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	<title>Gesche Joost &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Gesche Joost &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Digital ist besser?! Der netzpolitische Kongress der SPD</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2015 13:56:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die digitale Revolution ist kein Schreckensszenario. Der Netzkongress der SPD-Bundestagsfraktion betonte die Chancen der Digitalisierung. Jedoch stünden Gesellschaft und Politik [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Netzkongress.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-147406" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Netzkongress.jpg" alt="Teaser-Netzkongress" width="640" height="280" /></a>Die digitale Revolution ist kein Schreckensszenario. Der Netzkongress der SPD-Bundestagsfraktion betonte die Chancen der Digitalisierung. Jedoch stünden Gesellschaft und Politik vor gewaltigen Herausforderungen, vor allem in den Bereichen Regulierung und digitale Bildung.</p>
<p>„Der Megatrend der Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten“. Sören Bartol, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD nutzte eine treffende wie auch überstrapazierte Phrase zum Einstieg in eine Reihe von Vorträgen und Diskussionen über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt. Vor allem unter gesellschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten diskutierte die SPD-Bundestagsfraktion über Digitalisierung und Automatisierung. Digitaler Fortschritt sei per se nichts Gutes oder Schlechtes, er müsse der Gesellschaft dienen, konstatiert Fraktionschef Thomas Oppermann.</p>
<h3>Nahles setzt auf Sozialpartnerschaften</h3>
<p>Wir stehen vor enormen Herausforderungen, die Digitalisierung erfordert eine Regulierung der Arbeitswelt, stellte Arbeitsministerin Andrea Nahles in ihrem Vortrag fest. Diese Regulierung müsse nicht zwingend rein staatlicher Natur sein. Jedoch habe die private Selbstregulierung in der Vergangenheit in vielen Fällen nicht funktioniert, weshalb die SPD-Politikerin vor allem auf die Kooperation von Staat und Wirtschaft setze. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssten sich an einen Tisch setzen und gemeinsame Lösungen für die digitale Welt erarbeiten. So viele Gesetze wie nötig, so viel Sozialpartnerschaft wie möglich.</p>
<p>Andrea Nahles warnte aber auch vor möglichen Risiken der digitalen Revolution, unter anderem der Gefahr der Überwachung am Arbeitsplatz: „Digitalisierung darf nicht der Leistungskontrolle dienen.“ Insgesamt ließ die Arbeitsministerin jedoch viele Fragen vorerst offen: man stünde am Beginn eines Diskussionsprozesses, der noch viele Jahre lang andauern werde.</p>
<p>Dabei dürfe man sich keine Regeln von Unternehmen aufdrücken lassen: „Wir wollen keine digitalisierungskonforme Demokratie“, betonte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann. Digitale Plattformen wie Uber müssten sich der Rechtslage in Deutschland anpassen, unterstrich Sören Bartol bereits am Freitag. Technische Innovationen dürfen hierdurch jedoch nicht verhindert werden, sondern sollen „mit unserem Wertesystem verbunden werden“.</p>
<h3>Digital is &#8220;The New Normal&#8221;</h3>
<p>Es brauche darüber hinaus auch eine Diskussion und Überarbeitung der schulischen wie beruflichen Aus- und Fortbildung. Die klassische Trennung von Lernen und Leben, jeweils verortet in Schule und Beruf, wird zunehmend aufgelöst. Lebenslanges Lernen und „Learning on the job“ werden die digitale Arbeitswelt in Zukunft bestimmen. Problem dabei sei, dass die Digitalisierung in der Ausbildung noch nicht überall angekommen ist. An Universitäten funktioniere das zwar prächtig, in der Arbeit gebe es noch Aufholbedarf, jedoch seien ausgerechnet Schulen „der letzte Hort des Analogen“, so Gesche Joost, Internetbotschafterin der Bundesregierung.</p>
<p>Die digitale Technik müsse selbstverständlicher Teil der Ausbildung werden, so ver.di-Vorstand Lothar Schröder. Er weist aber auch auf ein grundlegendes Problem der Digitalisierung hin: wenn man nicht weiß, wohin sich die Arbeitswelt in Zukunft entwickelt, ist eine gezielte Ausbildung zunehmend schwieriger. Jedoch merkt er an, dass die bestehenden Ausbildungsordnungen oft überraschend offen für digitale Trends seien, sodass manchmal auch kein Änderungsbedarf bestehe. Telekom-Personalvorstand Christian Illek wünscht sich dabei vor allem ein experimentierfreudiges Umfeld. Alte Strukturen müssen hinterfragt werden, um die Arbeitswelt in das digitale Zeitalter zu führen. „Digital ist das neue Normal. Das muss in die Köpfe der Menschen rein“, fasste Gesche Joost zusammen.</p>
<h3>Machen Daten unser Leben besser?</h3>
<p>In einer sehr kontroversen Debatte diskutierten Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs, und Frank Schmiechen, Chefredakteur der „Gründerszene“ über die Chancen und Risiken von Big Data. „Kern unseres künftigen Lebens werden Daten sein“, stellt Schmiechen fest. Er verstehe nicht die Angst vor ihrer Nutzung, da sie unser Leben grundlegend vereinfachen und verbessern könnten. „Wir haben nicht Angst vor den Daten, sondern vor der neuen Verantwortung“, die mit ihrer Nutzung einhergehen würde.</p>
<p>Constanze Kurz vom Chaos Computer Club widersprach deutlich. Mit Daten könne man zwar viel erreichen, man denke nur an die Medizin, jedoch fragte sie nach dem Ziel ihrer Gewinnung. Geht es nur um die Optimierung von Prozessen und Werbung oder der Erhöhung des Profits? „Wie viel wissen Sie denn darüber, was mit den Daten, die in Ihrer Hosentasche entstehen, passiert?“ Einigkeit herrschte nur über die steigende Verantwortung des Individuums in einer Welt, die zunehmend von Daten bestimmt wird.</p>
<p>Bild: <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>, Robert Meyer</p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Code Week 2015: Spielerisch programmieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Oct 2015 14:21:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Auch dieses Jahr möchte die Code Week zwischen dem 10. und 18. Oktober europaweit die digitale Bildung vorantreiben und Kindern [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="western" style="text-align: left" align="JUSTIFY"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Code-Week-2015.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-147157 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Code-Week-2015.jpg" alt="Code Week 2015" width="640" height="280" /></a>Auch dieses Jahr möchte die Code Week zwischen dem 10. und 18. Oktober europaweit die digitale Bildung vorantreiben und Kindern und Jugendlichen den Spaß am Programmieren zeigen. Unter der Schirmherrschaft der Berliner Professorin Gesche Joost dürfen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei unterschiedlichsten Workshops spielerisch an Software und Hardware herantasten.</p>
<p class="western" style="text-align: left" align="JUSTIFY">Programmcodes zur Steuerung der digitalen Welt sind heute ein selbstverständlicher Teil des Lebens. Wer sie beherrscht, so die Veranstalter der <a href="http://www.codeweek.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Code Week</a>, kann die Zukunft selbst kreativ mitgestalten. Aus diesem Grund werden vor allem Kinder und Jugendliche im Rahmen der Code Week 2015 zwischen dem 10. und 18. Oktober an das Programmieren herangeführt. Sowohl Privatpersonen, Hacker-Gruppen als auch Unternehmen können im Rahmen der Code Week Events vor Ort planen und das Sponsoring übernehmen, um den Kindern Spaß an digitaler Technik zu vermitteln. Dabei soll vor allem auch die weitergehende Beschäftigung mit dem Thema über die Code Week hinaus gefördert werden. Unter anderem stellen die Veranstalter die während der Events erstellten Baupläne online und verleihen einen eigenen Code Week Award für besonders nachhaltige pädagogische Workshop-Konzepte. Dotiert wird die Auszeichnung mit Preisen zwischen 5.000 und 10.000 Euro.</p>
