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	<title>Geschichte &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Gaming – Vom Nerd-Image zum Massenphänomen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cai Schultz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Nov 2019 10:43:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p><span class="text-lead">Die Aussagen von Horst Seehofer zu potenziellen Gewalttäter*innen in der Gamerszene nach dem Attentat von Halle rückten das Thema Gaming nach langer Abstinenz wieder ins politische Rampenlicht. Während ihm vor 20 Jahren eine Welle der Zustimmung zuteil geworden wäre, reagierten diesmal viele politische und gesellschaftliche Kommentator*innen mit Unverständnis und Kritik. Wie kam es dazu? Ein Abriss.</span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Szenekundig – Gaming wird Jugendkultur</h3>
<p>Die Ära der Videospiele begann in den 1970er Jahren mit den ersten Konsolen und Computern, die so günstig waren, dass sie für die eigenen vier Wände erworben werden konnten. Die junge Branche jagte in den USA ein Rekordergebnis nach dem anderen. Angespornt durch den kommerziellen Erfolg, entwickelten sich die technischen und graphischen Möglichkeiten so rasant, dass man die anfänglich nur alleine betretbaren digitalen Welten rasch gemeinsam erleben konnte. Die Spieler*innen vernetzen sich. Videospiele bekommen eine soziale Komponente und werden zu Geburtshelfern einer neuen Jugendkultur: Gaming.</p>
<p>Gamer*innen treffen sich in den 1990er und 2000er Jahren auf LAN-Partys (Local Area Network) und schleppten Computer, Bildschirm, Tastatur und Maus in schmucklose Mehrzweckhallen, um mit- und gegeneinander zu zocken. Spieler*innen bilden eigene Organisationsformen: Teams, Clans oder Gilden sind Zusammenschlüsse von Gamer*innen. Die Ausrichtung dieser variiert je nach Spielphilosophie. Manche legen Wert auf Leistung, andere stellen die gemeinschaftliche Erfahrung in den Vordergrund. Die Beliebtheit von Videospielen als Freizeitbeschäftigung von Jugendlichen stieg genauso wie die Anzahl an neuen Spielgenres.</p>
<p>Es entsteht, wie aus fast jeder, zuerst als Hobby nachgegangenen Aktivität, auch eine Sportart, der E-Sport (Elektronischer Sport), also der professionelle Wettkampf zwischen Gamer*innen. Der PC (Personal Computer) spielte bei dieser Entwicklung eine größere Rolle als Konsolen, weil dessen Rechen- und Grafikleistung die der Konsolen im Laufe der Jahre überholte. Gaming und auch E-Sport wird deswegen häufig ausschließlich mit dem Spielen am PC assoziiert, findet aber auch auf der Konsole statt. De facto war die Mehrspieler-Idee bereits in einem der ersten Videospiele für die Konsole angelegt: dem Videotennis „Pong“.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-161941" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/188505657_67ee1fe107_z-300x225.jpg" alt="pongscreenie_max_CC-BY-NC-2.0_640x480" width="800" height="600" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/188505657_67ee1fe107_z-300x225.jpg 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/188505657_67ee1fe107_z.jpg 640w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></h3>
<h3>Die Killerspiel-Debatte</h3>
<p>1999 töteten ein 18-Jähriger und ein 17-Jähriger in der Columbine High School im amerikanischen Bundesstaat Colorado 15 Menschen einschließlich sich selbst. Beide Jugendliche waren passionierte Videospielfans und verbrachten viele Stunden mit dem Spielen des Egoshooters Doom. Der Vorfall fand weltweit enorme mediale Aufmerksamkeit und gilt bis heute als Blaupause eines „school shootings“. Er stieß unter vielen anderen auch eine öffentliche Debatte über Gewalt in Filmen und Computerspielen an, die nicht an den Grenzen der USA halt machen sollte.</p>
<p>1999 tötete ein 16-Jähriger in Bad Reichenhall vier Menschen, bevor er sich das eigene Leben nahm. 2002 erschoss ein 19-Jähriger in seiner ehemaligen Erfurter Schule 16 Menschen und zuletzt sich selbst. 2009 tötete in Winnenden ein 17-Jähriger in seiner ehemaligen Schule 15 Menschen, ehe er sich selbst erschoss. Alle Täter sollen viel Zeit mit Computerspielen verbracht haben, in denen Gewalt dargestellt wird. In Deutschland diskutierte man deswegen ebenfalls kontrovers über Videospiele, stellte man Vergleiche mit den Geschehnissen in Columbine an.</p>
<p>Als Reaktion auf die Amokläufe forderten manche Politiker*innen und einige Angehörige der Opfer ein Verbot von „Gewaltspielen“. Während manche Pädagog*innen dieser Forderung folgten, bezweifelten andere die Wirksamkeit eines Verbots. Eine Gesetzesinitiative des Landes Bayern enthielt sogar den Vorschlag, die Nutzung unter Strafe zu stellen, auch mit Gefängnisstrafen. Im Fokus der öffentlichen Debatte stand der weltweit erfolgreiche Egoshooter Counter Strike, dieser wurde zum Symbolbild für „böse Videospiele“, welche eine ganze Generation verderben würden.</p>
<p>Gleichzeitig war die Medienberichterstattung über Videospiele teilweise so oberflächlich und manchmal schlichtweg falsch, dass sie von Gamer*innen mit Hilfe des, noch in den Kinderschuhen steckenden, Internets in Foren und Blogs kritisiert und akribisch dokumentiert wurde. Eine Gegenöffentlichkeit bildet sich. Gamer*innen forderten eine sachliche Auseinandersetzung mit Videospielen und wollten einen Perspektivwechsel hin zur kulturellen Bedeutung anstoßen.</p>
<h3>Angekommen</h3>
<p>Mit Erfolg. 2008 erkennt der deutsche Kulturrat, nicht ohne Widerstand, Videospiele als Kulturgut an. In der für ZDF info produzierten Dokumentation <a href="https://www.youtube.com/watch?v=KFhHjPF5ZTw&amp;feature=youtu.be&amp;t=2190">„Killerspiele – der Streit eskaliert“</a>, begründet der Geschäftsführer Olaf Zimmermann die Entscheidung: „Wenn wir in die Kulturgeschichte hineinschauen, dann sind die großen Kunstwerke fast immer brutal. Wie auch im Grundgesetz verbürgt ist, haben wir Kunstfreiheit und die gilt auch für Computerspiele. So schwer das für manchen zu akzeptieren war damals.“ Ein Meilenstein der Akzeptanz, der mit der Schaffung des deutschen Computerspielpreises 2009 und der Eröffnung des Computerspielmuseums 2010 in Berlin um weitere ergänzt wurde. Gaming ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das Wort „Killerspiele“ verschwindet in den darauffolgenden Jahren aus dem Vokabular der Berichterstatter*innen.</p>
<p>Heute haben Videospiele längst popkulturellen Status erreicht. Unzählige Filme sind von Games inspiriert oder Verfilmungen eben jener. Umgekehrt gilt das genauso. Die beiden Branchen stützen sich seit Jahren aufeinander. Doch der Einfluss reicht auch über die Kinoleinwand hinaus. Die Charaktere und Figuren aus Videospielen finden als Kostüme Einlass in Jahrhunderte alte Bräuche wie Karneval oder Halloween. Die im Videospiel Fortnite integrierten Tänze, die verschiedene Figuren aufführen, sind so populär, dass sie auch von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aufgeführt werden. Das wohl prominenteste Beispiel, ist der Fortnite-Jubel vom französischen Fußballnationalspieler Antoine Griezmann im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland. In manchen Ländern werden Games sogar als nationale Prestigeobjekte gesehen. Der damalige polnische Premierminister Donald Tusk überreichte dem ehemaligen Präsidenten der USA Barack Obama bei einem Staatsbesuch 2011 The Witcher 2, ein international erfolgreiches Rollenspiel, dass in Polen entwickelt wurde.</p>
<h3>Wirtschaftlicher Faktor</h3>
<p>Darüber hinaus sind Computer- und Videospiele ein großer wirtschaftlicher Faktor geworden. Alleine in Deutschland hat sich der Umsatz des Gaming-Marktes von 2012 bis 2018 von 2,3 auf 4,3 Milliarden fast <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/824576/umfrage/umsatz-im-gaming-markt-in-deutschland/">verdoppelt</a>. Verkaufte Spiele, die von deutschen Entwickler*innen produziert wurden, bilden dabei jedoch die Ausnahme. Um dieses Potenzial verstärkt zu nutzen, hat die Bundesregierung, nach längerem <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/rolle-rueckwaerts-bei-verkehrsminister-scheuer-computerspiel-foerderung-kommt-jetzt-doch/25219160.html">Hin und Her</a>, beschlossen, die Games-Entwicklung in Deutschland mit 50 Millionen Euro im Jahr 2020 zu fördern. Eine erweiterte Förderung über 2020 hinaus wurde ebenfalls festgeschrieben.</p>
