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	<title>Genua &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Genua &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Generation Genu@</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jul 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierungskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
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		<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>&#34;Let our resistance be as global 
as capitalism&#34; -- gipfelsturm.net</b><br />
<br />
<b>Nahezu vier Wochen sind seit den schweren Auseinandersetzungen zwischen italienischen 
Polizisten und Gegnern des G8-Gipfels in Genua verstrichen. Die emotionale Entrüstung 
der internationalen Protestbewegung über &#34;unser erstes Opfer&#34; (Jugendmagazin &#34;Jetzt&#34;) 
wandelt sich in einen konstruktiven Disput über das Gesicht des politischen Widerstands 
der Zukunft.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>&quot;Let our resistance be as global<br />
as capitalism&quot; &#8212; gipfelsturm.net</b></p>
<p><b>Nahezu vier Wochen sind seit den schweren Auseinandersetzungen zwischen italienischen<br />
Polizisten und Gegnern des G8-Gipfels in Genua verstrichen. Die emotionale Entrüstung<br />
der internationalen Protestbewegung über &quot;unser erstes Opfer&quot; (Jugendmagazin &quot;Jetzt&quot;)<br />
wandelt sich in einen konstruktiven Disput über das Gesicht des politischen Widerstands<br />
der Zukunft.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die gerade erst entstandene<br />
Generation Genu@, wagt man diese kurze Bezeichnung für eine komplexe<br />
Protestbewegung, befindet sich bereits kurz nach ihrem Ursprung an dem<br />
Scheideweg ihrer Existenz. Für ihre Zukunft muß die junge Bewegung sich<br />
entscheiden zwischen politisch motivierter, inhaltlich engagierter,<br />
globaler Protestaktivisten und hierarchieloser, gewalttätiger<br />
Demonstranten, die weniger des Politikums als der Auseinandersetzung<br />
wegen kämpfen. Eine Weggabelung, an der die meisten Protestbewegungen<br />
der Vergangenheit auch standen, wenn die erste Ernüchterung eingekehrt<br />
war.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> In den neuen Foren prominenter Protestseiten wie der deutschen Edition von<br />
<a href="http://indymedia.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">indymedia.org</a> oder <a href="http://www.gipfelsturm.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gipfelsturm.net</a><br />
aus Antifa-Kreisen, regiert in diesen Tagen nicht mehr allein die Wut über das<br />
an den Demonstranten verübte Unrecht. Es werden nicht nur anklagende Schriften<br />
militanter Initiativen publiziert, sondern allmählich kommt auch das Eingeständnis<br />
einer Mitschuld an den bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen zur Sprache. Sogar<br />
Vorsicht ist in den Beiträgen zu spüren, hervorgerufen durch die Verbreitung<br />
unbestätigten Fakten über eine angeblich von Carabinieri <a href="http://www.de.indymedia.org/2001/08/6210.html">ermordete<br />
Demonstrantin</a> im Umfeld des G8-Gipfels.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eine neue Art der internen<br />
Kommunikation entsteht in diesen Tagen innerhalb der Protestkreise, die<br />
sich distanzieren will von meinungsmachenden Unwahrheiten. Hinter<br />
diesem neuen Ansatz der Kommunikation steht die Hoffnung, eine<br />
fundierte inhaltliche Debatte über die Weltpolitik, ihre ökonomischen<br />
Folgen und den angestrebten Widerstand zu initiieren. Ebenso hat Genua,<br />
das stellvertretend für den Protest an und für sich steht, zum<br />
Vorschein gebracht, dass nur durch die Vermittlung realisierbarer Ziele<br />
und Inhalte eine konstruktive Diskussion mit den Regierungs- und<br />
Staatschefs dieser Welt einzufordern ist. Denn der Kampf auf der Straße<br />
schafft zwar eine große Öffentlichkeit, diese hat jedoch mit Inhalten<br />
und ernstzunehmenden Kritiken wenig gemein. Die zentrale Vermittlung<br />
der Ziele tritt in der medialen Berichterstattung aufgrund der<br />
gewaltvollen Demonstrationen in den Hintergrund<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Durch Genua, die Gewalt und die<br />
einsetzende Reflexion erleben Protest und Demonstration eine<br />
ernstzunehmende Wiedergeburt. Diese Form des gesellschaftlichen<br />