<p class="western" style="text-align: left" align="JUSTIFY">Der offizielle Startschuss für die Code Week Deutschland fällt am 10. Oktober ab 10 Uhr mit einem zentralen Kick-Off Event im Fab Lab Berlin, bei dem es auch Live-Schalten zu den anderen Kick-Offs in Aachen, Bremen, Hamburg, Ulm, Darmstadt und Mainz geben wird. Mitmachen kann jeder ab sechs Jahren, seien es Kinder, Eltern oder Lehrer. Vorkenntnisse sind für die verschiedenen Events nicht vonnöten. Beim Kick-Off Event in Berlin können die Teilnehmer bis 17 Uhr unter anderem eigene Action-Figuren mit 3D-Druckern herstellen, Spiele programmieren oder an Elektronik basteln. Die Code Week soll ein wichtiges Zeichen für die Förderung digitaler Kompetenzen setzen und die bestehenden Initiativen in Deutschland vernetzen. Eine Liste aller Events in Deutschland finden Sie <a href="http://events.codeweek.eu/search/?country_code=DE&amp;past=no" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</p>
<h3 class="western" style="text-align: left" align="JUSTIFY">Deutsche Internetbotschafterin als Schirmherrin</h3>
<p class="western" style="text-align: left" align="JUSTIFY">Die Code Week ist eine europaweite Initiative, die vor zwei Jahren von der ehemaligen EU-Kommissarin für Digitale Agenda Neelie Kroes ins Leben gerufen wurde. Letztes Jahr kam die Code Week dann auch zum ersten Mal nach Deutschland. Schirmherrin der deutschen Workshops ist die Professorin Gesche Joost, die in Berlin an der Universität der Künste Designforschung lehrt. Das von Gesche Joost geleitete „<a href="http://www.design-research-lab.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Design Research Lab</a>“ der Berliner Universität der Künste steht den Veranstaltern bei der Durchführung der Workshops beratend und vernetzend zur Seite.</p>
<p class="western" style="text-align: left" align="JUSTIFY">Seit März 2014 ist Gesche Joost Internetbotschafterin der Bundesregierung und steht ihr beratend bei der Weiterentwicklung der Digitalen Agenda zur Verfügung. Die Code Week soll spielerisch in ein relativ ernstes Thema einführen, so die Professorin. Deutschland hinke bei der Vermittlung von digitalen Kompetenzen noch deutlich hinterher.</p>
<p class="western" style="text-align: left" align="JUSTIFY">Im letzten Jahr zählte die Code Week europaweit über 150.000 junge Teilnehmer und 3.000 Workshops. In Deutschland gab es insgesamt 68 Workshops in 21 Städten, an denen knapp 3.000 Kinder und Jugendliche teilgenommen haben.</p>
<p class="western" style="text-align: left" align="JUSTIFY">Bild: <a href="http://www.udk-berlin.de/sites/content/themen/aktuelles/index_ger.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Universität der Künste Berlin</a>, <a href="http://www.design-research-lab.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Design Research Lab</a></p>
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		<title>Snowdens Vermächtnis: Was bleibt von den Enthüllungen?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/snowdens-vermaechtnis-was-bleibt-von-den-enthuellungen-140111/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob Werlitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Jun 2014 07:55:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Spähaffäre]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Jahr Snowden-Leaks, ein Jahr Spähaffäre &#8211; Zeit, um über den Spionageskandal und seine politischen und gesellschaftlichen Folgen nachzudenken. Wir [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Snwoden-Enthüllungen.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-140144" alt="Snwoden-Enthüllungen" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Snwoden-Enthüllungen.png" width="638" height="326" /></a>Ein Jahr Snowden-Leaks, ein Jahr Spähaffäre &#8211; Zeit, um über den Spionageskandal und seine politischen und gesellschaftlichen Folgen nachzudenken. Wir haben Netzmenschen aus Politik, Gesellschaft und Wissenschaft zur historischen Bedeutung der Geschehnisse befragt und wollten wissen, was wohl in zehn Jahren von der mutigen Aktion des Whistleblowers übrig geblieben sein wird.<br />
Viel wird derzeit über den Jahrestag der Enthüllungen gesprochen. Vor etwa einem Jahr erschütterte der junge Systemadministrator Edward Snowden die Welt mit seinen Informationen über die globale Überwachung durch den amerikanischen und den britischen Geheimdienst. Viele Akteure und Organisationen nehmen dies nun zum Anlass, erneut auf den Skandal und das politische Versagen im Zuge der Affäre aufmerksam zu machen. Das Aktionsbündnis <a href="https://www.resetthenet.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Reset The Net“</a> beispielsweise will mit seiner Kampagne die Menschen im Netz zur Datensicherheit und Verschlüsselung animieren. <a href="https://www.campact.de/snowden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Campact</a> wiederum verteilte in den letzten Wochen Türschilder, auf denen der Whistleblower willkommen geheißen wird. Zudem werden verschiedene <a href="https://netzpolitik.org/2014/ein-jahr-nsa-skandal-und-nichts-passiert-auf-zur-kundgebung-morgen-am-bundeskanzleramt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Demonstrationen</a> auf die Thematik aufmerksam machen.<br />
Doch neben den politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen aus der Abhöraffäre stand auch Snowden selbst immer wieder im Zentrum des Interesses. Von den einen als Symbolfigur und Held gefeiert und für den Friedensnobelpreis nominiert, verurteilen ihn andere als Verräter oder Verbrecher mit zweifelhaften Motiven. Wir von politik-digital.de wollen den Jahrestag dazu nutzen, um auf das Ausmaß und die Bedeutung der von Edward Snowden aufgedeckten weltweiten Überwachung aufmerksam zu machen. Deshalb befragten wir Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Politik und Wissenschaft zum historischen Stellenwert seiner Enthüllungen.</p>
<blockquote><p>„Was wird in zehn Jahren von den Snowden-Enthüllungen übrig geblieben sein?“<strong><br />
</strong></p></blockquote>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Weichert-Por.png"><img decoding="async" class="size-full wp-image-140113 alignleft" alt="Weichert Por" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Weichert-Por.png" width="155" height="235" /></a><strong>Dr. Thilo Weichert:</strong><em><strong><br />
</strong>(</em>Jurist und <a href="https://www.datenschutzzentrum.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Datenschutzbeauftragter</a> des Landes Schleswig-Holstein)<br />
<em>Was die globale demokratische Informationsgesellschaft seit einem Jahr beschäftigt, wird sie weit länger als zehn Jahre, wird sie ewig weiter umtreiben: Wie können Sicherheit und Privatsphäre im weltweiten Netz realisiert werden? Der Beitrag, den Edward Snowden zu dieser Diskussion geleistet hat, wird und kann nicht vergessen werden: Das vom Europäischen Gerichtshof gegen Google durchgesetzte &#8220;Recht auf Vergessen&#8221; gilt nicht für weltgeschichtliche Ereignisse wie diese Enthüllungen, selbst wenn sich Google oder die Obama-Administration dies hier wünschen mögen. </em><br />
<em>Die Frage nach einer Weltordnung des Internet steht zur Diskussion. Es wird auf sie keine letzte Antwort geben. Welche Antwort die Geschichte auswerfen wird, hängt von allen Beteiligten ab: von den Regierungen, nicht nur der IT-Mächte, sondern auch der kleinen Staaten, von der UNO, von den IT-Unternehmen in den USA, Asien und Europa, von den Nutzenden in der ganzen Welt und von einer hoffentlich schnell wachsenden demokratisch und bürgerrechtlich motivierten Schicht von technikaffinen Menschen, die den Impuls von Edward Snowden im 21. Jahrhundert zu einer weltweit relevanten politischen Bewegung machen. </em><br />
