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	<title>Fritz Kuhn &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Fritz Kuhn &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Keinen Schreihals-Wettbewerb mit dem lauten Guido veranstalten&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/keinen-schreihals-wettbewerb-mit-dem-lauten-guido-veranstalten-141/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 May 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">
Am Montag, 22. Mai, war Fritz Kuhn, 
Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag, zu Gast im tagesschau-Chat. 
Er stellte sich den Fragen der User zu der zukünftigen politischen 
Profilierung der Grünen, der Energiepolitik und inhaltlichen 
Schnittmengen mit der CDU.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
Am Montag, 22. Mai, war Fritz Kuhn,<br />
Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag, zu Gast im tagesschau-Chat.<br />
Er stellte sich den Fragen der User zu der zukünftigen politischen<br />
Profilierung der Grünen, der Energiepolitik und inhaltlichen<br />
Schnittmengen mit der CDU.<!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Liebe Chatter, heute<br />
heißt unser Gast im ARD-Hauptstadtstudio Fritz Kuhn. Er ist<br />
Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag. In dieser Funktion<br />
ist Herr Kuhn sozusagen Universalist und daher sind auch Fragen<br />
aus allen relevanten politischen Bereichen erwünscht. Wie immer<br />
sortieren wir die Fragen. Herr Kuhn, kann es losgehen?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Klar kann es losgehen.
</p>
<p>
<b>durruti:</b> Hallo Herr Kuhn! Welche Existenzberechtigung<br />
hat die Grüne Partei noch, nachdem sie alle ihre demokratischen<br />
und pazifistischen Grundwerte aufgegeben hat?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn: </b>Das sehe ich überhaupt nicht.<br />
Die Grünen sind die einzige ökologische Partei in Deutschland.<br />
Wir haben ein sehr weit reichendes Konzept gerechter Globalisierung<br />
und klare Vorstellungen, wie man den Sozialstaat gerechter und tragfähiger<br />
machen kann. In Baden-Württemberg haben 12 Prozent der Wähler<br />
an unserer Existenzberechtigung nicht gezweifelt.
</p>
<p>
<b>June24:</b> Im Moment macht es den Eindruck, dass<br />
die Grünen sich zu jedem gerade in den Medien präsenten<br />
Thema äußern, ohne dadurch jedoch an Boden zu gewinnen.<br />
Das wirkt ein wenig hilflos. Finden Sie sich als Opposition etwa<br />
nicht zurecht?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Wir hatten eine Zeit gebraucht, den<br />
Rollenwechsel von der Regierung zur Opposition hinzukriegen, aber<br />
jetzt sind wir ganz in der Opposition angekommen. Natürlich<br />
setzen wir Schwerpunkte, etwa mit einem Thema wie „weg vom<br />
Öl“, also der ökologischen Modernisierung.
</p>
<p>
<b>Sozialdemokrat2:</b> Werter Herr Kuhn, denken Sie,<br />
dass es problematisch ist, dass die Grünen mit ihrer Arbeit<br />
als Oppositionspartei wesentlich weniger Erfahrung haben als zum<br />
Beispiel die FDP?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn: </b>Wenn man die grüne Parteigeschichte<br />
kennt, dann stimmt es ja nicht. In Baden-Württemberg sind wir<br />
seit 25 Jahren in der Opposition und haben dazu beigetragen, das<br />
Land auch aus dieser Rolle heraus zu verändern. Einen Schreihals-Wettbewerb<br />
mit dem lauten Guido werden wir allerdings nicht veranstalten.
</p>
<p>
<b>maico:</b> Meiner Meinung nach haben sich die Grünen<br />
überlebt. Was bleibt, wird das Flaschenpfand sein.
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Da irren Sie sich, lieber maico. Die<br />
ökologische Fragestellung ist nach meiner festen Überzeugung<br />
eine Jahrhundertfragestellung, so wie das Thema soziale Gerechtigkeit<br />
für die SPD im ausgehenden 19. Jahrhundert.
</p>
<p>
<b>phil4ya:</b> Lieber Herr Kuhn, die große Koalition<br />
trifft eine umstrittene Entscheidung nach der anderen. Trotzdem<br />
ist es im Lager der Opposition erstaunlich ruhig. Insbesondere von<br />
den Grünen ist wenig zu hören. Welche Maßnahmen<br />
strebt Ihre Partei an, um wieder an Profil zu gewinnen?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Die große Koalition versinkt<br />
gegenwärtig im Steuerchaos und mit der Mehrwertsteuererhöhung<br />
wird sie zum Jahreswechsel den Aufschwung kaputt machen. Ich glaube<br />
schon, dass deutlich wird, dass die grüne Opposition hier dagegen<br />
hält.
</p>
<p>
<b>TobiH:</b> Die FDP hat jüngst einen Vorstoß<br />
in die Umweltpolitik gewagt. Macht den Grünen diese Wende in<br />
der FDP-Politik Sorgen? Verlieren sie mit ihren wichtigsten politischen<br />
Themen auch ihre Rolle als Oppositionspartei? Vielen Dank.
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Lieber TobiH, der FDP-Parteitagsbeschluss<br />
macht mir keinerlei Sorgen. Wer sagt, er wolle mehr umweltpolitische<br />
Kompetenz, aber gleichzeitig wie die FDP den Widereinstieg in die<br />
Atomkraft fordert und die Abschaffung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes,<br />
der zeigt, dass er von Ökologie soviel versteht, wie eine Kuh<br />
vom Vier-Finger-Pfeifen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wie wollen die Grünen diese Kritik<br />
an der FDP nach außen kommunizieren &#8211; nach deren Parteitag<br />
kürzlich hörte man wenig&#8230;
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn</b>: Wir stellen dies überall in Redaktionsgesprächen<br />
und politischen Diskussionen natürlich vor, was die FDP beschlossen<br />
hat. Und ich bin mir sicher, dass die FDP mit ihrem halbgaren Beschluss<br />
kein ökologisches Land gewinnen kann.
