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		<title>Smart Cities &#8211; Teil 3: Dubai</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Herrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Jul 2018 08:31:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Gesichtserkennung]]></category>
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					<description><![CDATA[Wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, stellt sich verstärkt die Frage nach der Sicherheit des öffentlichen Raumes. Die Wüstenstadt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Dubai.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-154902 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Dubai.png" alt="Smart Dubai, PublicDomainPictures via Pixapay, CC0, bearbeitet. Manuchi via Pixabay, CC0, bearbeitet." width="640" height="350" /></a>Wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, stellt sich verstärkt die Frage nach der Sicherheit des öffentlichen Raumes. Die Wüstenstadt Dubai versucht aktuell diese Frage mit dem Einsatz von sogenannten „Robocops“ zu beantworten. Mit Hilfe von intelligenter Gesichtserkennung, Live-Videoübertragung oder eingebauten Touchpads sollen die Roboter der Polizei bei der Verbrechensbekämpfung im öffentlichen Raum helfen.</p>
<p>Im Rahmen seiner <a href="https://smartdubai.ae/en/About/Pages/AboutSmartDubai.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Smart Dubai“ Kampagne</a> hat sich die Stadt Dubai zum Ziel gesetzt, zur „glücklichsten und smartesten Stadt der Welt“ zu werden – so zumindest der Slogan der der Kampagne. Dabei sollen technologische Innovationen dazu beitragen, die Stadt „effizient, sicher und makellos“ zu gestalten. Ganz im Sinne dieses Kredos rollt seit Juni vergangenen Jahres der „Robocop“ (zu dt.: Polizei-Roboter) durch die Straßen der Millionenstadt. Der menschenähnliche Roboter soll mit Hilfe von verschiedenen technologischen Features der Polizei dabei helfen, die Stadt der Zukunft sicherer zu machen. In Zeiten von abstrakten Digitalisierungsbegriffen wie Big Data, Künstlicher Intelligenz (KI) oder Block Chains öffnet der Einsatz von Robotern einen Bereich des Fortschrittes, der weniger abstrakt erscheint. Denn roboterartige Helfer im Alltag symbolisieren das Klischee einer digitalisierten Zukunft so konkret, wie bisher wenig andere Erfindungen. Dubais „Robocop“ greift so die scheinbar verlorengegangene Debatte darüber auf, inwiefern es Robotern gelingen wird, die Zukunft durch direkte Interaktion mit dem Menschen zu verändern.</p>
<h3>Mit dem „Robocop“ zu mehr Sicherheit in der Stadt</h3>
<p>Mit seinen 1,70m, den 100kg Gewicht und der menschenähnlichen Statur erinnert der „Robocop“ durchaus an einen echten Polizisten. Eine dunkelgrüne Uniformkappe signalisiert schon von Weitem die Zugehörigkeit des Roboters, der Hände schütteln und salutieren kann. Eine Waffe trägt der neue Helfer der dubaiischen Polizei allerdings nicht. Stattdessen sollen die Robocops mit anderen technischen Features Verbrechen bekämpfen. Eine eingebaute Kamera ermöglicht beispielsweise die Gesichtserkennung vorbeilaufender Passantinnen und Passanten. Die Live-Bild-Übertragung soll der Polizei zusätzlich ermöglichen, belebte Orte in der Stadt besser zu überwachen und so beispielsweise unbeaufsichtigte Gepäckstücke schneller zu identifizieren. Ein etwa auf Brusthöhe des Roboters integriertes Touchpad soll außerdem die Kommunikation mit der lokalen Bevölkerung verbessern. Auf dem Bildschirm können verschiedene Servicefunktionen ausgewählt werden, wie beispielsweise das Melden eines verloren gegangenen Gegenstandes oder eines Unfalls. Zudem soll der Roboter in der Lage sein, Anzeigen oder Zahlungen von Strafzetteln entgegennehmen. In dringenden Fällen ermöglicht ein SOS-Button eine direkte Live-Schaltung zu einer Polizei-Zentrale in der Nähe, wie die lokale Tageszeitung <a href="https://www.youtube.com/watch?v=_7zTP3LnHqc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Khaleej Times in einem Videobeitrag</a> berichtet. Der Roboter des spanischen Herstellers Paal Robotics soll nach Angaben der lokalen Polizei allerdings kein Pilotprojekt bleiben. Bis zum Jahr 2030 plant der Golfstaat, 25% seines Streifendienstes durch den Roboter zu ersetzen.</p>
