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	<title>geistiges Eigentum &#8211; politik-digital</title>
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	<title>geistiges Eigentum &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Campus Party Europe: Ideen brauchen die Chance, sich zu verwirklichen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Aug 2012 16:45:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Anke Domscheid-Berg]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf der Campus Party Europe stand am Donnerstagvormittag die Diskussion um die Bedeutung des &#8220;geistigen Eigentums&#8221; im Blickfeld des internationalen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/campus-party-europe-ideen-brauchen-die-chance-sich-zu-verwirklichen/campus-party/" rel="attachment wp-att-120518"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-120518" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Campus-Party-630x472.jpg" alt="" width="630" height="472" /></a>Auf der Campus Party Europe stand am Donnerstagvormittag die Diskussion um die Bedeutung des &#8220;geistigen Eigentums&#8221; im Blickfeld des internationalen Publikums. Trotz namhafter Gäste brachte die Debatte keine neuen Erkenntnisse, bestätigte aber viele Ansätze zur Anpassung des Urheberrechts an eine digitale Gesellschaft, die auch von der deutschen Politik bereits aufgegriffen wurden.</p>
<p>Der Umgang mit &#8220;geistigen Eigentum&#8221; in einer digitalisierten Gesellschaft ist von großer Bedeutung für die Lösung der oft hitzigen Urheberrechtsdebatte, wie sie seit Monaten auch in Deutschland geführt wird. Während Urheber in Schutzbestimmungen für &#8220;geistiges Eigentum&#8221; die notwendige Bedingung zur Wahrung kreativer Arbeit sehen, wehren sich vor allem die Nutzer vermehrt gegen staatliche Regulierungsversuche im Internet. Die scheinbaren Fronten entsprechen aber nicht der Realität der Problemlage, wie sich in der Diskussion zeigte. Mit <a href="https://twitter.com/paulbrigner">Paul Brigner</a> vom Nordamerikabüro der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Society">Internet Society (ISOC)</a>, dem dänischen Creative-Commons-Aktivisten <a href="https://twitter.com/villum">Christian Villum</a> und <a href="https://twitter.com/anked">Anke Domscheit-Berg</a>, Gründerin von <a href="http://opengov.me/">opengov.me</a>, wurde die oft nur im nationalen Rahmen geführte Diskussion von einer globalen Perspektive betrachtet und gemeinsam über mögliche Lösungsansätze nachgedacht.</p>
<p>Im Eingangsstatement schilderte der Moderator Maurice Frank vom <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Exberliner">EXBERLINER Magazin</a> mit persönlichen Erinnerungen ans Kopieren von Musikkassetten für Freunde bis zum Versenden von Liedern in Form von MP3-Dateien den grundlegenden Wandel für die Content-Industrie durch das Internet. Für ihn stellt sich die Frage, wie das Internet weiterhin offen und frei gestaltet werden kann, ohne dass die Wertschätzung und der Schutz für kreative Arbeit in unserer Gesellschaft verloren gehen. Für die ehemalige Microsoft-Managerin Anke Domscheit-Berg liegt ein Problem vor allem in der Anwendung veralteter Gesetze, die keinen Bezug zu unserer Zeit haben und deshalb nicht mehr passen. Ein fehlendes Verständnis für den Umgang mit <a href="http://irights.info/index.php?q=node/2104">digitalen Kopien</a>, die nach Ansicht Domscheit-Bergs in keiner Rivalität zum Original stehen, führten demnach zur fehlerhaften Annahme, dass es etwas wie &#8220;geistiges Eigentum&#8221; in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digitalisierung#Soziale_und_.C3.B6konomische_Folgen_von_Digitalisierung">Digitalisierung</a> noch geben könne. Immaterielle Güter könnten nicht nach den gleichen Regeln wie materielle Güter behandelt werden, denn die Konzepte der Produktion und Distribution sind laut Domscheit-Berg zu unterschiedlich. Mit der Senkung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schutzfrist">Schutzfristen</a>, neuen Freiheiten im Umgang mit Nutzungsrechten und der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle nannte sie einige Ansätze, um eine Reform des Urheberrechts friedlich voranzutreiben.</p>
<p>Der dänische Creative-Commons-Aktivist Christian Villum schloss sich der Forderung nach neuen Geschäftsmodellen an. Als Besitzer des Labels für elektronische Musik <a href="http://www.uhrlaut.com/label-profile/">Uhrlaut Records</a> lizenziert er die Werke seines Labels unter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons">Creative Commons (CC)</a>, bietet die Musik für nicht-kommerzielle Zwecke frei an und schafft dadurch die benötigte Aufmerksamkeit, um andere Produkte des Labels wie Konzerte und Merchandise besser zu verkaufen. Durch den Wandel von einer Produktions- hin zu einer Informationsgesellschaft müssen seiner Meinung nach neue Geschäftsmodelle entwickelt werden, die Werte mit anderen Mitteln schaffen und diese finanziell vermarkten. Im Streit um eine Urheberrechtsreform sieht Villum das Aufeinandertreffen zweier verschiedener kultureller Vorstellungen von Wert und Nutzen kreativen Schaffens. Filesharing ist für ihn als Labelbetreiber, im Gegensatz zu anderen Verwertern, kein Diebstahl, sondern eine neue Möglichkeit, eine untereinander vernetzte und kommunizierende Gesellschaft gerechter zu gestalten.</p>
<p>Paul Brigner, der erst vor kurzem von der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Motion_Picture_Association_of_America">Motion Picture Association of America (MPAA)</a>, dem Branchenverband der großen Hollywood-Studios, zur <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/MPAA-Manager-wird-Direktor-bei-der-Internet-Society-1479577.html">Internet Society gewechselt ist</a>, teilte zwar viele Gedanken der beiden anderen Gäste, fürchtet aber den Verlust von Potenzialen durch eine zu wenig auf das Wesentliche gerichtete Debatte. Seines Erachtens nach arbeitet die Content-Industrie konzentriert an neuen Geschäftsmodellen, wobei zwischen den verschiedenen Sparten unterschieden werden müsse. Eine zu belehrende Debatte durch Nutzer und Politiker, was wie getan werden müsse, schrecke aber vor allem neue Unternehmer und Entwickler ab. Diese Menschen würden jedoch benötigt, um neue Ideen und Konzepte zu entwickeln. Eine Reform des Urheberrechts und neue Geschäftsmodelle sollten seiner Meinung nach den Interessen der Kreativen besonderen Schutz zu gestehen.</p>
<p>In einer sehr sachlichen Diskussion redeten die Panelgäste am meisten über alternative Beispiele für funktionierende Geschäftsmodelle. Anke Domscheit-Berg stört sich an der stiefmütterlichen Behandlung von eBooks, die wegen analoger Methoden wie der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Buchpreisbindung#E-Books">Buchpreisbindung</a> weiterhin von den Verlagen vernachlässigt würden. Während der Anteil an eBooks in Deutschland rund 2,5 Prozent ausmacht, ist er in der USA bereits bei über 50 Prozent Marktanteil. Diese Schieflage im internationalen Vergleich zeigt ihrer Meinung nach, dass es vermehrt Geschäftsmodelle geben müsse, die sich an den Interessen der Nutzer orientieren. Christian Villum wies darauf hin, dass in der Content-Industrie die gleiche Menge Geld stecke wie früher und sich nur die Quellen und Wege des Geldes verändert hätten. Zum Beispiel geben die Nutzer laut Villum heute ein vielfaches mehr für Konzerttickets aus, als sie es vor zehn Jahren gemacht haben, kaufen aber weniger Platten als früher. Mit neuen Angeboten, die die Rechte und Interessen der Kunden berücksichtigen, könne viel erreicht werden. Creative Commons ist seines Erachtens ein Teil einer größeren, noch zu entwickelnden Lösung. Durch die Freigabe nicht-kommerzieller Nutzung würden die Leute nicht mehr gezwungen, für Musik Geld auszugeben, so dass sie sich freier dafür entscheiden können, wofür sie bezahlen.</p>
<p>Im Gegensatz zu Paul Brigner, der die Nutzer zu mehr Wertschätzung für kulturelle Leistungen &#8220;erziehen&#8221; möchte, plädierten Domscheit-Berg und Villum für eine Sensibilisierung der Wirtschaft für den digitalen Wandel. Vorhaben zu einer strikteren Rechtsdurchsetzung dürften nicht mehr ohne die Bürger entstehen und besonders die Lobbyisten der Content-Industrie sollten nach Domscheit-Berg nicht mehr an der Erarbeitung eines Gesetzesvorhaben mitarbeiten. Der politische Entscheidungsprozess müsse transparenter erfolgen und den Bürgern Teilhabe-Möglichkeiten anbieten. Nur so könnten jene Nutzer, die immer die neuesten technischen Möglichkeiten dem Standard der Industrie vorziehen werden, wieder Akzeptanz für das Urheberrecht entwickeln. Die Menschen zahlen zurzeit für Kultur so viel wie nie zuvor, das Geld kommt aber selten bei den Urhebern an, wie Domscheit-Berg erläuterte. Das Internet ist eine wunderbare Sache, fasste Villum seine Meinung zusammen, falsche Regulierung dürfe deshalb nicht das Potenzial unserer Gesellschaft durch die Verhinderung des Zugangs zu Wissen und Kultur vernichten. Alle drei Gäste waren sich darin einig, dass Ideen die Chance brauchen, wie Thomas Edison es formulierte, sich zu verwirklichen. Die Wiederherstellung von Akzeptanz für das Urheberrecht und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle versprechen mehr Erfolg als eine härtere Durchsetzung einer veralteten Gesetzeslage.</p>