Widerstandes und ihre Aggregatzustände von hitzig bis besonnen sind<br />
nicht neu. Neu und zugleich zwiespältig<br />
ist die Situation der Protestbewegung. Einerseits hat sie sich dem<br />
Kampf gegen die Folgen der Globalisierung verschrieben, andererseits<br />
basieren Struktur und Organisation, die globale Vernetzung und<br />
Mobilität der Bewegung auf den kapitalistischen Neuerungen der<br />
bekämpften Weltpolitik. Es ist ein Krieg, in dem sich die Gegner mit<br />
den eigenen Waffen schlagen. Wäre diese internationale Bewegung ebenso<br />
existent, wenn sie sich nicht des Internet und anderer moderner<br />
Kommunikationsmittel bedienen würde, um die Massen auf dem ganzen<br />
Globus zu mobilisieren? Die Antwort ist nein. Aus dieser dialektischen<br />
Beziehung zur Globalisierung erklärt sich auch die These, dass in Genau<br />
die Verschmelzung der medialen Netzgeneration und einer globalen<br />
Protestbewegung stattfand. Das Resultat ist eine neue Generation Genu@,<br />
bei der die vorangegangenen Proteste in Seattle, Prag, Nizza und<br />
Göteborg als das stetige Heranwachsen der Bewegung gelten können. Die<br />
Kennzeichen dieser Generation Genu@ sind eine interaktive Vernetzung,<br />
die große Mobilisierungsgabe, Organisationsfähigkeit, ein vertrauter<br />
Umgang mit den Medien der Gegenwart, politisches Interesse und ein<br />
interkultureller Aktivismus.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Genua soll nicht der letzte<br />
Gipfel der Protestbewegung gewesen sein. Nach den großen realen<br />
Protesten Ende Juli in der norditalienischen Hafenstadt organisieren<br />
einige Initiativen von Netzaktivisten bereits das nächste Projekt: die<br />
Online-Demonstration der offiziellen Seite zum nächsten G8-Gipfel in<br />
Kanada im Jahre 2002. Im Zuge der Diskussionen um die Form des<br />
Protestes beschreitet die Generation Genu@ hiermit eigene Wege.<br />
Mithilfe eines Virtuellen Sit-Ins &#8211; der die Reload-Funktion der<br />
Internet-Browser gebraucht, um ein ständiges Neuladen der Webseiten<br />
durch unzählige Teilnehmer weltweit zu erreichen &#8211; soll am 31. August<br />
der Server der kanadischen Website vor unlösbare Aufgaben gestellt<br />
werden.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der geplante Online-Protest weist<br />
eine interessante Komponente auf: das Kommunikationsmittel der neuen<br />
Protest-Generation, das Internet, dient nicht mehr nur als<br />
Interaktions-Instrument, sondern wird auch zur Durchführung des<br />
politischen Widerstands verwandt und schafft somit einen weiteren Raum<br />
für internationale Protest-Aktionen. Denn ebenso global Widerstand zu<br />
leisten, wie der mondiale Kapitalismus agiert, das ist nach<br />
gipfelsturm.net die zentrale Maxime für wirksamen Protest.</span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Gewaltanwendung lehnen wir ab&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/gewaltanwendung_lehnen_wir_ab-551/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jul 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Attac]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
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		<category><![CDATA[G8]]></category>
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		<category><![CDATA[Italien]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Interview mit Felix Kolb, Pressesprecher von Attac Deutschland</b><br />
</span>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>In Genua legt sich der physische Staub, den die Proteste um das G8 Treffen 
aufgewirbelt hatten. Die Demonstranten steigen in ihre Busse gen Heimat, die 
Bestürzung um den Grad der Gewalttätigkeit der Auseinandersetzungen, 
die ein Todesopfer forderten, bleibt. Auch vom Ausgang der Verhandlungen sind 
die Globalisierungsgegner enttäuscht: &#34;Dieser Gipfel hat an der Politik 
der G8 nichts, aber auch wirklich gar nichts geändert&#34; so Felix Kolb von 
Attac.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Interview mit Felix Kolb, Pressesprecher von Attac Deutschland</b><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>In Genua legt sich der physische Staub, den die Proteste um das G8 Treffen<br />
aufgewirbelt hatten. Die Demonstranten steigen in ihre Busse gen Heimat, die<br />
Bestürzung um den Grad der Gewalttätigkeit der Auseinandersetzungen,<br />
