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	<title>G8 &#8211; politik-digital</title>
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	<title>G8 &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Sarkozy eröffnet Internet-Gipfel in Paris</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone Jost-Westendorf]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 May 2011 13:12:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/eG8_presse.jpg" title="Logo" alt="Logo" width="100" align="left" height="77" />Am Vormittag hat der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy das e-G8-Forum in Paris eröffnet: Es gelte, globale Regeln für ein globales Phänomen zu finden, versicherte Sarkozy im Vorfeld des G8-Gipfels, der am Donnerstag und Freitag im nordfranzösischen Deauville stattfindet. Nicht nur in Frankreich regt sich Widerstand gegen die exklusive Veranstaltung.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/eG8_presse.jpg" title="Logo" alt="Logo" width="100" align="left" height="77" />Am Vormittag hat der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy das e-G8-Forum in Paris eröffnet: Es gelte, globale Regeln für ein globales Phänomen zu finden, versicherte Sarkozy im Vorfeld des G8-Gipfels, der am Donnerstag und Freitag im nordfranzösischen Deauville stattfindet. Nicht nur in Frankreich regt sich Widerstand gegen die exklusive Veranstaltung.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
In seiner Funktion als aktueller Präsident der acht größten Wirtschaftsmächte hatte Nicolas Sarkozy die Entwicklungen des Internet und die daraus entstehenden Konsequenzen im Vorfeld auf die Tagesordnung der G8-Versammlung gesetzt. Zum ersten G8-Forum, das dem Internet gewidmet ist, lud er ausgewählte Entscheider der Internetindustrie für heute und morgen nach Paris ein. Sie sollen den G8-Regierungschefs ihre eigene Botschaft mit auf den Weg geben.
</p>
<p>
Die Ergebnisse des zweitägigen Forums sollen Eingang in die Tagesordnung des G8-Gipfels nehmen. Man wolle die außergewöhnliche Gelegenheit bieten, einen Austausch auf hohem Niveau zwischen den Akteuren der Internet-Wirtschaft und den Staatschefs zu ermöglichen, heißt es offiziell.<br />
Organisiert wurde das e-G8-Forum von der französischen PR-Agentur Publicis. Ihrem Vorstandsvorsitzenden Maurice Lévy hat Sarkozy nicht nur die Durchführung, sondern auch die Auswahl der Gäste anvertraut. Im April waren im Namen des französischen Staatspräsidenten etwa 1.000 Einladungen an die weltweit wichtigsten Vertreter von Internet-Firmen gegangen – laut französischer Regierung an CEOs, junge Unternehmer und Technologie-Experten, Wissenschaftler, Innovatoren und Blogger, die sich mit Regierungsvertretern austauschen sollen. Man wolle erfahren, was der Markt denke, <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Frankreich-will-auf-G8-Gipfel-fuer-Internetsperren-werben-1244926.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kündigte</a> Sarkozys Internetbeauftragter Jean-Michel Hubert an. Schwerpunkte auf dem Gipfel sind die Bedeutung des Netzes für das Wirtschaftswachstum und die Menschenrechte, aber auch die Bekämpfung von Urheberrechtsverstößen.<br />
Erst kurz vor dem Beginn der Konferenz wurde die Liste der Redner bekannt, darunter Internet-Größen wie Eric Schmidt von Google, Marc Zuckerberg von Facebook, Rupert Murdoch und Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski. Eine vollständige Teilnehmerliste ist nicht veröffentlicht worden.
</p>
<p>
Überhaupt war die Informationspolitik im Vorfeld sehr dürftig, was Skeptiker und Kritiker auf den Plan rief, die die fehlende Transparenz beklagen. Die Formulierungen der offiziellen Ankündigung blieben vage. Etwa, was die Finanzierung des Internet-Forums angeht: Der „private Sektor“ finanziere die Veranstaltung, hieß es in einer offiziellen Ankündigung. Die französische Tageszeitung &quot;La Tribune&quot; berichtete, dass ein Teil der geladenen Teilnehmer für die Kosten aufkommen: Mögliche Sponsoren konnten laut Publicis zwischen drei Tarifen wählen:  100.000, 250.000 et 500.000 Euro – davon hängt der Status der Teilnehmer ab, beispielsweise die Frage, wer an den Diskussionen am Runden Tischen teilnehmen darf. Doch welche der Teilnehmer diesen Mindestbeitrag bezahlten und welche ehrenhalber eingeladen wurden, war im Vorfeld nicht zu erfahren. <a href="http://www.latribune.fr/journal/edition-du-0205/technos-medias/1154286/le-g8-de-l-internet-un-sommet-tres-prive.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">La Tribune</a> sprach von einem „sehr privaten Gipfel“. Lediglich die offiziellen Partner sind heute auf der <a href="http://www.eg8forum.com/fr/e-g8/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website des Forums</a> genannt: Neben der Publicis-Gruppe sind dies unter anderem die Medienkonzerne Vivendi, Orange, Google und Microsoft. Man wolle den Teilnehmern somit ermöglichen, die Tagesordnung so frei wie möglich zu gestalten und von Staatsseite so wenige Vorgaben wie möglich machen, so die Begründung von Organisator Maurice Lévy für das spezielle Einladungsverfahren.
</p>
<p>
Jean-Michel Hubert <a href="http://www.euractiv.de/digitale-agenda/artikel/g8-internet-zivilisieren-nutzer-erziehen-mehrwert-foerdern-004833" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erklärte </a>in der vergangenen Woche in Berlin, die Forderung nach der Entwicklung eines &quot;zivilisierten Internets&quot; solle in die G8-Abschlusserklärung übernommen werden. Sarkozy möchte das Internet regulieren und „zivilisieren“, nicht aber einschränken. Vor dem Hintergrund von Sarkozys bisheriger Politik lässt sich vermuten, dass es ihm in erster Linie um Zensur und Sperren geht. 
</p>
<p>
Im Anschluss an die heutige Begrüßung der Teilnehmer durch Nicolas Sarkozy hatten diese Gelegenheit, dem französischen Präsidenten Fragen zu stellen. Die Frage eines Zuhörers, ob er sich darauf verlassen könne, dass das Internet frei und offen bleibe und man sich auf eine Art &quot;hippokratischen Eid&quot; verständigen könne, dem Internet keinen Schaden zuzufügen, erntete Applaus. Präsident Sarkozy antwortete, dass weder Maßnahmen ergriffen würden, die Entwicklungen des Internet zu verkomplizieren, noch gehe es darum, definitive Regelungen in Deauville zu beschließen Es könne aber nicht schaden, Vorsicht walten zu lassen und für Sicherheit – beispielsweise gegen Terrorismus – zu sorgen. Er sei sich sicher, dass globale Regeln für ein globales Phänomen gefunden werden müssten.
</p>
<p>
Das alles ist vielen Internetaktivisten zu eindimensional, man befürchtet, dass es nur darum geht, das wirtschaftliche Potenzial des Internet zu stärken. Ihrer Ansicht nach strebt Sarkozy an, das Internet zentral zu kontrollieren. NGOs wie die französische La Quadrature du Net und der Chaos Computer Club aus Deutschland haben deshalb dazu aufgerufen, eigene &quot;kreative&quot; Vorschläge zu machen. Auf der Plattform <a href="http://g8internet.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;G8 vs. Internet&quot;</a> ruft die Initiative zu kreativen Aktionen auf, um das freie Internet zu schützen. In einem <a href="http://letter.accesslabs.org/Civil%20Society%20Statement%20to%20the%20eG8-finalg.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">offenen Brief</a> haben sich  Bürgerrechtsorganisationen weltweit im Namen der Zivilgesellschaft darüber hinaus direkt an die G8 gewandt.
</p>
<p>
Ob die Nachricht in Paris angekommen ist, darf bezweifelt werden. Doch für den Herbst hat die französische Regierung eine Fortsetzung der Debatte angekündigt: Auf dem G20-Forum in Avignon soll  es insbesondere um Fragen nach dem Urheberrecht gehen.
