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	<title>Generationenvertrag &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Generationenvertrag &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Inder für Kinder&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Jul 2000 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das Green Card-Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[Green Card]]></category>
		<category><![CDATA[Einwanderungspolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Ein Gespräch mit <a href="http://www.politik-digital.de/politikdigital/team/ehebecker.shtml">
Eike Hebecker</a>, Politikwissenschaftler und Experte für Bildung und Neue Medien, über die 
gesellschaftspolitischen Hintergründe der Green-Card</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Ein Gespräch mit <a href="http://www.politik-digital.de/politikdigital/team/ehebecker.shtml"><br />
Eike Hebecker</a>, Politikwissenschaftler und Experte für Bildung und Neue Medien, über die<br />
gesellschaftspolitischen Hintergründe der Green-Card</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Herr Hebecker, das Wort des NRW-Spitzenkandidaten der CDU Jürgen Rüttger<br />
von &quot;Kindern und Indern&quot;, das mittlerweile in aller Munde war, wurde sicher auch im Hinblick auf den<br />
Stimmenfang für die Wahl in NRW gesprochen. Wie ist so eine Formel wahlkampfpolitisch einzuordnen??</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Eike Hebecker</b>: Die Zuspitzung  des Sachverhalts auf eine popularisierbare Formel ist<br />
sicherlich auf die Wahlkampfsituation und die Fixierung der CDU auf ihre<br />
Kampagnenfähigkeit zurückzuführen, die sie gegenwärtig als vielversprechende<br />
(siehe Hessen) &#8211; aber auch als die einzige realisierbare &#8211; Erfolgsstrategie<br />
favorisiert. Diese Festlegung ist mit der Qualifizierung des Themas zu einer<br />
Kampagne getroffen und in der Dramaturgie des Wahlkampfes nicht mehr zu<br />
revidieren, auch wenn die Ressentiments gegen Ausländer, mit denen hier<br />
fraglos operiert wird, innerhalb der eigenen Partei und von prominenter<br />
Position in der Wirtschaft kritisiert werden. Darüber hinaus schlägt sich<br />
die Kampagne auch nicht in der Stimmung der Bevölkerung und den<br />
Umfrageergebnissen nieder, was in einem Bundesland wie Nordrhein-Westfalen,<br />
das auf eine erfolgreiche Integration von ausländischen Mitbürgern<br />
zurückblicken kann, auch nicht verwundert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Die schlichte Parole &quot;Kinder statt Inder&quot; hat weit über die NRW-Wahl hinaus<br />
eine regelrechte Lawine ausgelöst?<br />
Welcher Nerv wurde hier getroffen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Eike Hebecker</b>: Hinter der verkürzten Formel verbergen sich in der Tat zentrale<br />
gesellschaftspolitische Dimensionen, deren Problematik sich durch den Ausspruch Rüttgers<br />
neu konkretisierten. Die Äußerung tangiert inhaltlich die Themen der Revision der Einwanderungspolitik,<br />
die Reform des Bildungssystems sowie die Frage der Generationengerechtigkeit im Hinblick auf eine<br />
zukünftige Lastenverteilung. Allesamt hochsensible und tabuisierte Politikfelder, von denen<br />
bekannt ist, dass sie für keine populären, pauschalen und spontanen Lösungen<br />
empfänglich sind. Ein Politiker, der dies wider besseren Wissens suggeriert<br />
und propagiert, kann schnell seine Glaubwürdigkeit verlieren, zumal wenn er<br />
als ehemaliger Zukunftsminister eher als ein Teil des Problems, als ein Teil<br />
der Lösung identifizierbar ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Vom Rüttger´schen &quot;mauvais-mot&quot; zum Auslöser: der Green Card. Inwiefern ist diese Initiative als<br />
