<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Gas &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/gas/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Thu, 27 Jan 2011 12:16:44 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Gas &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>test.de-Expertenchat: Strom und Gas &#8211; Richtig Geld sparen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/testde-expertenchat-strom-und-gas-richtig-geld-sparen-5122/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/testde-expertenchat-strom-und-gas-richtig-geld-sparen-5122/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jan 2011 12:16:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftung Warentest]]></category>
		<category><![CDATA[Chattranskript]]></category>
		<category><![CDATA[test.de]]></category>
		<category><![CDATA[Expertenchat]]></category>
		<category><![CDATA[Gas]]></category>
		<category><![CDATA[Marion Weitemeier]]></category>
		<category><![CDATA[Sparen]]></category>
		<category><![CDATA[Strom]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/testde-expertenchat-strom-und-gas-richtig-geld-sparen-5122/</guid>

					<description><![CDATA[Am 26. Januar 2011 beantworteten Marion Weitemeier und Thomas Müller im test.de-Expertenchat von 13 bis 14 Uhr Fragen rund um das Thema &#34;Strom und Gas: Richtig Geld sparen&#34;. Die Chatteilnehmer wollten unter anderem wissen, woran man einen guten Stromanbieter erkennt, welche Rechte die Kunden bei Preiserhöhungen haben und wie lange ein Anbieterwechsel in der Regel dauert. Den Chat gibt es in voller Länge <a href="http://www.test.de/themen/umwelt-energie/meldung/Chat-Strom-und-Gas-Richtig-Geld-sparen-4192260-4192282" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> noch einmal zum Nachlesen.  
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 26. Januar 2011 beantworteten Marion Weitemeier und Thomas Müller im test.de-Expertenchat von 13 bis 14 Uhr Fragen rund um das Thema &quot;Strom und Gas: Richtig Geld sparen&quot;. Die Chatteilnehmer wollten unter anderem wissen, woran man einen guten Stromanbieter erkennt, welche Rechte die Kunden bei Preiserhöhungen haben und wie lange ein Anbieterwechsel in der Regel dauert. Den Chat gibt es in voller Länge <a href="http://www.test.de/themen/umwelt-energie/meldung/Chat-Strom-und-Gas-Richtig-Geld-sparen-4192260-4192282" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> noch einmal zum Nachlesen.  <br />
<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/testde-expertenchat-strom-und-gas-richtig-geld-sparen-5122/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Wettbewerb um letzte Rohstoffreserven&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/wettbewerb-um-letzte-rohstoffreserven-3899/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/wettbewerb-um-letzte-rohstoffreserven-3899/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 May 2008 18:19:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Grönland]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesschau]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Kanada]]></category>
		<category><![CDATA[Dänemark]]></category>
		<category><![CDATA[Energiepolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Norwegen]]></category>
		<category><![CDATA[Öl]]></category>
		<category><![CDATA[Nordpol]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Nordpolkonferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Chat_tag]]></category>
		<category><![CDATA[Gas]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wettbewerb-um-letzte-rohstoffreserven-3899/</guid>

					<description><![CDATA[Am Dienstag, den 27. Mai 2008, war Alexander Rahr, Experte für Russland und Energiepolitik bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über die Konferenz der Nordpol-Anrainerstaaten und über die russische Energiepolitik.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Dienstag, den 27. Mai 2008, war Alexander Rahr, Experte für Russland und Energiepolitik bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über die Konferenz der Nordpol-Anrainerstaaten und über die russische Energiepolitik.<!--break--> </p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Herzlich willkommen im tagesschau-Chat. Im ARD-Hauptstadtstudio ist<br />
heute unser Chat-Gast Alexander Rahr. Alexander Rahr ist bei der<br />
Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik unter anderem<br />
zuständig für Energiepolitik und Russland und hat das Buch<br />
„Russland gibt Gas&quot; geschrieben &#8211; also der richtige Mann für<br />
eine Diskussion über das strategische Wettrennen um Einfluss und<br />
Öl am Nordpol. Vielen Dank, dass Sie zum Chat gekommen sind und<br />
hier die erste Frage:
</p>
<p><b></b></p>
<p>
<b>phlo:</b><br />
Wieso entdecken die Anrainerstaaten des Nordpols erst jetzt seine<br />
wirtschaftliche und politische Brisanz?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div style="text-align: center">
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wp-content/uploads/arahr250_0.jpg" alt="Alexander Rahr " title="Alexander Rahr" height="212" width="250" />
</div>
<div style="text-align: center">
<i>Alexander Rahr </i>
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Die Rohstoffvorkommen am Nordpol sind sehr sehr schwer zu<br />
fördern. Vor einigen Jahren hat man eine Förderung von Öl<br />
und Gas am Nordpol als utopisch angesehen. Jetzt sind die Preise so<br />
nach oben gesprungen, dass sich wiederum eine Investition in diese<br />
schwierige Förderungsstruktur lohnt. Außerdem hat Russland<br />
hier Gas gegeben und andere Staaten vor gewisse Fakten gestellt.<br />
Russland sagt, dass die Öl- und<br />
Gasreserven in der größten Nordpolregion auf dem<br />
russischen Festlandssockel liegen würden, deshalb nicht einer<br />
internationalen Kontrolle unterstehen und Russland sie alleine<br />
fördern möchte. Das hat eine<br />
Anti-Reaktion im Westen hervorgerufen. Es findet jetzt eine Konferenz<br />
statt, die versuchen wird, die Ungereimtheiten zu lösen.
