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	<title>Gender Mainstreaming &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Gender Mainstreaming &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Politisches Netz?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:45:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">Beiträge aus Praxis und Forschung zur politischen        Kommunikation im Netz versammelt das Kursbuch Internet und Politik        2003. Die Herausgeber wollen Brücken zwischen Theorie und Anwendung        schlagen. Und überzeugen weitgehend]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Beiträge aus Praxis und Forschung zur politischen Kommunikation im Netz versammelt das Kursbuch Internet und Politik 2003. Die Herausgeber wollen Brücken zwischen Theorie und Anwendung schlagen. Und überzeugen weitgehend<!--break--></p>
<p class="normal">Mit dem Kursbuch „Internet und Politik“ möchten die Herausgeber „Brücken zwischen Problemen der politischen Praxis und anwendungsbezogener politischer Forschung schlagen“. Für den Schwerpunkt des dritten Jahres &#8211; Politische Kommunikation im Netz. &#8211; haben die Herausgeber Beiträge aus politischer Praxis und Wissenschaft versammelt.</p>
<p>Der Beitrag von Britta Schemel „Das Internet im Bundestags-wahlkampf 2002“ gehört zur zweiten Kategorie und zeigt, wie das Internet politische Prozesse innerhalb der Parteien modernisiert. Dazu widmet sich die Freie Mitarbeiterin von politik-digital.de dem Internet als Plattform für parteieninterne Kommunikation wie auch für die Außendarstellung. Mit wahlfakten.de (von der CDU) und mit gerhard-schroeder.de seien „vielfältige Informations- und Interaktions-möglichkeiten“ in der Wähler wie in der Mitgliederansprache eingesetzt worden. Dennoch liege einiges Potenzial brach.<br />
Vito Cecere beleuchtet denselben Gegenstand aus der Warte der Praxis. Der Büroleiter des Bundesgeschäftsführers der SPD in der Berliner Parteizentrale fragt, ob der „Online-Wahlkamp 2002 neune Maßstäbe für politische Kommunikation im Internet“ gesetzt habe. Seine Kernfrage ist, ob nur die Partei, die online vorne liegt, auch offline punkten kann.<br />
Der Bundestagswahlkampf 2002 ist für Cecere der „erste Internetwahlkampf in Deutschland“ gewesen, gerade weil Onlinekampagnen es auch in die „offline“-Medien geschafft hatten. Aber auch wenn die politische Kommunikation im Netz durch den Wahlkampf weiterentwickelt worden sei, dürfe nicht vergessen werden, dass das Internet nur ein Medium neben anderen ist. Und politische Inhalte könne es schon gar nicht ersetzen.<br />
Politisch kommuniziert wird im Internet aber auch jenseits der Bundestagswahlkämpfe. Gabriele Winkler von der TU Hamburg-Harburg legt den Fokus auf die Bürgerin. Sie sucht nach der „Genderbewussten Gestaltung öffentlicher Räume in kommunalen E-Government-Portalen“. Und findet in den Kommunen „allzu oft am Bild des männlichen KFZ-Liebhabers oder Bauherrn orientierte“ Angebote.<br />
Das und welche Defizite hier noch liegen, zeigt die Autorin anhand gelungener Beispiele. Das Freiburger Frauen-Internet-Café Cappuccino Digitale, das Internet Rathaus von Pforzheim oder Münsters Frauen Online zeigen das Mögliche und Wünschbare. Trotz der „Best-Practice-Beispiele stehe noch viel zwischen effizienten und transparenten Ideal einer Geschlechterdemokratie und der Realität, in der Gender Mainstreaming „Worthülse“ und „Lippenbekenntnis“ bleibe.<br />
Soweit können die etwas über 120 Seiten überzeugen. Auch Thorsten Faas Beitrag zu virtuellen Wahlforschung, der als „außerhalb des Schwerpunktes“ aufgenommen wurde, muss dabei erwähnt werden. Warum aber die virtuelle Präsenz von Botschaften in Berlin untersucht wird? Das erschließt sich nicht. Auch schmälert die etwas stiefmütterliche Behandlung des Verlages den guten Eindruck. Das Kursbuch Internet und Politik 2003 erschien im August 2004.</p>
<p class="fett">
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		<item>
		<title>Kein Gender im Mainstream</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-bund-genderm123-shtml-2766/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[uschmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Oct 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
		<category><![CDATA[Gender Mainstreaming]]></category>
		<category><![CDATA[BundOnline 2005]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Ziel der Gleichstellung der Geschlechter gilt auch für die großen Internetprojekte in Bund und Ländern. Die wenigen Fortschritte zeigt eine Untersuchung des Portals „BundOnline 2005“.
                  ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Ziel der Gleichstellung der Geschlechter gilt auch für die großen Internetprojekte in Bund und Ländern. Die wenigen Fortschritte zeigt eine Untersuchung des Portals „BundOnline 2005“.<br />
                  <br /><!--break--><br />
                  <br />Um Missverständnissen vorzubeugen: es geht bei Gender Mainstreaming nicht um Feminismus und Emanzen, sondern um die Einsicht, dass politische Entscheidungen unterschiedliche Auswirkungen auf die Geschlechter und Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen (alt oder jung, mit oder ohne Kinder etc.) haben, die es zu berücksichtigen gilt. Die Gleichstellung der Frau ist ein Unterziel, das sich die Politik schon früher gesetzt hat. Dem Konzept des Gender Mainstreaming liegt die Erkenntnis zugrunde, dass es keine geschlechtsneutrale Politik gibt. So sind spezifische Männerbedürfnisse ebenfalls einbezogen. Frauen- und Gleichstellungspolitik sind hier nur Maßnahmen der Strategie.</p>
<p>In diesem Zusammenhang haben Prof. Gabriele Winker und Ricarda Drüeke von der TU-Hamburg-Harburg im Auftrag des Vereins „<br />
                  <a href="http://www.frauen-technik-impulse.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frauen geben Technik neue Impulse</a>“ das<br />
                  <a href="http://kompetenzz.de/filemanager/download/470/GM_Bundesportal_TUHH.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gutachten</a> „Gender Mainstreaming im Bundesportal BundOnline 2005“ verfasst. Seit der Ratifizierung des Amsterdamer Vertrags 1999 ist Gender Mainstreaming offizielle Regierungspolitik. Zu diesem Zeitpunkt entstanden auch die ersten E-Government-Projekte. Doch im Netz merkt man davon nicht viel.</p>
<p>Das zusammenfassende Urteil der Studie: „Insgesamt erhält man den Eindruck, dass auf den Seiten des Bundesportals überproportional viel über das Konzept des Gender Mainstreaming informiert wird, aber die Umsetzung dieses Konzeptes [&#8230;] noch nicht weit vorangeschritten ist“. „Persönlich finde ich es schade, dass bei einer neuen Technologie die Chance vertan wird, Frauen von vorne herein gleichberechtigt zu beteiligen“, sagt Gabriele Winker im Gespräch mit politik-digital.de. „Bei der Realisierung des Bundesportals werden frauenpolitische Fragestellungen vollständig ausgeklammert. Gleichzeitig führt Geschlechtsblindheit in beinahe allen Themenbereichen zu einseitigen Wahrnehmungen und zur Umsetzung männlicher Sichtweisen“. Als besonderes Negativbeispiel führt die Studie das Thema „Kinderbetreuung“ an, zu dem keine Informationen für Eltern zu finden sind.</p>
<p>Zentrale Empfehlung des Gutachtens für einen Ausbau von „BundOnline2005“ ist die direkte Zielgruppenansprache anstelle der jetzigen Anbieterorientierung. Eine hochwertige Suche nach Gruppen und/oder Lebenslagen wären der zweite Schritt. Angebote, die den verschiedensten Interessen und Belangen von Frauen und Männern gerecht werden der Dritte. Der Schwerpunkt sollte von der Bereitstellung von Information auf Beteiligungs- und Kommunikationsmöglich-keiten verlagert werden. Die Verbesserung der Qualität der E-Government-Angebote verlangt nach Winker zudem eine regelmäßige Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an Foren und Workshops zu deren Weiterentwicklung. Zudem sollten „GenderexpertInnen bei der Planung und Entwicklung von öffentlichen Internetportalen einbezogen werden.“</p>
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		<title>&#8220;Ich persönlich bin der Meinung, dass der Wehrdienst ausgesetzt werden sollte und glaube, dass die damit verbund</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotich_persoenlich_bin_der_meinung_dass_der_wehrdienst_ausgesetzt_werden_sollte_und_glaube_dass_die_-301/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[espies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Jun 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Gender Mainstreaming]]></category>
		<category><![CDATA[Wehrpflicht]]></category>
		<category><![CDATA[Familienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Befruchtung]]></category>
		<category><![CDATA[Renate Schmidt]]></category>
		<category><![CDATA[Zivildienst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/rschmidt.gif" alt="Renate Schmidt" align="left" border="0" height="108" width="89" />Renate 
Schmidt</b><b>, Familienministerin (SPD), </b><b>war am 03. 
