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	<title>Gatekeeper &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Gatekeeper &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Liquid Gatekeeping</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ralf Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Sep 2012 13:16:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Das ZEITmagazin hat den Test gewagt: Für das &#8220;Heft Ihrer Wahl&#8221; wurde das Beteiligungstool Adhocracy eingesetzt. Eignet sich die Liquid [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_121069" aria-describedby="caption-attachment-121069" style="width: 630px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/liquid-gatekeeping/zeitmagazin_liquid_cover/" rel="attachment wp-att-121069"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-121069" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/zeitmagazin_liquid_cover.png" alt="Cover des Zeitmagazin vor Hintergrundbild" width="630" height="420" /></a><figcaption id="caption-attachment-121069" class="wp-caption-text">cc-by-nc-sa, Cover: ZEITmagazin,Bild Wahl: Joachim S. Müller</figcaption></figure>
<p><strong>Das ZEITmagazin hat den Test gewagt: Für das &#8220;Heft Ihrer Wahl&#8221; wurde das Beteiligungstool Adhocracy eingesetzt. Eignet sich die Liquid Democracy-Software zur journalistischen Themenfindung? politik-digital.de sprach darüber mit Redakteur Jörg Burger und der Teilnehmerin an dem Experiment Gisela Bruns.</strong></p>
<p>Gemessen an der Beteiligung war das <a href="http://www.zeit.de/2012/26/Experiment" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Experiment des ZEITmagazins</a> ein Erfolg: 2.734 Nutzer folgten dem Aufruf der Redaktion, sich auf der Beteiligungsplattform Adhocracy anzumelden und Themen für die Spezial-Ausgabe &#8220;Heft Ihrer Wahl&#8221; vorzuschlagen, täglich waren über 1.000 Besucher auf der Webseite &#8211; ein erstaunlich hoher Wert für die Macher von Adhocracy. Am Ende wurden 450 Vorschläge 700 Mal kommentiert und bewertet. Die beliebtesten drei sowie die am meisten diskutierten Themen wurden <a href="http://www.zeit.de/2012/26/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">journalistisch umgesetzt und veröffentlicht</a>.</p>
<p>Vergleicht man die journalistischen Endprodukte mit den <a href="https://zeitmagazin.adhocracy.de/instance/zeitmagazin" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Themenvorschlägen auf der Adhocracy-Plattform</a>, fällt auf, wie stark das Redaktionsteam bisweilen eingriff: Das  Gewinnerthema &#8220;Abenteuer Inklusion &#8211; Wie die UN-Behindertenrechtskonvention unsere Gesellschaft radikal verändern wird&#8221; von Gisela Bruns verkürzte das ZEITmagazin auf den griffigen Titel &#8220;Was Behinderte sich wünschen&#8221;. Jörg Burger vom ZEITmagazin stellt klar: &#8220;Die Beiträge der Leser stellen eher Interessensgebiete dar, Aufreger, Ideen, aber noch keine Themen.&#8221; Das Experiment habe gezeigt, bilanziert der veantwortliche Redakteur, dass &#8220;Themenfindung immer noch ein journalistischer Prozess ist, für den es ausgebildete Journalisten gibt.&#8221; Dieses <a href="http://digitaljournal.zib21.com/die-zukunft-des-gatekeepers/563101/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">journalistisches Selbstverständnis als Gatekeeper</a>, das durch journalistische Web 2.0-Anwendungen wie Blogs, Foren oder Social-Media-Kanäle in den letzten Jahren stärker hinterfragt worden ist, lässt die Frage offen, welche Funktion eine Beteiligungssoftware wie Adhocracy im Journalismus überhaupt erfüllen kann und soll.</p>
<h3>Bürgerjournalismus oder Marketing-Strategie?</h3>