<p><em><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-119994" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cc.png" alt="" width="88" height="31" /></a>Dieses Werk bzw. Inhalt steht unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz. </em></p>
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			</item>
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		<title>Urheberrecht – Kontrollieren, was nicht zu kontrollieren ist?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/urheberrecht-kontrollieren-was-nicht-zu-kontrollieren-ist-5453/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Würdinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 14:07:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Die Linke]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Spielkamp]]></category>
		<category><![CDATA[Thierry Chervel]]></category>
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		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[Kulturflatrate, Leistungsschutzrecht oder Three Strikes-Modell – das Urheberrecht hat viele Facetten und wird kontrovers diskutiert. Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse hat erst gestern der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den Standpunkt der Verwerter deutlich gemacht. Die Linke diskutierte am Montag in einem öffentlichen Fachgespräch hingegen über Alternativen. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kulturflatrate, Leistungsschutzrecht oder Three Strikes-Modell – das Urheberrecht hat viele Facetten und wird kontrovers diskutiert. Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse hat erst gestern der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den Standpunkt der Verwerter deutlich gemacht. Die Linke diskutierte am Montag in einem öffentlichen Fachgespräch hingegen über Alternativen.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Am Anfang des Abends stand ein Gedankenexperiment: ein Zeitreisender aus den frühen 1960er Jahren befindet sich auf Entdeckungstour durch die Welt des 21. Jahrhunderts mit allen Möglichkeiten mobiler Kommunikation. Aus der Lebenswelt des Zeitreisenden und noch viel weiter zurückliegenden Abschnitten der Geschichte stammen auch große Teile des geltenden Urheberrechts. Der Online-Journalist und Mitgründer des Urheberrechtsblogs <a href="http://www.irights.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">irights.info</a> <b>Matthias Spielkamp</b> zitierte auf der von der Linken am Montag ausgerichteten Veranstaltung den britischen Science Fiction- und Fantasy-Autoren Carles Stross. Mit dessen Gedankenexperiment wollte Spielkamp zeigen, dass das Urheberrecht von damals nicht für die technischen Voraussetzungen von heute konzipiert worden ist. Man müsse darüber hinaus zur Kenntnis nehmen, dass es sich hierbei nicht nur um einen technischen Wandel handele, sondern auch um einen „von Technologie getriebenen gesellschaftlichen Wandel ungeheuren Ausmaßes“. Diesen neuen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen müsse sich das Recht anpassen. Am Beispiel eines auf Facebook eingestellten Videos verdeutlichte er die Komplexität des Urheberrechts: So kann es beispielsweise einen urheberrechtlichen Unterschied machen, welchem Personenkreis das hochgeladene Video präsentiert wird. Wenn das Video lediglich dem engsten Freundeskreis gezeigt wird, liegt kein Urheberrechtsverstoß vor. Dürfen hingegen alle Nutzer frei auf das Video zugreifen, kann von einer öffentlichen Sphäre gesprochen werden – dann könnte es sich bereits um einen Urheberrechtsverstoß handeln. Das Recht könne daher nicht technikneutral gestaltet sein und ohne gesellschaftliche Anerkennung auf Dauer nicht bestehen.</p>
<p><b><i><br />
</i>Das „Stuttgarter Urteil“ im Hinterkopf<i><br />
</i></b></p>
<p>Diese Fragen diskutierten <b>Oliver Hinte</b> vom Aktionsbündnis Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft sowie <b>Arne Upmeier</b>, Leiter der Rechtskommission des deutschen Bibliotheksverbandes und Jurist an der TU Ilmenau. „Die Gewichte haben sich verschoben. In den letzten Jahren gab es eine Machtverschiebung hin zu den Urheberrechtshaltern“, stellte Upmeier fest. In der analogen Welt habe der Erschöpfungsgrundsatz kaum eine Rolle gespielt. Was der Nutzer mit einem musikalischen, filmischen oder literarischen Werk angefangen hat, war urheberrechtlich relativ uninteressant. Doch mit der Digitalisierung ergaben sich ungeahnte neue Vervielfältigungsmöglichkeiten – womit die Problematik der Urheberrechtsverletzung erhöhte Aufmerksamkeit erfuhr. Upmeier kam dabei inbesondere auf die Frage zu sprechen, wie mit verwaisten und vergriffenen Werken umzugehen sei. Für verwaiste Werke, deren Urheber nicht mehr auffindbar sind, schlug er die Gründung eines Entschädigungsfonds aus staatlichen Mitteln vor. Fall sich der Urheber nachträglich doch noch melde, könne er aus diesem Topf eine Entschädigung erhalten. Laut Einschätzung von Oliver Hinte könne die Bestandssumme des Entschädigungsfonds gering gehalten werden, da er die Zahl der Urheber bzw. Urheberrechtshalter, die sich nachträglich melden würden, für überschaubar hält. Arne Upmeier verwies darauf, dass eine Digitalisierung bei vergriffenen Werken einer Enteignung nahe käme, weshalb bei diesem Szenario über Entschädigungen für Rechteinhaber nachgedacht werden müsse. Oberstes Ziel müsse nach Meinung von Oliver Hinte die digitale Nutzbarkeit wichtiger kultureller Güter für alle sein. Deshalb plädiert er für die sogenannte Opt out-Regelung. Die Digitalisierung eines Werks solle dem Urheber angekündigt werden, und dieser solle eine Einspruchsmöglichkeit erhalten. Mache er davon nicht Gebrauch, könnte die Digitalisierung vollzogen werden.</p>
<p>Oliver Hinte kritisierte auch Teile der derzeitigen Schrankenregelungen für den wissenschaftlichen Betrieb. So können beispielsweise Angebote, die über elektronische Leseplätze zur Verfügung gestellt werden, nicht von außerhalb der Bibliotheken genutzt werden. In Zeiten überfüllter Hörsäle und Bibliotheken sei dies jedoch nicht praktikabel. Hinte sprach sich daher für eine Novellierung der entsprechenden Vorschriften aus. In diesem Zusammenhang sei auch das jüngst vom Stuttgarter Landgericht ausgesprochene <a href="http://www.heise.de/jobs/meldung/Urheberrecht-Gericht-bestaetigt-Intranet-Klausel-fuer-Lehrer-1358590.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Urheberrechtsurteil</a> nicht nachvollziehbar. Der Alfred Kröner Verlag hatte die Fernuniversität Hagen wegen einer zu umfangreichen Bereitstellung eines von ihm vertriebenen geschützten Buches im internen Hochschulnetz verklagt. Das Gericht hatte sich letztlich dazu entschieden, nur zehn Prozent zur kostenfreien Verbreitung an Studierende zuzulassen. „Leider gibt es hier immer wieder lediglich Einzelfallentscheidungen der Gerichte anstelle konkreter Vorgaben durch den Gesetzgeber“, monierte Hinte im Gespräch mit politik-digital.de. <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__52a.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Paragraph 52a des Urheberrechts</a>, der den Zugang für Unterricht und Forschung regeln soll, bleibt sehr vage. Demnach dürfen „kleine Teile“ eines Werkes zugänglich gemacht werden. Im täglichen Studienbetrieb sei dies wenig nützlich. Daher fordert Hinte, dass sämtliche Werke „im kompletten Umfang für Forschung und Lehre zur Verfügung gestellt werden“. Gleichwohl sei eine angemessene Vergütung für Verlage und Urheber wichtig. Einzelabrechnungen seien dafür jedoch keine praktikable Lösung.</p>
<p>Arne Upmeier hält die derzeitigen Beschränkungen schlicht für gescheitert. Bibliotheken seien deshalb mit der Digitalisierung von Medien sehr zurückhaltend. Zumal Paragraph 52a sogar nur bis Ende 2012 befristet ist, denn „der Gesetzgeber wollte den Verlagen nicht weh tun.“ Mit einem Zweitverwertungsrecht könnten die Urheber ihre Werke  nach einer Erstverwertung durch einen Verlag bzw. eine Verwertungsgesellschaft selbst anderweitig vermarkten. Im Rahmen der Verwertungsbedatte wird auch immer wieder über die Länge einer Embargofrist, in der eine solche Zweitverwertung noch blockiert werden könnte, diskutiert. Während Oliver Hinte die Frist auf maximal ein halbes Jahr beschränken will, sprach sich Upmeier grundsätzlich gegen Embargofristen aus. Er brachte zudem die Möglichkeit ins Gespräch, die Vergabe von Forschungsmitteln an die kostenfreie und öffentliche Bereitstellung der Forschungsergebnisse zu knüpfen. Im Gespräch mit politik-digital.de bewertete Hinte diesen Vorschlag differenziert. Einerseits müssten sich Wissenschaftler auf die Freiheit der Forschung berufen und damit selbst über die Publikation ihrer Ergebnisse entscheiden können, andererseits sollten drittmittelfinanzierte Projekte zur kostenfrei zugänglichen Publikation verpflichtet werden.</p>