</p>
<p>
<b>Rose:</b><br />
Warum ist ein unterseeischer Festlandrücken für einen<br />
Gebietsanspruch ausschlaggebend?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Das internationale Recht weist noch Lücken auf. Aber<br />
das ist die Frage, die jetzt wahrscheinlich auch auf der Konferenz<br />
beantwortet werden muss, inwieweit sich diese vermuteten<br />
Rohstoffvorkommen in der Tat auf diesem Festlandsockel befinden oder<br />
nicht. Es ist eine Diskussion, die jetzt von Fachleuten geführt<br />
werden muss, und möglicherweise werden zwei gegensätzliche<br />
Vorstellungen aufeinander stoßen. Möglicherweise die<br />
russische und die norwegische. Aber nach dem bekannten Modell im<br />
internationalen Recht kann schon ein Staat auf dessen Festlandsockel<br />
sich Ressourcen befinden, diese für sich in Anspruch nehme, auch<br />
wenn der Sockel sich auf dem Meer weit unter Wasser befindet. Deshalb<br />
muss die Konferenz die Frage eindeutig klären, ob sich die<br />
Ressourcen tatsächlich auf einem solchen Festlandsockel befinden<br />
oder nicht. Die Definition wird sehr schwierig.
</p>
<p>
<b>&quot;Es gibt noch keinen Präzedensfall&quot; </b>
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Falls Sie das für sich sagen können: </p>
<p><b>Benutzername:</b><br />
Zu wem gehört der Lomonossow-Rücken denn Ihrer Meinung<br />
nach, zu Russland oder zu Dänemark?</p>
<p><b>Alexander<br />
Rahr</b>: Die Frage ist wirklich sehr, sehr schwer zu lösen,<br />
weil erst jetzt die internationale Gemeinschaft nach vielen Jahren<br />
anfängt, sich mit dieser Frage zu beschäftigen.<br />
Wahrscheinlich ist das so ein typischer Aspekt, wo alle Seiten<br />
irgendwie Recht haben. Die Gegend des Nordpols ist juristisch nicht<br />
eindeutig definiert.
</p>
<p>
<b>phlo:</b> Gibt<br />
es bereits vergleichbare Streitigkeiten, eine Art Präzedenzfall?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Es gibt im Vergleich zu diesem Fall heute keinen<br />
eindeutigen Präzedenzfall. Jedenfalls nicht einer, der in der<br />
jüngsten Geschichte irgendwie erkennbar war. Deshalb ist die<br />
Suche nach einem Lösungsansatz, der für alle Seiten<br />
annehmbar ist, auch relativ schwierig. Ich vermute, dass die<br />
Entwicklung in der Nordpolregion vor allem auch deshalb so schwierig<br />
zu definieren ist, weil die geologische Erforschung dieses Gebietes<br />
hier auch nicht hundertprozentig stattgefunden hat.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Das heißt auch, es gibt noch keine Sicherheit, wie groß<br />
die Ölvorräte dort möglicherweise sind?</p>
<p><b>Alexander<br />
Rahr</b>: Es gibt Vermutungen, aber keine verlässlichen Angaben.<br />
Vielleicht gibt es geheime Angaben, die die russische Seite und die<br />
amerikanische Seite gestützt auf Satellitenaufklärung<br />
vorliegen haben. Aber eines steht fest: Der Wettbewerb um die<br />
Kontrolle des letzten großen bedeutenden Rohstoffreservoirs<br />
unseres Planeten hat begonnen. Das Zeitalter der Renaissance der<br />
Ressourcen ist eingeläutet. Und<br />
Russland möchte seinen Status als Energiesupermacht festigen.<br />
Eine Kontrolle über den Lomonossow-Festlandsockel wird Russland<br />
in die Situation bringen, dass es zu seinen fast unerschöpflichen<br />
Reserven noch weitere große Gasfelder hinzuaddieren könnte.