</p>
<p>
Die Veranstaltung wird <a href="http://www.eg8forum.com/fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> heute und morgen live gestreamt. </p>
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		<title>Gipfelblog: Eindrücke aus Heiligendamm</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Jun 2007 07:51:31 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[G8]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
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					<description><![CDATA[Vier Journalisten machen sich auf nach Heiligendamm, um ihre Eindrücke vom Weltwirtschaftsgipfel zu schildern. <a href="http://taz.de/blogs/bildschirmtext/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Phillipp Dudek</a>, Chef vom Dienst bei der taz Hamburg, Sebastian Gerhard (<a href="http://www.blog2.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">blog2.de</a>), Marco Maas (<a href="http://themaastrix.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Maastrix</a>) und Fiete Stegers (<a href="http://www.netzjournalismus.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netzjournalismus.de</a>) sind im Gipfel-Journalistencamp.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vier Journalisten machen sich auf nach Heiligendamm, um ihre Eindrücke vom Weltwirtschaftsgipfel zu schildern. <a href="http://taz.de/blogs/bildschirmtext/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Phillipp Dudek</a>, Chef vom Dienst bei der taz Hamburg, Sebastian Gerhard (<a href="http://www.blog2.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">blog2.de</a>), Marco Maas (<a href="http://themaastrix.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Maastrix</a>) und Fiete Stegers (<a href="http://www.netzjournalismus.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netzjournalismus.de</a>) sind im Gipfel-Journalistencamp.<!--break--> Für den <a href="http://gipfelblog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gipfelblog </a>schreiben, fotografieren und filmen sie, was vor Ort geschieht und beobachten und kommentieren, was der Rest der Welt über den Gipfel berichtet. </p>
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		<title>Live Bloggen vom G8-Gipfel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jun 2007 08:13:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Berichte live vom G8-Gipfel in Heiligendamm, vom Handy direkt ins Internet - die Funktionalität erinnert an den Internetdienst Twitter, hinter dem Projekt stecken aber die Macher des Blogs <a href="http://www.spreeblick.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spreeblick</a>. Auf <a href="http://spreeblick.com/g8/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spree8.com</a> sollen "Beobacher des G8-Gipfeltreffens" per Kurznachricht ihre Eindrücke schildern. Anrufen können die Nutzer ebenfalls, die Wortbeiträge erscheinen als MP3 auf der Website. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Berichte live vom G8-Gipfel in Heiligendamm, vom Handy direkt ins Internet &#8211; die Funktionalität erinnert an den Internetdienst Twitter, hinter dem Projekt stecken aber die Macher des Blogs <a href="http://www.spreeblick.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spreeblick</a>. Auf <a href="http://spreeblick.com/g8/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spree8.com</a> sollen &#8220;Beobacher des G8-Gipfeltreffens&#8221; per Kurznachricht ihre Eindrücke schildern. Anrufen können die Nutzer ebenfalls, die Wortbeiträge erscheinen als MP3 auf der Website. <!--break--></p>
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		<item>
		<title>&#034;Merkel will keine faulen Klima-Kompromisse&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/merkel_will_keine_faulen_klima_kompromisse-488/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Jun 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[G8]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Töpfer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span class="fett"><b> Klaus Töpfer war am 4. Juni zu Gast im
tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Der ehemalige
Leiter des UN-Umweltprogramms und Ex-Bundesumweltminister sprach
über den Einfluss der G8-Staaten auf den Klimawandel und den
neuen klimapolitischen Weg von USA und China.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span class="fett"><b> Klaus Töpfer war am 4. Juni zu Gast im<br />
tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Der ehemalige<br />
Leiter des UN-Umweltprogramms und Ex-Bundesumweltminister sprach<br />
über den Einfluss der G8-Staaten auf den Klimawandel und den<br />
neuen klimapolitischen Weg von USA und China.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Liebe Globalisierungs- und Klima-Interessierte,<br />
herzlich willkommen im tagesschau-Chat. Im ARD-Hauptstadtstudio<br />
ist unser Chat-Gast heute Klaus Töpfer, langjähriger Bundesumweltminister,<br />
langjähriger Leiter des UN-Umweltprogramms und damit einer<br />
der fachkundigsten Politiker bei den Themen Klimaschutz und Globalisierungsproblematik.<br />
Vielen Dank fürs Kommen, Herr Töpfer, kann es losgehen.</p>
<p><b>Klaus Töpfer:</b> Ja. Ich freue mich, dass ich<br />
hier bin. Hoffentlich haben wir viele Interessierte an der anderen<br />
Seite der Leitung. </p>
<p><b>arzt im einsatz:</b> Was könnte es denn für<br />
Auswirkungen haben, wenn sich die USA nicht am Klimaschutz beteiligen?</p>
<p><b>Klaus Töpfer:</b> Die Auswirkungen wären<br />
erstens, dass die Schwellenländer dies als Signal nehmen, selbst<br />
Anstrengungen zu einer kohlenstoffärmeren Energieversorgung<br />
mit einer geringer Priorität zu behandeln. Zweitens, dass auch<br />
andere entwickelte Länder in Europa die Besorgnis hätten,<br />
dadurch Wettbewerbsnachteile zu haben. Drittens, dass viele Menschen<br />
in der Welt die Rolle und die Aufgaben der Vereinigten Staaten von<br />
Amerika extrem kritisch betrachten und an der Leistungsfähigkeit<br />
demokratischer Systeme zweifeln könnten. Letztlich, dass über<br />
25 Prozent der globalen CO²-Emissionen, die von der USA verursacht<br />
werden, in den Kampf gegen den Klimawandel nicht einbezogen würden.
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ktoepfer85x.jpg" alt="Klaus Töpfer" height="120" width="85" /><br />
<i>Klaus Töpfer, <br />
ehemaliger Leiter des UN-Umweltprogramms <br />
und Ex-Bundesumweltminister</i>
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das heißt: Klimaschutz-Förderung<br />
ist auch Demokratieförderung?</p>
<p><b>Klaus Töpfer:</b> Ich glaube, dass ist sehr, sehr<br />
ernst zu betrachten. Wir müssen sehen, dass gegenwärtig<br />
das hohe Wohlstandsniveau der entwickelten Länder auch zu einem<br />
Teil über die Klimafolgekosten durch die Ärmsten der Armen,<br />
etwa in Afrika, durch Wetteränderungen, durch Wüstenbildung,<br />
durch Veränderung der Niederschläge, bezahlt wird. Dies<br />
hat weitreichende Konsequenzen für Spannungen und Krisen in<br />
dieser Welt, auch für Flüchtlingsströme und &#8211; wie<br />
gesagt &#8211; für die Glaubwürdigkeit und moralische Integrität<br />
der hoch entwickelten Demokratien. </p>
<p><b>Moderator:</b> Doppelt zum Thema:</p>
<p><b>davidper: </b>Glauben Sie persönlich an eine konstruktiven<br />
Mitwirkung der Bush-Administration in Sachen Klimaschutz?</p>
<p><b>dreigradkälter:</b> Wie lange können sich<br />
Bush bzw. die USA eigentlich noch weigern, das Kyoto-Protokoll zu<br />
unterzeichnen? Wird der internationale Druck nicht irgendwann zu<br />
stark?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Der internationale Druck ist<br />
Grund dafür, dass Präsident Bush jetzt zum ersten Mal<br />
die Notwendigkeit eines quantitativen Ziels auch für die USA<br />
akzeptiert hat. Nach wie vor bedeutet das nicht die Annahme einer<br />
rechtlichen Verbindlichkeit. Nach wie vor ist dies nicht eingebunden<br />
in den rechtlichen Prozess im Rahmen der Vereinten Nationen. Und<br />
es war in besonderer Weise der Druck in den USA, der in der jüngsten<br />
Vergangenheit drastisch angestiegen ist. Die Aktivitäten großer<br />
Unternehmen, etwa des weltweit größten Unternehmens,<br />
General Electric, ja selbst General Motors, auf die Bush-Administration<br />
für eine Klimapolitik bestätigen das. Ebenso die Entwicklung<br />
in den Bundesstaaten, so vor allem in Kalifornien mit Gouverneur<br />
Schwarzenegger und in den Neuenglandstaaten. Nicht zuletzt aber<br />
in einem breiten Druck der Zivilgesellschaft, der in besonderer<br />
Weise durch den Film von Al Gore völlig neue Dimensionen erreicht<br />
hat.