<p><b><i><br />
</i>Geistiges Eigentum oder doch eher Wert der Kreativität?<br />
</b></p>
<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Urheberrecht_Die_Linke.jpg" alt="" width="300" height="203" align="left" />Kontrovers diskutiert wurde am Montag auch der Begriff des geistigen Eigentums. <b>Olaf Zimmermann </b>vom deutschen Kulturrat gab zu bedenken, dass die Frage nach der Rolle eines Akteurs im Kultursektor „gar nicht so einfach zu beantworten“ sei. Wer Produzent, Nutzer oder Verwerter ist, sei nicht immer klar ersichtlich, da die Strukturen häufig sehr  kleinteilig seien. Der Gegensatz zwischen „bösen großen Vermarktern und kleinem armen Künstler“ dürfe daher nicht verallgemeinert werden. Zudem wecke der Begriff des geistigen Eigentums unterschiedliche Assoziationen, weshalb er lieber vom einem „zu schützenden Wert der Kreativität“ sprechen wolle. In seiner Rolle als Filmemacher und Produzent beschwor <b>Cay Wesnigk </b>leidenschaftlich die Bedeutung der Verwertungsgesellschaften. Die Nutzung kultureller Güter solle Geld kosten – einen freien Zugang auf Kosten der Urheber dürfe es nicht geben. Professor <b>Artur-Axel Wandtke</b> von der Berliner Humboldt-Universität sieht den Begriff des geistigen Eigentums in der Netzwelt in Auflösung begriffen. Die Entscheidungsfreiheit über den  freien oder vergüteten Zugang zu einem Werk müsse der Urheber auch weiterhin genießen. Autor und Musikproduzent <b>Tim Renner</b> sieht in der Debatte um das Urheberrecht einen Versuch, etwas zu kontrollieren, was nicht zu kontrollieren sei. Ein Gestaltungs- und Kontrollrecht sei im Internet nicht einklagbar. „Wir können den Wunsch des Nutzers, mit unseren Werken zu experimentieren, nicht übergehen“, antwortete er auf die Frage nach der urheberrechtlichen Zulässigkeit von Mashups und und anderen technischen Möglichkeiten des Eingriffs in ein Werk. Dennoch hält auch er die Schaffung funktionierender Vergütungsstrukturen für essentiell.</p>
<p>Beim Thema Vergütung wurden unterschiedliche Positionen vertreten und diskutiert. Während sich Professor Wandtke gegen eine Kulturflaterate aussprach und für Möglichkeiten individueller Abrechnungsmöglichkeiten votierte, beklagte Cay Wesnigk die Untätigkeit des Gesetzgebers, der „schon längst eine entsprechende Infrastruktur“ hätte schaffen sollen. Er brachte das Modell einer Haushaltsabgabe, die der Branche der Kulutrschaffenden jährlich insgesamt eine Milliarde in die Kassen spülen könnte, in die Debatte ein. Im Gegenzug solle dann aber auch die kostenfreie Publikation sämtlicher Werke im Netz gewährleistet werden. Tim Renner ergänzte, dass Menschen durchaus bereit seien, für vollständige und qualitativ hochwertige Angebote zu zahlen. Für staatliche Regulierungsaktionen <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/umstrittenes-hadopi-gesetz-franzosen-droht-die-internet-sperre-1.1157121" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie jüngst in Frankreich</a> zeigt er jedoch kein Verständnis. Die in Deutschland von Siegfried Kauder ins Gespräch gebrachte <a href="http://netzpolitik.org/2011/kauder-will-internet-entzug/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Three Srikes“-Lösung</a> werde nicht zum Schutz der Urheber beitragen.</p>
<p>Und wie stehen die großen Verwertungsgesellschaften zu einer potenziellen Reform des Urheberrechts? Leider war kein großer Verlagsvertreter zum Fachgespräch eingeladen worden, so dass die selbst gestellte Vorgabe der Linken, einen Dialog unter Einbeziehung aller Interessen zu veranstalten, verfehlt wurde. Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels <b>Gottfried Honnefelder</b> warnte in seiner gestrigen <a href="http://www.boersenverein.de/sixcms/media.php/976/Er%F6ffnung%20Honnefelder%20DIGITAL.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rede zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse</a> vor dem wachsenden Einfluss der Piratenpartei – denn deren Forderungen nach einer umfassenden Urheberrechtsreform seien bei denjenigen beliebt, „die nicht davon leben, mit Texten, mit Literatur, mit Inhalten – so genanntem geistigen Eigentum &#8211; umzugehen&#8221;.</p>
<p><i><b><br />
</b></i><b>Leistungsschutzrecht und weitere Initiativen<br />
</b></p>
<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/urheberrecht_text.jpg" alt="" width="250" height="190" align="left" />Als eine Spielart des Urheberrechts wurde schließlich die Idee des Leistungsschutzrechtes diskutiert. Die Presseverleger <a href="http://www.bdzv.de/pressemitteilungen+M583c10e09f4.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">klagen dieses seit langem ein</a>, da sie sich „gegen eine unentgeltliche Ausnutzung ihrer Angebote im Internet zur Wehr setzten müssten“. <b>Matthias Spielkamp</b> betonte die Gefahren, die dieses Recht berge. Vor allem die Verlage wollten sich laut Spielkamp damit schützen &#8211; die Chance, dass es den eigentlichen Urhebern zugute käme, sei hingegen gering. Das Leistungsschutzrecht wäre daher in letzter Konsequenz nur schwerlich mit dem Urheberrecht in Einklang zu bringen. <b>Thierry Chervel</b>, Leiter und geistiger Vater des Kulturmagazins <a href="http://www.perlentaucher.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">perlentaucher.de</a>, erinnerte daran, dass sich Autoren beim Zitieren „immer aufs Glatteis begeben“. Er weiß, wovon er spricht: Seit 2007 befindet sich das von ihm gegründete Magazin wegen seiner Rezensionen im <a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/7127.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">juristischen Dauerstreit</a> mit der Frankfurter Allgemeinen sowie der Süddeutschen Zeitung, die ihm Diebstahl geistigen Eigentums vorwerfen. Rechte an Texten glaubhaft zu machen, sei jedoch ein schwieriges Unterfangen. „Sprache braucht Spielraum, sonst läuft sie Gefahr, monopolisiert zu werden“, so Chervel. Damit wolle er jedoch nicht als Fürsprecher der Guttenbergs dieser Welt verstanden werden. Das Leistungsschutzrecht wäre auch seiner Einschätzung zufolge lediglich ein Recht für die Verlage.</p>
<p>Die Interessen beim Thema Urheberrecht sind und bleiben widersprüchlich. Während das Thema im Bundestag von der Linken forciert wird, wollen auch die <a href="http://www.greens-efa.eu/fileadmin/dam/Documents/Policy_papers/Common%20position%20on%20copyright%2028sept11_EN.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grünen im Europäischen Parlament</a> das Recht grundlegend reformieren. Sie wollen das Filesharing ohne Gewinnabsichten grundsätzlich für legal erklären, da dieses Recht auch für die Medien der „analogen Welt“ gegolten habe. Ferner sollten nach Meinung der Grünen auch Mashups oder Parodien erlaubt sein. Für den Fall, dass dadurch die „Produktion kultureller Güter beeinträchtigt“ werde, sollten Überlegungen zur Einführung einer Kulturflaterate angestellt werden. Modelle zur Sanktionierung von Urheberrechtsverstößen wie das „Three Strikes-Gesetz“ seien dagegen ineffizient und zu kostenintensiv. Durch die Sperrung eines Internetanschlusses würden auch Unschuldige bestraft. Zudem können Sperrungen spielend umgangen werden. In diesem Zusammenhang wird auch das kürzlich verabschiedete <a href="http://www.dfat.gov.au/trade/acta/Final-ACTA-text-following-legal-verification.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anti-Piraterie-Abkommen (ACTA)</a> kritisiert, welches nach Ansicht der Grünen die Rechte der Verwerter geistigen Eigentums stärke, während es Grund- und Freiheitsrechte der Nutzer missachte. Sie wollen sich dafür einsetzen, dass das Abkommen von der EU nicht unterzeichnet wird. Derweil wird auch in Deutschland über den so genannten <a href="http://www.irights.info/?q=content/expertenmeinungen-zum-3-korb-bei-irightsinfo" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„dritten Korb“ der Urheberrechtsreform</a> gestritten. Ein Referentenentwurf des Bundesjustizminsteriums war ursprünglich für das zweite Quartal dieses Jahres angekündigt. Ein Ende der Diskussionen ist derzeit jedoch nicht absehbar.</p>
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		<title>Links, zwo, drei, vier – KW 01</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Jan 2011 15:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
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					<description><![CDATA[Digitaler Jahresausblick 2011, Twitter-Fail-Rückblick 2010, kritischer EU-Blick auf die Nutzung geistigen Eigentums und kein Durchblick mehr beim Wettstreit TV vs. Internet - diese und mehr Themen der Woche in der Linkliste.       
