigter<br />
Reformer auch Taten folgen lässt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Auch wenn wie sie sagen, dass alle den Friedensprozess wollen,<br />
warum stockt er dann so?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Gute Frage, die Antwort darauf wäre der Schlüssel zur<br />
Lösung. Er stockt, weil die Motoren des Prozesses, also die USA,<br />
Europa, Vereinte Nationen u.a. jetzt den Focus auf Irak gerichtet hatten<br />
und er stockt, weil Sharon nur Reformen bei den Palästinensern fordert,<br />
selber bei seinen Siedlern aber so gut wie nicht aktiv wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Danke für die Blumen, eine weitere Frage zum Friedensprozess:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edasimi: </b>Kann<br />
man überhaupt von Friedenprozess sprechen, ohne dass zu einer vollständigen<br />
Räumung der Siedlungen und einer Lösung für beide Parteien<br />
in Jerusalem?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Was sie beschreiben, ist der angestrebte Zustand. Derzeit verlieren<br />
sich die Politiker im Gerangel um den Weg dahin, wie es gehen kann und<br />
welche Forderungen auf dem Tisch liegen, wurde schon vor vielen Jahren<br />
im Oslo-Vertrag beschrieben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JoGRA: </b>Inwieweit<br />
ist Ministerpräsident Scharon überhaupt bereit, einen Palästinenserstaat<br />
zu akzeptieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:</b><br />
Die Frage hat er für meine Begriffe nie wirklich klar beantwortet.<br />
Er zieht sich immer zurück auf die Sicherheitsinteressen Israels<br />
und sichere Grenzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Themenwechsel hin zu einem anderen Land in der Region:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MatthiasA.:<br />
</b>Was für eine Rolle spielt die Türkei in der Nachkriegszeit</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Die Türkei hat vielfältige Interessen, zum einen kann<br />
ihr nicht an einem kurdischen Nachbarstaat gelegen sein, zum anderen darf<br />
sie eine starke Islamisierung an ihren Grenzen nicht zulassen. Das gefährdet<br />
ihre Einbindung in westliche Bündnisse wie Nato und eine mögliche<br />
Mitgliedschaft in der EU. Sie darf aber auch durch zu restriktive Politik<br />
nicht die islamischen Bruderstaaten verprellen &#8211; eine Gratwanderung für<br />
die türkische Regierung in der kommenden Zeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Im Rundflug zurück nach Ägypten, wo Sie sich ja gerade befinden:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Beto: </b>Hat<br />
sich der Zorn der Ägypter über den Einmarsch der Amerikaner<br />
im Irak etwas gelegt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> <b>Rainald Becker:<br />
</b>Ja, das hat er zum Teil von selbst durch die doch kürzer<br />
als erwartete Kriegsdauer. Zum anderen ist er auch rigoros gelegt worden<br />
durch extreme Sicherheitsmassnahmen und konsequente Verhaftungen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Pete: </b>Wie<br />
beurteilt die öffentliche Meinung in Kairo den Krieg der USA gegen<br />
Irak?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Der Krieg wird nach wie vor als illegal betrachtet und abgelehnt,<br />
aber er ist ja inzwischen auch ein Fakt. Viel wird jetzt davon abhängen,<br />
wie sich die Amerikaner im Irak verhalten, bezogen auf Öl, Nachkriegsordnung<br />
und schnellen Abzug.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>pink: </b>Wie<br />
betrachten die Staaten des Nahen Ostens Europa, eher als Verbündeten<br />
gegen die Supermacht oder eher als Verbündeten der Supermacht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Man kennt seine Freunde wie zum Beispiel Deutschland und Frankreich,<br />
die durch ihre Haltung zum Krieg hier sicherlich Punkte gesammelt haben.<br />
Aber man verurteilt interessanterweise auch England nicht pauschal, hofft<br />
da eher auf den positiven Einfluss von Deutschland und Frankreich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Beto:</b><br />
Mal angenommen, die Amerikaner attackieren weitere arabische Länder,<br />