</p>
<p>
<b>Erneuerbare Energien sichern die Wettbewerbsfähigkeit</b></p>
<p><b>malnor:</b> Spätestens seit dem „Stern-Review“<br />
dürften doch die wirtschaftlichen Risiken eines ungebremsten<br />
Klimawandels angekommen sein. Wieso weigern sich die sonst immer<br />
so wirtschaftlich denkenden Amerikaner dann, endlich aktiv zu werden?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Es ist richtig, die wirtschaftliche<br />
Dimension nicht mit Hinblick auf die Amerikaner, sondern auch mit<br />
Hinblick auf die wachsenden Schwellenländer zu sehen. Zum einen<br />
mit Blick auf die Anpassungskosten an den Klimawandel. Der Bericht<br />
von Sir Nicolas Stern belegt dies und hat gerade auch in der Wirtschaft<br />
der USA, wie bereits zuvor kurz angesprochen, Wirkung gezeigt. Zum<br />
anderen: Die globale wirtschaftliche Entwicklung, so vor allem auch<br />
in China und Indien, bedeutet einen massiven Anstieg der Energienachfrage.<br />
Sie kann nur bei massiv steigenden Preisen und bei erheblicher Versorgungsunsicherheit<br />
bewältigt werden, wenn sich das Energieangebot nur auf Kohle,<br />
Erdöl und Gas begrenzt. Auch die Energieeffizienz ist Voraussetzung<br />
für die Wettbewerbsfähigkeit. Daher sind erneuerbare Energien<br />
und Energieeffizienz auch für die USA eine Grundvoraussetzung,<br />
auch für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. </p>
<p><b>DasWetter:</b> Was ist von Bushs Plan zu halten, mit<br />
China und Indien einen Alleingang in Sachen Klimaschutz zu starten?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Dieser Ansatz ist ja gemeinsam<br />
mit Japan und Australien bereits vor einiger Zeit als gemeinsame<br />
Technologie-Initiative gestartet worden. Als Ergänzung zu erfolgreichen<br />
Klima-Verhandlungen im Rahmen der UN ist dieses sinnvoll. Auch Europa<br />
hat mit den asiatischen Staaten und darüber hinaus diese energiebezogene<br />
Technologie-Kooperation deutlich verstärkt. Die Initiative<br />
der USA ist jedoch kein Ersatz, sondern eben nur eine Ergänzung,<br />
eine wichtige Ergänzung, des Klimaprozesses.
</p>
<p>
<b>g-Achter:</b> Ist die Bundeskanzlerin in Sachen Klimaschutz<br />
zu zögerlich, was ein Ergebnis beim G8-Gipfel angeht?</p>
<p><b>Klaus Töpfer:</b> Ich glaube, dass die Bundeskanzlerin<br />
sehr herausfordernd in die Verhandlungen eines Schlussdokumentes<br />
in das Thema hineingegangen ist. Sie konnte dies von einer guten<br />
Basis tun, nämlich von dem Beschluss der EU, 20 Prozent &#8211; bei<br />
gemeinsamem Handeln sogar 30 Prozent &#8211; des CO²-Ausstoßes<br />
zurückzuführen. Auch die Akzeptanz der wissenschaftlichen<br />
Fakten, so vor allem die Begrenzung des Klimaanstiegs auf maximal<br />
zwei Grad, sind als nicht verhandlungsfähig gestellt worden.<br />
Dies ist sicherlich keine Zögerlichkeit. Der neue Ansatz aus<br />
Washington führt natürlich dazu, das gemeinsam Erreichbare<br />
so kurz vor dem Gipfel zu analysieren und das Nötige auch als<br />
Untergrenze festzulegen. Zu Recht hat Angela Merkel unmissverständlich<br />
klar gemacht, dass sie faule Kompromisse nicht zu unterzeichnen<br />
gedenkt. </p>
<p><b>Moderator:</b> War der Klimaschutzplan von Bush ein<br />
Versuch, Merkel den Wind aus den Segeln zu nehmen?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Es war sicherlich der Versuch,<br />
wieder Wind in die eigenen Segel zu bekommen. Die USA waren und<br />
sind nach wie vor in der Klimafrage unter den hoch entwickelten<br />
Ländern weitgehend isoliert, verbunden mit Australien und neuerdings<br />
auch mit Kanada. Die Chancen der Führerschaft auf diesem Gebiet<br />
wurden vertan. Die technologischen Möglichkeiten der USA sind<br />
für eine wirksame Klimapolitik dringlich erforderlich. </p>
<p><b>Substitut:</b> Sind die Treffen der G8 überhaupt<br />
noch zeitgemäß? Müssen nicht viel mehr Interessenvertreter<br />
beteiligt werden, um über die Themen zu beraten?</p>
<p><b>tom l.: </b>Denken Sie, dass die Teilnehmer des G8-Gipfels<br />
legitimiert sind, für die Völker dieser Welt zu entscheiden?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Die G8 entscheiden nicht für<br />
die Völker dieser Welt. Noch einmal ist zu betonen, dass die<br />
Beratungen und Überlegungen der G8, wie die auch anderer Staatengemeinschaften,<br />
etwa die der Gruppe der 77 &#8211; also der Entwicklungsländer &#8211;<br />
in den rechtlichen Prozess der UN einzubinden sind. Die G8 hat keine<br />
rechtlich verbindliche Entscheidungsmöglichkeit für die<br />
globale Staatengemeinschaft.
</p>
<p>
<b>Globalisierung bedarf der Auseinandersetzung</b></p>
<p><b>Räato: </b>Können Sie die (auch gewalttätigen)<br />
Proteste gegen den Gipfel nachvollziehen?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer: </b>Ich kann gewalttätige<br />
Proteste nicht nachvollziehen. Und ich bin auch deswegen empört,<br />
weil durch solche Proteste eine Diskussion, die dringlich erforderliche<br />
Diskussion über die Gestaltung der Globalisierung, ganz verdrängt<br />
oder an den Rand gedrückt wird. Globalisierung bedarf auch<br />
der sehr strittigen Auseinandersetzung. Aber eben einer Auseinandersetzung<br />
mit Argumenten und mit Überzeugung, nicht mit Gewalt, die wiederum<br />
nur entsprechende Gegenreaktionen auslöst. So wird die Chance<br />
vertan, anlässlich eines solchen globalen Gespräches den<br />
Verantwortlichen der hoch entwickelten Staaten die Konsequenzen<br />
der Globalisierung vorzustellen und ergänzende Lösungsmöglichkeiten<br />
zu vermitteln. Globalisierung wird nur erfolgreich mit den Menschen<br />
gestaltet werden können. Dies wiederum ist nur möglich,<br />
wenn Globalisierung die Kluft zwischen Arm und Reich nicht weiter<br />
vertieft, sondern sie Stück für Stück abbaut. </p>
<p><b>Moderator:</b> Die Veranstalter der Demonstration in<br />
Rostock und Attac-Vertreter haben sich sehr deutlich von den gewalttätigen<br />
Demonstranten distanziert. Wie bewerten Sie das?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Dies ist eine gute Entwicklung.<br />
Ich bin sicher, dass sie auch in entsprechende Verhaltensweisen<br />
einmündet und dass man sich von diesen chaotischen Gruppen,<br />
denen die Argumente fehlen und die Gewalt suchen, bei Demonstrationen<br />
distanziert. Dies ist eine gute Voraussetzung für ernsten und<br />
auch fordernden Dialog, auch für Demonstrationen und Protest.<br />
Diese grundgesetzlichen Rechte dürfen in keiner Weise in Frage<br />
gestellt werden. </p>
<p><b>Daniel Fischer: </b>Wie schätzen Sie den Einfluss<br />
der Zivilgesellschaft und die Bedeutung von friedlichen, gewaltfreien<br />
Protesten ein, um den notwendigen Druck auf die Politik auszuüben,<br />
damit der Klimaschutz in der Praxis tatsächlich vorankommt?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Dieser Einfluss ist sehr weit<br />
reichend und in demokratischen Staaten auch sehr wirksam. Die klaren<br />
Signale, dass ein wirksamer Klimaschutz auch von den Menschen definitiv<br />
und ultimativ eingefordert wird, ist für die politischen Entscheidungen<br />
in einem demokratischen System von entscheidender Bedeutung. Gerade<br />
deswegen bin ich so daran interessiert, dass diese friedlichen Demonstrationen,<br />
diese Artikulationen an politisches Handeln, sehr machtvoll bestätigt<br />
wird, und nicht durch Chaos und Gewalt erdrückt wird.