</p>
<p>
<b>&quot;Russland ist noch keine hunderprozentige Energiesupermacht&quot; </b>
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Dann wäre Russland die Energie-Supermacht der Zukunft.
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Russland versucht, seinen Weltmachtstatus durch seine<br />
Energiereserven und eine Energieaußenpolitik zu festigen.<br />
Allerdings ist Russland noch keine hundertprozentige<br />
Energiesupermacht, weil es alleine diesen Status nicht erheben kann.<br />
Es wird für Russland von großer Bedeutung sein, inwieweit<br />
es andere erdgasproduzierende Länder in seine<br />
Energieaußenpolitik einbinden kann. Russland<br />
versucht derzeit zusammen mit den zentralasiatischen Staaten und<br />
möglicherweise mit dem Iran eine Gas-OPEC zu begründen, die<br />
dann natürlich für den Westen eine enorme Herausforderung<br />
werden würde. Diese OPEC könnte schon im Oktober 2008<br />
stehen.
</p>
<p>
<b>lebe!:</b><br />
Besteht eine realistische Chance, dass Russland aus einer Förderung<br />
von fossilen Brennstoffen am Pol ein ähnliches<br />
energiepolitisches Gewicht bekommt wie es heute die OPEC hat? Und wie<br />
wird der Rest der Welt reagieren? Hat Russland die Mittel und den<br />
Willen seine Interessen mit (begrenzten) bewaffneten Konflikten<br />
durchzusetzen? Wie groß ist die Gefahr, dass daraus ein offener<br />
Krieg direkt vor der europäischen Haustür ausbricht?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Ich rechne nicht mit kriegerischen Auseinandersetzungen<br />
oder einem neuen dritten Weltkrieg um Öl und Gas. Aber völlig<br />
abwegig ist diese Vorstellung keinesfalls. Was<br />
früher als unmöglich galt, wird heute eine Tatsache,<br />
nämlich dass die Länder, die über Energieressourcen<br />
verfügen, heute in der Lage sind, die künftige Weltordnung<br />
zu kreieren. Russland gehört zu diesen Staaten genauso wie<br />
andere Staaten des mittleren Ostens und die USA. Die EU verliert in<br />
dieser Konstellation an Macht. Nichtsdestotrotz wird gerade die<br />
Europäische Union von Energieimporten aus nicht-demokratischen<br />
Ländern, die aber über Energieressourcen verfügen,<br />
abhängig werden. Wir haben erst seit wenigen Monaten begriffen,<br />
in welcher Lage wir sind. Und aus Sicht der russischen Führung<br />
und aus Sicht der Regierung von Venezuela oder Algerien oder dem Iran<br />
oder auch Turkmenistans scheint es legitim zu sein, die neuen<br />
Instrumente (Waffen will ich hier nicht sagen) als Machtfaktoren in<br />
der künftigen Weltordnung einzusetzen. Schauen Sie unsere<br />
Reaktionen darauf an: Die CDU in Deutschland debattiert<br />
beispielsweise über die Stärkung des<br />
Bundessicherheitsrates, der, wenn es nach einigen führenden<br />
CDU-Politikern gehen sollte, auch für die Sicherung der<br />
Energietransportwege in den Westen zuständig sein soll.
</p>
<p>
<b>Sarana:</b><br />
Welche Ergebnisse erwarten Sie von der Nordpolkonferenz? Welche<br />
Ansprüche werden sich durchsetzen?
</p>
<p>
<br />
<b>Alexander Rahr</b>:<br />
Meiner Meinung nach wird diese Konferenz die Expertenebene nicht<br />
verlassen. Es werden unterschiedliche Dokumentationen vorgelegt. Die<br />
endgültigen Entscheidungen, wenn diese überhaupt noch<br />
möglich sind, über die Aufteilung der Ressourcen am Nordpol<br />
kann eigentlich nur die UNO regeln.
