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	<title>Geschäftsmodell &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Geschäftsmodell &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Tauschbörse killed the Webradio-Star</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ffoelsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Dec 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Internetradio - ein neuer Stern am Medienhimmel?]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäftsmodell]]></category>
		<category><![CDATA[Personalisierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Weltweit gibt es mittlerweile unzählige Internetradios die sogenanntes Audio-Streaming anbieten. Die meisten dieser Anbieter strahlen ihr Programm auch über konventionelle Sendetechniken aus. Neben Medienunternehmen treten auch Entwickler von Streaming-Software und E-Commerce-Firmen als Anbieter von Webradio auf. Auch wenn die Anzahl dieser Angebote steigt: Reines Online-Radio hat – trotz fortgeschrittener Versuche und zahlreicher konzeptioneller Umsetzungen – nach wie vor experimentellen Charakter]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Weltweit gibt es mittlerweile unzählige Internetradios die sogenanntes Audio-Streaming anbieten. Die meisten dieser Anbieter strahlen ihr Programm auch über konventionelle Sendetechniken aus. Neben Medienunternehmen treten auch Entwickler von Streaming-Software und E-Commerce-Firmen als Anbieter von Webradio auf. Auch wenn die Anzahl dieser Angebote steigt: Reines Online-Radio hat – trotz fortgeschrittener Versuche und zahlreicher konzeptioneller Umsetzungen – nach wie vor experimentellen Charakter</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Obwohl dieses Geschäftsfeld noch vergleichbar jung ist, gibt es mittlerweile die unterschiedlichsten Erfahrungswerte der verschiedenen Anbieter dieser Medienangebote. Eine Erfolgsprognose für die Zukunft des Webradio-Marktes lässt sich davon jedoch nur bedingt ableiten.</p>
<p>                            <strong>Etablierte Medienunternehmen im Vorteil</strong></p>
<p class="normal">Klassische Medienumternehmen können Webradio-Angebote einerseits dazu einsetzen, um die Nutzerschaft gegenüber ihren traditionellen Angeboten zu erweitern. Webradio bedeutet aber auch, dass weltweit eine Zielgruppe für Nischenthemen gefunden werden kann, in der eine gewisse Zahlungsbereitschaft für Unterhaltung und Informationen zu einem bestimmten Thema besteht. Als Erlösquellen erschließen sich dem Anbieter damit vorrangig sowohl Werbe- als auch Abonnement-Einnnahmen.<br />
                            <br />Für Werbungtreibende ist vor allem die Möglichkeit einer Personalisierung von Webradio-Angeboten interessant, weil so Streuverluste, wie sie bei traditionellen audiovisuellen Medien nach wie vor in Kauf genommen werden müssen, auf ein Minimum reduziert werden können. Durch ein fokussiertes Themenspektrum lassen sich Markenbindung aber auch Kundentreue festigen bzw. erhöhen, so dass auch Werbung individuell zugeschnitten werden kann: &#8220;Mass Customization&#8221; wird für so Online-AV-Medien Realität. Überdies erhält das Versioning, d. h. die Mehrfachverwertung von Produkten bzw. Inhalten auf unterschiedlichen Plattformen, durch Webradio-Angebote eine zusätzliche Stufe der Produktdifferenzierung.<br />
                            <br />Auch darüber hinaus gehende (z. B. transaktionsbasierte) Business-Modelle sind theoretisch denkbar. Bisher positiv ausgewirkt hat sich der Umstand, dass Online-Radio-Anbieter bisher nicht den Beschränkungen des deutschen Rundfunkrechts unterlagen. Mit der Erhebung von Rundfunkgebühren auf Computer ab 2007 endet wohl diese paradiesische Experimentierphase.</p>
<p>
                              <strong>Die wesentlichen Angebotsformen im Webradio-Markt:</strong>
                            </p>
<ol>
<li>Hörfunksender (Rebroadcaster oder Web-Only-Anbieter):<br />
                              <br />Angebot von Hörfunksendern über das Internet, um a) einen größeren Nutzerkreis zu erreichen als den durch UKW-Ausstrahlung regional beschränkten; b) Zusatzangebote zu offerieren wie Chat, Gewinnspiele, etc. mit dem Ziel einer stärkeren Hörerbindung; c) neue Werbe- und Erlösquellen für den Hörfunk zu erschließen; d) reine Internet-Radios ohne Lizenzbeschränkung aufzubauen.<br />
                              </li>
<li>Musik-Portale (Integrierte Internetangebote zum Thema Musik):<br />
                              <br />Decken ein breites Themen- und Nutzungsspektrum ab, Inhalteangebote ergänzen häufig vorhandene Medien, Ziel des Anbieters ist oft, in allen Medien vertreten zu sein (&#8220;one brand – all media&#8221;). Beispiel:<br />
                              <a href="http://www.ejay.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.ejay.de</a><br />
                              </li>
<li>Aggregatoren (Bündelung verschiedener Webcaster auf einer Website): Etablierung einer Internet-Website, die als Internet-Sender fungiert und dabei verschiedene Programme bündelt. Anbieter ist beispielsweise der Software-Hersteller und Streaming-Technologie-Dienstleister RealNetworks<br />
                              </li>
<li>Special-Interest-Kanäle bzw. -Dienstleister (stark spezialisierte Angebote): Das Beispiel Momac (<br />
                              <a href="http://www.momac.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.momac.net</a>) zeigt, in welche Richtung neuartige Angebote gehen. Momac versteht sich als Content-Syndicator für unterschiedlichste Anwendungen (Radio, Internet, Telefon etc.)</li>
</ol>
<p>In all diesen Bereichen tummelten sich zu den anarchischen Anfangsjahren des Internet-Zeitalters die unterschiedlichsten Anbieter. Reine Webradios (siehe 1.) wie die Webradio-Pioniere www.cyberradiotv.de oder auch www.cyberchannel.de und das innovative, weil kompakte Spartenangebot www.youwant.com sind als Angebotsformen von Markt ebenso schnell wieder verschwunden, kaum dass sie zu streamen angefangen hatten.</p>
<p>Nach wie vor auf dem Online-Markt aktiv sind dagegen die öffentlich-rechtlich oder privatwirtschaftlich finanzierten Online-Angebote der Hörfunksender, die das Internet als ergänzenden (und inhaltlich aufgerüsteten) Vertriebskanal für ihr bestehendes Programm nutzen. Das simple Angebot Live-Stream plus Sendeschema, Mitarbeiter-portraits inklusive Playlists und Hörerforen hat den Totentanz der ersten Phase des Internet-Ökonomie überlebt (sehr gutes Beispiel:<br />
                            <a href="http://www.radioeins.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.radioeins.de</a>). Selbst von dem von Enthusiasten viel beachteten ambitionierten Sparten-Webradio-Projekten<br />
                            <a href="http://www.pseudo.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.pseudo.com</a> oder<br />
                            <a href="http://www.spinner.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.spinner.com</a> ist nicht viel bzw. im Fall von Spinner nur ein Tool von Netscape (Radio Netscape) übrig geblieben, ohne den Hauch einer Refinanzierungschance.</p>
<p>Die Frage, die bleibt, ist: Warum waren die unterschiedlichsten anderen Anbieter (und mit ihnen die verschiedensten Business-Modelle) nicht erfolgreich? Die Antwort lautet kurz und knapp: MP3-Online-Tauschbörse killed the (Online-)Radio-Star – Warum soll ich mir ein Programm online anhören, das ich terrestrisch leicht und überall empfangen kann (UKW) und das mir auch noch regionale Nachrichten inkl. Wetter und Verkehrsinfos liefert bzw. warum ein vorgegebenes Programm online hören, wenn ich meine Lieblingstitel als MP3-File kostenlos bekomme und per PC-Player beliebig kombinieren kann?</p>
<p>Trotz der Vorteile von Webradio, die im wesentlichen auf den beiden Aspekten a) regional unbegrenzte Verbreitung von Inhalten und b) mögliche individuelle Ansprache von Nutzern basieren, konnten sich Anbieter bislang nicht am Markt behaupten.<br />
                            <br />Die Möglichkeit der Spezialisierung und der Personalisierung von Angeboten sollte eigentlich – soweit die Theorie – eine sehr gute Chance darstellen, eine hinreichend große Anzahl von Rezipienten für &#8220;Very-Special-Interest&#8221;-Angebote (z. B. als Pay-Webradios) zu gewinnen. Damit würden durch das Internet erstmals Mesomedien-Angebote (mit zwischen 1.000 und 100.000 Nutzern) ökonomisch attraktiv.</p>
<p>Experten gingen davon aus, dass klassische Radioprogramme, die auch über das Internet verbreitet werden, es schwer haben werden, mit lernenden Angeboten (wie Spinner eines war) mitzuhalten, die durch den Einsatz von Kollaborativer-Filter-Software in der Lage sind, die Bedürfnisse der Nutzer immer besser zu bedienen. Eine Idee war daher, dass sich alle Webcaster Gedanken darüber machen sollten, wie eine Personalisierungsmöglichkeit auch Teil ihrer Online-Strategie werden kann. Doch die Nutzer blieben bei Ihren Wellen, die sie kennen und schätzen gelernt haben. Selbst technische Fortschritte und damit kostengünstigeres Anbieten von sogenannten Streams haben die Nutzer sich nicht umhören lassen. Auch die Werbekunden sind den klassischen Musikangeboten treu geblieben. Werbung ist weiterhin der starke Motor von Angebotsformen, alternative Finanzierungskonzepte hatten nicht einmal die Zeit, &#8220;Buh!&#8221; zu machen.<br />
                            <br />Die Konsequenz: Sich im Online-Radio-Markt erfolgreich zu tummeln ist für bereits bestehende (terrestrisch) verbreitete Rundfunkanbieter weiterhin sehr einfach. Reine Online-Radios versuchen eher den Sprung in die Frequenzskala als umgekehrt. Aktuelle Beispiele findet man im Radio-Haifischbecken Berlin:<br />
                            <a href="http://www.twenfm.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.twenfm.org</a> und<br />
                            <a href="http://www.motor.de/motorfm" target="_self" rel="noopener noreferrer">www.motor.de/motorfm</a> haben aus den Anfangsfehlern gelernt, die um die Jahrtausendwende zahlreich produziert wurden. Sie machten von sich reden während sie zunächst nur online sendeten, bewarben sich um klassische UKW-Frequenzen und erreichen nun mit diesen endlich die Massen und die nach wie vor für eine Refinanzierung wichtigen Werbekunden. Denn bisher gibt es kaum Anzeichen dafür, dass Werbungtreibende ihre Aktivitäten in hohem Umfang von den traditionellen Massenmedien hin zu Online-Medien verlagern. Werbeausgaben werden immer noch hauptsächlich reichweitenorientiert und eher weniger zielgruppenorientiert – d.h. nach quantitativen und weniger nach qualitativen Gesichtspunkten – getätigt.</p>
<p>Gerade das Beispiel Musiklabel (Motor Music) gründet Online-Radio &amp; Download-Shop und bekommt eine (halbe) Frequenz in Berlin (106,8 UKW) klingt vielversprechend. Der nächste Expansionsschritt lautet (da UKW-Frequenzen ein sehr, sehr knappes Gut sind): Ich werde Content-Syndicator bei weiteren Wellen und sorge für weitere (bundesweite) Verbreitung. Die Abschlussfrage &#8220;What’s next?&#8221; kann mit einem klaren &#8220;To the horizon – and beyond!&#8221; beantwortet werden.</p>
<p class="normal">
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			</item>
		<item>
		<title>Mit voller Wucht auf analogem Fuß voran</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Dec 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Internetradio - ein neuer Stern am Medienhimmel?]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 1. Januar 2005 wird der neue Radiosender Motor FM auf der Berliner Frequenz 106,8 auf Sendung gehen. Der Kopf dahinter: Tim Renner, ehemaliger Chef des Musikgiganten Universal Deutschland. Das Businessmodell dahinter: Die Hörer sollen die Musik, die gerade im Radio läuft, kostenpflichtig aus dem Internet downloaden können. Derzeit hat die Internetplattform motor.de nach Angaben der Betreiber bis zu 15.000 Visits am Tag, den 14-tägigen Newsletter erhalten 35.000 Nutzer. politik-digital.de sprach mit Renner über die Zukunft des Online-Radios, über sein Businessmodell und über die Verzahnung des hauseigenen Labels „Motor“ mit dem geplanten Radiosender]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Am 1. Januar 2005 wird der neue Radiosender Motor FM auf der Berliner Frequenz 106,8 auf Sendung gehen. Der Kopf dahinter: Tim Renner, ehemaliger Chef des Musikgiganten Universal Deutschland. Das Businessmodell dahinter: Die Hörer sollen die Musik, die gerade im Radio läuft, kostenpflichtig aus dem Internet downloaden können. Derzeit hat die Internetplattform motor.de nach Angaben der Betreiber bis zu 15.000 Visits am Tag, den 14-tägigen Newsletter erhalten 35.000 Nutzer. politik-digital.de sprach mit Renner über die Zukunft des Online-Radios, über sein Businessmodell und über die Verzahnung des hauseigenen Labels „Motor“ mit dem geplanten Radiosender</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">
                            <strong><br />
                              <strong>politik-digital.de:</strong><br />
                            </strong> Herr Renner, was würden Sie sagen, wenn das Label „Universal“ eine der seltenen Radiofrequenzen beantragt und dann auch bekommt? Wäre die Gefahr gegeben, dass Universal den Radiosender nutzt, um eigene Produkte zu verkaufen?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Nicht wirklich, weil ich annehmen würde, dass Universal sich vorher eingehend genug mit Radio beschäftigen würde um zu wissen, dass das Medium nicht funktioniert, wenn man es zum Promotionkanal der eigenen Musik degradiert. Auch bei Viva hat das die Musikwirtschaft schnell begreifen müssen: Es war da mitnichten so, dass die Gesellschafter, also die Labels, dort anrufen konnten um zu sagen „nimm dieses und jenes auf die Rotation.“</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> „Motor“ hat gerade eine Frequenz bekommen, die 106,8, auf der ab 1.1.2005 der Sender „Motor FM“ senden wird. Ist das nicht das gleiche? Schließlich ist auch „Motor“ ein Label.</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Motor starten wir wieder komplett neu. Wir haben uns den<br />