</p>
<p>
<b>regiolf:</b> Oft thematisiert wurden mögliche<br />
Koalitionen mit der Union. Sehen Sie hier tatsächlich eine<br />
vergleichbare politische Schnittmenge wie mit der SPD?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Die politische Schnittmenge mit der<br />
SPD ist derzeit sicherlich größer. Dennoch kann Schwarz-Grün<br />
eine politische Option für meine Partei werden. Dies hängt<br />
allerdings von den Inhalten ab. Noch immer hat die Union massive<br />
Modernisierungsdefizite in der Ökologie, beim Verbraucherschutz<br />
und auch bei integrationspolitischen Fragen. Nur wenn sie diese<br />
Defizite überwindet, macht Schwarz-Grün einen Sinn.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> In 25 Jahren ist vielleicht das letzte<br />
AKW abgeschaltet &#8211; ist das ein guter Zeitrahmen?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Ich würde mich sehr freuen, wenn<br />
es wirklich gelingt, das Atomausstiegsgesetz umzusetzen. Überall<br />
in der Welt schaut man genau hin, ob Deutschland diesen Ausstieg<br />
wirklich schafft. Ich bin überzeugt, dass es geht und auch<br />
auf eine klimafreundliche Art und Weise geht. Mit einer Union, die<br />
andauernd wieder einsteigen will in die Atomkraft, könnten<br />
wir allerdings nicht koalieren.
</p>
<p>
<b>Habermaaß:</b> Welche Opfer würden Sie<br />
für eine Koalition mit der CDU auf Landesebene bringen?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Ich würde da nicht von Opfern<br />
reden. Entscheidend ist, dass unsere Kernthemen, Ökologie,<br />
Verbraucherschutz, auch Integration und Schutz von Minderheiten<br />
in einer Landeskoalition vorangebracht werden. Dazu kommt ein Thema<br />
wie die Kinderpolitik und die Bildungsreform. Erst auf der Basis<br />
der Erfolge, die man erzielt, kann man bewerten ob Kompromisse,<br />
die man eingehen muss, akzeptabel sind oder nicht.
</p>
<p>
<b>Herr Fiebig: </b>Mein Problem mit den Grünen<br />
hatte ich in den letzten Jahren eher mit den wirtschaftspolitischen<br />
Entscheidungen. Jetzt, wo die FDP auf einmal die Ökologie &quot;neu<br />
entdeckt&quot;, ist für mich die Frage: Welche der Oppositionsparteien<br />
tritt für wirkliche Veränderung in der Arbeitsmarkt- und<br />
Wirtschaftspolitik ein? Haben die Grünen da Vorstellungen,<br />
die über die Energiepolitik hinausgehen?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Unter dem Leitbegriff &quot;Grüne<br />
Marktwirtschaft&quot; haben wir eine wirtschaftspolitische Konzeption,<br />
die dem Marktgeschehen einen klaren ökologischen und sozialen<br />
Rahmen setzt. Dazu gehört auch, dass wir mehr Wettbewerb anstatt<br />
bestehender Monopole brauchen und auch wirklich verbesserte Chancen<br />
gerade für junge Leute, eine Existenz zu gründen. Lassen<br />
Sie sich doch unser Thesenpapier zur grünen Marktwirtschaft<br />
unter <a href="http://www.gruene-bundestag.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.gruene-bundestag.de</a><br />
runterladen.
</p>
<p>
<b>Zuhörer82:</b> Deutschlands Vorreiterrolle im<br />
Atomausstieg könnte sich jedoch auch als finanzielles Desaster<br />
erweisen. Wie ist das mit Nachhaltigkeit ihrer Politik zu vereinen?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Ich bezweifle, dass der Atomausstieg<br />
ein finanzielles Desaster werden wird. Im Gegenteil. Wenn wir jetzt<br />
volle Kanne einsteigen in mehr Energieeffizienz und in die Erneuerbare<br />
Energietechniken, dann werden wir z.B. im Export dieser Energietechnik<br />
viel Geld verdienen. Man kann mit grünen Ideen schwarze Zahlen<br />
schreiben.
</p>
<p>
<b>Mik:</b> Finden Sie es wirklich sinnvoll, die Atomkraftwerke<br />
abzuschalten, obwohl es bisher und auch in näherer Zukunft<br />
keine wirkliche Alternative gibt? Ich fürchte, in wenigen Jahren<br />
werden wir Strom aus Frankreich und Osteuropa zukaufen müssen&#8230;
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Es gibt jede Menge Alternativen. Wichtig<br />
ist insbesondere, dass wir viel effektiver mit Strom und Wärme<br />
umgehen können. Wir müssen die Wirkungsgrade der Stromerzeugung<br />
steigern und schließlich haben wir mit Sonne, Wind, Wasser<br />
und Biomasse ein riesiges Potential Erneuerbarer Energien. Ganz<br />
persönlich will ich sagen: Ich halte die Atomkraft für<br />
zu gefährlich, um sie verantworten zu können.
</p>
<p>
<b>Atemschutz: </b>Wie kann es eigentlich sein, dass<br />
die Stromlobby in der Politik so stark verankert ist, dass umweltschonende<br />
Blockheizkraftwerke von Privatpersonen nicht an öffentliche<br />
Stromnetze angeschlossen werden dürfen?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Wir haben in Deutschland tatsächlich<br />
immensen Einfluss von wirtschaftlichen Lobbys. Die vier großen<br />
Energieerzeuger gehören ebenso dazu, wie marktbeherrschende<br />
Firmen in der chemischen oder der Pharmaindustrie. Die vier Energieerzeuger<br />
verlangen irrsinnig hohe Preise für Stromdurchleitung auf ihren<br />
Netzen. Ich verlange, dass die Bundesregierung hier echten Wettbewerb<br />
durchsetzt.
</p>
<p>
<b>Thomas Herz:</b> Herr Kuhn, wie sollte Ihrer Meinung<br />
nach Energie langfristig besteuert werden? Würden Sie beispielsweise<br />
Energie für Mobilität anders besteuern? Würden Sie<br />
direkte oder indirekte Besteuerung erwägen?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Zunächst geht es für mich<br />
darum, chancengerechte Besteuerung der verschiedenen Mobilitätssysteme<br />
zu erreichen. So ist der Flugverkehr gegenüber Straße<br />
und Schiene begünstigt. Bei der Ökosteuer halte ich es<br />
für wichtig, dass die vielen Ausnahmeregelungen, die es derzeit<br />
gibt, abgebaut werden. Das Beste, was wir in den letzten Jahren<br />
geschaffen haben, ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz.
</p>
<p>
<b>dominikholz:</b> Sind Sie eigentlich mit den Benzinpreisen<br />
zufrieden? Wenn es nach Ihnen ginge, wären die Preise wahrscheinlich<br />
noch höher. Eine ungerechtere Steuer als die Ökosteuer<br />
gibt es meiner Meinung nach nicht, da nicht die ganze Bevölkerung<br />
betroffen ist. Da ist die Mehrwertsteuer gerecht. Diese muss jeder<br />
bezahlen. Ich muss sagen, es macht keinen Spaß arbeiten zu<br />
fahren bei diesen Benzinpreisen. Bus und Bahnen sind auch keine<br />
Alternative im Dorf.