<em>Die Frage nach Freiheit oder Diktatur hat neue Frontlinien entstehen lassen, die für uns erschreckend erscheinen, die wir aber zur Kenntnis nehmen müssen. Dabei stehen die Regierungen von den USA, China und Russland auf der einen Seite der Front, gemeinsam mit ihren Administrationen und Sicherheitsbehörden. Auf der anderen Seite stehen freiheitlich denkende Menschen in all diesen Ländern. Für den Ausgang des Konfliktes mit entscheidend ist, auf welche Seite sich die IT-Unternehmen und Europa mit Deutschland stellen werden. Die Debatte und der politische Konflikt haben erst begonnen. Die mögliche Bandbreite reicht von digitalen Diktaturen und fremdbestimmten Konsumgesellschaften bis hin zur freiheitlichen informatisierten Weltgesellschaft. Der Ausgang ist offen.</em><br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/seemann-por.png"><img decoding="async" class="size-full wp-image-140115 alignleft" alt="seemann por" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/seemann-por.png" width="157" height="235" /></a><strong>Michael Seemann:<br />
</strong>(<a href="http://mspr0.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogger</a>, Journalist und Aktivist)<br />
<em>&#8220;2001 kam heraus, dass die NSA alle Telefonate und Datenverbindungen zumindest in Europa abhört. Das damalige Programm, das enthüllt wurde, hieß Echolon. Die EU-Kommision strengte eine Untersuchung an. Der Skandal wurde aber bald vom 11. September überschattet. Menschen vergessen schnell.</em><br />
<em>Wenn ich mich also frage, was in zehn Jahren von den Snowden-Enthüllungen übrig geblieben sein wird, bin ich skeptisch. Vermutlich ein paar nette Filme von Oliver Stone und Sony Pictures (die Filmrechte wurden gerade verkauft). Ansonsten wird sich die Überwachungsintensität auch die nächsten zehn Jahre vor allem an Moores Law orientieren, also eine Verdopplung alle zwei Jahre. Fünf Verdoppelungen sind eine Menge, das merkt man auch an der Relation zwischen Echolon und den Snowden-Enthüllungen. Da geht noch einiges: Immer mehr Lebensbereiche wandern ins Internet: Unsere Haushalte, der Straßenverkehr, Energieversorgung, Kommunikation wird immer unmittelbarer. Vielleicht scannen sie in zehn Jahren schon unsere Hirne, wer weiß. Es würde mich nicht wundern, wenn wir 2023 erneut aus allen Wolken fallen, wenn wieder eine neue Geheimdienst-Enthüllung ans Tageslicht kommt.&#8221;</em><br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Eisel-por.png"><img decoding="async" class="size-full wp-image-140117 alignleft" alt="Eisel por" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Eisel-por.png" width="157" height="234" /></a><strong>Dr. Stephan Eisel:<br />
</strong>(Projektleiter der Konrad-Adenauer-Stiftung und <a href="http://www.kas.de/wf/de/33.23232/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Buchautor</a>)</p>
<p style="padding-left: 180px"><em>&#8220;Der Weg in die Geschichtsbücher ist weit  &#8211; aber Snowden  hat  eine wichtige Diskussion ausgelöst: Wie weit darf der demokratische Staat in die Privatsphäre der Bürger eingreifen, um deren Sicherheit z. B. vor terroristischen Anschlägen zu gewährleisten? Die NSA ist nach den fast 3.000 Toten der Anschläge vom 11. September übers Ziel hinausgeschossen. Die dort praktizierte Datenüberwachung ist in Deutschland nur mit strenger parlamentarischer Kontrolle und im konkreten Fall nur mit richterlichem Entscheid möglich. Hier gibt es in den USA Nachholbedarf. Bedauerlich ist allerdings, dass sich Snowden ausgerechnet von Putin instrumentalisieren lässt. Außerdem erschwert seine selektive Dokumentenveröffentlichung eine unabhängige Überprüfung der Sachverhalte. Hier sollte Snowden selbst für mehr Transparenz sorgen.&#8221;</em></p>
<p>&nbsp;<br />
<strong>Prof. Dr. Gesche Joost:</strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Joost1.png"><img decoding="async" class="alignleft" alt="Joost" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Joost1.png" width="157" height="235" /><br />
</a>(Designprofessorin und <a href="https://ec.europa.eu/digital-agenda/en/germany-0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digitale Botschafterin Deutschlands</a>)<em></em></p>
<p style="padding-left: 180px"><em>“<i>Wenn wir auf das vergangene Jahr zurückschauen, wie viel die Snowden-Enthüllungen verändert haben, dann ja. Zumal die Idee von einer Geschichte ohnehin vorbei ist, stattdessen gibt es eine Vielzahl von Geschichten. Die digitale Gesellschaft ist ins Zentrum des Interesses gerückt und die Neuausrichtung unserer Werte und Ideen ist in vollem Gange &#8211; dafür war ein maßgeblicher Faktor Edward Snowden. Die Enthüllungen markieren eine Zäsur. Das wird auf jeden Fall Teil der Online-Geschichtsschreibung.&#8221;<br />
</i><br />
Der Kommentar ist Teil des <a href="http://politik-digital.de/12-berliner-hinterhofgespraech/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hinterhofgesprächs</a> (ab Minute 35) mit politik-digital.de und bezog sich auf die Frage: &#8220;Wird Snowden in zehn Jahren in den Geschichtsbüchern stehen?&#8221;</em></p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/campact/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr/Campact</a>/<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> (CC BY-NC 2.0)</a><br />
<em> <a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></em></p>
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		<title>12. Berliner Hinterhofgespräch: „Was macht eine digitale Botschafterin, Gesche Joost?“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob Werlitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 May 2014 10:13:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als digitale Botschafterin der Bundesregierung agiert die Designforscherin Gesche Joost an der Schnittstelle zwischen deutscher und europäischer Netzpolitik. In unserem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/P1020225_mehr_kontrast-630x3541.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-139955" alt="P1020225_mehr_kontrast-630x354" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/P1020225_mehr_kontrast-630x3541.jpg" width="630" height="354" /></a>Als digitale Botschafterin der Bundesregierung agiert die Designforscherin Gesche Joost an der Schnittstelle zwischen deutscher und europäischer Netzpolitik. In unserem 12. Berliner Hinterhofgespräch hat Sie am 2. Juni mit uns über ihre neue Aufgabe in Brüssel und die digitale Agenda von EU und Bundesregierung gesprochen. Dabei verriet sie uns, welche Projekte sie morgen, am 4. Juni, im BTADA vorstellen wird. http://youtu.be/A9PUUI4ZF7E Der deutschen Öffentlichkeit ist <a href="http://www.design-research-lab.org/?persons=gesche-joost" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesche Joost</a> vor allem seit Mai 2013 ein Begriff. Damals <a href="http://politik-digital.de/gesche-joost-das-netz-entscheidet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">holte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück</a> sie als netzpolitische Expertin in sein Kompetenzteam zur Bundestagswahl, nachdem sie bereits seit 2006 zu dessen persönlichem Beraterkreis zählte. Auf die politische Bühne<a href="http://www.bmwi.de/DE/Presse/pressemitteilungen,did=630900.