glauben Sie, dass sich das arabische Volk auf die Dauer im Zaum halten<br />
lässt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Ich könnte jetzt diplomatisch abgewogen antworten, aber<br />
kann es angesichts der Radikalität der Frage auch kurz machen: Sie<br />
wären dann wohl nicht mehr ruhig zu halten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Würde das den Regierungen schaden, etwa in Ägypten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:</b><br />
In jedem Fall würde es ihnen schaden, im Extremfall könnte es<br />
sie sogar in ihrer Existenz gefährden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Vorletzte Frage: </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Pilot_Pirx:</b><br />
Bekommen wir jetzt als Folge des Krieges eine panarabische Bewegung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Damit rechne ich nicht, dazu sind die Araber untereinander zu<br />
zerstritten. Der letzte Versuch einer panarabischen Bewegung unter Gamal<br />
Abdel Nasser ist auch nach relativ kurzer Zeit gescheitert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Pilot_Pirx:<br />
</b>Was kann die US-Regierung tun, um ihr Standing in der arabischen<br />
Welt jetzt zu verbessern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Kurz und klar geantwortet: die Soldaten schnell abziehen, aber<br />
ausreichend Dollars und technisches Know-how dalassen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Jetzt die letzte Frage: Wie lange bleiben sie noch in Ägypten und<br />
wann sehen wir sie in der ARD?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Nun, am Wochenende kehre ich zurück auf meinen angestammten<br />
Arbeitsplatz als politischer Korrespondent im ARD-Hauptstadtstudio in<br />
Berlin, am Sonntag kommt mein Weltspiegel-Beitrag über Syrien, und<br />
danach sehen sie mich wieder aus Berlin. Der arabischen Welt und Politik<br />
bleibe ich aber verbunden, vielleicht führt mich der Weg nach Berlin<br />
ja wieder hierher.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Liebe Chat-Freunde, unsere Gesprächsrunde ist leider vorbei.<br />
Herzlichen Dank, Herr Becker, dass Sie mit uns gechattet haben und vielen<br />
Dank an alle UserInnen für Ihr Interesse. Danke für die sehr<br />
spannenden Antworten, Herr Becker und alles gute für Ihre Rückreise.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Ich danke auch. Tschüß vom Nil.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>maxim2003:</b><br />
Vielen Dank, dass sie Zeit für uns hatten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Noch ein Terminhinweis: Am Montag, 28. April 2003, ist Shimon<br />
Stein, israelischer Botschafter in Deutschland, von 17.30 bis 18.30 Uhr<br />
Gast im tacheles.02 Live-Chat. Wir würden uns freuen, wenn Sie wieder<br />
dabei sind. Die Transkripte aller tacheles.02-Chats finden Sie auf den<br />
Webseiten der Veranstalter www.tagesschau.de und www.politik-digital.de.<br />
Tschüß aus Berlin!<br />
</span><span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> </span>
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_arabischen_staaten_sind_in_der_syrienfrage_eindeutig_zusammengeruecktquot-307/feed/</wfw:commentRss>
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		<item>
		<title>&#8220;Ich sehe keine Alternative zum Frieden&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[irobbers]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Nov 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Palästinenser]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensprozess]]></category>
		<category><![CDATA[Naher Osten]]></category>
		<category><![CDATA[Shimon Stein]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #ff9900"><b><span style="font-size: small">&#34;Ich 
sehe keine Alternative zum Frieden&#34;</span></b></span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Chat 
mit Shimon Stein, Botschafter des Staates Israels in Deutschland.</b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #ff9900"><b><span style="font-size: small">&quot;Ich<br />
sehe keine Alternative zum Frieden&quot;</span></b></span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Chat<br />
