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	<title>Geschäftspolitik &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Geschäftspolitik &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Linux in Bayern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[opassek]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jun 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Linux]]></category>
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					<description><![CDATA[politik-digital sprach mit Ludwig Späth, leitender Ministerialrat beim 
                      Bayerischen Obersten Rechnungshof über den Einsatz von Open Source Software in der öffentlichen Verwaltung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>politik-digital sprach mit Ludwig Späth, leitender Ministerialrat beim<br />
                      <a href="http://www.orh.bayern.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bayerischen Obersten Rechnungshof</a> über den Einsatz von Open Source Software in der öffentlichen Verwaltung.<!--break-->
                    </p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Was hat bei Ihnen ganz persönlich das Interesse an Freier Software und Open Source geweckt?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Der Hauptgrund war die neue Lizenzpolitik der Firma<br />
                    <a href="http://www.microsoft.com/germany/lizenzierung/default.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Microsoft</a>, die erhebliche finanzielle Auswirkungen für die Informationstechnologie des Freistaats Bayern hat. Außerdem haben unsere Prüfungserfahrungen gezeigt, dass in bestimmten Bereichen, zum Beispiel in der Vermessungsverwaltung oder bei Universitäten, Open-Source-Produkte bereits erfolgreich eingesetzt wurden.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche Kostenvorteile und Einsparpotentiale sehen Sie bei der Einführung von Open-Source-Software (OSS) in öffentlichen Verwaltungen gegenüber bestehenden Windows-Infrastrukturen?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Ein Kostenvergleich der möglichen Lösungen bei Einführung von Open-Source-Software wie beispielsweise Linux, SuSE eMail und StarOffice oder die<br />
                    <br />Umstellung der bestehenden Infrastruktur auf Windows XP und Exchange 2000 zeigt in unserer Behörde folgendes Bild:</p>
<p>Die Distribution SuSE Linux 8.0 Professional ist für 79,90 Euro beschafft und kann auf beliebig vielen Clients installiert werden. Das Büropaket<br />
                    <br />StarOffice 6.0 wird nach Auskunft der Firma Sun für 300 Clients etwa jeweils 60 Euro kosten, insgesamt also etwa 18 000 Euro. Das Produkt SuSE eMail<br />
                    <br />Server III kostet einmalig etwa 5 000 Euro. Zusammen beträgt der Kaufpreis rund 23 000 Euro.</p>
<p>Microsoft stellt gegenwärtig mit einem &#8220;Enterprise Agreement&#8221; ein neues Lizenzmodell für den Freistaat Bayern vor. Demnach würden pro Microsoft-Client und Jahr Lizenzkosten in Höhe von etwa 208 Euro anfallen. Bei 300 Clients ergibt dies jährlich etwa 62 300 Euro. Hinzu kommen Lizenzkosten für Server-Produkte, insbesondere für den Mail-Server MS-Exchange von rund 2 900 Euro je Standort. Zusammen ergibt dies auf einen Zeitraum von fünf Jahren rund 335 000 Euro. Auch unter Einrechnung von Umstellungs- und Schulungsaufwänden erscheint damit eine Umstellung auf OSS-Produkte wirtschaftlicher zu sein, weil auch eine Migration auf MS-Windows XP einen nicht unerheblichen Umstellungsaufwand erfordert.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Können sie Beispiele aus Bayern nennen?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Würde man dieses Ergebnis auf die im Freistaat Bayern Ende 1999 im Verwaltungsbereich eingesetzten rund 70 000 IT-Arbeitsplätze umrechnen, so ergäben sich bei den Lizenzkosten Einsparungen in Höhe von jährlich über 13 Mio Euro, wenn man davon ausgeht, dass für die Lizenz des Büropaketes<br />
                    <br />StarOffice bei der Firma Sun pro Client einmalige Kosten von rund 60 Euro anfallen würden und ein Abschreibungszeitraum von drei Jahren Jahren<br />
                    <br />zugrunde gelegt würde. Die Einsparungen wären noch wesentlich höher, wenn man die Server-Kosten mit einbeziehen und berücksichtigen würde, dass die<br />
                    <br />Zahl der Clients nach den Planungen auf über 110 000 im Verwaltungsbereich anwachsen. Bei einer zusätzlichen Einbeziehung der rd. 130 000 Schul-PCs<br />
                    <br />sowie der PCs im Hochschulbereich würde sich die erwähnten Einsparungen sogar weit mehr als verdoppeln.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Sehen Sie die großen Potentiale von OSS wie Linux eher im Serverbreich oder auch auf dem Desktop?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Aufgrund der hohen Installationszahlen sind insbesondere im Client-Bereich große Einsparpotentiale enthalten. Derzeit wird in Pilotprojekten<br />