Juni 2003 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de 
im ARD-Hauptstadtstudio</b></span>.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/rschmidt.gif" alt="Renate Schmidt" align="left" border="0" height="108" width="89" />Renate<br />
Schmidt</b><b>, Familienministerin (SPD), </b><b>war am 03.<br />
Juni 2003 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
im ARD-Hauptstadtstudio</b></span>.<!--break--> <br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"></p>
<p><b>Moderator: </b>Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02<br />
ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de. Die Bundesfamilienministerin und stellvertretende<br />
SPD-Vorsitzende Renate Schmidt ist heute im ARD-Hauptstadtstudio unser<br />
Chat-Gast. Frau Schmidt, sind Sie bereit für den 60-Minuten-Chat<br />
mit unseren Usern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Ja!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>nevaplus:</b> Frau<br />
Schmidt, Sie waren einmal Betriebsrätin und kennen vermutlich die<br />
Sorgen und Nöte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Frage: Veränderungen<br />
sind nötig; doch dürfen sie Ihrer Meinung nach überwiegend<br />
zu Lasten von Beschäftigten, Rentner und Arbeitslosen &#8211; wie jetzt<br />
geplant ohne einen Beitrag der Vermögenden in unserem Land &#8211; durchgesetzt<br />
werden? Wo bleibt die noch im Wahlkampf von der SPD versprochene Soziale<br />
Gerechtigkeit bei der Agenda 2010?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Ich finde, dass es nicht gerecht ist, wenn man älteren Arbeitslosen<br />
32 Monate Arbeitslosengeld zahlt und damit Anreize schafft für den<br />
Arbeitgeber, sich möglichst kostengünstig zu Lasten der Sozialkassen<br />
ihrer zu entledigen. Deshalb ist es richtig, das zu verändern, wenn<br />
man gleichzeitig sicherstellt, dass diejenigen, die dann immer noch ohne<br />
Job dastehen, ein Angebot bekommen. Genau das wollen wir tun. Was die<br />
Rentner betrifft, müssen wir einfach sehen, dass wir eine dramatisch<br />
schlechte Alterstruktur in Deutschland haben. Die Lebenserwartung steigt,<br />
Gott sei Dank. Aber das Renteneintrittsalter liegt deutlich unter dem<br />
gesetzlich vorgesehenen von 65 Jahren &#8211; nämlich bei 60, d.h. für<br />
einen immer längeren Zeitraum müssen die Renten finanziert werden.<br />
Das wird auf Dauer nicht gehen. Deshalb ist es richtig, dass ab 2011 das<br />
Eintrittsalter in die Rente auch im Gesetz steigen wird und in der Zwischenzeit<br />
die Rentensteigerungen nicht ganz so hoch sein werden, wie wir es uns<br />
mal vorgenommen haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>über_allem:</b><br />
Frau Schmidt. Unser Kanzler hat ja beim Parteitag der SPD ein hervorragendes<br />
Votum für seine Politik bekommen. Sehen Sie die Position des Kanzler<br />
gestärkt und steht die Partei jetzt vereint hinter dem Kanzler? War<br />
diese Entscheidung der Delegierten die Entscheidung für die Agenda<br />
oder sehen Sie Probleme, die Agenda jetzt im Bundestag durchzusetzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Es war eine Entscheidung für die Agenda und ich gehe davon aus, dass<br />
diejenigen in der Fraktion, die sie bisher kritisiert haben, dieses eindeutige<br />
Votum respektieren werden und dann der Agenda und den Gesetzen, die daraus<br />
folgen, auch zustimmen werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>nevaplus:</b> Die<br />
Post hat ca. 120.000 Arbeitsplätze vernichtet und setzt diese sogenannte<br />
Personalanpassung fort. Was tun Sie als Mitglied dieser Bundesregierung<br />
konkret gegen den Abbau von Arbeitsplätzen bei der Post und damit<br />
für den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Die Post ist in der Zwischenzeit ein privatisiertes Unternehmen. Die Bundesregierung<br />
sitzt zwar im Aufsichtsrat, hat aber rein gesetzlich gar nicht die Möglichkeit,<br />
Unternehmensentscheidungen zu beeinflussen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zum Thema Wehrpflicht gibt es viele Fragen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>zivi-1:</b> Warum<br />
halten Sie am Wehrdienst fest? Wer bedroht uns und ist das nicht ineffektiv<br />
und teuer?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Ich persönlich bin der Meinung, dass der Wehrdienst ausgesetzt werden<br />
sollte und glaube, dass die damit verbundenen Probleme sowohl bei der<br />
Bundeswehr als auch beim Zivildienst lösbar sind. Meine Partei und<br />
die SPD-Fraktion sind mit großer Mehrheit anderer Auffassung. Wir<br />
werden die Entscheidung darüber am 1.Juli treffen. Ich bin allerdings<br />
überzeugt davon, dass auf eine mittlere Sicht gesehen &#8211; auch angesichts<br />
der Tatsache, dass um uns herum überwiegend Berufsarmeen installiert<br />
werden &#8211; auch bei uns die Wehrpflicht eher ein Auslaufmodell ist. Als<br />
Bundesministerin werde ich natürlich die Entscheidungen der Fraktion<br />
und des Kabinetts respektieren und umsetzen. Wichtig ist mir, dass junge<br />
Leute beiderlei Geschlechts einen Dienst an der Gesellschaft leisten.<br />
Deshalb habe ich auch eine Kommission zur Zukunft von Zivildienst und<br />
freiwilligen Diensten eingerichtet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>petermann25:</b><br />
Dann sind Sie anderer Meinung als Struck?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
In diesem Fall ja, obwohl wir sehr gut zusammenarbeiten, und dies kein<br />
verbissener Streit ist sondern einen Auseinandersetzung um die beste Lösung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>zivi-1:</b> Fortentwicklung<br />
des freiwilligen sozialen Jahres, klingt gut, aber bei der Staatsverdrossenheit<br />
kein leichtes Spiel? Der Staat nimmt durch immer mehr Steuern, warum soll<br />
ich da geben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Weil der Staat wir alle sind und wenn wir alle Aufgaben auf den Staat<br />
verlagern, wird die Steuerlast immer größer. Wir brauchen mehr<br />
Eigenverantwortung, mehr ehrenamtliches Engagement, mehr Nachbarschaftshilfe<br />
und müssen schauen, welche Probleme wir selber lösen können,<br />
bevor wir nach dem Staat rufen. Wenn das viele tun, werden auch Steuerlasten<br />
sinken können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>samariter:</b><br />
Sie sagen: Der Zivildienst sei keine Begründung für eine weitere<br />
Existenz der Wehrpflicht. Aber können die Wohlfahrtsverbände<br />
auf die billigen Arbeitskräfte verzichten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Im Zivildienstgesetz steht, dass der Zivildienst arbeitsmarktneutral sein<br />
muss und Zivildienstleistende nur für Aufgaben eingesetzt werden<br />
dürfen, die nicht zwingend notwendig sind. Ich weiß natürlich,<br />
dass das so nicht überall der Fall ist. Aber es gibt natürlich<br />
Lösungen, falls die Wehrpflicht ausgesetzt würde, wie man die<br />
Zivildienstleistenden durch reguläre Arbeitskräfte ersetzen<br />
könnte. Allerdings brauchen die Wohlfahrtsorganisationen und die<br />
anderen Träger endliche Planungssicherheit. Und deshalb brauchen<br />
wir eine schnelle Entscheidung. Es bleibt aber dabei, dass der Zivildienst<br />
nicht die Begründung der Wehrpflicht bedeuten kann. Der Zivildienst<br />
ist eine Konsequenz der Wehrpflicht und kann nur bleiben, wenn wir die<br />
Wehrpflicht tatsächlich noch benötigen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>offizier:</b> Wehrpflicht<br />
und Zivildienst sollten die gleiche Dauer haben. Warum plötzlich<br />
diese Kehrtwendung? Früher war der Zivildienst immer länger.<br />
Wer geht da noch zum Bund?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Der eine Monat ist schon längst keine &quot;Abschreckung&quot; mehr.<br />
Es gibt im Moment pro Geburtsjahrgang jeweils die Hälfte Bundeswehr-<br />
und Zivildienstleistende. Dies wird sich auch bei gleicher Dauer von Zivildienst<br />
und Wehrdienst nicht verändern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>rurupro:</b> Wenn<br />
man die Wehrpflicht abschafft und ein Soziales Jahr für Frauen und<br />
Männer einführt, dann wäre dies doch viel sinnvoller und<br />
gerechter, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Wir haben uns in unserer Verfassung verpflichtet, keinen sogenannten Zwangsdienst<br />
einzuführen und wir sind auch in internationalen Vereinbarungen vertraglich<br />
gebunden, dies nicht zu tun. Es gibt meines Wissens nur zwei Länder<br />
auf der Welt, die einen solchen Zwangsdienst kennen. Beides sind Diktaturen.<br />
Ich möchte aber nicht missverstanden werden, auf freiwilliger Ebene<br />
halte ich für beide Geschlechter einen solchen Dienst für richtig<br />
und sinnvoll!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>petermann25:</b><br />
Wenn es beim Wehrdienst bliebe, wolle man rasch entscheiden, wie lange<br />
dieser dann dauern solle. Ja wie lange denn?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Dies wird sich nicht nach den Bedürfnissen meines Ministeriums richten,<br />
<br />
sondern nach den Bedürfnissen der Bundeswehr. Hier gibt es unterschiedliche<br />
Äußerungen. Die Verabredung ist, bis zum Jahresende auch Klarheit<br />
über die Dauer des Wehrdienstes zu haben. Die gleiche Dauer wird<br />
dann auch für den Zivildienst gelten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Kommen wir zu einem weiteren Thema &#8211; die künstliche Befruchtung erregt<br />
die Gemüter.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jana:</b> Wie sehen<br />
Sie die Abschaffung der künstlichen Befruchtung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:<br />
</b>Die künstliche Befruchtung wird natürlich nicht abgeschafft,<br />
die Möglichkeit besteht nach wie vor &#8211; allerdings wird sie nicht<br />
mehr von der gesetzlichen Krankenkasse finanziert. Dies ist für mich<br />
sicher eine schwierige Entscheidung gewesen. In der Abwägung, was<br />
aber wirklich zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen gehen muss und<br />