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Digitaler Jahresausblick 2011, Twitter-Fail-Rückblick 2010, kritischer EU-Blick auf die Nutzung geistigen Eigentums und kein Durchblick mehr beim Wettstreit TV vs. Internet &#8211; diese und mehr Themen der Woche in der Linkliste.</p>
<p><strong><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1354746/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jahresvorschau Zwo Punkt Elf<br />
</a></strong><br />
Jörg Schieb von dradio.de wagt einen Ausblick auf das Computer- und Internetjahr 2011. Der Autor spekuliert darüber, was demnächst von WikiLeaks zu erwarten sei (Stichwort: Enthüllungen aus der Bankenwelt), welche Höhenflüge das iPad erleben wird, wie Cloud-Computing an Bedeutung gewinnen und der Datenschutz in Sozialen Netzwerken diskutiert werden wird.</p>
<p><strong><a href="http://www.ausschnitt.de/news_detail_aktuell_de,407,194,65084,detail.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Best of Twitter-Fails 2010<br />
</a></strong><br />
Der Berliner Kommunikationsdienstleister AUSSCHNITT präsentiert die Twitter-Mecker-Charts 2010. Auf dem vordersten Platz landete das viel kritisierte und diskutierte Bahn-Bauprojekt &#8220;Stuttgart 21&#8221;. Inbesondere der baden-württembergische CDU-Ministerpräsident Stefan Mappus und die Deutsche Bahn vereinen dabei die meiste Negativkritik auf sich. Das am häufigsten kritisierte Produkt war das iPhone, am meisten waren die Twitterer über politische Entscheidungen und interne Machtkämpfe verärgert.</p>
<p><strong><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,737748,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mainstream-Komfort vs. offene Strukturen<br />
</a></strong><br />
Konrad Lischka von Spiegel Online stellt eine veränderte Online-Demografie fest. Der Komfort geschlossener Strukturen wie Facebook oder AppStore wird die Vorzüge offener Strukturen vom Nutzungsverhalten der Bürger her immer weiter überflügeln, so der Autor. Ein immer größerer Teil der Nutzer käme ohne offene Standards wie RSS oder Bookmarks aus. Plattform-Offenheit und Datenportabilität seien kein Erfolgskriterium im Endkunden-Mainstream, schreibt Lischka.</p>
<p><strong><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33977/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Smart Mobs ist da<br />
</a></strong><br />
Anja Junghans und Benjamin David von TELEPOLIS philosophieren darüber, was WikiLeaks, Stuttgart 21 und das Münchner Kunstprojekt der Urbanauten gemeinsam haben. Ihr Argument: Das Internet bringt nicht das öffentliche Stadtleben zum Erliegen, so wie manche Pessimisten behaupten würden. Stattdessen sei ein öffentlicher Zwischenraum, ein &#8220;Smart Mobs&#8221;, entstanden, der die Welt und die Stadt tiefgreifend verändere.</p>
<p><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Evaluierungsbericht-zur-Durchsetzungsrichtlinie-bei-geistigem-Eigentum-veroeffentlicht-1164740.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>EU-Evaluierungsbericht zu geistigem Eigentum</strong><br />
</a><br />
Nach Ansicht der EU hat die Verletzung geistigen Eigentums in Europa rapide zugenommen. Dies stellten die EU-Beamten anlässlich einer <a href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM%3A2010%3A0779%3AFIN%3ADE%3APDF" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wirksamkeitsprüfung</a> der sogenannten <a href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM%3A2010%3A0779%3AFIN%3ADE%3APDF" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Durchsetzungsrichtlinie</a> fest. Das Internet sei ein Ort regelmäßiger Rechtsverletzungen, denen mit neuen legislativen und nicht-legislativen Instrumenten begegnet werden müsse.</p>
<p><strong><a href="http://www.fr-online.de/kultur/medien/auch-die-jungen-schauen-fern/-/1473342/5065734/-/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unterschiedliche Prognosen zum TV-Konsum<br />
</a></strong><br />
In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau stellt Fernsehforscher Matthias Wagner fest: Das bereits tot gesagte Offline-TV ist trotz der Angebote im Online-TV-Bereich gefragter denn je. Auch bei jungen Menschen habe es keine dramatischen Verschiebungen beim TV-Genuss gegeben, so der TV-Experte. Das Gegenteil behauptet eine britische <a href="http://people-press.org/report/689" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a>, wonach von den unter 30-Jährigen im Vergleich zu 2007 (68 Prozent) nur noch 52 Prozent das analoge TV als Hauptnachrichtenquelle nutzten.</p>
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		<item>
		<title>Links, zwo, drei, vier (KW 50)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jasmin Reitzig]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 17:24:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Web 2.0 baut ab, die Welt des Medienzaren Rupert Murdoch gerät im kostenlosen Internet ins Wanken und ein Science-Fiction-Autor sieht das Ende des freien Internet gekommen – es herrscht diese Woche Endzeitstimmung in der Linkliste. 
<p>
<a href="http://www.welt.de/die-welt/kultur/article5399147/Das-Prinzip-Offenheit-laeuft-sich-tot.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Web 2.0 baut ab, die Welt des Medienzaren Rupert Murdoch gerät im kostenlosen Internet ins Wanken und ein Science-Fiction-Autor sieht das Ende des freien Internet gekommen – es herrscht diese Woche Endzeitstimmung in der Linkliste. </p>
<p>
<a href="http://www.welt.de/die-welt/kultur/article5399147/Das-Prinzip-Offenheit-laeuft-sich-tot.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><!--break--></a>
</p>
<p>
<a href="http://www.welt.de/die-welt/kultur/article5399147/Das-Prinzip-Offenheit-laeuft-sich-tot.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Web 2.0 schwächelt</a>
</p>
<p>
Web 2.0 – nie boten sich mehr Mitmachmöglichkeiten im Internet. Darauf hätten aber immer weniger Menschen Lust, schreibt Hendrik Werner in der Welt. Wikipedia liefen die Autoren weg, nur eine winzige Minderheit von Nutzern twittere regelmäßig. Der Höhepunkt des Web 2.0 sei vorbei, meint Hendrik Werner und weiß selbst noch nicht, ob sich das positiv oder negativ auf unsere Gesellschaft auswirken wird.
</p>
<p>
<a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,664362,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ein Mann gegen das Internet</a>
</p>
<p>
Gabor Steingart porträtiert im Spiegel den Medienmogul Rupert Murdoch. Da seine Printwelt durch kostenlose Online-Angebote ins Wanken gerate, greife Murdoch immer öfter die Internetwelt an, so Steingart. Diese sei für ihn parasitär, pornografisch und natürlich viel zu links. Steingart resümiert, dass Murdochs Welt wohl dem Untergang geweiht sei und stattdessen das demokratische und transparente Web triumphiere.
</p>
<p>
<a href="http://www.harvardbusinessmanager.de/heft/artikel/a-655873.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chancen und Gefahren der Webkultur</a>
</p>
<p>
In einem Interview mit dem Harvard Business Manager spricht der Science-Fiction-Autor und Blogger Cory Doctorow über Versuche, das Internet zu kontrollieren und die Umsonstkultur im Netz. Das Web stelle unsere grundlegenden Vorstellungen über geistiges Eigentum und die Kontrolle darüber in Frage, so Doctorow.
</p>
<p>
<a href="http://www.morgenpost.de/printarchiv/wissen/article1217188/Facebook-kuendigt-mehr-Privatsphaere-an.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook-Gründer verspricht mehr Privatsphäre</a>
</p>
<p>
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg verspricht in einem offenen Brief an seine Community Änderungen an den Privatsphären-Einstellungen. Um auch die Daten von weniger internetaffinen Nutzern zu schützen, soll in Zukunft z.B. die Netzwerk-Einstellung abgeschafft werden. Dann haben nur noch die 500 Freunde, Kollegen oder der Familie Zugang zum Profil.
</p>
<p>
<a href="http://www.handelsblatt.com/politik/international/deutsche-digitale-bibliothek-bund-und-laender-wollen-google-monopol-verhindern;2493863" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitale Bibliothek </a>
</p>
<p>
Google die Stirn zu bieten – dies versuchen Bund und Länder mit einer eigenen digitalen Bibliothek (DDB). Insgesamt 30.000 deutsche Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen werden dafür vernetzt. Dafür gibt es fünf Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung.