</p>
<p>
<b>Das Umweltkapital begrenzt das Wirtschaftswachstum</b>
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Sie haben die Kluft zwischen Arm und<br />
Reich angesprochen:</p>
<p><b>tom l.:</b> Herr Töpfer, glauben Sie, dass maximale<br />
Profite mit einem ehrlichen und kurzfristigen Umweltschutz vereinbar<br />
sind?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Ich glaube, verantwortliches<br />
wirtschaftliches Handeln kann sich nicht ausrichten an maximalen<br />
kurzfristigen Profiten. Die Stabilität der Gesellschaft im<br />
nationalen und globalen Bereich sind entscheidende Voraussetzungen<br />
für globale wirtschaftliche Entwicklung. Ohne diese Stabilität<br />
in Zeiten von Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen<br />
werden auch wirtschaftliche Entwicklungen massiv beeinträchtigt.<br />
Dies gilt auch für den Umweltbereich. Nicht zuletzt in China<br />
ist klar geworden, dass man wirtschaftliches Wachstum nur über<br />
eine begrenzte Zeit ohne Rücksicht auf die Umweltkonsequenzen<br />
maximieren kann. Inzwischen ist das Umweltkapital, also die Verfügbarkeit<br />
und die Sauberkeit von Wasser, die Belastung der Böden, die<br />
Auswirkungen chemischer Stoffe, aber auch die Folgen des Klimawandels,<br />
etwa auf die Wasserwirtschaft, zum begrenzenden Faktor für<br />
das Wirtschaftswachstum geworden. Investitionen in dieses Umweltkapital<br />
erweisen sich nicht als Luxus, sondern als Grundvoraussetzung weiterer<br />
wirtschaftlicher Entwicklung. Diese Erkenntnis wird nicht nur in<br />
China gewonnen und hat auch vor etwa 30, 40 Jahren die Entwicklung<br />
einer bewussten Umweltpolitik in den hoch entwickelten Ländern<br />
zwingend gemacht &#8211; nebenbei auch herausgefordert von einer sehr<br />
kritischen, sehr fordernden Zivilgesellschaft und Bürgerinitiativen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> In diesem Zusammenhang: </p>
<p><b>Marbastmann: </b>Wie bewerten Sie den aktuellen chinesischen<br />
CO²-Plan? Wie wird sich China bei den Verhandlungen verhalten?<br />
Moderator: Ist dieser chinesische Plan ein echter Fortschritt?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Zunächst ist festzuhalten,<br />
dass sich China auch in der chinesischen Öffentlichkeit dieser<br />
Herausforderung des Klimawandels stellt. Die Rede des Premierministers<br />
im Parteikongress ist ein Zeichen dieser neuen Orientierung, die<br />
eben nicht mehr nur auf das Wirtschaftswachstum, sondern auch auf<br />
die sozialen Verwerfungen, regionalen Unterschiede zwischen Stadt<br />
und Land sowie auf die weit reichenden Umweltprobleme konkret eingeht.<br />
Der Plan ist umzusetzen und wird, nicht zuletzt auch aus der engen<br />
technologischen Zusammenarbeit mit den hoch entwickelten Staaten,<br />
deutlich weitergehen müssen. Die Entscheidung in China, 20<br />
Prozent der Energieversorgung aus erneuerbaren Energien zu erhalten,<br />
entspricht der Zielsetzung, die sich auch die EU gegeben hat. <br />
Moderator: Sie sind ja einer der Menschen, der in Sachen Klimaschutz<br />
am meisten unterwegs war:
</p>
<p>
<b>Es gibt nur Verlierer des Klimawandels</b></p>
<p><b>Dogmatix: </b>Ich lebe hier in Irland &#8211; was von der<br />
Distanz nicht weit weg von Deutschland ist. Aber Umweltschutz ist<br />
hier nicht so präsent, man freut sich eher über wärmeres<br />
Wetter durch den Klimawandel. In Tschechien hat der Präsident<br />
sogar ein Buch über das Thema geschrieben. Wie sehr ist das<br />
Klimaproblem eigentlich global gesehen bei den Menschen angekommen?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Eine ganz wichtige Frage. Nach<br />
wie vor gibt es die Meinung, dass vom Klimawandel auch viele Menschen<br />
positiv betroffen sind. Dies kann für eine Übergangszeit<br />
sicher auch der Fall sein. Mittel- und langfristig gibt es jedoch<br />
nur Verlierer des Klimawandels: Von den Klimaflüchtlingen bis<br />
hin zu den veränderten Eismassen auf dieser Welt und den damit<br />
verbundenen Veränderungen der Meeresspiegel. Nicht zuletzt<br />
wird auch durch die immer wieder erfolgende Überlegung einiger<br />
Wissenschaftler, dass Klimawandel nicht auf menschliche Aktivitäten<br />
zurückzuführen ist, der Handlungsdruck abgeschwächt.<br />
So ist Klimawandel sicherlich noch nicht überall auf diesem<br />
Globus angekommen. Auch in den Entwicklungsländern wie etwa<br />
in Afrika, die gegen den Klimawandel angesichts ihrer Energiestruktur<br />
nichts tun können &#8211; diesen auch nicht verursachen, wird der<br />
Kampf gegen den Klimawandel als Verpflichtung der hoch entwickelten<br />
Länder angesehen, der das Streben nach mehr wirtschaftlicher<br />
Perspektive nicht in Frage stellen darf. </p>
<p><b>Gerhard123: </b>Gibt es noch wissenschaftlich ernstzunehmende<br />
Zweifel an den Ergebnissen des Weltklimarates?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Wissenschaft besteht immer<br />
darin, dass man bemüht ist, gesichertes Wissen wieder in Frage<br />
zu stellen. Wissenschaft ist nicht die Suche nach bestätigenden<br />
Ereignissen, sondern die gezielte Suche nach widerlegenden, nach<br />
falsifizierenden Fakten. Deswegen muss jeder Wissenschaftler auch<br />
die gesicherten Kenntnisse über den Klimawandel in Frage stellen.<br />
Dies ist nicht zu kritisieren, sondern herauszufordern. Nicht hinzunehmen<br />
ist allerdings, dass die geäußerten Vorbehalte oder Bedenken<br />
als Alibi für Nicht-Handeln missbraucht werden. Eine weniger<br />
kohlenstoffhaltige Energieversorgung ist unter allen Aspekten zwingend<br />
geboten. Wenige Felder politischen Handelns sind wissenschaftlich<br />
so gut abgesichert und erforscht wie die im Klimabereich. <br />
Moderator: Ein Problembereich, den wir im industrialisierten Deutschland<br />
vielleicht gelegentlich aus den Augen verlieren:<br />
mattes: Herr Töpfer, die Entwicklung der Landwirtschaft, vor<br />
allem der Kampf gegen Bodenerosion als erster Schritt, um Umweltkapital<br />
zu sichern, scheint unterzugehen. Welche Rolle spielt die Landwirtschaft<br />
beim G8-Gipfel?</p>
<p><b>baldur:</b> Für wie wichtig halten Sie den Beitrag,<br />
den eine ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft zum Thema<br />
Klimawandel machen kann?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Der Beitrag der Landnutzung<br />
insgesamt in der Beeinflussung des Klimas ist außerordentlich<br />
weit reichend. Es ist gesichert, dass sowohl die Ozeane als auch<br />
die Lebewesen in den Böden und die Biomasse so genannte Senken<br />
für Kohlendioxid sind. Besonders bedeutsam sind in diesem Zusammenhang<br />
Wälder. Eine ökologisch bewusste Landbewirtschaftung,<br />
eine Erhaltung und Weiterentwicklung von Wäldern erhöhen<br />
damit auch die Senken und ist ein wichtiger Bestandteil jeder Klimapolitik.<br />
So wird zum Beispiel die Aufforstung auch in die Zusammenarbeit<br />
zwischen entwickelten und Entwicklungsländern im so genannten<br />
„sauberen Entwicklungsmechanismus“ (CDM) finanziell<br />
gefördert. Raubbau an Wäldern, Brandrodung und andere<br />
Eingriffe erhöhen dagegen die Risiken des Klimawandels. Nicht<br />
zuletzt ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass auch die Art<br />
der landwirtschaftlichen Produktion und der damit verbundenen Energienutzung<br />
sowie der Einsatz von Kunstdünger Rückwirkungen auf den<br />
Klimawandel haben. Etwas pointiert ist oft gesagt worden: &quot;Wir<br />
essen Öl&quot;. </p>
<p><b>malnor: </b>Sehen sie eine Gefahr in den steigenden<br />
Bestrebungen, Pflanzen als Treibstoffe und ähnliches zu benutzten?<br />
Wird mit diesen theoretisch nachhaltigen Energieträgern nicht<br />
der Druck auf die bestehenden Regenwälder erhöht und der<br />
positive Effekt damit wieder ausgeglichen?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Dies ist eine sehr berechtigte<br />
Besorgnis. Es ist ein Fakt, dass etwa in Malaysia oder Indonesien<br />
der Anbau von Ölpalmen zur Erzeugung von Palmöl weitreichende<br />
Veränderungen in den Wäldern bewirkt hat. Deswegen ist<br />
es zwingend nötig, schnellstmöglich ökologische Standards<br />
als Voraussetzung für die Erzeugung von Biomasse zu verabschieden,<br />
die selbstverständlich auch bei uns selbst gelten müssen.<br />
Die Weiterentwicklung zu einer zweiten Generation der Treibstoffe<br />
aus Biomasse ist massiv in der Forschung und Entwicklung zu unterstützen.<br />
Der Konflikt zwischen &quot;vollen Tellern, vollen Tanks und intakter<br />
Natur&quot; ist stets zu beachten.