                            <img decoding="async" height="104" src="../../images/renner_10.jpg" width="69" align="right" alt="" /> Namen „Motor“ gesichert, aber leider nicht die Künstler die früher dort veröffentlicht haben. Das neue Motor hat gerade mal drei Gruppen unter Vertrag. Später werden es vielleicht sieben sein. Davon kann man kein Radio-programm machen, das ist viel zu wenig. Motor wird also Motor FM nicht nutzen, um die eigene Musik zu spielen. Unser Ziel ist, das zu spielen, was wirklich interessant ist.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Laut Selbstbeschreibung sieht sich Motor Music als &#8220;Die Guten&#8221;. Worauf gründet sich so ein Selbstbild? Motor = Underground?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Das Selbstbewusstsein, erwächst aus der Schwäche des Marktes: Es gibt jede Menge Stagnation, allgemeines Verharren, allgemeine Angst, sich überhaupt zu bewegen. Und Motor ist hoffentlich frech genug, alles zu riskieren. Zudem haben wir alle Erfahrung in diesem Bereich, Erfahrung als Major und als Indie. Was wir wollen ist: Etwas in Bewegung bringen. Deshalb sind wir „die Guten“.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Wer bei Motor Musik kaufen und downloaden will, wird seit dem 1. Dezember zum Musikportal musicload von T-Online weitergeleitet. Nich gerade ein kleiner Player, mit dem Sie da gerade kooperieren. Wie verträgt sich das mit dem propagierten Motor-Image, dass man die kleinen und deutschen und Newcomer-Bands fördern will?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Da wir grosse Systeme kennen, haben wir vor ihnen auch in der Kooperation keine Angst. In der Off-Air-Phase testen wir Musicload, ob das dann auch der dauerhafte Partner für Motor FM sein wird, muss sich zeigen. Fest steht, einer muss die Aufgabe des Download-Providers erfüllen. Möglichst ist das jemand, der die Musik von den Majors bereits lizensiert hat. Ich denke, auf Dauer wird Motor, um seinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, immer eine Mischung von Partnern haben müssen: Einen großen Player, der die Lizenzen der vier Majors mitbringt, und kleine Player, mit denen die Indies selbständig agieren können. Motor kann nicht ignorieren, wenn eine wichtige Independent-Platte bei einem Major rauskommt. Das ist einer der Knackpunkte, die wir organisiert bekommen müssen.</p>
<p>                            <strong>politik-digital.de:</strong> Mit welchem Major werden Sie denn in Zukunft zusammenarbeiten?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Wir werden mit dem Major Player im Downloadmarkt zusammenarbeiten, der sich am ehesten bereit zahlt &#8230; äh!&#8230; zeigt &#8230; (das war jetzt ein echter freudscher Versprecher) auch Grundkosten zu übernehmen, die man ja einfach hat.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Sie haben gesagt man braucht im Moment noch die analoge Welt, um die digitale zu forcieren. Worauf fokussieren Sie sich den nun tatsächlich?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Wir planen zweigleisig, aber wir marschieren mit voller Wucht mit dem analogen Fuß voran. Wir glauben zwar daran, dass man sich über absehbare Zeit mit Downloads finanzieren kann und sind auf dem Weg dahin. Bis es so weit ist, braucht man aber einen analogen Transmissionsriemen, um es digital zu schaffen. Derzeit haben wir in Deutschland noch nicht genug bezahlte Downloads, die ein nur auf diesen Bereich bezogenes Business erlauben. Um da Schwung reinzubringen, muss man eben analog sehr stark sein – von dort aus muss man dann den digitalen Markt erschließen. Wir wären auch mit unseren Kräften überfordert, rein auf die digitale Schiene zu setzen. Gerade in der Anfangsphase werden wir noch nicht alles liefern können.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Heißt das, der Internetbereich bleibt zunächst nur eine Option? Im Moment soll der terrestrische Sender aufgebaut werden?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Der terrestische Sender definiert den Inhalt und ohne den machen die Funktionen des Netz wenig Sinn. Ja, insofern ist das der richtige Eindruck. Erst muß man Energie haben, dass der Sender überhaupt sendet und ein spannendes Programm macht. Dann kannst du an die Optimierung der Möglichkeiten gehen, die du im Internet hast. Es ist eben nicht so, das du dich von heute auf morgen über das Internet finanzieren können wirst. Erstmal muß ich deine Aufmerksamkeit als Verbraucher bekommen. Das geht nur, indem ich ein Programm hinlege, das richtig gut ist und das die Hörer mitlaufen lassen, während sie am PC sitzen. Zuerst muss der Inhalt stimmen, dann kommt die technische Komponente. Da werden sicher noch sehr viele Kämpfe ausgetragen werden müssen. Denn auf Dauer ist nur eine Lösung befriedigend, bei der wir die Musik, die für uns interessant ist, auf einer Plattform vereinigen können. Die Preisgestaltung muss stimmen, die technischen Standards müssen stimmen und die Relevanz muss stimmen.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Was meinen sie mit Relevanz?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Also, politik-digital.de zum Beispiel ist ja fast schon ein konservativer Ansatz: Ihr interessiert Euch erst mal für die Inhalte, dann erst für die Verbreitung in der Fläche. Das ist, glaube ich, der richtige Ansatz, weil er für Relevanz und Glaubwürdigkeit sorgt. So geht Motor FM auch vor. Am besten wäre, wenn Motor FM eine Stärke entwickelt, dass auch die Majors nicht darum herum kommen, zu sagen, dass ihre Independent-Musik bei uns gespielt werden muss, um relevant zu sein. Dadurch würde man ja eine gewisse Unantastbarkeit bekommen.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Es gibt ja grob gesagt drei Formen des Internet-Radio: Die, die ihr Programm einfach live im Netz mitlaufen lassen; die, die ein zeitversetztes Hören einzelner Sendezeiten erlauben. Und dann gibt es noch Sender, die ein interaktives Eingreifen in den Programmverlauf &#8211; also auch das Anspielen einzelner Lieder &#8211; erlauben. Welchen Weg wird Motor FM im Internet wählen?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Erstmal werden wir im Internet das Programm live streamen. Fragen, wie der Konsument selbst das Programm verengen oder interaktiv darauf reagieren kann, sind nicht vertagt, aber sie sind auf der Tagesordnung nicht auf den ersten beiden Plätzen.</p>
<p>
                              <strong>Weiter zum<br />
                              <a href="webradio_renner2.shtml">zweiten Teil</a> des Interviews mit Tim Renner</strong>
                            </p>
<p>
                              
                            </p>
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			</item>
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		<title>Zehn Jahre Onlinejournalismus: Ein Interview mit Lorenz Lorenz-Meyer</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/zehn-jahre-online-journalismus/netzkulturinterview_l_meyer_1004-shtml-3149/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[thauswedell]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zehn Jahre Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach den ersten zehn Jahren im Online-Journalismus ist die Aufbruchstimmung und Risikofreude von einst verflogen: Online-Journalismus hat sich langsam aber sicher etabliert - die papierne Zeitung wird er jedoch so bald nicht ablösen, konstatiert Lorenz Lorenz-Meyer, ehemaliger Redakteur bei SPIEGEL-ONLINE und Professor für Online-Journalismus an der FH Darmstadt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Nach den ersten zehn Jahren im Online-Journalismus ist die Aufbruchstimmung und Risikofreude von einst verflogen: Online-Journalismus hat sich langsam aber sicher etabliert &#8211; die papierne Zeitung wird er jedoch so bald nicht ablösen, konstatiert Lorenz Lorenz-Meyer, ehemaliger Redakteur bei SPIEGEL-ONLINE und Professor für Online-Journalismus an der FH Darmstadt.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">
                            <span class="fett">politik-digital</span>: Welche Erwartungen an das Medium Internet hatten Sie, als Sie mit dem Online-Journalismus begannen?</p>
<p>
                            <span class="fett">Lorenz Lorenz Meyer</span>:Ich habe ziemlich genau vor neun Jahren mit dem Online-Journalismus angefangen, damals für SPIEGEL ONLINE, das bereits seit einem Jahr im Web existierte, und seit ca. 2 Jahren bei Compuserve. Das Spannende zu jener Zeit war vor allem, dass es noch keine ausgeprägten Erwartungen gab. Es war alles neu und unbestimmt. Natürlich hatten wir ein paar Vorbilder und Anknüpfungspunkte, &#8220;Hot Wired&#8221; zum Beispiel und Joshua Quittner mit seiner Idee eines &#8220;Way New Journalism&#8221;, eines schnellen, persönlichen, extrem lesernahen Schreibens.<br />
                            <br />Für mich persönlich war es aber vor allem der Gedanke der Interaktivität, der mich faszinierte – die Vorstellung, in einen dezentralen Diskurs einzutreten und ihn publizistisch nutzbar zu machen. Einer meiner ersten Schritte im Internet bestand darin, mir einen Account bei der legendären kalifornischen Community &#8220;The Well&#8221; zu beschaffen, in der sich damals besonders viele Journalisten tummelten. &#8220;The Well&#8221; und andere US-amerikanische Foren wie &#8220;Cafe Utne&#8221; und &#8220;Salon Table Talk&#8221; wurden dann später Vorbild für das &#8220;SPIEGEL ONLINE Forum&#8221; und die &#8220;ZEIT Debatte&#8221;.</p>
<p>
                            <span class="fett">politik-digital</span>: Es sind so viele Hypes aufgetaucht und wieder verschwunden &#8211; was waren die größten Irrglauben der Branche?</p>
<p>
                            <span class="fett">Lorenz- Meyer</span>: Ich denke, man kann da nicht von DER Branche sprechen. Je nachdem, ob man die Journalisten betrachtet oder Leute aus den Verlagsetagen, sehen die Illusionen ganz unterschiedlich aus. Wir Journalisten haben zum Beispiel den gerade erwähnten Communities zu viel zugetraut, jedenfalls einige von uns, zu denen ich mich zähle. Wir haben auch den Aufwand unterschätzt, den es bedeutet, im laufenden Geschäft und unter hohem Zeitdruck aktuelle journalistische Inhalte wirklich „internetgerecht“ aufzubereiten, das heißt, mit Hintergründen, Archivmaterialien und Fundstellen im Web zu verlinken. Das hört sich in der Theorie wunderbar an, in der Praxis darf man froh sein, wenn man hier und da mal ein bisschen an der Oberfläche des theoretisch Machbaren kratzt.<br />
                            <br />Die Verlagsleute haben sich naturgemäß eher in puncto Erlösmöglichkeiten etwas vorgemacht, und tun dies meines Erachtens immer noch, etwa im Zusammenhang mit Paid Content-Modellen. Aber jeder Hype, den wir mitgemacht haben, die -zig erfolglosen Kooperationen mit irgendwelchen E-Commerce- oder Mobilservice- Anbietern, die Microsoft-Push-Kanäle, die hilflosen Versuche, mit Portalen, WAP-Diensten, obskuren Syndication-Partnern den wirtschaftlichen Durchbruch zu erzielen, all das hat auch positive Spuren hinterlassen. Nehmen Sie zum Beispiel die Push-Idee: sie erfährt zur Zeit mit den RSS-Feeds von Weblogs und Nachrichtensites eine grandiose Wiederkehr.<br />
                            <br />Insofern bin ich gar nicht mehr so geneigt, mich über die Hypes der späten 90er Jahre lustig zu machen. Den meisten lagen gute Ideen zugrunde, man hat nur deren Entwicklungsgeschwindigkeit überschätzt, und manchmal auch ihre Reichweite. Die Diskrepanz zwischen Hoffnung und tatsächlichem Erfolg ist meines Erachtens bislang am größten gewesen bei den mobilen Content-Diensten, Stichwort WAP oder UMTS. Aber auch das kann sich noch ändern und zum Positiven wenden.</p>
<p>
                            <span class="fett">politik-digital</span>: In welchem Maße hat sich Ihrer Einschätzung nach der Online-journalismus in Bezug auf die Professionalisierung in der Berichterstattung, der Schnelligkeit und der Qualität verändert?</p>
<p>
                            <span class="fett">Lorenz- Meyer</span>: Da, wo genügend finanzielle Mittel zur Verfügung standen und man mit einer gewissen Kontinuität am Ball geblieben ist, hat es zweifellos eine echte Professionalisierung geben: Das Niveau, das man von tagesschau.de, faz.net oder sueddeutsche.de erwarten kann, ist mittlerweile gleichbleibend hoch, obwohl einige der Redaktionen in der Medienkrise übel bluten mussten. Aber leider heißt das auch, dass dumpfe Routine eingekehrt ist in die Online-Redaktionsstuben. Von der Aufbruchstimmung und der Risikofreude der ersten Jahre ist wenig mehr zu spüren. Online-Journalismus in Deutschland hat sich vor allem beschränkt aufs Nachrichtengeschäft, die wenigen Ausnahmen, etwa Heises &#8220;telepolis&#8221;, sind marginalisiert, ein paar gute Formate wie die grandiosen Presseschauen der Perlentaucher oder das ebenfalls hervorragende &#8220;Altpapier&#8221; in der Netzeitung sind sekundäre Services, die vom geistigen Geschehen in den traditionellen Medien leben.</p>
<p>
                            <span class="fett">politik-digital</span>: Wird der Online-Journalismus den klassischen Offlinejournalimus im Bereich der Tageszeitungen auf lange Sicht ablösen, also das Ende der papierenen Zeitung bedeuten?</p>
<p>
                            <span class="fett">Lorenz- Meyer</span>: &#8220;Auf lange Sicht&#8221; ist ein sehr dehnbarer Begriff. Meines Erachtens hat die papierne Zeitung gegenüber der Internetseite immer noch das haushoch überlegene Interface: Sie ist besser transportabel und macht erheblich mehr Inhalte in kürzester Zeit auf konkurrenzlos übersichtliche Weise zugänglich, gibt dabei Aufschluss über Länge und Gewichtung der Beiträge, wie keine Website es könnte. Auf den bahnbrechenden Fortschritt bei den Computer-Displays warten wir nun schon seit vielen Jahren, und ich glaube, dass es auch noch viele weitere Jahre dauern wird, bis wir etwas in der Hand halten, das der papiernen Zeitung das Wasser reichen kann. So lange sollten wir Print und Internet als Partnermedien begreifen und uns daran machen, sie besser auf einander abzustimmen, statt sie gegeneinander auszuspielen.</p>
<p>