<h3>Sicherheitsgewinn oder Orwell‘sche Rundum-Überwachung?</h3>
<figure id="attachment_154905" aria-describedby="caption-attachment-154905" style="width: 192px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/REEM_1.jpg"><img decoding="async" class="  wp-image-154905" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/REEM_1-305x542.jpg" alt="REEM_1, PAL Robotics, Judith Viladomat, bearbeitet. " width="192" height="341" /></a><figcaption id="caption-attachment-154905" class="wp-caption-text">Der neue Helfer der Polizei trägt eine Uniformkappe, um seine Zugehörigkeit zu signalisieren.</figcaption></figure>
<p style="text-align: left">In Dubai ist man überzeugt von den Vorteilen des „Robocops“, vor allem von seiner Betriebswirtschaftlichkeit. Der maschinelle Helfer von morgen sei in der Lage rund um die Uhr zu arbeiten, werde nicht krank und brauche keinen Urlaub, so der Generaldirektor des Automatisierungsprogramms der lokalen Polizei <a href="https://www.reuters.com/article/us-emirates-robocop/robocop-joins-dubai-police-to-fight-real-life-crime-idUSKBN18S4K8" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters</a>. Auf der anderen Seite stößt die Vorstellung des Polizeiroboters auch auf kritische Stimmen. Vor allem die intelligente Gesichtserkennung knüpft dabei an eine Debatte an, die auch in Europa aktuell geführt wird. Die Diskussion darüber, ob mehr oder weniger Überwachung die Sicherheit im öffentlichen Raum erhöht ist, wird auch in Deutschland schon länger geführt. Spätestens seit der <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/test-zur-gesichtserkennung-an-bahnhof-in-berlin-startet-15132099.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einführung des Pilotprojektes</a> am Berliner Südkreuz, wird auch hier über die Vor- und Nachteile einer intelligenten Überwachung diskutiert. Neben der Grundsätzlichkeit der Debatte stellt sich dabei auch die Frage nach dem Datenschutz der Passanten und der observierten Personen. Wie lange werden die Aufnahmen gespeichert und was passiert mit sensiblen Daten? Muss ein explizites Einverständnis zum Filmen gegeben werden? Auch die Frage, ob ein Roboter in der Lage ist, in emotional herausfordernden Situationen das gleiche zwischenmenschliche Geschickt aufzuweisen, wie ein realer Mensch, bleibt offen. Mit der Einführung des Polizeiroboters erkundet Dubai auf vielfältige Weise bisher unentdecktes Terrain. Auch wenn sich Roboter in Bereichen wie Produktion und Fertigung mittlerweile längst etabliert haben, ist ihr Einsatz an der Schnittstelle zur direkten Interaktion mit dem Menschen nach wie vor gering.</p>
<h3>Der Roboter, dein Freund und Helfer</h3>
<p>Das US-amerikanische Magazin Forbes beschreibt den „Robo Cop“ bereits direkt nach seiner Vorstellung mit dem Adjektiv „<a href="https://www.forbes.com/sites/susannahbreslin/2017/06/03/robot-cop-dubai/#4946a9f36872" target="_blank" rel="noopener noreferrer">terrifiying</a>“ (zu dt.: erschreckend, angsteinflößend). Denn entgegen der Fiktion in Film und Fernsehen hat sich in der Realität die direkte Interaktion von Roboter und Mensch noch immer nicht etabliert. Über 35 Jahre ist es her, dass mit der Ausstrahlung der ersten Star-Wars-Filme die Idee des Roboters als Freund und Helfer der Menschen