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> kehrte Joost</a> Mitte März dieses Jahres zurück, als sie auf Einladung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriels als deutsche Vertreterin in den <a href="http://ec.europa.eu/digital-agenda/en/digital-champions" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Club der Digital Champions“</a> eintrat. Das europäische Gremium, in dem ein Experte pro Mitgliedsland ehrenamtlich vertreten ist, tauscht sich zu den Themen Medienkompetenz, Zugangschancen, digitale Inklusion und E-Government aus. Die deutsche Entsandte sieht ihre Aufgabe in dem Komitee darüber hinaus auch darin, einen Austausch zwischen deutscher Netzpolitik und der Digitalen Agenda der Europäischen Union zu gewährleisten. Entsprechend interessant vor diesem Hintergrund ist, dass der <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse18/a23" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundestagsausschuss Digitale Agenda</a> die Designprofessorin nun zu einem Fachgespräch eingeladen hat. Ihren anstehenden Besuch beim Ausschuss Digitale Agenda sieht sie als Möglichkeit, sich mit den Ausschussmitgliedern auszutauschen und gemeinsam eine Digitale Agenda für Deutschland und Europa zu entwickeln. Das morgige Gespräch wird Joost u.a. dazu nutzen, drei europäische Initiativen vorzustellen: 1. <a href="http://ec.europa.eu/digital-agenda/en/grand-coalition-digital-jobs-0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das Bündnis für digitale Arbeit</a> (Grand Coalition for Digital Jobs); 2. <a href="http://startupmanifesto.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das Europäische Start-up-Manifest</a> und 3. <a href="http://www.openeducationeuropa.eu/de/paper/offene-bildung-bildungspraktiken-im-wandel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">offene Bildung</a> (open education). Das 12. Berliner Hinterhofgesprächs haben wir wie gewohnt zusammen mit unserem Kooperationspartner <a href="http://www.netzpiloten.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzpiloten.de</a> veranstaltet. Gemeinsam mit Projektleiter <a href="http://www.netzpiloten.de/author/tobias-schwarze/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tobias Schwarz</a> moderierte Steffen Wenzel, Geschäftsführer von politik-digital.de, das Gespräch mit Gesche Joost.   <a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Steffen-Wenzel.jpg"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-130720" alt="Steffen Wenzel" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Steffen-Wenzel.jpg" width="157" height="236" /></a><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Joost.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139956" alt="Joost" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Joost.png" width="157" height="236" /></a><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/TobiasSchwarz1.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-139959" alt="TobiasSchwarz" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/TobiasSchwarz1.png" width="157" height="236" /></a> Bild: <a href="politik-digital.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a> <a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Nina Diercks zum EuGH-Urteil: „Vorratsdatenspeicherung früher oder später wieder auf der Agenda“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Krotz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Apr 2014 15:59:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung (2006/24/EG v. 15. 3. 2006) ist in ihrer jetzigen Form unzulässig, urteilten die Richter des Europäischen Gerichtshofs [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Vorratsdatenspeicherung01-Skal.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-139045" alt="Vorratsdatenspeicherung01-Skal" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Vorratsdatenspeicherung01-Skal.jpg" width="600" height="312" /></a><br />
Die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung (2006/24/EG v. 15. 3. 2006) ist in ihrer jetzigen Form unzulässig, urteilten die Richter des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) heute. Wird es nun eine Neuauflage der Richtlinie auf europäischer Ebene geben? Was bedeutet das Urteil für die politische Situation in Deutschland? Wir haben bei der Rechtsanwältin und Bloggerin Nina Diercks nachgefragt.<br />
Der Prozess vorm EuGH hatte vor allem in Deutschland Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) erklärte zum Amtsantritt, <a href="http://politik-digital.de/juso-vorsitzende-ueckermann-zur-vorratsdatenspeicherung-umdenken-in-der-spd/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">er wolle keinen neuen Gesetzentwurf vorlegen,</a> sondern das Urteil des EuGH abwarten &#8211; im Gegensatz zum Bundesinnenminister Thomas de Maizière, der eine schnelle gesetzliche Neuregelung anstrebte. Ein neuer Gesetzesentwurf wurde erforderlich, da das Bundesverfassungsgericht die geltende Regelung 2010 für verfassungswidrig erklärte. Seitdem scheinen die Parteien das Thema zu umgehen und verweisen auf die EU. Jetzt deutet sich eine Fortsetzung des Konflikts in der Großen Koalition an, da Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) weiterhin eine <a href="http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2014/04/eugh.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„verfassungsgemäße und mehrheitsfähige Neuregelung“</a> der Vorratsdatenspeicherung anstrebt, wohingegen Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) <a href="http://www.bmjv.de/DE/Home/_doc/_aktuelles_zitat.html;jsessionid=5FF9DB5DAD907157C5ACE3C5F6EAA917.1_cid324?nn=3433226" target="_blank" rel="noopener noreferrer">keine Grundlage für einen neuen Gesetzesentwurf sieht</a>.<br />
Die Rechtsanwältin Nina Diercks beschäftigt sich schon seit längerem mit dem Thema Vorratsdatenspeicherung und betreibt zusammen mit Stephan Dirks eine Anwaltskanzlei sowie den Blog<a href="http://www.socialmediarecht.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Social Media Recht</a>. Dort argumentiert sie für eine juristisch-sachbezogene Vorratsdatenspeicherung in klaren rechtlichen Grenzen. Das heutige Urteil bedeutet ihr zufolge nicht, dass es keine gesetzliche Vorratsdatenspeicherung geben wird. Die große Hürde sei, ein Gesetz vorzulegen, welches dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz genügt.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Frau Diercks, welche Auswirkungen hat das Urteil auf die nationale Gesetzgebung in der Sache?<br />
<strong>Nina Diercks:</strong> Rein rechtlich betrachtet sind die Auswirkungen des EuGH-Urteils eher als gering einzustufen. Schließlich hatte das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) bereits im Jahr 2010 hinsichtlich der deutschen Regelungen zur Vorratsdatenspeicherung (ehem. §§ 113a und 113b TKG) geurteilt, dass die Vorratsdatenspeicherung nicht per se unzulässig, aber die konkrete gesetzliche Ausgestaltung ungenügend ist, damit ein ungerechtfertigter Eingriff durch die Vorratsdatenspeicherung in die Grundrechte der Bürger vorliege und deswegen die Normen verfassungswidrig seien. In Deutschland existiert damit seit fast vier Jahren keine Vorratsdatenspeicherung mehr. Der EuGH erkennt nun quasi selbiges hinsichtlich der EU-Richtlinie. Auch der EuGH erklärte nicht die grundsätzliche Unzulässigkeit der Vorratsdatenspeicherung. Er erklärte vielmehr die Richtlinie für ungültig, da sie nicht präzise genug ausgestaltet gewesen sei, also – wie Juristen sagen würden – die durch die Richtlinien aufkommenden Grundrechtseingriffe nicht hinreichend gerechtfertigt und verhältnismäßig im engeren Sinne gewesen seien.<br />