<p>Auch der E-Sport ist mittlerweile zu einem Milliardengeschäft geworden, das eigene Stars vermarktet und Millionen von Fans auf der ganzen Welt hat. Laut Game, dem Verband der deutschen Gamesbranche, gaben 45 Millionen Menschen in Deutschland an, schon mal etwas <a href="https://www.game.de/marktdaten/bekanntheit-von-esports-2018/">von E-Sport gehört zu haben</a>. Jede/r 5. Hat sogar schon mal ein <a href="https://www.game.de/marktdaten/popularitaet-von-esports-uebertragungen-2018/">E-Sport-Match gesehen</a>. Das höchstdotierte E-Sport Event war das DOTA 2 Turnier „The International“ 2019, mit einem Preisgeld von <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/261931/umfrage/preisgelder-der-hoechstdotierten-esports-turniere/">34,33 Millionen Dollar</a>. In manchen Ländern wie den USA, Südkorea oder Schweden ist E-Sport schon als allgemeiner Sport anerkannt und wird auch staatlich gefördert. In Deutschland steht dieser Schritt noch aus.</p>
<h3>Zocken ist Alltag</h3>
<p>Das Spielen von Videospielen ist heutzutage im gesellschaftlichen Alltag von Millionen von Menschen integriert. Der Grund dafür: das Internet. Ob auf der Konsole, dem PC, auf dem Tablet oder dem Smartphone, ob jung oder alt, weiblich oder männlich, durch das Internet und die Digitalisierung kann jede/r zu jeder Zeit immer spielen. Ob zwischendurch oder regelmäßig, alleine oder mit anderen, on- oder offline, ob hobbymäßig oder um Geld zu verdienen, denn auch das ist mittlerweile möglich, die Motivation derjenigen, die Videospiele spielen, ist so unterschiedlich wie die Games selbst. Die „Gamerszene“ ist damit so groß und divers, dass der Begriff viel zu kurz greift und die pauschale Kritik an ihr in weiten Teilen der Bevölkerung auf wenig Verständnis trifft.</p>
<p><strong>Bilder:</strong> Hillary playing Nintendo game boy by Ralph Alswang (<a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hillary_Rodham_Clinton_playing_a_Nintendo_Game_Boy_video_game_on_the_flight_from_Austin_en_route_to_Washington,_DC.jpg">public domain</a>),  pongscreenie by Max on <a href="https://www.flickr.com/photos/landotter/188505657/">flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC-BY-NC 2.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Geschichte in Echtzeit: Historiker twittern Kriegsende</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Feb 2015 13:26:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz startete das Twistory-Projekt “Heute vor 70 Jahren”. Entstehen soll eine crossmediale Alltagsgeschichte. Das [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="big"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Zweiter-Wk-Twitter.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-144554" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Zweiter-Wk-Twitter.jpg" alt="Zweiter Wk - Twitter" width="640" height="280" /></a>Zum Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz startete das Twistory-Projekt “Heute vor 70 Jahren”. Entstehen soll eine crossmediale Alltagsgeschichte.</p>
<p class="big">Das Twitter-Profil <a class="liexternal" href="https://twitter.com/9nov38" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@9nov38</a>, unter dem die nationalsozialistischen Novemberpogrome nacherzählt wurden, bekam 2013 einige Resonanz. Nun geht es unter dem allgemeinen Namen <a class="liexternal" href="https://twitter.com/digitalpast" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@digitalpast</a> weiter: Bis zum Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai werden einige Aspekte des historischen Geschehens 70 Jahre später jeweils in weniger als 140 Zeichen wiedergeben. Die Perspektive dieses historischen Echtzeitformats reflektiert der Titel des dazu erscheinenden Begleitbuchs: “Als der Krieg nach Hause kam”. Darin fokussiert Moritz Hoffmann, einer der Betreiber des Projekts, die letzten Monate des deutschen Kriegsalltags als Kontext der Tweets.</p>
<p class="big">Jahrestage stimulieren auch in den sozialen Medien die Vergegenwärtigung der Vergangenheit. Am 27. Januar 2015 ist deshalb <a class="liexternal" href="https://twitter.com/search?f=realtime&amp;q=%23Auschwitz70&amp;src=typd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#Auschwitz70</a> ein häufig verwendeter Hashtag. Gleichzeitig markiert das Datum den Start eines Projekts, das längerfristig konzipiert ist: Mehrere Monate fügen nun fünf studierte respektive studierende Historikerinnen und Historiker Tweet für Tweet zu einem Mosaik aus zeitgeschichtlichem Material. Die Frequenz des ersten Tages ist dem Anlass angemessen dabei eher ungewöhnlich hoch, während es auch Tage ohne eine Meldung aus der Geschichte geben wird. Mit Visuellem ist dabei nicht zu rechnen, obgleich dies die Attraktivität sozial-medialer Angebote in der Regel steigert.</p>
<h3>Crossmediale Geschichtsschreibung</h3>
<p class="big">Im Gegensatz zu anderen historischen Echtzeitformaten, die sich eher am Nachrichtwert der Ereignisse orientieren (siehe unsere <a href="http://politik-digital.de/erinnerungskultur-2-0-mauerfall" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berichterstattung zum #Mauerfall</a>, variiert “Heute vor 70 Jahren” diesen Ansatz. Neben den “Ereignisinseln” soll es <a class="liexternal" href="http://digitalpast.de/2015/01/07/als-der-krieg-nach-hause-kam/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">laut dem Blog des Twitter-Teams</a> um die Erlebnisse von Einzelpersonen gehen: “<em>Für die Tweets stehen die Tagebuchaufzeichnungen im Vordergrund; das Notierte jener Personen, die entweder die Ereignisse für die Nachwelt erhalten wollten oder sich einfach den Kummer von der Seele schreiben wollten.</em>” Zu den betreffenden Personen gibt es im Blog dann kurze biografische Angaben und Verweise auf die verwendeten Quellen (siehe den ersten entsprechenden <a class="liexternal" href="http://digitalpast.de/2015/01/27/edgar-winzen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eintrag</a>). Damit dieses Konzept auch für Interessenten ohne größeres Vorwissen aufgeht, wurde ein weiteres Standbein gewählt, nämlich das Begleitbuch “<a class="liexternal" href="http://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/buch/details/als-der-krieg-nach-hause-kam-9783549074626.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Als der Krieg nach Haus kam</a>“. Basierend auf Tagebucheinträgen und Fachliteratur liefert Autor Moritz Hoffmann darin eine “<em>Chronik des Kriegsendes in Deutschland</em>“, so der Untertitel (<a class="liexternal" href="http://digitalpast.de/als-der-krieg-nach-hause-kam/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leseprobe</a>).</p>
<p class="big">Eine Alltagsgeschichte der letzten Kriegsmonate aus deutscher Perspektive provoziert freilich den Vorwurf, dass die Opfer der Deutschen dabei aus dem Blick geraten könnten. Womöglich beginnen Buch und “Reentweetment” auch deshalb mit dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, um dieser Gefahr zu begegnen. Bereits jetzt lassen sich einige Tweets, die etwa zum Thema “Dresden und der Bombenkrieg” vorgesehen sind, im Buch nachlesen und sind dort durch den Fließtext erklärend gerahmt. Welche eventuell nicht-intendierten Aneignungen und Formen viraler Verbreitung sie dann im Netz erfahren, wäre begleitend zu analysieren.</p>
<h3>Geschichtswerkstatt 2.0</h3>
<p class="big">Denn um Öffentlichkeit geht es dem Projekt: Moritz Hoffmann versteht sich als Pionier einer neuen historischen Disziplin, der digitalen “Public History”. In einem programmtischen Beitrag <a class="liexternal" href="http://www.resonanzboden.com/satzbaustelle/geschichte-braucht-oeffentlichkeit-vom-nutzen-einer-digitalen-public-history/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">für das Blog seines Verlages</a> proklamiert er: “<em>Beschränken wir uns weiterhin nur auf die seit Jahrzehnten etablierten Kanäle der Geschichtsvermittlung, verlieren wir laufend den Kampf um die Aufmerksamkeit immer neuer Generationen junger Menschen, die sich von linearen Medien wie Fernsehen und Literatur zugunsten eines individualisierten Medienkonsums verabschiedet haben.</em>” Dass für die Herstellung von Öffentlichkeit jedenfalls die Wahl des Kommunikationskanals zentral ist, wurde vor dem Start des Projekts reflektiert. Dass der historische Newsfeed exklusiv bei Twitter und nicht bei der vermeintlich reichenweitenstärkeren Konkurrenz eingespeist wird, liegt am selektiven Algorithmus, heißt es <a class="liexternal" href="http://digitalpast.de/2015/01/26/warum-gibt-es-digitalpast-eigentlich-nur-auf-twitter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">im Blog von digital past</a>: “<em>Wir müssten Facebook Geld zahlen, um diese Einschränkungen zu umgehen und unsere Beiträge allen Lesern anzuzeigen. Aber auch dies würde nicht bedeuten, dass die Beiträge wie auf Twitter ‘sekundengenau’ verbreitet und gelesen werden – und genau das ist ja der Clou bei einem Reentweetment-Projekt.</em>“</p>