</p>
<p>
<b>Das Konsumverhalten muss sich verändern</b></p>
<p><b>Marko: </b>Wie sehen Sie den Zusammenhang zwischen<br />
Klimaschutz und Bevölkerungspolitik? Etwas platt gefragt: Muss<br />
die Weltbevölkerung nicht möglichst abnehmen, um einen<br />
effektiven Klimaschutz zu erreichen?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Ich glaube, dass wir zunächst<br />
einmal hinterfragen müssen, ob es sinnvoll ist, dass 20 Prozent<br />
der Weltbevölkerung, also die Menschen in den hoch entwickelten<br />
Ländern, 80 Prozent der Ressourcen für sich in Anspruch<br />
nehmen. Die Bevölkerungsfrage stellt sich bereits gegenwärtig,<br />
wenn jeder Mensch dieser Welt denselben Anspruch an Energie, Rohstoffen<br />
und Lebensmittelversorgung hätte wie der Durchschnitt in den<br />
hoch entwickelten Ländern. Es muss also der Einsatz auch bei<br />
einer Veränderung des Konsumverhaltens in diesen Ländern<br />
glaubwürdig in Angriff genommen werden. Es zeigt sich auch,<br />
dass die Zunahme der Bevölkerung in den einzelnen Regionen<br />
sehr eng geknüpft ist an die Lebensmöglichkeiten in diesen<br />
Ländern. </p>
<p><b>mpichemieAndreas:</b> Menschen, die den Klimawandel<br />
ernst nehmen und differenziert betrachten, tun dies oft, weil sie<br />
viel gereist sind und verschiedensten Landschaften und Kulturen<br />
begegnet sind. Andererseits sollten wir insbesondere Flugreisen<br />
einschränken. Ich würde mich über einen Kommentar<br />
zu diesem Widerspruch sehr freuen.</p>
<p><b>Klaus Töpfer:</b> Dies ist im Kern kein Widerspruch.<br />
Auch in Zukunft bedeutet Globalisierung immer die Möglichkeit,<br />
Kontakt zu haben mit anderen Menschen, andere Regionen kennen zu<br />
lernen, Verständnis zu entwickeln für unterschiedliche<br />
Kulturen, Werte und Überzeugungen. Dies ist durchaus in Einklang<br />
zu bringen mit einem sehr viel bewussteren, sparsameren Reisen,<br />
mit weniger Kurzzeittrips und längeren, aber wesentlich wenigeren<br />
Reisen. Es ist auch in Einklang zu bringen damit, dass Flugbenzin<br />
besteuert wird und dass die Kosten der Umweltnutzung auch bei diesen<br />
Reisen in den Preisen berücksichtigt werden. So wünsche<br />
ich Ihnen auch weiterhin viele gute Kontakte um die ganze Welt herum,<br />
die, wie sie ja wissen, auch sehr gut gepflegt werden können<br />
mit den modernen Techniken der Informations- und Kommunikationstechnologie<br />
&#8211; nicht zuletzt mit der Technologie, durch die ich mich heute mit<br />
ihnen unterhalten konnte. Nebenbei: Ohne Reisen, ohne CO²-Belastung,<br />
ohne Lärm &#8211; von Irland bis Deutschland, sicherlich auch rund<br />
um die Erde. Herzlichen Dank, dass Sie in dieser Stunde mitgewirkt<br />
haben.
</p>
<p><b>Moderator:</b> Das waren unsere 60 Minuten tagesschau-Chat.<br />
Wer ihn verpasst hat, kann wie immer das komplette Protokoll dieser<br />
Diskussion in Kürze auf www.tagesschau.de oder www.politik-digital.de<br />
nachlesen. Herzlichen Dank für Ihr Interesse und die zahlreichen<br />
Fragen und herzlichen Dank an Herrn Töpfer, dass Sie sich die<br />
Zeit für den Chat genommen haben.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Generation Genu@</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/generation_genu-550/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jul 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[G8]]></category>
		<category><![CDATA[Genua]]></category>
		<category><![CDATA[Gipfeltreffen]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierungskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/generation_genu-550/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>&#34;Let our resistance be as global 
as capitalism&#34; -- gipfelsturm.net</b><br />
<br />
<b>Nahezu vier Wochen sind seit den schweren Auseinandersetzungen zwischen italienischen 
Polizisten und Gegnern des G8-Gipfels in Genua verstrichen. Die emotionale Entrüstung 
der internationalen Protestbewegung über &#34;unser erstes Opfer&#34; (Jugendmagazin &#34;Jetzt&#34;) 
wandelt sich in einen konstruktiven Disput über das Gesicht des politischen Widerstands 
der Zukunft.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>&quot;Let our resistance be as global<br />
as capitalism&quot; &#8212; gipfelsturm.net</b></p>
<p><b>Nahezu vier Wochen sind seit den schweren Auseinandersetzungen zwischen italienischen<br />
Polizisten und Gegnern des G8-Gipfels in Genua verstrichen. Die emotionale Entrüstung<br />
der internationalen Protestbewegung über &quot;unser erstes Opfer&quot; (Jugendmagazin &quot;Jetzt&quot;)<br />
wandelt sich in einen konstruktiven Disput über das Gesicht des politischen Widerstands<br />
der Zukunft.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die gerade erst entstandene<br />
Generation Genu@, wagt man diese kurze Bezeichnung für eine komplexe<br />
Protestbewegung, befindet sich bereits kurz nach ihrem Ursprung an dem<br />
Scheideweg ihrer Existenz. Für ihre Zukunft muß die junge Bewegung sich<br />
entscheiden zwischen politisch motivierter, inhaltlich engagierter,<br />
globaler Protestaktivisten und hierarchieloser, gewalttätiger<br />
Demonstranten, die weniger des Politikums als der Auseinandersetzung<br />
wegen kämpfen. Eine Weggabelung, an der die meisten Protestbewegungen<br />
der Vergangenheit auch standen, wenn die erste Ernüchterung eingekehrt<br />
war.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> In den neuen Foren prominenter Protestseiten wie der deutschen Edition von<br />
<a href="http://indymedia.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">indymedia.org</a> oder <a href="http://www.gipfelsturm.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gipfelsturm.net</a><br />
aus Antifa-Kreisen, regiert in diesen Tagen nicht mehr allein die Wut über das<br />
an den Demonstranten verübte Unrecht. Es werden nicht nur anklagende Schriften<br />
militanter Initiativen publiziert, sondern allmählich kommt auch das Eingeständnis<br />
einer Mitschuld an den bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen zur Sprache. Sogar<br />
Vorsicht ist in den Beiträgen zu spüren, hervorgerufen durch die Verbreitung<br />
unbestätigten Fakten über eine angeblich von Carabinieri <a href="http://www.de.indymedia.org/2001/08/6210.html">ermordete<br />
Demonstrantin</a> im Umfeld des G8-Gipfels.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eine neue Art der internen<br />
Kommunikation entsteht in diesen Tagen innerhalb der Protestkreise, die<br />
sich distanzieren will von meinungsmachenden Unwahrheiten. Hinter<br />
diesem neuen Ansatz der Kommunikation steht die Hoffnung, eine<br />
fundierte inhaltliche Debatte über die Weltpolitik, ihre ökonomischen<br />
Folgen und den angestrebten Widerstand zu initiieren. Ebenso hat Genua,<br />
das stellvertretend für den Protest an und für sich steht, zum<br />
Vorschein gebracht, dass nur durch die Vermittlung realisierbarer Ziele<br />
und Inhalte eine konstruktive Diskussion mit den Regierungs- und<br />
Staatschefs dieser Welt einzufordern ist. Denn der Kampf auf der Straße<br />
schafft zwar eine große Öffentlichkeit, diese hat jedoch mit Inhalten<br />
und ernstzunehmenden Kritiken wenig gemein. Die zentrale Vermittlung<br />
der Ziele tritt in der medialen Berichterstattung aufgrund der<br />
gewaltvollen Demonstrationen in den Hintergrund<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Durch Genua, die Gewalt und die<br />
einsetzende Reflexion erleben Protest und Demonstration eine<br />
ernstzunehmende Wiedergeburt. Diese Form des gesellschaftlichen<br />
Widerstandes und ihre Aggregatzustände von hitzig bis besonnen sind<br />
nicht neu. Neu und zugleich zwiespältig<br />
ist die Situation der Protestbewegung. Einerseits hat sie sich dem<br />
Kampf gegen die Folgen der Globalisierung verschrieben, andererseits<br />
basieren Struktur und Organisation, die globale Vernetzung und<br />
Mobilität der Bewegung auf den kapitalistischen Neuerungen der<br />
bekämpften Weltpolitik. Es ist ein Krieg, in dem sich die Gegner mit<br />
den eigenen Waffen schlagen. Wäre diese internationale Bewegung ebenso<br />
existent, wenn sie sich nicht des Internet und anderer moderner<br />
Kommunikationsmittel bedienen würde, um die Massen auf dem ganzen<br />
Globus zu mobilisieren? Die Antwort ist nein. Aus dieser dialektischen<br />
Beziehung zur Globalisierung erklärt sich auch die These, dass in Genau<br />
die Verschmelzung der medialen Netzgeneration und einer globalen<br />