Politisch wird die Gesetzgebung aber natürlich maßgeblich durch dieses Urteil beeinflusst. Bislang hieß es von Seiten der Regierung, dass vor einem neuen Entwurf zu einem Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung die Entscheidung des EuGH abgewartet werden solle. Nun ist das neue Urteil da… und schon konnte man heute auf Twitter lesen, dass die EU zunächst einmal neue Vorgaben machen solle. Deutschland beeinflusst natürlich auch die in der EU entstehenden Richtlinien. Insoweit ist das meines Erachtens am Ende des Tages nur ein Schritt, um die in der Bevölkerung ungeliebte VDS nun nicht sofort selbst wieder auf das Tableau bringen zu müssen – auch wenn diese meiner Meinung nach früher oder später sicher wieder auf der Agenda stehen wird.<br />
<figure id="attachment_139048" aria-describedby="caption-attachment-139048" style="width: 175px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/NDierckskl-cut.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-139048 " alt="NDierckskl-cut" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/NDierckskl-cut-305x388.jpg" width="175" height="223" /></a><figcaption id="caption-attachment-139048" class="wp-caption-text">Nina Diercks, Rechtsanwältin und Partnerin bei Dirks &amp; Diercks Rechtsanwälte in Hamburg sowie Gründerin des Social Media Recht Blog</figcaption></figure><br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wird trotz des Urteils eine Umsetzung der VDS durch die Große Koalition in Deutschland möglich?<br />
<strong>Nina Diercks:</strong> Ja. Weder EuGH noch BVerfG haben einen grundsätzlichen und unlösbaren Konflikt mit den Grundrechten gesehen. Beide Gerichte erkennen an, dass es gute Gründe für eine VDS und die damit verbundenen Grundrechtseingriffe geben kann. Derartige Eingriffe müssen aber eben gerechtfertigt sein. Gerechtfertigt sind sie aber nur, wenn sie aufgrund eines Gesetzes erfolgen, das dem sog. Verhältnismäßigkeitsgrundsatz genügt. Ein solches Gesetz bzw. eine solche Richtlinie zu entwerfen, das wäre dann die große Hürde, die es zu nehmen gälte.<br />
Und ich bin mir im Übrigen sicher, wenn sich die Aufregung gelegt hat, dann wird es neue Entwürfe zur Regelung der Vorratsdatenspeicherung geben. Erst auf EU-Ebene und dann auf nationaler Ebene.<br />
&nbsp;<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wenn die VDS trotzdem umgesetzt werden sollte: Wie sollte die Speicherung dann Ihrer Ansicht nach geregelt werden? Was halten Sie von einem Quick-Freeze-Verfahren, bei dem die Dauer der Speicherung signifikant abgekürzt wird?<br />
<strong>Nina Diercks:</strong> Das ist eine schwierige Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt. Natürlich klingt Quick-Freeze toll und verhältnismäßig. Das Problem ist aber, dass ein solches Quick-Freeze zu spät sein kann. Gerade bei Delikten wie dem Identitäts-Diebstahl, das massive Auswirkungen auf die betroffene Person, also den Rechtsverletzten haben kann, kann es sein, dass eine Datenspeicherung in dem Moment, in dem das Delikt realisiert wird schon zu spät ist. Denn zu diesem Zeitpunkt muss nicht mehr zwingend eine zu speichernde und nachzuverfolgende Verbindung gegeben sein. Und die „alten“ Daten (von vor zwei Tagen oder Wochen) sind dann bereits gelöscht. Ich erlebe solche Fälle in der Praxis. Die Betroffenen stehen dann vollkommen rechtsschutzlos da. Ein Ergebnis, dass auch nicht richtig sein kann. Allerdings sind diese Delikte in der öffentlichen Meinung noch nicht sonderlich bekannt.<br />
Lange Rede, kurzer Sinn: Nein, ein Quick-Freeze-Verfahren ist meines Erachtens nicht sinnvoll. Wie lang der Zeitraum der Vorratsdatenspeicherung sein sollte, tja, ich finde sechs Monate gar nicht so schlecht. Aber es ist eine reine Bauchfrage und sehr schwierig zu beantworten. Das BVerfG hatte jedenfalls grundsätzlich nichts an den 6 Monaten auszusetzen. Da befinde ich mich dann wohl in ganz guter Gesellschaft (lächelt).<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Im Hinblick auf die gesamteuropäische Kommunikation, etwa Verbindungsdaten von Deutschland nach Frankreich: Bedarf es einer Regulierung des Themas auf EU-Ebene und wenn ja, wieso?<br />
<strong>Nina Diercks:</strong> Schön wäre das. Und das nicht, weil dann europaweit „geschnüffelt“ werden könnte, sondern weil es europaweit ein einheitliches Schutzniveau gäbe – jedenfalls in der besten aller Welten. Ebenso schön wäre eine globale Regelung für die Eingriffe in die digitalen Grundrechte der Bürger anderer souveräner Staaten. Das Stichwort lautet hier NSA &amp; Co. Also, anders ausgedrückt, wenn man sich auf so etwas wie die UN-Charta des Internetrechts (die Idee stammt von Geesche Jost) einigen könnte. Aber da müssen wir wohl noch ein wenig träumen. Und viele kleine Schritte gehen, damit der Traum irgendwann wahr wird.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Und ihre ganz persönliche Meinung zu dem Thema?<br />
<strong>Nina Diercks:</strong> Ich finde, ganz unabhängig, wie man nun zur Vorratsdatenspeicherung stehen und ob man einen Sinn in ihr erkennen mag: Das heutige Urteil ist ein Grund zur Freude. Denn es zeigt, dass die Gewaltenteilung funktioniert. Und das ist etwas, was nicht hoch genug geschätzt werden kann.<br />
<strong>Weiterführende Links:</strong><br />
Urteil des EuGH über die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung: <a href="http://bit.ly/1hbeaZ1">bit.ly/1hbeaZ1</a><br />
EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung (2006/24/EG v. 15. 3. 2006): <a href="http://bit.ly/1lIbmmB">bit.ly/1lIbmmB</a><br />
Bilder: oben: <a href="http://www.gulli.com/news/129-vorratsdatenspeicherung-in-rumaenien-verfassungswidrig-2009-10-09" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gulli.com</a>; Portät: © Lisa Krechting<br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Netzpolitischer Einspruch &#8211; Gesche Joost</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gesche Joost]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Feb 2014 15:13:13 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Kann die gemeinsame, positive Vision einer vernetzten Gesellschaft gelingen? Für Gesche Joost ist die gesellschaftspolitische Debatte an einem Scheidepunkt angekommen. Es geht, so zieht die Netzpolitik-Expertin ein Zwischenfazit, nun darum, Grundlagen und Rahmenbedingungen zu definieren, um die positive Entwicklung der deutschen Netzpolitik fortzuführen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Vor einigen Jahren war die Netzpolitik noch der Problembär des Politischen. Sie zeichnete sich durch ihr Kontra aus – durch ein Entgegenstemmen, um das Schlimmste zu verhindern, gegen Netzsperren, gegen ACTA, gegen die Vorratsdatenspeicherung. Sie wurde hochgehalten von den technisch Versierten, denen die Konsequenzen der politischen Entwicklungen für das Netz bewusst waren – und die damit in der Minderheit waren. Netzpolitiker wurden vor einigen Jahren noch in der Ecke der Nerds und Hacker geparkt, sie galten als all jene also, denen kaum gesellschaftspolitische Bedeutung zugemessen wurde.</p>
<figure id="attachment_129262" aria-describedby="caption-attachment-129262" style="width: 184px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Joost_Bild.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-129262 " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Joost_Bild.jpg" alt="Gesche Joost" width="184" height="171" /></a><figcaption id="caption-attachment-129262" class="wp-caption-text">Gesche Jost ist Designforscherin und seit 2013 Vorstandsmitglied der TSB Technologiestiftung Berlin. Im Mai 2013 berief sie der damalige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in sein Kompetenzteam als netzpolitische Expertin.</figcaption></figure>