                            <span class="fett">politik-digital</span>: Auch der Online-Journalismus kostet Geld. Kann man mit Journalismus im Netz überhaupt Geld verdienen? Geht das nur mit bestimmten Inhalten, aber nicht mit Nachrichten?</p>
<p>
                            <span class="fett">Lorenz- Meyer</span>: Das lässt sich noch nicht wirklich absehen. Ich halte immer noch die Werbung für die wichtigste Erlösquelle. Außerdem entstehen nach und nach auch im Internet publizistische Produkte, für die die Nutzer bereit sind, Geld zu bezahlen. Hier müssen wir noch eine Menge Erfahrungen sammeln, sowohl in der Gestaltung dieser Produkte (Abonnements für Aktuelles oder Archiv, kostenpflichtige On-Demand-Recherchen und Themendossiers etc.) als auch in der Preispolitik: die Tatsache, dass beim Online-Kanal Kosten für Herstellung und Vertrieb kaum eine Rolle spielen, muss sich auch im Pricing niederschlagen, wenn man eine breite Käuferschaft ansprechen will. Aber dafür wird der Markt auf längere Sicht schon sorgen.</p>
<p>
                            <span class="fett">politik-digital</span>: Bedeuten Weblogs jetzt, dass endlich jeder Nutzer selbst zum &#8220;Sender&#8221; werden kann?</p>
<p>
                            <span class="fett">Lorenz- Meyer</span>: Weblogs sind schon jetzt kein Nischenphänomen mehr. Auch wenn in Deutschland die Zahl der Blogs nicht im gleichen Maße steigt wie in anderen Ländern, kann man getrost sagen: „Weblogs are here to stay“. Und sie sind wirklich das, was sich Brecht in seiner Radiotheorie erhofft hat: eine Ermächtigung für den Einzelnen, aus der Rolle des reinen Empfängers herauszutreten und öffentlich sein Publikum zu finden.<br />
                            <br />Für den professionellen Journalismus sind Weblogs jedoch vor allem ein mögliches Format: eine Art Kolumne, die permanent auf Sendung ist. Um so etwas im Zusammenhang eines journalistischen Online-Angebots zu umzusetzen, braucht man exzellente Autoren und/oder Themenfelder, die dauerhaft von Interesse sind. Sonst kommt dabei nichts anderes heraus als Privatbühnen für eine Reihe mehr oder weniger eitler Selbstdarsteller, die sich im Rampenlicht ihrer Marke sonnen.</p>
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		<title>Wenn Technik Recht und Recht Technik schützt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/econsumer-verbraucherschutz-technikrecht-shtml-3114/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Mar 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wer kennt schon DRM? Bislang wenige. Dabei erhitzt Digitales Rechte-Management die Gemüter: Rettung der Musikindustrie oder Gefahr für Verbraucher? Ein Symposium suchte nach Antworten und Alternativen.
                              ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer kennt schon DRM? Bislang wenige. Dabei erhitzt Digitales Rechte-Management die Gemüter: Rettung der Musikindustrie oder Gefahr für Verbraucher? Ein Symposium suchte nach Antworten und Alternativen.<br />
                              <br /><!--break--></p>
<p>
                              <strong>Wer kennt schon DRM? Bislang wenige. Dabei erhitzt Digitales Rechte-Management die Gemüter: Rettung der Musikindustrie oder Gefahr für Verbraucher? Ein Symposium suchte nach Antworten und Alternativen.<br />
                              <br /></strong>
                            </p>
<p>Rechteinhaber setzen zunehmend auf Schutzmechanismen außerhalb des Urheberrechts. Viele sehen die Lösung im Digitalen Rechte-Management (DRM). DRM soll die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken durch technische Schutzmechanismen in Hardware und Software kontrollieren. Damit könnte, so die Vision der Rechteindustrie, jeder Nutzungsvorgang einzeln kontrollier- und damit abrechenbar werden. Kritiker halten dagegen, DRM verletze die Privatsphäre, widerspräche den vielfältigen Nutzungsgewohnheiten und reduziere den Universal Computer zum Abspielgerät.</p>
<p>
                            <strong>Nicht die Technik allein<br />
                            <br /></strong>Wenn über Digitales Rechte-Management gesprochen wird, ist meist von technischen Kontrollmechanismen die Rede. Aber dass nicht Technik allein eine Lösung bedeute, darin waren sich die Teilnehmer des<br />
                            <a href="http://waste.informatik.hu-berlin.de/Grassmuck/drm/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Symposiums</a> an der Humboldt-Universität einig. Digitales Rechte-Management, erklärte<br />
                            <a href="http://www.rightscom.com/team_nrump.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Niels Rump, Berater bei Rightscom Ltd</a>, müsse immer aus den Elementen Technik, Recht und Geschäftsmodell bestehen. Damit war der Rahmen des Symposiums abgesteckt.</p>
<p>
                            <strong>&#8220;Der Angreifer ist der Kunde&#8221;<br />
                            <br /></strong>Die vollständige technische Durchsetzung von DRM sei grundsätzlich nicht möglich, erklärte<br />
                            <a href="http://www1.informatik.uni-erlangen.de/tree/Persons/bauer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Matthias Bauer</a> , von der Universität Erlangen. Der Mathematiker demonstrierte, dass Rechteinhaber nie die vollständige Kontrolle über die Nutzung ihrer Werke auf dem Computer ihrer Kunden ausüben könnten. Bei jeder Sicherheitsfrage müsse man sich klar machen, so Bauer, gegen wen man sich verteidige. Die Situation bei DRM sei da eine besonders schwierige. Denn: &#8220;Der Angreifer ist der Kunde&#8221;. Somit verfüge er über nicht nur über die Inhalte, die es zu schützen gilt, sondern auch über das System, in dem sie gespeichert und abgespielt werden: seinen eigenen Rechner. &#8220;Eine vollständige Kontrolle über die Nutzung der Inhalte kann es nicht geben&#8221;, so Bauer.<br />
                            <br />Auch das System, das die<br />
                            <a href="https://www.trustedcomputinggroup.org/home" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Trusted Computing Group</a> um Microsoft und Sony entwickelt, könne die Daten nicht vollständig vor den Nutzern abschotten, meint Bauer. Immer werde es Punkte geben, an denen ein unverschlüsselter Datenstrom abgefangen werden kann.</p>
<p>
                            <strong>Technik schützt Recht, Recht schützt Technik<br />
                            <br /></strong>So sieht auch der Jurist<br />
                            <a href="http://www.jura.uni-tuebingen.de/bechtold/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stefan Bechtold</a> die Wirksamkeit von DRM nicht allein im Schutz von Inhalten durch Technik. Das Besondere sei vielmehr „das Ineinandergreifen unterschiedlicher Schutzmechanismen“. Zunächst sollten die technischen Mechanismen ja die Verletzung von Urheberrechten verhindern. Zur Absicherung legten Inhalteanbieter aber zusätzlich in Lizenzverträgen genaue Nutzungsbedingungen für ihre Werkstücke fest. Deren Umsetzung werde durch Technik geschützt, so dass nicht gewährte Nutzungsformen gar nicht erst ermöglicht werden. Gleichzeitig sind diese Techniken durch die<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzrecht/index.shtml#urh3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Urheberrechtsnovelle</a> in Deutschland wiederum selbst vor Umgehung geschützt. Wer die Nutzungsbestimmungen also umgehen will, wird von der Technik gehindert. Wer die technischen Schutzvorrichtungen umgeht, macht sich strafbar – selbst wenn er damit Nutzungsformen durchsetzen möchte, die nach dem Urhebergesetz eigentlich erlaubt sind.</p>
<p>
                            <strong>Urheberrecht: Vom Urheberschutz zum Nutzerschutz<br />
                            <br /></strong>Bechtold sieht deshalb einen Funktionswandel für das Urheberrecht. Während es für den Rechteinhaber meist nur noch als „Sicherheitsnetz“ eine Rolle spiele, könnte das Urheberrecht für die Nutzer zum wichtigen Mittel werden, um ihre Rechte durchzusetzen. Wenn technische Mechanismen Verwendungen verhindern, die dem Nutzer urheberrechtlich zustehen, könnte das Gesetz einem zu restriktiven Schutz durch DRM entgegenwirken. Einen Durchsetzungsanspruch gibt es aber nach dem 1. Korb der Urheberrechtsnovelle nur für analoge Kopien. Der rechtliche Rahmen um DRM sei, so schloss Bechtold seinen Vortrag, „ein einziges Chaos“.</p>
<p>Auch<br />
                            <a href="http://www.brandenburg.de/land/lfdbbg/sonstig/lda.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alexander Dix</a>, Landesbeauftragte für Datenschutz und das Recht auf Akteneinsicht in Brandenburg, sieht Widersprüche im derzeitigen Urheberrecht. Seit der Novelle, so Dix, „stehen Datenschutz- und Urheberrecht im Wertungswiderspruch“. Manche Schutzvorrichtungen würden durch die Registrierung jeder einzelnen Nutzung Bestimmungen des Datenschutzes verletzen. Die Umgehung sei aber durch das neue Gesetz verboten. Dabei seien gerade das moderne Urheberrecht und das Pauschal-Vergütungssystem aus dem Recht des Bürgers auf unbeobachtete, nicht registrierte Nutzung von Werken entstanden. Der Bundesgerichtshof lehnte in einem Urteil von 1964 die Forderung der GEMA ab, jeden Käufer eines Kassetten-Rekorders zu registrieren. Daraus ließe sich, so Dix weiter, ein Recht auf Privatkopie auch für digitale Werke ableiten. Zwar nicht im Sinne einer kostenlosen, wohl aber einer unbeobachteten Nutzung.</p>
<p>
                            <strong>&#8220;Elektronischer Hausfriedenbruch&#8221;<br />
                            <br /></strong>Dix warnte, dass DRM-Systeme durch die Registrierung und Analysierung der Nutzungsgewohnheiten sehr empfindliche Datenbestände erzeugten. Die Grundrechte auf Datenschutz, Informationsfreiheit und auf Unverletzlichkeit der Wohnung wären in ihrem Wesengehalt berührt. Man könne das, so Dix, als “elektronischen Hausfriedensbruch” bezeichnen. Digitales Rechte-Management könne sich nur dann durchsetzen, wenn es durch Anonymisierung oder Pseudonymisierung datenschutzgerecht gestaltet werde.</p>
<p>
                            <strong>Auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen<br />
                            <br /></strong>Den Abschluss des Symposiums bildete eine Debatte um die Plattenindustrie. Der Berater Hubert Gertis sieht DRM als Versuch der Industrie, ihr „Geschäftsmodell des 19. Jahrhunderts ins 21. zu retten.“ Dabei deuteten die Labels ihre eigenen Produkte falsch, meint Gertis. Auf dem Weg von der Platte über die CDs zu Musikfiles sei eine wichtige Wertkomponente nahezu verloren gegangen: die emotionale Bindung an das Werkstück. Musikhörer lieben nun mal nicht nur das Lied, sondern auch die Platte – mit einer Datei fällt das schwerer.</p>
<p>Deshalb sieht auch<br />
                            <a href="http://felix.openflows.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Felix Stalder</a>, Dozent für Medienökonomie in Zürich, „dringenden Handlungsbedarf“. Eine Lösung sieht Stadler in der Ausdehnung der Pauschalvergütung auf digitale Netzwerke. So wie heute für jeden CD-Rohling und jeden Kopierer ein Beitrag an die Verwertungsgesellschaften ginge, könnte zukünftig auch für den Breitband-Zugang eine Abgabe erhoben werden. Stadler geht nach Zahlen für die USA von einer Gebühr von 15 Prozent aus – für einen DSL-Anschluss von T-Online wären das derzeit etwa 4 Euro. Online-Verwertungsgesellschaften würden die Einnahmen nach Popularität an die Künstler weiterleiten. Wer viel auf Börsen wie KaZaa getauscht werde, bekäme auch mehr.<br />
                            <br />Die Kritik an Digitalem Rechte-Management machte das Symposium deutlich. Verteidigen wollten sich die DRM Schrittmacher nicht. Microsoft hatte die Einladung nicht einmal beantwortet.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Signaturbündnis als Motor des eGovernment</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernmentesignatursig2-shtml-2483/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Jul 2003 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Dr. Stephan Klein, der Geschäftsführer von bremen online services fordert für die Etablierung einheitlicher Standards für die elektronische Unterschrift die Kooperation von eGovernment und eBusiness.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Stephan Klein, der Geschäftsführer von bremen online services fordert für die Etablierung einheitlicher Standards für die elektronische Unterschrift die Kooperation von eGovernment und eBusiness.<!--break-->
                  </p>
<p>Der Kanzler setzte die Zielmarke. In seiner Rede zur Eröffnung der diesjährigen CeBIT sagte er:<br />
                  <br />&#8220;Man kann mit gutem Grund darauf hinweisen, dass wir in Deutschland Fortschritte gemacht haben und sie weiter machen werden. … Mit der Verbreitung der Online-Kommunikation steigen die Anforderungen an die Sicherheit. Gerade weil der persönliche Kontakt entfällt, müssen sich die Internetpartner elektronisch einwandfrei identifizieren können. Das ist eine wichtige und schwierige Aufgabe. Der Schlüssel dafür ist die elektronische Signatur. Deutschland ist eines der ersten Länder, das alle rechtlichen Grundlagen für die Gleichwertigkeit von elektronischer Signatur und eigenhändiger Unterschrift geschaffen hat. Wir wollen möglichst rasch erreichen, dass Online-Banking, elektronische Einkäufe, aber auch elektronische Behördengänge über das Internet mit ein und derselben elektronischen Unterschrift einfach und sicher möglich werden. … Ziel ist es, dass ab Anfang 2004 in größerem Umfang Bankkarten mit elektronischer Signaturfunktion für eine Vielzahl von Anwendungen genutzt werden können.&#8221;</p>
<p>Die Gründung eines Signaturbündnisses mit dem Ziel der Entwicklung eines einheitlichen Standards für elektronische Signaturen ist ein entscheidender Schritt auf diesem Weg. Erstmals sitzen die öffentliche Verwaltung und Vertreter der Wirtschaft in einem Boot, um gemeinsam den breiten Einsatz elektronischer Unterschriften zu fördern.</p>
<p>In zwei Arbeitsgruppen, einer für die technische Entwicklung und einer für die Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle, soll nun in den nächsten Monaten gearbeitet werden.</p>