was nicht und damit zu Lasten der Beiträge von Arbeitnehmern und<br />
-gebern, ist die Entscheidung meines Erachtens nachzuvollziehen, das dies<br />
mit der Grundidee der gesetzlichen Krankenversicherung nichts zu tun hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dini:</b> Sind<br />
Sie auch der Meinung, dass die Streichung der Kostenübernahme der<br />
künstlichen Befruchtung die KK wirklich entlastet? Nachweislich handelt<br />
es hierbei um ca. 0,1% der Gesamtkosten, für die betroffenen (kranken<br />
!) Paare sind die Beträge aber teilweise unerschwinglich. Und das<br />
in einer Gesellschaft, in der immer mehr von &quot;Vergreisung&quot; die<br />
Rede ist?!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Es ist sicherlich richtig, dass das jetzt nicht der große Brocken<br />
in der Krankenversicherung ist. Aber auch andere Dinge, die gestrichen<br />
werden mussten, wie z.B. das Sterbegeld, machen auch allein für sich<br />
gesehen nicht soviel aus. Zusammengenommen werden wir es aber durch die<br />
Herausnahme von Leistungen, die entweder über Steuern finanziert<br />
werden oder gar nicht mehr bezahlt werden, schaffen, auf mittlere Sicht<br />
den Krankenversicherungsbeitrag zu senken.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas:</b> Warum<br />
werden Schwangerschaftsabbruch, Verhütung etc. aus Steuergeldern<br />
gezahlt und Kinderwunsch nicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Verhütung wird nicht aus Steuergeldern gezahlt. Schwangerschaftsabbrüche<br />
auch nicht immer. Weil ersteres in jedem Fall zur Privatsphäre gehört<br />
und es keinen Grund gibt, dieses über Beiträge zu finanzieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heiko:</b> Ist<br />
das nicht sogar ein Verlustgeschäft? Weniger Geburten &#8211; weniger Einnahmen<br />
an Mehrwertsteuer für Kinderprodukte, weniger neue Steuerzahler?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Wir sollten jetzt nicht so tun, als ob die Masse der Kinder über<br />
künstliche Befruchtung zur Welt kommt. Vorhin ist richtigerweise<br />
auf den Betrag von 0,1% hingewiesen worden. Das zeigt, dass die Zahl der<br />
Geburten über diese Maßnahme nicht wesentlich steigen wird.<br />
Ich bin außerdem der Überzeugung, dass Paare, für die<br />
der Kinderwunsch so dringend ist, dass sie diese wahrhaftig nicht angenehme<br />
und psychisch belastende Prozedur auf sich nehmen, in vielen Fällen<br />
dies auch selber finanzieren werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Justine:</b> Sterbegeld<br />
macht die Toten nicht lebendig &#8211; aber wir brauchen neue Kinder. Im Moment<br />
sind es 12.000 Kinder, die pro Jahr durch IVF oder ICSI entstehen, das<br />
könnte allein den Jahresrentenbetrag jedes Einzelnen um 300 Euro<br />
aufbessern. Warum ist man da so kurzsichtig?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Renate Schmidt:</b> Diese Berechnungen sind leider sehr theoretisch.<br />
Nicht aus jedem Kind &#8211; egal ob über künstliche Befruchtung oder<br />
auf dem üblichen Weg entstanden &#8211; wird ein künftiger Rentenbeitragszahler.<br />
Aus manchen werden nicht rentenbeitragszahlende Beamte, aus anderen Selbständige,<br />
aus dritten leider vielleicht Sozialhilfeempfänger. Diese Rechnung<br />
ist so nicht haltbar. Und ich betone nochmals: vielleicht wird die Zahl<br />
der Geburten auf diesem Weg abnehmen, aber garantiert nicht auf null.<br />
Denn in anderen Ländern werden die Kosten auch nicht vom Staat oder<br />
von den Krankenversicherungen übernommen. Länder, in denen die<br />
Zahl der Geburten über künstliche Befruchtung auch höher<br />
sind als bei uns, z.B. die USA.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Kommen wir zu einem anderen Aspekt der Familienpolitik. Kürzlich<br />
ist der dritte Girlsday erfolgreich zu Ende gegangen. Dazu eine ganz spezielle<br />
Frage.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>joachim2003:</b><br />
10. Frage: Gibt es neben dem Girlsday auch mal den Boysday, um Jungs auch<br />
einen Einblick in Berufe zu ermöglichen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Natürlich gibt es das. Und ich hoffe, an allen Schulen und nicht<br />
nur einmal im Jahr. <br />
Außerdem geht es bei dem girlsday darum, dass Mädchen in Berufe<br />
Einblicke gewinnen, in denen sie bisher absolut unterrepräsentiert<br />
sind. Also vor allen Dingen in technisch orientierten Berufen. <br />
Einige Schulen haben jetzt für die Jungen an diesem Tag ebenfalls<br />
Möglichkeiten angeboten, sich mit Berufen auseinander zusetzen, in<br />
denen sie unterrepräsentiert sind, z. B. Erzieher in Kindergärten,<br />
Altenpflege und andere soziale Berufe, in denen es teilweise Männer<br />
nur in seltenen Ausnahmefällen gibt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Trotzdem gibt es vor allem bei Frauen Probleme, Arbeit und Familie unter<br />
einen Hut zu bringen. Was muss über den Girlsday hinaus auf diesem<br />
Gebiet passieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Eine ganze Menge. Wir sind in diesen Fragen leider Entwicklungsland, innerhalb<br />
der europäischen Union, aber auch darüber hinaus. Und die Tatsache,<br />
dass wir bei der Geburtenrate in Deutschland an der 180. Stelle von 191<br />
Staaten liegen, hat ihre Ursache vor allen Dingen darin, dass die am besten<br />
ausgebildete Frauengeneration, die es jemals in Deutschland gab, eine<br />
geringe Chance hat, ihre Ausbildung auch beruflich zu nutzen und dennoch<br />
Kinder haben zu können. Deshalb brauchen wir mehr und bessere Kinderbetreuungseinrichtungen,<br />
aber auch bessere Arbeitsmöglichkeiten. Ich bin dabei, beides auf<br />
den Weg zu bringen. Einmal dadurch, dass die vier Milliarden jetzt für<br />
Ganztagsschulen investiert werden, und ab Ende 2004 1, 5 Milliarden Euro<br />
für die Betreuung für die Kleinsten, die unter-3-Jährigen.<br />
Außerdem habe ich mit Unternehmensverbänden und Gewerkschaften<br />
eine Allianz für die Familien gegründet, mit dem Ziel, familienfreundliche<br />
Arbeitsbedingungen anzubieten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günter Dantrimont:</b><br />
Ist es nicht illusorisch, 100%ige berufliche Gleichberechtigung ohne familiäre<br />
Gleichberechtigung erreichen zu wollen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Wir brauchen beides. Wir brauchen echte Partnerschaft in der Familie und<br />
gleiche Chancen und Pflichten im Beruf. Das heißt, die Väter<br />
müssen sich mehr in der konkreten Arbeit für die Familie aber<br />
auch im Haushalt engagieren und die Frauen werden mehr dazu beitragen,<br />
das Familieneinkommen zu sichern. Das erstere kann man nun garantiert<br />
nicht gesetzlich vorschreiben. Aber man kann dafür sorgen, dass die<br />
Arbeitgeber die Inanspruchnahme von Teilzeitbeschäftigung eines Vaters<br />
nicht als karriereschädlich bewerten, sondern als positive Erweiterung<br />
seines Horizonts.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Warum gibt es aber immer noch so wenig Frauen in Toppositionen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Aus dem gerade geschilderten Grund. Nachdem Frauen keine Übermenschen<br />
sind, und sie in Deutschland über Jahrzehnte hinweg mit der Betreuung<br />
der Kinder wesentlich alleingelassen worden sind, ziehen die Männer<br />
in der Zeit, wo sie sich um die Kinder kümmern, beruflich an ihnen<br />
vorbei. Und wenn sie dann wieder in den Beruf einsteigen, haben sie ihre<br />
persönliche Karrierechancen verpasst. Genau das möchte ich durch<br />
die geschilderten Maßnahmen ändern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>isuvwb:</b> Wie<br />
sehen Sie Home Arbeit am Computer, per Internet, dazu ??</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Es gibt sehr viele Möglichkeiten, die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit<br />
und Kindern zu verbessern. Für mich gehört Dezentralisierung<br />
von Arbeit und damit auch Telearbeit dazu. In nicht wenigen Betrieben<br />
wird das bereits praktiziert und zwar zum Vorteil von allen und in diesen<br />
Fällen übrigens auch zum Vorteil einer nicht geringen Zahl von<br />
Männern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Einfache, aber wichtige Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine:</b><br />
Warum verdienen Frauen weniger als Männer?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Wir sind immer wieder beim selben Grund: Wenn heute Frauen und Männer<br />
in den Beruf einsteigen, beträgt der durchschnittliche Einkommensabstand<br />
rund 10% zu Lasten der Frauen. <br />
Dies liegt vor allem daran, dass Frauen sehr viel häufiger die schlechter<br />
bezahlten Berufe wählen und sehr viel seltener in die gut bezahlten<br />
technischen Berufe gehen. Siehe unsere Diskussion zum Girlsday. Dieser<br />
Einkommensabstand wächst dann mit zunehmendem Alter der Frauen auf<br />
heute bis zu 30 % und hat seine Ursache in der häufigeren Unterbrechung<br />
der Erwerbstätigkeit von Frauen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Kathrin: </b>Guten<br />
Tag Frau Schmidt! Zum Thema Familienfreundlichkeit deutscher Unternehmen:<br />
Was wird Ihr Ministerium in Zukunft dafür tun, um familienorientierte<br />
Personalpolitik zu fördern? Mich interessiert im besonderen, ob es<br />
gemeinsame Initiativen mit der Wirtschaft in diesem Bereich gibt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:<br />
</b>Genau diese haben wir angeleiert. Die Unternehmensorganisationen haben<br />
ein so genanntes Familien-Monitoring vor wenigen Wochen begonnen. Das<br />
heißt, 10.000 Unternehmen werden auf unsere Bitte hin befragt, welche<br />
familien- und frauenfreundliche Maßnahmen sie in ihren Betrieben<br />
getroffen haben. So etwas hat es bisher in Deutschland noch nicht gegeben.<br />
Die Ergebnisse werden im Oktober vorgestellt. Und wir haben dann vor Ministerium,<br />
Arbeitgeber und Gewerkschaften, gemeinsam daraus Schlüsse zu ziehen<br />
und Empfehlungen abzugeben. Darüber hinaus habe ich das Prognos-Institut<br />