Protestbewegung stattfand. Das Resultat ist eine neue Generation Genu@,<br />
bei der die vorangegangenen Proteste in Seattle, Prag, Nizza und<br />
Göteborg als das stetige Heranwachsen der Bewegung gelten können. Die<br />
Kennzeichen dieser Generation Genu@ sind eine interaktive Vernetzung,<br />
die große Mobilisierungsgabe, Organisationsfähigkeit, ein vertrauter<br />
Umgang mit den Medien der Gegenwart, politisches Interesse und ein<br />
interkultureller Aktivismus.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Genua soll nicht der letzte<br />
Gipfel der Protestbewegung gewesen sein. Nach den großen realen<br />
Protesten Ende Juli in der norditalienischen Hafenstadt organisieren<br />
einige Initiativen von Netzaktivisten bereits das nächste Projekt: die<br />
Online-Demonstration der offiziellen Seite zum nächsten G8-Gipfel in<br />
Kanada im Jahre 2002. Im Zuge der Diskussionen um die Form des<br />
Protestes beschreitet die Generation Genu@ hiermit eigene Wege.<br />
Mithilfe eines Virtuellen Sit-Ins &#8211; der die Reload-Funktion der<br />
Internet-Browser gebraucht, um ein ständiges Neuladen der Webseiten<br />
durch unzählige Teilnehmer weltweit zu erreichen &#8211; soll am 31. August<br />
der Server der kanadischen Website vor unlösbare Aufgaben gestellt<br />
werden.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der geplante Online-Protest weist<br />
eine interessante Komponente auf: das Kommunikationsmittel der neuen<br />
Protest-Generation, das Internet, dient nicht mehr nur als<br />
Interaktions-Instrument, sondern wird auch zur Durchführung des<br />
politischen Widerstands verwandt und schafft somit einen weiteren Raum<br />
für internationale Protest-Aktionen. Denn ebenso global Widerstand zu<br />
leisten, wie der mondiale Kapitalismus agiert, das ist nach<br />
gipfelsturm.net die zentrale Maxime für wirksamen Protest.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Gewaltanwendung lehnen wir ab&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/gewaltanwendung_lehnen_wir_ab-551/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jul 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Attac]]></category>
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		<category><![CDATA[G8]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Interview mit Felix Kolb, Pressesprecher von Attac Deutschland</b><br />
</span>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>In Genua legt sich der physische Staub, den die Proteste um das G8 Treffen 
aufgewirbelt hatten. Die Demonstranten steigen in ihre Busse gen Heimat, die 
Bestürzung um den Grad der Gewalttätigkeit der Auseinandersetzungen, 
die ein Todesopfer forderten, bleibt. Auch vom Ausgang der Verhandlungen sind 
die Globalisierungsgegner enttäuscht: &#34;Dieser Gipfel hat an der Politik 
der G8 nichts, aber auch wirklich gar nichts geändert&#34; so Felix Kolb von 
Attac.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Interview mit Felix Kolb, Pressesprecher von Attac Deutschland</b><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>In Genua legt sich der physische Staub, den die Proteste um das G8 Treffen<br />
aufgewirbelt hatten. Die Demonstranten steigen in ihre Busse gen Heimat, die<br />
Bestürzung um den Grad der Gewalttätigkeit der Auseinandersetzungen,<br />
die ein Todesopfer forderten, bleibt. Auch vom Ausgang der Verhandlungen sind<br />
die Globalisierungsgegner enttäuscht: &quot;Dieser Gipfel hat an der Politik<br />
der G8 nichts, aber auch wirklich gar nichts geändert&quot; so Felix Kolb von<br />
Attac.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/images/attac_logo.gif" alt="attac-logo" align="left" height="75" hspace="5" width="52" />Von<br />
den rund 500 deutschen Mitgliedern der 1998 in Frankreich gegründeten Organisation<br />
sind ungefähr 150 nach Genua gefahren, um dort friedlich zu demonstrieren.<br />
Insgesamt rund 100.000 Globalisierungsgegner protestierten gegen eine globalisierte<br />
neoliberale Wirtschaftspolitik und für nachhaltige soziale Entwicklung<br />
weltweit. Die Ausschreitungen forderten 500 Verletzte, brachten 126 Verhaftungen<br />
und für die Stadt Genua 100 Millionen Mark Sachschaden. Kurz nach dem Gipfel<br />
sprach politik-digital mit dem Pressesprecher von Attac Deutschland, Felix Kolb.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>politik-digital:</b> Herr Kolb, der Gipfel in Genua geht zu Ende, ein Gipfel,<br />
dessen Inhalte und Ergebnisse in der Berichterstattung von den gewaltsamen und<br />
tödlichen Ausschreitungen überschattet wurden. Wie ist das Resümee<br />
von Attac?<br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/globalisierung/fkolb.shtml#" onclick="MM_openBrWindow('/archiv/globalisierung/no_g8_gross.htm','Genua2001','resizable=yes,width=300,height=420')"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/images/no_g8.jpg" alt="Absperrung vor der roten Zone, Genua" align="right" border="0" height="173" hspace="5" width="120" /></a><br />
<b>Felix Kolb:</b> Gemischt. Zunächst sind wir bestürzt über<br />
die Schüsse und den Tod von Carlo Giuliani. Auf der anderen Seite macht<br />
sich Unmut darüber breit, dass die G8-Staaten unsere inhaltliche Kritik<br />
im Kern weiter ignorieren. Die Überlegungen zur Gewaltprävention für<br />
die nächsten Gipfel sind bisher rein technischer Art, nicht inhaltlich.<br />
Es wird beraten, ob die Gipfel kleiner werden sollen, ob sie kürzer werden<br />
sollen aber nicht, ob die Themen des massiven, weltweiten Protests vielleicht<br />
einbezogen werden müssten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Dass der Protest der Globalisierungsgegner auch gewalttätiges<br />
Potenzial hat, zeichnete sich schon in Göteborg ab. Wie hat Attac versucht,<br />
für Genau vorzubeugen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Nach dem Gipfel in Göteborg hat Attac ein Diskussionpapier<br />
zur Gewaltdebatte verabschiedet. Dort haben wir ausführlich dargestellt,<br />
wieso für uns Gewalt kein Mittel der politischen Auseinandersetzung ist,<br />
und habe unsere Kritik an militanten Vorgehen erläutert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Wissen Sie, wer die Gruppen waren, die in Genua in<br />
der Innenstadt fernab von der roten Zone randaliert haben, gibt es da Erkenntnisse?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Nein. Wer das genau ist, ob die organisiert sind, weiss<br />
keiner so genau. In Genua sind diese Leute einfach aufgetaucht und haben die<br />
Stimmung angeheizt. Meines Wissens haben sie an den Vorbereitungstreffen des<br />
Genua Social Forums nicht teilgenommen und waren deshalb nicht in die Strukturen<br />
integriert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Die friedlichen Demonstranten geraten unweigerlich<br />
mit in den Sog der Kritik an der Gewalt. Wie wollen Sie in Zukunft protestieren,<br />
ohne sich dem Vorwurf und den harschen Kontrollen auszusetzen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Wir werden verstärkt auf eigene Aktionen setzen, versuchen<br />
Themen von uns aus zu besetzen. Ein Beispiel dafür wird eine geplante Protestaktion<br />
gegen die Privatisierung der Krankenversicherung sein, mit der wir die Entstehung<br />
eines Systems der Zwei-Klassen-Medizin verhindern wollen. Ein andere Attac-Aktion<br />
ist für den 6. Oktober in Luxemburg geplant, dort wollen wir gegen die<br />
Möglichkeiten von Geldwäsche und Steuerflucht protestieren, die Luxemburg<br />
Unternehmen und reichen Personen bietet. Mit diesen eigenständigen Aktionen<br />
wollen wir vermeiden, immer nur im Zuge der Veranstaltungen anderer aufzutreten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Heißt das, der Protest auf den Gipfeln rückt<br />
in den Hintergrund?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Nein, das kann nicht sein. Die Gipfel sind Fokussierungspunkte<br />
für unsere Themen und für diejenigen, die wir mit dem Protest erreichen<br />
wollen. Wir müssen jetzt erstmal das Geschehene überblicken, analysieren,<br />
und dann sehen wir weiter.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Könnte eine von einigen G8-Mitgliedern angedachte<br />
Integration von Globalisierungsgegnern in die Beratungen ein Angebot sein?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Eine solche Einladung ist zwiespältig. Man muss aufpassen,<br />
dass das nicht zu einem Alibi wird, wir sitzen dabei und sind dadurch mundtot<br />