<p>Ist das &#8220;Spiel mit Transparenz&#8221;, wie es Burger nennt, als genuin journalistische Neugierde am großen gesellschaftlichen Zeitgeist der Content-Generation zu werten, die den politischen Betrieb nicht nur überwachen, sondern auch aktiv mitgestalten will? Ist es ein Versuch, dem Verlangen nach Transparenz und Teilhabe nachzufühlen, das von Plagiats-Wikis bis ACTA-Protesten reicht und in der Gründung der Piraten-Partei die politische Landschaft des Landes umgekrempelt hat? Die unabhängige politische Projektplatform <a href="http://www.politika-berlin.de/http://" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Politika Berlin</a> fasst im Rahmen einer <a href="http://www.politika-berlin.de/2012/04/30/piraten-punkten-in-berlin-mit-transparenz-und-partizipation/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie zur Online-Kommunikation von Abgeordneten</a> die gesellschaftliche Tragweite zusammen, die die Piraten zu Repräsentanten einer ganzen Generation macht: &#8220;Der Erfolg der Piraten zeigt auf, dass der zeitgemäße Einsatz von neuen Medien nicht nur als ein Kommunikationsmittel von Bedeutung ist, sondern den Zeitgeist der digitalen Gesellschaft trifft.&#8221;</p>
<p>So steht das <a href="http://www.freitag.de/autoren/steffen-kraft/was-ist-liquid-democracy" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Prinzip der Liquid Democracy</a>, für das u.a. die Piraten eintreten, nicht nur für Transparenz und basisdemokatische Teihabe bei der politischen Entscheidungsfindung &#8211; sie liefert den entsprechenden Praxistest gleich mit: Beteiligungstools wie Liquid Feedback oder Adhocracy, so deren Befürworter, richteten den politischen Prozess wieder mehr an den Interessen der Bürger aus. Übertragen auf den Journalismus hieße das, den redaktionellen Vorgang der Themenfindung offen zu legen und Einflussnahme darauf zu gewähren. Kurz: Es käme einem freiwilligen Verzicht auf die Rolle des Gatekeepers gleich. Burger wiegelt ab: &#8220;Es ging uns darum, neue technische Möglichkeiten zu nutzen, etwas Neues auszuprobieren.&#8221;Also nur eine journalistische Spielwiese? Oder eine Marktstrategie, unter dem Namen der Bürgerbeteiligung Aufmerksamkeit &#8211; und Leser &#8211; zu gewinnen? Konkrete Planungen, diese Form der Beteiligung zu wiederholen oder dauerhaft anzubieten, gebe es jedenfalls nicht, lässt das ZEITmagazin wissen. <em>(Aktualisierung 13.09.: Derzeit überlegt man in der Redaktion jedoch, wie das Experiment nach den guten ersten Erfahrungen fortgesetzt werden kann.)</em></p>
<h3>Wie groß war vor diesem Hintergrund also die tatsächliche Rolle der Teilnehmenden beim &#8220;Heft Ihrer Wahl&#8221;? Und wie gut eignete sich Adhocracy für das Experiment? Über diese und weitere Fragen hat politik-digital.de mit der Teilnehmerin Gisela Bruns aus Hamburg gesprochen.</h3>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Frau Bruns, Ihr Themenvorschlag &#8220;Abenteuer Inklusion &#8211; Wie die UN-Behindertenrechtskonvention unsere Gesellschaft radikal verändern wird&#8221; führte zum ZEITmagazin-Artikel &#8220;Was Behinderte sich wünschen&#8221;. Sind Sie zufrieden mit der Umsetzung ihres Vorschlages?</p>
<p><strong>Gisela Bruns:</strong> Mit der Umsetzung bin ich persönlich nur teilweise zufrieden. Gut gefallen hat mir, dass Menschen mit Behinderungen selbst zu Wort gekommen sind, dass man nicht über sie, sondern mit ihnen gesprochen hat. Ich fand auch gut, dass Menschen mit sehr unterschiedlichen Beeinträchtigungen berichtet haben. Auch die Auswahl der Fotos hat dazu beitragen können, bei Lesern Nachdenken über das eigene Verständnis von Behinderung zu erzeugen. Oft wird nur das als „Behinderung“ wahrgenommen, was man sofort sieht und was schon optisch auffällt. Das war hier anders. Bei Einzelnen war die „Behinderung“ oder die Beeinträchtigung optisch gerade nicht wahrzunehmen. Nicht so gut gefallen hat mir, dass „unser“ Thema letztlich gar nicht in dem Artikel vorgekommen ist. Unser Blickwinkel richtet sich nicht speziell auf Menschen mit Behinderungen, sondern auf die Gesellschaft insgesamt und wie ihr ein veränderter Umgang mit dem Thema zugute kommen würde. Diesen Aspekt haben wir bei der Umsetzung vermisst.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Was war Ihre Motivation, an dem Projekt teilzunehmen?</p>
