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	<title>Gentechnik &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Gentechnik &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Jugendliche bloggen zur Gentechnik</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/jugendliche-bloggen-zur-gentechnik-3763/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Feb 2008 09:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Gentechnik]]></category>
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					<description><![CDATA[Während der Bundestag am heutigen Donnerstag, 14. Februar 2008, über die geplante Änderung des Stammzellengesetzes diskutiert, lassen politik-digital.de und drei Partner-Institutionen Jugendliche und junge Menschen ab heute zu Wort kommen: Auf dem offenen Weblog <a href="http://www.wie-weit-wollen-wir-gen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie-weit-wollen-wir-gen.de</a> ist ihre Meinung zur Gentechnik beim Menschen gefragt.
<a href="http://www.wie-weit-wollen-wir-gen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">
<div style="text-align: center">
<img src="/sites/politik-digital.de/files/wie_weit_wollen_wir_gen_logo_0.jpg" alt="wie-weit-wollen-wir-gen.de - Logo" title="wie-weit-wollen-wir-gen.de - Logo" align="left" height="55" width="310" />
</div>
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<br />
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Während der Bundestag am heutigen Donnerstag, 14. Februar 2008, über die geplante Änderung des Stammzellengesetzes diskutiert, lassen politik-digital.de und drei Partner-Institutionen Jugendliche und junge Menschen ab heute zu Wort kommen: Auf dem offenen Weblog <a href="http://www.wie-weit-wollen-wir-gen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie-weit-wollen-wir-gen.de</a> ist ihre Meinung zur Gentechnik beim Menschen gefragt.<br />
<a href="http://www.wie-weit-wollen-wir-gen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"></p>
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<!--break-->
</p>
<p>
In den nächsten Wochen werden wir jungen Menschen wechselnde Fragen zur Gentechnologie stellen. Zum Start geht es um Tiere als Organspender: Wer würde ein „menschliches&quot; Ohr annehmen, das auf dem Rücken einer Maus wächst? Oder ein genetisch verändertes Herz von einem Schwein? Ohne Registrierung kann sich jeder Nutzer sofort beteiligen und Beiträge schreiben. Andere Nutzer können darauf mit Kommentaren reagieren und die Aussagen bewerten.
</p>
<p>
wie-weit-wollen-wir-gen.de ist eine Weiterentwicklung des Projekts ich-gehe-nicht-hin.de, das politik-digital.de zur Bundestagswahl 2005 startete. Nichtwähler konnten hier die Gründe für ihre Entscheidung offen legen. Das Vorbild notapathatic.com stammt von der britischen Nichtregierungsorganisation MySociety.
</p>
<p>
Mit wie-weit-wollen-wir-gen.de möchten wir herausfinden, welche Fragen aus dem Gebiet der Gentechnik junge Menschen interessant finden, welche Themen umstritten sind und bei welchen Themen Einigkeit besteht. Wir wollen die Ansichten und Anforderungen junger Menschen ins Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit rücken. Und schließlich wollen wir herausfinden, wie das Internet die Beteiligung junger Menschen an gesellschaftlichen Diskursen fördern kann.
</p>
<p>
„wie-weit-wollen-wir-gen.de&quot; ist eine Gemeinschaftsinitiative des <a href="http://www.izt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IZT &#8211; Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung</a>, von politik-digital.de, der <a href="http://www.vdw.de/web-bin/owa/homepage" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vereinigung Deutscher Wissenschaftler</a> und <a href="http://www.dialogik-expert.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DIALOGIK</a>. Das Projekt wird vom <a href="http://www.bmbf.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesministerium für Bildung und Forschung</a> gefördert.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Onlinediskusion um Gentechnik</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaftwehner_biotalk060201-shtml-2901/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Idee der internetgestützten Debatte über gesellschaftliche Themen hat in Hamburg Profil gewonnen. Dort diskutieren Jugendliche 
                            online Chancen und Risiken gentechnisch behandelter Lebensmittel.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Die Idee der internetgestützten Debatte über gesellschaftliche Themen hat in Hamburg Profil gewonnen. Dort diskutieren Jugendliche<br />
<a href="http://www.biotalk.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">online</a> Chancen und Risiken gentechnisch behandelter Lebensmittel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Seit dem 23.Januar geschieht in Hamburg etwas Ungewöhnliches. Die Schülerinnen und Schüler dieser Stadt diskutieren die Chancen und Risiken gentechnisch behandelter Lebensmittel – online! Das Interesse sich zu beteiligen ist groß. Bereits nach wenigen Tagen sind es mehrere hundert Jugendliche, die sich im Online-Forum zu Wort melden oder einfach nur die Beiträge lesen wollen.</p>
<p><strong>Besorgte Jugend</strong></p>
<p>Eine so große Beteiligung muss verwundern angesichts des immer wieder geäußerten Vorwurfs, Jugendliche seien heutzutage mehr auf sich selbst konzentriert und hätten das Interesse an Fragen zur Gesellschaft verloren. Es verwundert noch mehr, wenn die Beiträge genauer betrachtet werden. Denn hier wird nicht einfach drauflosgeschrieben, sondern meist sachlich argumentiert. Deutlich wird, dass Jugendliche offenbar viel differenzierter mit anspruchsvollen Themen umgehen, als dies in der Vergangenheit vermutet wurde. Und wer vorher glaubte, es würden sich nur Gegner gentechnisch behandelter Lebensmittel finden, muss sich eines besseren belehren lassen. Der Erhalt von Arbeitsplätzen, die Sicherung des Forschungsstandortes Deutschland, die Verantwortung für Dritte-Welt-Länder – auch solche mehr Pro-Gentechnik-Standpunkte finden ihre Fürsprecher. Angesichts der ausgewogenen Debatte möchte man fast von einer um die Zukunft des Landes besorgten Jugend sprechen. Dass diese Einstellung solange unbemerkt bleiben konnte, könnte daran gelegen haben, dass Jugendliche, die noch ohne Wählerstimme und deshalb ohne politische Lobby sind, in den etablierten? Medien kein Gehör finden. Ihnen wird die Möglichkeit verweigert, sich in die gesellschaftlichen Debatten einzumischen.</p>
<p><strong>Öffentliche Debatte als Rollenspiel</strong></p>
<p>Auswege aus dieser Situation will das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt „Biotalk“ aufzeigen, in dem das Online-Forum entwickelt worden ist. Der Reiz des virtuellen Debattierplatzes liegt darin, dass hier gezielt alternative Wege der öffentlichen Diskussion beschritten werden. Nicht nur deshalb, weil durch die Verlagerung ins Internet viel mehr Teilnehmern die Möglichkeit gegeben wird, sich zu äußern, als dies in der realen Welt möglich wäre. Noch wichtiger erscheint, dass es jetzt nicht länger die offiziellen Sprecher der Wirtschafts- und Verbraucherverbände, Parteien und Umweltschutzorganisationen sind, die als Vertreter für den Normalbürger sich mit dem Thema Gentechnik beschäftigen. Jetzt sind es umgekehrt die Jugendlichen, die in diese Rollen stellvertretend hineinschlüpfen und Sprecherfunktionen übernehmen können. Dieses spielerische Moment wird mit Wettbewerbselementen kombiniert. Jeder Teilnehmer kann für sein Mitmachen Punkte sammeln, die am Ende darüber entscheiden, wer als Sieger hervorgeht. Dass es bei einem solch heiklen Thema wie der Gentechnik gelegentlich auch zu Beschimpfungen oder Beleidigungen kommt, darf nicht überraschen. Dies stellt aber eher die Ausnahme dar, weil es Spielregeln gibt und Moderatoren, die darauf achten, dass sie auch befolgt werden.</p>
<p><strong>Neue Impulse für eLearning und eParticipation</strong></p>