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Die Ökosteuer ist im Vergleich<br />
zu den Energiepreiserhöhungen der letzten beiden Jahre marginal.<br />
Wir hatten vor 3 Jahren einen Ölpreis von 30 US-Dollar pro<br />
Barrel und liegen heute bei 70 US-Dollar. Die letzte Ökosteuererhöhung<br />
war vor drei Jahren. Damit wir uns klar verstehen: Ich freue mich<br />
nicht über die hohen Energiepreise, weil ich die sozialen und<br />
wirtschaftlichen Folgen kenne. Deswegen sagen wir Grüne: Weg<br />
vom Öl, auch durch intelligentere Autotechnik.
</p>
<p>
<b>Seppo:</b> Warum hat die Grüne Fraktion im Punkt<br />
der Endlager eine eher alte Position, die mit der SPD innerhalb<br />
der Koalition abgesprochen war, bezogen und nicht den radikaleren<br />
Weg Ihrer Umweltpolitiker eingeschlagen? Ist die grüne Bundestagsfraktion<br />
nicht noch zu sehr Regierungsfraktion?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Wir sind dafür, dass nach einem<br />
transparenten Suchverfahren in Deutschland ein Standort für<br />
ein atomares Endlager gefunden wird. Den Salzstock in Gorleben halte<br />
ich dafür nicht geeignet. Klar ist für uns auch, dass<br />
die Atomindustrie die Kosten für ein faires Standortsuchverfahren<br />
tragen muss. Der Streit in meiner Fraktion ging lediglich um die<br />
Frage, wie man das Verursacherprinzip am besten durchsetzen kann.
</p>
<p>
<b>David21:</b> Herr Beck hat die Grünen kürzlich<br />
mit Schlagworten wie &quot;neoliberal &quot; tituliert und in der<br />
Tat könnte man &#8211; was Themen und Klientel angeht &#8211; meinen, die<br />
Grünen sind heute eher eine linke FDP. Stört Sie dieser<br />
Eindruck?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Die Grünen sind keine neoliberale<br />
Partei. Das ist Quatsch mit Soße. Es gibt viele politische<br />
Fragestellungen, für die der Markt allein keine vernünftige<br />
Antwort finden kann. Wir brauchen politische Lösungen und brauchen<br />
auch einen Staat, der sie gegenüber der Wirtschaft durchsetzen<br />
kann. Deswegen haben wir mit der neoliberalen FDP nichts zu tun.
</p>
<p>
<b>mp3:</b> Zum Thema &quot;No-Go-Areas&quot;: Sie meinten<br />
ja, man müsste das Thema mehr skandalisieren anstatt es zu<br />
verschweigen. Wem ist denn mit der Ausrufung von Reisewarnungen<br />
geholfen? Stärkt das nicht eher die Position der Rechten?
</p>
<p>
<b>David21:</b> &quot;Die Welt zu Gast bei Freunden &quot;<br />
&#8211; Wie ist ihrer Meinung nach dem Rechtsextremismus in Deutschland<br />
&#8211; auch fernab der Fußball-WM &#8211; zu begegnen und was halten<br />
Sie von den Aussagen Heyes?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Ich finde es richtig, wenn wir ein<br />
real existierendes Problem auch wirklich benennen. Deswegen muss<br />
man Gefährdungen, die es in manchen Städten und Regionen<br />
Deutschlands gibt, öffentlich machen. Natürlich müssen<br />
die Politik und die Gesellschaft dann für diese Regionen auch<br />
Konzepte auf den Tisch legen, dass aus einer &quot;No-Go-Area&quot;<br />
eine &quot;Go-Area&quot; wird. Langfristig müssen insbesondere<br />
die CDU und die CSU aufhören, die bei uns lebenden Migranten<br />
und Migrantinnen zu diskriminieren, z.B. mit solchen Tests wie in<br />
Baden-Württemberg oder Hessen. Die CDU hat viel dazu beigetragen,<br />
dass sich die Rechten in Deutschland so stark fühlen können.<br />
Dies muss sich ändern.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hat die Union Schuld? Oder fängt<br />
das Thema nicht in den Familien an?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Natürlich hat so etwas viele<br />
Ursachen: soziale Ursachen, aber auch ideologische Ausgrenzung.<br />
Die alte Unionsthese, wonach das Boot voll sei und wir keine Migranten<br />
ins Land lassen sollten, hat viel zur ideologischen Vergiftung in<br />
Deutschland beigetragen. Aber natürlich muss auch in der Familie<br />
und in der Schule überall im Land gegen den anwachsenden Rassismus<br />
vorgegangen werden.
</p>
<p>
<b>Einsteiger: </b>Herr Kuhn, wenn Sie Bürgermeister<br />
in einer kleinen brandenburgischen Gemeinde wären: Was würden<br />
Sie tun, um Ihren Ort frei von Rechtsradikalen zu halten?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Ich würde versuchen, neben allen<br />
Unterstützungen, die man durch die Polizei und die Landespolitik<br />
bekommen kann, in vielen Versammlungen die Bürger zu überzeugen,<br />
dass der Rechtsradikalismus nicht akzeptabel ist und meiner Stadt<br />
auch wirtschaftlich schadet. Für Firmen, die sich fragen, wo<br />
sie sich niederlassen sollen, ist die Frage ob in der Gegend rechtsradikale<br />
Übergriffe sind oder nicht, inzwischen eine entscheidende Fragestellung.
</p>
<p>
<b>messias2k:</b> Mit Tests diskriminieren? Also, ich<br />
denke viele Leute, auch Sie Herr Kuhn, aber auch andere Politiker,<br />
wissen nicht, wie es tatsächlich auf den Straßen zugeht.<br />
Ich denke nicht, dass man mit Test jemanden diskriminiert. Wenn<br />
ich in den Urlaub fahre, informiere ich mich auch über das<br />
Land, das ist selbstverständlich für mich. Ich denke,<br />
man sollte von Einwanderern noch sehr viel mehr verlangen, wenn<br />
sie dies nicht freiwillig tun, dann eben Tests.
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Die Tests in BaWü waren ja deswegen<br />
diskriminierend weil sie sich an muslimische Einwanderer allein<br />
richteten. Mit Fragen, die auch viele Deutsche nicht hätten<br />
beantworten können. Selbstverständlich müssen wir<br />
von Leuten, die hier auf Dauer leben wollen, auch Integrationsbereitschaft<br />
verlangen. Der Schlüssel der Integration ist für mich<br />
der Spracherwerb. So müssen alle Kinder, wenn sie in die Schule<br />
kommen, richtig gut deutsch können.