<p>
                  <strong>Unterschiedliche Standards und hohe Kosten<br />
                  <br /></strong>Bürgerinnen und Bürgern, die heute Signaturkarten nutzen möchten, bietet sich ein verwirrendes Bild: unterschiedliche Anwendungen erfordern unterschiedliche Signaturen, mal eine fortgeschrittene, mal eine qualifizierte, gelegentlich geht es auch ganz ohne. Dies oft sogar bei unterschiedlichen Dienstleistungen ein und des selben Anbieters. Entscheidet man sich dann für die Anschaffung einer Signaturkarte, sind dafür immer noch hohe Gebühren zu zahlen.</p>
<p>Bei der Entwicklung des eGovernment zeigte sich schon sehr früh, dass sich nur mit Banken und Sparkassen gemeinsam die notwendige Verbreitung von Signaturkarten erreichen lässt. Sie verfügen einerseits bereits über weit verbreitete Chipkarten, auf denen sich auch digitale Signaturen aufbringen lassen können, andererseits haben sie selbst ein großes Interesse an der Entwicklung von Karten, die auch für das sichere Online-Banking zu verwenden sind. Eine Karte für alle Anwendungen eben.<br />
                  <br />Die Sparkasse Bremen wurde deshalb auch Gesellschafter bei bremen online services GmbH &amp; Co. KG (bos).</p>
<p>In Bremen wurde bislang mit erheblichem Aufwand erreicht, dass sich die Anwendungen des bremer-online-service mit nahezu allen Signaturkarten nutzen lassen. Es wird die Arbeit des technischen Arbeitskreises des Signaturbündnisses sein, die Standardisierung von Signaturkarten und Lesegeräten voran zu treiben, um diesen Aufwand zukünftig zu minimieren.</p>
<p>
                  <strong>Ein wichtiges Ziel: ein tragfähiges Geschäftsmodell<br />
                  <br /></strong>Besonders gespannt sein darf man auch auf die Ergebnisse einer weiteren Arbeitsgruppe, die ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln will, bei dem die Kosten so verteilt werden sollen, wie auch der Nutzen entsteht. Heute müssen die Kosten einer Signaturkarte vom Karteninhaber getragen werden. Angesichts des geringen Nutzen stellen diese Kosten ein großes Hindernis für die weitere Verbreitung dar. Abhilfe könnte ein Gebührenmodell schaffen, wie es bei Geld- und Kreditkarten üblich ist. An deren Kosten wird auch der Einzelhandel beteiligt, und zwar bei jedem Karteneinsatz. Übertragen auf die Signaturkarte müssten Behörden und Unternehmen, die elektronische Signaturen akzeptieren, einen Obolus an die Karten ausgebenden TrustCenter entrichten.<br />
                  <br />EC-Cash ist so erfolgreich, weil sich hier auf Seite des Verbrauchers nur geringe Kosten ergeben und die Karte fast überall als Zahlungsmittel anerkannt wird. Der Handel akzeptiert wegen der damit verbundenen zusätzlichen Umsätze die Kostenbeteiligung. Nur ein Finanzierungsmodell, das sich daran orientiert, wird erfolgreich sein.</p>
<p>
                  <strong>Zukunft des eGovernment<br />
                  <br /></strong>Der Erfolg des eGovernment in Deutschland hängt wesentlich von der erfolgreichen Arbeit des Signaturbündnisses ab. Große Nutzerzahlen für Verwaltungsdienstleistungen im Internet wurden bislang vor allem bei Anwendungen für die Wirtschaft erzielt. In Bremen sind dies beispielsweise das Online-Mahnverfahren oder die elektronische Registerauskunft. Bei diesen Anwendungen stehen die Kosten für die bei den Nutzern notwendige Infrastruktur (Signaturkarte und Leser) in einem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet die Anschaffung einer Signaturkarte einen erheblichen Kostenfaktor, wenn der Preis nicht, wie in Bremen, durch Fördermittel erheblich subventioniert wird.<br />
                  <br />Nicht nur die Bürgerinnen und Bürger profitieren von den elektronischen Unterschriften. Sie machen interne und externe Verwaltungsabläufe effizienter, schneller und sicherer. Dies birgt für Verwaltung und Wirtschaft ein erhebliches Einsparpotenzial. Bereits heutige eGovernment-Dienstleistungen konnten dies erfolgreich belegen.<br />
                  <br />Wichtig ist hier auch, dass sich Bund, Länder und Kommunen ihrer politischen Verantwortung auf diesem Feld bewusst werden und für den neuen einheitlichen Standard auch eine entsprechende Infrastruktur schaffen.</p>
</p>
<p>
                    
                  </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 03.07.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Digitale Signaturen auf dem Vormarsch</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-esignatur-sig3-shtml-2587/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[astobbe]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Jul 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Authentifizierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer mehr Bürger in Deutschland und Europa nutzen das Internet: die 50%-Marke bei der Internetpenetration ist in einigen europäischen Ländern erreicht, in einzelnen sogar schon durchstoßen. Dennoch fristen E-Government und der B2C-E-Commerce ein Schattendasein.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer mehr Bürger in Deutschland und Europa nutzen das Internet: die 50%-Marke bei der Internetpenetration ist in einigen europäischen Ländern erreicht, in einzelnen sogar schon durchstoßen. Dennoch fristen E-Government und der B2C-E-Commerce ein Schattendasein.<!--break--><br />
                  <strong>Ein wichtiger Grund sind die – gerade in Deutschland – oft starken Sicherheitsbedenken bei den Bürgern.</strong></p>
<p>Dabei liegen die Vorteile von E-Commerce und E-Government auf der Hand: Online-Banking und elektronische Ausschreibungen sind wichtige B2C- bzw. B2B-E-Commerce Anwendungen. Auch im E-Government gibt es zahlreiche attraktive Angebote: könnte sich ein Bürger nach einem Wohnungswechsel zum Beispiel auf elektronischem Wege ummelden und über das Internet für sein Auto ein neues Kennzeichen beantragen, würde er oftmals lange Warteschlangen in den Behörden umgehen und Zeit sparen. In Bremen ist das schon möglich – allerdings bleibt diese Option von den meisten Bürgern ungenutzt. Denn zahlreiche E-Government Anwendungen erfordern, dass die Verwaltung ihren Kommunikationspartner eindeutig identifizieren kann und dass dieser auch im Internet eine rechtlich bindende Willenserklärung abgibt. Eine zuverlässige Authentifizierung ist mit Hilfe einer qualifizierten Digitalen Signatur möglich. Eine Karte, die qualifizierte digitale Signaturen erzeugen kann, besitzen allerdings nur wenige Bremer.</p>
<p>
                  <strong>Anwendungen und Karten fehlen<br />
                  <br /></strong>Diese Situation charakterisiert das Grundproblem, dem sich E-Government und E-Commerce derzeit gegenübersehen. Dabei sind die rechtlichen Voraussetzungen gegeben: mit Signaturgesetz und der Gleichstellung von händischer Unterschrift und Digitaler Signatur besteht ein Rahmen, innerhalb dessen rechtlich bindende Willenserklärungen auf elektronischem Weg abgegeben werden können. Bisher fehlt es aber sowohl an einer ausreichenden Zahl interessanter Anwendungen als auch an einer kritischen Masse bei den Signaturkarten. Aus Sicht des Bürgers lohnt es sich in der Regel nicht, für einen Umzug oder eine Kfz-Ummeldung eine Signaturkarte und den dazu gehörigen Leser zu erwerben. Die relativ hohen Kosten für den Kauf einer Karte und des zugehörigen Lesegerätes schrecken mögliche Anwender ab, da ihnen nur vereinzelte nutzbringende Anwendungen gegenüberstehen. So interessant und zeitsparend E-Government ist – eine Killerapplikation ist es sicherlich nicht. Andererseits werden Unternehmen kaum attraktive Anwendungen zur Verfügung stellen, wenn keine ausreichende Zahl von Karten im Markt ist. In diesem Fall wird sich nämlich ihre Investition in die Online-Anwendung nicht amortisieren. Dieses sog. Henne-Ei Problem erschwert die weite Verbreitung und Nutzung der Digitalen Signatur: eine kritische Masse wird nicht erreicht.</p>
<p>Auch das Problem fehlender Standardisierung und Interoperabilität wirkt in die gleiche Richtung. Ziel muss es sein, dass ein Bürger mit einer Signaturkarte nicht nur seine Steuerklärung online durchführen kann oder bei der BfA eine Rentenauskunft erhält. Er sollte auch mit der gleichen Karte seine Adresse bei einer Versicherung ändern oder online ein Konto eröffnen können. Das bedeutet, dass alle Partner technisch in der Lage sein müssen, die von einem beliebigen Anbieter herausgegebenen Karten zu akzeptieren. Dies ist heute noch nicht der Fall: Insellösungen dominieren die Signaturlandschaft. Damit ist aber das Produkt „Signaturkarte“ eines bestimmten Kartenherausgebers für den Kunden nur sehr begrenzt einsetzbar und hat damit einen geringeren Nutzen als es potenziell haben könnte. Dies hemmt die Verbreitung von Signaturlösungen sowohl bei den Bürgern als auch bei den Unternehmen, die Anwendungen bereitstellen könnten.</p>
<p>
                  <strong>Signaturbündnis schafft Abhilfe<br />
                  <br /></strong>Das Anfang April zwischen Vertretern von Staat und Wirtschaft geschaffene Signaturbündnis setzt genau an diesen Problemkreisen an: Es will sowohl die Ausgabe von interoperablen Karten als auch die Verbreitung von signaturfähigen Anwendungen fördern. Einer kritischen Masse von Signaturkarten soll damit der Weg bereitet werden. Dabei handelt es sich nicht nur um eine technisch motivierte Zielsetzung: die Nutzung von Digitalen Signaturen hat hohe praktische Relevanz, da sie die Fortentwicklung von E-Commerce und E-Government mitbestimmt.</p>
<p>Das Signaturbündnis startet unter guten Voraussetzungen: sowohl Anbieter von Kartenlösungen, insbesondere aus der Kreditwirtschaft, als auch Unternehmen und die öffentliche Verwaltung, die Anwendungen bereitstellen, sind Mitglieder des Bündnisses. Ein solches Public-Private-Partnership bietet die Chance, übergreifende Lösungen zu erarbeiten, die alle Beteiligten in einem koordinierten Prozess an der Lösungsfindung beteiligen. Und es hat den entscheidenden Vorteil, dass an beiden Komponenten gearbeitet wird: mit Hilfe der beteiligten Partner wird sowohl die Zahl der Anwendungen als auch die der im Markt befindlichen Karten erhöht.</p>
<p>
                  <strong>Zahlreiche Aufgaben zu lösen<br />
                  <br /></strong>Auf das Bündnis warten zahlreiche Aufgaben: In einer technischen Arbeitsgruppe müssen die Themen Standardisierung und Interoperabilität erarbeitet werden. Dabei geht es darum, die verschiedenen, am Markt angebotenen Karten und Anwendungen interoperabel zu gestalten. Ziel ist es, die bestehenden Insellösungen zu einer Public-Key Infrastruktur (PKI) zu integrieren. Dabei sollte das Bündnis auch europäisch denken: vor dem Hintergrund hoher wirtschaftlicher Integration in der Europäischen Union ist es unabdingbar, dass Signaturlösungen zumindest europaweit einsetzbar sind. Daher muss es auch darum gehen, darauf hinzuwirken, dass ein offenes, interoperables und praktikables System auf europäischer Ebene konzipiert wird.</p>
<p>In der Arbeitsgruppe Geschäftsmodelle sollen Konzepte für tragfähige Geschäftsmodelle entwickelt werden. Die Bereitstellung einer Signatur-Infrastruktur verursacht Kosten bei den Unternehmen, die Karten herausgeben. Diesen stehen Effizienzgewinne bei all den Unternehmen und Teilen der öffentlichen Verwaltung gegenüber, die mit Hilfe des Einsatzes von Digitalen Signaturen ihre Prozesse verschlanken. Für eine mittelfristig tragfähige Signaturlandschaft ist es daher unabdingbar, dass sich alle, die vom Einsatz digitaler Signaturen profitieren, auch an ihrer Finanzierung beteiligen. Es ist auch darüber nachzudenken, wie die Nutzung elektronischer Kanäle für den Bürger attraktiv gestaltet werden kann: denkbar ist zum Beispiel, dass Anwender von den Effizienzsteigerungen in den Behörden in Form von verminderten Verwaltungsgebühren partizipieren.</p>
<p>
                  <strong>Neue Partner helfen, die kritische Masse zu erreichen<br />
                  <br /></strong>Um das Signaturbündnis zum Erfolg zu führen, kommt es entscheidend darauf an, neue Partner zu werben, die ebenfalls Anwendungen bereitstellen und/ oder Karten herausgeben. Dadurch wird das Bündnis auf eine breite Grundlage gestellt und das Ziel, eine kritische Masse bei der Verbreitung digitaler Signaturen zu erreichen, unterstützt. Die Digitale Signatur wird aber nur dann den Durchbruch erfahren, wenn sie in der breiten Öffentlichkeit Akzeptanz erfährt. Studien zeigen, dass vielen Bürgern der Nutzen der Digitalen Signatur unklar ist. Gezielte Öffentlichkeitsarbeit ist notwendig, um den Bürgern die Einsatzmöglichkeiten der Digitalen Signaturen zu verdeutlichen und das Vertrauen in Signaturlösungen zu erhöhen.</p>
<p>Ein Blick auf die bereits bestehenden Möglichkeiten zeigt, dass das Angebot sowohl für den Bürger als auch für Unternehmen attraktiv ist und sich der Ausbau von Signaturanwendungen lohnt. Die Chancen sind groß, mit Medienbruch-freien Prozessen die Effizienz von Unternehmen und öffentlicher Verwaltung zu steigern. Das Signaturbündnis wird auf einen Akzeptanzschub für die digitale Signatur hinwirken.</p>
<p>
                    
                  </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 03.07.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Von Visionen, Ärzten und elektronischem Regieren</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/von-visionen-aerzten-und-elektronischem-regieren-3051/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[rluehrs]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Dec 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtportal]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Hat die elektronische Demokratie eine Zukunft oder beerben eAdministration und eBusiness die Visionen von gestern? Und wie lassen sich digitale Politikdienstleistungen finanzieren? An verschiedenen Orten wurde 2002 nach Antworten gesucht.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Hat die elektronische Demokratie eine Zukunft oder beerben eAdministration und eBusiness die Visionen von gestern? Und wie lassen sich digitale Politikdienstleistungen finanzieren? An verschiedenen Orten wurde 2002 nach Antworten gesucht.