<p><strong>Gisela Bruns:</strong> Das Projekt hat die Möglichkeit geboten, ein Thema in das ZEITmagazin zu bringen, dass meines Erachtens sonst kaum eine Chance gehabt hätte, dort veröffentlicht zu werden. Damit  verbunden war die Hoffnung, Menschen zu erreichen oder aufmerksam zu machen, in deren Alltag das Thema Behinderung keine oder nur eine geringe Rolle spielt.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Sie waren am 7. Mai 2012 zur Redaktionskonferenz des  ZEITmagazins eingeladen. Wurden Ihre Wünsche und Anregungen bei der Themenfindung berücksichtigt?</p>
<p><strong>Gisela Bruns:</strong> Das kann ich nicht eindeutig beantworten. Wir &#8211; wir haben zu dritt an der Konferenz teilgenommen &#8211; hatten jedenfalls ausreichend Gelegenheit, zu unserem Thema zu sprechen. Verständnis für die Themen UN-Behindertenrechtskonvention und Inklusion zu vermitteln, ist aber generell schwierig. Hinzu kommt, dass nach meinem Eindruck die berufliche „Denke“ von Menschen, die eher sozial- oder gesellschaftspolitisch orientiert sind, und Journalisten, die das Ganze in Form von Bildern und Geschichten an die Leser bringen müssen und wollen, hier durchaus zu ganz unterschiedlichem Herangehen und unterschiedlichen Schwerpunkten führt. In der ZEIT selbst sind im Hinblick auf Schule, Bildung und Inklusion hervorragende Artikel erschienen. Möglicherweise stoßen wir hier auch einfach an die Grenzen eines Formats, wie es ein Magazin ist.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Welche Absichten, glauben Sie, verfolgte das ZEITmagazin mit &#8220;Das Heft Ihrer Wahl&#8221;?</p>
<p><strong>Gisela Bruns:</strong> Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Es wird durchaus eine Mischung sein aus Neugier, dem Wunsch, Leser zu binden oder auch neue Leser zu finden und vielleicht auch der Hoffnung, mehr Ausgaben  zu verkaufen als üblich.</p>
<figure id="attachment_121076" aria-describedby="caption-attachment-121076" style="width: 630px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/liquid-gatekeeping/adhoczeit/" rel="attachment wp-att-121076"><img decoding="async" class="size-full wp-image-121076" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/adhocZeit.png" alt="Screenshot der Abstimmung des ZEITmagazins via Adhocracy" width="630" height="329" /></a><figcaption id="caption-attachment-121076" class="wp-caption-text">Screenshot der Abstimmung des ZEITmagazins via Adhocracy</figcaption></figure>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Sie haben bei der Abstimmung über die Themen mit der Software &#8220;Adhocracy&#8221; gearbeitet. Wie transparent haben Sie das Verhalten bei der Abstimmung, wie die Interaktion zwischen den Usern empfunden?</p>
<p><strong>Gisela Bruns:</strong> Es war gut, dass man den Stand laufend verfolgen, kommentieren und – jedenfalls indirekt &#8211; Kontakt aufnehmen konnte. Ich bevorzuge allerdings den direkten Kontakt, nicht diese anonyme Form. Es wurde im Laufe des Verfahrens deutlich, dass Einzelne mit ihren Vorschlägen hier kaum eine Chance hatten. Die Themen, die die drei ersten Plätze belegt haben, hatten Unterstützung bei der Abstimmung durch Verbände oder Organisationen. Hier stellt sich natürlich schon die Frage, ob es wirklich „Leserthemen“ sind.</p>
<p>Solche Verfahren geben ja vor, mehr Beteiligung und Transparenz herzustellen. Für mich war aber die erste Frage, wen man mit solchen Verfahren von vornherein ausschließt. Zum Beispiel ist diese Software für blinde oder sehbehinderte Menschen nur zu nutzen, wenn sie bestimmten technischen Anforderungen entspricht, d.h. barrierefreie Informationstechnologie ist. Ist sie nicht barrierefrei, können blinde und sehbehinderte Menschen von vornherein nicht mit abstimmen. Auch die Tatsache, dass man sich registrieren lassen und dies verifizieren musste, hat manche abgeschreckt.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Glauben Sie, dass es mehr Berücksichtigung von Bürgerinteressen bei journalistischen Themen bedarf?</p>