beauftragt, den betriebswirtschaftlichen Vorteil von derartigen Maßnahmen<br />
zu berechnen, anhand von konkreten Unternehmen, kleinen, mittleren und<br />
großen, die so etwas schon praktizieren. Diese Ergebnisse werde<br />
ich ebenfalls vor Unternehmern dann öffentlich machen. Zum dritten<br />
haben wir uns vorgenommen, so genannte lokale Bündnisse für<br />
Familien zu installieren, wo alle Verantwortlichen in einer Kommune &#8211;<br />
Arbeitgeber, Gewerkschaften, Wohlfahrtsorganisation, Kirchen und andere<br />
&#8211; zusammenkommen, um konkrete Maßnahmen zu mehr Familienfreundlichkeit<br />
zu ergreifen. Dies fürs Erste, mehr Platz habe ich nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Politik praktisch umgesetzt? Dazu die folgende Frage zu Teilzeitarbeit<br />
oder Kinderbetreuung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>isuvwb:</b> Bieten<br />
Sie in &quot;ihrem&quot; Ministerium Eltern diese Möglichkeit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
In einem ganz großen Ausmaß. Wir sind auch nach dem Urteil<br />
anderer hier vorbildlich. Die hohe Geburtenrate in meinem Ministerium<br />
bestätigt, dass solche Maßnahmen wirken.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>WildCard:</b> Welche<br />
Maßnahmen ergreifen Unternehmen denn heutzutage schon zu diesem<br />
Zweck, außer einer Quotenregelung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Eine Quotenregelung ist in diesem Fall überhaupt nicht sinnvoll.<br />
Es gibt Unternehmen, die haben besondere Wiedereinstiegsprogramme, bieten<br />
Frauen die Möglichkeit, während der Familienphase Kontakt zum<br />
Beruf zu halten, haben besondere Teilzeitmodelle, ermuntern Väter,<br />
Elternzeit in Anspruch zu nehmen, haben besondere Förderprogramme,<br />
um Frauen in Führungspositionen zu bringen (vor allem dann, wenn<br />
sie zusätzliche Familienpflichten haben) und bieten Betreuungsmöglichkeiten<br />
im Betrieb an oder kaufen sich in öffentliche Betreuungseinrichtungen<br />
für ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ein. Hierzu gibt es konkrete,<br />
so genannte best-practice Beispiele. Die müssen publik werden und<br />
es muss deutlich werden, dass die nicht nur Kosten verursachen, sondern<br />
auch betriebswirtschaftlich etwas bringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Schönfelder:</b><br />
Man könnte aber gesetzlich verbieten, dass Frauen weniger verdienen,<br />
indem entsprechende Arbeitsverträge unwirksam sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:<br />
</b>Frauen verdienen ja nicht weniger: bei gleicher Tätigkeit, gleicher<br />
Qualifikation und gleicher Berufserfahrung wird es sehr schwer nachzuweisen<br />
sein, dass es tatsächlich in nennenswertem Umfang (von Einzelfällen<br />
abgesehen) eine ungleiche Bezahlung gibt.<br />
Nur leider hapert es im Regelfall daran, dass es wegen der häufigeren<br />
Unterbrechung der Erwerbstätigkeit eben nicht die gleiche Berufserfahrung<br />
ist, und es häufig auch nicht die gleichen Tätigkeiten sind.<br />
Ansonsten ist Lohndiskriminierung auch heute schon bei uns verboten. Und<br />
jede Frau hat die besten Chancen einen Klage zu gewinnen, wenn es eine<br />
ungleiche Bezahlung bei sonst gleichen Voraussetzungen gibt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Neues Thema!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>matheo: </b>da<br />
wir gerade beim Thema Familie sind. Wie sehen Sie den von der Opposition<br />
befürchteten Verfall der Familie gegenüber den gleichgeschlechtlichen<br />
Paaren und was gedenken Sie der &quot;Homoehe&quot; an weiteren Rechten<br />
zuzugestehen???</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:<br />
</b>Ich sehe keinen Verfall der Familie. Im Gegenteil: Familie ist derzeit<br />
&quot;in&quot; wie nie.<br />
Die Wertschätzung der Familie liegt heute bei rund 90% in allen Altersgruppen<br />
&#8211; gegenüber der angeblich so heilen Welt der 50er Jahre ein deutliche<br />
Steigerung, damals waren es gerade einmal<br />
50%, die Familie für wichtig oder sehr wichtig hielten. Was die Frage<br />
der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften betrifft, haben wir das, was<br />
ohne Zustimmung des Bundesrates möglich war,<br />
auf den Weg gebracht. Bei den derzeitigen Mehrheitsverhältnissen<br />
sind weitere Veränderungen <br />
nicht durchsetzbar.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wenn wir schon so viel über neue Jobs reden&#8230;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Michelle:</b> Hallo<br />
Frau Renate Schmidt! ich bin zwar erst 17 Jahre alt und ich mag sie sehr!<br />
Würden sie bitte für das Amt als &quot;Bundespräsidentin&quot;<br />
plädieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Also die Ministerin soll sich wohl für das Amt bewerben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Ich bin jetzt 42 Jahre lang erwerbstätig, in mindestens drei sehr<br />
unterschiedlichen Berufen. Für mich sehr überraschend, hat mich<br />
der Bundeskanzler gebeten, als Familienministerin in sein Kabinett einzutreten.<br />
Diese Aufgabe mache ich gerne und möchte auch etwas erreichen. Das<br />
ist aber in einem Zeitraum bis zur nächsten Bundespräsident(innen)wahl<br />
gar nicht möglich. Deshalb bleibe ich Bundesministerin für Familie,<br />
Senioren, Frauen und Jugend. Außerdem kommt noch was ganz wichtiges<br />
dazu: Wie ich dieses Amt angenommen im letzten Oktober habe, habe ich<br />
mit meinem Mann gesprochen und ich habe ihm versprochen, dass das jetzt<br />
das letzte Mal ist, dass sich unser Berufs- und Familienleben nach meinen<br />
Bedürfnissen richtet. Ich werde also nicht kandidieren und mein Versprechen<br />
gegenüber meinem Mann halten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Politik-Interessierte, eine Stunde ist vorbei. Vielen Dank für<br />
Ihre Fragen, vielen Dank Frau Schmidt, dass Sie ins ARD-Hauptstadtstudio<br />
gekommen sind. Dank auch an unsere User. Wir freuen uns, wenn Sie beim<br />
nächsten Chat wieder dabei sind. Einen schönen Abend wünscht<br />
das tacheles.02-Team.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Renate Schmidt:</b><br />
Einen wunderschönen Abend, ich hoffe, ihr schwitzt nicht so wie ich.<br />
Ich muss jetzt noch zu &quot;Vorsicht Friedmann&quot;.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Aufbruch im Netz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/aufbruch-im-netz-548/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Nov 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internetverbindung]]></category>
		<category><![CDATA[Gender Mainstreaming]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungsland]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Bilder aus Afrika, die uns in den Nachrichten regelmäßig gezeigt werden, 
lassen kaum glauben, dass sich auch dieser Kontinent aufgemacht hat, den Cyberspace 
zu erobern. Das Beispiel Mercy Wambuis zeigt, dass diese Eroberung schon weiter 
fortgeschritten ist, als viele denken. Die Kenianerin arbeitet für die <a href="http://www.uneca.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UNECA</a> 
(United Nations Economic Commission for Africa) und engagiert sich besonders für 
die Integration afrikanischer Frauen in die Netzgesellschaft.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bilder aus Afrika, die uns in den Nachrichten regelmäßig gezeigt werden,<br />
lassen kaum glauben, dass sich auch dieser Kontinent aufgemacht hat, den Cyberspace<br />
zu erobern. Das Beispiel Mercy Wambuis zeigt, dass diese Eroberung schon weiter<br />
fortgeschritten ist, als viele denken. Die Kenianerin arbeitet für die <a href="http://www.uneca.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UNECA</a><br />
(United Nations Economic Commission for Africa) und engagiert sich besonders für<br />
die Integration afrikanischer Frauen in die Netzgesellschaft.<!--break--></p>
<p>
Afrika hat in den letzten Jahren trotz der eher ernüchternden politischen und<br />
wirtschaftlichen Entwicklung Fortschritte auf dem Gebiet der Internet-Anbindung<br />
gemacht. Waren 1996 erst 11 Länder an das Netz angeschlossen, so haben heute<br />
alle Staaten eine permanente Verbindung. Auch die Zahl der ständig angeschlossenen<br />
Computer ist steil angestiegen, von 1999 bis 2000 allein um 20-25%.
</p>
<p>
Dass das digitale Nord-Süd-Gefälle trotzdem noch lange nicht überwunden ist,<br />
zeigt ein relativierender Blick auf diese Zahlen: Während in Europa ca. 41%<br />
der Bevölkerung online gehen, sind es <a href="http://www.nua.ie/surveys/how_many_online/africa.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in<br />
Afrika nur etwa 0,5%</a>. Die Zahl der permanent verbundenen Computer entspricht<br />
trotz der starken Zunahme immer noch etwa dem Niveau eines kleinen Landes wie<br />
Lettland. Zudem hat sich das Wachstum der Internetzugänge vor allem auf die<br />
Hauptstädte konzentriert, weite Landesteile sind in der Regel von der Entwicklung<br />
ausgeschlossen.
</p>
<p>
Zum Teil lassen sich die Diskrepanzen zwischen der Nord- und Südhalbkugel auf<br />
die großen Kostenunterschiede zurückführen: Für 1 Stunde im Internet müssen<br />
Afrikaner im Durchschnitt umgerechnet <a href="http://demiurge.wn.apc.org/africa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">etwa<br />
7,50 DM</a> bezahlen. Zum Vergleich: In Deutschland zahlen Surfer nur noch selten<br />
mehr als 2 DM für die Stunde. Angesichts der verbreiteten Armut in Afrika wundert<br />
es nur wenig, dass diese Summe für die meisten eine unüberwindliche Hürde darstellt.
</p>
<p>
Andere gravierende Probleme bereiten die vielen verschiedenen Sprachen, der<br />
verbreitete Analphabetismus und der Mangel an technischem Know-How. Mercy Wambui<br />
sieht die Möglichkeit, wenigstens einige dieser Probleme zu lösen und fordert<br />
die Entwicklung nationaler Informations- und Kommunikationsstrukturen. Sie setzt<br />
sich dafür ein, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine gerechte<br />
und sinnvolle Nutzung der entsprechenden Technologien ermöglichen.