</p>
<p>
<a href="http://www.netzeitung.de/internet/blogblick/1526059.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ein Pirat bloggt über das Minarettverbot</a>
</p>
<p>
Aaron Koenig, in den Vorstand der Piratenpartei gewählt, kommentierte in seinem Blog die Entscheidung der Schweizer für ein Verbot weiterer Minarette. Für Aufregung sorgte der Kommentar, da Koenig den Ausgang der Abstimmung auf das „Unbehagen gegen eine politische Bewegung mit Allmachtsanspruch“ zurück führte. Die vielseitigen Reaktionen auf den Eintrag hat der Blockblick der Netzeitung zusammengetragen.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Unter Mitarbeit von <a href="/user/mkemmerich">Matthias Kemmerich</a> und <a href="/user/jknocha">Jörg Knocha<br />
</a></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Links, zwo, drei, vier (KW 24)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2009 13:29:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
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					<description><![CDATA[Österreich gründet Internetrat für Ethik, Deutschland startet neue Datenschutzkampagne für Jugendliche und China fordert Filter-Software für Computer: Dies und andere Themen in unserer Linkliste.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Österreich gründet Internetrat für Ethik, Deutschland startet neue Datenschutzkampagne für Jugendliche und China fordert Filter-Software für Computer: Dies und andere Themen in unserer Linkliste.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/654697" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erklärung  zum Schutz geistigen Eigentums im Internet</a>
</p>
<p>
Führende Verlage sprachen sich beim Internationalen Mediendialog in Hamburg gegen den Diebstahl von Netzinhalten und für den Schutz geistigen Eigentums aus. So solle die „wirtschaftliche Basis in den digitalen Vertriebskanälen&quot; gesichert werden und digitaler Journalismus vor „Datenklau&quot; geschützt werden. </p>
<p><a href="http://futurezone.orf.at/stories/1604048/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Österreich gründet Internetrat für Online-Ethik</a>
</p>
<p>
Ein Team von fünf Medienexperten und Bloggern hat sich nun selbständig in einem Internetrat (ÖIR) zusammengefunden, um das ethische Bewusstsein im Netz zu stärken. Die aktiven Internetnutzer wollen ab sofort zur „freiwilligen Selbstkontrolle aufrufen und Online-Ethikempfehlungen aussprechen&quot;, so futurezone. Über weitere Pläne sprechen die Gründer im Interview.</p>
<p><a href="http://www.welt.de/wams_print/article3876521/Warum-so-viele-Politiker-im-Netz-erbaermlich-scheitern.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Politiker scheitern online</a>
</p>
<p>
WELT-Autor Thomas Vitzthum sieht statt Fortschritt des digitalen Wahlkampfes die Politiker „erbärmlich scheitern&quot;. „Gediegene Langeweile&quot; bei Martin Schulz (SPD), „trockene Aufzählungen&quot; bei Silvana Koch-Mehrin (FDP) und fehlende Blogs bei Spitzenkandidaten für die vergangene Europawahl. Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider begründet die Zurückhaltung vor allem mit der Angst vor Kontrollverlust.</p>
<p><a href="http://www.netzwelt.de/news/80049-watch-your-web-kampagne-animiert-jugend-datenschutz.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Watch your web&quot;: Neue Datenschutzkampagne für Jugendliche</a>
</p>
<p>
Der Superheld „Webman&quot; und sein Gegner „Data Devil&quot; sollen künftig die Gefahren beim Datenumgang im Netz aufzeigen. Die <a href="http://www.watchyourweb.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Initiative</a> von Jugendschützern, der Bundesregierung, Musiksendern und sozialen Netzwerken soll in Bezug auf persönliche Daten im Netz Auflärung leisten. Vier Kernbotschaften, darunter „Das Internet vergisst nichts!&quot;, sollen zur Vorsicht animieren. </p>
<p><a href="http://www.netzeitung.de/internet/internet/1376391.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Webseite überwacht AGB-Updates</a>
</p>
<p>
Eine neue nützliche Webseite präsentiert die amerikanische Electronic Frontier Foundation. Diese überwacht Änderungen in den Allgemeinen Geschäftsbestimmungen (AGB´s) von Internet-Angeboten wie Twitter, Google und Facebook und macht so beispielsweise veränderte Richtlinien zum Datenschutz schneller einsehbar. </p>
<p><a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4313823,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chinesische Regierung fordert vorinstallierte Filter-Software</a>
</p>
<p>
China will Computerhersteller künftig zu einer „Zensur-Software&quot; auf jedem im Land verkauften PC verpflichten, berichtet dw-world. Bisher wurden kritische Inhalte über Zugangsknoten zum Internet mittels einer Firewall blockiert. Die umstrittene Software „Green Dam&quot; soll nun für ein „grünes, gesundes und harmonisches&quot; Internet sorgen.
</p>
<p><a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/654697" target="_blank" rel="noopener noreferrer"></a></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Open Innovation und die Revolution des Wissens</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/open_innovation_und_die_revolution_des_wissens-92/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:45:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[geistiges Eigentum]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Open Innovation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><strong>(22. Juni 2006) Der Titel verspricht viel und das Buch        hält das Versprechen. "Die wunderbare Wissensvermehrung.        Wie Open Innovation unsere Welt revolutioniert" ist ein Sammelband,        in dem Fachleute aus ihrem Blickwinkel zeigen, welche Potenziale        öffentliche Innovationsprozesse (Open Innovation), zu bieten        haben.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>(22. Juni 2006) Der Titel verspricht viel und das Buch hält das Versprechen. &#8220;Die wunderbare Wissensvermehrung. Wie Open Innovation unsere Welt revolutioniert&#8221; ist ein Sammelband, in dem Fachleute aus ihrem Blickwinkel zeigen, welche Potenziale öffentliche Innovationsprozesse (Open Innovation), zu bieten haben.<!--break--> </strong><br />
Schnell wird klar, dass diese Potenziale eben nichts mit Wundern zu tun haben, sondern durch neue, offene Wege der Nutzung von Wissen und insbesondere durch eine freie Zusammenarbeit der Internetnutzer verwirklicht werden können.</p>
<p class="normal">Herausgegeben von den Mitarbeitern der Heinrich Böll Stiftung Olga Drossou und Andreas Poltermann und vom freien Autor Stefan Krempl, ist das Buch im April 2006 beim Heise Zeitschriften Verlag in der Reihe Telepolis erschienen. Ideen für das Buch lieferte die Konferenz Open Innovation &#8211; Auf der Suche nach neuen Leitbildern, welche die Heinrich-Böll-Stiftung mit der Technischen Universität Berlin und der Humbold Universtität 2004 in Berlin veranstaltete. Die über 20 Autoren sind prominente Spezialisten aus Universitäten, Unternehmen und Vereinen (Wikimedia, Linux-Verband u.a.), die die Überzeugungen teilen, dass Wissen gemeinschaftlich zu erzeugen und anzuwenden ist.</p>
<p class="normal"><strong>Open Innovation als Postulat für eine neue Innovationskultur</strong></p>
<p>Das Buch vereint in seinen Beiträgen verschiedene Ansätze miteinander: Den Open Source- und Free Software-Gedanken mit Innovationstheorien und -praktiken. Die offene Verbreitung von Wissen wird als Voraussetzung von Innovation vorausgesetzt. Das Beispiel von Open Source ist so nicht nur eine innovative Methode zur Softwareerstellung, sondern auch eine allgemeine Kreationsmethode. Damit wird der in Großteilen von Wirtschaft und Politik vorherrschende Gedanke, von der Notwendigkeit der Verknappung von Wissen und Information, wie z.B. durch Patente, in Frage gestellt werden. Denn gerade die Ausweitung geistiger Eigentumsrechte droht die Potenziale der Neuen Medien enorm einzuschränken. Dieses Buch bezeichnet sich daher selbst als ein Plädoyer für die Innovationsfreiheit durch eine neue und offene Nutzung von Daten, Informationen und Wissen. Es ist in vier Teile gegliedert.<br />
<strong>Aufbau </strong><br />
Der erste Abschnitt ist der Theorieteil. Die zwei eng miteinander verbundenen Konzepte Open Innovation und kontextorientierte Innovationsstrategie werden hier in je einem Beitrag von Professor Rainer Kuhlen und einem Autorenteam vorgestellt.<br />
Abschnitt zwei kann als Technikteil bezeichnet werden. Die Berliner Wissenschaftler Wolfgang Coy und Barbara van Schewick zeigen anhand vieler Beispiele, dass das Internet nur dann weiter so viele und abwechslungsreiche Innovationen hervorbringen kann, wenn die bisherige offene Netzstruktur erhalten bleibt.<br />
Der dritte Teil vereinigt fünf Beiträge, die die verschiedenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nennen, die für einen Erfolg verbraucherfreundlicher Innovationen notwendig sind. Eine der wichtigsten Bedingungen ist, dass die Kosten für die vielen möglichen Innovatoren – beispielsweise durch die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Copyleft" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Copyleft-Lizenz</a>] – gering bleiben.<br />
Der letzte Teil geht über die wirtschaftlichen Perspektiven hinaus und eröffnet den Blick auf die gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen von Open Source Systemen und sozialer Software.<br />