<p>Da das Online-Forum noch bis zum 10.2.06 geöffnet ist, ist es für Schlussfolgerungen noch zu früh. Immerhin geben die Beteiligungszahlen und das Beteiligungsverhalten, die zusammengenommen jedes bisherige Projekt dieser Art in Deutschland in den Schatten stellen, Anlass zu verschiedenen Vermutungen. So lassen sich offenbar durch eine methodisch kluge und nutzerfreundliche Gestaltung des Internets Jugendliche motivieren, sich selbst außerhalb des Schulunterrichts mit komplexen Wissensstoffen zu befassen. Die Idee des gemeinsamen Lernens gewinnt hier völlig neue Dimensionen, die auch der gegenwärtig etwas ernüchternd wirkenden Debatte über die Möglichkeiten des eLearnings neue Impulse geben könnten. Damit nicht genug. Wer grundsätzlich mehr deliberative Elemente in der politischen Kultur (eParticipation) fordert, damit nicht nur Jugendliche, sondern die Bürger allgemein stärker am öffentlichen politischen Leben teilnehmen, setzt nicht nur einen Einstellungswechsel auf Seiten des politischen Establishments voraus. Es müssen vor allem Verfahren gefunden werden, die bei allem geforderten Ernst in der Sache den Teilnehmern auch Spaß an der Diskussion bereiten. Biotalk könnte hier zukunftsweisend sein, da hier ganz bewusst unterhaltende Spielregeln der Beteiligung, sachlich-argumentative Anforderungen, eine visuell ansprechende wie übersichtliche Plattform und ein gutes Moderatorenteam als Erfolgsfaktoren für einen Online-Diskurs verstanden werden. Dies erklärt den im Projekt Biotalk praktizierten interdisziplinären Ansatz. So haben Soziologen der TuTech Innovation GmbH und Medienwissenschaftler des Fraunhofer Instituts Autonome Intelligente Systeme (AIS) die Diskussionsregeln des Forums entwickelt und in Zusammenarbeit mit dem Softwareunternehmen Binary Objekts eine Internetplattform realisiert. Biologen und Pädagogen der Universität Hamburg haben gemeinsam Wissenswertes zum Thema Gentechnik für das Forum zusammengestellt und Lernmaterialien und -methoden für die Schulunterrichtsphase des Projekts erarbeitet, die über die naturwissenschaftliche Perspektive hinausgehend auch für die wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Aspekte des Einsatzes der Gentechnik in der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion sensibilisieren. Grafikdesigner haben für die ansprechende visuelle Gestaltung der Plattform<br />
<a href="http://www.biotalk.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.biotalk.de</a> und der Webseiten des Projekts<br />
<a href="http://projekt.biotalk.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">projekt.biotalk.de</a> gesorgt.</p>
<p><strong>Die Stadt als Kooperationspartner</strong></p>
<p>Ob Biotalk ein Schritt in die richtige Richtung ist, wird sich zeigen müssen. Die Stadt Hamburg ist davon jetzt schon überzeugt. So entschlossen sich die Hamburger Senatsbehörde für Bildung und Sport und das Institut für Lehrerfortbildung (LI) in Hamburg, die Rolle eines Kooperationspartners zu übernehmen und das Projekt nach Kräften zu unterstützen. Allen voran die Bildungssenatorin der Stadt, Frau Alexandra Dinges-Dierig, als Schirmherrin des Projekts.<br />
<strong>Der Autor des Textes, Dr. Josef Wehner, ist Mediensoziologe und arbeitet an der Universität Paderborn und dem Fraunhofer Institut Autonome Intelligente Systeme (AIS).</p>
<p></strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Verbraucherschutz und Gentechnik</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/verbraucherschutz_und_gentechnik-186/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[sfuhrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jul 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Europapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Herta Däubler-Gmelin]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
		<category><![CDATA[Gentechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Verbaucherschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[<b>Herta Däubler-Gmelin<!-- #EndEditable --> 
im europathemen.de-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->29.07.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Herta Däubler-Gmelin<!-- #EndEditable --><br />
im europathemen.de-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->29.07.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" --> </p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herzlich willkommen im Chat von europathemen.de,<br />
dem Projekt der Bundeszentrale für Politischen Bildung und des<br />
Zentrums für Medien und Interaktivität an der Uni Gießen<br />
zur Europawahl. Dieser Chat wird von politik-digital.de durchgeführt.<br />
Heute ist bei uns die SPD-Politikerin Herta Däubler-Gmelin zu Gast,<br />
Mitglied des Bundestages, Ministerin der Justiz a.D. und Vorsitzende<br />
des Auschusses für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft<br />
im Deutschen Bundestag. Frau Däubler-Gmelin ist Schirmherrin verschiedenster<br />
karitativer Einrichtungen und des &quot;virtuellen Ortsvereins der SPD&quot;.
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/hdaeublergmelin.jpg" alt="Herta Däubler-Gmelin (SPD), MdB und Bundesjustizministerin a.D." align="left" height="124" width="92" />Herta<br />
Däubler-Gmelin:</b> Guten Tag an Alle. <b></p>
<p>Moderator:</b> Eine erste Frage von mir als Moderator zum Thema Gentechnik.<br />
Vor dem Chat erreichten uns auch schon einige Fragen zum Thema. Auf<br />
einer Internetseite sind Sie Patin einer Frage, die Internetnutzer zur<br />
Debatte einlädt. Die Frage lautet: &quot;Gibt es gute Jobs künftig<br />
nur noch für Leute mit passenden Genen?&quot;. Die Frage wird im<br />
angeschlossenen Forum heiß diskutiert. Frau Däubler-Gmelin,<br />
ist das ein Zukunfts-Horror-Szenario oder glauben Sie, dass es wirklich<br />
so weit kommen kann?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Nun, es kann wirklich so weit kommen,<br />
die Auswahl von Leuten für gute Jobs läuft heute schon. Wir<br />
wissen auch, dass die echten und vermeintlichen Segnungen in Zusammenhang<br />
mit der humanen Gentechnik nicht nur von Ethikbewussten eingesetzt werden,<br />
wenn es sich wirtschaftlich lohnt. Bei uns allerdings werden wir das<br />
hoffentlich verhindern können.
</p>
<p>
<b>Peri:</b> Welche Gefahren sehen Sie in der Forschung mit embryonalen<br />
Stammzellen und deren Einsatz?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Hallo, Peri. Zunächst die, dass<br />
menschliches Leben &quot;vernutzt&quot; und verbraucht wird &#8211; zu Experimenten,<br />
die man mit tierischen Embryonen auch machen könnte,<br />
dann sehe ich die Gefahr, dass die Möglichkeiten der adulten Stammzellen<br />
nicht ausreichend finanziert werden, obwohl es da große Chancen<br />
gibt. Im übrigen sind wohl Gefahren der Selektion &quot;geeigneter&quot;<br />
oder gewollter Eigenschaften nicht von der Hand zu weisen und das gibt<br />
dann auch Probleme mit dem sozialen Umgang mit Behinderungen.
</p>
<p>
<b>schmitt:</b> Wird es in Zukunft verbrauchende Embryonalforschung<br />
in Deutschland geben?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Hallo, Schmitt: Wir befinden uns<br />
ja im Zustand eines Kompromisses, dem Stammzellen-Gesetz, das sich bewährt<br />
hat, so das Bundeskabinett am Mittwoch. Also es soll nicht erweitert<br />
werden. Ein bisschen Verbrauch ist es dennoch, auch wenn die embryonalen<br />
Stammzelllinien an ein bestimmtes Datum geknüpft sind und aus dem<br />
Ausland kommen. Aber, interessant ist vor allem, dass auch die forschende<br />
Wirtschaft und die Forschung selbst keine Gründe für eine<br />
Erweiterung des Gesetzes vorbringen kann.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen, die in die gleiche Richtung zielen:
</p>
<p>
<b>MTB:</b> &quot;Ohne Patente auf DNA-Sequenzen gibt es keine neuen<br />
Arzneimittel&quot;. Wie stehen Sie in zur Frage der Bio-Patente?
</p>
<p>
<b>clara:</b> Sollte sich ein Unternehmen Teile des menschliche Erbgut<br />
patentieren lassen können?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Danke für beide Fragen. Ich<br />
halte in solchen Fällen Verfahrenspatente für angemessen,<br />
also keine im eigentlichen (technischen) Sinne &#8211; Stoffpatente. Das ist<br />
aber in Europa noch umstritten, deshalb muss die Biopatentrichtlinie<br />
geändert werden.
</p>
<p>
<b>Huber:</b> Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte<br />
erklärte kürzlich, dass das Recht auf Leben offenbar nicht<br />
für Menschen vor der Geburt gilt (Klage einer Französin)?<br />
Ihre Meinung?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Lieber Herr Huber, das betrifft etwas<br />
anderes. In Straßburg ging es um die Reichweite der Europäischen<br />
Menschenrechtskonvention und die Richter haben erklärt (richtig!),<br />
dass dort über den umstrittenen Beginn menschlichen Lebens nichts<br />
enthalten ist und &#8211; wichtig!! &#8211; dass es darüber in Europa keinen<br />
Konsens gibt.