<p class="big"><em>Dies ist ein Crosspost von Netzpiloten.de. Der Artikel ist zuerst <a href="http://www.netzpiloten.de/heute-vor-70-jahren-historiker-twittern-kriegsende/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort</a> erschienen.</em></p>
<p class="big">Bild: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ABundesarchiv_Bild_183-14025-0001%2C_Magdeburg%2C_Rathaus%2C_Kirche%2C_Ruinen.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesarchiv</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>60 Jahre in 15 Minuten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/60-jahre-in-15-minuten-4368/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 May 2009 22:02:21 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum Jubiläum der Gründung der Bundesrepublik Deutschland vor 60 Jahren hat das Bundesministerium des Innern (BMI) einen schönen, stellenweise pathetischen Film produzieren lassen, der die Geschichte des Landes in 15 bewegenden Minuten zusammenfasst. Leider ist das Video auf der Webseite des BMI derart versteckt, dass man es nur mit Mühe finden kann. Wir haben es nach oben gezogen.<p><object width="300" height="250">															<param name="allowfullscreen" value="true">	</param>																						<param name="allowscriptaccess" value="always">	</param>																						<param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=4788949&#38;server=vimeo.com&#38;show_byline=1&#38;show_portrait=0&#38;color=&#38;fullscreen=1">	</param>															<embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=4788949&#38;server=vimeo.com&#38;show_portrait=0&#38;color=&#38;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="300" height="250"></embed></object>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Jubiläum der Gründung der Bundesrepublik Deutschland vor 60 Jahren hat das Bundesministerium des Innern (BMI) einen schönen, stellenweise pathetischen Film produzieren lassen, der die Geschichte des Landes in 15 bewegenden Minuten zusammenfasst. Leider ist das Video auf der Webseite des BMI derart versteckt, dass man es nur mit Mühe finden kann. Wir haben es nach oben gezogen.</p>
<p><object width="300" height="250"><param name="allowfullscreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=4788949&amp;server=vimeo.com&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1"></param><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=4788949&amp;server=vimeo.com&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="300" height="250"></embed></object><!--break--></p>
<p>Zum Anlass der 60 Jahre zurückliegenden Verkündung des Grundgesetzes dieses Landes am 23. Mai 1949, gibt es eine ganze Reihe an Rückblicken, die die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zusammen fassen. Am bekanntesten ist wohl die gut gemachte Reihe <a href="http://www.60xdeutschland.de/" target="_blank" title="60 x Deutschland" rel="noopener noreferrer">60 x Deutschland</a>, die die ARD, moderiert von Sandra Maischberger, seit 60 Werktagen rund um Mitternacht (oder später) versendet. Nicht jeder war um die Uhrzeit noch wach, nicht jeder wird die DVD kaufen.</p>
<p>Dabei gibt es seit dem Staatsakt zum Jahrestag der Staatsgründung im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin <a href="http://www.bmi.bund.de/cln_104/sid_04171B6BE4BF40FE7902201429E73836/SharedDocs/Downloads/DE/Themen/Politik_Gesellschaft/DeutscheEinheit/unsere_60_jahre.html?nn=109628" target="_blank" title="Unsere 60 Jahre" rel="noopener noreferrer">einen Film</a>, der den 1400 geladenen Gästen die bewegte Geschichte der Bundesrepublik (mit Seitenblicken auf die DDR) in 15 Minuten vorführte. Das mit bekannten, berührenden und die Welt bewegenden Zitaten und Bildern gespickte Video ist leider auf der Internetseite des BMI im Pressebereich versteckt. Noch dazu muss der interessierte User das 98 Megabyte große Werk zunächst downloaden. Wir finden, der Film ist so gut, dass er für jeden auffindbar sein sollte und stellen ihn daher hier als Stream zur Verfügung. Damit auch die ihn sehen können, für die er gemacht wurde: Alle!</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Digitale Erinnerung an den spanischen Bürgerkrieg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jul 2008 10:39:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Franco]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[60 Jahre hat es gedauert, bis sich Spanien an die republikanischen Opfer des Bürgerkriegs (1936-39) erinnern wollte und erinnern durfte. Heute sind es vor allem gut vernetzte Angehörigen-Verbände, die via Internet das öffentliche Bewusstsein prägen und politische Forderungen stellen.
<p>
&#160;
</p>
<div style="text-align: center">
<img src="/sites/politik-digital.de/files/080703_fosacomun.jpg" alt="Screenshot fosacomun" height="274" width="340" />
</div>
<p align="center">
<i>Screenshot fosacomun </i>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>60 Jahre hat es gedauert, bis sich Spanien an die republikanischen Opfer des Bürgerkriegs (1936-39) erinnern wollte und erinnern durfte. Heute sind es vor allem gut vernetzte Angehörigen-Verbände, die via Internet das öffentliche Bewusstsein prägen und politische Forderungen stellen.</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div style="text-align: center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/080703_fosacomun.jpg" alt="Screenshot fosacomun" height="274" width="340" />
</div>
<p align="center">
<i>Screenshot fosacomun </i><br />
<!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Jesús<br />
Fernández Álvarez wurde im Morgengrauen des 25. Juni<br />
1938 in Oviedo/Asturien hingerichtet. Der 33-Jährige war<br />
Mitglied der Kommunistischen Partei und kämpfte im Bataillon<br />
&quot;Máximo Gorki&quot; gegen die franquistischen Truppen.<br />
Insgesamt 30 Gefangene wurden an diesem Tag erschossen und in einem<br />
Massengrab verscharrt. Jesús Fernández Álvarez<br />
ist einer von ca. 30.000 <i>desaparecidos </i>(Verschwundenen):<br />
Opfer des Bürgerkriegs auf der republikanischen Seite, deren<br />
Verbleib nicht endgültig geklärt ist. 60 Jahre nach seinem<br />
Tod hat er einen Grabstein erhalten &#8211; er ist 200 Pixel hoch und 155<br />
Pixel breit.
</p>
<p><b>Das Ende des Beschweigens</b></p>
<p>
Der<br />
Grabstein besteht aus einem Foto, einer Rose sowie einer<br />
Kurzbiografie. Abgebildet ist er  auf der Internetseite <a href="http://fosacomun.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fosacomun</a>. Die Betreiberin der Seite, die <i>Asociación<br />
de Familiares y Amigos de la Fosa Común de Oviedo, </i>ist<br />
eine von zahlreichen Angehörigen-Initiativen, die sich seit 1996<br />
in Spanien konstituiert haben. Ihr Ziel ist es, den unbekannten<br />
Opfern des Bürgerkrieges ein Gesicht zu geben und diese in Würde<br />
zu beerdigen. Zudem wollen sie  den Verbleib von Vermissten klären,<br />
die während des Bürgerkriegs und der Folgezeit starben.
</p>
<p>
Ein<br />
erstaunlicher Schritt in einem Land, das nach dem Ende der<br />
Franco-Diktatur 1975 durch eine konsequente Geschichtsvergessenheit<br />
aufgefallen ist. Der Übergang zur Demokratie gilt noch heute<br />
als Musterbeispiel eines friedlichen Systemwechsels. Doch wurde<br />
dieser  durch das anhaltende  Beschweigens der republikanischen Opfer<br />
erkauft.
</p>
<p>
Ein<br />
Bruch mit dieser Tradition fand erst zur Jahrtausendwende statt:: Die<br />
sozialistische Opposition erhöhte den Druck auf die konservative<br />
Regierung;  gleichzeitig traten erste zivilgesellschaftliche Gruppen<br />
in Erscheinung. Zentrale Figur dieser Bewegung war der<br />
Lokaljournalist Emilio Silva, der nach den Überresten seines<br />
Großvaters recherchierte und diese Arbeit in einer<br />
Regionalzeitung dokumentierte. Die Berichterstattung fand ein<br />
gewaltiges Echo: Aus dem ganzen Land meldeten sich  Menschen, die<br />
ebenfalls nach Angehörigen suchten; Archäologen und<br />
Forensiker boten ihre Unterstützung an. Mit der bald gegründeten<br />
<a href="http://www.memoriahistorica.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><i>Vereinigung zur Rückgewinnung der historischen Erinnerung</i></a> rückte das Thema der Verschwundenen mit Macht ins öffentliche<br />
Bewusstsein.