veränderte Haltung bei der Einwanderungspolitik zu sehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Eike Hebecker</b>: Die Debatte um die Zuwanderung hat in dem Sinn<br />
ja der Bundeskanzler angestossen, indem er eine Greencard-Regelung für die fehlenden<br />
hochqualifizierten Arbeitskräfte in der<br />
IT-Branche angeregt hat. Dass diese punktuelle wirtschaftspolitische<br />
Intervention nicht zu begrenzen sein würde, war vorauszusehen und zeigte<br />
sich nicht nur an der Ausweitung dieser Option auf andere Berufsgruppen wie<br />
das Hotel- und Gaststättengewerbe oder Spargelpflücker, sondern vor allem an<br />
der einsetzenden Diskussion um eine neue Einwanderungspolitik, die es<br />
erlaubt, die Zuwanderung an den ökonomischen Bedürfnissen der Bundesrepublik<br />
zu orientieren. Dazu gehört natürlich ein Bekenntnis zu der Tatsache, dass<br />
Deutschland ein Einwanderungsland ist und Einwanderung braucht, was bisher<br />
ja insbesondere von der CDU/CSU vehement bestritten worden ist und auch in<br />
der gegenwärtigen Diskussion zu einer polemischen und unsachlichen<br />
Vermischung von Einwanderung und Asyl geführt hat. Darüber, ob der Kanzler<br />
hier mit strategischem Kalkül gehandelt und einen Test-Ballon gestartet hat,<br />
lässt sich nur spekulieren. Das Zögern, eine entsprechende<br />
Gesetzgebungsinitiative zu starten, spricht jedenfalls dagegen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Eine weitere gesellschaftspolitische Dimension, die das Thema<br />
Green Card berührt ist Ihrer Meinung nach die Generationengerechtigkeit.<br />
Kommt der Generationenvertrag durch die mangelhaften Investitionen in die Bildungspolitik ins Wanken?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Eike Hebecker</b>: Jürgen Rüttgers hat das Thema mit seiner Formel von den<br />
&quot;Kindern statt Indern&quot; ganz konkret auf die Bildungspolitik gelenkt. Für Kinder und Jugendliche jetzt aus<br />
wahltaktischen Gründen eine besserer Ausbildung, die notwendigen technischen<br />
Ausstattungen in den Schulen und die zukünftigen Jobs zu fordern, erscheint<br />
angesichts der Tatsache, dass sie als Bevölkerungsgruppe durch die<br />
Sparzwänge im Bildungsbereich und Jugendarbeitslosigkeit bisher in doppelter<br />
Hinsicht benachteiligt waren sogar zynisch. Die soziodemographische<br />
Situation beginnt sich jedoch spürbar zu verschieben. Die Arbeitslosigkeit<br />
wird momentan vor allem durch die Überalterung der Arbeitslosen abgebaut und<br />
in Zukunft werden immer mehr Branchen Probleme haben, genügend Arbeitskräfte<br />
zu finden. Aus dieser Perspektive wird deutlich, dass wir Kinder und &quot;Inder&quot;<br />
also Einwanderung brauchen, um die demographische Schieflage zu<br />
korrigieren. Bei der Erwirtschaftung der Kosten und der Verteilung der<br />
Lasten unserer sozialen Sicherungssysteme werden &quot;Kinder und Inder&quot; quasi zu<br />
Verbündeten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Der Generationenvertrag ist gefährdet, weil eine adäquate Ausbildungssituation,<br />
die es ermöglichen würde, den zukünftigen Bedürfnissen des Arbeitsmarktes und damit<br />
des Rentensystems zu begegnen, von den Verantwortlichen nicht geschaffen wurde.<br />
Warum hat die Bildungspolitik nicht früher reagiert?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Eike Hebecker</b>: Zunächst einmal ist festzustellen, dass die gegenwärtigen Defizite in der<br />
Bildung und Ausbildung voraussehbar waren und von daher hausgemacht sind.<br />
Dies ist nicht nur auf fehlende finanzielle Mittel zurückzuführen, sondern<br />
hängt maßgeblich mit den strukturellen Problemen des Bildungs- und<br />
Ausbildungssystems zusammen, die es nicht erlauben, flexibel auf die<br />