</p>
<p>
<b>ager:</b> Ist der Schutz eines Embryos in der EU Verfassung ausreichend<br />
verankert?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Ager, in der EU-Verfassung ist das<br />
nicht ausdrücklich verankert &#8211; das war offensichtlich unter den<br />
Beteiligten nicht zu machen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfrage zur Antwort auf Herrn Huber:
</p>
<p>
<b>Reus:</b> Wie ist denn die Reichweite definiert? Fehlt ein Konsens?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Reus, nein, die Reichweite ist nicht<br />
definiert. Wenn es Sie interessiert, schauen Sie doch bitte in die Biokonventionen<br />
des Europarates, die als Zusatzprotokolle zur Europäischen Menschenrechtskonvention<br />
(EMRK) fungieren.
</p>
<p>
<b>Sunder:</b> In vielen Fragen der Gentechnik gibt es einen breiten<br />
öffentlichen Diskurs. Wie schwer ist es in diesen Fragen fachlich<br />
immer auf dem Laufenden zu sein. Sind nicht sehr auf Ihre Berater angewiesen?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Lieber Sunder, Berater sind immer<br />
gut, selbst zu lesen allerdings noch viel besser. Man kann sich mit<br />
Hilfe des Internets ganz ordentlich auf dem laufenden halten, Französisch<br />
und Englisch ist allerdings von Vorteil.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum nächsten Thema: Lebensmittel.
</p>
<p>
<b>aus_Köln:</b> Wahlfreiheit bei gentechnisch veränderten<br />
Lebensmitteln ist ja schön und gut, aber ist das nicht auch für<br />
manche zu schwer, weil sie zum Beispiel auf die Preise schauen müssen<br />
oder einfach keine zwei Stunden Zeit für den Einkauf haben?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> ausköln, nun ja. Einen Tod muss<br />
der Hase sterben. Ich finde, man sollte schon für bedachten und<br />
überlegten Einkauf werben.
</p>
<p>
<b>Morole:</b> Wie weit sind die Forschungen zu den Gefahren von gentechnisch<br />
veränderten Lebensmitteln? Das ist doch bei jedem einzelnen Produkt(-zusatz)<br />
anders, also gar nicht zu überblicken?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Morole, es gibt hier Grundsatzfragen<br />
und viele, viele Details, zu den Grundsatzfragen gehören die nach<br />
gesundheitlichen Schäden (wenig bekannt, es gibt kaum Auswertungen<br />
von Langzeitversuchen) &#8211; die Schäden am Boden (Bakterien&#8230;) sind<br />
auch wenig bekannt. Und an der Umwelt (hier sind sogar noch die Methoden<br />
umstritten), über die Verträglichkeit bei Tieren wird auch<br />
noch gestritten und die Frage nach den sozialen Auswirkungen (Indien,<br />
Argentinien&#8230;) stellen sich ebenfalls.
</p>
<p>
<b>Freidel:</b> Wie werden Gesundheitsgefahren von Lebensmitteln denn<br />
erforscht? Ist es nicht so, dass diese teilweise eben nicht exakt nachgewiesen<br />
werden können, zum Beispiel Elektrosmog?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Freidel, so ist das halt mit neuen<br />
Methoden oder Möglichkeiten: Die Frage stellt sich, ob man alles<br />
zulassen soll bis zum Beweis der konkreten Schädlichkeit, das kann<br />
dann furchtbar große Schäden mit sich bringen (Thalyomide),<br />
oder ob man sorgfältige Untersuchungen, auch langfristige verlangt,<br />
bevor etwas zugelassen wird. Ich plädiere dafür, das Schadenspotential<br />
und die gewollte Verbreitung zu sehen und zu würdigen. Bei uns<br />
tendiert die Öffentlichkeit auf jeden Fall in die zweite Richtung,<br />
schon wegen der Erfahrungen mit BSE.
</p>
<p>
<b>ole_berlin:</b> Wieder und wieder gibt es Skandale mit verseuchten<br />
Lebensmitteln (zum Beispiel Salmonellen) &#8211; sobald es einmal ruhig geworden<br />
ist, kommt der nächste Skandal. Sind die gesetzlichen Strafen und<br />
Reglements nicht abschreckend genug?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Ole, verseuchte Lebensmittel sind<br />
eigentlich einfach: Da ist eine Schädigung nachweisbar und jemand<br />
zu schädigen ist verboten. Dennoch gibt es Schlampereien und Betrügereien.<br />
Das ist aber nicht auf Lebensmittel begrenzt, sonst gäbe es die<br />
Justiz nicht seit tausenden von Jahren.
</p>
<p>
<b>Don:</b> Haben Sie überhaupt Einfluss auf Lebensmittelüberwachung<br />
und -kontrolle oder werden die wichtigen Entscheidungen eh in Brüssel<br />
entschieden?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Don, Brüssel entscheidet viele<br />
Grundsatzfragen, setzt also Standards, die dann national umgesetzt oder<br />
ausgefüllt werden müssen. Die Lebensmittelüberwachung<br />
geschieht durch die Bundesländer und deren Behörden.
</p>
<p>
<b>Raps:</b> Zeigt das Thema nicht, dass auf nationaler Ebene andere<br />
Ansichten vorherrschen, als auf EU-Ebene? Hat Deutschland schärfere<br />
Gesetze als die EU? Ein Thema wo die Bürger das Gefühl bekommen,<br />
sie werden nicht gehört!
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Raps, das sehe ich nicht so, jedenfalls<br />
nicht durchgehend. Bei der Saatgut-Kennzeichnung allerdings haben Sie<br />
Recht. Da müssen wir &#8211; international vernetzt &#8211; noch arbeiten.<br />
Aber sonst, gibt es auch aus Brüssel ordentliche Vorgaben. Das<br />
Problem der Lebensmittelüberwachung kommt von den Ländern.
</p>
<p>
<b>Rainer:</b> Wenn wir über Lebensmittelkontrolle sprechen, ich<br />
denke wir haben sehr gute Gesetze, aber: wenn ein Restaurant nur alle<br />
drei Jahre kontrolliert wird und auch noch weiß wann, dann kann<br />
von einer wirksamen Kontrolle nicht die Rede sein, oder?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Rainer, das können Probleme<br />
sein. Auch die Termine, das Geld, die ausgebildeten Kontrolleure, die<br />
Organisation können Fehlerquellen sein. Das lassen wir uns im Ausschuss<br />
des Bundestages regelmäßig berichten.
</p>
<p>
<b>abi1999:</b> Inwieweit darf die EU eigentlich in die Lebensmittelüberwachung<br />
eingreifen? Was sollte eher national, und eher lokal geregelt werden?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Abi, die Ausführung von EU-Gesetzen<br />
und von nationalen Gesetzen passiert bei uns in den Bundesländern,<br />
die das, soweit sie es vernünftig machen, lokal organisieren.
</p>
<p>
<b>abi1999:</b> Bei der Wahl im Supermarkt, gibt es da eigentlich irgendwelche<br />
deutlichen Embleme/Zertifikate, auf die man achten kann oder muss man<br />
das Kleingedruckte lesen?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Abi, das Kleingedruckte zu lesen,<br />
empfiehlt sich immer! Aber es gibt die Kennzeichnungspflicht, es müssen<br />
also zum Beispiel bei Gentechnik-Veränderungen klare Hinweise lesbar<br />
sein. Zertifikate, die also bestimmte Methoden oder Reinheiten (zum<br />
Beispiel Bio) aber nicht alles kennzeichnen, gibt es auch.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wenn Sie für sich Maultaschen einkaufen, dann<br />
stellt sich doch sicher für Sie auch folgendes Problem:
</p>
<p>
<b>PöleP:</b> Wie soll der Verbraucher bei dem ganzen Biosiegeln<br />
die es mittlerweile gibt, beurteilen können, welche gut und welche<br />
nur Imagemarken sind?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Zunächst zu meinen Maultaschen:<br />
ich brauche Fleisch &#8211; da gilt das Gebot der Rückverfolgbarkeit.<br />
Das ist in Supermärkten bei verpacktem Fleisch kontrollierbar,<br />
mein Metzger (Fleischer) kennt seine Tiere noch persönlich. Ich<br />
brauche Eier, da gilt das Gleiche (außer, dass jetzt in der heißen<br />
Zeit zusätzlich die Kühlkette stimmen muss). Bei anderen Fragen<br />
ist es gut, sich den genauen Inhalt eines Siegels oder Zertifikats einmal<br />
anzuschauen. Dann weiß man, was es sagt und was nicht. Wie gesagt,<br />
informierte Verbraucher sind nicht nur die Besten, sondern essen auch<br />
am besten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Und? Gibt es zu viele Gütesiegel?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Es gibt viele unterschiedliche, das<br />
ist wahr. Aber wer sich informiert, steigt durch.Wer das nicht tut,<br />
muss es lernen.