</p>
<p><b>Vernetztes Erinnern</b></p>
<p>
Diese<br />
Erinnerungsarbeit findet vor allem im Internet statt. Vereine,<br />
Initiativen, Institutionen, politische Gruppierungen und<br />
Einzelpersonen tragen auf miteinander vernetzten Internetseiten<br />
Informationen zusammen, die das ideologisch verzerrte Geschichtsbild<br />
der Franco-Jahre revidieren.
</p>
<p>
So<br />
werden unter <a href="http://museomemoriarepublicana.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://museomemoriarepublicana.blogspot.com/</a> Fotos,<br />
Briefe, Filmausschnitte und Hintergrundberichte kunstvoll zu einer<br />
Collage montiert: Diese soll, an die Opfer erinnern, die in den<br />
franquistischen Gefängnissen der Hauptstadt Madrid verschwanden.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div style="text-align: center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/080703_museummemorial.jpg" alt="Screenshot Museum Memoria Republicana" height="138" width="340" />
</div>
<div style="text-align: center">
<i>Screenshot Museo Memoria Republicana </i>
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Andere<br />
Seiten beispielsweise erinnern ästhetisch und technisch<br />
hochprofessionell an die Bombardierung Barcelonas durch Francos<br />
Truppen (<a href="http://www.idep.es/juliansite/bombardeo/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><u>idep.es/juliansite/bombardeo/</u></a>)<br />
oder dienen als virtueller Stammtisch für Mitglieder der<br />
Internationalen Brigaden<br />
(<u><a href="http://www.brigadasinternacionales.org/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">brigadasinternacionales.org/index.html</a></u>).
</p>
<p>
Das<br />
vielleicht persönlichste und gleichzeitig grafisch<br />
eindrucksvollste Beispiel digitaler Erinnerungsarbeit einer einzelnen<br />
Person ist die Seite <a href="http://www.fusilados.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fusilados.org</a>, auf der „Héctor&quot;<br />
seinem Großvater Ismael ein Denkmal setzt. Ismael wurde<br />
am 3. November 1939 nahe Burriana/Valencia erschossen.<br />
Die Todesstrafe wurde verhängt, weil er Mitgliedschaft in einer<br />
Gewerkschaft und ein „Feind des Katholizismus&quot; gewesen sei.<br />
Héctor dokumentiert auf der Website seine Spurensuche, zeigt<br />
Fotos von den Orte des Geschehens, legt über die heutigen Ansichten<br />
Schablonen, die etwa ein Massengrab markieren. Das heutige Haus der<br />
Kultur wird von der historischen Aufnahme des Militärgefängnisses<br />
überblendet, der unscheinbare Straßenabschnitt als<br />
Hinrichtungsstätte identifiziert &#8211; bekannte und banale Orte<br />
der Stadt erzählen plötzlich eine Geschichte.
</p>
<p><b>Politische Forderungen</b></p>
<p>
Die<br />
Arbeit an einem kollektiven Gedächtnis im Internet ist dabei<br />
mit ganz konkreten politischen Forderungen verknüpft. So geht es<br />
u.a. um  Entschädigungszahlungen, juristische Rehabilitation der<br />
Opfer, staatliche Unterstützung für weitere Exhumierungen<br />
oder die Tilgung von Straßenbenennungen aus der Franco-Ära.<br />
Hier steht noch eine umfassende rechtliche Regelung aus, auf die die<br />
zahlreichen Initiativen im Vorfeld mit teils erheblichen Druck<br />
Einfluss nehmen wollen.
</p>
<p>
Übrigens:<br />
Inzwischen erinnern in Oviedo ein Monument und eine großflächige<br />
Gedenktafel an Jesús Fernández Álvarez und die<br />
anderen republikanische Opfer des Bürgerkriegs &#8211; ganz real.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Digitaler Protest in Deutschland</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Jan 2008 15:07:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Demos]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Demo]]></category>
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					<description><![CDATA[Blogger und Website-Administratoren verhüllen kollektiv ihre Homepages, Internetnutzer rufen zeitgleich und massenhaft eine  Website auf und User senden Fotos, um ihr Bild später gemeinsam mit denen andrer in Collagen auf einer Webseite wiederzufinden: Ein kurzer Abriss über die Geschichte der Online-Demonstrationen in Deutschland. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Blogger und Website-Administratoren verhüllen kollektiv ihre Homepages, Internetnutzer rufen zeitgleich und massenhaft eine  Website auf und User senden Fotos, um ihr Bild später gemeinsam mit denen andrer in Collagen auf einer Webseite wiederzufinden: Ein kurzer Abriss über die Geschichte der Online-Demonstrationen in Deutschland. <!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Die internationalen Anfänge dieser Form des Protests liegen in den 90er Jahren. Damals entwickelten Netzaktivisten verschiedene Formen des so genannten „Electronic Civil Disobience“, des elektronischen zivilen Ungehorsams. Aus dieser Zeit stammt das Konzept der virtuellen Sit-Ins. Die Idee ist, möglichst viele Menschen in einem vorher festgelegten Zeitraum auf eine bestimmte Website zuzugreifen, um eine Überlastung des Servers hervorzurufen.
</p>
<p>
<br />
Das von Netzaktivisten in den 90er Jahren formulierte Konzept virtueller Sit-Ins beschrieb Ricardo Dominguez  in Einem <a href="http://subsol.c3.hu/subsol_2/contributors2/domingueztext2.html" target="_blank" title="Interview" rel="noopener noreferrer">Interview</a> im Jahr 1999 als „Stück in drei Akten“. Damit war gemeint, dass nicht nur die Aktion selbst, sondern auch die Ankündigung im Vorfeld und die Kommunikation im Anschluss an die Online-Demo von großer Bedeutung ist, um das politische Anliegen zu verbreiten.  <br />
Gruppen von Aktivisten kamen aus den USA, Mexiko, Italien, Japan und England. Viele der Netzaktivisten hatten einen künstlerischen Hintergrund und  hatten einen engen Bezug zur globalisierungskritischen Bewegung in den 90er Jahren.</p>
<p><b>Die ersten Online-Demos in Deutschland</b><br />
Im deutschsprachigen Internetraum waren die ersten Online-Demonstrationen keine Aktionen des elektronischen zivilen Ungehorsams. Experimentiert wurde mit dem Internet als Ort für Proteste &#8211; und es wurden eigene, weniger extreme Konzepte entwickelt. Hierzu zählen unter anderem Netzstreiks, die besonders von technik- und internetaffinen Gruppen genutzt wurden. </p>
<p>Einer der Vorreiter der bis dahin noch recht unbekannten Form der Online-Demonstration in Deutschland war ein kleiner Verein. 1998 initiierte der Darkbreed e.V. einen überwiegend offline angelegten Protesttag gegen aus Sicht der Initiatoren zu hohe Gebühren für Ortsgespräche im Netz der Telekom und für die Einführung von Internet-Flatrates. Dieser Protesttag wurde durch den Versuch einer Online-Demo unterstützt. Die krankte daran, dass kaum eine Handvoll Website-Betreiber daran teilnahm.  Diese waren aufgefordert, am Tag des Streiks kollektiv den Zugang zu ihren Websites mit dieser <a href="http://web.archive.org/web/19990418075641/http://www.gamespy.de/internetstreik/Streik-Seite.html" target="_blank" title="Protestseite" rel="noopener noreferrer">Protestseite</a> zu versperren, um so im Internet  auf das Thema aufmerksam zu machen.</p>
<p><b>Netzstreik für die Linkfreiheit</b><br />
Deutlicher wurde das Potential dieser Form der Online-Demonstrationen zwei Jahre später beim Netzstreik  „Gemeinsam gegen den Abmahnwahn“  des Vereins Freedom For Links, und den Betreibern von selfhtml.de und advograf.de im Jahr 2000. Mit einer Vorlaufzeit von zwei Tagen mobilisierten die Macher über 2500 Website-Betreiber, die für einen Tag lang den Zugang zu ihren Internetauftritten versperrten. Statt ihrer eigentlichen Startseite schalteten sie für 24 Stunden eine Vorschaltseite mit dem Hinweis „<a href="http://web.archive.org/web/20010303172724/www.freedomforlinks.de/Pages/index.html" target="_blank" title="Netzdemonstration" rel="noopener noreferrer">Netzdemonstration – Heute wegen Gerichtsverhandlung geschlossen</a>“. Die Vorschaltseiten waren mit einer Informationsseite zum Protestthema verlinkt, die am Tag der Online-Demo 150.000 mal aufgerufen wurde.<br />
Zum Einsatz kam diese Form der Online-Demonstration während der europaweiten Proteste gegen die Patentierung von Software in den Jahren 2003-2005, gegen das Gesetz zur verdachtsunabhängigen Vorratsdatenspeicherung in Deutschland 2006 und 2007 sowie in leicht abgewandelter Form im Rahmen eines Online-Protesttages aus Solidarität mit Bürgerrechtsprotesten in Birma im Herbst 2007.