gemacht. Wir wollen, dass unsere Themen diskutiert werden. Und selbst wenn das<br />
passiert, muss man aufpassen. Denn eine Kurskorrektur seitens der G8 muss nicht<br />
heißen, dass Protest überflüssig wird. Das sieht man schon an<br />
der Regierungsbeteiligung der Grünen, dadurch sind Proteste gegen Atom<br />
z.B. auch nicht hinfällig geworden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Wie sieht es bei Attac mit Protestplänen für<br />
das Internet aus? Wären Angriffe und Demos im Netz eine Alternative?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Aktionen im Netz sind für uns grundsätzlich denkbar.<br />
Gut die Hälfte der internen Kommunikation läuft bei uns über<br />
eMail, das ist sehr wichtig. Allerdings ist der soziale Kontakt auch unerlässlich,<br />
denn bei unseren Aktionen ist das gegenseitige Vertrauen, das durch persönliche<br />
Begegnung entsteht, sehr wichtig. Internet und reale Begegnungen ergänzen<br />
sich wunderbar.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Attac hat sich von dem gewalttätigen Protest distanziert.<br />
Wo positioniert ihr euch als NGO (Non-Governmental Organisation)?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Wir sehen uns in der Tradition des zivilen Ungehorsams<br />
der sozialen Bewegungen. Wir halten symbolische Gesetzesübertretungen für<br />
legitim, wenn wir beispielsweise bei einem Regierungsgebäude Hausfriedensbruch<br />
begehen, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Gewaltanwendung lehnen<br />
wir aber ab.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Ausweitung der Protestzone</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/ausweitung_der_protestzone-552/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jul 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Gipfeltreffen]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierungskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[G8]]></category>
		<category><![CDATA[Genua]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Castor-Gegner protestieren offline 
- Globalisierungsgegner kämpfen auch im Netz</b><br />
<br />
<b>Anläßlich der Weltklimakonferenz in Bonn und des G8-Gipfeltreffens 
in Genua ist das mediale Interesse an den &#34;Globalisierungsgegnern&#34; 
wieder erwacht. Der Widerstand formiert sich in neuartigen, internet-basierten 
Protestformen. In der Online-Demonstration der Kampagne &#34;deportation.class&#34; 
gegen das Internetangebot der Deutschen Lufthansa am 20. Juni erfuhr diese Art 
des politischen Widerstandes vorerst ihren nationalen Höhepunkt.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Castor-Gegner protestieren offline<br />
&#8211; Globalisierungsgegner kämpfen auch im Netz</b></p>
<p><b>Anläßlich der Weltklimakonferenz in Bonn und des G8-Gipfeltreffens<br />
in Genua ist das mediale Interesse an den &quot;Globalisierungsgegnern&quot;<br />
wieder erwacht. Der Widerstand formiert sich in neuartigen, internet-basierten<br />
Protestformen. In der Online-Demonstration der Kampagne &quot;deportation.class&quot;<br />
gegen das Internetangebot der Deutschen Lufthansa am 20. Juni erfuhr diese Art<br />
des politischen Widerstandes vorerst ihren nationalen Höhepunkt.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der breit angelegte Protest in Form eines Virtuellen Sit-Ins konnte zwar nicht<br />
die erwartete Konsequenz erzielen &#8211; den Server der Lufthansa für eine gewisse<br />
Zeit vor unlösbare Aufgaben zu stellen, da sich die technische Abteilung des<br />
Konzerns offenbar sehr gut auf den digitalen Angriff vorbereitet hatte. Dennoch<br />
zeigt die Kampagne auf, welches Potenzial in derartigen virtuellen Meinungsäußerungen<br />
steckt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Diese Form des aktiven Protestes wurde bei der elektronsichen Belagerung des<br />
Konzern-Portales von Lufthansa.com nicht zum ersten Mal angewandt: mexikanische<br />
Regierungs-Webseiten wurden mit Hilfe Virtueller Sit-Ins besetzt, interne Datenbanken<br />
des Weltwirtschaftsforums 2001 in Davos/Schweiz eingesehen und die Konferenz<br />
der World Trade Organization (WTO) 1999 in Seattle/USA störten Globalisierungsgegener<br />
mit digital vorbereiteten Aktivitäten. Betrachtet man den vermehrten virtuellen<br />
Widerstand genauer, wird deutlich, dass sich die internationalen Initiativen<br />
zur Forcierung des elektronischen Protestes zumeist auf die Klientel der Anti-Globalisierungs-Aktivisten<br />
zurückführen lassen und ökologische Interessengruppen wie die Castor-Gegner<br />
eine Verlagerung des Protestes auf das Internet bisweilen scheuen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Aber wo liegen die Ursachen für die digitale Zurückhaltung des Atomgegner?<br />
Beide Protestbewegungen bedienen sich zunächst aus sehr ähnlichen Motiven<br />
des Mediums Internet und nutzen es auch zu gleichen Zwecken . Sowohl der Gruppe<br />
von Globalisierungs- und Kapitalismusgegnern von <a href="http://www.indymedia.org/">Indymedia.org</a><br />
als auch Castor-Gegnern wie <a href="http://www.x1000malquer.de/">x-tausendmal<br />
quer</a> dient das Internet zur internen Kommunikation, der Vorbereitung und<br />
Organisation politischer Aktionen und der Einrichtung eines spezifischen Forums<br />
für Debatte, Diskussion und Meinungsbildung, obschon es freilich Differenzen<br />
in puncto Aktualität, Übersicht und Interaktivitätsgehalt gibt.<br />
Bei Castor-Gruppen allerdings bleibt das Internet selbst als Raum für politisch<br />
motivierte Protestaktionen bislang unbeachtet. Ob an dieser Stelle ein ideologischer<br />
Fundamentalismus das Motiv ist, sich gegen Atomstrom, Technisierung, globale digitale<br />
Vernetzung und multimediale Formate zu wehren? Oder existieren ganz pragmatische<br />
Gründe für die Abstinenz von Online-Protesten zu ökologischen Themen? Denkbar.<br />
Im Netz finden Castor-Initiativen kaum angemessene Locations wie Konzern- oder<br />
Regierungsportale, die eine attraktive Zielscheibe für erfolgreiche Online-Demonstrationen<br />
abgeben würden. Gewiss könnten diese Aktivisten sich der technisch-kontrollierten<br />
Castor-Transporte virtuell annehmen, doch scheinen altbewährte Protesttugenden<br />
bei den Demonstranten eine breitere Akzeptanz und Erfolgsperspektive zu haben<br />
als mögliche digitale Angriffe. So favorisieren sie zur Realisierung ihres Projektzieles<br />
&#8211; dem Stopp der Transporte von atomaren Brennstäben durch Deutschland und Europa<br />
&#8211; Beton und Handschellen, traditionelle Protestformen: Steine und &quot;Schienenspaziergänge&quot;,<br />
Sitzblockaden und Polizeigewalt statt virtueller Sit-Ins, Reload-Software und<br />
Online-&quot;Hacktivismus&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Doch war nicht gerade die Paarung aus realem und virtuellem Aktionismus entscheidend<br />
für den Erfolg der Globalisierungsgegner anläßlich großer Konferenzen<br />
wie in Seattle oder Prag?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Sicher ist, dass die Erfolgsaussichten politischer Projekte durch einen Verzicht<br />
auf multimediale Anwendungen und virtuelle Protestformen nicht verringert werden.<br />
Die aktive Nutzung digitaler Ressourcen bietet jedoch neben einer großen medialen<br />
Aufmerksamkeit auch Chancen, das Protestziel zu erreichen, da der Protest im<br />
Internet für den Gegner zunächst die Entwicklung von anwendungsfähigen Verteidigungsstrategien<br />
erfordert. Daher verzichten internationale Protestszenen nicht auf das Medium<br />
Internet als Politikum, sondern verleihen ihren Forderungen virtuell Nachdruck.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Erfolge der Umwelt-Aktivisten bei der Weltklimakonferenz in Bonn und der<br />
Globalisierungsgegner auf dem G8-Gipfeltreffen in der norditalienischen Hafenstadt<br />
Genua hängen letzlich von der Kombination des realen und digitalen Widerstands<br />
ab, genau wie der Einsatz der örtlichen Ordnungskräfte.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Safer Surf?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/safer_surf-797/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Paris]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Computerkriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Informationssicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[G8]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Vorbei die seligen Zeiten, als die Cyberpioniere glaubten, mit dem Internet dauerhaft einen freien, von