</p>
<p>Afrika wird bei der Implementierung dieser Technologien die Eigenheiten afrikanischer<br />
Kulturen berücksichtigen müssen. In der Vergangenheit wurde oft vorausgesetzt,<br />
dass sich westliche Werte und Interessen einfach übertragen lassen. Praktisch<br />
bedeutete dies auch, dass die Inhalte der Angebote kaum Bezug zum Alltag in<br />
afrikanischen Ländern hatten. Manche Kritiker der westlichen Dominanz befürchten<br />
zudem den Verlust kultureller Identitäten und die Entstehung einer kommerzialisierten<br />
Allerweltskultur. </p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Gleichberechtigung im Internet</b>
</p>
<p>
Ein anderes Problem des afrikanischen Internetaufbruchs bewegt Mercy Wambui<br />
besonders: In Afrika sind Frauen bisher im Zugang zu den neuen Technologien<br />
stark unterrepräsentiert und profitieren kaum von der Entwicklung. Zu geringe<br />
finanzielle Mittel und eine ungenügende Ausbildung gehören auch hier zu den<br />
Hauptursachen für die Benachteiligung. Dazu kommen die immer noch weit verbreiteten<br />
Vorurteile einer von Männern dominierten Gesellschaft, die Frauen ein technisches<br />
Verständnis generell abspricht.
</p>
<p>
Dieser Zustand soll sich ändern. Neben der UNECA gehört vor allem die <a href="http://www.apc.org/english/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">APC</a><br />
(Association of Progressive Communication) zu den Organisationen, die sich hier<br />
besonders engagieren. Ihr <a href="http://www.apc.org/english/about/apcafrica/apcwomen.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Womens-Networking-Support-Program<br />
für die Region Afrika</a> versucht, die Netz-Gleichheit der Geschlechter auf<br />
dem Kontinent durch Forschung, Informationen und Bildungsangebote zu fördern.
</p>
<p>
Das APC-Programm steht in engem Kontakt zu <a href="http://www.womenaction.org/sectionj.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WomenAction</a>,<br />
einer anderen wichtigen Organisation zur Förderung der Frauenrechte. WomenAction<br />
möchte nicht nur den Internet-Zugang weiblicher Nutzer fördern, das Netzwerk<br />
aus vielen internationalen NGOs hat es sich auch zum Ziel gesetzt, das klischeebeladene<br />
Frauenbild im Netz zu überwinden.
</p>
<p>
Berufen können sich diese Initiativen auf die <a href="http://www.undp.org/fwcw/fwcw2.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Peking+5<br />
Konferenz</a>, die als ein Meilenstein für Frauen auf dem Weg zu mehr Gleichberechtigung<br />
und besseren Zugangsmöglichkeiten zu neuen Technologien gilt. Das von der UNO<br />
initiierte NGO-Treffen fand im Juni 2000 in New York statt und zog eine Bilanz<br />
des Erreichten seit dem ersten Treffen in <a href="http://www.un.org/esa/gopher-data/conf/fwcw/off/a--20.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Peking<br />
1995</a>. Dort war eine <a href="http://www.un.org/womenwatch/daw/beijing/platform/declar.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grundsatzerklärung</a>
</p>
<p>
Dank solcher Initiativen und Organisationen wie der UNECA, WomanAction oder<br />
der APC beginnen die Regierungen auf dem Kontinent langsam zu verstehen, dass<br />
die technologische mit der gesellschaftlichen Entwicklung einher gehen muss.<br />
Mercy Wambui ist in dieser Hinsicht gleich in mehrerer Hinsicht Vorbild für<br />
andere.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Neue Technologien bieten Lösungen für unsere momentanen Entwicklungsprobleme.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/neue_technologien_bieten_loesungen_fuer_unsere_momentanen_entwicklungsprobleme-549/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[irobbers]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Nov 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungsland]]></category>
		<category><![CDATA[Economic Commission for Africa]]></category>
		<category><![CDATA[Mercy Wambui]]></category>
		<category><![CDATA[Internetverbindung]]></category>
		<category><![CDATA[Gender Mainstreaming]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="font-size: x-small">Interview mit Mercy 
Wambui</span></b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="font-size: x-small">Interview mit Mercy<br />
Wambui</span></b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Auf der Konferenz ‚<a href="http://www.glow-boell.de/home/content/d/about_us/konferenz/Welcome/render_top" target="_blank" rel="noopener noreferrer">feminst_spaces</a>&#8216;<br />
der Heinrich-Böll-Stiftung hat politik-digital mit Mercy Wambui, Vertreterin<br />
der <a href="http://www.uneca.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">European Commission for Africa</a><br />
(ECA) ein Gespräch geführt. Die ECA berät Regierungen bei der<br />
Planung und Umsetzung neuer Informations- und Kommunikationsstrukturen. Frau<br />
Wambui spricht über den Entwicklungsstand Afrikas beim Ausbau der eigenen<br />
Informationhigways und der Rolle, die die afrikanischen Frauen im Modernisierungsprozess<br />
haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff9900">politik-digital:<br />
</span></b> Für wie realistisch halten sie die Behauptung, dass Länder<br />
der Dritten Welt mit Hilfe des Internet Entwicklungsschritte überspringen<br />
könnten? Also das sogenannte &#8216;Leapfrogging&#8217;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mercy Wambui: </b>Wir<br />
haben heute einfach nicht die Zeit, alle Phasen der Technologie-Entwicklung<br />
zu durchlaufen. <br />
Die Informations- und Kommunikationstechnologien bieten tatsächlich die<br />
Möglichkeit, einige Stufen zu überspringen. Die Finanzierung von Computern<br />
ist im Vergleich zu den Maschinen in der Phase der Industrialisierung viel preiswerter.<br />
Wir wollen moderne Computertechnik einsetzen, um so Fortschritt zu erzielen.<br />
Der Schlüssel dazu ist die Schaffung politischer Rahmenbedingungen auf<br />
nationaler Ebene, die ermöglichen, neue Technologien schnell einsetzen<br />
zu können.<br />
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Zum Beispiel war es<br />
in Kenia lange Zeit illegal, Daten per Telefon zu übertragen oder herunterladen.<br />
Nach viel Überzeugungsarbeit haben wir die Regierung 1992 aber dazu bewegen<br />
können, das Verbot aufzuheben. Wir haben ihnen gezeigt, wie hilfreich und<br />
profitabel es sein kann, sich Dokumente aus dem Netz zu laden, an die man sonst<br />
nicht herankommt oder deren Beschaffung zu lange dauert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff9900">politik-digital:<br />
</span></b>Wie konkret kann das Internet die Entwicklung beschleunigen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mercy Wambui:</b> Also,<br />
das Potential ist enorm! Beispiel Telemedizin: Es besteht ein Mangel an Ärzten<br />
und Experten besonders in ländlichen Regionen, um medizinische Situationen<br />
interpretieren zu können. Daher ist es eine großartige Errungenschaft,<br />
Ärzte an verschiedenen Orten über das Internet einsetzen zu können.<br />
Diese neue Methode der Online-Diagnose ist in einigen Länder wie Westafrika,<br />
Senegal und Mali schon eingeführt worden.<br />
Auch das ‚Distant-Learning&#8217; bietet viele Möglichkeiten. Kinder, die<br />
normalerweise keinen Zugang zu Schulen haben, können über die neuen<br />
Informationstechnologien ihren Horizont erweitern und der Abgeschiedenheit entkommen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff9900">politik-digital:<br />
</span></b>Welche Rolle spielt die Economic Commission for Africa bei der Einführung<br />
von Kommunikations- und Informationsnetzen in Afrika?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mercy Wambui:</b> Die<br />
Aufgabe der ECA besteht darin, mit Regierungen zusammen die Potentiale der neuen<br />
Technologien auszuschöpfen und in die Tat umzusetzen.<br />
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Es ist wichtig, dass<br />
Projekte, Rahmenbedingungen, Regelungen transparent gemacht werden, da sie zur<br />
Orientierung anderer Länder dienen. Deren Regierungen sehen dann, was möglich<br />
ist, was sich bewährt hat und werden so selbst den Aufbau einer eigenen<br />
Infrastruktur für die neuen Technologien einleiten.<br />
Das ist unsere wichtigste Aufgabe: Länder und Leute zusammenzubringen,<br />
so dass sie voneinander lernen und gesammelte Erfahrungen zu Hause umsetzen<br />
zu können.<br />
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Ruanda geht mit gutem<br />
Beispiel voran. Im Entwicklungsplan der Regierung sind die neuen Informations-<br />
und Kommunikationstechnologien in großem Umfang integriert. Es wird also<br />
in der Bildung, Landwirtschaft, im Gesundheitswesen, Handel u.s.w. genau geprüft,<br />
wie man die neuen Technologien einsetzen kann, wie sie in den Alltag integriert<br />
werden können. Der Plan ist auf der Regierungs-Homepage unter <a href="http://www.rwanda1.com/government" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.rwanda1.com/government</a><br />
zu finden. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff9900">politik-digital:<br />
</span></b>Welche Bedeutung messen sie dem Internet neben den anderen Medien<br />
zu, zum Beispiel dem Radio, Zeitungen, Fax etc.?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mercy Wambui: </b>Wie<br />
bemühen uns um ein holistischen Ansatz, bei dem das Internet zwar eine<br />
große Rolle spielt, andere Medien aber weiterhin dort eingesetzt werden,<br />
wo sie sinnvoll sind. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff9900">politik-digital:<br />
</span></b> Wie weit fortgeschritten sind denn Webauftritte und Online-Angebote<br />
von afrikanischen Regierungen und Behörden? Ist es üblich, dass Politiker<br />
auch eine Homepage haben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mercy Wambui: </b>Nein,<br />
so weit sind wir noch nicht. Aber in genau diesem Bereich berät die ECA<br />
die Regierungen. Durch den Prozeß des Dialogs mit dem privaten Sektor<br />
und anderen Akteuren kommen wir dann zu Beschlüssen, die einer nationalen<br />
Infrastruktur für Informations- und Kommunikationstechnologien den Weg<br />
bahnen. <br />
Der nigerianische Präsident hat vor kurzem einen IT-Berater ernannt. Ruandas<br />
Parlament hatte mehrere Sitzungen, um den neuen Regierungsplan zu diskutieren.<br />