die ein Todesopfer forderten, bleibt. Auch vom Ausgang der Verhandlungen sind<br />
die Globalisierungsgegner enttäuscht: &quot;Dieser Gipfel hat an der Politik<br />
der G8 nichts, aber auch wirklich gar nichts geändert&quot; so Felix Kolb von<br />
Attac.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/images/attac_logo.gif" alt="attac-logo" align="left" height="75" hspace="5" width="52" />Von<br />
den rund 500 deutschen Mitgliedern der 1998 in Frankreich gegründeten Organisation<br />
sind ungefähr 150 nach Genua gefahren, um dort friedlich zu demonstrieren.<br />
Insgesamt rund 100.000 Globalisierungsgegner protestierten gegen eine globalisierte<br />
neoliberale Wirtschaftspolitik und für nachhaltige soziale Entwicklung<br />
weltweit. Die Ausschreitungen forderten 500 Verletzte, brachten 126 Verhaftungen<br />
und für die Stadt Genua 100 Millionen Mark Sachschaden. Kurz nach dem Gipfel<br />
sprach politik-digital mit dem Pressesprecher von Attac Deutschland, Felix Kolb.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>politik-digital:</b> Herr Kolb, der Gipfel in Genua geht zu Ende, ein Gipfel,<br />
dessen Inhalte und Ergebnisse in der Berichterstattung von den gewaltsamen und<br />
tödlichen Ausschreitungen überschattet wurden. Wie ist das Resümee<br />
von Attac?<br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/globalisierung/fkolb.shtml#" onclick="MM_openBrWindow('/archiv/globalisierung/no_g8_gross.htm','Genua2001','resizable=yes,width=300,height=420')"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/images/no_g8.jpg" alt="Absperrung vor der roten Zone, Genua" align="right" border="0" height="173" hspace="5" width="120" /></a><br />
<b>Felix Kolb:</b> Gemischt. Zunächst sind wir bestürzt über<br />
die Schüsse und den Tod von Carlo Giuliani. Auf der anderen Seite macht<br />
sich Unmut darüber breit, dass die G8-Staaten unsere inhaltliche Kritik<br />
im Kern weiter ignorieren. Die Überlegungen zur Gewaltprävention für<br />
die nächsten Gipfel sind bisher rein technischer Art, nicht inhaltlich.<br />
Es wird beraten, ob die Gipfel kleiner werden sollen, ob sie kürzer werden<br />
sollen aber nicht, ob die Themen des massiven, weltweiten Protests vielleicht<br />
einbezogen werden müssten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Dass der Protest der Globalisierungsgegner auch gewalttätiges<br />
Potenzial hat, zeichnete sich schon in Göteborg ab. Wie hat Attac versucht,<br />
für Genau vorzubeugen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Nach dem Gipfel in Göteborg hat Attac ein Diskussionpapier<br />
zur Gewaltdebatte verabschiedet. Dort haben wir ausführlich dargestellt,<br />
wieso für uns Gewalt kein Mittel der politischen Auseinandersetzung ist,<br />
und habe unsere Kritik an militanten Vorgehen erläutert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Wissen Sie, wer die Gruppen waren, die in Genua in<br />
der Innenstadt fernab von der roten Zone randaliert haben, gibt es da Erkenntnisse?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Nein. Wer das genau ist, ob die organisiert sind, weiss<br />
keiner so genau. In Genua sind diese Leute einfach aufgetaucht und haben die<br />
Stimmung angeheizt. Meines Wissens haben sie an den Vorbereitungstreffen des<br />
Genua Social Forums nicht teilgenommen und waren deshalb nicht in die Strukturen<br />
integriert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Die friedlichen Demonstranten geraten unweigerlich<br />
mit in den Sog der Kritik an der Gewalt. Wie wollen Sie in Zukunft protestieren,<br />
ohne sich dem Vorwurf und den harschen Kontrollen auszusetzen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Wir werden verstärkt auf eigene Aktionen setzen, versuchen<br />
Themen von uns aus zu besetzen. Ein Beispiel dafür wird eine geplante Protestaktion<br />
gegen die Privatisierung der Krankenversicherung sein, mit der wir die Entstehung<br />
eines Systems der Zwei-Klassen-Medizin verhindern wollen. Ein andere Attac-Aktion<br />
ist für den 6. Oktober in Luxemburg geplant, dort wollen wir gegen die<br />
Möglichkeiten von Geldwäsche und Steuerflucht protestieren, die Luxemburg<br />
Unternehmen und reichen Personen bietet. Mit diesen eigenständigen Aktionen<br />
wollen wir vermeiden, immer nur im Zuge der Veranstaltungen anderer aufzutreten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Heißt das, der Protest auf den Gipfeln rückt<br />