</p>
<p>
<b>abi1999:</b> Aber was ist mit den Bio-Siegeln, gibt es irgendwo<br />
eine staatliche Garantie? Oder muss ich einfach einem Siegel vertrauen?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Abi, Bio-Siegel sind meist Selbstzertifikate<br />
der Wirtschaft, die aber unter staatlicher Beteiligung an Kontrollprozesse<br />
angebunden sind. Auf Deutsch: Man kriegt sie oder behält sie nur,<br />
wenn man in überprüfbare Kontrollprozesse eingebunden ist.
</p>
<p>
<b>TreterPe: </b>Was tun Sie für die Förderung von Bioläden<br />
oder regionalen Einkaufsgenossenschaften?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Zunächst, selbst dort einkaufen,<br />
dann für sie werben &#8211; je mehr desto besser.
</p>
<p>
<b>Susanne:</b> Kann denn ein Preis von zwei bis drei Euro für<br />
ein Kilo Fleisch in den Discountern gesund sein?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Susanne, schwierig. Nun kann ein<br />
Discounter ja einige Waren subventionieren (Kampfpreise&#8230;). Meine Landwirtfreunde<br />
sagen mir allerdings, dass es einfach nicht möglich ist, ein gutes<br />
Tier unter akzeptablen Bedingungen, gentechnikfrei ernährt, zu<br />
diesem Preis anzubieten.
</p>
<p>
<b>Eidl:</b> Nicht alle Menschen können sich teure Bio-Produkte<br />
leisten. Sollten solche Produkte nicht staatlich gefördert werden?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Eidl, wahr! Allerdings geben Leute<br />
heute für Firlefanz viel mehr Geld aus. Der Anteil des Haushaltseinkommens,<br />
der für Essen ausgegeben wird, ist heute wesentlich geringer als<br />
vor circa 30 Jahren.
</p>
<p>
<b>Rainer:</b> Ich denke, Sie habe recht, dennoch: Heutzutage soll<br />
Essen schnell und billig sein. Supermärkte mit Wahlfreiheit verschwinden<br />
und machen den Discountern Platz. Kann ich da noch wählen?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Rainer, das macht in der Tat große<br />
Probleme. Wir sollten die Möglichkeiten der regionalen Erzeuger<br />
viel bewusster nutzen (Wochenmärkte, Hofverkäufe, Läden<br />
in Dörfern &#8230;)
</p>
<p>
<b>Lecker:</b> Müssen die Agrarsubventionen nicht stärker<br />
abgebaut werden? Und damit die Preise für Fleisch steigen?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Lecker, durch die GAP (Gemeinschafts-Agrar-Politik)<br />
der EU kommt es in den nächsten Jahren zu einem erheblichen Umbau<br />
und der zwangsläufigen Senkung von Agrarsubventionen. Es soll nicht<br />
mehr Masse, sondern Qualität und Klasse subventioniert werden.<br />
Ich finde es wichtig, dass nicht die kleinen Familienbetriebe, die wir<br />
auch aus Umwelt- und Sozialaspekten dringend brauchen, vollends durch<br />
den Wettbewerb vernichtet werden.
</p>
<p>
<b>Webchatter:</b> Was sagen sie denn zu den Tiertransporten quer durch<br />
Europa?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Webchatter: Problem! Hier arbeiten<br />
wir an vernünftigen kürzeren Gesamtzeiten und besseren Transportbedingungen<br />
im Bereich der EU. Das Problem der konzentrierten Schlachthöfe<br />
stellt sich hier übrigens auch.
</p>
<p>
<b>Vox:</b> Sind Sie für eine Stärkung der regionalen Landwirtschaft<br />
und des regionalen Konsums, bei dem der Kunde besser nachvollziehen<br />
kann, was sie/er kauft und deutsche Verbraucherpolitik auch Einfluss<br />
hat? Wenn ja, wie setzen Sie sich dafür ein?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Vox, ja! Persönlich und auch<br />
werblich (Interviews, Chats, Gesetzesinitiativen &#8230;).
</p>
<p>
<b>Dino:</b> Mit der Agrarwende soll ein Umsteuern in der Agrarpolitik<br />
eingeleitet werden, wie kann das funktionieren, wenn die notwendige<br />
Transparenz nicht geschaffen wird, um die Macht wirklich in die Hände<br />
der Verbraucher zu legen
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Dino, könnten Sie bitte näher<br />
sagen, was genau Sie meinen?
</p>
<p>
<b>Yorim:</b> Würde man ausschließlich auf Bioprodukte setzen,<br />
könnten diese dann billiger angeboten werden?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Yorim, es kommt halt darauf an, wer<br />
&quot;man&quot; ist. Aber schauen Sie mal in Ihrer Umgebung nach, es<br />
gibt auch hier genossenschaftliche Organisationen, die auf den Preis<br />
schauen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfrage zu kleinen Betrieben in der EU (Antwort<br />
auf Webchatter):
</p>
<p>
<b>KLM:</b> Aber wo in der EU gibt es noch kleine Betriebe? Und sollte<br />
das nicht der Markt regeln anstatt die Politik?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> KLM, bei uns in Deutschland gibt<br />
es hauptsächlich im Süden kleinere Betriebe. Im Norden und<br />
im Osten haben wir auch riesige Industrie-Landwirtschaft. Ich vertraue<br />
dem Markt nicht blind. Der hat einfach keinen Sinn für die Erhaltung<br />
der Umwelt, für Nachhaltigkeit und soziale Beziehungen.
</p>
<p>
<b>Kirschblüte:</b> Worin sehen Sie den dringendsten Handlungsbedarf<br />
deutscher Verbraucherschutzpolitik?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Kirschblüte, danke, wenn auch<br />
etwas allgemein. Ich halte Transparenz und klare Rechte für den<br />
Verbraucher für sehr wichtig, und auch, dass man sich wehren kann,<br />
wenn etwas versprochen, aber nicht eingehalten wird.
</p>
<p>
<b>KristinaW.:</b> Zu verbraucherfreundlicher Politik gehören<br />
nicht nur Lebensmittel. Wie sieht es mit der Förderung von ÖPNV<br />
oder noch besser der Deutschen Bahn (Umweltschutz) aus?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Kristina, Förderung des ÖPNV<br />
ist ein Gebot der Klugheit! Die Bundesbahn ist sehr wichtig, die macht,<br />
glaube ich, große Anstrengungen.
</p>
<p>
<b>Olivia:</b> Nahezu kein Fall von Verbaucherschutz, der in Deutschland<br />
vor Gericht kam, (ein Fall zum Beispiel Verwendung billigsten Materials<br />
bei dem Hausbau für eine lungenkranke Frau) wurde zu Gunsten der<br />
Ankläger entschieden, weil oft große Firmen auf der Anklagebank<br />
saßen. Wie wollen Sie hier die Verbraucher stärken?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Olivia, bitte etwas präziser:<br />
Heute finden täglich tausende von Verbraucherschutzprozessen statt,<br />
viele mit sehr gutem Ausgang für die Verbraucher/Kläger. Ich<br />
selbst habe auch schon zahlreiche gewonnen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nochmal ÖPNV:
</p>
<p>
<b>Arbeitsloser,34:</b> Verbraucherpolitik: Gehört dazu nicht<br />
auch das besonders ÖPNV und die Deutsche Bahn günstiger werden?<br />
Das kann sich doch keiner mehr leisten.
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Richtig, Allerdings werden Ihnen<br />
die Betreiber vorrechnen, dass sie zum einen ordentlich wirtschaften<br />
müssen, zum anderen billiger seien als ein Auto. Ich finde allerdings<br />
auch, dass hier die Öffentliche Hand die Subventionierung der Strasse<br />
stärker auf die Schiene verlagern sollte (jetzt werden alle Autofahrer<br />
schreien).