gesellschaftlichen und vor allem die arbeitsmarktbezogenen Anforderungen zu<br />
reagieren, die mit der rasanten medientechnologischen Entwicklung der<br />
letzten Jahre verbunden sind.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Wo genau sehen sie die Schwachpunkte der Bildungspolitik<br />
auf den IT-Bereich bezogen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Eike Hebecker</b>: Überalterte Kollegien an den Schulen, die mit<br />
den dort platzierten Netzrechnern nichts anfangen können und sich in<br />
pädagogischen Grabenkämpfen den Neuerungen verweigern. Überforderte<br />
Universitäten, in deren Studienplänen für die Lehrerausbildung Neue Medien<br />
nicht vorkommen oder deren Informatikfakultäten vielleicht gerade<br />
geschlossen worden sind und 16 Bundesländer, die sich in ihrer<br />
bildungspolitischen Zuständigkeit mit mindestens 16 verschiedenen Konzepten<br />
profilieren wollen. In Hessen wird beispielsweise gegenwärtig ein<br />
Wahlversprechen eingelöst, indem 2000 neue Lehrer eingestellt werden, für 20<br />
000 neue Computer, die ebenfalls benötig werden ist aber kein Geld mehr<br />
verfügbar. Dafür, dass eventuell 10 000 Computer und 1000 Lehrer, die damit<br />
umgehen können eine bessere Investition mit synergetischen Effekten<br />
darstellen könnte, fehlt das politische Vorstellungsvermögen. Diese<br />
Beispiele sind sicherlich nicht repräsentativ aber symptomatisch für die<br />
gegenwärtige Situation. Andererseits hatte Bundespräsident Herzog vor<br />
mittlerweile drei Jahren mit seiner &quot;Ruck-Rede&quot; auf den bildungspolitischen<br />
Handlungsbedarf aufmerksam gemacht und die Initiative &quot;Schulen ans Netz<br />
arbeitet sogar schon seit 1996 an ihrem Ziel, alle Schulen mit mindestens<br />
einem internetfähigen Rechner auszustatten. Obwohl hier mit einem Konzept<br />
der public private partnership, das die Wirtschaft einbindet, der richtige<br />
Weg eingeschlagen wurde, zeigt sich heute, dass noch mehr hätte getan werden<br />
können und müssen. Die gegenwärtige Bundesregierung dürfte im Grunde<br />
genommen überhaupt nicht mehr vor dem Problem stehen, das Thema Neue Medien<br />
und Bildung erneut zur Chefsache machen müssen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Wacht die Politik noch rechtzeitig auf? Was muss passieren,<br />
damit die wirtschaftliche und soziale Sicherung in Deutschland gefestigt wird?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Eike Hebecker</b>: Die mit der Green Card indirekt thematisierten Politikfelder<br />
Einwanderungspolitik, Generationengerechtigkeit und Bildungspolitik müssen jetzt<br />
gleichermaßen Beachtung finden.<br />
Dass im Bundesministerium für Bildung und Forschung gegenwärtig über ein<br />
2 Milliarden Sonderprogramm zur Medienbildung nachgedacht wird, stimmt hoffnungsvoll ebenso wie die<br />
Idee, einen Teil der Sondereinnahmen aus der Versteigerung von<br />
Mobilfunklizenzen in dieser Hinsicht Zweck zu binden. Die Chancen für ein<br />
Umdenken und Umlenken stehen jedenfalls nicht schlecht. In den kommenden 10<br />
Jahren werden 60 Prozent des Lehrpersonals an den Schulen ausgetauscht. Die<br />
neuen Pädagogen werden gegenwärtig an den Hochschulen ausgebildet und müssen<br />
quer durch alle Fächer mit den Optionen der Neuen Medien vertraut gemacht<br />
werden, wenn das gegenwärtige Defizit mittelfristig aus eigener Kraft<br />
kompensiert werden soll. Vielleicht sind die vielbeschworenen Inder an<br />
Universitäten sogar besser platziert als in den Unternehmen, sie sprechen<br />
englisch und können programmieren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital</span></b>: Vielen Dank für das Gespräch.<br />
</span></p>
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