<p><strong>Gisela Bruns:</strong> Diese Frage ist schwer zu beantworten. Mein Eindruck ist jedenfalls, dass Journalisten manchmal eine andere Vorstellung davon haben, was Bürger interessiert, als die Bürger bzw. Leser selbst haben. Deshalb könnte es durchaus sinnvoll sein, solche oder ähnliche Projekte wie das des ZEITmagazins zu wiederholen.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> ZEITmagazin-Redakteur Jörg Burger findet, Themenfindung sei immer noch ein journalistischer Prozess. Stimmen Sie zu?</p>
<p><strong>Gisela Bruns:</strong> Nein, aber das ist vielleicht eher eine Frage der Definition des Begriffs Themenfindung. Themenfindung kann ja zunächst durchaus nur aus einem Schlagwort bestehen, das interessant klingt oder aktuell ist. Für mich wäre der journalistische Prozess dann die Überlegung, wie ich das Thema gestalten will, wie und wo ich dazu recherchiere, welche Aspekte ich für besonders bedeutsam halte und wie ich das den Lesern vermittle. Allerdings bin ich nicht Journalistin und möglicherweise ist dies eine eher laienhafte Sicht.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Beziehen Sie ein Zeitungs-Abonnement? Wünschen Sie sich als Zeitungsleserin mehr Mitsprachemöglichkeiten bei der Themenfindung?</p>
<p><strong>Gisela Bruns:</strong> Ich beziehe kein Zeitungs-Abonnement. Ich persönlich wünsche mir nicht mehr Mitsprachemöglichkeit. Das Projekt des ZEITmagazins habe ich ganz pragmatisch genutzt.</p>
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		<title>Konkurrenz oder Ergänzung zum professionellen Journalismus? Teil I</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/zehn-jahre-online-journalismus/netzkulturneuberger_konkurrenz1-shtml-2790/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cneuberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zehn Jahre Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie wird Onlinejournalismus den klassischen Journalismus verändern, wie wird er von den etablierten Medienformen bislang angesehen? In einer zweiteiligen Studie untersucht Christoph Neuberger, ob sich das Internet auch journalistisch gegenüber dem professionellen Journalismus behaupten wird können. Teil I befasst sich mit den Hintergründen und der Entwicklung des Netzes in den letzten Jahren.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Wie wird Onlinejournalismus den klassischen Journalismus verändern, wie wird er von den etablierten Medienformen bislang angesehen? In einer zweiteiligen Studie untersucht Christoph Neuberger, ob sich das Internet auch journalistisch gegenüber dem professionellen Journalismus behaupten wird können. Teil I befasst sich mit den Hintergründen und der Entwicklung des Netzes in den letzten Jahren.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Solange der Journalismus auf die klassischen Massenmedien angewiesen war, also bis Mitte der neunziger Jahre, war redaktionelle Arbeit Mangelverwaltung. Die Vermittlungskapazität von Presse und Rundfunk reichte nicht aus, um jedem, der etwas öffentlich mitteilen wollte, die Möglichkeit dazu zu geben: Es gab nicht genügend Sendezeit und Frequenzen, nicht ausreichend Druckseiten und publizistische Einheiten.</p>
<p>Der Nachrichtenstrom musste in ein Rinnsal verwandelt werden. Diese Aufgabe wurde an Redaktionen, Verleger und Intendanten delegiert, die bestimmten, welche Nachrichten und Meinungen veröffentlicht wurden. Sie begleitete stets der Argwohn, dass sie ihre mächtige &#8220;Gatekeeper&#8221;-Rolle nicht neutral ausüben, sondern missbrauchen. Das Publikum kam nur selten zu Wort. Wer als Leser-briefschreiber seine Gedanken veröffentlichen wollte, war auf die Gnade der Redaktion angewiesen, die darüber entschied, ob die eingesandten Zeilen gedruckt wurden oder nicht.</p>
<p>Auch die Bewegung der Alternativmedien – aus der als bekannteste, professionellste und einflußreichste Publikation die taz hervorging – konnte dies nicht wesentlich ändern verändern.</p>