<p>Das ist anders geworden – und damit ist die Netzpolitik heute in die erste Reihe getreten. Der Begriff „Vernetzte Gesellschaft“, der im Wahlkampf verwendet wurde, beschrieb die Idee, dass es sich nicht nur um politische Entscheidungen handelt, die das Netz als technologische Infrastruktur betrifft, sondern vielmehr fragt, ob eine gemeinsame, positive Vision einer vernetzten Gesellschaft gelingen kann. Natürlich spielen dabei Fragestellungen der Partizipation eine Rolle, die Frage, wie man die digitale Spaltung überwinden kann, Fragen der Wertvorstellung, die wir als Gesellschaft mit dem offenen dezentralen, neutralen und freien Netz verbinden. Politisch notwendig und gesellschaftlich relevant ist daher ein Gesamtkonzept, eine große Erzählung, wie wir uns eine solche Gesellschaft vorstellen, wie wir ihren Schattenseiten begegnen, und war wir uns von der Vernetzung versprechen. Vor einem Jahr noch war die Digitalisierung verbunden mit der Vorstellung von Fortschritt und Wirtschaftswachstum, mit global vernetzter Kommunikation in Echtzeit und mit dem Möglichkeitsraum, den „open everything“ uns schafft. Heute, seit der NSA Skandal in seiner vollen Schlagkraft in unserem Bewusstsein angekommen ist, wird diese Vorstellung überschattet von der Angst vor Überwachung, vor ungehemmter Nutzung unserer privaten Daten durch globale Konzerne, <a href="http://www.faz.net/aktuell/evgeny-morozov-antwortet-auf-martin-schulz-wider-digitales-wunschdenken-12790285.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">von der Konzeption des „Users“ als Konsument, als Datenproduzent, als Objekt</a>.<br />
Evgeny Morozov kritisiert den Diskurs, in dem der Zugang zu Technologien und Tools eine Ermächtigung des Individuums entworfen wird, als „Idiotie“, geprägt vom kapitalistischen Modell des Silicon Valley. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz warnt indes vor <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitale-gesellschaft-eu-parlamentspraesident-warnt-vor-technologischem-totalitarismus-12787107.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„technologischem Totalitarismus“</a> und skizziert die Bedrohung der Demokratie vor dem Hintergrund einer entfesselten Datensammlung, die massiv Bürgerrechte verletzt.<br />
Ist die Vision einer gelingenden vernetzten Gesellschaft damit passé, geht es jetzt nur noch um Schadensbegrenzung? Und wird sich als Konsequenz das offene, dezentral organisierte, freie Netz in Ländernetze fragmentieren, die die Grundidee des Internets zerstören?<br />
Wir sind an einem Scheidepunkt in der gesellschaftspolitischen Debatte, in der es darum geht, die Wertvorstellung der vernetzten Gesellschaft, ihre Grundlagen und Rahmenbedingungen zu definieren und darauf praktische Handlungen für die Politik abzuleiten. Das ist – so hoffe ich zumindest – mit dem Begriff der „Digitalen Agenda“ gemeint, die die Bundesregierung beschreiben will. Dafür ist es immanent wichtig, diese Agenda nicht nur auf nationaler Ebene zu denken – sondern gleich im europäischen Kontext, in dem man eine klare Bekenntnis zur Offenheit des Netzes und seinen Potentialen für die Gesellschaft formulieren muss. Im zweiten Schritt muss diese Agenda international gedacht werden, um auf UN-Ebene für einen Code of Conduct einzutreten, der die Bürgerrechte sichert. Das umzusetzen, wird sicherlich die nächsten Jahre in Anspruch nehmen – die Notwendigkeit ist jedoch heute schon klar erkennbar. Auf die “Digitale Agenda” gehört die Verwirklichung vernetzter Bildung und die Förderung von OER, die Möglichkeit politischer Teilhabe über digitale Plattformen, die Sicherung der Bürgerrechte und eine Definition der geschützten Privatsphäre, es gehört darauf ein Entwurf einer nachhaltigen Datenpolitik, die big data nicht verteufelt, aber klare Rahmenbedingungen für die Datennutzung schafft, und eine klare Benennung der Konsequenzen, die aus der NSA-Affäre gezogen werden. Es gehört noch vieles mehr auf diese Agenda, an deren Erarbeitung möglichst viele unterschiedliche Akteure beteiligt werden sollten, die außerhalb der traditionellen Lobby-Gruppen stehen. Ich bin gespannt auf die ersten Entwürfe der “Digitalen Agenda” und wünsche dem neuen Ausschuss im Parlament bei seiner Arbeit viel Erfolg.<br />
Dies ist ein Crosspost von dem <a href="http://blog.geschejoost.org/?p=16" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog der Autorin</a>. Der Artikel ist zuerst dort erschienen.<br />
Bilder: oben: <a href="http://www.flickr.com/photos/95284782@N06/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">marsmet548</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-SA 2.0)</a>, Portrait: <a href="http://www.spd.de/99202/gesche_joost1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPD</a><br />
<strong><a href="http://politik-digital.de/?s=%22netzpolitischer+einspruch%22" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier gibt es weitere Beiträge der Reihe “Netzpolitischer Einspruch”</a></strong></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>Tradition und Moderne &#8211; Digitale Presseschau KW 29</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/tradition-und-moderne-digitale-presseschau-kw-29-130409/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ludwig Lagershausen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jul 2013 12:14:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Alles nimmt seinen gewohnten Gang: die Regierung schweigt sich zum Überwachungsskandal aus, die Opposition übt lautstarke Kritik, der netzpolitische Wahlkampf [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Alles nimmt seinen gewohnten Gang: die Regierung schweigt sich zum Überwachungsskandal aus, die Opposition übt lautstarke Kritik, der netzpolitische Wahlkampf rollt. Doch Google steht darüber und reißt weiter eifrig große Löcher in die Privatsphäre der User, während andere Suchmaschinen unerwünschte Inhalte zensieren. Neu ist allerdings, dass niemand geringeres als die Terrorgruppe Al-Kaida nun ihr dringendes Mitteilungsbedürfnis bei Twitter befriedigt.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=cpQpYVlulmI&amp;feature=youtu.be&amp;a" title="Überwachungsstaat für Dummies: PRISM - Jeder ist im Fadenkreuz!" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/cpQpYVlulmI?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Ganz langsam und der Reihe nach: Diese Animation der Piratenpartei erklärt den aktuellen Überwachungsskandal in verständlicher Art und Weise. So sollte jede/r in der Lage sein, das Ausmaß des PRISM-Tempora-Überwachungsprogramms einzuschätzen.</p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/w-lan-daten-google-kopiert-kennwoerter-unverschluesselt-auf-us-server-a-911574.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Passwortsalat</a></h3>
<p>Google könnte Millionen privater Passwörter für W-Lan-Netze besitzen. Der Grund: Die Backup-Funktion des Google-Betriebssystems Android kopiert diese Passwörter standardmäßig unverschlüsselt auf den Server des Konzerns. Micah Lee, Chefentwickler bei der US-Bürgerrechtsorganisation EFF, hat dies als Fehlermitteilung in Googles offiziellem Android-Entwicklerforum öffentlich gemacht. Das Vorgehen Googles ist in vielerlei Hinsicht problematisch: So könnten beispielsweise Regierungsstellen die Daten abfragen. Da viele Nutzer dieselben Passwörter für  unterschiedliche Dienste verwenden, verfüge Google augenblicklich über eine Menge brisanter Zugangsdaten, schreibt Konrad Lischka im Spiegel. Dazu kommt, dass diese Weitergabe-Funktion zumindest auf einem Teil der Android-Geräte standardmäßig aktiviert ist. Gleichzeitig ist es für den Nutzer nicht möglich, einzelne Datensätze zu Android-Geräten von den Google-Servern zu löschen. Das EFF fordert, den Fehler schleunigst zu korrigieren und die übertragenen Daten zumindest zu verschlüsseln.</p>
<h3><a href="http://blog.zeit.de/radikale-ansichten/2013/07/15/terror-auf-twitter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Terror-Tweet</a></h3>