in den Hintergrund?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Nein, das kann nicht sein. Die Gipfel sind Fokussierungspunkte<br />
für unsere Themen und für diejenigen, die wir mit dem Protest erreichen<br />
wollen. Wir müssen jetzt erstmal das Geschehene überblicken, analysieren,<br />
und dann sehen wir weiter.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Könnte eine von einigen G8-Mitgliedern angedachte<br />
Integration von Globalisierungsgegnern in die Beratungen ein Angebot sein?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Eine solche Einladung ist zwiespältig. Man muss aufpassen,<br />
dass das nicht zu einem Alibi wird, wir sitzen dabei und sind dadurch mundtot<br />
gemacht. Wir wollen, dass unsere Themen diskutiert werden. Und selbst wenn das<br />
passiert, muss man aufpassen. Denn eine Kurskorrektur seitens der G8 muss nicht<br />
heißen, dass Protest überflüssig wird. Das sieht man schon an<br />
der Regierungsbeteiligung der Grünen, dadurch sind Proteste gegen Atom<br />
z.B. auch nicht hinfällig geworden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Wie sieht es bei Attac mit Protestplänen für<br />
das Internet aus? Wären Angriffe und Demos im Netz eine Alternative?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Aktionen im Netz sind für uns grundsätzlich denkbar.<br />
Gut die Hälfte der internen Kommunikation läuft bei uns über<br />
eMail, das ist sehr wichtig. Allerdings ist der soziale Kontakt auch unerlässlich,<br />
denn bei unseren Aktionen ist das gegenseitige Vertrauen, das durch persönliche<br />
Begegnung entsteht, sehr wichtig. Internet und reale Begegnungen ergänzen<br />
sich wunderbar.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Attac hat sich von dem gewalttätigen Protest distanziert.<br />
Wo positioniert ihr euch als NGO (Non-Governmental Organisation)?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Wir sehen uns in der Tradition des zivilen Ungehorsams<br />
der sozialen Bewegungen. Wir halten symbolische Gesetzesübertretungen für<br />
legitim, wenn wir beispielsweise bei einem Regierungsgebäude Hausfriedensbruch<br />
begehen, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Gewaltanwendung lehnen<br />
wir aber ab.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Ausweitung der Protestzone</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/ausweitung_der_protestzone-552/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jul 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Genua]]></category>
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		<category><![CDATA[Italien]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Castor-Gegner protestieren offline 
- Globalisierungsgegner kämpfen auch im Netz</b><br />
<br />
<b>Anläßlich der Weltklimakonferenz in Bonn und des G8-Gipfeltreffens 
in Genua ist das mediale Interesse an den &#34;Globalisierungsgegnern&#34; 
wieder erwacht. Der Widerstand formiert sich in neuartigen, internet-basierten 
Protestformen. In der Online-Demonstration der Kampagne &#34;deportation.class&#34; 
gegen das Internetangebot der Deutschen Lufthansa am 20. Juni erfuhr diese Art 
des politischen Widerstandes vorerst ihren nationalen Höhepunkt.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Castor-Gegner protestieren offline<br />
&#8211; Globalisierungsgegner kämpfen auch im Netz</b></p>
<p><b>Anläßlich der Weltklimakonferenz in Bonn und des G8-Gipfeltreffens<br />
in Genua ist das mediale Interesse an den &quot;Globalisierungsgegnern&quot;<br />
wieder erwacht. Der Widerstand formiert sich in neuartigen, internet-basierten<br />
Protestformen. In der Online-Demonstration der Kampagne &quot;deportation.class&quot;<br />
gegen das Internetangebot der Deutschen Lufthansa am 20. Juni erfuhr diese Art<br />
des politischen Widerstandes vorerst ihren nationalen Höhepunkt.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der breit angelegte Protest in Form eines Virtuellen Sit-Ins konnte zwar nicht<br />
die erwartete Konsequenz erzielen &#8211; den Server der Lufthansa für eine gewisse<br />
Zeit vor unlösbare Aufgaben zu stellen, da sich die technische Abteilung des<br />
Konzerns offenbar sehr gut auf den digitalen Angriff vorbereitet hatte. Dennoch<br />
zeigt die Kampagne auf, welches Potenzial in derartigen virtuellen Meinungsäußerungen<br />