</p>
<p>
<b>rrs123:</b> Hallo Herr Kuhn. Ist Fremdenfeindlichkeit<br />
in ihren Augen ein ostdeutsches Problem?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Nein, Fremdenfeindlichkeit gibt es<br />
in ganz Deutschland und in ganz Europa und es wäre auch falsch,<br />
es zu einem rein ostdeutschen Problem zu machen. Allerdings muss<br />
die gesamte Bundesrepublik sich natürlich schon die Frage stellen,<br />
wie man die Menschen in den neuen Ländern vor rechtsradikalen<br />
Übergriffen besser schützen kann.
</p>
<p>
<b>raffix: </b>Herr Kuhn, zurzeit bin ich noch Schüler<br />
und sehe ein großes Problem darin, dass in den Schulen nie<br />
über Rechtsextremismus gesprochen wird. Warum findet so etwas<br />
nicht Eingang in diverse Lehrpläne? Es gibt viele Themen, die<br />
die persönliche Einzigartigkeit betreffen und in Schulen praktisch<br />
nicht behandelt werden, wie bspw. Meinungsfreiheit, sexuelle Einstellung,<br />
etc.
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Ich teile Ihre Einschätzung,<br />
dass die Länder Themen wie Fremdenfeindlichkeit und Rassismus<br />
zum Gegenstand des Lehrplans machen müssen. Dies sollte eine<br />
dringende Konsequenz der aktuellen Diskussion sein. Für Berlin<br />
verlange ich, dass sich der Regierungschef Wowereit endlich mal<br />
selber drum kümmert, was an den Berliner Schulen los ist.
</p>
<p>
<b>Timo S.:</b> Und wie wollen Sie mit Ausländern<br />
verfahren, die sich ganz bewusst der Integration verweigern?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Ich bin überzeugt, dass wir allen<br />
Menschen in Deutschland klar machen können, dass Integration<br />
sein muss. Integration heißt Anerkennung zu bekommen, auch<br />
in der Verschiedenheit, aber Integration heißt auch Pflichten<br />
zu übernehmen und sich z.B. zu den Grundwerten unseres GG zu<br />
bekennen. Wir müssen den Dialog mit allen hier lebenden Menschen<br />
über diese Fragen endlich aufnehmen. Dialog geht aber nur unter<br />
der Prämisse: Ihr seid akzeptiert und erwünscht und nicht<br />
unter der Prämisse: Ihr seid unerwünscht.
</p>
<p>
<b>Eberle Achim: </b>In wie weit haben Sie Fremdenfeindlichkeit<br />
zu verantworten durch eine zu großzügige Zuwanderungspolitik?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Deutschland hat kein großzügige<br />
Zuwanderungspolitik, sondern hat jahrelang die Realität, dass<br />
wir ein Einwanderungsland sind, geleugnet. Erst mit dem Einwanderungsgesetz<br />
sind wir etwas realitätstauglicher geworden. Ich kann die in<br />
ihrer Frage zum Ausdruck kommende Überfremdungsangst nicht<br />
teilen. In der heutigen Welt sind die Länder erfolgreich, die<br />
nach einem klaren geregelten Verfahren Einwanderung zulassen. Denken<br />
sie an die USA.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hat unsere Selbstdarstellung als perfekter<br />
WM-Gastgeber schon jetzt Risse bekommen &#8211; sowohl durch die Diskussion<br />
aber vor allem durch die jüngsten rechtsradikalen Übergriffe?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn: </b>Ich finde die Diskussion, wie sie<br />
jetzt von Herrn Heye losgetreten wurde, hilfreich. Denn sie wird<br />
dazu führen, dass sich die vielen Fußballbegeisterten,<br />
wenn sie irgendwo Fremdenfeindlichkeit wahrnehmen, einmischen werden.<br />
Ich finde es immer besser, man diskutiert vorher und nicht hinterher.<br />
Dass wir in Deutschland auch Rassismus haben, können wir nicht<br />
verbergen.
</p>
<p>
<b>Migrant:</b> Herr Kuhn, warum gibt es in Deutschland<br />
nicht die doppelte Staatsbürgerschaft? In vielen anderen europäischen<br />
Ländern ist die doch längst Normalität. So zum Beispiel<br />
in Großbritanien!
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Es gibt ja die Möglichkeit, doppelte<br />
Staatsbürgerschaft zu beantragen und zu bekommen, allerdings<br />
nach einem noch immer zu restriktiven Verfahren. Die CDU hat hier<br />
einfachere Regeln, wie sie in anderen Ländern möglich<br />
sind, immer hintertrieben.
</p>
<p>
<b>Atemschutz:</b> Der Fokus hat neulich getitelt: &quot;Die<br />
gescheiterte Integration in Deutschland &quot;. Gezielte Panikmache<br />
von Herrn Markwort? Schürt so etwas nicht das Klima gegen Integration?<br />
Mich hat das sehr geärgert!
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Die Integration in Deutschland ist<br />
nicht gescheitert, aber sie muss wirklich verbessert werden. Zwei<br />
Sachen stehen im Vordergrund: Erstens müssen wir den Menschen,<br />
die zu uns kommen, die gleiche Anerkennung zollen. Und zweitens<br />
müssen sie bereit sein, an unserem öffentlichen Leben<br />
teilzunehmen. Dazu gehört der Erwerb der deutschen Sprache.<br />
Kinder in der Grundschule, die nicht deutsch können, können<br />
sie auch nicht integrieren.
</p>
<p>
<b>C.B.: </b>Herr Kuhn, wie stehen die Grünen inzwischen<br />
zur Thematik der Cannabis-Legalisierung? Kann man einen Vorstoß<br />
Ihrer Partei erwarten und wie stehen Sie zum niederländischen<br />
Modell (kontrollierte staatliche Abgabe und Versteuerung)? Immerhin<br />
ist in den Niederlanden die Zahl der Cannabis-Konsumenten nach der<br />
Tolerierung / „Legalisierung“ erheblich gesunken.
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Wir Grünen fordern in unserem<br />
Wahlprogramm die Legalisierung von Cannabis. Hauptgrund ist, dass<br />
im Verbot des Cannabisgebrauchs ein ideales Einfallstor liegt für<br />
Dealer, die dann mit harten Drogen nachsetzen. Ich will allerdings<br />
nicht verhehlen, dass mich persönlich neuere Studien, unter<br />
anderem aus den USA, sehr skeptisch machen, die sagen, dass regelmäßiger<br />
Cannabisgebrauch sowohl die Lernfähigkeit junger Menschen beeinträchtigt<br />
als auch die Wahrscheinlichkeit, im späteren Leben an Schizophrenie<br />
zu erkranken, steigert. Als Vater zweier Söhne mache ich mir<br />
da meine Gedanken, ob wir mit unserer Forderung noch richtig liegen.