</p>
<p>
<b>Probst:</b> Mehr Wettbewerb heißt das Motto, die Realität<br />
ist eine andere: Auf den großen Märkten Telekommunikation,<br />
Bahn und Post haben zum Großteil in staatlicher Hand liegende<br />
Unternehmen die Vormachtsstellung. Die Verbraucher haben das Nachsehen.<br />
Wollen wir den Wettbewerb oder nicht?
</p>
<p>
<b>KLM:</b> Ergänzung zu Probst: Energiekonzerne!
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Probst, ich halte Wettbewerb für<br />
richtig, &#8211; da , wo er hingehört. Allerdings kann er halt auch soziale<br />
Beziehungen kaputtmachen und wichtige andere Aspekte, wie Nachhaltigkeit,<br />
Qualität, Menschlichkeit torpedieren. Das können wir nicht<br />
zulassen. KLM: Energiekonzerne, hier sehen wir, wie wichtig schnelle<br />
staatliche Preiskontrolle ist. Da wird viel Verbraucher unfreundlicher<br />
Gewinn gemacht.
</p>
<p>
<b>Webchatter:</b> Welche Lobby hat mehr Einfluss in Brüssel?<br />
Die der Industrie oder die der Verbraucherschützer?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Webchatter, gute Frage. Das ist in<br />
Brüssel wie in Berlin oder in den Landeshauptstädten: Wirtschaftlich<br />
starke Lobbyisten haben immer ein Prä vor schwer organisierbaren<br />
Verbraucherinteressen.
</p>
<p>
<b>LuckyL:</b> Stimmen Sie in Fragen des Verbraucherschutzes mit Ihren<br />
Partei-Kollegen überein?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> LuckyL, häufig. In wichtigen<br />
Fragen schon.
</p>
<p>
<b>raffneck:</b> Wie definieren Sie Nachhaltigkeit im Bereich Verbraucherschutz?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Raffneck, Nachhaltigkeit heißt<br />
im Prinzip hier nichts anderes als in anderen Bereichen. Definierbar<br />
vielleicht so: Berücksichtigung der Produktionsbedingungen ( soziale<br />
Beziehungen), der Umweltbedingungen ( Schädlichkeit vermeiden),<br />
aber auch etwa des Energieverbrauchs ( Art und Menge), aber auch des<br />
anfallenden Mülls und dessen Gefährlichkeit, Energieverbrauch.<br />
Wichtig sind auch die Transportfaktoren, die mit einem Lebensmittel<br />
verbunden sind. Deshalb schmecken regional frische Lebensmittel nicht<br />
nur besser, sondern sind auch gesellschaftlich bekömmlicher.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nochmal zu Rechtsschutz und Verbraucherschutz:
</p>
<p>
<b>Olivia:</b> Konkretisierung: Ich kenne andere Fälle, in denen<br />
große Firmen mit mehreren Anwälten die Sache einfach ausgesessen<br />
haben. Gibt es Ansprechpartner für die Betroffenen?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Olivia, die gibt es, können<br />
aber nur konkret im Einzelfall genannt werden. Es ist am besten, Sie<br />
schreiben mir: Mail herta.daeubler-gmelin@bundestag.de
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nochmal kurz zurück zu Gentechnik:
</p>
<p>
<b>pisa:</b> Im Bezug auf die Gentechnik: Ist der Verbraucher zu ängstlich<br />
geworden, ja, fast technikfeindlich oder sagen Sie, es gibt begründete<br />
Zweifel an der Verträglichkeit dieser Technik mit Mensch und Umwelt?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Pisa, ich halte von solchen Bezeichnungen<br />
wie ängstlich nichts. Denken Sie nur an die Anfänge der Methode,<br />
die dann zu BSE geführt hat. Das Problem ist, dass viele Menschen<br />
und Tiere Genveränderungen zu sich nehmen und keiner langfristig<br />
weiß, was daraus wird. Bei Boden und Umwelt gibt es noch deutlichere<br />
Probleme, bei den sozialen Beziehungen ganz brennende. Im übrigen<br />
würde ich ( Schaden- Risiken-Nutzen-Abwägung) und viele sich<br />
leichter tun, wenn es darum ginge, etwa in Trockengebieten durch genveränderte<br />
Pflanzen den Hunger zu bekämpfen ( oder in Eisgebieten, oder speziellen<br />
anderen Problemzonen). Das findet jedoch nicht statt. Im Augenblick<br />
drücken die großen Chemo-Agrarier bei Soja (Tierfutter) und<br />
Mais ( dito) in den Markt, weil es bei tierischen Produkten ( noch)<br />
keine Kennzeichnungspflicht gibt. Geldverdienen reicht mir nicht aus,<br />
um Risiken zu konterkarieren.
</p>
<p>
<b>Reus:</b> Freiland Versuche: Gibt es ein Register wo alle Versuche<br />
verzeichnet sind? Greenpeace klagt da gerade, oder?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Reus, nach dem Gentechnik-Neuordnungsgesetz<br />
dürfen solche Versuche nicht grundsätzlich geheimgehalten<br />
werden. Im Augenblick muss die Info noch eingeklagt werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Neues Thema: Europäische Union, unterschiedliche<br />
Themenbereiche:
</p>
<p>
<b>Sommerloch:</b> Was sagen sie zur geringen Wahlbeteiligung bei den<br />
EU-Wahlen und dem schlechten Abschneiden ihrer SPD?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Sommerloch, beides ist sehr ärgerlich,<br />
nicht nur im Sommerloch.
</p>
<p>
<b>Moore:</b> Sind sie für eine Volksabstimmung zur EU-Verfassung<br />
oder teilen sie die Ansicht, dass das die Verfassung untersagt?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Moore, ich habe mich schon häufig<br />
zu Volksbegehren und Volksentscheid (national) eingesetzt (unter klaren<br />
Bedingungen, die in der Verfassung verankert sein müssen).<br />
Ich bin für eine EU-weite Volksabstimmung über die EU-Verfassung,<br />
halte allerdings den jetzt gewählten Weg von einigen national veranstalteten<br />
für außerordentlich bedenklich. Da wird das Gleiche passieren,<br />
was bei der EU-Wahl vor sich ging: Es wird nicht nach europäischen<br />
Fragen, sondern nach interner nationaler Kritik abgestimmt befürchte<br />
ich.</p>
<p><b>roter:</b> Warum will Schröder keine Abstimmung zur Verfassung?<br />
Verstehen sie das?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Roter, ich hätte gerne eine<br />
EU-weite Abstimmung in allen 25 Mitgliedsstaaten. Ob wir eine nationale<br />
machen sollten, bezweifle ich, weil das eine punktuelle Sonderlösung<br />
wäre und &#8211; wahrscheinlich &#8211; der Opposition dazu genutzt würde,<br />
innenpolitische Aspekte wahlentscheidend zu machen. Ärgerlich,<br />
aber vorhersehbar. Der richtige Weg wäre, die EU-Verfassung würde<br />
mit einer neuen Bestimmung versehen oder die Staatsspitzen würden<br />
sich verabreden, in der ganzen EU eine Abstimmung zu machen.
</p>
<p>
<b>Plebs:</b> Halten sie die „Pro Volksabstimmung“-Aussagen<br />
von Stoiber und Westerwelle für reine PR?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Plebs, ja.
</p>
<p>
<b>Plebs:</b> Also eine EU-weite Abstimmung? Teuer und langwierig?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Plebs, weder noch. Warum sollte eine<br />
EU- Volksabstimmung teuerer sein als nationale in den Mitgliedsstaaten?<br />
Langwieriger als der jetzige Ratifikationsprozess wäre das auch<br />
nicht.
</p>
<p>
<b>Barolo:</b> Wie finden sie das Geschacher um den Posten des nächsten<br />
Kommissionspräsidenten?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Barolo, warum benutzen Sie das Wort<br />
&quot;Geschacher&quot;? Das ist ein ganz normaler Auswahlprozess. Ich<br />
finde, wir sollten aufpassen, schon mit den Bezeichnungen nicht unbedingt<br />
der Massenpresse zu erliegen.
</p>
<p>
<b>Perse:</b> Sind sie für einen Beitritt der Türkei?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Perse, ich bin dafür, endlich<br />
einzuhalten, was der Türkei seit Adenauer und Kohl versprochen<br />
wurde: Dann die Verhandlungen über einen Beitritt zur EU aufzunehmen,<br />
wenn bestimmte Bedingungen (Rechtsstaatlichkeit, Abschaffung von Folter<br />
und Todesstrafe &#8230;) erfüllt sind. Das könnte Ende des Jahres<br />
so weit sein, wir sollten indes die Bewertung durch die EU abwarten.