</p>
<p>
<b>Rechtsstatus des Nordpols ist noch unklar</b>
</p>
<p>
<b>Ato:</b> Was sagt denn<br />
die UN zu den Ansprüchen der Staaten? </p>
<p><b>Alexander Rahr</b>:<br />
Die UNO besteht aus unterschiedlichen Staaten und die UNO spricht mit<br />
zahlreichen Stimmen. Wir müssen die Ergebnisse dieser und vieler<br />
anderer Konferenzen abwarten, bis wir einen Überblick darüber<br />
haben wie der Rechtsstatus der Rohstoffreserven, der fossilen<br />
Reserven, in der Nordpolregion dokumentiert und später auch<br />
formal aussehen kann.</p>
<p><b>Baum:</b> Ist es nicht möglich,<br />
die Nordpolgebiete unter internationale Verwaltung zu stellen?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Das ist ein strittiger Punkt. Sie stehen im Prinzip unter<br />
internationaler Verwaltung. Aber der Nordpol ist eine terra<br />
incognita, in der die Ausbeutung von Bodenschätzen noch nicht<br />
richtig beginnen konnte. Das Hissen der<br />
russischen Fahne auf dem Meeresgrund im August letzten Jahres zeugt<br />
aber davon, dass die Russen Teile der internationalen Gewässer<br />
eben als eigenes Territorium betrachten, weil nach neuen geologischen<br />
Erkenntnissen russischer Forscher der oben erwähnte<br />
Lomonossow-Festlandsockel weit in die Tiefe des Meeres reicht und<br />
alles, was sich in diesem Festlandssockel befindet, dann nicht unter<br />
internationaler Kontrolle, sondern unter der Kontrolle Russlands<br />
steht.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Für die Antarktis wurde 1959 ein Vertrag abgeschlossen, der<br />
Gebietsansprüche und Ausbeutung zumindest „eingefroren&quot; hat.<br />
Halten Sie einen solchen Vertrag auch für die Arktis denkbar?<br />
Also ein Moratorium, damit man erst einmal zehn oder zwanzig Jahre<br />
Zeit zur Lösung des Konflikts bekommt?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Das war ja der Sinn der Sache, erst mal zu warten und nach<br />
den geologischen Erkenntnissen Ausschau zu halten. Kein Staat sah<br />
sich damals auch finanziell in der Lage die Energiereserven<br />
auszubeuten. Daneben verfügen, wie gesagt, Länder wie USA<br />
oder Russland über ganz andere Reserven, Öl- und Gasfelder,<br />
die viel einfacher und viel billiger zu fördern sind.
</p>
<p>
Ich denke, das<br />
symbolische Hissen der russischen Fahne im August letzten Jahres hat<br />
aber nicht nur symbolisch einen Wettbewerb &#8211; um das milder zu<br />
formulieren &#8211; um die letzten großen vermuteten<br />
Energierohstoffreserven provoziert. Wenn die USA, Norwegen, Dänemark<br />
jetzt nicht reagiert hätten, hätte Russland die Welt vor<br />
vollendete Tatsachen gestellt. Ich glaube dass die Gas- und<br />
Ölreserven des Nordpols auch in den nächsten zehn Jahren<br />
von niemandem wirklich gefördert werden können. Dazu<br />
müssten die Bohrtechnik und die Fördertechnik noch<br />
ausgereifter werden. Aber der Versuch, sich der Kontrolle dieser<br />
Ressourcen heute zu sichern, ist auch ein Bestandteil der<br />
Energiegeopolitik deren Auswirkungen wir alle bald zu spüren<br />
bekommen werden.