steckt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Diese Form des aktiven Protestes wurde bei der elektronsichen Belagerung des<br />
Konzern-Portales von Lufthansa.com nicht zum ersten Mal angewandt: mexikanische<br />
Regierungs-Webseiten wurden mit Hilfe Virtueller Sit-Ins besetzt, interne Datenbanken<br />
des Weltwirtschaftsforums 2001 in Davos/Schweiz eingesehen und die Konferenz<br />
der World Trade Organization (WTO) 1999 in Seattle/USA störten Globalisierungsgegener<br />
mit digital vorbereiteten Aktivitäten. Betrachtet man den vermehrten virtuellen<br />
Widerstand genauer, wird deutlich, dass sich die internationalen Initiativen<br />
zur Forcierung des elektronischen Protestes zumeist auf die Klientel der Anti-Globalisierungs-Aktivisten<br />
zurückführen lassen und ökologische Interessengruppen wie die Castor-Gegner<br />
eine Verlagerung des Protestes auf das Internet bisweilen scheuen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Aber wo liegen die Ursachen für die digitale Zurückhaltung des Atomgegner?<br />
Beide Protestbewegungen bedienen sich zunächst aus sehr ähnlichen Motiven<br />
des Mediums Internet und nutzen es auch zu gleichen Zwecken . Sowohl der Gruppe<br />
von Globalisierungs- und Kapitalismusgegnern von <a href="http://www.indymedia.org/">Indymedia.org</a><br />
als auch Castor-Gegnern wie <a href="http://www.x1000malquer.de/">x-tausendmal<br />
quer</a> dient das Internet zur internen Kommunikation, der Vorbereitung und<br />
Organisation politischer Aktionen und der Einrichtung eines spezifischen Forums<br />
für Debatte, Diskussion und Meinungsbildung, obschon es freilich Differenzen<br />
in puncto Aktualität, Übersicht und Interaktivitätsgehalt gibt.<br />
Bei Castor-Gruppen allerdings bleibt das Internet selbst als Raum für politisch<br />
motivierte Protestaktionen bislang unbeachtet. Ob an dieser Stelle ein ideologischer<br />
Fundamentalismus das Motiv ist, sich gegen Atomstrom, Technisierung, globale digitale<br />
Vernetzung und multimediale Formate zu wehren? Oder existieren ganz pragmatische<br />
Gründe für die Abstinenz von Online-Protesten zu ökologischen Themen? Denkbar.<br />
Im Netz finden Castor-Initiativen kaum angemessene Locations wie Konzern- oder<br />
Regierungsportale, die eine attraktive Zielscheibe für erfolgreiche Online-Demonstrationen<br />
abgeben würden. Gewiss könnten diese Aktivisten sich der technisch-kontrollierten<br />
Castor-Transporte virtuell annehmen, doch scheinen altbewährte Protesttugenden<br />
bei den Demonstranten eine breitere Akzeptanz und Erfolgsperspektive zu haben<br />
als mögliche digitale Angriffe. So favorisieren sie zur Realisierung ihres Projektzieles<br />
&#8211; dem Stopp der Transporte von atomaren Brennstäben durch Deutschland und Europa<br />
&#8211; Beton und Handschellen, traditionelle Protestformen: Steine und &quot;Schienenspaziergänge&quot;,<br />
Sitzblockaden und Polizeigewalt statt virtueller Sit-Ins, Reload-Software und<br />
Online-&quot;Hacktivismus&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Doch war nicht gerade die Paarung aus realem und virtuellem Aktionismus entscheidend<br />
für den Erfolg der Globalisierungsgegner anläßlich großer Konferenzen<br />
wie in Seattle oder Prag?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Sicher ist, dass die Erfolgsaussichten politischer Projekte durch einen Verzicht<br />
auf multimediale Anwendungen und virtuelle Protestformen nicht verringert werden.<br />
Die aktive Nutzung digitaler Ressourcen bietet jedoch neben einer großen medialen<br />
Aufmerksamkeit auch Chancen, das Protestziel zu erreichen, da der Protest im<br />
Internet für den Gegner zunächst die Entwicklung von anwendungsfähigen Verteidigungsstrategien<br />
erfordert. Daher verzichten internationale Protestszenen nicht auf das Medium<br />
Internet als Politikum, sondern verleihen ihren Forderungen virtuell Nachdruck.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Erfolge der Umwelt-Aktivisten bei der Weltklimakonferenz in Bonn und der<br />
Globalisierungsgegner auf dem G8-Gipfeltreffen in der norditalienischen Hafenstadt<br />
Genua hängen letzlich von der Kombination des realen und digitalen Widerstands<br />
ab, genau wie der Einsatz der örtlichen Ordnungskräfte.</span></p>
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