</p>
<p><!--break--><br />
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&quot;Wenn ich Visionen habe, gehe ich zum Arzt&quot;, sagte Helmut Schmidt einmal und sicherte sich damit auf unabsehbare Zeit einen vorderen Platz in der Hitliste der am häufigsten zitierten Bonmots. Auch auf der Hamburger e-Business Lounge (Thema: eGovernment), zu der Hamburg@work Anfang Dezember 2002 einen illustren Teilnehmerkreis in den &#8216;Havana Club&#8217; einlud, wurde dieser Evergreen wieder bemüht.Die Panellisten waren sich in diesem Punkt weitgehend einig und betonten, dass beim eGovernment vor allem pragmatische Ansätze gefragt sein: &quot;Es geht nicht um Visionen, sondern um Kosten&quot; brachte es Moderator<br />
<a href="/politikdigital/team/pboettcher.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Peer-Arne Böttcher</a> durchaus amüsant auf den Punkt, stellte der vormalige Protagonist der Hamburger New-Economy-Szene damit doch die eigene Lernfähigkeit unter Beweis. Und um die Frage, wie mit elektronischen Verwaltungsdienstleistungen Geld verdient werden kann, müsste noch ergänzt werden.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Kein Businessmodel für die elektronische Verwaltung?</b><br />
<br />
Dabei ist zunächst deutlich geworden, wie es nicht gehen wird. Auf die Frage nach seinem Businessmodel für dieses Marktsegment, zuckte Gerhard Röthlinger, frisch gebackener Geschäftsführer des bislang defizitär wirtschaftenden Stadtportals<br />
<a href="http://www.hamburg.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hamburg.de</a> GmbH &amp; Co.KG, mit den Achseln. Auch der Hinweis eines Teilnehmers, dass er gerne bereit wäre, für elektronische Dienstleistungen, die den Amtsgang ersparen würden, ein paar Euro zu bezahlen, überzeugte nicht. &quot;Wenn Sie sich mich fragen, an welcher Stelle auf meiner Prioritätenliste ein Geschäftsmodell für das eGovernment steht&quot;, so Röthlinger trocken, müsste ich erst mal lange blättern.&quot; Die Erfahrung gibt ihm recht, derartige Geschäftsmodelle sind keineswegs neu und bislang wohl sämtlich gescheitert. Ein finanzielles Interesse an der Digitalisierung von Behördenleistungen sollte nicht bei Internetportalen wie hamburg.de gesucht werden, sondern zunächst bei der öffentlichen Verwaltung selbst, die durch Effizienzsteigerungen langfristig erhebliche Personalkosten sparen kann. Und natürlich bei den Beratungsunternehmen und Technologiedienstleistern, die der Administration zeigen wie es geht und die benötigte soft- und hardwaretechnische Infrastruktur im Angebot haben.</p>
<p>Ob diese Einsparungen allerdings im Bereich von 400 Mio. Euro pro Jahr liegen, wie die<br />
<a href="/egovernment/bund/bundonline.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesregierung</a> schätzt, darf skeptisch beurteilt werden. Schließlich wird eine solche Kostenreduzierung nur dann zu realisieren sein, wenn die entsprechenden Angebote von den Bürgerinnen und Bürgern – kurz Nutzern – auch angenommen werden. Und über die Präferenzen dieser Nutzer weiß man so gut wie nichts. Nach einer Studie von<br />
<a href="http://www.pwcglobal.com/de/ger/ins-sol/publ/ger_510_034.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PriceWaterhouseCoopers</a> verfügten im Jahr 2000 nur 25% der städtischen Verwaltungen über statistische Informationen, die Aufschluss über die Art der Kontaktaufnahme zwischen Bürgern und Verwaltung geben. &quot;Noch weniger Kenntnisse sind über die Erwartungen der Bürger an das EGovernment-Angebot ihrer Stadt vorhanden: 89% der Stadtverwaltungen sind nicht über die entsprechenden Wünsche der Bevölkerung informiert&quot;.
</p>
<p>
<b>Niemand weiß, was Nutzer wollen</b><br />
<br />
Daran dürfte sich in den letzten zwei Jahren nicht viel geändert haben und es könnte sich überdies als schwierig erweisen, diese Erwartungen zu erheben. Den meisten Menschen sagt der Begriff eGovernment nämlich überhaupt nichts und wer davon noch nichts gehört hat, wird auch keine spezifischen Erwartungen entwickelt haben, über die Auskunft geben werden könnte. Dies muss nicht als Zeichen eines Modernisierungsrückstandes gewertet werden, nimmt doch ein Bürger lediglich zwischen ein und zweimal im Jahr Kontakt zu seiner Verwaltung auf. Mit anderen Worten brennt den Bürgern das Problem, für das sich eGovernment als Lösung empfiehlt, nicht grad auf den Nägeln. Und auch sie müssen in der Liste ihrer persönlichen Prioritäten wohl eine Zeitlang blättern, bis die Rubrik behörden-online auftaucht.
</p>
<p>
Zumindest gilt dies solange eGovernment mit eAdministration gleichgesetzt wird. Dass regieren gleich verwalten sei, ist allerdings ein Missverständnis, dass vielleicht gerade durch das vorschnelle Entsorgen aller Visionen begünstigt wird, die seit dem Platzen der New-Economy-Blase unter den Generalverdacht der Blauäugig- und Unwirtschaftlichkeit geraten sind. Die Fixierung auf Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerung vergisst dagegen leicht den &quot;Abnehmer digitaler Politikdienstleistung&quot; (Bieber): den Bürger.<br />
<a href="/politikdigital/team/cbieber.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christoph Bieber</a> hat in seinem Einführungsvortrag zur Hamburger eBusiness Lounge darauf hingewiesen, dass zu eGovernment neben der elektronischen Verwaltung auch die sogenannte elektronische Demokratie gehört, also Bürgerinformation, Bügerbeteiligung und Bürgerprotest sowie internetbasierte Wahlen.<br />
<a href="/politikdigital/team/hjkleinsteuber.shtml%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hans Jürgen Kleinsteuber</a> erinnerte an das ursprüngliche Konzept für hamburg.de, das die drei Säulen Staat und Verwaltung, Kommerzielle Angebote und Bürgersäule vorsah. Von der Bürgersäule sei indes nur eine Überschrift für ein Sammelsurium überwiegend veralteter oder uninteressanter Informationen geblieben.
</p>
<p>
<b>Bürgersäulen oder Dialog mit Regierenden</b><br />
<br />
Die Verwaisung dieses Bereichs hat aber nicht nur mit knappen Geldmitteln zu tun, es fehlt auch am Engagement der &#8216;Zivilgesellschaft&#8217; &#8211; nach Kleinsteuber der Adressat der Bürgersäule, sich die virtuellen Räume anzueignen und mit Leben zu füllen. Es zeigt sich hier, dass nicht nur die elektronische Verwaltung mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen hat, sondern auch die sogenannte elektronische Demokratie. Die Hoffnungen, dass die kommunikativen Möglichkeiten des Internets eine Art basisdemokratische und zivilgesellschaftliche Revolution auslösen, haben sich längst nicht erfüllt. Es zeichnet sich dagegen immer deutlicher ab, dass &#8216;Bürgersäulen&#8217; und partizipative Angebote den gleichen Bedingungen der Aufmerksamkeitsökonomie unterliegen wie alle anderen auch. Diese Angebote müssen bekannt gemacht werden, attraktiv gestaltet sein und einen &quot;added-value&quot; für diejenigen bieten, die hier ihre knappe Ressource Zeit investieren. Ein Knopf mit der Aufschrift &#8216;Bürgersäule&#8217;, irgendwo in der Navigationsleiste versteckt, erfüllt per se erst mal keine dieser Bedingungen.
</p>
<p>
Dass erhebliche Anstrengungen unternommen werden müssen, um erfolgreiche Online-Partizipation zu realisieren, hat sich jüngst in Hamburg gezeigt. Im Rahmen des<br />
<a href="/egovernment/bund/hamburg.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ideenwettbewerbs</a><br />
<a href="http://www.wachsende-stadt.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wachsende Stadt</a>, der über vier Wochen im Internet durchgeführt worden ist, wurde versucht, den skizzierten Anforderungen Rechnung zu tragen. Mit einigem Aufwand wurde dieses Angebot beworben, es wurde in fast allen Lokalzeitungen sowie im Radio und Fernsehen darüber berichtet. Verwaltung, Bürgerschaft und Experten aus Wissenschaft und Politik haben das Thema auf der neu entwickelten Plattform<br />
<a href="http://www.demos-project.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DEMOS</a> durchaus kontrovers – diskutiert. Schließlich werden fünf Ideen von einer Jury ausgewählt und zur Umsetzung empfohlen sowie die daran beteiligten Diskutanten zu einem Essen mit dem Bürgermeister eingeladen. Zwar kann sich das Ergebnis sehen lassen – etwa 500 Registrierungen, knapp 4000 Diskussionsbeiträge und über 50 zum Teil sehr präzise ausgearbeitete Ideen – es zeigt aber gleichzeitig auch: von einer eCitizenship (das letzte &#8216;e&#8217; Wort, versprochen) sind wir noch weit entfernt. Sich im Netz politisch zu engagieren, bleibt bislang einer kleinen Avantgarde vorbehalten.