</p>
<p>
<b>Ukr:</b> Sollte die Erweiterung im Osten weitergehen? Wenn ja, welche<br />
Länder?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Ukr, es ist sicherlich klug, nicht<br />
gleich an weitere Erweiterungen zu denken, sondern jetzt erst einmal<br />
auf Konsolidierung. Wichtig ist, dass die EU die guten Beziehungen zu<br />
ihren Nachbarn, also insbesondere auch Russland und Ukraine, wahrnimmt.<br />
Da gibt es auch gute Abkommen, die alle auf der EU-Website abzurufen<br />
sind.
</p>
<p>
<b>Fisch:</b> Sollte die EU mehr Engagement beim Wiederaufbau im Irak<br />
zeigen?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Fisch, da müssen einige Voraussetzungen<br />
erfüllt sein (UNO-Beschluss, Bitte der autonomen Irak-Regierung,<br />
Ende der US-Besatzung&#8230;.), aber einzeln kann man und sollte man den<br />
Menschen dort helfen.
</p>
<p>
<b>RalfRichter:</b> Die Europäische Kommission stellt der palästinensischen<br />
Autonomiebehörde in diesem Jahr 65 Millionen Euro zur Verfügung.<br />
Trotz Korruption?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> RalfRichter, die EU ist auch der<br />
härteste Kontrolleur der Administration. Das hilft. Und die Menschen<br />
in Palästina brauchen die Hilfe dringend &#8211; sie leiden ja nicht<br />
nur unter dem Unrecht, sondern richtig materielle Not.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Letzte Frage:
</p>
<p>
<b>Quaratino:</b> Sie zitieren auf ihrer Website Willy Brandt &quot;Politik<br />
sei dann richtig und gut, wenn sie dazu diene, Menschen mit großen<br />
Sorgen und großen Belastungen beides ein bisschen leichter zu<br />
machen.&quot; Tut das die heutige Politik?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Quaratino, gute Frage, aber sehr<br />
allgemein. Sie tut es in einiger Hinsicht, bei anderen Fragen &#8211; so vermute<br />
ich &#8211; stimme ich Ihrer Kritik zu. Aber der Satz von Willy Brandt ist<br />
wichtig für Politiker. Oder sollte es wenigstens sein.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Mitwirkende, Fragesteller, sehr geehrte Frau<br />
Däubler-Gmelin! Unsere Zeit ist leider schon wieder um. Ich bedanke<br />
mich im Namen der Bundeszentrale für politische Bildung für<br />
die vielen Fragen und natürlich bei Ihnen, Frau Däubler-Gmelin,<br />
dass Sie sich zum Internet-Austausch bereit erklärt haben. Ich<br />
hoffe, es hat Ihnen Spaß gemacht! Nächste Woche ist Herr<br />
Bütikofer zu Gast im Chat!
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Gentechnik und Agrarreform</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mfrost]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 May 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm">
<b>Renate Künast 
(Grüne) <!-- #EndEditable --> im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->27.05.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm">
<b>Renate Künast<br />
(Grüne) <!-- #EndEditable --> im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->27.05.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" -->
</p>
<p>
<br />
<b>Moderatorin:</b> Liebe Politik-Interessierte, willkommen im tacheles.02-Chat.<br />
Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
und wird unterstützt von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de.<br />
Zum Chat ist heute die Bundesverbraucherministerin, Renate Künast,<br />
ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Frau Künast, sind Sie bereit<br />
für den 60-Minuten-Chat mit unseren Usern?
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/rkuenast.jpg" align="left" height="110" width="80" />Renate<br />
Künast:</b> Ich bin bereit und voller Erwartung ob der Fragen,<br />
die da kommen.
</p>
<p>
<b>bayer:</b> Was macht ihre Gentechniknovelle? Wird sie<br />
von der Union in bekannter Blockade-Manier im Bundesrat verwässert?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Die Opposition versucht das, aber wir werden<br />
das nicht zulassen. Ich meine das die Haftungsregeln und die Mindestanforderungen<br />
zum Schutz der Nachbarn sehr zentrale Regelungen sind und die werden<br />
wir uns von der Opposition nicht raus verhandeln lassen.
</p>
<p>
<b>rübe1:</b> Warum sind sie gegen Gentechnik-Freilandversuche?<br />
Deutschland will doch innovativ sein?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Versuche finden in Deutschland seit vielen<br />
Jahren statt. Bei unserem Gentechnikgesetz geht es darum, die Landwirte,<br />
die schon da sind, auch zu schützen, weil konventionelle und Ökobauern<br />
ihre Produkte ja vermarkten wollen, ohne eine Gentechnik-Kennzeichnung<br />
draufzuschreiben. Genau diesen offenen Bereich regeln wir.
</p>
<p>
<b>nabuler:</b> Wird der Schutz von Naturschutzgebieten vor<br />
gentechnisch veränderter Organismen (GVO) bleiben oder im Gerangel<br />
um einen Kompromiss mit der Union geopfert?
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/photos/rkuenast1.jpg" align="right" height="181" width="200" />Renate<br />
Künast:</b> Da fragt immer jemand nach Opfern. Ich würde lieber<br />
die Frage haben, wen man unterstützen kann. Jetzt lautet unser<br />
Vorschlag, dass in ökologisch sensiblen Gebieten eine Entscheidung<br />
der regionalen Naturschutzbehörden erfolgen muss. Und ich glaube,<br />
dass aus den Regionen schon sehr viel Druck auf die Bundesländer<br />
kommt, diese Regel auch zu halten. Wir haben jetzt nämlich 33 gentechnikfreie<br />
Zonen, ein Großteil davon ist in ökologisch sensiblen Gebieten.
</p>
<p>
<b>leckerland:</b> Genmais-Anbau: Die Rahmenrichtlinie 2001/18/EG<br />
der EU verlange ein öffentlich zugängliches Anbauregister.<br />
Stimmt das und gibt es so eins in Deutschland? Wenn nicht, warum?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Es muss ein öffentlich zugängliches<br />
Standort-Register eingeführt werden. Das ist schon Basis, um überhaupt<br />
eine wissenschaftliche Begleitung machen zu können. Wir wollen<br />
sie auch nutzen als Auskunftsregister für den Nachbarbauern. Das<br />
ist Bestandteil unseres Gesetzes.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Der Deutsche Bauernverband fordert klare Regelungen<br />
für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Sie hätten<br />
es versäumt, die EU-Freisetzungsrichtlinie rechtzeitig 2002 in<br />
nationales Recht umzusetzen. Stimmt der Vorwurf?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Richtig ist, dass die Umsetzungsfrist im<br />
Oktober 2002 lag. Ich wurde 2003 zuständig und habe es sofort angepackt.<br />
Aber in Richtung Bauernverband ist natürlich die Frage zu stellen,<br />
warum sie mein Gesetz jetzt nicht vehement unterstützen. Der Bauernverband<br />
muss doch eigentlich die Interessen der Bauern vertreten. Und die sagen<br />
zu 70 Prozent, sie wollen keine Gentechnik und sie brauchen Schutzregeln<br />
für ihren Betrieb.
</p>
<p>
<b>H.Direske foodwatch:</b> Für echte Wahlfreiheit der<br />
Verbraucher müsste auch der Gentechnik-Futtereinsatz auf Endprodukten<br />
deklariert werden. Werden Sie sich dafür einsetzen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich werde mich wieder dafür einsetzen.<br />
Wir haben es nämlich versucht, aber die Europäische Kommission<br />
hat argumentiert, dass sich die gentechnische Veränderung nicht<br />
in Fleisch, Milch oder Käse nachweisen lässt. Deshalb sei<br />
das nach den internationalen Kennzeichnungsregeln nicht zulässig.<br />
Also müssen wir jetzt weiter forschen.
</p>
<p>
<b>grünertag:</b> Ist ihr Gesetz ein Gentechnik-Verhinderungsgesetz?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Das ist ein Gesetz gegen die schleichende<br />
Dominanz von Gentechnik, und es soll sicherstellen, dass die Bauern,<br />
die keine Gentechnik anwenden wollen, auch noch eine Chance haben.