</p>
<p>
<b>&quot;Russland versteht sich mehr und mehr als Nationalstaat&quot; </b>
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Zur internationalen Bedeutung haben Sie ja schon etwas gesagt, ich<br />
würde die folgende Frage daher gerne erweitern mit dem Nachsatz<br />
„in der russischen Öffentlichkeit&quot;.</p>
<p><b>Benutzername:</b><br />
Wie viel tatsächliche Bedeutung kommt Russlands symbolischem Akt<br />
zu, seine Flagge im Polarmeer zu hissen?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Wir wissen, dass Russland sich heute mehr und mehr als<br />
Nationalstaat versteht mit einem ganz &#8211; vielleicht immer radikaler<br />
werdendem &#8211; Nationalstolz. Wenn sie die russische Öffentlichkeit<br />
ansprechen, so wollen die meisten Russen nach allen Umfragen heute<br />
als Großmacht respektiert werden. Nach den Demütigungen<br />
der 90er Jahre sind solche Symbolhandlungen wie das Hissen der<br />
russischen Fahne auf dem Meeresboden des Nordpols Balsam für die<br />
russische Seele.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Was waren die Demütigungen der 90er Jahre &#8211; können Sie das<br />
noch näher erläutern?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: In den 90er Jahren wachten die Russen von einem Tag auf den<br />
anderen auf und sahen, dass sie einen Drittel ihrer Territorien des<br />
alten russischen Reiches verloren hatten. Die Ersparnisse des alten<br />
sowjetischen Mittelstandes waren über Nacht ausradiert, Russland<br />
und seine Wirtschaft von westlicher Unterstützung und<br />
Finanzkrediten zu hundert Prozent abhängig. Radikale Ideen<br />
geisterten in den Köpfen der Eliten. Die NATO wurde zwei Mal bis<br />
fast an die Grenzen Russlands erweitert. Russland ist heute so klein<br />
wie in der Zeit Peter des Großen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Eine Meinung von:</p>
<p><b>waterwalk:</b> Wenn Russland als<br />
Großmacht respektiert werden will, sollte es sich mal offener<br />
und selber respektvoller gegenüber anderen Staaten verhalten.<br />
Irgendwie missbillige ich diese arrogante Art, die die letzten Jahre<br />
unter Putin an den Tag gelegt wurden. Ich hoffe, dass eher ein<br />
Zusammenspiel mit der EU angestrebt wird, anstatt einer einseitigen<br />
Abhängigkeit. Dies wird auf Dauer allen schaden. </p>
<p><b>Alexander<br />
Rahr</b>: Ich glaube es ist das Problem, von welcher Seite man die<br />
Sache sieht. Genau das, was unser verehrter Leser den Russen<br />
vorwirft, werfen die Russen uns vor: Dass wir russische legitime<br />
Interessen in der Außen- und Wirtschaftspolitik Russlands<br />
völlig ignorieren. Dass wir Russland in unser Wertesystem<br />
hineinzwingen möchten, in das es nicht hinein will. Dass wir<br />
Westler alle arrogant sind und Russland ständig nur belehren.<br />
Aber ich muss jetzt ganz klar unterstreichen, dass aus meiner Sicht<br />
einseitige Abhängigkeiten nicht entstehen werden. Die Russen<br />
brauchen Europa und den Westen als Konsumenten für ihre<br />
Energieprodukte, denn wir zahlen für russisches Gas und Öl<br />
hohe Preise. Und das Geld benötigt Russland, um sich in den<br />
nächsten zwanzig bis dreißig Jahren auf unseren Stand zu<br />
modernisieren.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Hat sich eigentlich mit dem Präsidentenwechsel in dieser<br />
Strategie etwas geändert?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Das ist noch nicht ersichtlich. Medwedjews Besuch in Berlin<br />
in der nächsten Woche wird möglicherweise mehr Klarheit<br />
schaffen. Aber aus der Wahlkampagne des neuen Präsidenten wissen<br />
wir, dass er eine liberalere Sicht der Wirtschaft hat als Putin.<br />
Gerade die deutsche Regierung sieht in Medwedjew einen wichtigen<br />
Modernisierungspartner. Man glaubt mit ihm die strategische<br />
Partnerschaft im Sinne Europas vertiefen zu können. Die<br />
große Frage ist, wie unabhängig wird Medwedjew sein unter<br />
einem übermächtigen Premier Putin.