</p>
<div style="text-align: center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Screenshot__Auschnitt__0.jpg" height="174" width="300" />
</div>
<p>
<br />
<b><br />
Stop Deportation Business</b><br />
Das klassische Konzept eines virtuellen Sit-Ins wurde in Deutschland erstmals im Jahr 2001 von der Initiative Libertad! und „kein mensch ist illegal“ umgesetzt. Mit „<a href="http://www.libertad.de/inhalt/projekte/depclass/spiegel/index.html" target="_blank" title="Stop Deportation Business" rel="noopener noreferrer">Stop Deportation Business</a>“ initiierten sie die bisher größte und kontrovers diskutierte Online-Demo, über deren Rechtmäßigkeit am Ende das Oberlandesgericht in Frankfurt entscheiden musste. Mit einer großen Werbekampagne mobilisierten die Macher 13.000 Menschen, die am 20.06.2001 kollektiv auf die Website der Lufthansa zugriffen, um gegen die Abschiebung von Flüchtlingen in Linienmaschinen zu protestieren. <br />
<b><br />
Online-Demo vor Gericht</b><br />
Einer der Initiatoren – der Betreiber der Libertad!-Website &#8211;  wurde im Anschluss an die Demonstration wegen des Aufrufs zu Nötigung verklagt. Im Ermittlungsverfahren geprüft wurden unter anderem die Vorwürfe, dass das virtuelle Sit-In den Tatbestand der Computersabotage und der Datenveränderung erfülle. Beides fand jedoch letztendlich keine Erwähnung in der Klageschrift. <br />
Im Jahr 2005 verurteilte das Amtsgericht Frankfurt am Main den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 900 Euro wegen „öffentlicher Aufforderung zu Straftaten“ über die Website. Das Gericht entschied, dass es sich bei der Blockade der Website mittels elektronischer Signale eine Form der physischen Gewalt  und somit um eine Straftat handelte. Dieses <a href="http://www.libertad.de/service/downloads/pdf/Online-Demo-Urteil.pdf" target="_blank" title="erstes Urteil" rel="noopener noreferrer">erste Urteil</a> wurde im Jahr 2006 von der nächsthöheren Instanz, dem Oberlandesgericht in Frankfurt, aufgehoben und der Angeklagte freigesprochen. Die Einschätzung, dass ein virtuelles Sit-In eine gewalttätige Handlung darstellt, wurde durch das <a href="http://www.libertad.de/service/downloads/pdf/olg220506.pdf" target="_blank" title="2tes Urteil PDF" rel="noopener noreferrer">zweite Urteil im Online-Demo-Prozess</a> vom OLG in Frankfurt zurückgewiesen.<br />
Die Rechtslage ist jedoch trotz des Präzedenzfalls nicht abschließend geklärt und eine gesetzliche Festschreibung dieser wie anderer Formen des Online-Protests vorerst nicht in Aussicht.<br />
<b><br />
Virtuelle Sit-Ins in Deutschland</b><br />
Das damals ausstehende Urteil und der knapp fünf Jahre dauernde Rechtsstreit, wird als ein Grund angesehen, dass die nachfolgend in Deutschland durchgeführten virtuellen Sit-ins weitgehend anonym organisiert wurden und keine ähnlich hohen Teilnehmerzahlen mehr erreichten. Die Kommunikation im Vorfeld und im Anschluss an die Aktionen fand aufgrund der nicht absehbaren rechtlichen Folgen nur noch in sehr kleinem Rahmen statt.<br />
Innerhalb der Netzgemeinde sind virtuelle Sit-Ins umstritten, da sie zu viel Datenverkehr erzeugen und so die ohnehin ausgelasteten Netze mit unnötiger Datenflut belasten.<br />
<b><br />
Foto-Demonstrationen</b><br />
Eine weitere Form der Online-Demonstrationen sind Foto-Demonstrationen. Abgesehen von der Aktion des „<a href="http://web.archive.org/web/20001215082000/http://www.greenpeace.de/GP_DOK_3P/GENETIX/SEITEN/XCHRONO.HTM" target="_blank" title="genetiXproject" rel="noopener noreferrer">genetiXproject</a>“ &#8211;  einem Jugendverband von Greenpeace &#8211; in den Jahren 1998/99 hat diese Form Protests in Deutschland erst seit Mitte des Jahres 2005 an Bedeutung gewonnen. Foto-Demonstrationen sind nicht<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/iDemokratie_2005_ausschnitt.jpg" alt="iDemonratie" align="left" height="107" width="150" /> aus einer bestimmten Bewegung heraus entstanden. Im Verhältnis zu den anderen beiden Typen von Online-Demonstrationen decken sie ein relativ breites Themenspektrum ab. Die einzelnen Konzepte und das optische Erscheinungsbild der Foto-Demonstrationen variieren stark. Sie reichen von einer einfachen Darstellung der Bilder über Fotocollagen, einem virtuellen Gefängnis bis hin zu Online-Menschenketten. Einige Aktionen liefen zusammen mit breit angelegten Kampagnen, andere dienten zur Unterstützung oder Vorbereitung von Aktionen in der realen Welt und wieder andere wurden durch Aktionen in der realen Welt publik gemacht.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Avatar-Demonstrationen</b><br />
Erst im Jahr 2007 auf der Bildfläche erschienen sind Avatar-Demonstrationen. Sie orientieren sich am ehesten an realen Protestformen wie Demonstrationen und Versammlungen. Reale Menschen setzen virtuelle Abbilder der eigenen Person ein, um sich mit anderen  Avataren in virtuellen Welten, derzeit insbesondere dem Second Life, zu versammeln und zu protestieren. Im Jahr 2007 fanden dort unter anderem Avatar-Demonstrationen gegen die Vorratsdatenspeicherung, gegen Armut und für eine friedliche Revolution in Birma statt.