</p>
<p>
<b>jägerauskurpfalz:</b> Die Geheimhaltung der Standorte<br />
von Genmais-Anbau ist ein umweltpolitischer Skandal. Was werden sie<br />
dagegen unternehmen? Oder haben sie die genehmigt?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Dieser Versuch ist federführend von<br />
Sachsen-Anhalt betrieben worden und die Vereinbarung, die die mit den<br />
Saatgutunternehmen geschlossen haben, sieht keine Bekanntgabe der Standorte<br />
vor. Im Augenblick versuchen die Agrarminister der Länder, und<br />
offenbar sogar der Bauernverband, doch noch zu einer Veröffentlichung<br />
zu kommen. Für die Zukunft kann das neue Gentechnikgesetz diese<br />
Probleme lösen (Standortregister).
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Wenn es so durchkommt. Wie stehen die Chancen,<br />
dass die Union in Ihrem Sinne mit Ihnen verhandelt?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ja, die CDU-Länder haben ja vorgeschlagen,<br />
statt unserer Standortregelungen einen Standortfond einzurichten. Aber<br />
sie haben sich im Bundesrat nicht getraut, eine gesetzliche Regelung<br />
vorzuschlagen. Danach sollen die Hersteller einen angemessenen Beitrag<br />
zahlen und der Rest soll aus dem Bundesetat kommen. Das ist natürlich<br />
ein unsittlicher Antrag. Aus meinem Etat zahle ich nichts. Dann müsste<br />
ich ja auch für alle anderen Produzenten Haftungsrisiken übernehmen.<br />
Es wird also schwierig.
</p>
<p>
<b>cami:</b> Der Verbraucher greift im Supermarkt in der<br />
Regel zum billigsten Produkt, es interessiert nur der Preis. Ihre Ziele<br />
werden am Geiz des Verbrauchers scheitern und damit werden auch viele<br />
landwirtschaftliche Betriebe, die in Deutschland viele Wettbewerbsnachteile<br />
haben, &quot;pleite&quot; gehen. Warum verschließen Sie ihre Augen<br />
vor der Realität?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Es gibt zwei Märkte, die wachsen. Der<br />
Billigmarkt und der Markt hoher Qualität, bzw. Ökomarkt. Der<br />
Fragesteller hat Recht, dass sich die Verbraucher hier oft kurios verhalten.<br />
Einige kaufen billig, billig, und fragen dann erstaunt, wo die Arbeitsplätze<br />
geblieben sind. Beides geht natürlich nicht zusammen. Wenn die<br />
WTO-Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen sind, werden wir noch mehr<br />
Konkurrenz bei den Agrarprodukten haben. Die deutsche Landwirtschaft<br />
muss also ihren Teil des Marktes finden. Meines Erachtens können<br />
das nur Qualitätsprodukte sein oder nachwachsende Rohstoffe.
</p>
<p>
<b>kristin:</b> Werden Bioprodukte dann nicht noch teurer<br />
oder werden gentechnische Produkte kostspieliger sein?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Das wird davon abhängen, wer den Aufwand<br />
zu zahlen hat. Ich meine, dass der, der eine neue Technologie auf den<br />
Markt bringt, auch die Verpflichtung hat, den anderen zu schützen.<br />
Also müssen die Gentechnikanbauer Abstandsregeln einhalten und<br />
gegebenenfalls Schadensersatz zahlen. Eines sehen wir natürlich<br />
alle: Dass hier große Lobbys am Werk sind.
</p>
<p>
<b>User27:</b> Thema Verbraucherschutz/Information: Wieso<br />
kann man zwar den Abfüllort/Verpackungsort eines Produktes feststellen,<br />
aber nicht den Herstellungsort? Vor allem bei wenig verarbeiteten Produkten<br />
wäre das sehr sinnvoll. Z.B. wird Fleisch einfach nochmals in Deutschland<br />
umgepackt, damit es „deutsch&quot; ist.
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Der ganze Kennzeichnungsbereich bei den<br />
Lebensmitteln muss meiner Meinung nach klarer geregelt werden. Die EU<br />
will ja gerne die Regionen stärken. Und Herkunftsbezeichnungen<br />
international verankern. Dann muss man dem Produkt auch ansehen, wo<br />
es tatsächlich herkommt. Leider hat die Europäische Kommission<br />
hier gerade Ideen, alles hinter einer europäischen Herkunft zu<br />
verstecken. Dem werden wir nicht zustimmen.
</p>
<p>
<b>Agrarhandel:</b> GVO-Freiheit soll vom Handel und den<br />
Landwirten garantiert werden. Wie soll das funktionieren, wenn noch<br />
nicht mal die Saatguthersteller eine GVO-Freiheit garantieren? Ganz<br />
abgesehen von den noch nicht festgelegten Grenzwerten.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> GVO heißt gentechnisch veränderte Organismen.
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Der sehr wichtige noch offene Punkt im Bereich<br />
GVO ist die Frage der Schwellenwerte für Saatgut. Wir wollen diese<br />
bei der Nachweisgrenze festgelegt sehen. Das ist Voraussetzung dafür,<br />
dass die Landwirte tatsächlich unter den Schwellenwerten für<br />
Lebensmittel bleiben können. Diese Nachweisgrenze wird im Augenblick<br />
noch innerhalb der Kommission in Brüssel sehr strittig diskutiert.
</p>
<p>
<b>fleischer:</b> In Brandenburg gab es doch den Skandal<br />
um verseuchtes Futtermittel? Aber die Justiz konnte wenig machen, da<br />
die Gesetze kaum Strafen vorsehen. Unglaublich, werden sie das ändern?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Leider kann ich nicht auch noch die Rolle<br />
der Staatsanwältin übernehmen. Meine Mitarbeiter sehen die<br />
Lücke, die die Staatsanwälte gesehen haben, nicht. Trotzdem<br />
werten wir deren Gutachten aus und überlegen dann, mit dem Bundesministerium<br />
für Justiz, ob Änderungen nötig und möglich sind.<br />
Aber bitte nicht vergessen, dass der Fehler viel früher liegt.<br />
Der Fehler ist da entstanden, wo keine hinreichende Kontrolle der Lagerstätte<br />
erfolgt ist. Das versteht kein Mensch, dass eine Halle, von der alle<br />
in der Umgebung wissen, dass sie in der DDR ein Lager für gefährliche<br />
Pflanzenschutzmittel war, ohne Kontrollen zur Lagerung für Getreide<br />
genutzt werden kann.
</p>
<p>
<b>strikt4:</b> Frau Künast, haben sie schon mal gentechnisch<br />
veränderte Lebensmittel gegessen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich weiß es nicht, es gab ja keine<br />
Kennzeichnung.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Stichwort Agrarsubventionen:
</p>
<p>
<b>zeus:</b> Kurz vor den EU-Wahlen werden sie sicher die<br />
Agrarsubventionen nicht ansprechen, aber werden sie da einschreiten<br />
und den Irrsinn stoppen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir haben gerade in der Beratung in Bundestag<br />
und Bundesrat eine grundlegende Änderung der Agrarsubvention. Dann<br />
wird es in Zukunft in Deutschland in den Regionen einheitliche Flächenprämien<br />
geben und es wird nicht mehr der bevorzugt, der bestimmte Produkte anbaut<br />
oder besonders viele Tiere hält. Außerdem gibt es konkrete<br />
Umweltauflagen, bei deren Nichteinhaltung Geld zurück gefordert<br />
werden kann. Das sind eigentlich alles Selbstverständlichkeiten,<br />
ich will dieses am 9. Juli dann endlich durch den Bundesrat kriegen.<br />
Das wäre dann ein Grund zu feiern.
</p>
<p>
<b>Imanuell:</b> Frau Ministerin, bleiben Sie auch heute<br />
noch bei Ihrer Aussage, dass bis 2010 rund 20 Prozent der landwirtschaftlichen<br />
Fläche ökologisch bewirtschaftet wird?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich bleibe dabei, und esse darauf einen<br />
Ökokeks &#8211; wenn es davon einen hier gäbe. Im Juni diskutieren<br />
wir in Brüssel einen europäischen Aktionsplan zur Förderung<br />
des Ökolandbaus. Das ist also auch eine gute Unterstützung.