über die Leinwände flimmerte. Obwohl der Einsatz von Robotern auf vielfältige Weise helfen könnte, das Leben in der Stadt effizienter zu gestalten, dominiert noch immer eine gewisse Skepsis gegenüber den maschinellen Helfern. Laut der Medienpsychologin Martina Maar gilt es, diese Skepsis abzubauen. In einem <a href="https://www.zeit.de/2018/11/kuenstliche-intelligenz-roboter-alltag-haustier-betreuung-menschen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit dem ZEIT ONLINE Magazin</a> appelliert die Forscherin, Mensch und Maschinenwesen zu Freunden zu machen. Dabei liege der Schlüssel zum Glück darin, künstliche Intelligenz so zu programmieren, dass sich das menschliche Gegenüber wohlfühlt. Was schafft Vertrauen in Maschinen und wie kann dieses Vertrauen in der Roboterproduktion umgesetzt werden? Das Forschungsfeld der sogenannten „Robopsychology“ setzt sich mit genau diesen Fragen auseinander. Maar ist überzeugt: Roboter so zu programmieren, dass ihr Verhalten verständlich und vorhersehbar wird, nimmt den Menschen die Angst, von der Technik überholt oder gar ersetzt zu werden. Auch das Design des Roboters sei wichtig, so Maar. Der sogenannte „Uncanny-Valley-Effekt“ besagt, dass menschliche Züge einen Roboter sympathisch machen. Werden die Züge allerdings zu menschlich, überwiegt die Furcht vor der Maschine. Die Optik des „Robocops“ befolgt die Gesetze dieser Regel immerhin. Auch wenn der Polizei-Roboter teilweise menschliche Züge trägt, erinnert das schlichte, aus weißem Plastik geformte Gesicht klar an eine Maschine. Auch die Rollen, auf denen sich der „Robocop“ im Ernstfall schnell durch die Stadt bewegen kann, verdeutlichen auf den ersten Blick den Unterschied zu seinen menschlichen Kolleginnen und Kollegen. Wie die Bevölkerung Dubais nach einer Zeit der Eingewöhnung auf den Robocop reagiert, wird gespannt erwartet. Erste Evaluationsberichte zum Projekt „Robocop“ wurden bisher nicht veröffentlicht.</p>
<p><em><strong>Teil 4 befasst sich mit <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-4-wien-154912/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wiener Wohnprojekt „VIERTEL ZWEI“</a>. Die weiteren Stationen auf unserer Smart-City-Reise sind: <a href="https://politik-digital.de/news/smart-citiesteil-1-rio-de-janeiro-154888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rio de Janeiro</a>, <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-2-kopenhagen-154895/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kopenhagen</a>, und <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-5-santander-154917/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Satander</a>. Zum Übersichtsartikel geht es <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-eine-reise-durch-die-stadte-von-morgen-154873/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</strong></em></p>
<hr />
<p>Titelbild: PublicDomainPictures via <a href="https://pixabay.com/de/dubai-strand-meer-himmel-71072/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet. Manuchi via <a href="https://pixabay.com/de/hintergrund-zusammenfassung-linie-2462431/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p>Bild im Text:©PAL Robotics</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Gegen Plastiktüten und Gesichtserkennung – Kreativer Protest heute</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/kreativer-protest-on-und-offline-154818/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Gina Schad]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Jul 2018 11:43:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Gesichtserkennung]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagnen]]></category>