</p>
<div align="center">
<object height="255" width="317"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/PHH9T8xVXgs&amp;rel=1"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/PHH9T8xVXgs&amp;rel=1" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" height="255" width="317"></embed></object>
</div>
<p align="center">
Avatar-Demonstration im Second Life</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Down and out, on the Road</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/down_and_out_on_the_road-64/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:43:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Obdachlosigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<b>Down and out, on the Road</b>The Homeles in American History</b> <p>Wie in Europa so gab es auch in den nordamerikanischen Kolonien schon im 17. Jahrhundert Obdachlosigkeit. Während hierzulande aber der Dreißigjährige Krieg große Zahlen von Menschen entwurzelte, war die Zahl der Obdachlosen in Nordamerika bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein noch sehr begrenzt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Down and out, on the Road</strong><br />
The Homeles in American History<br />
Wie in Europa so gab es auch in den nordamerikanischen Kolonien schon im 17. Jahrhundert Obdachlosigkeit. Während hierzulande aber der Dreißigjährige Krieg große Zahlen von Menschen entwurzelte, war die Zahl der Obdachlosen in Nordamerika bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein noch sehr begrenzt. Erst die dann einsetzende Industrialisierung ließ die Anzahl der Obdachlosen langsam ansteigen.<br />
Noch einschneidender war der amerikanische Bürgerkrieg, an dessen Ende 1865 sich eine lang andauernde Hochphase der Obdachlosigkeit anschloß. Dafür gibt es viele Gründe: neben den sich periodisch wiederholenden wirtschaftlichen Rezessionen, die immer wieder neue Menschen auf die Straßen spülten, lagen die Gründe im nunmehr gut ausgebauten Einsenbahnnetz, das die jetzt &#8220;Hobos&#8221; oder verächtlich &#8220;Tramps&#8221; genannten Obdachlosen schwarzfahrend zur Fortbewegung nutzten und in der (im Krieg gemachten) Erfahrung vieler Männer mit dem Lagerleben. Viele Bürger in den ländlichen Gebieten trafen zum ersten Mal auf Obdachlose, deren Anblick bis dahin nur in den großen Städten alltäglich gewesen war, &#8211; und reagierten verstört. Gruselgeschichten von gewalttätigen &#8220;Tramps&#8221; füllten die Gazetten. Im 20. Jahrhundert nahm die Zahl der Obdachlosen langsam wieder ab.<br />
Erst die New-Deal-Regierung Roosevelts unternahm kurzzeitig große Anstrengungen der Fürsorge für Obdachlose (die allerdings abebbten, als erste Erfolge eintraten &#8211; nicht zuletzt deshalb, weil politische &#8220;pressure groups&#8221; für Obdachlose nicht existierten). Bis dahin war die Fürsorge immer eine lokale Angelegenheit gewesen, und die Politik schwankte zwischen Repression (Verurteilung wegen Landstreicherei, Zwangsarbeit) einerseits und Hilfe andererseits. Die Kultur der USA ist stark protestantisch geprägt, wozu Überzeugungen gehören, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied sei, und dass Armen nur nach genauer Prüfung ihrer &#8220;Würdigkeit&#8221; gegeben werden solle. Gleichwohl haben sich immer Bürger gefunden, die in Anbetracht der Not &#8211; speziell wenn diese massenhaft auftrat &#8211; halfen ohne mißtrauische Prüfung der Bedürftigen.<br />
Während in den Jahren 1945-1975 die Obdachlosigkeit zu einem Randproblem geworden war, das vor allem eine umgrenzte Gruppe älterer Männer betraf, nahm in den 80er Jahren die Obdachlosigkeit wieder rasant zu. Auch änderte sich ihr Gesicht: Zwar hatten Schwarze (und vereinzelte Frauen) immer zu den Obdachlosen gehört, doch sind heute mehr Frauen und mehr Angehörige von Minderheiten denn je obdachlos. Auch, und das ist vielleicht das Bedrückendste der von Kusmer dargelegten Statistiken, sind Obdachlose heute wesentlich ärmer als vor einer oder zwei Generationen, als es noch kleine, oft saisonale Jobs für Obdachlose gab, die es ihnen ermöglichten, ein simples Zimmer oder zumindest ein Bett in einer Sammelunterkunft zu bezahlen. Heute bleibt nur noch die Suppenküche, das Betteln auf der Straße und, wenn überhaupt, der &#8220;welfare check&#8221;. Zudem sind in der Ebbe-Zeit der Obdachlosigkeit in der 50er-70er Jahren viele städtische Wohngebiete mit preiswertem, sehr einfachem Wohnraum, in denen sich Obdachlose konzentrierten (&#8220;skid row&#8221;), &#8220;saniert&#8221; worden, wodurch erschwinglicher Wohnraum ersatzlos vernichtet wurde.<br />
Will er die Geschichte von Städten und Gemeinden schreiben, bedient sich der Historiker verschiedener Quellen wie z.B. Volkszählungen, Steuerakten, Adreßbücher, Kataster. Das meiste davon liegt für Obdachlose nicht vor, denn diese haben keinen Wohnsitz, zahlen keine Steuern etc., lediglich Polizei und Justiz sowie caritative Organisationen und Kommunen hinterlassen gewisse Akten, die Auskunft über Obdachlose geben, wozu manchmal noch Selbstzeugnisse treten.<br />
Kenneth Kusmer, Professor für Geschichte in Philadelphia und Spezialist für Stadtgeschichte der USA, hat eine bemerkenswerte Arbeit vorgelegt, in der er verschiedene Quellen nutzt und in eine große Übersicht integriert. Dabei verweilt er nicht nur auf der Ebene des Zusammentragens von Fakten über Wirtschaftskrisen, Übernachtungszahlen Obdachloser oder deren Verurteilung durch Gerichte. Vielmehr erarbeitet er parallel eine Mentalitätsgeschichte der Haltung der Mehrheit der Bevölkerung zu den Obdachlosen und Armen. Dabei fällt ihm auf, dass häufig die Arbeiterklasse, also Menschen, die selbst zumeist eine bescheidene und auch abstiegsgefährdete Existenz führen, am meisten Solidarität mit den sozial Abgestürzten zeigen. Aber auch viele aus dem Bürgertum gaben und geben Bettlern oder engagierten sich bei der Eröffnung von Suppenküchen, oft durchaus zum Mißfallen der Fürsorge-&#8220;Profis&#8221;, also der Sozialarbeiter, die besonders im 19. und frühen 20. Jahrhundert häufig einen kontrollierenden und disziplinierenden Ansatz verfolgten.<br />
Mentalitätsgeschichtlich ist die interessanteste Periode &#8211; die Kusmer meisterhaft beleuchtet &#8211; die Zeit von 1865 bis zum ersten Weltkrieg, die Zeit, in der die Masse der US-Bürger überhaupt Bekanntschaft mit Obdachlosen macht. Als Reaktion folgt eine Phase der Angst vor Obdachlosen und deren Verfemung, dann Gewöhnung bis hin zu Anzeichen von Verständnis und teilweise Solidarität. Kusmer analysiert dazu Presseartikel, Romane, &#8220;Hobo&#8221;-Gedichte und die ersten Filme bis zu Chaplins &#8220;The Kid&#8221;. Wo es möglich ist, stellt er dem medialen und orbrigkeitlichen Bild des Obdachlosen die Realität gegenüber. Auch eher unerwartete Themen schneidet er an wie die Sexualität der Obdachlosen oder die Rolle der (wenigen) obdachlosen Frauen. Wiewohl er in den Obdachlosen zuerst Opfer sieht, vergißt er doch nie, dass sie, auch in der Not, selbst ihr Leben gestalteten, ja dass manche &#8211; vor allem junge Männer &#8211; das ungebundene Leben selbst wählten, um einem ungeliebten familiären Umfeld und insbes. unerträglichen Arbeitsbedingungen der Fabriken des 19. Jahrhunderts zu entkommen.</p>
<table width="204" border="0" cellspacing="0" cellpadding="6" align="left">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" bgcolor="#FFCC00" width="189"><strong>Buch-Info</strong><br />
Kenneth Kusmer:<br />
Down and out, on the Road.<br />
The Homeles in American History.<br />
Oxford u.a. (Oxford Univ. Press) 2002</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Kusmer betont als Quintessenz seiner Studie, dass Obdachlose sich kaum vom arbeitenden Durchschnittsamerikaner unterscheiden. Sie sind nur ärmer! Behauptungen, Obdachlose seien überwiegend psychisch krank und deswegen kaum integrierbar in die Gesellschaft, weist er zurück. Als ermutigenden Mentalitätswandel hält er fest, dass es in den USA nie so viele Menschen gegeben hat, die sich für die Rechte Obdachloser einsetzten, wie heute.<br />
Als Autor steht Kusmers mit seiner Sympathie für Obdachlose auf dem US-amerikanischen Buchmarkt nicht allein da, wenngleich er in besonderer Weise durch historische Tiefenschärfe beindruckt (<a href="#1">1</a>).<br />
Die letzte große Welle der Obdachlosigkeit erlebte Deutschland infolge des Bombenkriegs im 2. Weltkrieg und durch die anschließende Vertreibung von 10 Millionen Menschen aus dem deutschen Osten und Ostmitteleuropa. Durch große Anstengungen wurde hierzulande in den 50er Jahren der benötigte Wohnraum geschaffen, überwiegend durch die Privatwirtschaft (Versicherungen z. B. legten ihre Gelder damals vorrangig in Wohnimmobilien an). In den USA wüteten &#8211; vom 1865 beendeten Bürgerkrieg abgesehen &#8211; niemals solche Kriege. Vielmehr muß die hohe Obdachlosigkeit dort als ein Signum der für die Mehrheit typischen Mobilität angesehen werden &#8211; der räumlichen aber vor allem sozial-beruflichen Mobilität. Einer Mobilität, die die Möglichkeit zum Aufstieg eröffnet, aber auch das Risiko des Abstiegs im Falle von familiären, gesundheitlichen oder geschäftlichen Unglücksfällen in sich birgt. Kusmer bemerkt interessanterweise, dass es in den USA Einwanderergruppen &#8211; wie z.B. Juden und Italiener &#8211; gab, die trotz relativer Armut größeren Zusammenhalt bewahrten und aus deren Kreisen sich kaum Obdachlose rekrutierten, da deren Arme als Bettler oder Gelegenheitsarbeiter in ihre Familien und Wohnviertel integriert blieben. Staatliche soziale Netze hingegen sind in den USA offenbar nicht dicht genug geknüpft, um Arme vor der Obdachlosigkeit zu bewahren.<br />
Fazit: Eine sehr gelungene, detailreiche, umfassende Geschichte der Obdachlosigkeit, einer Erscheinung, die zu dem gehört, was ein deutscher Autor schon vor 50 Jahren die &#8220;Kehrseite der USA&#8221; genannt hat.</p>
<table width="146" border="0" cellpadding="2">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div align="center">Erschienen am 14. 02. 2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>1. Siehe z.B. die Buchhinweise auf: <a href="http://www.anotherwaytohelpthehomeless.com/notably_new.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.anotherwaytohelpthehomeless.com/notably_new.htm</a></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Chat mit Guido Knopp</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat_mit_guido_knopp-454/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Apr 1999 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Guido Knopp]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/chat_mit_guido_knopp-454/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;">
Wenige Minuten vor der Ausstrahlung der Sendung "Willy Brandt - Der Visionär" nimmt
der Vater der ZDF-Serie "Die Kanzler" in diesem BOL-Chat Stellung zu seinem