<strong>Offene oder geschlossene Innovationsprozesse </strong><br />
Ursprünglich kommt der Begriff Open Innovation aus der Betriebswirtschaftslehre. Henry Chesbrough von der University of Berkeley hat mit seinem 2003 erschienenen Buch Open Innovation. The New Imperative for Creating and Profiting from Technology einen Gegenentwurf zu der Praxis von abgeriegelten Forschungslabors und der strengsten Geheimhaltung von Erfindungen geschaffen. Er sieht die Notwendigkeit der Einbeziehung weiterer Akteure in den Innovationsprozess. Für die Autoren des Buches geht dies jedoch nicht weit genug, da Chesbrough die Abschwächung der geistigen Eigentumsrechte nicht für nötig hält. Auch sieht er noch keine aktive und kreative Rolle des Kunden im Innovationsprozess, wie das Frank Piller in seinem Beitrag tut. Der Gewerkschafter Ulrich Klotz sieht darin eine Demokratisierung von Innovationsprozessen und weist damit auf die politische Dimension von Open Innovation hin.<br />
<strong>Die politische Dimension</strong><br />
Mit dem Konzept der Open Innovation wird auch die Hoffnung verbunden, wieder mehr Akteure ins politische Leben einzubeziehen. Dazu dienen Formate wie Weblogs oder Onlinewahlen, deren Wirkung aber bisher begrenzt war.<br />
Vor der inflationären Verwendung des Begriffs <a href="http://www.land-der-ideen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Innovation in der deutschen Politik</a> grenzen sich die Verfasser ab. Zugleich wollen sie die Richtung der Diskussion beeinflussen – hin zu einer neuen zukunftsträchtigen Innovationskultur, die auf einem offenen Umgang mit Wissen basiert. Es wird auch der Versuch gemacht, den Innovationsbegriff mit dem Konzept der Nachhaltigkeit zu verbinden. Gerade hier ist sicherlich noch viel Arbeit zu leisten.<br />
Die Vielzahl der Themen und Begrifflichkeiten erschwert die Lektüre für den sachfremden Leser. Trotzdem eröffnet das Buch auch für Nichtexperten völlig neue Blinkwinkel auf das Internet und seine Innovationsfähigkeiten und -bedingungen. Zudem werden Experten in den Beiträgen unbekannte Argumente finden, die für eine neue Innovationsstrategie sprechen. Freilich kommen anderslautende Meinungen höchstens am Rande zu Wort. So ist es interessant, dass Michael Stolpe in seinem Beitrag „Alternativen zum weltweiten Patentschutz für pharmazeutische Innovationen“ versucht, das Konzept von Open Innovation auf die Pharmaindustrie anzuwenden. Denn gerade die Pharmaindustrie betont immer wieder die hohen Kosten für Forschung und Innovationen. Daraus und aus vielen anderen Ansätzen des Buches ergeben sich weitere interessante Diskussionen und Implikationen, die es sich auch weiterhin lohnt, zu verfolgen.</p>
<p class="normal">
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		<item>
		<title>Macht und Geld im Cyberspace</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/macht_und_geld_im_cyberspace-81/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:44:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Internet Governance]]></category>
		<category><![CDATA[Computerkriminalität]]></category>
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		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
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		<category><![CDATA[Weltgipfel zur Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><span class="fett"> <font size="2">Genf 2003. Tunis 2005. Die erste        Phase des Weltgipfels zur Informationsgesellschaft ist vorüber        und dieses Jahr steht das Folgetreffen an. Da macht es Sinn, den        Prozess selber noch mal nachzuzeichnen. Und sei es nur, um eine        Bestandsaufnahme des Erreichten durchzuführen.</font>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="fett"> <span style="font-size: x-small;">Genf 2003. Tunis 2005. Die erste Phase des Weltgipfels zur Informationsgesellschaft ist vorüber und dieses Jahr steht das Folgetreffen an. Da macht es Sinn, den Prozess selber noch mal nachzuzeichnen. Und sei es nur, um eine Bestandsaufnahme des Erreichten durchzuführen.</span><!--break--> </span><br />
<span style="font-size: x-small;"><br />
Die Geschichte des Weltgipfels erzählt Wolfgang Kleinwächter in seinem Buch “Macht und Geld im Cybespace”. Detailliert schildert er die Stationen, die über 11000 Vertreter von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren nach Genf brachte. Mit eben so großer Detailliertheit widmet er sich den Inhalten, die auf dem Wege dahin produziert wurden.</span><br />
Er beginnt seine Darstellung damit mit den ersten grenzüberschreitenden Verregelungen kommunikativer Inhalte. Und damit in der Steinzeit der Regimeforschung, bei den Karlsbader Verträgen. Am Interessantesten sind die Seiten zu den WSIS-Vorläufern bzw. den Foren, die sich mit internationalen kommunikationspolitischen Problemen beschäftigen. Hier spielt das Buch seine Stärke aus, da die historische Kontinuität der NWIO-Diskussion zum Genfer Gipfel aufgezeigt wird.<br />
Der überwiegende Teil des Textes ist die mitunter minutiöse Darstellung der einzelnen Konferenzen auf dem Weg nach Genf. Vorbereitungstreffen gab es viele, und auch diese mussten durch Treffen vorbereitet werden. Die Details der großen Diplomatie bekommt der Leser aufgezeigt.<br />
Für diese Details ist der Gipfelprozess ein dankbares Thema, denn durch die schrittweise Selbsteingemeindung der NGOs kam es im Endeffekt zu einer Erweiterung des Teilnehmerkreises. Was auch eine Vergrößerung und Verfeinerung der Regelungen notwendig machte.<br />
Die Analyse scheint aber trotzdem etwas euphorisch. Die breite und formalisierte Beteiligung von NGO unterschiedlichster Couleur als Aushöhlung der Geheimdiplomatie zu werten, ist gewagt. Klassische Geheimdiplomatie findet sich zu einem unter den Bedingungen der Informationsgesellschaft kaum mehr. Ob diese Verfahrensweise, die mehr Spezialwissen in den Prozess eingebracht hat, am Ende ein nachhaltigeres Ergebnis produziert als andere Gipfelprozesse, kann sowieso nur die Zukunft zeigen.<br />
Etwas gewünscht hätte sich der Leser aber dennoch, dass Vergleichsgrößen und Vorbilder für diesen als innovativ geschilderten Pfad der öffentlichen Diplomatie mitgeteilt werden. Eine theoriegeleitete Aufbereitung des Weges zum WSIS sucht man vergebens. Zwar weiss man am Ende der Lektüre viel mehr – nur bleibt man mit diesem Wissen etwas alleine.<br />
KLEINWÄCHTER, WOLFGANG: Macht und Geld im Cyberspace. Wie der Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS) die Weichen für die Zukunft stellt. Heise Verlag, Hannover 2004. 186 Seiten, 16,00 €.<br />
<span style="font-size: x-small;"><span class="fett"><br />
</span></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Karl Marx hätte keine Daten getauscht</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/karl_marx_haette_keine_daten_getauscht-78/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:44:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[geistiges Eigentum]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">(Buchbesprechung) Ist Napster Teil einer subversiven        Bewegung? Kann Open Source die kapitalistische Logik überwinden?        Sabine Nuss weist in ihrer Dissertation "Copyright und Copyriot"        nach, dass Datentausch nicht viel mit der Marxschen Theorie zu tun        hat. Eine Rezension von Maike Brzoska.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(Buchbesprechung) Ist Napster Teil einer subversiven Bewegung? Kann Open Source die kapitalistische Logik überwinden? Sabine Nuss weist in ihrer Dissertation &#8220;Copyright und Copyriot&#8221; nach, dass Datentausch nicht viel mit der Marxschen Theorie zu tun hat. Eine Rezension von Maike Brzoska.<!--break--></p>
<p>Das Buch „Copyright und Copyriot“ ist weniger aufrührerisch als es Titel und Thema vermuten lassen. Die von der Rosa-Luxemburg-Stiftung geförderte Doktorarbeit ruft weder zum illegalen Musikdownload auf noch verkündet sie eine bevorstehende kommunistische Revolution. Denn in erster Linie ist die 2006 veröffentlichte Dissertation der Politikwissenschaftlerin Sabine Nuss eine theoretische Analyse des marxistischen Begriffes von Eigentum.<br />
Nuss beschreibt die aktuellen Konflikte, die durch die kostenlose Verbreitung von Daten im Internet aufgekommen sind: Anstatt CDs zu kaufen, werden Mp3s heruntergeladen, Tüftler aus der ganzen Welt arbeiten gemeinsam am Linux-Code und verbessern kostenlose Programme. Wenn große Konzerne wie Bertelsmann ihre Gewinne bedroht sehen, reagiert die Politik zwar mit Gesetzen, doch viele der Tauschforen halten sich hartnäckig im rechtlichen Graubereich.<br />
Der kostenlose Austausch von Musik und Programmen unter Nutzern widersprechen dem kapitalistischen Profitstreben. Besonders die Open Source-Bewegung zeigt, dass auch ohne die Aussicht auf einen dicken Gehaltsscheck erstklassige Software entstehen kann. Der Frage, ob es sich dabei um Arbeitsformen im Sinne von Marx handelt oder ob es sich gar um Vorboten des Kommunismus handelt, widmet Nuss gut zwei Drittel des Buches.<br />