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					<description><![CDATA[Foodsharing-Schnibbelparty oder pinke „Pussy hats“ gegen Donald Trump – Protest ist oft bunt und kreativ. Durch das Netz und sein [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/endstationartikel.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-154822 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/endstationartikel.jpg" alt="Mann mit Kameraverkleidung auf Demonstration" width="640" height="280" /></a><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/copyright-389901_1920_640_280.png"><br />
</a>Foodsharing-Schnibbelparty oder pinke „Pussy hats“ gegen Donald Trump – Protest ist oft bunt und kreativ. Durch das Netz und sein Mobilisierungspotenzial können Protestkampagnen heute mehr Menschen erreichen als noch zu Zeiten vor der Digitalisierung. So scheint die Kreativität zuzunehmen und die Aussicht, dass sich einprägsame Bilder über das Netz verbreiten, dabei als Ansporn zu dienen.</p>
<p>Protestaktionen und -kampagnen haben heute durch vielfältige Wege der digitalen Verbreitung eine große Reichweite. Wir untersuchen kreative, öffentlichkeitswirksame Protestaktionen und speziell die Rekursivität von Online- und Offline-Elementen von kreativem Protest. Beispielhaft dafür stellen wir eine Protestkampagne gegen übermäßigen Plastikkonsum und eine aktuelle Protestaktion gegen Überwachung und zum Schutz der Privatheit vor.</p>
<p>Das erste Beispiel beschäftigt sich mit der Online-Petition „Umweltabgabe auf Plastiktüten!“ von Stefanie, mit ihrem Blog, auf dem sie Upcycling-Praktiken vorstellt und mit ihren weiteren (‚offline‘) Aktivitäten in Zusammenarbeit mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH). An Stefanies Engagement lässt sich sowohl die Rekursivität von Online- und Offline-Protestpraktiken, als auch die Rolle von Kreativität für Protest anschaulich darstellen.</p>
<h3>Umweltschutz durch Online-Petitionen und Social Media</h3>
<p>Im Sommer 2013 organisierte Stefanie sogenannte Upcycling-Workshops im Berliner Prinzessinnengarten. Beim Upcycling werden aus vermeintlichem Müll Gebrauchs- oder Dekorationsgegenstände hergestellt, die dem Material einen neuen Sinn zuschreiben. Ein Jahr später, im Sommer 2014, veranstalteten Stefanie und die DUH dann sogenannte Tütentausch-Tage in der Berliner Innenstadt. Hier konnten Passanten an einem Straßenstand ihre benutzten Plastiktüten gegen Mehrweg-Stofftaschen umtauschen. Ziel der Aktion war es, Menschen auf die enorme Verschwendung von Plastiktüten aufmerksam zu machen und zum Wechsel auf Stofftaschen anzuregen. Die bei der Aktion gesammelten Tüten wurden im September 2014 dann weiterverwertet. Beim Umweltfestival „Berlin tüt was!“ auf dem Tempelhofer Feld haben mehr als 3.000 TeilnehmerInnen die 30.000 Plastiktüten zu einer langen Plastiktüten-Kette verknotet und damit einen neuen Weltrekord erstellt, sowie ein Zeichen gegen die übermäßige Plastik-Verschmutzung gesetzt.</p>
<p>Während der Tütentausch-Tage lernte Stefanie wiederum die DUH-Mitarbeiterin Julia kennen und es entstand ‚offline‘ die Idee für eine gemeinsame Online-Petition. Gemeinsam wurden Text und Forderungen formuliert und die Petition ging auf der Webseite Change.org an den Start. Mit „Umweltabgabe auf Plastiktüten!“ forderten Stefanie und die DUH eine Abgabe von 22 Cent pro Tüte und richteten ihre Petition an das Bundesumweltministerium. Schon nach nur fünf Tagen konnten mehr als 80.000 elektronische Unterschriften verzeichnet werden, einige Zeit später fand eine offizielle Übergabe mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Florian Pronold statt und Stefanie und die DUH erhielten zahlreiche Interview-Anfragen und öffentliches Interesse für das Thema.</p>