                    <br />untersucht, inwieweit OSS-Produkte im Client-Bereich eingesetzt werden können.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Stehen die Behörden bei einer großflächigen Einführung von OSS nicht vor massiven Schulungskosten und hohem Zeitaufwand, um Windows-gewöhnte<br />
                    <br />Mitarbeiter umzuschulen?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Nicht nur die Einführung von OSS erfordert einen hohen Schulungsaufwand; auch bei einer großflächigen Umstellung auf Windows XP fallen erhebliche<br />
                    <br />Schulungskosten an. Deshalb kommt es darauf an, Versionswechsel nur im notwendigen Umfang durchzuführen. Die neue Lizenzpolitik von Microsoft ist<br />
                    <br />aber eher auf häufige Versionswechsel ausgerichtet. In der Vergangenheit wurden bei den regelmäßigen Versionswechseln von der Firma Microsoft u. a. auch die Dokumentenformate geändert. Wollte die Verwaltung weiterhin am Dokumentenaustausch ohne Probleme teilnehmen, war sie faktisch gezwungen,<br />
                    <br />auf die jeweils aktuellste Version umzustellen. Der Aufwand dafür ist höher als einmalig auf OSS-Produkte umzustellen und diese dann längerfristig zu<br />
                    <br />nutzen. Im übrigen entspricht die Öberfläche von OSS-Produkten weitgehend der Windowsoberfläche.</p>
<p>
                    <br />
                    <strong>politik-digital:</strong> Sind ihnen Kolleginnen oder Kollegen bekannt, die sich ebenfalls intensiv mit dem Einsatz von OSS in der öffentlichen Verwaltung beschäftigen?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Wie anfangs bereits erwähnt, befassen sich auch Kollegen in anderen Verwaltungen mit dem Einsatz von OSS. Im Serverbereich ist der Einsatz schon sehr viel weiter verbreitet.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Abschließend: Welche Perspektiven sehen Sie in der Zukunft für den breiten Einsatz von OSS in Behörden und Verwaltungen?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Sicher wird OSS die Microsoft-Produkte nicht verdrängen; aber in vielen Bereichen eine ernstzunehmende Alternative darstellen. Knappe Haushaltsmittel, die Forderung nach mehr kontrollierbarer Sicherheit, das Wachstum sicherer, koexistenzfähiger OSS-Anwendungen verschiedenster Hersteller, die<br />
                    <br />Standardisierung offener Datenaustauschformate, wie zum Beispiel XML, werden dazu beitragen, dass OSS zunehmend auch in der öffentlichen Verwaltung<br />
                    <br />eingesetzt werden wird.</p></p>
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		<title>Pinguine im Amt &#8211; Sparen mit Linux</title>
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		<dc:creator><![CDATA[agebhard]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Einführung des alternativen Betriebssytemes GNU/Linux in der Öffentlichen Verwaltung nimmt immer konkretere Formen an. Viele Städte und Gemeinden, aber auch der Deutsche Bundestag stellen ihre Computerinfrastruktur auf Freie Software um. Ein Überblick:]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Einführung des alternativen Betriebssytemes GNU/Linux in der Öffentlichen Verwaltung nimmt immer konkretere Formen an. Viele Städte und Gemeinden, aber auch der Deutsche Bundestag stellen ihre Computerinfrastruktur auf Freie Software um. Ein Überblick:<!--break-->
                    </p>
<p>Der Begriff Freie Software bezeichnet (Computer-)Programme, deren Lizenzen besondere Freiheiten bieten. Zu den Anforderungen zählen u.a. die Offenlegung des Quellcodes durch den Autor (daher auch der häufig benutzte Name &#8220;open-source Software&#8221;), sowie die freie Verbreitbarkeit und die freie Veränderbarkeit der Software durch den Benutzer.</p>
<p>Für die Praxis bedeutet dieses Modell, daß an der Entwicklung von Freier Software weltweit viele tausend Programmierer beteiligt sind, die über das Internet miteinander kommunizieren. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind für jedermann über das Internet frei erhältlich. GNU/Linux ist der Name des bekanntesten Projekts der Freien-Software-Gemeinde, nämlich der des Betriebssystems.</p>
<p>Die Öffentliche Verwaltung ist durch die besondere gesellschaftliche Verantwortung gegenüber seinen Geldgeben, sprich den Steuerzahlern, zu besonders wirtschaftlichem Handeln gezwungen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass in den letzten Wochen und Monaten mehr und mehr über Alternativen zu gängigen Software Lizenzmodellen nachgedacht wird.</p>
<p>
                    <strong>Verwaltung und Linux<br />