In Äthiopien fand eine mehrtägige Konferenz zum Thema &quot;Äthiopien<br />
im Informationszeitalter&quot; statt. Diese Beispiele zeigen, dass sich Afrika<br />
neuen Entwicklungsmöglichkeiten öffnet. Es muß aber vor allem<br />
der politische Wille vorhanden sein, um neue Projekte in Gang setzen zu können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff9900">politik-digital:<br />
</span></b> Wer hat in Afrika den Startschuß gegeben für die Einführung<br />
neuer Technologien?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mercy Wambui: </b>Oft<br />
waren es Nichtregierungsorganisationen, wie die ECA, die auf ihren Websites<br />
viele Informationen zu den Möglichkeiten neuer Technologien angeboten haben.<br />
Dann ist der private Sektor mitaufgesprungen. Die Regierungen waren zuerst misstrauisch<br />
gegenüber den neuen Technologien, weil sie unter so großem Einfluß<br />
der NGOs und der Wirtschaft standen. <br />
Erst seit jüngster Zeit beginnen die Regierungen, sich dem Thema ernsthaft<br />
zu widmen, es zu einer Priorität zu machen, weil sie merken, dass sie sonst<br />
mit der rasanten Entwicklung nicht Schritt halten können.<br />
Hinzu kommt, dass der private Sektor Druck macht und droht, abzuwandern, in<br />
ein Land, wo eine bessere Vernetzung und günstigere Bedingungen existieren.<br />
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Leider werden aber<br />
auch voreilige Schritte unternommen. 1996 in Kenia, zum Beispiel, sah ich eines<br />
Morgens in der Zeitung die Veröffentlichung eines Gesetzentwurfs zur Kommunikations-<br />
und Informationsinfrastruktur, der aber nie zuvor im Parlament diskutiert wurde.<br />
Er wurde nur schnell herausgegeben, weil die Weltbank die Regierung drängte,<br />
den Telekommunikations-Sektor zu regeln und die Wirtschaft weiter zu liberalisieren.<br />
<br />
Ich war damit nicht einverstanden und forderte, die breite Öffentlichkeit<br />
mit einzubeziehen und eine öffentliche Debatte zu Fragen nach der Bedeutung<br />
der neuen Technologien, ihren Einsatzzwecken u.s.w. anregen. Erst jetzt beginnt<br />
die Regierung tatsächlich einzusehen, dass diese Debatte notwendig ist<br />
und dass eine geplante, regulierte IT-Entwicklung von höchster Bedeutung<br />
ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff9900">politik-digital:<br />
</span></b>Wie steht es um die Teilhabe der Frauen an den Möglichkeiten<br />
der neuen Technologien?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mercy Wambui: </b>Es<br />
ist eine schreckliche Situation. Es ist ganz anders als in anderen Teilen der<br />
Welt &#8211; die afrikanischen Frauen sind von vornherein ausgegrenzt, zum Beispiel<br />
in der Bildung. Es wird ihnen außerdem vermittelt, dass Technik Männersache<br />
sei und sie sich dafür nicht interessieren sollten.<br />
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Teil meiner Arbeit<br />
mit dem <a href="http://www.apc.org/english/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Women&#8217;s<br />
Networking Support Programme</a> (APC) bestand darin, zu untersuchen, wie man<br />
Frauen mehr einbeziehen kann; wie man ihnen zeigen kann, dass sie, auch ohne<br />
ein Computer-Geek oder ein Programmierer zu sein, von den neuen Technologien<br />
als normale Endnutzer profitieren können.<br />
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">So gibt es beispielsweise<br />
ein Trainingsprogramm extra für Frauen an der Cisco Academy in Äthiopien,<br />
gefördert von Cisco und der Weltbank. Den Frauen werden technische Kenntnisse<br />
vermittelt, sie werden für Themen und Möglichkeiten der neuen Technologien<br />
sensibilisiert und ermutigt, eigene Ideen zu entwickeln und zu verfolgen. Mit<br />
ihren neuerworbenen Kenntnissen können sie dann in ihre Heimat zurückkehren<br />
und dort entweder für einen Internet-Anbieter arbeiten oder selbst ein<br />
eBusiness gründen. Mit technischem Know-how und der richtigen Ausstattung<br />
gelangen sie so an Märkte, zu denen sie zuvor nie Zugang hatten. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff9900">politik-digital:<br />
</span></b> Sind die Regierungen bestrebt, Weiterbildung vor allem für<br />
Frauen zu fördern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mercy Wambui: </b>Nein,<br />
aber wir empfehlen den Regierungen, in das <a href="http://www.uneca.org/aisi/nici/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NICI</a>,<br />
das Programm für die Entwicklung nationaler Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen,<br />
Frauen mehr miteinzubeziehen. Wir wollen sichergehen, dass Frauen und Frauenthemen<br />
in den Diskussionen Gehör finden. <br />
Die digitale Spalte klafft in Afrika besonders weit auseinander; zum einen wegen<br />
der hohen Kosten, zum anderen wegen der Sprache und des weitverbreiteten Analphabetismus.<br />
Aber wir versuchen, Lösungen zu diesen Problemen zu finden. Sogar bei Analphabetismus<br />
&#8211; da setzen wir Touch-Screen-Computer ein. Und es gibt Beispiele, wo Frauen<br />
kein Englisch kennen müssen, um mit Touch-Screens zu arbeiten. Wenn sie<br />
diese Möglichkeiten sehen, dann wirkt das motivierend. Frauen sagen nicht,<br />
‚wir sind hier und Computer da drüben&#8217;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff9900">politik-digital:<br />
</span></b>Wie kann ihrer Meinung nach das Internet die Emanzipation fördern?<br />
Inwiefern stellt es traditionelle Geschlechterrollen in Frage und reformiert<br />
sie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mercy Wambui: </b>Es<br />
ist erstaunlich! In all den Trainingsprogrammen, insbesondere von der APC, werden<br />
Frauen für die Chancen, die sich aus der Nutzung neuer Technologien ergeben,<br />
sensibilisiert. Es wird ihnen gezeigt, wie man eine Maus benutzt, dass sie ihre<br />
eigene Emailadresse haben können, dass sie mit anderen Menschen kommunizieren<br />
oder dass sie sich Informationen zum Beispiel zu Gesundheitsthemen im Netz herunterladen<br />
können. Das alles trägt enorm zur Stärkung des Selbstbewußtseins<br />
bei. <br />
Interessanterweise ist die Reaktion auf das Internet bei Frauen ist auch ganz<br />
anders bei den Männern. Letztere interessieren sich vor allem für<br />
technischen Firlefanz, Frauen hingegen sind viel pragmatischer. Ihnen ist wichtiger,<br />
wieviel Nutzen ihnen das Netz bringt und ob sie die Informationen, die sie brauchen,<br />
auch bekommen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff9900">politik-digital:<br />
</span></b>Existiert große Frustration oder Verärgerung darüber,<br />
dass das Netz so sehr von den westlichen Ländern dominiert ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mercy Wambui: </b>Ja,<br />
es ist vor allem frustrierend, wenn da Leute sind, die dein eigenes Land nicht<br />
kennen und falsche Informationen verbreiten. Natürlich ist auch die Sprache<br />
immer ein großes Hindernis.<br />
Afrika braucht eine Identität im Netz. Zum Beispiel gibt es Yahoo! Japan<br />
oder Yahoo! Frankreich. Afrika ist aber nicht dabei.<br />
Aber es gibt Versuche, sprachbasierte Portale aufzubauen. Bei den vielen verschiedenen<br />
Sprachen in Afrika, ist Verallgemeinerung allerdings kaum möglich. Kenia<br />
allein hat um die vierzig verschiedenen Sprachen, Nigeria über 200 &#8211; sie<br />
sehen wir schwierig das wird. Aber man kann die meistverbreiteten Sprachen verwenden<br />
&#8211; was auch gemacht wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff9900">politik-digital:<br />
</span></b>Wie stellen sie sich ihre Arbeit in Zukunft vor?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mercy Wambui: </b>Weitermachen.<br />
Wir schauen uns die Beschränkungen an und denken darüber nach, was<br />
man tun kann. Wir wollen einfach innovativ sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff9900">politik-digital:<br />
</span></b>Vielen Dank für das Interview. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Das Gespräch mit Mercy<br />
Wambui führte Ines Robbers.</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/neue_technologien_bieten_loesungen_fuer_unsere_momentanen_entwicklungsprobleme-549/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Frisörin oder IT-Spezialistin?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/frisoerin_oder_it_spezialistin-568/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/frisoerin_oder_it_spezialistin-568/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Dec 2000 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative D21]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Branche]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Gender Mainstreaming]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/frisoerin_oder_it_spezialistin-568/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>&#34;Der Einzug in eine
Männerdomäne ist eine Herausforderung! Aber warum sollen Frauen nicht
schaffen, was durchschnittlich begabte junge Männer hinkriegen?&#34; So
Anja Warich, 33 Jahre, Mutter von zwei Kindern - und Forscherin bei
Alcatel.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>&quot;Der Einzug in eine<br />
Männerdomäne ist eine Herausforderung! Aber warum sollen Frauen nicht<br />
schaffen, was durchschnittlich begabte junge Männer hinkriegen?&quot; So<br />
Anja Warich, 33 Jahre, Mutter von zwei Kindern &#8211; und Forscherin bei<br />
Alcatel.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im Rahmen der von der deutschen Wirtschaft ins Leben gerufenen <a href="http://www.initiatived21.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Initiative D21</a><br />
setzt sich die Arbeitsgruppe<br />
<http: //www.initiatived21.de/home.php3?nav="arbeitsgruppen/4frauen&amp;teaser=arbeitsgruppen&amp;text=arbeitsgruppen/4frauen/ziele.html">&quot;Frauen<br />
und IT&quot; dafür ein, jungen Frauen dieses Berufsfeld schmackhaft zu machen.<br />
Wie die Einführung der &quot;Greencard&quot; zeigt: Die Branche lechzt nach Fachkräften!<br />
An mangelndem Bedarf kann es also nicht liegen, dass sich nur jede siebte Schul- und Studienabgängerin für einen<br />
IT-Beruf entscheidet &#8211; das mangelnde Interesse der jungen Frauen sorgt für die niedrige Quote.<br />
</http:></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In Kooperation zwischen dem Bundesfrauenministerium und der Initiative D21 soll das Projekt<br />