</p>
<p>
<b>Russland versteht Schelte für Schröder nicht</b>
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Bundeskanzler Schröder wurde schwer gescholten für sein<br />
Engagement für eine Ostesseepipeline. Ist das aus russischer<br />
Sicht nachvollziehbar?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: In Russland versteht man nicht, wieso Deutschland seinen<br />
alten Kanzler so arg gescholten hat für sein Engagement für<br />
die Ostseepipeline. Russland hat seine eigene Sicht auf die<br />
Diversifizierung seines Energieexports. Das russische Argument<br />
lautet: Wir brauchen eine Pipeline, die unser Gas direkt an die<br />
sicheren Konsumenten, wie Deutschland, liefert, weil die<br />
herkömmlichen Leitungswege über Ukraine und Weißrussland<br />
unsicher geworden sind. In Europa<br />
herrscht derweilen ein Krieg über die Verlegung neuer Pipelines.<br />
Der Status der „Energiesupermacht&quot;, den Russland für sich<br />
anstrebt, kann nicht nur durch nachgewiesene Reserven an Öl- und<br />
Gas gewonnen werden, sondern man muss auch die notwendigen Wege<br />
finden, um die Energieressourcen an die Konsumenten zu liefern.<br />
Es gibt aber auch andere Staaten in der<br />
Europäischen Union, zu denen gehört Deutschland, die diesen<br />
machtpolitischen Ansatz nicht teilen und für eine größtmögliche<br />
Diversifizierung eintreten. Ich finde es<br />
ist sehr wichtig, wenn wir russisches Gas über die<br />
Ostseepipeline, aber auch über die Druschba-Pipeline über<br />
Mittelosteuropa bekommen. Inzwischen geistert schon der Begriff<br />
„Energie-NATO&quot; in der westlichen Öffentlichkeit herum. Man<br />
spricht von Solidarität mit den Staaten, denen möglicherweise<br />
das Gas und Öl irgendwann einmal abgedreht werden könnte.<br />
Die USA drohen vehement mit Sanktionen<br />
gegenüber den Staaten, die ein Gaskartell errichten wollen. Sie<br />
sehen: Wir werden in der Zukunft möglicherweise vor großen<br />
Herausforderungen stehen.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Die Strategie in Sachen Transport der Energie ist also genauso<br />
wichtig die Förderung. </p>
<p><b>Alexander<br />
Rahr</b>: Das eine kann ohne das andere nicht existieren.<br />
Pipelines werden in den nächsten zehn bis<br />
fünfzehn Jahren weiterhin die Haupttransportader für den<br />
Weg nach Europa sein. Ob irgendwann einmal die Möglichkeit<br />
bestehen wird, Flüssiggas so wie Öl per Tanker aus dem<br />
Persischen Golf oder Lateinamerika nach Rotterdam oder Hamburg zu<br />
schaffen, ist eine noch nicht hundertprozentig gelöste<br />
technische Frage.  Also werden wir<br />
weiterhin auf das bewährte Pipelinesystem bauen müssen.<br />
Allerdings werden ökologische Aspekte, siehe Umweltverschmutzung<br />
durch möglicherweise lecke Pipelines in der Ostsee oder am<br />
schwarzen Meer oder in der kaspischen See, an Aktualität<br />
gewinnen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Dass Energie teuer wird, haben inzwischen alle gemerkt. Haben Sie das<br />
Gefühl, dass a) die deutsche und b) die europäischen<br />
Politiker die Brisanz der künftigen Energieversorgung schon in<br />
vollem Umfang erkannt haben?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Nein, wir erwachen langsam aus unserem Dornröschenschlaf.<br />
Noch vor zweieinhalb Jahren haben wir die Ausmaße des heutigen<br />
Krieges um Energiepipelines überhaupt nicht im Visier gehabt.<br />
Wir haben auch den langjährigen Gaskonflikt zwischen Moskau und<br />
Kiew überhaupt nicht beachtet. Die Preissteigerung auf den<br />
Energiemärkten, die 1999 begann, hat alle Experten überrascht.<br />
Bis heute sind die Ursachen für diese rapide Preissteigerung<br />
nicht hundertprozentig klar. Es scheint, dass der größte<br />
Auslöser der hohen Energiepreise der Energiehunger der<br />
chinesischen und indischen Wirtschaften war. Aber auch die politische<br />
unklare Lage im Nahen und Mittleren Osten, verschärft durch die<br />
Kriege nach dem 11. September 2001, hat nicht zur Stabilität auf<br />
den Weltenergiemärkten geführt. Es herrscht teilweise auch<br />
im Westen eine Schönrederei. Zum Beispiel im Verhältnis zu<br />
Russland. Es gibt Experten, die behaupten dass die Energiepreise bald<br />
wieder unter 20 Dollar pro Barrel sinken werden und es dann mit der<br />
russischen Arroganz vorbei ist. In meinem Buch „Russland gibt Gas&quot;<br />
folge ich einer anderen Argumentation, die sagt, dass die<br />
Energiepreise eher noch steigen werden. Ein Land wie Russland sitzt<br />
auf unermesslichen Öl- und Gasreserven. Wir kritisieren und<br />
schimpfen auf Russland, das es nicht genug Öl- und Gas fördert.<br />
Aber im Kreml sitzen gewiefte Schachspieler. Eiskalt wird nur das<br />
gefördert, was heute verkauft werden kann. Indirekt werden die<br />
Preise dadurch hoch gehalten. Auf dem Gasmarkt agiert Russland<br />
genauso wie die OPEC-Staaten im Bereich Öl. Russland wird nur<br />
dann mehr fördern, wenn es für sein Gas und Öl noch<br />
mehr Geld bekommt. Und in Russland rechnet man, dass der Höhepunkt<br />
des Öl- und Gaszeitalters um das Jahr 2025 erreicht werden wird.<br />
Dann wird Russland in der Tat seinen Energiesupermachtstatus<br />
manifestieren.