<p>Die Terrorgruppe Al-Kaida twittert. Das ist kein Scherz; trotz größter Abneigung gegen alles Westlich-Amerikanisch-Neumodische nutzen bin-Ladens Jünger den Kurznachrichtendienst für islamistische Propagandazwecke und „berichten“ etwa live von Anschlägen. Laut einer Studie zweier Terrorismusforscher bestehen etwa 20.000 Accounts mit Al-Kaida-Bezug. Journalisten und Forscher konnten auf diese Weise gar mit Dschihadisten in Kontakt treten und Interviews führen. So gelangt man zwar an äußerst interessante Infos, deren Wahrheitsgehalt sollte aber mit der nötigen Portion Skepsis betrachtet werden.</p>
<h3><a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/peer-steinbrueck-zur-nsa-affaere-merkel-nimmt-bruch-der-buergerrechte-in-kauf/8495572.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Klare Kante gegen Salami</a></h3>
<p>Als ob die Spionageaffäre nicht schon schlimm genug wäre: Die Bundesregierung übt sich derzeit in fatalem Krisenmanagement, fällt vor allem durch unklare Informationen und Uneinigkeit auf oder versucht, den Skandal mit „Wir wussten von nichts“-Kommentaren wegzumoderieren. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kritisiert das Verhalten von Kanzlerin und Innenminister in einem Gastbeitrag auf tagesspiegel.de scharf. Sollten die Behauptungen Edward Snowdens stimmen, so seien „persönliche Grundrechte bis tief ins Persönliche hinein verletzt worden“. Konkret fordert der Sozialdemokrat eine &#8221; volle Aufklärung statt Salami-Taktik &#8220;. Die USA-Reise von Innenminister Friedrich sowie die das schweigende Abwarten von Bundeskanzlerin Merkel machen, so Steinbrück, „den Anschein, „als werde der millionenfache Bruch der Bürgerrechte billigend in Kauf genommen“.</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/netzpolitik-grosse-parteien-im-neuland-1.1721594" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ehemalige Nischen</a></h3>
<p>Die beiden großen Volksparteien profilieren sich zusehends in der Netzpolitik. So verantwortet Gesche Joost das Thema im Kompetenzteam von Peer Steinbrück, Peter Tauber und Michael Kretschmer halten die netzpolitische Fahne der CDU hoch. Johannes Boie beschreibt auf sueddeutsche.de die großen Unterschiede zwischen dem jungen, aber schon sehr routinierten christdemokratischen Nachwuchs und der parteilosen Akademikerin, die den Quereinstieg wagte. Leistungsschutzrecht, Vorratsdatenspeicherung, Internetministerium – der netzpolitische Wahlkampf läuft an.</p>
<h3><a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2013/07/vom-internet-zum-filternet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nicht erwünscht</a></h3>
<p>„Halaalgoogling“: So nennt sich eine Suchmaschine, die automatisch all das filtert und aussortiert, was nach Auffassung der Betreiber nicht halaal, also nach islamischem Recht erlaubt ist. Das umfasst beispielweise Nacktheit, Homo- oder Bisexualität, Alkohol oder gegen den Islam gerichtete Inhalte. Die „schwarze Liste“ der Betreiber ist dabei nicht öffentlich zugänglich. Andreas Winterer, ein Autor des ZDF-Blogs „Hyperland“ verweist in diesem Zusammenhang auf Online-Zensur, die auch im sogenannten „aufgeklärten Westen“ stattfindet. Zum Beispiel die SafeSearch-Funktion von Google, die Pornografie ausblendet. Oder „CleanIT“, ein Projekt der EU, das den Online-Zugriff auf „terroristische“ und „illegale Inhalte“ verhindern möchte. Winterer warnt: Möglicherweise seien solche Initiativen nur ein erster Schritt. „Irgendwann sind solche Suchhilfen vielleicht ausdrücklich erlaubt – alle anderen Suchmaschinen hingegen anrüchig, tabu oder gar bei Strafe verboten.“</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-04/harper-reed-datenschutz" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> </a></h3>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>Gesche Joost &#8211; Das Netz entscheidet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ludwig Lagershausen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Jun 2013 14:26:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Überraschung im Schattenkabinett: Gesche Joost wurde ins Kompetenzteam von Peer Steinbrück berufen. Die parteilose Design-Professorin an der Universität der Künste [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/gesche_joost1-data.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-129272" alt="Gesche Joost" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/gesche_joost1-data.jpg" width="640" height="362" /></a><br />
Überraschung im Schattenkabinett: Gesche Joost wurde ins Kompetenzteam von Peer Steinbrück berufen. Die parteilose Design-Professorin an der Universität der Künste Berlin ist zuständig für den Bereich Netzpolitik und digitale Gesellschaft. Unter einem Kanzler Steinbrück stünde sie bereit für Netzpolitik im großen Stil.<br />
„Ich hab‘ jetzt sogar WLAN“, berichtet Gesche Joost stolz beim Treffen im Willy-Brandt-Haus über ihren neuen Arbeitsplatz, und lächelt ironisch. Zwei Wochen nachdem <a href="http://peer-steinbrueck.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Peer Steinbrück</a> die 38-jährige Vernetzungs-Expertin als Zuständige für Netzpolitik und digitale Gesellschaft präsentiert hat, ist sie nun also auch in der Parteizentrale voll einsatzfähig. Dabei ging es sofort nach der offiziellen Verkündung schon richtig los. Seitdem hat ihr Alltag rasant an Fahrt zugenommen. Vormittags geht Gesche Joost ihren Pflichten an der Universität der Künste nach, nachmittags eilt sie ins Willy-Brandt-Haus oder gibt in Interviews oder auf Podien und Konferenzen Auskunft über ihre netzpolitischen Vorhaben.<br />
„Gefühlt bin ich schon seit Jahren dabei“, fasst Joost lachend ihre ersten Wochen zusammen, was auch daran liegt, dass sie den Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen im Willy-Brandt-Haus als sehr intensiv und bereichernd empfindet.<br />
Ihre Berufung sorgte für Überraschung, in Netzkreisen wurde ihre Nominierung bislang überwiegend positiv aufgenommen. Hängen geblieben ist von ihrer ersten Pressekonferenz vor allem ihr Satz „Netzpolitik ist Gesellschaftspolitik“ und Joosts Ankündigung, mit dem bisher eher stiefmütterlich behandelten Politikfeld rund um Internet und Digitalisierung künftig kraftvoller zu verfahren.<br />
„Wir müssen Brücken bauen von Netzpolitik zu Bildung, zu Arbeit, in den sozialpolitischen Sektor, in alle Lebensbereiche“, berichtet sie von ihren Absichten.</p>
<h3>Erforschung der Kommunikation von morgen</h3>
<p>Doch wie kommt Peer Steinbrück eigentlich darauf, eine Designforscherin in sein Kompetenzteam zu holen? Der Lebenslauf der geborenen Kielerin spricht für eine Karriere auf der Überholspur: Studium der Architektur, des Designs und der Rhetorik in Braunschweig, Köln, Chicago und Tübingen, Promotion summa cum laude über Filmrhetorik, Dozentur für audio-visuelle Medien und Designtheorie, Gastprofessur für Gender und Design, Leiterin der Designforschung bei den Telekom Innovation Laboratories, mit 34 Jahren Juniorprofessur für „Interactive Design &amp; Media“ an der TU Berlin, seit 2010 Professur für Designforschung an der Universität der Künste. All das mit unter 40, wohlgemerkt. An wissenschaftlichen Meriten mangelt es wahrlich nicht.<br />