</p>
<p>
<b>durruti: </b>Und haben in sieben Jahren Regierung<br />
keinen Versuch gemacht, die Legalisierung durchzusetzen, oder?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Doch, wir haben es in zwei Koalitionsverhandlungen<br />
vorgeschlagen und vertreten, sind aber beim Koalitionspartner SPD<br />
mit dieser Forderung nicht weiter gekommen.
</p>
<p>
<b>mabest:</b> Warum hört man eigentlich so wenig<br />
über eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen,<br />
sagen wir mal bei 140 Km/h? Das wäre doch was für die<br />
Grünen.
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Wir treten ein für vernünftige<br />
Geschwindigkeitsbegrenzungen. Ich sage voraus, dass die weitere<br />
Entwicklung des Ölpreises solche Geschwindigkeitsbegrenzungen<br />
herbeiführen wird. Vor allem, weil unsere Automobilindustrie<br />
noch immer zu lahm ist, wirklich verbrauchsarme Fahrzeuge auf den<br />
Markt zu bringen. Wir wollen nicht länger über das 3-Liter-Auto<br />
diskutieren, sondern wir wollen es sehen.
</p>
<p>
<b>horst55:</b> Als Elternteil muss man sich natürlich<br />
immer Gedanken machen, ob Drogen allgemein nicht besser illegal<br />
wären. Denken Sie nicht, dass eine Kriminalisierung neugieriger<br />
Jugendlicher schlimmer wiegt als ein disziplinierter Umgang in Verbindung<br />
mit Aufklärung?
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Ich glaube schon, dass Aufklärung<br />
und ein disziplinierter Umgang im Vordergrund stehen müssen.<br />
Die Legalisierungsforderung von Haschisch kommt ja auch daher, dass<br />
sie einem Jugendlichen schwer klar machen können, warum Alkohol<br />
eine Art national anerkannte Droge ist. während Haschisch-Gebrauch<br />
diskriminiert wird. Weiterhelfen wird nur eine offene Diskussion<br />
über Drogen in unserer Gesellschaft.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat.<br />
Vielen Dank an alle Teilnehmer für Ihre Fragen ? und die Bitte<br />
um Verständnis an jene, deren Fragen wir heute nicht berücksichtigen<br />
konnten. Besonderen Dank an Herrn Kuhn, ohne den es heute keinen<br />
Chat gegeben hätte. Der nächste tagesschau.de-Chat ist<br />
für den 31. Mai vorgesehen. Gast wird dann ab dreizehn Uhr<br />
der Unions-Innenexperte Wolfgang Bosbach sein.
</p>
<p>
<b>Fritz Kuhn:</b> Ich danke allen, die mitgemacht haben,<br />
für die präzisen Fragen und wer noch weiter diskutieren<br />
will, kann auch an mein Büro schreiben unter <a href="http://www.fritz-kuhn.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.fritz-kuhn.de</a>.<br />
Vielen Dank.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Chat mit Fritz Kuhn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Oct 2000 10:31:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Kernenergie]]></category>
		<category><![CDATA[Ökosteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Fritz Kuhn]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<b>Moderator:</b>
Sehr geehrter Herr Kuhn, im Namen von politik-digital und stern.de 
begruessen wir Sie ganz herzlich zu unserem heutigen Chat. Wir wuenschen 
Ihnen angenehme und interessante 60 Minuten.
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b>
Hallo, ok.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b>
Beginnen wir gleich brandaktuell:
</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<b>Moderator:</b><br />
Sehr geehrter Herr Kuhn, im Namen von politik-digital und stern.de<br />
begruessen wir Sie ganz herzlich zu unserem heutigen Chat. Wir wuenschen<br />
Ihnen angenehme und interessante 60 Minuten.
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Hallo, ok.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b><br />
Beginnen wir gleich brandaktuell:
</p>
<p>
<b>matthes:</b><br />
Herr Kuhn, was sagen Sie zum Rücktritt von Ruprecht Polenz?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Der Rücktritt zeigt, dass die CDU total von der Rolle ist. Das ist eine<br />
Führungskrise.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b><br />
Spürt man da als politischer Gegner Schadenfreude?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Nein. Herr Polenz ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Die CDU ist<br />
aber derzeit nicht in der Lage, ihren Auftrag als Opposition zu<br />
erfüllen.
</p>
<p>
<b>JennyP.:</b><br />
Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Renate Künast? Aus ihrem<br />
Umfeld hört man ja durchaus lobende Worte.
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Die Zusammenarbeit klappt gut. Doppelspitzen sind die Hölle, wenn man<br />
nicht kooperiert. Aber mit Renate Künast geht das &#8211; und ich hoffe auch<br />
umgekehrt.
</p>
<p>
<b>JennyP.:</b><br />
Was sind Ihre politischen Ziele als Vorsitzender der Grünen?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
ich möchte die Grüne Politik voranbringen. Ökologische Modernisierung<br />
Deutschlands. Mehr Gerechtigkeit durch soziale und wirtschaftliche<br />
Innovationen, mehr Demokratie und auch das Thema Europa.
</p>
<p>
<b>mozart:</b><br />
Zählen Sie sich zu den Realos oder den Fundis?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Eigentlich Realo. Aber diese Strömungen spielen nicht mehr die Rolle<br />
wie früher.
</p>
<p>
<b>poldine:</b><br />
Welche Bedeutung hat die Zukunft der neuen Medien für die grüne<br />
Politik?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Technologiepolitik, Gentechtnik wie Informationstechnik sind für uns<br />
ganz entscheidend. Wir wollen die technische Entwicklung mitgestalten.<br />
Darauf freue ich mich
</p>
<p>
<b>poldine:</b><br />
Informationsgesellschaft finden ja alle Parteien gut, was ist das<br />
speziell &quot;grüne&quot; an dem Thema?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Ich sehe im Internet ein enormes wirtschaftliches Potential. Und es<br />
ist eine Technik, die im Kern basisdemokratisch ist. Es kommt aber darauf<br />
an, dass das Netz frei zugänglich bleibt. Wichtig ist auch, wie wir die<br />
Zukunft der Arbeitswelt gestalten. Alles eigentlich grüne Themen
</p>
<p>
<b>Martin545:</b><br />
&quot;Einwanderung als Wahlkampfthema&quot; Wie stehen Sie dazu?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Als Wahlkampfthema finde ich das nicht gut. Jedenfalls, wenn man sich<br />
da eine Kampagne zu Lasten der Ausländer vorstellt. So wie das bei Koch in<br />
Hessen war, der eine sehr widerliche Kampagne veranstaltet hat. Das Thema<br />
Einwanderung sollte noch im nächten jahr positiv entschieden<br />
werden.