gleichnamigen Buch. (27. April 1999)</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><br />
Wenige Minuten vor der Ausstrahlung der Sendung &#8220;Willy Brandt &#8211; Der Visionär&#8221; nimmt<br />
der Vater der ZDF-Serie &#8220;Die Kanzler&#8221; in diesem BOL-Chat Stellung zu seinem<br />
gleichnamigen Buch. (27. April 1999)</span><!--break--></p>
<table border="0" width="360">
<tbody>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Philipp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Herr Knopp, welcher von den sechsen ist Ihr Lieblingskanzler?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Eindeutig Helmut Kohl, denn der hat die Geschichte am Überraschendsten verändert!<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">adenauer:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Wird Schröder in der Kanzlergalerie auch einmal ganz vorne stehen oder ist er nur ein Übergangskanzler?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Schröder muß noch ein bißchen üben und ein paar harte Wochen zusätzlich<br />
verdauen, bis er die nötige Abhärtung für die Historie erfahren darf!<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">nicola99:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Werden unsere politiker, gutes Beispiel unser aktuelle Kanzler nicht<br />
immer medien-charismatischer und benutzen dhnlich wie Clinton die<br />
Medien wie TV, Internet um Mehrheitsfaehige Themen und nicht ihre<br />
politik zu machen_<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Völlig richtig, Nicola. Der Wähler muß nur wissen, wo hinter all dem<br />
Mediendunst der harte Kern der Politik steckt. Das braucht etwas Übung<br />
für uns alle!<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Moderator:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
dh qwir aollten<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Moderator:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
dh wir sollten ihre Buecher kaufen? smile<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Das ist nie verkehrt!<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">WolfgangClement:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Wann kommen Sie mit einer Reihe |ber die gescheiterten<br />
SPD-Spitzenkrdfte a la &#8220;Die Versager- die SPD und ihre Kandidaten&#8221;<br />
(Lafontaine, Engholm etc.)<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Aber ich empfehle auch die Fernsehsendungen!<br />
</span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table>
<tbody>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Moderator:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
oh, ich vergaß. Sorry &#8211; dabei bin ich doch Stammseher&#8230;<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Das überlasse ich wohl besser den Dritten Programmen der ARD.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Moderator:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
also wird es da kein Buch von Ihnen geben?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Nein<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Ben_B:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Überhaupt: was unterscheidet das Buch von der ZDF-Serie?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Ben_B:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Einfach mehr Fakten und Dokumente? Oder eine ganz andere Perspektive zum Thema?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Fernsehen macht Geschichte sinnlich erfahrbar. Es zeigt die Atmosphäre<br />
einer Zeit. Das Buch zum Film kann das Gesehene vertiefen, ergänzen,<br />
erweitern. Beides zusammen genommen ist die beste Information.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">adenauer:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Mit Ihren Dokumentationen habe Sie bewiessen, wie sich trockene<br />
Geschichte plastisch und massenattraktiv via TV erzählen läßt. Kann so<br />
etwas auch im Internet funktionieren?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Das wäre mein Traum. Ich hoffe auf interaktive Chatrooms, in denen wir<br />
in Zukunft vor einem Massenpublikum historische Themen im<br />
demokratischen Diskurs behandeln können.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Ben_B:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Wie erklären Sie sich denn diese Kohl-Euphorie, wo doch während seiner<br />
Amtszeit über Jahre keiner mehr mit dieser Regierung zufrieden war?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Der Mensch vergißt sehr schnell. In der Erinnerung an Helmut Kohl<br />
bleibt heute vor allem das Jahr der Einheit &#8211; als Bilanz seiner<br />
Regierungszeit. In den entscheidenden zwölf Monaten hat Kohl zumindest<br />
außenpolitisch alles richtig gemacht.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">adenauer:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Kann Schäuble 2002 nächster Kanzler werden?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Ich glaube nicht. Eher wählt die Union Stoiber als Kandidaten.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">WolfgangClement:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Wird es denn die CDU beim der naechsten Wahl schaffen die rot-gruene<br />
Mehrheit zu verdreangen? Wie wahrscheinlich sind vorgezogenen Neuwahlen?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Eher brechen die Grünen aus, Schröder holt die FDP an Bord, und wenn<br />
die Arbeitslosenzahl dann auch noch unter drei Millionen sinken sollte,<br />
wird es eng für die Union.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">adenauer:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Wer ist für Sie der glaubwürdigste (lebende bzw. bereits tote) Politiker?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Ludwig Erhard war glaubwürdig. Er glaubte an das Gute im Menschen, und deshalb war er der Politik nicht gewachsen.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Ben_B:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Haben Sie Gerhard Schröder schon mal im Kanzleramt besucht? Wissen Sie, was er in der täglichen Arbeit anders macht als Kohl?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Moderator:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
noch da..?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Ich kenne persönlich Brandt, Schmidt und Kohl &#8211; Schröder noch nicht. Es<br />
wird ihm gut tun, wenn er abends nicht mehr nach Hannover fliegen muß,<br />
sondern Doris bei ihm in Berlin ist. Das schafft den nötigen Background<br />
für mehr Stetigkeit.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">schaeuble:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Hätte ein Kanzler Brandt in der heutigen Mediendemokratie angesichts von Frauen- und Spionageaffären überhaupt ein Chance?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Frauenaffären verzeiht man ja heute bekanntlich mehr als damals. Brandt<br />
ist nicht über die Spionageaffäre Guillaume gestürzt, sondern weil ihm<br />
am Ende die Kraft und die Lust für den Kanzler-Job gefehlt hat. So<br />
gesehen hätte er auch heute eine faire Chance. Die politischen<br />
Bedingungen sind nicht härter als damals.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">helmut99:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Werde ich nach Rau 2004 zum Bundespräsidenten gewählt Herr Knopp?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Was hast Du zu bieten, Helmut99?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">UUUUUUUPS:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
*lach*<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">helmut99:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Ich bin immer noch am längsten dabei gewesen 🙂<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Helmut99, bist Du überfordert?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Ben_B:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Wieviel Macht hat die Kanzler-Clique? Funktioniert ein Kanzler ohne Bohl oder Hombach überhaupt?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">helmut99:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Nein, ich flieg ja bald in den Kosovo, hab ich Bill versprochen!<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Natürlich nicht. Ein Regierungschef ist nur so gut wie seine Mitarbeiter.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">mielein:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
und wie schätzen sie die chancen von uta ranke-heinemann ein ?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Die Dame sollte besser nach Mallorca fahren.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">helmut99:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Welches Buch enthüllt in Ihren Augen den Politikbetrieb am Trefflichsten Herr Knopp?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Moderator:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
(psst.. Spendieren sie Ihr das Ticket?)<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">mielein:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
warum ausgerechnet mallorca ? zusammen mit gysi ?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Ich nenne Ihnen ein Buch, das ich sehr gut kenne: &#8220;Kanzler&#8221; &#8211; Die<br />
Mächtigen der Politik. Es zeigt die Geschichten hinter der Geschichte<br />
von 50 Jahren Bundesrepublik.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">UUUUUUUPS:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
gysi fährt eher lieber zu seinen brüdervölkern&#8230;.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">sonja:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Wer schreibt denn Ihre Bücher mit Ihnen?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Ein Stab von exzellenten Mitarbeitern. Einer sitzt gerade neben mir. Er heißt Jörg Müllner und kommt aus Amberg (Bayern).<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Heddergott:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Überschreitet die szenische Darstellung von Geschichte &#8211; auch bei<br />
&#8220;Kanzler&#8221; &#8211; nicht die Grenzen traditioneller Historiographie oder<br />
nehmen Sie in Kauf, daß eine neue Art, eine Video-Historiographie<br />
entsteht?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Um junge Menschen darf man Geschichte nicht nur mit Zeitzeugen und<br />
Archivteilen präsentieren, sondern muß es gelegentlich auch szenisch<br />
tun, wenn die Szenen dokumentarisch exakt belegt sind. Bei unserer<br />
Serie &#8220;Kanzler&#8221; gibt es im übrigen fast keine Szenen, weil so viel<br />
gutes Doku-Material vorhanden ist. Außerdem ist Fernseh-Historiografie<br />
die Geschichtsform der Zukunft, aber ich sehe sie am liebsten in<br />