<p>In der Medienpolitik stand nicht umsonst jahrzehntelang die Kontrolle über den begrenzten Zugang zur Öffentlichkeit im Mittelpunkt. Egal, ob über Pressekonzentration oder Rundfunkregulierung diskutiert wurde, immer ging es um die Frage, wie unter den Bedingungen der Kanalknappheit Vielfalt und Ausgewogenheit gewährleistet werden können.</p>
<p class="fett">Das Nadelöhr ist im Internet an einer anderen Stelle</p>
<p>Ist im Internet nun alles anders, weil es ein unschlagbar billiges, flexibles und einfach bedienbares Publikationsmedium ist, sodass sich praktisch jeder öffentlich zu Wort zu melden kann? Nur scheinbar sind im Internet fast alle Hürden, die bisher den Weg in die Öffentlichkeit versperrt haben, beseitigt. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass auch hier nicht jeder allen alles sagen kann und nicht jeder alles lesen kann, was er lesen will.</p>
<p>Im Internet ist das Nadelöhr nicht verschwunden, sondern nur an eine andere Stelle gerückt: von der Anbieter- auf die Nutzerseite. Nun herrscht nicht mehr Knappheit an Vermittlungskapazität, sondern Knappheit an Zeit und Kompetenz der Rezipienten. Sie sind alleine mit der Aufgabe konfrontiert, aus der Überfülle an verfügbaren Informationen eine sinnvolle Auswahl zu treffen.</p>
<p class="fett">Drei Vermittlungsformen im Internet: Profession, Partizipation,<br />
                            <br />Suchalgorithmen</p>
<p>Der offene Zugang zum Internet wirft also zwei Folgeprobleme auf: die Auffindbarkeit von Informationen und die Prüfung ihrer Qualität. Auch im neuen Medium sind deshalb Vermittler notwendig, die für die Rezipienten diese Probleme lösen. Allerdings besitzen die professionellen Journalisten kein Vermittlungsmonopol mehr. Stattdessen gibt es im Internet ein Nebeneinander von drei Formen der Vermittlung öffentlicher Kommunikation: professionelle, partizipative und technisch gesteuerte Vermittlung.</p>
<p>Ihre Leistungsfähigkeit kann man jeweils danach beurteilen, wie sie das Problem der &#8220;Informationsflut&#8221; und das Problem des &#8220;Informationsmülls&#8221; bewältigen. Professioneller Journalismus wird vor allem von den klassischen Medien im Internet betrieben und nur von sehr wenigen reinen Online-Anbietern wie der<br />
                            <a href="//www.netzeitung.de%3E" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzeitung</a> . Wie der Presse- und Rundfunkjournalismus ist er im Wesentlichen einseitig (also ohne oder nur mit geringem Nutzer-&#8220;Feedback&#8221;) und auf ein Massenpublikum ausgerichtet. Die<br />
                            <a href="//www.onlinejournalismus.de/forschung/studie_ilmenau.php%3E%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Journalisten</a> unterscheiden sich in ihrem Rollenselbstverständnis, nach ihren Tätigkeiten und Qualifikationen kaum von den Kollegen in anderen Medienbereichen.</p>
<p>Das Problem des professionellen Onlinejournalismus: Er ist teuer, weil eine Redaktion unterhalten werden muss. Da die Nutzer selten zahlungsbereit sind und die Werbeerlöse gering sind, ist er im Netz kaum finanzierbar. Presse und Rundfunk begnügen sich deshalb oft mit Billigjournalismus im Internet, mit Tickermeldungen und so genannter &#8220;Shovelware&#8221;, also Beiträgen, die vom Muttermedium übernommen werden. Außerdem wächst die Neigung, journalistische Inhalte als verkaufsförderndes Umfeld für Werbung und E-Commerce zu betrachten. Dennoch: Professioneller Journalismus ist prinzipiell ein Garant für eine hohe Angebotsqualität. Das unterscheidet ihn von Suchmaschinen wie<br />
                            <a href="//news.google.de/%3E" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google News</a> und<br />