</p>
<p>
<b>haraldlohse:</b><br />
Wird die CDU langsam unseriös, wenn Sie sich immer wieder unlauterer<br />
Mittel, d.h. grober Worte und Ankündigungen bedient (siehe Merz oder auch<br />
dopplete Staatsbürgerschaft)?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Die CDU hat keine Alternative zur Politk der Bundesregierung. Sie<br />
zeigt keine Modernisierungsperspektive für Deutschland. Deswegen flüchtet<br />
sie sich in reine Kampagnenpolitik. Mit mäßigem Erfolg, wie ich<br />
meine.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b><br />
Können Sie sich mittelfristig eine politische Zusammenarbeit mit der<br />
CDU auf Bundesebene vorstellen?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Schwarz-grün könnte es nur geben, wenn die CDU eine echte Reformpartei<br />
würde. Sie müsste endlich auch die ökologische Frage bejahen und dürfte<br />
nicht so reaktionär in der Gesellschaftspolitik sein. Davon sind wir weit<br />
entfernt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b><br />
Noch eine Anmerkung zur vorigen Frage:
</p>
<p>
<b>Martin545:</b><br />
Aber ist es nicht Sache des deutschen Volkes, dies zu entscheiden?<br />
Sollte man nicht das Volk fragen, wieviel Immigration es<br />
verträgt?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
ich bin dafür, daß wir ein Einwanderungsgesetz verabschieden, wie dies<br />
in fast allen wichtigen Industrienationen existiert. Man muß politisch<br />
dafür werben, daß wir geregelte Einwanderung brauchen. Aus<br />
gesellschaftlichen, aus humanitären und auch aus wirtschaftlichen Gründen.
</p>
<p>
<b>alto:</b><br />
Halten Sie die neutrale Haltung Deutschlands in der UN-Versammlung<br />
gegenüber Israelis und Palästinensern für korrekt ?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Die Haltung der Bundesregierung zielt darauf, dass der Friedensprozeß<br />
weitergehen muß. Es ist unsere Aufgabe, die Eskalation zurückzudrehen.<br />
Deswegen halte ich das vorsichtige Vorgehen der Bundesregierung für<br />
richtig.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b><br />
Muss die Staatengemeinschaft in diesem seit Jahren andauernden<br />
Konflikt nicht einmal härter durchgreifen? Kann sie das<br />
überhaupt?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Der Friedensprozeß war sehr weit fortgeschritten. Mit härter<br />
durchgreifen ist da nicht viel geholfen. Ich hoffe, dass die Vernünftigen<br />
sich am Ende durchsetzen. Gewalt ist keine Lösung.
</p>
<p>
<b>poldine:</b><br />
Glauben Sie persönlich, dass dieser Konflikt irgendwie in den nächsten<br />
Jahren ohne Krieg zu lösen ist?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Es ist schwieriger geworden. Der Konflikt macht mir große Sorgen, weil<br />
der Hass zugenommen hat. Aber die Hoffnung darf man nicht<br />
aufgeben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b><br />
Zurück zum Innland:
</p>
<p>
<b>HelHol:</b><br />
Was gibt es Neues zu Atomtransporten?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Frankreich will erst neue Transporte nach La Hague lassen, wenn die<br />
Rücktransporte stattgefunden haben. Das wird noch dauern. Wichtig ist, dass<br />
der Atomkonsens ein Ende der Atomkraft möglich gemacht hat.
</p>
<p>
<b>haraldlohse:</b><br />
Wie stehen Sie zu den Entscheidungen der Bundesregierung zum<br />
Atomausstieg?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Ich finde sie richtig. Die Atomindustrie ist nun auch für ein Ende<br />
dieser Technologie. Wenn wir jetzt den Einstieg in eine neue<br />
Energiewirtschaft schaffen, mit viel Solarenergie, dann wird das ein<br />
wirklicher Aufbruch in die Zukunft.
</p>
<p>
<b>spaceboy:</b><br />
Immer wieder gibt es kritische Stimmen zur Ökosteuer. Reagieren Sie<br />
überhaupt noch auf diese wiederkehrende Kritik oder halten Sie<br />
bedingungslos an dieser Strategie fest?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Natürlich hören wir uns die Kritik an. Aber die Ökosteuer ist ok.<br />
Umweltverbrauch wird teurer und die Kosten für Arbeit sinken. Dazu gibt es<br />
keine Alternative, weil nur so die Marktwirtschaft ökologisch werden<br />
kann.
</p>
<p>
<b>poldine:</b><br />
Geht Ihnen die oft populistische Ökosteuer-Diskussion nicht langsam<br />
auf die Nerven? Das Thema wird so oft unsachlich behandelt,<br />
warum?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Die Diskussion nervt mich nicht. Ärgerlich werde ich nur, wenn sie<br />
verlogen wird: Wenn zum Beispiel Frau Merkel die Ökosteuer jetzt angreift,<br />
obwohl sie sie früher prima fand.
</p>
<p>
<b>real:</b><br />
Warum ist die gesamtsteuer in Deutschland wesentlich größer als in den USA<br />
???
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Das hat viele Gründe. Einer ist: Wir haben auch einen besseren<br />
Sozialstaat.
</p>
<p>
<b>newsman:</b><br />
Sollte man die Ökosteuer nicht noch deutlicher erhöhen und damit<br />
alternative Energieen fördern, so dass die auch bezahlbar<br />
wären??
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Man muss das richtige Maß finden. Die Erhöhungen müssen auch sozial<br />
verträglich sein. Bei der Ökosteuer kommt es vor allem darauf an, dass<br />
kontinuierlich erhöht wird. Nur so sparen die Leute auch Energieverbrauch<br />
ein. Das ist ja das Ziel
</p>
<p>
<b>SimonOertel:</b><br />
Warum werden die Einnahmen der Ökosteuer nicht auch für etwas<br />
Ökologisches wie Offshore-Windenergieanlagen ausgegeben? Mit ihnen wäre es<br />
dann möglich bis zu 55% des deutschen Energiehaushaltes aus regenerativer<br />
Windenergie zu gewinnen?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Wir haben gesagt, wir wollen die Lohnzusatzkosten senken. Das ist<br />
wichtig, wenn man die Arbeitslosigkeit bekämpfen will. Derzeit werden aber<br />
200 Mio aus der Ökosteuer für regenerative Energien verwendet. Bis 2003<br />
bleiben wir bei dem bestehenden Modell, wonach die Mittel in erster Linie<br />
zur Senkung der Rentenbeiträge verwendet werden. Ich bin dafür , dass ab<br />
2003 die dann zuwachsenden Erhöhungen für ökologische Investitionen verwendet werden. Motto: Dieser Zug<br />
fährt wégen der Ökosteuer.