<p>Stefanie selbst bewarb die Online-Petition unter anderem auf Facebook und Twitter, rief unter dem Hashtag #ichtragjute dazu auf, auf Facebook ein Profilbild hochzuladen, auf dem man eine Stofftasche als T-Shirt trägt und dokumentierte die verschiedenen Entwicklungsschritte der Petition in Blogeinträgen auf Change.org. Auch für das Umweltfestival auf dem Tempelhofer Feld mobilisierte Stefanie auf der Website der Online-Petition. Dort rief sie zur Teilnahme an der Aktion und zur Spende an die DUH auf. Stefanie nutzte hier das schon bestehende Netzwerk der Petitions-UnterzeichnerInnen für die Mobilisierung für eine weitere (offline) Aktion.</p>
<p>Auf ihrem privaten Blog <a href="www.creative-green-life.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.creative-green-life.com</a> stellt Stefanie Upcycling-Praktiken vor, gibt Anleitungen zum Nachbasteln und veröffentlicht Fotos der Objekte. Sie hält hier ihre Ideen fest, wie man aus vermeintlichem Müll sinnvolle Gegenstände kreieren kann (offline), präsentiert dies einer online Community und möchte damit Inspiration für (offline) Veränderung im Leben anderer sein. Über Twitter und ihren Blog hat sie außerdem nach einem Café in Berlin gesucht, das ihre Gegenstände ausstellt.</p>
<p>Die verschiedenen Protestaktionen rund um das Thema Vermeidung von Plastikmüll machen deutlich, wie Online- und Offline-Elemente sich gegenseitig bereichern können. Offline kann eine gute Idee für eine Online-Aktion entstehen, Online-Kanäle können wiederum bei der Mobilisierung für eine Offline-Aktion hilfreich sein und durch Online-Petitionen kann Protest auch nahezu komplett online stattfinden (wobei eine offline-Übergabe der Unterschriften auch hier wieder weitere Aufmerksamkeit generiert, da damit häufig auch massenmediale Kanäle angesprochen werden können). Dass Protest gegen Plastiktüten kreativ sein kann, zeigt sich besonders, wenn Menschen dazu aufgerufen werden, sich in einer Stofftasche als T-Shirt einzukleiden und davon ein Foto zu schießen oder 30.000 Plastiktüten aneinander zu ketten, um einen neuen Weltrekord aufzustellen.</p>
<h3>Mit Schminke gegen Gesichtserkennung</h3>
<p>Kreativ ist der Protest auch bei unserem zweiten Beispiel, bei dem es um eine Aktion gegen Überwachung im öffentlichen Raum geht. An diesem Beispiel lässt sich sowohl die Rolle von Kreativität für Protest anschaulich darstellen, als auch deutlich machen, dass Offline-Protest-Praktiken selbst dann, wenn sie sich gegen Überwachung mittels digitalisierter Techniken richten, nicht der Vergangenheit angehören. Das Pilotprojekt „Sicherheitsbahnhof Südkreuz“ wurde vom Bundesministerium des Inneren, dem Bundeskriminalamt, der Bundespolizei und der Deutschen Bahn ins Leben gerufen. Konkret ging es darum, die Gesichter jener Personen, die in den gekennzeichneten Testbereichen im Berliner Bahnhof Südkreuz aufgenommen werden, mit einer für das Projekt erstellten Datenbank abzugleichen. Der damalige <a href="https://www.bmi.bun-%20d.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2017/08/gesichtserkennungstechnik-bahnhof- suedkreuz.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesinnenminister Thomas de Maiziere</a> sagte dazu:</p>
<p>„Durch den Einsatz intelligenter Gesichtserkennungssysteme können zukünftig wesentlich bessere Ergebnisse für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger erzielt werden. Deshalb freut es mich sehr, dass wir am Bahnhof Südkreuz jetzt unter realen Bedingungen testen, was auf der Grundlage der heute vorhandenen Technik möglich ist.“</p>