                            <a href="//de.news.yahoo.com/%3E" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Yahoo Nachrichten</a>, die Nachrichten automatisch selektieren und gewichten. Sie können große Datenmengen verarbeiten, sind aber nicht in der Lage, deren inhaltliche Qualität zu prüfen. Außerdem können Suchmaschinen nur jene Beiträge auswerten und sortieren, die schon im Internet vorhanden sind. Sie selbst steuern keinen Content bei – anders<br />
                            <br />als der Peer-to-Peer-Journalismus , der auch<br />
                            <a href="http://www.ojr.org/ojr/workplace/1060217106.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">partizipativer Journalismus</a> oder &#8221;<br />
                            <a href="http://www.firstmonday.org/issues/issue6_10/deuze/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open source</a>&#8220;-Journalismus genannt wird: Hier kann jeder schreiben, der sich dazu berufen fühlt.</p>
<p>Gemeint sind damit sowohl kollaborative Websites mit vielen Teilnehmern (wie<br />
                            <a href="http://www.slashodot.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Slashdot.org</a>,<br />
                            <a href="http://www.shortnews.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Shortnews</a> oder<br />
                            <a href="http://www.wikipedia.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia</a>)als auch Weblogs, die nur von einzelnen Personen betrieben werden, die aber untereinander eng vernetzt sind. Die &#8220;Blogosphäre&#8221; ist ebenfalls eine Gemeinschaft, in der unter Gleichen und ohne zentrale Kontrolle kommuniziert wird.</p>
<p>Ob Blogs und Peer-to-Peer-Communities die Bezeichnung &#8220;Journalismus&#8221; verdienen, ist eine derzeit heiß diskutierte Frage – etwa bei<br />
                            <a href="http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/on/17694/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Telepolis</a>. Die Anbieter selbst betrachten ihr Tun als neue Art von Journalismus, so das<br />
                            <a href="http://www.onlinejournalismus.de/forschung/weblogs.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ergebnis einer Befragun</a><br />
                            <a href="http://www.onlinejournalismus.de/forschung/weblogs.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">g</a>. Als Vorzüge im Vergleich zum traditionellen Journalismus sehen sie die subjektive<br />
                            <br />Perspektive, die Zugänglichkeit des Autors, die Aktualität sowie den<br />
                            <br />vielfältigen und intensiven Meinungsaustausch. Wenn ihnen Journalisten klassischer Medien das Etikett &#8220;Journalist&#8221; absprechen, so nicht zuletzt deshalb, weil sie damit den eigenen Beruf vor Konkurrenz schützen wollen, stellte das<br />
                            <a href="http://www.ojr.org/ojr/ethics/1017968389.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online Journalism Review</a> schon 1998 fest.</p>
<p class="normal">Weiter zum<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/neuberger_Konkurrenz2.shtml">zweiten Teil</a> des Artikels.</p>
<p>
                              <strong>Weiterführende Links:</strong>
                            </p>
<ul>
<li>
                                <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/index.shtml#tab">Dossier: Der Bundestag untersucht die netzbasierte Kommunikation</a>
                              </li>
</ul>
<p class="normal">
                              