</p>
<p>
<b>eCitizenship und aufgeklärte Bürger</b><br />
<br />
Der Begriff eCitizenship setzt auf älteren Konzepten wie dem &#8216;Netizen&#8217; (<br />
<a href="http://www.columbia.edu/%7Ehauben/netbook/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hauben/Hauben</a>) auf und was darunter genau verstanden werden könnte, wird gegenwärtig auf wissenschaftlichen Symposien diskutiert. Sicher geht es nicht um den elektronischen Bürger, wie<br />
<a href="http://itc.napier.ac.uk/ITC_Home/ITC/Ann_Macintosh.asp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ann Macintosh</a> kürzlich auf der<br />
<a href="http://www.eve.cnrs.fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fachtagung</a> &quot;E-democracy: scenarios for 2010&quot; in Paris betonte, sondern schon eher um &#8216;enabling, empowering und engagement&#8217;. Es sollte ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Bürgerinnen und Bürger das Recht zur Mitgestaltung ihrer Lebens- und Arbeits- und Umwelt haben und das Internet hierzu vorzügliche Instrumente und auch neue Möglichkeiten bereitstellt bzw. eröffnet. Die &#8216;electronic Citizenship&#8217; zielt auf den informierten, kompetenten und sich-aufklärenden Bürger, der neue Kommunikationstechnologien zur eigenen Willensbildung wie zur gestaltenden Einflussnahme auf politische Entscheidungsprozesse selbstverständlich nutzt. Dabei muss nicht gleich alles am Habermasschen Ideal einer deliberativen Demokratie gemessen werden, die wohl viele Bürger schlicht überfordert, wie<br />
<a href="http://www.eur.nl/fw/philecon/memberinfo.html#hoven" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jeroen Van Den Hoven</a> an gleicher Stelle zu bedenken gab.</p>
<p>Dieses Bewusstsein wird aber nur dann in nennenswertem Umfang entstehen können, wenn sich das Internet als attraktiver Kanal für das politische Alltagshandeln etabliert und die ganze Spannbreite digitaler Dienstleistungen vorgehalten werden. Von der elektronischen Einkommensteuererklärung bis zum Onlineprotest. Vor allem sollten Stadtportale wie hamburg.de den Bürgern die Möglichkeit bieten, mit den Regierenden in einen Dialog zu treten, um so einer gesellschaftlichen Entpolitisierung vorzubeugen. Dass dies wohl gerade durch die Verteilung von Staat und Bürgern auf verschieden Säulen – oder sollte man sagen Räume? – erschwert wird, sei nur am Rande angemerkt.</p>
<p>Genau wie im Falle der elektronischen Verwaltung kann ein an seiner Wirtschaftlichkeit gemessenes Unternehmen den hier angesprochenen Bürgerservice nicht aus eigener Kraft unterhalten, sondern ist auf den politischen Willen und entsprechendes finanzielles Engagement der öffentlichen Hand angewiesen. Wenn es mittelfristig aber gelingt, mehr Nutzer auf die Plattform zu locken und einen größeren Teil der Kommunikation zwischen Bürgern und Verwaltung online und damit effizienter abzuwickeln, kann es sich am Ende auch noch &#8216;rechnen&#8217;.Bei allem Pragmatismus sollte die Vision einer eCitizenship, denn um kaum mehr handelt es sich dabei ja bislang, nicht gleich wegtherapiert werden. Sie könnte sich noch als hilfreich erweisen, wenn es darum geht, im allzu kleinkarierten Alltagsgeschäft Ziele auszumachen, auf die hinzuarbeiten sich lohnt. Den Gang zum Arzt kann man sich dagegen für Visionen anderer Art aufsparen. So hat beispielsweise die Europäische Kommission in dem jetzt anlaufenden 6. Rahmenprogramm für Forschung- und Entwicklung kurzerhand die Bereiche e-Business und eGovernment zusammengelegt (<br />
<a href="http://www.kowi.de/rp6/dokumente/download/SP1-Priority-2-IST-en.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">networked governments and business</a>) und fördert fortan (fast) nur noch Großprojekte. &quot;Think big&quot;, dröhnte es im Frühsommer diesen Jahres auf der<br />
<a href="http://www.eisco2002.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eisco 2002</a> im neuerbauten Konferenzcenter in Cagliari /Sardinien durch den nur halb gefüllten Sitzungssaal, &quot;make Europe the most powerful economy in the world&quot;.
</p>
<p>
<a href="mailto:r.luehrs@tuhh.de">Rolf Lührs</a> ist Projektleiter des Delphi Mediation Online System (DEMOS) an der<br />
<a href="http://www.tuhh.de/tbg">TU Hamburg-Harburg</a>.<br />

</p>
<table border="0" cellpadding="2" width="146">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#ffcc33">
<div class="tidy-2">
			Erschienen am 19.12. 2002
			</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
<!-- Content Ende --></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Neuer Brennstoff: Das Klimpergeld</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/econsumerverbraucherschutzmicropay-shtml-2877/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jan 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Brennstoff der digitalen Wirtschaft scheint aufgebraucht zu sein. Die Träume des unerschöpflichen, kostenlosen, weil werbefinanzierten Informationsangebotes, muten im Rückblick naiv und unausgegoren an. Reifere Anbieter sind sich bewusst, was ihre Angebote wert sind. Ihre Preise sind zwar gering, aber auch mit Kleinstbeträgen lässt sich im Internet Geld verdienen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Brennstoff der digitalen Wirtschaft scheint aufgebraucht zu sein. Die Träume des unerschöpflichen, kostenlosen, weil werbefinanzierten Informationsangebotes, muten im Rückblick naiv und unausgegoren an. Reifere Anbieter sind sich bewusst, was ihre Angebote wert sind. Ihre Preise sind zwar gering, aber auch mit Kleinstbeträgen lässt sich im Internet Geld verdienen.<!--break-->
                  </p>
<p>Ausgebrannte Marketing-Budgets, einbrechende Werbeeinnahmen, überhöhte Erwartungen &#8211; die Realität hat viele internetbasierte Geschäftsideen und Utopien heimgesucht, wie der Sensenmann. Geschlossene oder verkleinerte Internetredaktionen zeugen von dieser Entwicklung ebenso, wie nicht mehr existente oder schlicht aufgekaufte Angebote.</p>
<p>Nicht nur die ausgebliebenen Einnahmen aus der Werbung und der erhofften Wunderwaffe des Community-Building, also dem Aufbau von Online-Gemeinschaften, die sowohl inhaltlich zum Angebot beitragen, wie auch durch geschickte Profilbildung eine zielgerichtetere Werbefokussierung erlauben (wie<br />
                  <a href="http://www.uni.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.uni.de</a> oder<br />
                  <a href="http://www.hausarbeiten.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.hausarbeiten.de</a>) belasten der Branche. Besonders im Bereich der Online-Periodika machen Service-Anbieter sich gegenseitig Konkurrenz, wenn sie ihr komplettes Offline-Angebot im Internet gratis bereitstellen, zum Beispiel mittels durchsuchbarer Archive, die inzwischen mehrere Jahre zurückreichen und sowohl im Netz als auch als Archiv-CDs vermarktet werden.</p>
<p>Die Service-Anbieter, an denen der Kelch des Zusammenbruchs bisher vorübergegangen ist, kommen zu der Erkenntnis, dass auch bezahlte Informationsangebote nicht umsonst sein müssen. Neben ungelösten Fragen zum Copyright digitaler Informationen ist gerade das Erschließen neuer Erlösquellen und Käuferschichten durch flexible Preisgestaltung &#8211; durch Preise überhaupt &#8211; ein wichtiger Faktor, der sich auf das Fortbestehen vieler guter Angebote im Netz auswirken kann. Auf der Suche nach neuen Finanzmitteln, um zu überleben und das Angebot aufrechtzuerhalten, wird ein großes Tabu gebrochen: Information im Netz werden kostenpflichtig, von der Musik bis zum geschriebenen Wort.</p>
<p>Erste Versuche wurden bereits unternommen. Im Bereich der Musik zeigt das Beispiel<br />
                  <a href="/archiv/econsumer/nap.shtml">Bertelsmann / Napster</a>, wie es nicht funktioniert. Das Download-Angebot der Songs bei<br />
                  <a href="http://www.napster.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Napster</a> zum Pauschalpreis ist sehr begrenzt und wird wohl an der fehlenden Nutzerbereitschaft scheitern. Solange nämlich alternative kostenlose Angebote wie das<br />
                  <a href="http://gnutella.wego.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gnutella-Netzwerk</a> bestehen, wird wohl kaum einer auf die Preisvorstellungen von Bertelsmann / Napster eingehen. Da auch hohe<br />
                  <a href="breitband.shtml">Bandbreite</a>, ohne die der Musik-Download eh keinen Spaß macht, weiterhin Zukunftsmusik bleiben dürfte, wird sich zumindest hierzulande die gewünschte Nachfrage nicht so bald einstellen.</p>
<p>Den Anbietern von Text- und Bilddokumenten stellen sich ganz andere Probleme. Die Bereitschaft, für das Angebot Geld zu bezahlen, ist hier allerdings viel eher vorhanden &#8211; gerade wenn es um spezialisierte oder aktuelle Information geht. Ganz weit vorne stehen die Online-Angebote von offline erscheinenden Zeitungen, Magazinen oder Fachpublikationen. Vor allem die inzwischen recht umfangreichen, digitalisierten Archive bieten einen großen Mehrwert, für den sich durchaus Geld verlangen lässt. Schließlich werden CD-ROM, auf der mehrere Jahrgänge nach Schlagworten durchsuchbar sind, auch nicht gratis abgegeben.</p>
<p>Ein kostenpflichtiges Angebot im Text-Bereich scheint vor allem dann sinnvoll, wenn ein tatsächlicher Mehrwert geboten wird, zum Beispiel eine umfassende Recherchemöglichkeit, Angebote an Zusatzinformation oder hoch spezialisiertes Expertenwissen.</p>
<p>Für die Recherche in zahlreichen Zeitungsarchiven wird bereits Geld verlangt, oftmals in Form einer Pauschale, die sich nicht nach der Menge der tatsächlich genutzten Information richtet. Natürlich gibt es mittlerweile auch die Internet-Variante zum klassischen Zeitungsabo: Das Online-Abo. Auch hier wird bereits am Eingang der Eintritt kassiert, egal ob man tatsächlich eintritt und das Angebot nutzt oder einfach nur ab und zu mal vorbeischaut. Ähnlich wie bei einem Zeitungsabonnement wird auch mitbezahlt, was ungelesen ins Altpapier wandert.</p>
<p>Eine Alternative dazu wäre, nur die verwendete Information, den gelesenen Artikel, und nicht alle bereitgestellten Beiträge in Rechnung zu stellen. Der Griff in das Portemonnaie der User erfolgt dabei relativ behutsam. In der Manier eines Supermarktes kann der Besucher in den Archiven stöbern und nach Artikeln, Beiträgen oder andere Information suchen. Zwar offenbart sich dem Interessierten nicht der volle Text &#8211; schließlich isst man die Pizza ja auch nicht vor dem Kauf &#8211; er kann aber der Zusammenfassung entnehmen, um was es geht. Wenn dies nicht seinem Geschmack entspricht, kann er das Angebot verlassen, ohne etwas gekauft zu haben. Selbst der böse Blick der Kassiererin fällt weg.</p>
<p>Wird etwas von Interesse gefunden, dann ist die Hausarbeit, der Artikel aus dem Fachmagazin oder das Bild des Playmates von vor 4 Monaten nur ein Klick-and-Pay entfernt.<br />
                  <br />Der Nutzer profitiert von dieser pay-as-you-go-Variante vor allem dadurch, dass er im Gegensatz zu einem Abonnement (sowohl on- als auch offline) tatsächlich nur für das bezahlt, was er auch tatsächlich an Information konsumiert. Anbieter können ihrerseits Preise staffeln, zum Beispiel nach Umfang oder Aktualität eines Artikels.</p>
<p>Die pay-as-you-go-Methode ist allerdings mit dem Problem behaftet, dass pro Artikel nur Kleinstbeträge berechenbar sind (das sogenannte Micropayment). Solche Beträge mit dem Kunden abzurechen, gleich ob per Kreditkarte oder per Rechnung, bringt einen im Verhältnis großen Verwaltungsaufwand und hohe Gebühren mit sich, so dass letztlich wenig für die eigene Kasse bleibt.<br />
                  <br />Während ein Supermarkt erst ab einem gewissen Betrag auch andere Bezahlmöglichkeiten als Bargeld anbietet, stehen Online-Angebote so wieder am Anfang der Problemkette.</p>
<p>Um diese zu durchbrechen, haben sich viele angestrengt neue Konzepte zu Online-Bezahlung ausgedacht, wie zum Beispiel eCash oder Cybercash. Groß gestartet, mit mindestens einer renommierten Bank im Rücken (<br />
                  <a href="http://www.ecash.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eCash</a> mit der<br />
                  <a href="http://www.deutsche-bank-24.de/pdfs/infodienste/fn_ecash.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutschen Bank</a>,<br />
                  <a href="http://www.cybercash.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cybercash</a> mit der Commerzbank und der Dresdner Bank) fordern die Firmen den Zahlwilligen auf, sich mit einer neuen Software auszustatten, ihr separates Cyber-Konto zu füllen und loszushoppen.<br />
                  <br />Inzwischen wird das Projekt &#8220;eCash&#8221; &#8216;unter ferner liefen&#8217; geführt. Auf der Webseite der Cybercash GmbH werden noch zahlreiche Partner genannt, stichprobenartige Tests zeigen aber keine Spuren dieser einst so groß angekündigten Idee.<br />
                  <br />Der Grund für das Versagen: Die Käufer wollen sich nicht so recht mit der fremden Zahlungsidee anfreunden und scheuen sich, sie einzusetzen. Schließlich muss eine zusätzliche Software installiert und Geld vorab überweisen werden, nur um dann doch fast nirgendwo einkaufen zu können. Ach die Anbieter halten sich zurück und zeigen wenig Bereitschaft, die notwendigen Vorbedingungen zu schaffen. Die kritische Masse wurde auf beiden Seiten nie erreicht um flächendeckende Akzeptanz für das Cybercash zu erreichen. Zudem ist das Vertrauen in die Sicherheit derartiger Online-Transaktionen noch immer nicht allzu groß.</p>
<p>Um die Fixkosten, die bei einer Transaktion mit Kleinstbeträgen (Micropayments) entstehen, zu reduzieren, bündeln Anbieter in Deutschland, wie<br />