staatlichen Rechtsbindungen unabhängigen Raum erobert zu haben. Die Ausweitung der E-Wirtschaft,
die zunehmende Alltags-Nutzung des Netzes für Überweisungen, Buchungen oder Bestellungen hat die
einstige Spielwiese Internet für viele User in ein praktisches tool verwandelt, das reibungslos und vor allem
sicher funktionieren soll.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Vorbei die seligen Zeiten, als die Cyberpioniere glaubten, mit dem Internet dauerhaft einen freien, von<br />
staatlichen Rechtsbindungen unabhängigen Raum erobert zu haben. Die Ausweitung der E-Wirtschaft,<br />
die zunehmende Alltags-Nutzung des Netzes für Überweisungen, Buchungen oder Bestellungen hat die<br />
einstige Spielwiese Internet für viele User in ein praktisches tool verwandelt, das reibungslos und vor allem<br />
sicher funktionieren soll.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das weltweit<br />
wirtschaftschädigende &quot;I-love-you&quot; Virus war mehr als ein deutlicher<br />
Hinweis auf die enormen<br />
Risiken, die der ungeschützte Verkehr im Internet mit sich bringt.<br />
Dabei ist das Virus, das vermutlich von den<br />
Philipinen aus den Globus überzog, nur eine publicity-trächtige<br />
Virussensation gewesen, kleinere Hackerangriffe<br />
sind längst an der Tagesordnung.<br />
So berichtete beispielsweise das ZDF-Magazin &quot;Mit mir nicht&quot; von<br />
harmlosen Usern, deren Passwörter und<br />
Kontoverbindungen mit Hilfe von Trojanischen Pferden ausspioniert, und<br />
von Hackern weiterverwandt wurden.<br />
Der User erfuhr von diesem Hackerangriff erst, als die Telekom ihm eine<br />
horrende Telefonrechnung ins Haus<br />
schickte, derzufolge er 100 Tage durchgehend online gewesen sein<br />
sollte. Obwohl der Hackerangriff nachgewiesen<br />
ist, bestand die Telekom zunächst auf Begleichung der Rechnung,<br />
schließlich sind ihr die Kosten tatsächlich entstanden.<br />
Inzwischen wurde dem Hacker-Opfer der Betrag in Höhe von fast 10.000 DM<br />
aus &quot;Kulanzgründen&quot; erlassen, eine Rechtsgrundlage hierfür existiert<br />
nicht.<br />
Ist die rechtliche Situation auf nationaler Ebene bereits verfahren, so<br />
öffnet die internationale Perspektive, die für das Internet einzunehmen<br />
ist, den Blick ins Bodenlose.<br />
Mittlerweile haben auch Politiker den Handlungsbedarf erkannt, was noch<br />
nicht bedeutet, dass auch gehandelt<br />
werden kann.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Freiheit</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Beispielhaft für diese bislang<br />
folgenlose Erkenntnis war die Pariser G8 Konferenz, die vom 15. bis 17.<br />
Mai<br />
versuchte, die Prävention von Cyberpiraterie auf supranationaler Ebene<br />
in den Griff zu bekommen. Erstmals<br />
trafen sich neben politischen Vertretern der sieben führenden<br />
Industrienationen &#8211; USA, Canada, Japan, Frankreich, Italien,<br />
Großbritannien, Deutschland &#8211; und Russland auch Wirtschaftexperten der<br />
acht Staaten auf einer Konferenz.<br />
Sowohl die Ankündigung wie das Abschlusscommuniqué zeugen vom guten<br />
Willen der Konferenzteilnehmer und<br />
stecken zugleich den Problemhorizont ab:<br />
Jaques Chirac eröffnete die Konferenz mit dem Hinweis, die Entstehung<br />
des Internets sei von den Ideen der<br />
Freiheit und Solidarität beflügelt worden. Seine globale Ausdehnung<br />
bringe aber nun die Notwendigkeit mit sich,<br />
neu über Gesetzte, Institutionen und vor allem die Rolle des<br />
Nationalstaates nachzudenken.<br />
Chirac machte deutlich, dass ein effektiver Weg zur internationalen<br />
Bekämpfung der Cyberkriminalität<br />
gefunden werden müsse, ohne dass die hart erkämpften Freiheitsrechte in<br />
Gefahr gerieten.<br />
Der internationale Beratungsreigen mündete im Abschlusscommuniqué in<br />
der Feststellung:<br />
&quot;Internationale Kooperation innerhalb der G8 und darüber hinaus, ist<br />
unverzichtbar bei der effizienten<br />
Bekämpfung von High-Tech Kriminalität. Es darf keine sicheren Häfen für<br />
den Missbrauch der<br />
Informationstechnologie geben.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Gleichheit</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die beiden bekannten<br />
Grundprobleme bei der Bekämpfung von Cyberkriminalität sind hier klar<br />
umrissen:<br />
Internationaler, koordinierter Handlungsbedarf muss zugleich die<br />
Wahrung des Datenschutzes und der<br />
persönlichen Freiheitsrechte der Nutzer einschließen, Schutz vor<br />
Netzkriminalität und Schutz der Daten<br />
müssen Hand in Hand geschehen.<br />
Beispielsweise tangieren die Pläne der britischen Regierung, den<br />
Cyberwar mit Hilfe eines Spionagezentrums<br />
zu bekämpfen, empfindlich den Datenschutz. Ein dem Inlandsgeheimdienst<br />
unterstelltes &quot;Government<br />
Technical Assistance Center&quot; soll jede e-mail in Grossbritannien<br />
aufspüren können. Internet Provider<br />
sollen verpflichtet werden, sichere Kanäle zum Regierungszentrum<br />
einzurichten, um Informationen<br />
weiterzuleiten. Zudem soll die Strafverfolgung erleichtert werden,<br />
indem die Möglichkeit besteht, Nutzer<br />
und Provider zur Herausgabe von Schlüsseln für die Dechiffrierung zu<br />
zwingen. Dies würde das Ende des<br />
Schutzes von sensiblen Informationen wie beispielsweise<br />
Kreditkartennummern und Kundendaten bedeuten.<br />
Neben dieser Einschränkung des Datenschutzes greift eine solche<br />
Institution auch nicht auf internationaler Ebene. Das Internet kennt<br />
keine nationalen Grenzen und auch keine Insellage, es ist das Symbol<br />
für die Globalisierung überhaupt, ein Umstand der die Errichtung von<br />
nationalen Schutzwällen eigentlich überflüssig macht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In der Frage nach dem sinnvollen Schutz vor Netzkriminalität öffnet sich in der Tat ein völlig neuer<br />
Aufgabenbereich für Justiz und Politik, der wohl erst einmal gedanklich bewältigt werden muss.<br />
Tut sich die internationale Staatengemeinschaft schon mit der Durchsetzung des Völkerrechts<br />
schwer, so muss nun die nationale Kriminalitätsbekämpfung rechtlich international angepasst werden.<br />
Da es sich aber vorrangig um wirtschaftliche Gefahrenzonen handelt, der I-love-you Virus verursacht laut<br />
Lloyds, London einen weltweiten Schaden von 16,5 Milliarden Euro, wird hier sicher schneller gehandelt<br />
werden, als bei der Verfolgung von Kriegsverbrechern. Die Relevanz der wirtschaftlichen Komponente wurde<br />
bereits durch die Auswahl der Teilnehmer in Paris deutlich. Die Vertreter der Industrie erklärten jedoch, sie wollten<br />
nicht auf Grund der mangelnden Kompetenz staatlicher Stelle in die Rolle von Hilfssheriffs innerhalb eines Modells<br />
der Co-Regulierung gedrängt werden, sondern auf freiwilliger Basis mit den Behörden zusammenarbeiten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Sicherheit</b><br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In den nächsten Wochen wird es Aufgabe sein, auf nationaler Ebene konkretere Vorstellungen zu entwicklen, um diese in erneuter<br />
G8-Runde zu diskutieren und anzugleichen. Das Resümée der Pariser G8 Konferenz soll auf dem Gipfel in<br />
Okinawa im Juli detailliert besprochen werden. Eine Bekämpfung der Internetkriminalität durch eine<br />
eigens geschaffene supranationale Cyberpolizei ist jedoch unwahrscheinlich, diese Rolle, so war man sich<br />
einig, soll Interpol übernehmen. Die Europäer wollen sich nun erst einmal auf EU-Ebene dem<br />
Problem widmen, um eine europäische Vorstellung von einem in jeder Beziehung sicheren Datenverkehr zu<br />
entwickeln.<br />
Neben der heiklen Aufgabe, eine international verbindliche Grundlage für die strafrechtliche Verfolgung zu<br />
entwerfen, zeigte die G8 Konferenz auch noch ein weiteres Problem aus dem Feld Politik und Internet auf:<br />
Die Vertreter der Industrie erklärten abschliessend, ihnen hätte die Konferenz vor allem gezeigt, wie wenig<br />
vertraut die Regierungsmitglieder mit der neuen Technologie noch sind. Beim abschliessenden Ausstausch<br />
von Adressen aller Anwesenden sei aufgefallen, dass viele Politiker-Visitenkarten keine E-mail aufgeführt hatten &#8230;<br />
Es scheint, als müsse sich die Politik bei der Lösung des Cyberwarproblems die Geschwindigkeit<br />
des Internets zum Beispiel nehmen.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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