                            </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Konkurrenz oder Ergänzung zum professionellen Journalismus? Teil II</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/zehn-jahre-online-journalismus/netzkulturneuberger_konkurrenz2-shtml-2791/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cneuberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wie wird Onlinejournalismus den klassischen Journalismus verändern, wie wird er von den etablierten Medienformen bislang angesehen? In einer zweiteiligen Studie untersucht Christoph Neuberger, ob sich das Internet auch journalistisch gegenüber dem professionellen Journalismus behaupten wird können. Teil II befasst sich mit möglichen Zukunftsszenarien.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Wie wird Onlinejournalismus den klassischen Journalismus verändern, wie wird er von den etablierten Medienformen bislang angesehen? In einer zweiteiligen Studie untersucht Christoph Neuberger, ob sich das Internet auch journalistisch gegenüber dem professionellen Journalismus behaupten wird können. Teil II befasst sich mit möglichen Zukunftsszenarien.</p>
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<p class="fett">Sind wir alle Journalisten?</p>
<p>Der Medienwissenschaftler John Hartley von der australischen University Queensland hat im Juli 2004 auf einer internationalen Tagung in Erfurt die These vertreten, dass im Internet jeder ein Journalist ist (&#8220;everyone is a journalist&#8221;) und dass wir uns auf dem Weg in eine &#8220;redaktionelle Gesellschaft&#8221; (&#8220;’redactional’ society&#8221;) befinden. Diese Vorstellung ist naiv, weil sie den Journalismus auf den schlichten Vorgang des Veröffentlichens reduziert und seine spezifischen Leistungen ignoriert oder sie als in jedem Fall gegeben unterstellt, sobald sich nur jemand öffentlich zu Wort meldet.</p>
<p>Einen realistischeren Blick auf das Internet hat Hans Magnus Enzensberger in seinem Essay &#8220;Das digitale Evangelium&#8221; geworfen. Darin hat er von der eigenen utopischen Hoffnung Abschied genommen, dass neue Medien mit einem Rückkanal schon ihrer Struktur nach emanzipatorisch wirken: &#8220;Das interaktive Medium ist weder Fluch noch Segen; es bildet schlicht und einfach die Geistesverfassung seiner Teilnehmer ab.&#8221; Entscheidend ist nicht das technische Potenzial, sondern der Gebrauch eines Mediums. Nur wenig von dem, was im Internet publiziert wird, wird journalistischen Ansprüchen gerecht. Von den Kritikern werden vor allem zwei Einwände dagegen vorgetragen, dass auch Laien einen wesentlichen Beitrag zur öffentlichen Kommunikation leisten können.</p>
<p class="fett">Viele Augen sehen mehr, viele Köpfe wissen mehr</p>
<p>Einwand Nummer 1: Redaktionen von Presse und Rundfunk können kontinuierlich recherchieren und berichten. Dazu sind Laien in ihrer Freizeit nicht in der Lage. Dem lässt sich entgegen halten: Durch die Vielzahl der Nutzer, die ihr Wissen in den Communities teilen, wird dieser Nachteil wettgemacht. Je mehr Teilnehmer mitmachen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass irgendjemand Experte für ein Thema ist oder zur richtigen Zeit am richtigen Ort war – wie &#8220;Salam Pax&#8221; und einige andere<br />
                            <a href="http://www.diegegenwart.de/ausgabe33/warblogs.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Warblogger</a>, die während des Irakkriegs 2003 vom Ort des Geschehens berichten konnten.</p>
<p>Auch der US-Präsidentschaftswahlkampf 2004 liefert Belege für diese These: Dass sich John Kerry für John Edwards als Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten entschied, konnte man zuerst im Forum einer<br />
                            <a href="http://www.USAviation.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Luftfahrt-Website</a> lesen. Dort berichtete ein Mechaniker, dass das Wahlkampf-Flugzeug von Kerry, das in einem Hangar in Pittsburgh stand, gerade den Schriftzug &#8220;Kerry – Edwards&#8221; bekommen hatte. Und dass CBS-Anchorman Dan Rather auf gefälschte Dokumente über Bushs Wehrdienstzeit hereingefallen war, wurde in Weblogs wie<br />
                            <a href="http://www.rathergate.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rathergate</a> aufgeklärt.</p>
<p>Das letzte Beispiel belegt auch die Wirksamkeit der „Watchdog “-Rolle des P2P-Journalismus, der etablierte Journalisten und Medien kritisch begleitet (wie in Deutschland der<br />