Es folgt eine recht langwierige Abhandlung über die Entwicklung des Eigentumsbegriffes von der Antike über die bourgeoisen Anfänge bis hin zum Verständnis des geistigen Eigentums im heutigen Kapitalismus. Bei dem Vergleich von File-Sharing und Open Source mit dem kommunistischen Verständnis von Gütern zeigt Nuss überzeugend auf, dass der kostenlose Datentausch im Internet wenig mit dem Marx`schen Denken gemein hat. Obwohl sich Nuss zu den Gegnern von geistigem Eigentum bekennt, kritisiert sie – vielleicht um die Debatte wieder anzuheizen &#8211; die gängigen Argumente derjenigen, die den freien Austausch von digitalen Gütern propagieren.<br />
„Copyright und Copyriot“ ist eine kühle Analyse auf hohem sprachlichem Niveau. Wer sich für subversive Strömungen im Internet interessiert und sich von sozialwissenschaftlichen Theorien nicht abschrecken lässt, den erwartet ein spannender Einblick in den Konflikt um digitale Güter und in die marxistische Forschung.</p>
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		<title>Im Labyrinth des Cyberspace</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:44:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Kluft]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Weltgipfel zur Informationsgesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><span class="fett"><font size="2">Rechtzeitig zum zweiten Teil        des Weltinformationsgipfels der UNO in Tunis, erscheint Wolfgang        Kleinwächters Leitfaden durch die Welt von WSIS, WGIG, PrepComs,        Aktionsplänen, Vorbereitungstreffen, Arbeitspapieren und UN-Deklarationen.        </font>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="fett"><span style="font-size: x-small;">Rechtzeitig zum zweiten Teil des Weltinformationsgipfels der UNO in Tunis, erscheint Wolfgang Kleinwächters Leitfaden durch die Welt von WSIS, WGIG, PrepComs, Aktionsplänen, Vorbereitungstreffen, Arbeitspapieren und UN-Deklarationen. </span><!--break--></span><br />
<span style="font-size: x-small;"> Wer sich bisher noch nicht in den verwirrenden Dschungel der Konferenzen rund um die Informationsgesellschaft hineingetraut hat, findet hier einen Wegweiser durch die Mysterien der internationalen Großkonferenz, ihrer Vorbereitungstreffen und Akteure.</span><br />
Kleinwächter hat hier eine detaillierte und kenntnisreiche Studie über den Prozess des ersten UNO-Weltgipfels zur Informationsgesellschaft vorgelegt. Sie wird ergänzt durch einen umfangreichen Anhang, der wichtigsten Texte und Dokumente des Gipfels sowie einem wirklich nützlichen Abkürzungsverzeichnis. Das Buch wird so schon fast zum Nachschlagewerk.<br />
Kleinwächter geht es um zwei Dinge. Zum einen will die Studie den jahrzehntelangen Prozess in all seinen Facetten darzustellen. Zum anderen, so suggeriert der Titel, sollen die Machtstrukturen und Geldflüsse innerhalb dieses Prozesses aufgezeigt werden. Kleinwächters Analyse beginnt in den Tiefen der Informationsgesellschaftsgeschichte und endet mit einem Ausblick auf den zweiten Teil des Gipfels im November 2005 in Tunis.<br />
<span class="fett">Mit Bausch und Bogen</span><br />
<span style="font-size: x-small;"><br />
Der weite Rückgriff auf die Erfindung des Buchdruckes und den ersten internationalen Abkommen zur Regelung grenzüberschreitender Informationsverbreitung (Karlsbader Beschlüsse von 1819) bis hin zu den letzten Vorbereitungen des Genfer Gipfels wirkt zunächst etwas langatmig, gibt aber dennoch einen guten Einstieg in die Problematik. Wem es hier jedoch zu Grundsätzlich wird, der kann dieses Kapitel auch überblättern.</span><br />
Deskriptiv und detailreich geht es weiter. Kleinwächter taucht tief in die Materie der Konferenzarchitektur ab und zeigt damit einerseits die Notwendigkeit solcher hochgradig organisierter Unternehmungen, andererseits entsteht so aber auch eine Fülle von Details, die dem Leser fast physisch die Qualen solcher Mammutunternehmungen vor Augen führt. Informationen geht dabei nicht verloren, denn das Buch ist übersichtlich strukturiert, als Lesebuch wirkt es allerdings schwerfällig. Gerade für den unbefangenen Leser sind diese Details aber auch unumgänglich, da man sich nur so im Labyrinth der Titel und Organisationen nicht verläuft.<br />
<span class="fett">Mit Blick aufs Wesentliche</span><br />
Dies ist manchmal mühsam, aber Kleinwächter gelingt das Kunststück, trotz dieser Detailfülle den Blick auf das Wesentliche nicht zu verlieren. Welche Themen etwa diesen Prozess so schwierig machen (Internet Governance), welche Befürchtungen gehegt werden (Wer kontrolliert im Internet? Wer muss vor wem sicher sein?) und schließlich warum dieser Gipfel so einzigartig ist: Wegen des Multistakeholder-Ansatzes. Es handelt sich also um einen UN-Gipfel, bei dem zum ersten Mal Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an einem Tisch sitzen und gemeinsam Lösungen erarbeiten wollen. Erstmals ist die Zivilgesellschaft nicht ausgesperrt und nicht auf sog. Gegengipfel angewiesen.<br />
Kleinwächter zeigt auf, welche Interessen die jeweiligen Vertreter haben, ob sie diese durchsetzen konnten und wie anschwellende Beteiligung von Stakeholdern den WSIS-Prozess fast zu einer Schimäre machten.<br />
<span class="fett">Die Frage nach der Legitimation</span><br />
Nun ist Kleinwächter Professor für Kommunikation und kein Politikwissenschaftler. Wer an dieser Stelle etwas über die Legitimation nichtstaatlicher Akteure wissen will, oder die demokratische Verfasstheit der WSIS-Gipfelkonstruktion, wird enttäuscht. Solche Fragen drängen sich zwar auf, werden aber kurz gehalten. Kleinwächter beschränkt sich auf eine Schilderung der Konstitutionsbemühungen wirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Organisationen. Angesichts der Fülle von Veranstaltungen und der immensen Anzahl von Wirtschafts- und Zivilgesellschaftsvertretern, eine durchaus notwendige und hinreichende Strategie.<br />
Das Buch „Macht und Geld im Cyberspace“ ist ein stellenweise enzyklopädischer Ritt durch Geschichte und Konstitution der Informationsgesellschaft. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. Kleinwächter fügt diesem Dokument der Gigantomanie noch ein versöhnlichen Ausblick hinzu, der deutlich machen soll, welche Fortschritte denn nun eigentlich erzielt wurden und was man von den folgenden Vorbereitungstreffen und schließlich dem Gipfel in Tunis, erwarten kann.<br />
Dennoch kann man sich dem Eindruck nicht erwehren, Kleinwächters Bonmot „Der Weg entsteht beim Gehen“, schwinge eine fast schon resignative Note, ob der zu bewältigenden Aufgabe des UN-Gipfels, mit. Aber Sisyphos soll man sich ja auch als einen glücklichen Menschen vorstellen.<br />
„Macht und Geld im Cyberspace“ ist im Heise Verlag erschienen und kostet 16,00 Euro.<br />
<span style="font-size: x-small;"><span class="fett"><br />
</span></span></p>
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		<title>Open Source Nation Brasilien</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-mrichter_fossnationbrasil061019-shtml-2902/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mrichter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Oct 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[geistiges Eigentum]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Freie Software]]></category>
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		<category><![CDATA[IT-Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieser Text steht unter CreativeCommons-
                              Lizenz und darf unter Namensnennung der Autorin zu nichtkommerzieller Nutzung unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Die Autorin des im Januar verfassten Textes, Meike Richter, hat ihre Magisterarbeit zum Thema auf ihrer Website fair-code.net 
                              veröffentlicht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Text steht unter CreativeCommons-<br />
                              <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lizenz</a> und darf unter Namensnennung der Autorin zu nichtkommerzieller Nutzung unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Die Autorin des im Januar verfassten Textes, Meike Richter, hat ihre Magisterarbeit zum Thema auf ihrer Website fair-code.net<br />
                              <a href="http://www.fair-code.net/faircodeblog/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=19&amp;blogId=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veröffentlicht</a>.<!--break--></p>
<p>
                              <strong>(Artikel, 19. Oktober 2006) Brasilien geht pro Linux und macht sich für eine Neuregelung geistiger Eigentumsrechte stark. Die Südamerikaner führen eine Reihe von Entwicklungs- und Schwellenländern an, die sich auf diesem Wege aus wirtschaftlicher Abhängigkeit befreien wollen.</strong>
                            </p>
<p>Seit einigen Jahren verfolgt Brasilien eine ganz eigene Entwicklungspolitik. Das südamerikanische Land kehrt Bill Gates&#8217; Imperium den Rücken und fördert den Einsatz und die Entwicklung von<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/FOSS" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freier/ Open Source Software</a> (FOSS). Begonnen hat die pro-Linux-Politik auf kommunaler und Bundesebene, seit dem Wahlsieg der<br />