</p>
<p>
<b>&quot;Wir hätten pragmatischer sein sollen&quot; </b>
</p>
<p>
<b>Klops:</b> Sie sprechen von<br />
„Dornröschenschlaf&quot;. Welche Reaktionen wären denn<br />
angemessen gewesen?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Ich will nicht zynisch klingen: Aber diese unsägliche<br />
Debatte über gemeinsame Werte gegenüber Russland und China<br />
ist aus meiner Sicht noch ein Nachwirken der romantischen Phase der<br />
90er Jahre, als der Westen sich als der große Sieger im Kalten<br />
Krieg betrachtete. Aus meiner Sicht hätten wir die<br />
Energieallianz mit Staaten wie Russland aber auch Kasachstan und<br />
Turkmenistan viel pragmatischer, vielleicht auch aus unserer Sicht<br />
eiskalt, vorantreiben müssen. Heute<br />
beharren wir im Umgang mit Russland auf Gesetzesrahmenbedingungen der<br />
90er Jahre, in die wir die energieproduzierenden Länder<br />
hineinpressen wollten. Aber die Welt<br />
verändert sich, so dass wir unser Regelwerk, mit dem wir in den<br />
90er Jahren stark waren, im 21. Jahrhundert nicht mehr punkten<br />
können. Nehmen wir zum Beispiel die<br />
Energie-Charta: Noch heute fordern die naiven Europäer von<br />
Russland, dass Moskau die Kontrolle über seine Energiepipelines<br />
einer internationalen Obrigkeit unterstellt. Diese<br />
Energie-Charta, die das einfordert, wird aber auch von Amerika und<br />
Norwegen und auch von Algerien und anderen Öl- und Gas<br />
fördernden Ländern nicht unterschrieben. Wir<br />
müssen uns schleunigst auf Kompromisse einigen und ein Regelwerk<br />
errichten, indem wir die Konsumenten, die Produzenten und die<br />
Transiteure in der Energieweltwirtschaft auf eine Stufe stellen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Die Schlussfolgerung heißt:
</p>
<p>
<b>Dann:</b> Dann<br />
wird die Abhängigkeit des Westens von Russland wachsen?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Objektiv scheint es so zu sein. Aber Russland würde<br />
sich zu früh freuen, wenn es eine solche Abhängigkeit<br />
Europas von Moskau anstreben würde. Der<br />
Westen ließ sich auch von der arabischen OPEC in den 70er<br />
Jahren nicht unterkriegen. Über die gemeinsamen Abhängigkeiten<br />
zwischen Produzenten und Konsumenten haben wir ja schon gesprochen.<br />
Wenn unsere Abhängigkeiten von Russland so<br />
groß werden würden, dass Moskau die europäische<br />
Politik diktieren könnte, würden die Europäer<br />
Milliarden ausgeben, um alternative Energiequellen zu erforschen.<br />
Man würde das Ende des Gaszeitalters<br />
einläuten und zur Atomkraft zurückkehren, was Länder<br />
wie Italien und Frankreich schon längst tun. Aber<br />
man muss nicht immer nur das Schlechte denken. Das russische oder das<br />
algerische oder das turkmenische Erdgas ist eine der saubersten<br />
Energiequellen, die es heute gibt. Es ist relativ leicht zu gewinnen<br />
und über Pipelines relativ leicht zu befördern.<br />
Anstatt den Faktor Gas so zu politisieren,<br />
sollten wir versuchen, im möglichen Rahmen zu kooperieren. Ich<br />
finde es sehr wichtig, dass gerade deutsche, französische,<br />
italienische Energiefirmen inzwischen zusammen mit Gasprom direkt an<br />
der Förderung russischer Energieträger beteiligt sind.<br />
Dieser Prozess muss noch weiter verstärkt<br />
werden. Aber man muss auch die Russen verstehen, die als<br />
Gegenleistung für die Öffnung ihres Marktes ihre Konzerne<br />
wie Gasprom stärker auf westlichen Konsummärkten platzieren<br />
möchten. Aber auch diese Debatte ist bei uns höchst<br />
politisiert.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Typisch deutsche Diplomatie ist ja das Vermeiden von lauten Worten<br />
und offenem Streit und das Verhandeln hinter den Kulissen. Ist das<br />
für die Bundesregierung der richtige Weg im Umgang mit Russland?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Ich will schon wieder nicht zynisch klingen: Wenn es in<br />