                  <a href="http://www.paybox.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">paybox</a> oder<br />
                  <a href="http://www.firstgate.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">firstgate</a>, die Abrechnung der Zahlungen eines Kunden und buchen diese monatlich ab, ähnlich wie ein Kreditkartenunternehmen. Dadurch sinken die Gebühren, die pro Transaktion entstehen würden, z.B. Bankgebühren, Provisionen an Kreditkartenfirmen etc.<br />
                  <br />Zusätzlich sinken die Einrichtungskosten enorm, da die technische Infrastruktur des Abrechnungsanbieters genutzt wir. Folglich kann das eigentliche kostenpflichtige Angebot auch auf einem fremdgehosteten, kostengünstigen Server abgelegt werden. Probleme wie eine übliche SSL-Verschlüsselung oder gesicherte Datenbanken werden einfach ausgelagert.<br />
                  </p>
<p>Der Kunde bemerkt davon nur insofern etwas, als er nach dem Klicken auf einen kostenpflichtigen Link, der zu jeglichen internettauglichen Inhalten führen kann, zuerst umgeleitet wird auf den Server des Abrechnungsproviders. Dort werden die Kundendaten aufgenommen, inklusive der Bankverbindung. Ist der Kunde bereits registriert verkürzt sich dieser Schritt auf ein einfaches Login. Für den Kunden von Vorteil ist, dass er seine sensiblen Daten nur ein einziges Mal, nämlich bei der Anmeldung beim Zahlungsanbieter, eingeben muss. Danach werden Daten übermittelt, die nur mittelbar für einen Dritten verwertbar sind. Bedenkt man, dass es keine absolute Datensicherheit im Internet geben kann ist durch diese Prozedur das mögliche Höchstmaß an Datenschutz und -sicherheit gewährleistet.</p>
<p>Hat der Kunde diese Anmeldeprozedur erfolgreich beendet, wird die Zahlung auf seinem Konto vermerkt und zum Ende des monatlichen Abrechnungszeitraumes mit seinen anderen Zahlungen abgebucht. Der User gelangt unterdessen auf den bezahlten Inhalt, den er herunterladen und respektive einsehen kann.</p>
<p>
                    <a href="http://www.ecash.com/online/"><br />
                      <img fetchpriority="high" decoding="async" height="194" alt="eCash Grafik" src="/econsumer/images/architecture.gif" width="487" border="0" /><br />
                    </a>
                  </p>
<p>Der Verwaltungsaufwand auf Seiten des Info-Anbieters ist somit denkbar gering, da er nur mit einer Einrichtung abrechnen muss. Die Verwaltung des kostenpflichtigen Angebots erfolgt ebenso simpel, nämlich durch ein einfaches Web-Interface, auf dem Preise, Sonderangebote und die bepreisten Informationen administriert werden können. Da muss nur noch das Angebot stimmen und für kaufbereite Interessierte verfügbar sein.</p>
<p>Diese Möglichkeit der Abbuchung von Kleinstbeträgen eröffnet vor allem Nischenanbietern neue Kundenfelder, da diese in den meisten Fällen von Kunden abgerufen werden, die sie genau in diesem Moment benötigen und aus diesem Grund nicht an einem Abonnement interessiert sind. Die Kundenbindung ist gerade bei diesen Anbietern schwierig bzw. auch nicht unbedingt ein Ziel.<br />
                  <br />Aber auch größere Anbieter, wie die<br />
                  <a href="http://www.stiftung-warentest.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stiftung Warentest</a>, der<br />
                  <a href="http://www.focus.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Focus</a> oder der<br />
                  <a href="http://www.playboy.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Playboy</a> setzen auf diese Methode, da sie für den Kunden Vorteile gegenüber einem Abonnement bietet, wodurch sich eventuell auch neue Käuferschichten erschließen lassen. Der Vorteil liegt hier ebenfalls in der Möglichkeit des einmaligen Kaufs ohne weitere Verpflichtungen. Überzeugt die Information kann immer noch ein Abonnement angeboten werden.</p>
<p>Die Information muss natürlich ihren Preis wert sein, denn nur weil man für etwas Geld verlangen kann, hat man noch kein Geschäftsmodell. Allerdings bieten Micropayments die Möglichkeit, Nischen gerade für spezialisierte Informationsanbieter zu schaffen. Vom aktuellen Computertest hin zu aktuellen Nachrichten über Aktiengesellschaften oder die Hausarbeit über das Paarungsverhalten indischer Laubfrösche.</p>
<p></p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 24.01.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>                  <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Das &#8216;e&#8217; in e-Learning steht für experience</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Dec 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäftsmodell]]></category>
		<category><![CDATA[United Nations Development Programme]]></category>
		<category><![CDATA[E-Learning]]></category>
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		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[technische Entwicklung]]></category>
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		<category><![CDATA[UN]]></category>
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					<description><![CDATA[politik-digital sprach während der diesjährigen 
                      Online-Educa mit Gunnar Brückner, Chief Learning Officer (CLO) des 
                      United Nations Development Programme (UNDP) / Learning Resources Center, New York. Herr Brückner ist verantwortlich für die interne Weiterbildung von ca. 5000 Mitarbeitern, die in 140 Länder-Vertretungen des UNDP arbeiten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>politik-digital sprach während der diesjährigen<br />
                      <a href="http://www.online-educa.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Educa</a> mit Gunnar Brückner, Chief Learning Officer (CLO) des<br />
                      <a href="http://www.undp.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">United Nations Development Programme</a> (UNDP) / Learning Resources Center, New York. Herr Brückner ist verantwortlich für die interne Weiterbildung von ca. 5000 Mitarbeitern, die in 140 Länder-Vertretungen des UNDP arbeiten.<!--break-->
                    </p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Was hat UNDP bewogen, e-Learning einzusetzen?</p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Wenn man bedenkt, dass unsere Mitarbeiter auf der ganzen Welt in 140 Ländern verteilt sind, und unsere Zentrale in New York sitzt, war es zunehmend teuer und unbefriedigend, sich ausschließlich darauf zu konzentrieren, wenige Mitarbeiter für Seminare nach New York einfliegen zu lassen. Außerdem arbeiten Mitarbeiter teilweise in aktuellen Krisengebieten und können nicht einfach zur Weiterbildung das Land verlassen. Das alte Weiterbildungssystem konnte nur wenige, ausgesuchte Mitarbeiter erreichen, das war zu hierarchisch und zu zentral organisiert. Durch die Einführung einer ganz neuen Lernkultur haben wir dank der Nutzung des Internets unsere Weiterbildungsmaßnahmen dezentralisieren können. So können wir auch besser auf spezifische kulturelle Gegebenheiten eingehen, da die Menschen vor Ort ihr Lernen jetzt mit- bzw. selbstbestimmen können.</p>
<p>Es entstehen ganz neue Kommunikationsformen, die vorher so nicht existierten. Es beschränkt sich nicht mehr auf Weiterbilden (&#8220;Training&#8221;), sondern verändert die gesamte Lernkultur der Organisation. Die Betonung verschiebt sich von &#8220;formal training&#8221; hin zu &#8220;informal learning&#8221;, wobei betont werden muss, dass &#8220;formal training&#8221; weiterhin seinen Platz im Lernangebot unserer Abteilung behalten wird. Informelles Lernen, bezogen auf das Lernen am Arbeitsplatz, ist all jenes Lernen, welches nicht im Detail von der Organisation vorgegeben ist, wie zum Beispiel ein Seminarplan oder auch nur eine Präsentation. Informelles Lernen orientiert sich an den unmittelbaren Bedürfnissen des Lerners und erfolgt eher unstrukturiert, genau zu dem Zeitpunkt, an dem es gebraucht wird. Die Herausforderung für eine &#8220;Lernende Organisation&#8221; besteht darin, möglichst viele Räume (real und virtuell) zu schaffen, damit informelles Lernen in viel größerem Umfang stattfinden kann als das normalerweise der Fall wäre.<br />
                    <br />Übrigens haben wir mit unserer &#8220;learning policy&#8221; andere UN-Organisationen wie etwa<br />
                    <a href="http://www.unhcr.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UNHCR</a> oder<br />
                    <a href="http://www.unfpa.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UNFPA</a> beeinflusst, die durch die positive Resonanz auf unser Experiment Elemente unsere &#8220;learning policy&#8221; in ihre Eigene übernehmen. Das ist ein großer Erfolg für uns, auf den ich sehr stolz bin.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Unterstützt e-Learning die Entwicklung einer neuen Lernkultur oder ist es nur eine neue Lerntechnik in neuem Marketingjargon &#8211; gleich dem Motto: &#8220;Alter Wein in neuen Schläuchen&#8221;?</p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Wir können uns in der Tat auf eine neue Lernkultur gefasst machen. Die jüngeren Generationen denken, fühlen und handeln schon jetzt signifikant anders als die heute Vierzigjährigen. E-Learning wird zum integralen Bestandteil des Lernens, und zwar immer und nicht nur während der Schulzeit. Man wird sich daran gewöhnen müssen, dass es nicht darum geht, eine wie auch immer geartete Lernerfahrung der traditionellen Art im Internet zu replizieren, sondern gänzlich neue Wege und Methoden des Lernens zu nutzen. SMS zum Lernen, Verknüpfung von GPS und Lernen und so weiter. Darin besteht heute eine ganz besondere Herausforderung an die e-Learning Industrie.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Kann durch den Einsatz von e-Learning der Wissensunterschied zwischen der sogenannten &#8220;ersten Welt&#8221; und der &#8220;dritten Welt&#8221; gemindert werden?</p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Ja. Die Diskussion wird kontrovers geführt aber ich gehöre zu denen, die sich ein &#8221;<br />
                    <a href="/archiv/globalisierung/wambui.shtml">leapfrogging</a>&#8220;, d.h. ein Überspringen von Entwicklungsschritten mit Hilfe des Internets vorstellen können. Ein Knackpunkt in dieser Diskussion ist die Schaffung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, die den Zugriff auf diese modernen Technologien ohne staatliche Eingriffe ermöglichen. Projekte, deren Zielsetzung die Schaffung einer Informations- bzw. Wissensgesellschaft ist, sind in der Regel nützlicher als einseitig technische Projekte.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie lauten die gegenwärtigen Schlagwörter der e-Learning Debatten?<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Schlagwörter in der internationalen Diskussion (daher meist in Englisch) sind die Konvergenz von Wissensmanagement und e-Learning; und immer noch &#8220;blended learning&#8221;, d.h. die Kombination von e-Learning mit klassischem Präsenzunterricht. Für mich persönlich ist &#8220;informal learning&#8221; ganz hoch auf der Tagesordnung. Ferner wird &#8220;just in time learning&#8221; im Unterschied zu &#8220;just in case learning&#8221; immer wichtiger und dabei spielen &#8220;learning objects&#8221; eine immer wichtigere Rolle. Aber das ist zugegebenermaßen nicht gerade neu. Lerning Objects sind so etwas wie klar definierbare Lernbausteine, aus denen sich Lernaktivitäten zusammensetzen. Nehmen wir zum Beispiel ein hypothetisches Online Modul zum Thema Feedback. Das setzt sich zusammen aus vielen Bausteinen: einem Einführungstext, einer Übersichtsgraphik, einem oder mehreren Texten zum Thema, einem Quiz am Ende und so weiter. Alle diese Bausteine könnten theoretisch für ein anderes Modul weiterverwandt werden oder könnten auch einzeln, also außerhalb des Feedback Moduls zum Lernerfolg eines Mitarbeiters beitragen, vorausgesetzt er/sie kann den richtigen Baustein zum genau richtigen Zeitpunkt finden. Das ist genau die Idee, die hinter UNDPs<br />
                    <a href="http://208.36.136.215/undp/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">e-Learning-Tree</a> steckt, bei dem sich der Lerner an einem visuellen Baum orientiert, dann eine Entscheidung trifft, was er/sie lernen will, um dann durch einen Doppelklick ein Menu von Lernobjekten (Lernbausteinen) zu aktivieren, aus dem dann ausgewählt werden kann.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Gibt es Unterschiede zwischen der Debatte an Universitäten und in der freien Wirtschaft?<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Ich sehe keinen wesentlichen Unterschied zwischen den Debatten, aber möglicherweise ist meine Wahrnehmung geprägt von der Situation in den USA, wo sich die Universitäten traditionell eher dem unternehmerischen (&#8220;corporate&#8221;) Model unterordnen. Viele Universitäten sind &#8220;corporate ventures&#8221;, d.h. sie sind privatrechtlich und nach betriebswirtschaftlichen Regeln organisiert und beginnen, im Bereich e-Learning erste Erfahrungen zu sammeln, Allianzen zu schmieden &#8211; und diese auch wieder verwerfen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche Geschäftsmodelle sind gerade en vogue und welche erfolgreich?<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Ingesamt kann man davon ausgehen, dass sich der Markt zunehmend konsolidieren wird. Einige wenige Anbieter werden komplette Lösungen von A bis Z anbieten, aus denen sich der Kunde dann die passende Lösung für sich heraussucht. Nischenanbieter werden aber auch immer eine Chance behalten. Zunehmend werden im Modell der Komplettanbieter die Technologiedienste von den Inhalt- und Servicedienstleistungen verdrängt werden.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche technischen Entwicklungen werden e-Learning beeinflussen?<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Mit der zunehmenden Verringerung von Breitbandproblemen (&#8220;broadband technology&#8221;) kann sich im Feld der sprachgesteuerten Anwendungen etwas tun. Sprachgesteuerte Anwendungen (&#8220;voice-enabled technology&#8221;) kombiniert mit Touchscreen-Technologie könnten auch im Bereich der Entwicklungsländer von Nutzen sein, aber ich sehe die Entwicklung noch nicht klar und würde diese Möglichkeit keinesfalls als den kommenden Trend bezeichnen.</p>