<a href="http://www.idee-it.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">IDEE-IT</a> &#8211; das größte im Bereich &quot;Frauen und IT&quot; &#8211; junge Frauen<br />
für die Zukunftsberufe gewinnen, Spaß an den neuen Medien vermitteln und die IT-Ausbildungen interessanter gestalten.<br />
Ein zentrales Ziel ist es, bis 2005 den Frauenanteil in IT-Ausbildungen von 14 auf 40 Prozent zu steigern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Bemühungen der Arbeitsgruppe zielen auf Schulabsolventinnen, die vor der Berufswahl stehen. Hier dominieren immer noch<br />
Studiengänge und Ausbildungsberufe, die in traditionelle Frauenberufe wie Sozialpädagogin oder Verkäuferin münden.<br />
Jobs mit häufig begrenzten Karrierechancen und schlechten Verdienstmöglichkeiten. Dabei finden sich in der IT-Branche viele<br />
hoch qualifizierte und attraktive Berufsbilder.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Warum werden diese Chancen noch so wenig genutzt? Nach Ergebnissen der Arbeitsgruppe gibt es hier zum einen ein Imageproblem,<br />
zum anderen ein gravierendes Informationsdefizit.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Während die jungen<br />
Frauen sich unter traditionellen Berufen wie Erzieherin oder<br />
Verkäuferin etwas vorstellen können, ist das bei den IT-Berufen<br />
schwieriger. Wie sieht der Alltag in so einem Beruf aus? Was macht ein<br />
Mann oder eine Frau als Fachinformatiker/-in,<br />
IT-Systemelektroniker/-in, Informatikkauffrau/-mann oder<br />
IT-System-Kauffrau/-mann? Das sind die vier Berufe, für die man sich<br />
seit 1997 nach der Schule ausbilden lassen kann. Selbstverständlich<br />
gibt es auch andere Wege in dieses Berufsfeld, wie z. B. das Studium an<br />
einer <a href="http://www.urbanizer.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Berufsakademie</a> oder ein Studium an<br />
einer Universität oder Fachhochschule in den Bereichen Mathematik, Physik oder Informatik.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Um auf die enormen<br />
Möglichkeiten in der Informations- und Telekommunikationsindustrie<br />
hinzuweisen und die Schulabsolventinnen dafür zu begeistern, müssen<br />
nach Auffassung der Arbeitsgruppe die Bemühungen in die Schulen<br />
getragen werden. So können sich Schülerinnen zu IT-Mentorinnen<br />
ausbilden lassen, um dann direkt an ihren Schulen aktiv zu werden. In<br />
dieser Ausbildung erhalten sie Einblick in alle Tätigkeitsbereiche der<br />
IT-Experten von der Softwareentwicklung bis zum Projektmanagement und<br />
Kundenkontakt. So können sie frühzeitig an Technik und<br />
Zukunftsperspektiven herangeführt werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Schwerpunkt der<br />
Arbeit im nächsten Jahr ist eine Image- und Aufklärungskampagne. Denn<br />
trotz der Vorstellung von einer schönen neuen Medienwelt leiden<br />
IT-Berufe unter einem schlechten Image. &quot;In vielen Köpfen herrscht noch<br />
immer das Bild vom Informatiker als weltfremden Hacker vor, der die<br />
Nächte allein vorm Rechner verbringt,&quot; so Dr. Gottfried Dutiné,<br />
Vorsitzender der Geschäftsführung der Alcatel Deutschland GmbH und<br />
Leiter der D21-Arbeitsgruppe.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Trockene<br />
Mathematik, endloses Programmieren, lange Nächte vor dem Computer.<br />
Diese Aussichten wirken natürlich nicht gerade ermutigend. Aber sind<br />
sie wahr? &quot;Nein!&quot;, ist die deutliche Antwort der Arbeitsgruppe. Eine<br />
gewisse Aufgeschlossenheit der Technik gegenüber, ein Interesse an<br />
Mathematik, Sprachen und Medien ist sicher erforderlich, ansonsten<br />
jedoch sind die Fähigkeit zu logischem und analytischem Denken die<br />
wichtigsten Voraussetzungen. Und dies wird den Frauen im 21.<br />
Jahrhundert ja wohl niemand mehr absprechen wollen! Neben technischem<br />
Wissen und Spaß an den neuen Medien sind insbesondere soziale<br />
Schlüsselkompetenzen wie die Fähigkeit zur Teamarbeit, Kommunikation,<br />
Einfühlungsvermögen, Dienstleistungsorientierung unerlässlich. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Um diese<br />
Botschaft zu verbreiten und kräftig die Werbetrommel für IT-Berufe zu<br />
rühren, sollen so genannte Ambassadors, IT-Botschafter, in die Schulen<br />
gehen. Bei den Botschaftern handelt es sich um junge Menschen aus der<br />
Berufspraxis, die aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz berichten und mit<br />
einigen Vorurteilen aufräumen können. Ein wichtiger Baustein in dem<br />
Versuch, das Image der Branche bei den Schulabgängerinnen zu<br />
korrigieren und Begeisterung zu wecken.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ein weiteres Schlüsselthema, das bei der stärkeren Integration von Frauen in Vollzeitberufe thematisiert werden muss: die<br />
Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wie Anja Warich aus eigener Erfahrung berichtet, durchaus ein Problem, dass schon<br />
Schulabgängerinnen beschäftigt. Gerade auch Frauen mit Kindern bieten Jobs in der IT-Branche ein zusätzliches Maß<br />
an Flexibilität &#8211; zeitlich, räumlich und finanziell. So kann es gelingen, beide Elternteile in die Kindeserziehung<br />
einzubeziehen, zum Beispiel indem beide nacheinander Erziehungsurlaub nehmen oder Teilzeitarbeit gewählt wird.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nichtsdestotrotz ist Deutschland in Hinsicht auf neue Arbeitsmodelle, die die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf<br />
ermöglichen, ein Entwicklungsland. Firmeneigene Kindergärten z.B. oder die ganztätige Betreuung von Kindern seien<br />
nicht bzw. nicht in dem Maße und immer zum richtigen Zeitpunkt verfügbar. Firmen würden jedoch zunehmend auf diese<br />
Problematik aufmerksam und würden an entsprechenden Angeboten arbeiten, so Dr. Dutiné. Hier gibt es noch einiges zu tun.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Frauen müssen ohne<br />
Frage auch in anderen Arbeitsfeldern und sozialen Bereichen gestärkt<br />
werden, aber Dr. Dutiné erhofft sich von der IT-Branche mit ihren<br />
enormen Potentialen Synergieeffekte und eine Motorfunktion, die auf<br />
andere Bereiche übergeht. Um noch einmal Anja Warich zu Wort kommen zu<br />
lassen: &quot;Die IT-Branche ist weder gefährlich noch schmutzig. Geht ran<br />
an den Speck, Mädchen. Holt Euch Euren Teil.&quot;<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>It&#039;s a woman&#039;s world wide web</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/its_a_womans_world_wide_web-586/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/its_a_womans_world_wide_web-586/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[jmeyerspasche]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Dec 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Gender Mainstreaming]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Branche]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/its_a_womans_world_wide_web-586/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Frauen auf der Überholspur des Information Superhighway: zumindest in den USA, wo sich einer neuen
<a href="http://www.mediametrix.com/home.jsp?language=ger" target="_new" rel="noopener noreferrer">Studie</a> zufolge mittlerweile
mehr Frauen als Männer im Netz tummeln. Davon sind wir noch ein Stück entfernt, denn hierzulande
liegt der Anteil der weiblichen User erst bei etwa
<a href="http://194.175.173.244/gfk/gfk_studien/eigen/OMO_W6.pdf" target="_new" rel="noopener noreferrer">40%</a>. In der Arbeitswelt
ist die Diskrepanz um einiges größer: Frauen in IT-Jobs, besonders in den technischen, sind die
Ausnahme. Kein Wunder, bei derzeit nur 7% Frauen im Studiengang Informatik.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Frauen auf der Überholspur des Information Superhighway: zumindest in den USA, wo sich einer neuen<br />
<a href="http://www.mediametrix.com/home.jsp?language=ger" target="_new" rel="noopener noreferrer">Studie</a> zufolge mittlerweile<br />
mehr Frauen als Männer im Netz tummeln. Davon sind wir noch ein Stück entfernt, denn hierzulande<br />
liegt der Anteil der weiblichen User erst bei etwa<br />
<a href="http://194.175.173.244/gfk/gfk_studien/eigen/OMO_W6.pdf" target="_new" rel="noopener noreferrer">40%</a>. In der Arbeitswelt<br />
ist die Diskrepanz um einiges größer: Frauen in IT-Jobs, besonders in den technischen, sind die<br />
Ausnahme. Kein Wunder, bei derzeit nur 7% Frauen im Studiengang Informatik.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Diese Zahl möchte die Bundesregierung mit dem Aktionsprogramm<br />
<a href="http://www.iid.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">&quot;Innovation und Arbeitsplätze in der Informationsgesellschaft<br />
des 21. Jahrhunderts&quot;</a> bis 2005 auf 40% anheben. Ein ehrgeiziges Ziel, das sich nicht von selbst erfüllt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Fachgruppe &quot;Frauenarbeit und Informatik&quot; der Gesellschaft für Informatik<br />
<a href="http://www.forum-informationsgesellschaft.de/extern/ag3/fr_set/fr_set_news_011.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer"><br />
schlägt darum vor</a>, ein Bundesprogramm zu starten, mit dem dann Reformstudiengänge für Frauen<br />
eingerichtet werden. Damit sind Voll- und Teilzeitstudiengänge im Fach Informatik an Universitäten und<br />
Fachhochschulen gemeint, die speziell auf Frauen ausgerichtet sind. Zur fachbegleitenden Weiterbildung soll das<br />
Sommerstudium der<br />
<a href="http://www.informatik.uni-bremen.de/grp/informatica_feminale/" target="_new" rel="noopener noreferrer">&quot;Informatica<br />
Feminale&quot;</a> dienen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auch das <a href="http://www.frauen-technik-impulse.de/seiten/kompetenz.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">Kompetenzzentrum</a><br />
des Vereins &quot;Frauen geben Technik neue Impulse e.V.&quot; will die Chancengleichheit der Geschlechter im<br />
IT-Bereich fördern. Mit nationalen und internationalen Projekten strebt das Kompetenzzentrum mit Sitz an der<br />
Fachhochschule Bielefeld einen Bewusstseinswandel in Ausbildung, Beruf und Forschung an. <br />