                    <br /></strong>Im Sommer 2001 war der Deutsche Bundestag, wie fast alle Institutionen und Betriebe in Deutschland, dazu gezwungen, über ein neues Betriebssystem für die Verwaltung und die Abgeordnetenbüro nachzudenken. Die Firma Microsoft hatte angekündigt, im Jahr 2002 den Support und die Weiterentwicklung des gängigen Betriebssystems NT einzustellen. Die Entscheidung darüber, welches System in der Zukunft nun eingesetzt werden würde, sollte im Ältestenrat des Bundestages fallen, dass Gremium, welches über infrastrukurelle Fragen des Parlaments entscheidet. Durch die öffentliche Debatte um das neue Betriebssytem im Parlament entfachte sich ein Schlagabtausch in den Medien, den die deutsche Öffentlichkeit bis dato noch nicht gekannt hatte, wenn es um Fragen der Software von Computern geht. Es wurden fleißig offene Briefe verfasst und veröffentlicht, die den Bundestag aufforderten, doch in Zukunft Freie Software einzusetzten. Auch Mitarbeiter der Firma Microsoft beteiligten sich an der Debatte.</p>
<p>Den Höhepunkt erreichte die Diskussion Anfang 2002. Zu diesem Zeitpunkt startete eine überparteiliche Initiative von verschiedenen Abgeordneten des Bundestages zusammen mit Spezialisten aus der Softwareszene für GNU/Linux und Freie Software im Bundestag. Die Initiative<br />
                    <a href="http://www.bundestux.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.bundestux.de</a> rief die Öffentlichkeit auf, im Internet Unterschriften abzugeben, die der Forderung nach Open Source im Bundestag Nachdruck verleien sollten. Die Medien griffen das Thema erneut dankbar auf, wie beispielsweise der Artikel im Nachichtenmagazin<br />
                    <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,180242,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DER SPIEGEL</a>. Diese Initiative war ein voller Erfolg, denn über 25.000 Menschen unterschrieben den Aufruf.<br />
                    <br />Beeindruckt von der Zahl der Unterstützer und des öffentlichen Interesses fällte der Bundestag eine weitreichende Entscheidung. Alle Server im Bundestag und die Verzeichnissysteme werden auf Freie Software umgestellt. Als Betriebssystem wurde Microsoft XP beschlossen, mit einem Office-Programm des gleichen Herstellers. Jeder Abgeordnete hat jedoch die Möglichkeit, eine freie Alternative zu wählen, nämlich das Open Source Office System &#8220;Open Office&#8221;.</p>
<p>Diesem Beispiel folgen zunehmend andere Institutionen der Deutschen Verwaltungslandschaft. Dutzende Städte und Gemeinden, beispielsweise München, prüfen nun die Einführung freier Systeme, denn die Vorteile sind nicht nur in finanzieller Hinsicht enorm. Auch die größere Modularität, Verfügbarkeit und die Möglichkeit das System genau auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen, sind weitere wichtige Vorteile. Eine Studie das Bayrischen Obersten Rechnungshofes für das Jahr 2001 hat ergeben, dass sie, aus Kostengründen eindeutig die Einführung von GNU/Linux empfehlen. In Deutschland laufen alleine in der Öffentlichen Verwaltung über eine Millionen Computer, so dass ein ausreichend attraktiver Markt vorhanden ist.</p>
<p>Aber nicht nur in der BRD stehen die Zeichen für Open Source sehr gut. Weltweit wollen sich Staaten von der Monokultur, die sich aus der Verbreitung von Microsoft Windows und der Geschäftspolitik von Microsoft ergibt, lösen. Ob in Ländern wie China, die direkt ihre ganze Infrastruktur auf Open Source umstellen oder in europäischen Industrieländern, der &#8220;Weg nach Vorn&#8221; (Titel einer Autobiographie von Bill Gates, dem Microsoftgründer) für Freie Software ist eingeschlagen.</p>
<p>Das haben auch die Bundesministerien des Inneren und für Wirtschaft erkannt. Zusammen mit dem<br />
                    <a href="http://www.linuxtag.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LinuxTag</a>, der größten Messe für Freie Software und GNU/Linux in Europa, veranstalten sie eine Vortragsreihe auf dem LinuxTag 2002 zum Thema Linux in Behörden.Der LinuxTag findet vom 6. -9. Juni im Messezentrum Karlsruhe statt. Ein Aspekt des Themas ist jedoch noch nicht ausreichend beachtet worden. Bei Linux handelt es sich nicht um eine einzelne Firma, sondern um eine Technologie. Deshalb ist öffentliche Förderung für Freie Software nicht Wirtschaftsförderung, sondern zukunftsweisende Technologieförderung.</p>
<p>Der Autor, Andreas Gebhard, ist Projektleiter der Initative www.bundestux und arbeitet für die Kommunikationsagentur<br />
                    <a href="http://www.werk21.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">werk21</a>. Er ist Geschäftsführer des Netzwerk Neue Medien und freier Journalist.</p>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
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