Doch was muss man sich unter „Designforschung“ eigentlich vorstellen? Und wie kommt man damit zur Netzpolitik? „Ich erforsche, wie die Kommunikation von morgen aussieht. Wie werden wir in einer vernetzten Gesellschaft leben und arbeiten? Wie werden wir miteinander kommunizieren?“, zählt Joost die Verknüpfungspunkte zwischen ihrer wissenschaftlichen Arbeit und der neuen politischen Tätigkeit auf. Ihr Ansatz, die Vernetzung als „gesellschaftspolitisches Moment“ zu begreifen und den Fokus darauf zu legen, „alle Leute da mit reinzuholen und einzubinden“, habe wohl letztlich den Ausschlag dafür gegeben, dass sie der Kanzlerkandidat, für dessen Beraterkreis Joost schon seit 2006 tätig ist, ins Kompetenzteam geholt hat. Es ist auf jeden Fall ein starkes Signal, dass im Kompetenzteam eine eigene Stelle mit Netzpolitik besetzt wird. Das beweise, so Joost, dass es sich längst nicht mehr um ein „Nerd- und Nischenthema“ handele, wie etwa noch im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009.</p>
<h3>Diskurs erweitern, digitale Spaltung überwinden</h3>
<p>Doch trotz aller gegenteiliger Bekenntnisse seitens der Politik findet Netzpolitik noch immer primär als Elitendiskurs der Netzgemeinde selbst statt. Joost ist sich bewusst, dass der Otto-Normalsurfer oftmals keinen Zugang zu den relevanten Diskussionen hat. Gerade darum geht es der politischen Quereinsteigerin: „Der ‚digital divide‘ muss überwunden werden. Und zwar nicht nur zwischen Jung und Alt, sondern auch zwischen allen sozialen Gruppen“, so Joost zu ihrer Vision, dass das „Zukunftsthema Netzpolitik“ jeden einzelnen ansprechen müsse.<br />
Das ist leicht gesagt, die Umsetzung solcher gesellschaftlicher Mammutaufgaben dürfte Staat, Politik und Gesellschaft einiges abverlangen. Ein Schlüssel dafür sei die Ausbildung von Medienkompetenz. „Wie wird der Umgang mit Internet und Online-Medien in den Schulen vermittelt? Wissen Schüler und Jugendliche, was es heißt, privateste Daten bei Facebook preiszugeben und womöglich auf illegalen Websites Filme runterzuladen? Sind die Lehrer dafür ausreichend ausgebildet?“, zählt Gesche Joost einige der Fragen auf, die sich die Gesellschaft stellen muss, will sie mit der digitalen Herausforderung zurechtkommen. Doch auch den älteren Generationen darf die Digitalisierung nicht länger vorenthalten bleiben: „Senioren sollen nicht denken, das Internet sei eine kalte Technik, von der sie sowieso nichts verstünden. Die Menschen sollen die enormen Potenziale des Internets und der Vernetzung kennenlernen, egal, in welchem Alter“. Letztlich sei Medienkompetenz heute „eine beinahe ebenso wichtige Kulturtechnik wie lesen und schreiben“.<br />
Doch Netzpolitik beschränkt sich freilich nicht auf die Vermittlung technischer Fertigkeiten und des Wissens um Gefahren, die im Netz lauern. Die parteilose Neupolitikerin schreibt dem Internet durchaus sozialdemokratische Werte zu: „Netzpolitik, das bedeutet Teilhabe und Teilnahme. Jeder kann über das Internet mitmachen und mitgestalten“, lautet Joosts Vision. Hier liege auch ihre Hauptmotivation, denn den Mitmach-Ansatz kennt sie aus ihren Forschungstätigkeiten bereits seit Langem: „Partizipatives Forschen“ nennt Joost das und möchte dank der Beteiligung von Betroffenen zu innovativen Ergebnissen kommen. Das Internet biete die Möglichkeit, diesen Brückenschlag zu verwirklichen. Dazu werden digitale Beteiligungs-Formate erprobt, bei denen zum Beispiel E-Petitionen eingebracht werden können. Auch mit neuen Formaten zu experimentieren ist ihr Ziel, und sie hofft, von ihren Erfahrungen in der Forschung profitieren zu können.<br />
Doch zunächst muss Netzpolitik – ob sozial oder nicht – bei den Sozialdemokraten implantiert werden, zumal die SPD bislang nicht sonderlich aktiv auf diesem Felde gewesen ist. Doch Gesche Joost weiß zu berichten, dass es <a href="https://spd-netzpolitik.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine Menge aktiver Netzpolitiker in der SPD gibt</a>, die schon gute Initiativen erarbeitet hätten, doch die müssten nun „noch offensiver nach außen getragen werden“.</p>
<h3>„Rahmenbedingungen schaffen“</h3>
<p>Schließlich geht es darum, Antworten auf Fragen zu formulieren, die nicht nur Netzaktivisten, sondern so ziemlich jedem Internetnutzer unter den Nägeln brennen dürften. Ein Thema ist die Debatte um die Drossel-Pläne der Telekom, die Forderungen nach Netzneutralität anheizen. „Der Markt alleine regelt das nicht ausreichend. Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen und ein gewisses Gleichgewicht einhalten“, begründet Joost ihre Forderung nach einer gesetzlichen Verankerung der Netzneutralität. Eine aktive Einmischung in die Tarifpolitik lehnt sie ab, wichtig sei es aber, dass der Kunde die Wahl zwischen mehreren Tarifmodellen habe.<br />
Eine klare Position nimmt sie auch beim emotional aufgeladenen Thema Datenschutz ein. Gläserner Bürger, allwissender Staat, Bewegungsprofile: „Für mich ist die Speicherung von Bewegungsprofilen ein Horrorszenario. Jedoch: Wenn die Ermittlungsbehörden im Einzelfall über den Zugriff auf bei den Providern gespeicherten IP-Adressen schwerste Straftaten aufklären können, dann sollen sie die Mittel dazu haben, aber nur unter engsten Voraussetzungen und nach rechtsstaatlichen Grundsätzen“. Die Speicherfristen von einem halben Jahr sind ihr jedoch ein Dorn im Auge, hier müsse noch „deutlich reduziert“ werden, selbst auf die Gefahr hin, dass man Straftätern eventuell erst nach Ablauf der Frist auf die Spur komme: „Das ist ein schmaler Grat: Einerseits müssen die Grundrechte geschützt bleiben, andererseits sollen die Sicherheitsbehörden Instrumente haben, um schwerste Straftaten zu verfolgen“.<br />
Auch im Urheberrecht sei Korrekturarbeit nötig: „Das Recht muss endlich an die digitale Realität angepasst werden! Bei den Künstlern muss mehr Geld ankommen“, propagiert sie und kann sich gut vorstellen, dass die Nutzer für urheberrechtlich geschützte Inhalte künftig zahlen müssen. „Bei ein paar Cent pro Artikel bin ich mir sicher, dass die Bereitschaft dafür vorhanden ist“. Dafür müsse ein Bewusstsein geschaffen werden, signalisiert sie. Gleichzeitig lehnt sie die inflationäre Kriminalisierung von Nutzern illegaler Plattformen ab: „Da hat sich ein Abmahnwesen mit überzogenen Regressforderungen etabliert. Das ist nicht der richtige Weg – auch wenn klare Grenzen bei illegalem Verhalten gezogen werden müssen“.<br />
Viele netzpolitische Aufgaben stehen also an, denen sich die Bundesrepublik in der kommenden Legislaturperiode zu stellen hat. Dafür sei zuallererst ein kompletter Breitbandausbau „zwingend notwendig“, fordert Gesche Joost. „Ohne vernünftige Leitungen und Verbindungen, auch in ländlichen Regionen, macht Netzpolitik keinen Sinn, ohne diese Grundlage ist digitale Teilhabe unmöglich!“, verweist Steinbrücks Frau für das Internet auf dringend nötige Investitionen.</p>
<h3>„Ich stehe bereit“</h3>
<p>Und wie sieht sie ihre Zukunft? Würde unter einem Bundeskanzler Peer Steinbrück ein eigenes Ministerium für Netzpolitik und Digitalisierung geschaffen? Oder soll jedem Ressort ein eigener netzpolitischer Bereich angegliedert werden? Jeder aalglatte Politprofi hätte jetzt gekonnt um den heißen Brei herumgeredet, Politikneuling Joost jedoch gesteht offen: „Puh, ich habe keine Ahnung, wie das organisiert wird. Da muss ich wohl erst mal einen Blick aufs Organigramm werfen“, antwortet sie und lacht. „Ein eigenes Ministerium würde den Effekt verfehlen, eine Aufteilung der Kompetenzen auf verschiedene Ministerien hätte zu wenig Schlagkraft. Wenn jeder da so ein bisschen mitmacht, das reicht nicht!“. Es gibt In der SPD Überlegungen, die Netzpolitik im Innenministerium oder im Wirtschaftsministerium anzusiedeln. Argumente lassen sich für beide Möglichkeiten finden. Für Gesche Joost steht nur fest, dass es einen ständigen Ausschuss für Internet und digitale Gesellschaft im Bundestag geben muss. Und wenn an welcher Stelle auch immer eine aktive Position gebraucht würde, stehe sie „natürlich dafür bereit“, verrät sie mit kämpferischer Miene.<br />
Bild:  <a href="http://www.spd.de/99202/gesche_joost1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPD</a></p>
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