Die Förderung von Frauen in der IT-Branche sei jedoch laut der Vereins-Geschäftsführerin Barbara<br />
Schwarze keineswegs eine wohltätige Aufgabe, sondern schlicht &quot;ein knallharter Wettbewerbsfaktor&quot;,<br />
gerade angesichts des Mangels an IT-Fachkräften. Das Potential an gut ausgebildeten Frauen dürfe da nicht<br />
vernachlässigt werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bisher wird es jedoch nicht genutzt. Einen großen Anteil an der geringen Frauenpräsenz in<br />
Multimedia-Berufen haben wohl die vorherrschenden Geschlechterstereotype. Es fehlen weibliche Vorbilder in der<br />
Informatik, und auch das technische Image der New Media Jobs<br />
<a href="http://www.niedersachsen.de/MS_gfmk_bericht4.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer">schreckt</a> viele Frauen eher ab.<br />
Diese Beobachtung veranlasste die Konferenz der FrauenministerInnen der Länder (GFMK) dazu, Reformen im<br />
Bildungsbereich zu fordern. Neue Zugangsweisen im naturwissenschaftlichen Unterricht sollen Mädchen<br />
stärker ermutigen, einen informationstechnischen Beruf zu ergreifen. Da das &quot;nerdige&quot;, technische<br />
Image der Informatik sie bisher wohl von den diesen Berufen abhält, sollen in Zukunft mehr die menschlichen<br />
und kommunikativen Aspekte der IT-Berufe betont werden, da diese vielen Mädchen bei der Berufswahl wichtig sind.<br />
Informationstage und Projekte in Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Hochschulen können dann zusätzlich das<br />
Interesse an diesen Bereichen wecken. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei<br />
<a href="http://www.niedersachsen.de/MS_gfmk_bericht4.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer">weiblichen Vorbildern</a> zu, also<br />
Lehrerinnen, Studentinnen und Professorinnen der Naturwissenschaften.<br />
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</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Doch nicht nur in der Bildung muss sich etwas ändern. Der im August veröffentlichte<br />
<a href="http://www.niedersachsen.de/MS_gfmk_bericht4.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer">Bericht</a> der GFMK über<br />
&quot;Frauen in der Informationsgesellschaft&quot; nennt eine Reihe von weiteren Eckpunkten, auf deren Grundlage<br />
dann konkrete Maßnahmen erarbeitet werden sollen. Neben der Forderung nach Bildungsreformen für mehr<br />
Chancengleichheit sollen auch die Medienkompetenz gestärkt, die berufliche Weiterbildung umstrukturiert und<br />
die Erwerbschancen von Frauen im IT-Bereich gesteigert werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">So müssen sich zunächst die Inhalte der Internet-Angebote mehr an der Realität der Frauenalltage<br />
orientieren, denn bisher gibt es noch eher wenige deutsche frauenspezifische Seiten. In den USA ist der<br />
Frauenanteil bei den Usern unter anderem auch deshalb so hoch, weil es hier eine Vielzahl an Sites gibt, die sich<br />
gezielt an Frauen richten. Dazu gehören vor allem Inhalte, die den Alltag erleichtern, also Job-, Service-<br />
oder Schnäppchen-Sites. Anders als viele Männer, die oft einfach um des Surfens willen im Internet<br />
unterwegs sind, seien einer<br />
<a href="http://www.mediametrix.com/home.jsp?language=ger" target="_new" rel="noopener noreferrer">Studie</a> zufolge Frauen eher<br />
praktisch orientiert und nutzten das Netz, um Zeit oder Geld zu sparen. Dies gelte sowohl in den USA als auch in Europa.<br />
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</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Anpassung an Frauen darf jedoch nicht bei den Inhalten des WWW aufhören. Auch die Arbeitswelt<br />
muss nach Vorstellung der GFMK auf die Frauen zugehen. So sollen flexible, individuelle Arbeitsformen und<br />
Unterstützung bei der Existenzgründung die Multimedia-Arbeitsplätze für Frauen attraktiver<br />
machen.<br />
Auch im Fortbildungsbereich ist eine Umorientierung nötig. Weiterbildungsangebote müssen sich vermehrt<br />
auf den IT-Sektor ausrichten und sollen sich besonders an gering qualifizierte Frauen wenden, da sie am<br />
stärksten vom Arbeitsplatzverlust bedroht sind, wenn in einer Firma rationalisiert wird, so<br />
<a href="http://lovelace.fh-bielefeld.de/download/FrauInfo.pdf" target="_new" rel="noopener noreferrer">Martina Klein</a>. IT-Kenntnisse<br />
würden sie für vielfältigere Aufgaben qualifizieren und so ihren Wert für die Firma erhöhen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Damit die guten Ideen auch in die Praxis umgesetzt werden, wartet der Bund nicht auf die schleppende Prozedur,<br />
bis endlich ein Maßnahmenkatalog verabschiedet ist, sondern unterstützt private Initiativen. So wird<br />
beispielsweise der Verein<br />
<a href="http://www.frauen-technik-impulse.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">&quot;Frauen geben Technik<br />
neue Impulse&quot;</a> durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und durch das Ministerium<br />
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Eine Zusammenarbeit, die sich etwa in gemeinsamen<br />
Projekten niederschlägt. So war der Verein auch an der Vorbereitung des GFMK-Berichts über Frauen in<br />
der Informationsgesellschaft beteiligt. Die vernetzende Funktion des Vereins zeigt sich auch in der Zusammenarbeit<br />
mit der Informatica Feminale und der Gruppe &quot;Frauenarbeit und Informatik&quot; der Gesellschaft für<br />
Informatik.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Um die bundesweiten Projektkooperationen zu optimieren, baut das Kompetenzzentrum des Vereins gerade<br />
ExpertInnengruppen zu einigen thematischen Schwerpunkten auf, etwa in den Bereichen Zugang, Bildung und Beruf.<br />
<a href="http://www.frauen-ans-netz.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">&quot;Frauen ans Netz&quot;</a>, eine Gemeinschaftsaktion<br />
des Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Bundesanstalt für Arbeit, der Deutschen Telekom und<br />
der Zeitschrift Brigitte, wird bereits erfolgreich vom Kompetenzzentrum koordiniert. Die Initiative bietet allen<br />
interessierten Frauen einführende Internetkurse an. Ziel der Aktion ist es, dass Frauen Internet und Computer<br />
überhaupt erst einmal kennen lernen, um dann selbst entscheiden zu können, wie sie die Medien beruflich<br />
oder privat weiter nutzen wollen. Rund 33.000 Teilnehmerinnen nutzten das Angebot im Jahr 1999, in diesem Jahr soll<br />
es weiter ausgebaut werden.</span></p>
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		<title>Neue Impulse für Wissenschaft und Bildung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mschielke]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildungsberuf]]></category>
		<category><![CDATA[Gender Mainstreaming]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Beruf]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Die breite Etablierung von Informationstechnologien formulierte die Bundesregierung bei Regierungsantritt als
zentrales Anliegen. Im Rahmen der zweitägigen Tagung an der Technischen Universität Berlin
sollten die bisher geleisteten Anstrengungen der rot-grünen Regierungskoalition bilanziert werden.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Die breite Etablierung von Informationstechnologien formulierte die Bundesregierung bei Regierungsantritt als<br />
zentrales Anliegen. Im Rahmen der zweitägigen Tagung an der Technischen Universität Berlin<br />
sollten die bisher geleisteten Anstrengungen der rot-grünen Regierungskoalition bilanziert werden.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dabei ging es nicht zuletzt um den Bereich der Wissenschaft und Forschung. Ein im Herbst vergangen Jahres verabschiedetes<br />
<a href="http://www.iid.de/aktionen/aktionsprogramm/deckblatt.html">Aktionsprogramm der Bundesregierung</a><br />
zur Steigerung der Nutzungsbreite von Informationstechnologien wurde<br />
von Michael Catenhusen, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung<br />
und Forschung vorgestellt.<br />
Dabei soll die Qualifizierung der Bürger in allen<br />
Gesellschaftsbereichen vorangetrieben werden, das Recht auf<br />
informationelle Selbstbestimmung ausgeweitet und die Durchsetzung von<br />
neuen Ausbildungsberufen im IT-Bereich verwirklicht werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bereits im Jahr der Regierungsübernahme seien fünf Lehrberufe im Bereich Mutimedia geschaffen worden, die bei der<br />
jugendlichen Bevölkerung auch gut angenommen worden seien, so der Regierungsbeamte zufrieden. Ziel sei es, die<br />
Ausbildungsberufe im IT-Bereich um 40 000 Stellen zu steigern, so Catenhusen weiter. Dabei werde gezielt an der<br />
Gleichberechtigung von Mann und Frau gearbeitet, betonte Catenhusen: &quot;Das Ministerium<br />
für Bildung und Forschung fördert im Technologiebereich Unternehmensgründungen des weiblichen Geschlechts, um so<br />
den Frauenanteil in der zukunftsträchtigen Branche auf mindestens 40 Prozent steigern zu können.&quot;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Des weiteren solle die Initiative &quot;Frauen ans Netz&quot; Frauen zur Nutzung des Internets ermutigen und die Schaffung von<br />
Informatikstudiengängen für Frauen die Chancengleichheit in dem von Männern dominierten Studiengang vorantreiben.<br />
&quot;Gerade im Bildungsbereich ist die Durchsetzung moderner Technologien das ‚A und O&#8217;, um im europäischen und<br />
internationalen Wettbewerb nicht zurückzustehen&quot;, bekräftigte der Staatssekretär. Projekte, wie <a href="http://www.san-ev.de/">&quot;Schulen<br />
ans Netz&quot;</a> halte der Bund als Hauptaktionär der Telekom für durchsetzbar. Und doch sei<br />
die Modernisierung des Bildungssystem nicht ausschließlich durch die öffentlichen Kassen finanzierbar,<br />
mahnte Catenhusen.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bliebe also nur noch die Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen übrig, die in Zukunft für zeitgemäße Computer und<br />
die Bereitstellung moderner Software gerade im Bereich des virtuellen Lernens sorgen könnten. Ein Schritt in die<br />
richtige Richtung oder technisches &#8216;Know How&#8217; auf Kosten der Lehr- und Forschungsfreiheit? Daran werden sich die Geister<br />
wohl noch scheiden.</span></p>
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