mit Shimon Stein, Botschafter des Staates Israels in Deutschland.</b></span></span><!--break-->
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></span> </p>
<table border="0" cellpadding="4" width="390">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" width="4"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/sstein.jpg" alt="Shimon Stein" height="150" width="150" /></span></td>
<td valign="top" width="364">
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Ist ein Zusammenleben<br />
			von Palästinensern und Israelis überhaupt noch möglich?<br />
			Botschafter Stein antwortet darauf mit einem klaren Ja. Das friedliche<br />
			Miteinander sei das Gebot der Stunde und Israel reiche die Hand zum Frieden.<br />
			Seine optimistische Haltung, erklärt der Diplomat, sei aber auch<br />
			eine Reaktion auf die Verzweifelung, der er immer wieder in Gesprächen<br />
			begegnet. </span>
			</p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Die Grundvoraussetzung für<br />
den Frieden bliebe die Beendigung des Terrors. Wichtig sei außerdem, in<br />
der Region stabile Demokratien aufzubauen, die gewährleisten, dass die<br />
Konflikte nicht mit Waffen, sondern mit Kompromissen und Verhandlungen gelöst<br />
würden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Der Botschafter misst der<br />
EU eine bedeutende Rolle bei der Vermittlung im Friedensprozess bei. Die Bemühungen<br />
Deutschlands müssten im Zusammenhang mit der Rolle der EU im Nahen Osten<br />
gesehen werden. Insbesondere Außenminister Fischer genieße auf beiden<br />
Seiten hohes Vertrauen und habe somit eine wichtige Vermittlerrolle inne.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Zwar gäbe es keinen<br />
unmittelbaren Zusammenhang zwischen den Ursachen, die zum Krieg gegen bin Laden<br />
geführt haben und der Lösung des israelisch-palästinensischen<br />
Konflikts. Der Sieg der &quot;zivilisierten Mächte&quot; in Afghanistan<br />
sei jedoch ein bedeutender erster Schritt, den Terrorismus zu bekämpfen.<br />
Das Bin-Laden-Phänomen und die Wurzeln dieses Phänomens bzw. das Phänomen<br />
des radikalen Islams haben wenig mit dem Konflikt zwischen den Israelis und<br />
Palästinensern zu tun. Es sei kein Zufall, dass die Terroristen, die die<br />
Selbstmordattentate verübt haben, saudi-arabischer und ägyptischer<br />
Abstammung waren.</p>
<p>Ob Arafat den Frieden für Palästina herbeiführen kann, stellt<br />
sich für Shimon Stein nicht als eine Frage des Könnens, sondern des<br />
Wollens. Der Botschafter geht davon aus, dass Arafat, so er denn will, den Frieden<br />
auch durchsetzen kann.<br />
Ein Chatteilnehmer fragt, warum die Gespräche zwischen Arafat und Barak<br />
2000 in Camp David gescheitert sind. Botschafter Stein führt dafür<br />
zwei Gründe auf: <br />
1. Die Arafat-Aufforderung bzgl. des Rückkehrrechts der Flüchtlinge.<br />
<br />
2. Arafats Beharren auf die volle Souveränität auf dem Tempelberg.<br />
<br />
An jenen Fragen und nicht an der Siedlungspolitik seien die Gespräche gescheitert.<br />
Ob nicht die Siedlungspolitik eine Spirale der Gewalt darstelle, fragt ein Chatgast.<br />
Stein betrachtet es jedoch nicht als das Haupthindernis für den Frieden.<br />
Auch Sharon habe seit Regierungsantritt keine weiteren Siedlungserweiterungen<br />
genehmigt.</p>
<p>Auf die Frage, warum es in Folge des 11. September nicht zu erheblich verstärkten<br />
Friedensbemühungen kam, weiß Botschafter Stein keine Antwort. Tatsache<br />
sei, dass der palästinensische Terror trotz Erklärungen von Araft<br />
auch nach dem 11. September weiterging. Stein hofft jedoch weiterhin, dass Arafat<br />
von seiner Strategie des Terrors Abschied nehmen wird. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Der Botschafter freut sich<br />
außerdem, wieder in Deutschland zu leben und als Botschafter die ohnehin<br />
guten deutsch-israelischen Beziehungen ausbauen zu können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Das ausführliche Transkript finden<br />
sie <a href="http://www.stern.de/politik/chataktuell/archiv/5150_40992.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</b><br />
</span></span></p>
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