                            <a href="http://www.onlinejournalismus.de/webwatch/bildblog.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BILDBlog</a> die Bild-Zeitung).Dass auch nach dem Urteil professioneller Journalisten im Internet nicht<br />
                            <br />nur Belangloses und Minderwertiges publiziert wird, zeigt die große Bedeutung, die das Medium inzwischen als Recherchequelle besitzt – und das nicht immer nur zur Freude der Blogger: Als die Frankfurter Tabloidzeitung &#8221;<br />
                            <a href="http://www.ojour.de/logbuch/index.php?action=fullnews&amp;showcomments" target="_blank" rel="noopener noreferrer">News</a>&#8221; umfangreich aus Weblogs zitierte, ohne bei den Autoren um Erlaubnis zu bitten, erntete das Blatt heftige Kritik.</p>
<p class="fett">Geprüft wird nach der Veröffentlichung</p>
<p>Einwand Nummer 2: Die Angebote haben keine Redaktion, um die Nachrichten und Meinungen vor ihrer Veröffentlichung zu prüfen. Es gibt keine Qualitätssicherung, journalistische Normen werden fortlaufend verletzt. Auch dieser Einwand lässt sich – zumindest teilweise – entkräften: Die Besonderheit des P2P-Journalismus besteht gerade darin, dass die Prüfung von Informationen und Meinungen erst nach der Publikation stattfindet: Was veröffentlicht wird, gilt als vorläufig und unfertig, es soll infrage gestellt und diskutiert werden. Die anderen Nutzer sind aufgerufen, fremde Beiträge in einer offenen Diskussion oder auf Bewertungsskalen zu kritisieren und, falls nötig, zu korrigieren. An diesem Prüfverfahren beteiligen sich auch andere Anbieter im Internet, vor allem in der &#8220;Blogosphäre&#8221;. Der Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass die Qualitätskontrolle transparent ist und dass der oft an die Adresse von Redaktionen gerichtete Vorwurf, dass &#8220;hinter den Kulissen&#8221; manipuliert werde, nicht erhoben werden kann.</p>
<p>Wie effektiv diese in die Öffentlichkeit verlagerte Qualitätsprüfung ist – gemessen an journalistischen Standards –, ist bisher noch nicht gründlich untersucht worden. Viel dürfte davon abhängen, ob das Qualitätssicherungssystem gute Leistungen (durch Reputation, Bonuspunkte oder erweiterte Teilnahmemöglichkeiten) belohnt und schlechte bestraft.</p>
<p>Es muss die Bereitschaft gefördert werden, eigenes Wissen mit anderen zu teilen und vorgegebene Regeln einzuhalten. Reputation kann ein Teilnehmer z.B. nur dann erwerben, wenn das System über ein Gedächtnis verfügt, das seine Verdienste aus der Vergangenheit speichert und transparent macht. Über ein ausgefeiltes System verfügt etwa<br />
                            <a href="http://slashdot.org/faq/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Slashdot.org</a>. Letztlich kommt es aber darauf an, dass die Teilnehmer fähig und willens sind, niveauvolle Beiträge zu schreiben und zu würdigen.</p>
<p>Professioneller und P2P-Journalismus ergänzen einander Denkbar ist das Entstehen eines Öffentlichkeitssystems, in dem sich professioneller und P2P-Journalismus ergänzen: Die Vorteile des professionellen Journalismus sind die hohe Reichweite, die er über Presse und Rundfunk erreicht, sowie die gründliche redaktionelle Prüfung. Die Stärken des P2P-Journalismus sind die Informations-vielfalt, der intensive Meinungsaustausch und die Schnelligkeit.</p>
<p>Professionelle Journalisten nutzen Blogs und Communities als Recherchequellen. Hier finden sie Themenideen, Argumente und Informationen aus &#8220;erster Hand&#8221;, die sie weiter verarbeiten. Dadurch können sie zusätzliche Aufmerksamkeit auf die partizipativen Websites lenken. Die Laienkommunikatoren im Internet filtern ihrerseits die Medienberichterstattung, indem sie auf ausgewählte Nachrichten linken, und sie begleiten den professionellen Journalismus als &#8220;Media watchdogs&#8221;. Der P2P Journalismus wird deshalb keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zum professionellen Journalismus sein.</p>
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