<p>                    <strong>politik-digital:</strong> Was hat es mit den Breitband-Technologien auf sich?<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Solange die Netzanbindung an und für sich noch so große Problem darstellt, kann man kurzfristig einfach noch nicht so viel erwarten. Der Benutzung von Simulationen im e-Learning wird in Abhängigkeit von der Breitband -Entwicklung sicher eine gute Zukunft blühen, obwohl auch hier das Geheimnis nicht in der Technologie an für sich liegt, sondern darin, den Lernenden ein Erlebnis zu verschaffen. Die Lernerfahrungen der Lernenden bzw. der Kunden wird in diesem Zusammenhang zum treibenden Faktor werden denn: Das &#8216;e&#8217; in e-Learning steht für<br />
                    <em>experience</em> &#8211; und nicht für<br />
                    <em>electronic</em> oder was auch immer!</p>
<p>                    <strong>politik-digital:</strong> Kann man feststellen, dass seit den<br />
                    <a href="/archiv/edemocracy/ny-links.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Terroranschlägen</a> auf New York und Washington und den Milzbrandattacken die Menschen Angst vor dem Reisen haben und daher e-Learning bevorzugen?</p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Man wird niemals gänzlich jede Form von sozialer Interaktion ersetzten können jedoch neue Formen finden, z.B. Chat und Instant-Messaging, die zum integralen Bestandteil unserer Kommunikation werden. Soziale Interaktionen wird es immer geben müssen, und meiner Erfahrung nach steigert das Vorhandensein von e-Learning diesen Bedarf sogar. Kollegen, die sich online treffen und mögen, werden Mittel und Wege finden, sich auch im realen Leben zu treffen. Gleichsam ist face-to-face Kommunikation von hoher Bedeutung bei der Formierung von erfolgreichen Lerngemeinschaften (&#8220;communities of practice&#8221;).</p>
<p>
                    <strong>politik-digital: </strong>Vielen Dank für das Gespräch!<br />
                    </p>
<p>Das Interview mit Gunnar Brückner führte Clemens Lerche.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>E-Learning gleicht einem déjà-vu-Phänomen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/elearning-sinko-shtml-2607/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Dec 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Finnland]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäftsmodell]]></category>
		<category><![CDATA[E-Learning]]></category>
		<category><![CDATA[Lernkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Virtuelle Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrolle]]></category>
		<category><![CDATA[technische Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Kluft]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Finnish Virtual University]]></category>
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					<description><![CDATA[politik-digital sprach während der diesjährigen 
                    Online-Educa mit Matti Sinko, Projektdirektor der 
                    Finnish Virtual University, der sich seit 1989 in leitenden Positionen mit dem Einsatz von computergestützten Lernens in der universitären Ausbildung beschäftigt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>politik-digital sprach während der diesjährigen<br />
                    <a href="http://www.online-educa.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Educa</a> mit Matti Sinko, Projektdirektor der<br />
                    <a href="http://www.virtualuniversity.fi" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Finnish Virtual University</a>, der sich seit 1989 in leitenden Positionen mit dem Einsatz von computergestützten Lernens in der universitären Ausbildung beschäftigt.<!--break-->
                  </p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Wie lauten die gegenwärtigen Schlagwörter der e-Learning Debatten? Gibt es Unterschiede zwischen den Debatte an Universitäten und in der freien Wirtschaft?</p>
<p>                  <strong>Matti Sinko:</strong> Ich denke, die Debatten an den Universitäten sind sehr unterschiedlich zu denen in der freien Wirtschaft. Ich beteilige mich nicht an den trendigen, oftmals hype-artigen Formulierungen der Wirtschaft. Denn das ist meiner Meinung nach der wesentliche Unterschied zwischen beiden. Im Gegensatz zur Industrie und den dort beliebten Marketingslogans, ist die Aufgabe des akademischen Diskurses eine umfassendere. Wir versuchen aufzuzeigen, was das Neue am Neuen ist, woher es kommt und wie es sich von den bisherigen Konzepten und Anwendungen in der Praxis unterscheidet &#8211; oder eben nicht.  </p>
<p>E-Learning ist eindeutig eines dieser Hype-Wörter im Stile von e-Anything. In den 70 Jahren wurde an alle Begriffe ADP (automatische Datenverarbeitung) angehängt. In den 80 er Jahren war alles computergestützt oder rechnergestützt und in der letzte Dekade war alles online- und virtuell. Jetzt heißt alles e-Learning, e-Government, e-Business. Dabei ist e-Learning lediglich Computer- und netzgestützte, automatische Datenverarbeitung und Datentransfer zur Unterstützung und Förderung von Lehren und Studieren. Die Sprache der Wirtschaft ist sehr innovativ. Das &#8220;e-Jahr&#8221; ist so kurz und hektisch, dass zur gründlichen Produkteinführung keine Zeit bleibt und daher die alten Produkte einfach nur in neue sprachliche Verpackungen gekleidet werden, um mit der Schnelllebigkeit des &#8220;e-Lebens&#8221; Schritt zu halten.</p>
<p>Dabei zählt eigentlich nur das wirkliche Leben &#8211; besonders trifft das für Studenten zu, die gerade von zu Hause ausgezogen sind und neue aufregende Lebenserfahrungen machen wollen, wie neue Kontakte knüpfen, neue Liebesbeziehungen eingehen oder neue Abenteuer in der Freizeit, im Beruf und in der akademischen Welt erleben wollen. Das sind so tiefgreifende Herausforderungen für sie, dass die virtuelle Version davon dem realen Leben eine neue Qualität hinzufügen muss, um wirklich konkurrenzfähig zu sein. Wenn also ein Student Kunde deines e-Services bleibt, hat dein Angebot diese Qualität.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Welche Geschäftsmodelle sind gerade en vogue und welche erfolgreich?</p>
<p>
                  <strong>Matti Sinko:</strong> Ich denke, wie wir e-Learning erleben, gleicht dem déjà-vu-Phänomen &#8211; vergleichbar den ersten Autos auf unseren Straßen zu Zeiten von Pferdekutschen und dem ungläubigen Staunen und Entsetzen darüber. Unser sich nach und nach virtualisierendes Bildungssystem wird immer noch in Metaphern, Bildern und Strukturen der alten klassischen Zeit beschrieben, wie beispielsweise Klassenzimmer, Vorlesung oder Seminar. Die neuen Lernumgebungen und Bildungsinstitutionen haben noch keine eigene sprachliche Form gefunden. Das trifft auch auf eigene und neue Geschäftsmodelle zu. Es gibt viele verschiedene Geschäftsmodelle in den USA im Unterschied zu Europa und zu Deutschland, obwohl die Digitalisierung den Prozess der Bildung eines einheitlichen, europäischen Bildungsmarktes beschleunigt. Es wird viele erfolgreiche Gründungen von virtuellen Universitäten geben. Ich glaube, dass Universitäten und Hochschulen sowohl staatlich als auch privatwirtschaftlich verfasst sein werden.</p>
<p>Aus der nordisch-skandinavischen Tradition kommend, bin ich von der Wettbewerbsfähigkeit der öffentlichen Bildungseinrichtungen überzeugt, die in enger Zusammenarbeit und Kommunikation mit der Wirtschaft stehen müssen.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Welche technischen Entwicklungen werden e-Learning beeinflussen?</p>
<p>
                  <strong>Matti Sinko:</strong> Videokonferenzen, und Internettelefonieren werden in naher Zukunft e-Learning bereichern. Zusammen mit Spracherkennung und sprachgesteuerten Anwendungen, persönlichen virtuellen Assistenten in Roboterform und drahtloser mobiler Breitbandtechnik &#8211; auch m-Learning genannt &#8211; werden sich die bisher geltenden Standards des e-Lernens verändern. Aber alle diese Entwicklungen brauchen ihre Zeit, bis sie nicht nur von den Pionieren, sondern auch von der breiten Masse akzeptiert und angewendet werden, wenn es ihnen nicht so wie vielen anderen technischen Entwicklungen gehen soll, die sich nie durchgesetzt haben. Aber eigentlich überlasse ich solche Voraussagen den Futuristen und konzentriere mich auf die Förderung der bestehenden Techniken und deren Anwendung.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Unterstützt e-Learning die Entwicklung einer neuen Lernkultur oder ist es nur &#8220;alter Wein in neuen Schläuchen&#8221;?</p>
<p>
                  <strong>Matti Sinko:</strong> Ja und Nein. Die Verbesserung der Lernkultur ist eine große Herausforderung, die nicht durch die Entwicklung neuer Technik gelöst werden kann. Aber andererseits gibt es weltweit so viele Herausforderungen im Bereich Bildung, dass wir mit größter Anstrengung erforschen sollten, wie uns die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) bei der Bewältigung dieser vielfältigen und andauernden Herausforderungen helfen können.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Fühlen sich Studenten in virtuellen Klassenräumen einer erhöhten Kontrolle ausgesetzt?</p>
<p>
                  <strong>Matti Sinko:</strong> Einige Studenten befürchten das. Andere befürchten richtigerweise den Verlust der Möglichkeit, als stiller Hinterbänkler oder &#8220;blinder Passagier&#8221; das Geschehen nur zu beobachten. Wenn gewünscht, ist man größeren Kontrollmöglichkeiten ausgesetzt. Aber das bringt uns zu Fragen der Pädagogik zurück: Die neuen IuK-Technologien können zu mehr Kontrolle genützt werden, können aber gleichzeitig dem Lernenden zu mehr Freiheit verhelfen. Denn wir, die Lehrer, die Entwickler, die Bürger entscheiden über die Einführung und Nutzung der IuK-Technologien.</p>
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                  <strong>politik-digital:</strong> Ist ihrer Meinung nach das Internet noch ein Ort des freien Austausches von Wissen? Oder ist das eine zu romantische Ansicht?</p>
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                  <strong>Matti Sinko:</strong> Ich bin gleichzeitig Realist und Romantiker! Die gegenwärtigen Tendenzen zu vermehrter Kontrolle des Internets, der Monopolisierung, der Ausbeutung von Menschen zur Profitmaximierung kollidieren immer mit den entgegengesetzten Tendenzen der Erhaltung bzw. Einführung des Rechts auf freie Meinungsäußerung und der Wahrung von geistigen Eigentumsrechten. Begriffe wie Individualität und Isolation im Gegensatz zu Solidarität und Konformismus werden ständig neudefiniert. Es wird Kämpfe geben, positive wie negative Entwicklungen und Tendenzen &#8211; aber so ist nun mal die Natur des sozialen Lebens.</p>
<p>Gegenwärtig fördern wir an unserer Universität die Veröffentlichung von Kursen im Internet. Das hat die Debatte und das Verständnis über die Einhaltung der Urheberrechte der Verfasser angeheizt und auf eine neue Stufe gebracht. Dabei kam es zu unterschiedlichen Lösungen. Kurzfristig betrachtet, führt die Einhaltung der Eigentumsrechte der Verfasser zur Verringerung der Veröffentlichungen im Netz, aber langfristig stärkt es die &#8220;open source&#8221; (offener Quellcode) Bewegung. Diese beiden Entwicklungen sind aber gar nicht so gegensätzlich wie sie auf den ersten Blick erscheinen mögen, da die Beachtung der Urheberrechte jedem Einzelnen die Möglichkeit bietet, frei über deren Ausgestaltung zu entscheiden.</p>
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                  <strong>politik-digital:</strong> Kann durch den Einsatz von e-Learning der Wissensunterschied zwischen der sogenannten &#8220;ersten Welt&#8221; und der &#8220;dritten Welt&#8221; gemindert werden?</p>
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                  <strong>Matti Sinko:</strong> Kurzfristig sehe ich die Sache eher gegenteilig, dass e-Learning die digitale Spaltung der Gesellschaften vergrößert bzw. sichtbarer macht. Aber langfristig, denke ich, können Iuk-Technologien eine nachhaltige Entwicklung befördern und die Wissenskluft zwischen armen und reichen Ländern verringern. Besonders mobile Technologien und günstige Palm-Tops können hilfreiche Werkzeuge beim Kampf um eine nachhaltige Globalisierung sein. Aber einer solchen Entwicklung unterliegt kein innewohnender Automatismus. Es benötigt vielmehr einen klaren politischen Willen zur Schließung der Wissenskluft.</p>
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                  <strong>politik-digital: </strong>Vielen Dank für das Gespräch!<br />
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<p>Das Interview mit Matti Sinko führte Clemens Lerche.</p>
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