<p>Das Aktionsbündnis <a href="https://endstation.jetzt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Endstation“</a> engagiert sich gegen den Ausbau von Videoüberwachung im öffentlichen Raum. Gegen die Überwachungsmaßnahmen am Berliner Bahnhof Südkreuz hat das Bündnis daher einen Protest-Aktionstag gestartet, den die AktivistInnen als &#8220;Aktionstag gegen den &#8216;Verunsicherungsbahnhof&#8217; Südkreuz“ bezeichnet haben. Das Ziel dieser Aktion: ein kreativer Protest rund um das Pilotprojekt zur intelligenten Videoüberwachung, der sich deutlich gegen die Gesichtserkennung und einen Datenbankabgleich richtet.</p>
<p>An diesem Aktionstag beteiligten sich auch andere Gruppen, wie zum Beispiel der Verein Digitalcourage e.V., die Studierendengruppe „Digitale Freiheit“ sowie die Initiative #wastun. Der Verein Digitalcourage fordert auf seiner Seite <a href="http://Digitalcourage.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalcourage.de</a>: „Schluss mit der Lüge, Überwachung würde Sicherheit herstellen.“ Nicht der Gesellschaft würde die Überwachung nutzen, sondern ausschließlich den Unternehmen, so der Verein.</p>
<p>Der Protest gegen die Gesichtserkennung am Bahnhof Südkreuz kann durchaus als Paradebeispiel für kreativen und bunten Protest beschrieben werden: Musik und eine Performance mit Schminken gegen Algorithmen zur Gesichtserkennung machten den Aktionstag zu einem regelrechten „analogen“ Event und zeigten gleichzeitig, dass Offline-Protest sich durchaus wirkungsvoll gegen den Einsatz digitaler (online) Techniken richten kann.</p>
<p>Auch in Zeiten von Online-Petitionen, Hacking und Whistleblowing gibt es ihn noch, den Offline-Widerstand. Zwar konnte das Pilotprojekt „Bahnhof Südkreuz“ – anders als der zivile Widerstand gegen die geplante Volkszählung in den 1980er Jahren – bei weitem nicht so viele Menschen mobilisieren. Dennoch ist bemerkenswert, dass ein öffentlich angekündigtes Offline-Überwachungs-Pilotprojekt bei der Bevölkerung heftigere Reaktionen auszulösen vermag, als eine fortschreitende stillschweigende Überwachung im Netz.</p>
<h3>Digitalisierung und die neue Kreativität des Protests</h3>
<p>Es lässt sich festhalten, dass es weiterhin – gerade wenn es um Protest gegen Überwachung im öffentlichen Raum geht, auch Offline Aktionen sein werden, die auf das Thema Überwachung aufmerksam machen. So veranstalteten sowohl der Verein Digitalcourage.- de als auch die Initiative #wastun, die sich ebenfalls an dem Aktionstag „Bahnhof Südkreuz“ beteiligten, regelmäßige Aktionen, die als „Lesen gegen Überwachung“ bezeichnet wurden.</p>
<p>Ganz ohne die Nutzung digitaler Medien geht es jedoch nicht. Auch wenn Petitionen am Ende offline überreicht werden, werden diese im Netz initiiert und in den sozialen Medien verbreitet. So haben sowohl der Verein Digitalcourage.de als auch die Initiative #wastun bereits in der Vergangenheit Online-Petitionen gestartet.</p>
<p>Auch an unserem zweiten Beispiel zeigt sich somit, dass sich analoger (offline) und digitaler (online) Protest zum Thema Überwachung sinnstiftend ergänzen können und nicht ausschließen müssen. Der Einsatz eines Happenings wie dem Schminken gegen Gesichtserkennung macht außerdem deutlich, dass Protest zum Schutz der Privatheit bunt und kreativ sein kann.</p>
<p>Zusammenfassend lässt sich sagen, dass nicht notwendigerweise eine Reziprozität zwischen inhaltlicher Thematik und gewählter Form einer Protestaktion besteht. Ob Menschen gegen den Einsatz von Plastiktüten oder gegen Kameraüberwachung protestieren, kann deren Protest einmal „analog“/“offline“, ein andermal „digital“/“online“ initiiert worden sein. Gleiches gilt für die Durchführung der einzelnen Protestaktionen. Entscheidend ist vielmehr, dass die Demokratie durch die Herausforderungen der Digitalisierung nicht erstarrt, sondern weiterhin in Bewegung bleibt: Panta rhei „Alles ist im Fluss“ – Heraklit * 520 v.Chr.</p>
<p>Und das ist gut so.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Über die Autorinnen:</p>