Russland in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens und der<br />
Politik noch eine Rechtlosigkeit gibt, muss das angesprochen werden.<br />
Aber ich denke nicht auf Kosten einer sehr<br />
wichtigen Zusammenarbeit in anderen wirtschaftlichen, politischen<br />
Bereichen, von der die Stabilität Europas und möglicherweise<br />
auch der Weltfrieden abhängen. Das<br />
heißt nicht, dass wir den Russen den Strick verkaufen, an dem<br />
sie uns dann aufhängen. Es geht darum, dass man auch mit<br />
Ländern, die ein anderes Wertesystem haben als das unsrige,<br />
vernünftige Kooperationen zusammenbringt. Ich<br />
wage die folgende These: Hätte es in Russland Ende der 80er<br />
Jahre nicht diesen radikalen Bruch von Kommunismus in Richtung<br />
Demokratie gegeben, hätte es mit anderen Worten die<br />
„Gorbatschows Perestroika&quot; nicht gegeben, hätte Russland den<br />
chinesischen Weg der Transformation aus der kommunistischen Ideologie<br />
und Planwirtschaft Richtung Kapitalismus und Demokratie gewählt.<br />
Die 90er Jahre wären von einem<br />
autoritäreren Führungsstil im Kreml viel stärker<br />
geprägt gewesen. Aber es hätte vielleicht nicht wie jetzt<br />
im 21. Jahrhundert einen Rückschlag in Sachen Demokratie in<br />
Russland gegeben. Was ich damit sagen<br />
will ist, dass Russland uns vielleicht in den 90er Jahren eine<br />
Demokratie vorgemacht hat, die wir als Durchbruch Russlands zum<br />
Westen betrachteten, die aber in Wirklichkeit nur auf Sand gebaut<br />
war. Ich bin wirklich alles andere als<br />
ein Rassist. Aber in meinen monatlichen Reisen nach Russland in den<br />
letzten zehn bis fünfzehn Jahren stelle ich nüchtern fest,<br />
dass in einem Land wie Russland, in dem es nie Demokratie gab, das<br />
Verständnis für das, was wir als liberale Werte empfinden,<br />
in breiten Teilen der Bevölkerung nicht vorhanden<br />
ist.
</p>
<p>
<b>Deutschland als Russlands Anwalt gegenüber dem Westen </b>
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Zum<br />
Abschluss noch das Ergebnis unserer kleinen Umfrage, die wir im Chat<br />
gemacht haben: „Glauben Sie, dass sich die Nordpol-Anrainerstaaten<br />
über die Ressourcen-Ausbeute einigen werden?&quot; Nur ein Achtel<br />
glaubt daran, 86 Prozent nicht.
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Der Besuch von Medwedew in Deutschland am 5. Juni wird<br />
keine neue Ära der Freundschaft in den Beziehungen einleiten.<br />
Aber es ergeben sich neue Chancen einer Vertiefung der strategischen<br />
Partnerschaft. Aus meiner Sicht ist es sehr wichtig, dass die Russen<br />
Deutschland weiterhin als einen ihrer Anwälte gegenüber dem<br />
Westen betrachten. Und ich finde, dass Frau Merkel trotz ihrer<br />
zögerlichen Haltung gegenüber Russland diese Anwaltsrolle<br />
weiter spielen wird, so wie Helmut Kohl und Gerhard Schröder vor<br />
ihr. Und diese Anwaltsrolle wird es auch ermöglichen, dass<br />
letztendlich, das will ich hoffen, nicht nur ein loser Energiedialog,<br />
sondern eine feste Energieallianz zwischen der Europäischen<br />
Union und Russland entsteht.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Das<br />
waren 60 Minuten tagesschau-Chat. Mein Name ist Wolfram Leytz.<br />
Herzlichen Dank, Herr Rahr, dass Sie Zeit für die Diskussion mit<br />
den Lesern von tagesschau.de und politik-digital.de zu diesem<br />
zukunftsträchtigen Thema hatten. Das Protokoll des Chats gibt&#8217;s<br />
wie immer in Kürze auf den Websiten von tagesschau.de und<br />
politik-digital.de. Das tagesschau-Chat-Team wünscht allen noch<br />
einen schönen Abend!</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/wettbewerb-um-letzte-rohstoffreserven-3899/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