</p>
<p>
<b>susa:</b><br />
Warum werden die Alternativen zur herkömmlichen Energie nicht besser<br />
promoted?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Wir hängen uns da schon rein. Deutschland muss ein Land für die Sonne<br />
werden.
</p>
<p>
<b>alto:</b><br />
Ich halte es für den falschen Weg in Deutschland Atomreaktoren zu<br />
schliessen, um dann Atomenergie aus dem Ausland einzuführen &#8211; bestes<br />
Beispiel: temelin&#8230; das kann doch nicht Ziel grüner Politik sein<br />
!?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Natürlich ist das ein Problem. Aber die bauen ihre AKWs auch wenn wir<br />
nicht aussteigen. Wenn wir es schaffen, dann zeigen wir der ganzen Welt es<br />
geht. Und wir machen noch Kohle mit den alternativen Energien. überall ist<br />
durch den deutschen Ausstiegsbeschluss eine Diskussion über Atom<br />
entstanden. Selbst in Frankreich
</p>
<p>
<b>Moderator:</b><br />
Themenwechsel, wir haben hier nämlich einen besonders engagierten<br />
Chatter 😉
</p>
<p>
<b>ökologe:</b><br />
Herr Kuhn, können Sie mir sagen, warum Barbara Graf nicht mehr im<br />
Bundesvorstand ist?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Barbara Graf ist wieder Lehrerin.
</p>
<p>
<b>ökologe:</b><br />
Stimmt es, daß Sie und Graf nicht auf einer politischen Ebene<br />
sind?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Ja
</p>
<p>
<b>ökologe:</b><br />
Ist die Bildungspolitik nicht mehr 1. Thema bei den Grünen?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Doch die Bildungspolitik ist exttrem wichtig. So wie wir Schule machen<br />
können wir die Zukunft nicht bestehen. Ähnliches kann man für die<br />
Hochschulen sagen. Ich kann nicht verstehen, warum man nicht mehr für die<br />
Lehre tut.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b><br />
Wollen wir hoffen, dass ökologe jetzt zufrieden ist 😉
</p>
<p>
<b>Berlin:</b><br />
Weniger Auto fahren die Leute trotz hoher Benzinpreise nicht. Wie<br />
könnte man das Ihrer Meinung nach schaffen?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Entscheidend ist, dass wir Zug und Bus verbessern. Es gibt ja viele<br />
Gegenden, v.a. im ländlichen Raum, wo es das gar nicht gibt. Und dann<br />
kommt es mir darauf an, daß die Autos weniger verbrauchen, das brauchen wir<br />
wegen des Kilimaschutzes.
</p>
<p>
<b>matthes:</b><br />
Thema Wirtschaft: Mich ärgert bei der Wohnungssuche die oft hohe<br />
Gebühr für Makler. In anderen Ländern, z.B. Spanien, ist es so geregelt,<br />
dass die Makler vom Vermieter bzw. Verkäufer bezahlt werden? Wann bricht<br />
diese Regierung die Macht der Makler?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Das ist nicht in allen Bundesländern gleich. In einigen wird halbiert.
</p>
<p>
<b>daniel:</b><br />
Wie beurteilen sie die gemeinsame Zukunft mit ihrem<br />
Koalitionspartner
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Gut. Kanzler Schröder ist ein guter Kanzler. Und er braucht grün.<br />
Damit die Richtung stimmt.
</p>
<p>
<b>susa:</b><br />
Wie stehen ihrer Einschätzung nach die Chancen auf eine Fortsetzung<br />
der Koalition nach 2002?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Das entscheiden die WählerInnen. Ich hoffe, daß grün gestärkt wird,<br />
damit die neoliberalen Möllemänner in Sardinien Schaffe züchten<br />
können.
</p>
<p>
<b>haraldlohse:</b><br />
Ist die Gefahr gebannt, dass die SPD eventuell mit der FDP anbandeln<br />
könnte?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Ich denke, dass man in der SPD weiß, daß mit der FDP keine Reform des<br />
Sozialstaates zu machen ist. Die haben das Herz im Ellbogen.
</p>
<p>
<b>daniel:</b><br />
Haben Sie Angst ihren Koalitionspartner an die PDS zu<br />
verlieren
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Nein. Die PDS halte ich für zu strukturkonservativ. Eigentlich geht es<br />
um die Frage, ob die SPD weiterhin zu Reformpolitik steht. Das geht nur<br />
mit uns.
</p>
<p>
<b>SimonOertel:</b><br />
Ich bin Student und muss 40 Kilometer Auto fahren um meinen<br />
Hochschulstandort zu erreichen. Die Zugverbindung existiert fast nicht,<br />
Busse kann man bei so einer Entfernung eh vergessen und eine<br />
Fahrgemeinschaft ist auch nicht möglich. Obwohl ich die Ökosteuer sinnvoll<br />
finde, werde ich mir bald das Benzin nicht mehr leisten können. Was wird<br />
in naher Zukunft für solch arme Studenten wie mich getan?!!
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Ich emfehle an den Studienort zu ziehen.
</p>
<p>
<b>claude:</b><br />
Was tun die Grünen für junge Leute? Wie sieht ihre Nachwuchsförderung<br />
aus? Ich bin Schülerin und würde gerne wissen,warum ich sie 2002 wählen<br />
sollte.
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Weil wir uns am meisten um die Zukunft kümmern. Das sieht man auch bei<br />
so Themen wie Rente. Wir fragen, wie sieht es für Leute 2030 aus. Man kann<br />
sich bei den Grünen auch in usnerem Jugendverband engagieren.
</p>
<p>
<b>alto:</b><br />
Ich glaube dass die Grünen nicht mehr den Einzug in den Bundestag<br />
schafen, weil sie auf die Dauer zu wenig Themen besetzen, bzw andere<br />
Parteien grüne Themen übernehmen&#8230;
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Das sehe ich anders. Niemand ist wirklich für Öko, außer uns. Auch bei<br />
Themen wie Europa sind nur wir die europäische Partei in Deutschland.<br />
Wählen sie uns, dann wird es ganz sicher.