</p>
<p>
<b>klausi:</b> Frau Ministerin, ich frage mich, wie glaubwürdig<br />
Ihre Politik noch ist, wenn Sie durch grundsätzlich sinnvolle Verordnungen<br />
und Gesetzte Tierschutz verordnen, diese aber im grenznahen Bereich<br />
nicht mehr greifen (Beispiel: Legehennen an der Tschechischen Grenze.)<br />
Wie reagiert die deutsche bzw. europäische Politik darauf?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir haben den Tierschutz ins Grundgesetz<br />
geschrieben. Und ich glaube, dass allein daraus eine gute Begründung<br />
abzuleiten ist, warum es in Deutschland in Zukunft keine Käfige<br />
mehr geben soll, bei denen eine Legehenne so viel Platz hat wie ein<br />
Din-A4-Blatt. Damit gehen wir der EU einen Schritt voran. Was wir natürlich<br />
tun müssen, ist die Verbraucher aufzuklären, z.B. über<br />
die Kennzeichnung von Eiern, um so den Konsum von Nicht-Käfig-Eiern<br />
zu steigern.
</p>
<p>
<b>boogyboy:</b> Ist es nicht kurios, dass die Landwirtschaftsminister<br />
sich in der Leghennenhaltung auf die &quot;Kleinvolière&quot;<br />
als Zukunftsmodell geeinigt haben, obwohl bisher keine Kriterien für<br />
diese Haltungsform festgelegt wurden?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir haben eine gesetzliche Regelung, die<br />
sagt dass die Käfige in Deutschland abgeschafft werden. Einige<br />
Bundesländer haben versucht, dieses Gesetz über den Bundesrat<br />
wieder zu kippen. Weil ich dieses nicht unterschrieben habe, hatten<br />
meine Kollegen den kleinen Zwang, sich mit mir über zukünftige<br />
Gestaltungen zu einigen. So ist der Begriff &quot;Kleinvolière&quot;<br />
entstanden, der zwei Aussagen hat: Erstens, die Länderminister<br />
werden nicht wieder versuchen, das Käfigverbot zu kippen und zweitens,<br />
sie wollen mit uns konstruktiv eine Haltungsform entwickeln, die eben<br />
den Tieren mehr Bewegungsmöglichkeiten bietet, als ein Käfig.<br />
Das ist doch schon einmal eine Vereinbarung, auch wenn es für die<br />
Fachleute noch viel zu entwickeln gibt.
</p>
<p>
<b>H.Direske foodwatch:</b> Wann beginnt die Agrarwende in<br />
der konventionellen Landwirtschaft? Wann kommen Instrumente wie Stickstoff-<br />
oder Pestizidabgaben, um wenig umweltfreundliche Produktionsweisen zu<br />
verteuern?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Die Agrarwende kommt nicht mit einem Donnerschlag<br />
sondern mit vielen Einzelschritten. Wir haben Förderkriterien verändert,<br />
z.B. bezahlen wir kein Geld mehr für Hühnerkäfige. Wir<br />
wollen am 9. Juli das neue Fördersystem verabschieden. Dann wird<br />
der Unterschied zwischen Mais und Grünland endlich aufgelöst.<br />
Und wir werden auch ein Pestizidminimierungsprogramm vorstellen. Änderungen,<br />
z.B. der Düngeverordnung, sind schon auf dem Weg.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Zum Abschluss dieses Komplexes:
</p>
<p>
<b>rolando:</b> Werden Sie weiterhin für Insellösungen<br />
in der EU sein? Ich denke dabei an die Legehennenhaltung, Gentechnik,<br />
Tierschutz. Unseren Nachbarländer wird das sicher nur Recht sein,<br />
ihnen öffnet sich ein ansehnlicher Markt, unsere Erzeuger gehen<br />
dabei vor die Hunde. Frau Ministerin ich glaube Sie haben die Zeichen<br />
der Zeit noch nicht erkannt?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich habe am letzten Freitag auf der Landesbauernversammlung<br />
in Brandenburg einen anderen Eindruck bekommen. Die Bauern, gerade die<br />
jüngeren, richten sich längst an den neuen Bedingungen aus<br />
und sehen auch Chancen. Die sieht ja selbst Herr Stoiber. Der zwar im<br />
Bundesrat das Erneuerbare Energien-Gesetz blockiert, aber den chinesischen<br />
Ministerpräsidenten als erstes auf einen Bauernhof führte,<br />
um die neue, mit rot-grünen Geldern bezahlte Biogas-Anlage zu besichtigen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Nun kommen wir zum Thema Handytarife bei Kindern<br />
und Jugendlichen:
</p>
<p>
<b>dan11:</b> Sie fordern spezielle Handy Tarife für<br />
Jugendliche wegen der zum Teil hohen Verschuldung. Die Industrie lebt<br />
doch ganz gut von der SMS-Sucht mancher Jugendlicher &#8211; wollen Sie von<br />
gesetzgebender Seite einwirken?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir haben angefangen, überhaupt in<br />
diesem Bereich Telekommunikation Regeln einzuziehen, damit, angefangen<br />
beim Internet, die Menschen überhaupt erkennen, dass sie gerade<br />
einen Vertrag abschließen, der Geld kostet. Allein für den<br />
nationalen Bereich bei den Handys Regelungen zu erlassen, dauert nicht<br />
nur Zeit sondern würde viele Angebote auf dem Markt gar nicht mit<br />
einschließen wenn sie nicht aus Deutschland kommen. Deshalb ein<br />
allererster Schritt, die Forderung an die Anbieter in Deutschland, spezielle<br />
Tarife für Kinder anzubieten. Die wollen ja auf lange Zeit Gewinne<br />
machen und sie müssen wissen, die zunehmende Verschuldung bei Kindern<br />
kann sich auch einmal gegen sie richten.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Aber werden Sie sich für ein Gesetz stark<br />
machen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Punkt eins ist, die Forderung einen Tarif<br />
für Kinder anzubieten. Punkt zwei: Wir haben ja Schutzregeln für<br />
Kinder im BGB. Jetzt müssen wir analysieren, ob das ausreicht für<br />
diese Technologien. Dann müssen wir mit den anderen Ressorts gegebenenfalls<br />
neue Regeln passgenau für diese Technologien entwickeln.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Zuwanderung: Haben sich die Grünen beim Zuwanderungskompromiss<br />
nicht über den Tisch ziehen lassen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wahr ist, dass Angela Merkel und Stoiber<br />
eine wahre Kommunikationsblase entwickelt haben, in der nichts ist als<br />
heiße Luft. Wir haben den quälenden Prozess erst einmal gestoppt.<br />
Und mit dem Kanzler ein konkretes Angebot entwickelt. Auf dieses rot-grüne<br />
Angebot ist Stoiber eingegangen, als angeboten wurde, dass für<br />
Integrationsmaßnahmen der Bund aufkommt. Da auch die Wirtschaft<br />
eine Modernisierung des Rechtes fordert, blieb wohl Frau Merkel nichts<br />
anderes übrig, als ja zu sagen. Das ist meine Sicht der Dinge.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Schily, Beckstein und Müller arbeiten nun<br />
an den Details. Hat Ihr Verhandlungsführer Volker Beck denn nun<br />
Einflussmöglichkeiten?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Die CDU suggeriert hier etwas, das nicht<br />
stattfinden wird. Der Kanzler hat die Punkte vorgelegt, und nur aus<br />
denen wird ein Gesetz gemacht. Da ist nichts nachzuverhandeln.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Letzte Frage:
</p>
<p>
<b>kevin.lomax:</b> Sehr geehrte Frau Künast, grundsätzlich<br />
&#8211; welches Verbraucherbild haben sie? Das des aufgeklärten mündigen,<br />
oder das des schutzbedürftigen, die Übersicht verloren habender?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Das des informierten Bürgers. Voraussetzung<br />
ist natürlich, dass er Zugang zu Informationen hat. Deshalb fördern<br />
wir ja Kennzeichnungen und werden das Verbraucherinformationsgesetz<br />
neu auflegen. Aber es gibt natürlich auch Schutzsituationen, die<br />
übrigens das deutsche Recht schon lange kennt. Deshalb gibt es<br />
ja Regeln für minderjährige, gegen Wucher und z.B. spezielle<br />
Regeln für Haustürgeschäfte.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Unsere Zeit ist bereits um. Vielen Dank<br />
an alle User für das große Interesse. Etliche Fragen sind<br />
leider unbeantwortet geblieben. Vielen Dank, Frau Künast, dass<br />
Sie sich Zeit für den Chat genommen haben. Das Transkript dieses<br />
Chats finden Sie auf den Seiten der Veranstalter. Das tacheles.02-Team<br />
wünscht allen noch einen angenehmen Tag!
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich danke für die Fragen und begebe<br />
mich gleich in den Bundestag, wo das Gentechnikgesetz, über das<br />
hier gechattet wurde, in erster Lesung diskutiert wird.</p>
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