Kombination mit dem traditionellen Medium Buch.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Heddergott:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Herr Knopp, Sie verwerten Ihre Serien ja auf CD-ROMS mit eigens<br />
programmierten Redaktinssystemen. Eröffnen sich hier für Historiker wie<br />
für Journalisten neue Tätigkeitsfelder?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Die CD-Rom ist die ideale Kombination von Film und Buch, nur hat sie<br />
leider noch zu wenige Benutzer. Ein Beispiel: Ein Film zum Thema<br />
&#8220;Hitlers Helfer&#8221; hat etwa sechs Millionen Zuschauer, eine CD-Rom zum<br />
gleichen Thema eine Auflage von maximal 20 000 Stück.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">ula:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Das ist interessant<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">wickie:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Warum hat das Thema Hitler eine so große Faszination für die Menschen, obwohl er allgemein als Mörder eines ganzen Volkes gilt?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Es ist die Faszination des Bösen. Die Menschen fragen sich, wie konnte<br />
es geschehen, daß ein ganzes Volk auf einen solchen Psychopathen<br />
hereinfiel.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">pab:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Wie schaut es denn mit &#8220;Internet-Historiografie&#8221; aus?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Das ist ein Themenfeld des 21. Jahrhunderts, das wir erst erschließen müssen. Ich prophezeie eine große Zukunft.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Ben_B:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Sind Sie selbst online &#8211; mit Ihren Projekten? Welche Rolle spielt die Internet-Recherche bei Ihrer Arbeit?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Wir sind ständig auf unserer ZDF-Homepage präsent. Dort werden alle<br />
unsere Filme wie auch Macher vorgestellt. Mein Team nutzt das Internet<br />
bei Recherche sehr intensiv. So ist es zum Beispiel möglich, online auf<br />
den Katalog der National Archives in Washington zuzugreifen.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">pab:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Herr Knopp, was halten Sie von dieser Moeglichkeit, sich im Rahmen eines Chats mit Ihnen unbekannten Menschen zu unterhalten?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Es ist für mich eine Premiere heute, aber ich empfinde es als originell und anregend.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Larsandl:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Wie steht es bei Ihnen persoenlich mit neuen Medien: Wie wird sich<br />
Ihrer Meinung nach politik verändern? Wird die naechste Wahl ueber das<br />
Internet gewonnen/verloren?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Je mehr junge Menschen, die mit den neuen Medien aufgewachsen sind, als<br />
Wähler oder Gewählte in der Politik mitbestimmen, desto mehr werden die<br />
neuen Medien selbst zu einem wichtigeren Faktor in der Politik.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">gysi:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Herr Knopp, haben Sie denn schon mal ein Buch online bestellt?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Das kann ich leider noch nicht, weil es mir meine Kollegen noch nicht gezeigt haben. Aber ich bin lernfähig.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Sic:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Genau. Wie recherchieren Sie überhaupt? Woher das ganze Material?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Für jeden Film arbeitet ein Team von drei bis vier Autoren,<br />
Dokumentaristen und Researchern, die wie die Wühlmäuse nach<br />
Interessantem und &#8211; wenn möglich &#8211; Neuem suchen. Wir suchen in Archiven<br />
zwischen Washington und Moskau, setzen die ZDF-Korrespondenten ein,<br />
führen Hintergrundgespräche mit Zeitzeugen, verbringen viel Zeit in<br />
diversen Staats- und Privatarchiven &#8211; und gelegentlich werden wir<br />
fündig.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Ben_B:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Was lesen Sie gerne, wenn Sie nicht recherchieren? Romane? Sachbücher? Was liegt auf Ihrem Nachttisch&#8230;?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Sachbücher tagsüber kursorisch. Abends vor dem Schlafengehen Biographien oder spannende Roman von Grisham von Crichton.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">mielein:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
was halten sie von golo mann ?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">mielein:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
und wie halten sie es mit den literaturklassikern (Goethejahr!)<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Ein großer Historiker, der auch noch glänzend schreiben konnte &#8211; was<br />
selten ist. Er gehört zu meinen Vorbildern &#8211; wie Sebastian Haffner,<br />
Johannes Gross und Peter Scholl-Latour.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Ben_B:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Welches Buch hat Sie zuletzt richtig begeistert?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Goethe ist der Größte. Ich werde im Herbst nach Weimar fahren und zwei<br />
Tage Goethe satt erfahren &#8211; oder was noch von ihm übrig ist.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Ich habe vor einem halben Jahr Sebastian Haffners &#8220;Anmerkungen zu<br />
Hitler&#8221; wieder gelesen. Das kann ich jeden von Ihnen empfehlen: Ein<br />
zeitloser Klassiker, glänzend geschrieben.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">UUUUUUUPS:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
haben Sie auch Projekte die sich speziell mit Geschichtsjournalismus für Kinder kümmert?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">mielein:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
ein prophet, der haffner<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Nein, das macht unser Kinderprogramm.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuggiGuggi:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
In Amerika gibt es viele politische Magazine (Goerge), in Deutschland<br />
sieht es da sehr mager aus. Woran liegts? Sind wir Deutsche einfach<br />
politik muede, oder ist deutsche politik einfach unsexy?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Ein gutes politisches Magazin braucht Minimum 500 000 Käufer. Unser<br />
Markt verkraftet mit &#8220;Spiegel&#8221; und &#8220;Focus&#8221; gerade mal zwei. Das ist<br />
schade, denn für frischen Wind in der Magazin-Szene bin ich immer zu<br />
haben. Politik muß außerdem nicht sexy, sondern klug sein.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Bitte jetzt die letzte Frage!<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Steffenzimmermann:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Erst das 3. Reich jetzt die Kanzler, ist die deutsche Geschichte jetzt durch[DWas werden Sie als ndchstes zeigen?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Ben_B:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Haben Sie schon ein neues Projekt &#8211; ein Buch oder eine Serie?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Der Stoff geht nicht aus. Im Herbst kommt eine hundertteilige Serie<br />
&#8220;100 Jahre&#8221; über das 20. Jahrhundert. Im nächsten Jahr kommen Serien<br />
über die Hitler-Jugend, den Holocaust und die Deutsche Einheit, 2001<br />
Serien über &#8220;Die große Flucht 1945&#8221;, die &#8220;Rätsel des 20. Jahrhunderts&#8221;<br />
etc. Doch zunächst kommt heute abend die vierte Folge unserer Reihe<br />
&#8220;Kanzler&#8221;: Willy Brandt &#8211; Der Visionär, ein spannender und bewegender<br />
Film, den es zu sehen lohnt.<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Vielen Dank für Ihr Interesse. Bleiben Sie uns treu!<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Moderator:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Lieber Herr Knopp, im Namen von BOL und politik-digital vielen Dank, daß Sie sich die Zeit für diesen Chat genommen haben!<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">mielein:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
danke für den hinweis, ich werde ausnahmsweise wieder mal fernsehen *g*<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Ben_B:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Bye, bye und eine gute Quote für die Brandt-Folge heute abend 😉<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">helmut99:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Sehen wir uns demnächst beim Saumagen-Essen, Herr Knopp?<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">Heddergott:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Ist E-Mail-Kontakt zu Herrn Knopp nach dem Forum möglich???<br />
</span></td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;">GuidoKnopp:</span></th>
<td><span style="font-size: x-small; font-family: arial,helvetica;"><br />
Sie können an das ZDF mailen. Schauen Sie doch mal auf unsere Homepage!<br />
</span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><!-- Content Ende --></p>
<table border="0" width="390" cellspacing="0" cellpadding="2">
<tbody>
<tr>
<td align="center">&nbsp;</p>
<p><center><br />
<i><a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;">Kommentieren<br />
Sie diesen Artikel!</span></a></i></center><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><br />
</span></p>
<p><center><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><i><a href="http://www.politik-digital.de/salon/diskussion/">Diskutieren<br />
Sie mit anderen in unserem Forum!</a></i></span></center></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<hr align="left" noshade="noshade" size="1" width="390" />
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Weiterführende Links:</b></span></p>
<ul>
<li><a href="http://www.bol.de/cec/cstage?ecaction=boldeeplink&amp;template=bolproductview.de.htm&amp;PrdId=168543221&amp;referrer=011104130001">Es lebe die Republik, es lebe Deutschland!</a></li>
<li><a href="http://www.politik-digital.de/salon/chat/">politik-digital Chat</a></li>
<li><a href="http://www.politik-digital.de/salon/termine/">Chat Termine bei politik-digital</a></li>
<li><a href="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/kohl/">Peter Schwarz über Helmut Kohl</a><b><span style="color: #666666;">Links im Internet:</span></b></li>
<li><a href="http://www.zdf.de/">ZDF.de</a></li>
<li><a href="http://www.bol.de/">BOL.de</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat_mit_guido_knopp-454/feed/</wfw:commentRss>
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