</p>
<p>
<b>werner:</b><br />
Früher haben die Grünen immer gesagt &quot;Computer vernichten<br />
Arbeitsplätze&quot;. Heute tuen sie so, als wären sie die Vorrantreiber der<br />
neuen Technologien. Ist das nicht unlogisch?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Computer vernichten Arbeitsplätze, aber sie schaffen auch sehr viele.<br />
Die Frage ob man für oder gegen Computer ist, erscheint mir sinnlos. Es<br />
kommt darauf an, was wir daraus machen. Wir unterhalten uns gerade und das<br />
finde ich gut.
</p>
<p>
<b>SimonOertel:</b><br />
Warum schaffen Sie keine Entlastung (etwa Kilometerpauschale) für<br />
Studenten?!!
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Es gibt überall Semestertickets.
</p>
<p>
<b>daniel:</b><br />
Die Grünen sind für mich nicht mehr DIE alternative Partei! Die<br />
Diskussion um den Atomausstieg hat sicher viele enttäuscht. Sind ihnen<br />
nicht einfach viel zu sehr die Hände gebunden, hinsichtlich der SPD?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Natürlich würden wir z.B. in der Ökologie gerne mehr tun, wenn wir die<br />
alleinige Mehrheit hätten. Aber für eine Partei mit 6,7% erreichen wir<br />
ganz schön viel. Schauen sie sich doch an, was jetzt bei der Solarenergie<br />
oder bei der Windkraft läuft. Die Aktien gehen fast überall in den Keller,<br />
Wind und Sonne aber brummen.
</p>
<p>
<b>SimonOertel:</b><br />
Sind Sie sicher dass Sie 2003 noch einen so großen politischen<br />
Einfluss haben werden wie Sie ihn heute genießen?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Ich hoffe, daß er sich vergrößert.
</p>
<p>
<b>real:</b><br />
Für einen ausgebildeten Akademiker wird Deutschland immer<br />
uninteressanter als Zielland in dem man leben möchte &#8230; was wird von der<br />
Regierungsseite getan um diesen Zustand zu ändern ???
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Ich würde das nicht so absolut sagen wie sie. Aber natürlich müssen<br />
wir die Bedingungen für Wissenschaftlerinnen verbessern. In der<br />
Hochschulpolitik wurde bei CDU und FDP ja nur zurückgefahren. Jetzt<br />
verbessert sich die Lage langsam. Mit der rot-grünen<br />
Modernisierungspolitik tun sich für engagierte WissenschftlerInnen aber<br />
auch viele neue Chancen auf.
</p>
<p>
<b>mozart:</b><br />
Was halten sie von der ewigen Diskussion über die Trennung von Amt und<br />
Mandat? Wie ist ihre Meinung dazu?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Ich bin persönlich nicht dafür. meine Partei aber schon. Damit kann<br />
ich leben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b><br />
Kommen wir in den letzten Minuten auch zu einigen persönlicheren und<br />
allgemeineren Fragen:
</p>
<p>
<b>poldine:</b><br />
Sie haben Sprachwissenschaften studiert, welche? Wie sind Sie dann zur<br />
Politik gekommen?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Weil mich die Atompolitik der SPD genervt hat. Ökologie ist die große<br />
Frage. Ich wollte nicht, daß mich meine Kinder einmal fragen, warum hast<br />
Du nichts dagegen getan.
</p>
<p>
<b>susa:</b><br />
Haben Sie eine eigene Weppage? Wofür nutzen Sie die? Surfen Sie selber<br />
manchmal?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Nein. Surfen tue ich schon. Zur Recherche oder aus Langeweile
</p>
<p>
<b>susa:</b><br />
Wenn Sie nicht in der Politik wären, was würden Sie dann<br />
machen?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Dann würde ich als Sprachwissenschaftler arbeiten und<br />
unterrichten
</p>
<p>
<b>daniel:</b><br />
Was halten Sie von einem Verbot der NPD?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Wir sollten die NPD verbieten, wenn es möglich ist. Man muss aber genau<br />
prüfen, ob man mit einem Antrag beim Bundesverfassungsgericht durchkommt.<br />
Im übrigen ist mit einem NPD Verbot der Kampf gegen rechte Gewalt<br />
keineswegs abgeschlossen.
</p>
<p>
<b>werner:</b><br />
Wie stehen Sie zum Transrapid?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Es war richtig die Strecke Berlin-Hamburg nicht zu bauen. Viel zu<br />
teuer und aufwendig. Mit dem gleichen Geld erreichen wir beim Ausbau der<br />
Schiene viel mehr.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b><br />
Jetzt die Fragen, die die Welt bewegen&#8230;
</p>
<p>
<b>Berlin:</b><br />
Finden Sie den Daum-&quot;Rücktritt&quot; in Ordnung? Sollte er sich<br />
rehabilitieren können und in den Fussball zurückkehren?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Natürlich muß er sich rehabilitieren können. Ich finde, dass dies<br />
überigens für alle Drogensüchtigen gelten sollte. Da ist gestern viel<br />
geheuchelt worden. Und Mayer-Vorfelder sollte sich mal fragen, warum er<br />
nichts gemerkt hat. Früher hat er immer von seinem Freund Daum<br />
gespriochen. Gestern war es auf einmal der &quot;Herr Daum&quot;.
</p>
<p>
<b>daniel:</b><br />
Was halten sie von Westerwelles Auftritt bei BigBrother?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Ich denke, dass da schon ein Stück Anbiederei dabei war. Aber ich bin<br />
liberal. Jeder soll es so machen, wie es zu ihm passt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b><br />
und als abschließende Frage:
</p>
<p>
<b>alto:</b><br />
Ich bin zwar dafür, dass jede Sendung im Fernsehen laufen kann, aber<br />
Big Brother sollte man wegen Verdummung der Menschheit verbieten ! Ihre<br />
Meinung ?
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
Ich halte nichts von solchen Verboten. Die Menschheit ist so klug, dass<br />
sie auch Big Brother überleben wird.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b><br />
Lieber Herr Kuhn, wir bedanken uns bei Ihnen für den interessanten<br />
Chat und hoffen, dass es Ihnen Spass gemacht hat.
</p>
<p>
<b>FritzKuhn:</b><br />
OK. Auch mir hat es gefallen. So lang.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b><br />
An alle User: das Transcript gibt es wie immer demnächst bei<br />
politik-digital nachzulesen.</p>
]]></content:encoded>
					
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