                            <a href="http://www.ptb.org.br/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeiterpartei</a> unter Präsident Luiz Inácio Lula da Silva gehört die Förderung von offenem Code zum Regierungsprogramm. Die Brasilianer haben erklärt, 80% der neu anzuschaffenden Computer mit Open Source Software auszustatten. Auch die existierende öffentliche IT-Infrastruktur migriert auf FOSS, und staatlich geförderte Software soll unter freien Lizenzen veröffentlicht werden. Außerdem ist freie Software Bestandteil nationaler Programme zur Überbrückung des Digital Divide, denn ein Großteil der Brasilianer hat<br />
                            <a href="http://www.heise.de/ct/04/02/044/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">keinen Zugang</a> zu Informations- und Kommunikationstechnologien (ICTs) wie dem Internet. Mit der Überwindung des digitalen Grabens ist der Anspruch verbunden, gleichzeitig wirtschaftliche, politische und soziale Entwicklung zu fördern. Diese Hoffnung speist sich aus dem Umstand, dass Zugang zu Information und Wissen, seine Schaffung und Verbreitung, ein zentraler Machtfaktor in einer globalisierten, vernetzten Welt ist.</p>
<p>Und hier nun kommt Software ins Spiel – fungiert sie doch als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Die weiche Ware besteht nicht nur aus Information, sondern ist gleichsam der Zentralschlüssel zu digitalen Datenräumen und Wissen aller Art. Eines der Hauptargumente der Brasilianer für Linux lautet, dass es ökonomisch sinnvoller ist, Staatsgelder für die Ausbildung lokaler Arbeitskräfte auszugeben, als die finanziellen Ressourcen ins Ausland zu transferieren, um dort Software-Lizenzen einzukaufen. Denn anders als bei proprietärer Software, beispielsweise dem Betriebssystem Windows von Microsoft, fußt das ökonomische Wertschöpfungsmodell nicht auf Erhebung von Lizenzgebühren. Stattdessen bringen Serviceleistungen um die Software herum Gelder ein. Freie Software ist längst kein Spielzeug für Technik-begeisterte Bastler mehr. Konzerne wie IBM oder Novell Suse und eine Vielzahl kleiner und mittlerer Unternehmen erwirtschaften mit diesem speziellen Code Profit. Der<br />
                            <a href="http://www.mozilla.com/firefox/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Firefox-Browser</a>, Linux-basierte Betriebssysteme wie Debian oder das Office-Paket<br />
                            <a href="http://www.openoffice.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OpenOffice</a> zählen zu den bekanntesten Anwendungen. Brasilien hat eine sehr aktive FOSS-Szene. Die weltweit ersten mit Open Source betriebenen Bankautomaten haben die Südamerikaner entwickelt.</p>
<p>Freie Software hat, geschützt durch spezielle Lizenzen, eine ganz eigene Kultur und Ökonomie, die sich aus ihren vier Haupt-Merkmalen ergibt: die Software darf ohne jede Einschränkung benutzt werden, der Quellcode ist verfügbar, er darf verändert und es darf aus ihm gelernt werden, die Software darf ohne Einschränkungen und ohne Zahlungsverpflichtungen kopiert und weitergegeben werden, die Software darf verändert und in veränderter Form weitergegeben werden.<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Quellcode" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quellcode</a> ist die „DNA“ des Programmcodes, bestehend aus Textbefehlen, geschrieben in einer höheren Programmiersprache. Entwicklung und Anpassung von Software ist nur in dieser Rohform möglich. Open Source Software entsteht innerhalb offener Netzwerk-Strukturen, in denen Informatik-Studenten, Hobby-Programmierer und IT-Profis über Ländergrenzen hinweg miteinander kooperieren.</p>
<p>Weil bei FOSS der Bauplan frei zugänglich ist, schätzen die Südamerikaner diese Art Code. Marcel Tosatti, Brasilianer und ehemaliger Hüter des Linux-<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kernel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kernel</a>, drückt es so aus: „Die Technologie und die Lizenz gibt den Ländern der Dritten Welt die Chance, nicht mehr Sklaven irgendeiner Technologie zu sein. So kann jedes Land eigene Technologien entwickeln.“ Nicht zuletzt weil proprietäre Software die Anpassung an lokale sprachliche Bedürfnisse oft unmöglich macht, empfinden ärmere Länder ihre Benutzung als eine Art „elektronische Kolonisierung“. Eine generelle Unzufriedenheit mit Preisstruktur, Lizenzmodellen und Service des global mächtigsten proprietären Software-Produzenten – Microsoft – spielt eine zentrale Rolle. Tatsächlich handelt sich der Konzern immer wieder Klagen wegen wettbewerbswidriger<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft#Die_Antitrust-Klage_und_die_drohende_Spaltung_der_Firma" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Praktiken</a> ein. Auch die entwickelte Welt stört sich zunehmend an der Monopolstellung Microsofts und findet in freier Software eine willkommene Alternative. Die Stadt<br />
                            <a href="http://www.muenchen.de/Rathaus/referate/dir/limux/89256/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">München</a> beispielsweise ist dabei, ihre gesamte Verwaltung auf FOSS zu migrieren.</p>
<p>Brasiliens pro-Linux Politik ist eng verknüpft mit den Auseinandersetzungen um geistige Eigentumsrechte. Entwicklungs- und Schwellenländer erklären seit Jahren, dass die existierenden Copyright-und Patentsysteme nicht zu ihrem Vorteil arbeiten, sondern die Interessen entwickelter Länder beziehungsweise der dort ansässigen Unternehmen reflektieren. Die ursprüngliche Idee hinter geistigem Eigentum ist einleuchtend: Erfinder und Kreative bekommen ein zeitlich befristetes Monopol auf ihre Erzeugnisse und können wegen Ausschaltung des Wettbewerbs hohe Preise verlangen. Obwohl die Ideen temporär nicht von anderen genutzt und weiterentwickelt werden dürfen und Folge-Innovationen sich somit verzögern, rechnet sich das Konzept. Denn der Staat schafft auf diesem Wege Anreize für Innovation. Kritiker sagen, dass die kontinuierliche Ausweitung geistiger Eigentumsrechte, etwa auf mathematische Algorithmen, Gene oder Pflanzen, das System pervertiert und Innovation verhindert. Nicht mehr die besten Ideen, sondern die teuersten Anwälte setzten sich durch. Im Falle von armen Ländern tritt das Problem verschärft zutage. Sie verfügen kaum über Patente und Copyrights und die Möglichkeiten,<br />
                            <a href="http://www.dailytimes.com.pk/default.asp?page=story_16-8-2005_pg5_12" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sie</a> durchzusetzen. Bei der World Intellectual Property Organisation (WIPO) führt Brasilien eine Reihe von Entwicklungs- und Schwellenländern an, die sich für eine Neubewertung geistiger<br />
                            <a href="http://www.irights.info/index.php?id=381" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eigentumsrechte</a> einsetzen. Die WIPO ist eine UN-Agentur, die Markenrechte, Patent- und Copyrightsysteme global verbindlich festlegt. Es ist kein Zufall, dass gerade die Brasilianer auf neue Konzepte betreffend geistiges Eigentum setzen. In den 1990ern waren sie die ersten, die ernsthaft gedroht haben, im öffentlichen Interesse Patente auf überteuerte AIDS-Medikamente zu verletzen. Und zwar unter einer konservativen Regierung.</p>
<p>Die offene Regelung geistiger Eigentumsrechte bei freien Software-Systemen wie Linux soll helfen, technologisch und wirtschaftlich unabhängiger zu werden. Denn bei Software geht es nicht nur um Code, sondern um Rechte, Kontrolle, Sicherheit, Transparenz und Macht. Software ist eher ein Prozess denn ein Produkt – um sie einsatzfähig zu halten, ist kontinuierliche Weiterentwicklung unerlässlich. Während proprietäre Technologien nur denen offen stehen, die sie sich leisten können, erlaubt Freie Software Zugang zu Wissen und Informatik der entwickeltesten Länder.</p>
<p>Ob Brasiliens pro-Linux Politik weiter voranschreitet, bleibt indes abzuwarten. Ist sie doch eng verbunden mit dem Schicksal der Arbeiterpartei. Die Förderung Freier Software gewinnt aber auch in anderen Ländern Lateinamerikas an Bedeutung: seit September 2005 ist in Peru Einsatz und Förderung freier Software<br />
                            <a href="http://www.bundestux.de/show/88304.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gesetzlich festgeschrieben</a>.</p>
<p>Man darf die brasilianische Politik nicht als bloßes Armuts-Bekämpfungsprogramm abtun. Dahinter steht die Absicht, kommerziellen und gesellschaftlichen Mehrwert ohne klassischen Schutz geistigen Eigentums zu schaffen, sondern mit neuen Copyright- und Patentmodellen, die an die Bedürfnisse moderner Wissensgesellschaften angepasst sind. Wissen ist ein ganz besonderes Gut: es wächst durch Teilung.</p>
<p>
                              <strong>Dieser Text steht unter CreativeCommons-<br />
                              <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lizenz</a> und darf unter Namensnennung der Autorin zu nichtkommerzieller Nutzung unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Die Autorin des im Januar verfassten Textes, Meike Richter, hat ihre Magisterarbeit zum Thema auf ihrer Website fair-code.net<br />
                              <a href="http://www.fair-code.net/faircodeblog/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=19&amp;blogId=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veröffentlicht</a>.</strong><br />
                              
                            </p>
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