<p><strong>Lisa Villioth</strong> (M.A.) hat Politikwissenschaft und Medienwissenschaften an den Universitäten Marburg, Siegen und Coimbra (Portugal) studiert. Sie ist derzeit Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Sonderforschungsbereich „Medien der Kooperation“ an der Uni Siegen bei Prof. Dr. Sigrid Baringhorst, zuvor war sie Promotions-Stipendiatin am DFG-Graduiertenkolleg „Locating Media“. In ihrer Dissertation beschäftigt sie sich mit dem Zusammenspiel von Straßenprotest und Netzaktivismus in der Umweltschutz-Bewegung. Darüber hinaus hält sie zu ihrem Forschungsschwerpunkt Vorträge und Workshops an internationalen Universitäten, auf Konferenzen und für Thinktanks.</p>
<p><strong>Gina Schad</strong> studierte an der Humboldt-Universität Berlin Medienwissenschaft, den Schwerpunkt legte sie auf die gesellschaftliche Herausforderung durch die Digitalisierung. Bereits während ihres Studiums startete sie dort mit der Plattform medienfische.de eine Interviewreihe zum digitalen Wandel. Seit 2015 forscht sie als Doktorandin der Universität Siegen zum Thema Privatheit, im Wintersemester 16/17 hatte sie einen Lehrauftrag inne. Beim iRights e.V. leitet sie ein vom Bund gefördertes Projekt zum Thema Algorithmen und Künstliche Intelligenz.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/copyright-389901_1920_640_280.png"><br />
</a>Titelbild: © Stefanie Loos via <a href="https://secure.flickr.com/photos/_endstation_/37970135684/">Flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de">CC-BY</a>, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Bald von Google vergessen &#8211; Digitale Presseschau 20/2014</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/bald-von-google-vergessen-digitale-presseschau-202014-139722/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Felix Idelberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 May 2014 13:22:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Dienstag hat der EuGH ein Urteil gefällt, das im Netz Applaus wie Kritik gleichermaßen fand. Streitpunkt dieser Woche in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Dienstag hat der EuGH ein Urteil gefällt, das im Netz Applaus wie Kritik gleichermaßen fand. Streitpunkt dieser Woche in Deutschland war die Anhörung von Edward Snowden vor dem NSA-Untersuchungsauschuss. Neben diesen Themen ging es auch um die Beziehung zwischen Mensch und Maschine und das Thema Gesichtserkennung. Schauen sie selbst!</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p>http://www.youtube.com/watch?v=4X8QQCGY-sk<br />
Haben Sie in Ihrer Kindheit SuperDiscs anstelle von Schallplatten getauscht? In unserem Video der Woche vom elektrischen Reporter mit dem Titel „Retrocomputing“ geht es um Arcade-Spieleautomaten und Computer-Technik von gestern. Heutzutage existieren nicht mehr derart hohe Hürden für den Informationsaustausch, vielmehr stehen wir vor der Herausforderung, wie wir in Zeiten von Sozialen Medien mit „Liebeskummer Online“ umgehen und Distanz zu Ex-Partnern schaffen.</p>
<h3><a href="http://www.cicero.de/nsa-untersuchungsausschuss-die-bundesregierung-missachtet-das-parlament/57575" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ärger mit „Herrn Snowden“</a></h3>
<p>Das Phantom Edward Snowden geistert weiter durch die bundesdeutsche Politik. Seitdem die Regierung Anfang Mai ein fragwürdiges US-Gutachten vorgelegt hat, um gegen die Vernehmung des Whistleblowers durch den zuständigen Ausschuss zu argumentieren, häuft sich die Kritik. Cicero-Autor Peter von Becker interpretiert die jüngsten Geschehnisse vor allem als politisches Ränkespiel der Großkoalitionäre Merkel und Gabriel. Sein Vorwurf an die Regierung: Feigheit vor dem „großen Bruder Amerika“.</p>
<h3><a href="http://berlinergazette.de/digitales-spiegelkabinett-warum-unsere-beziehung-zum-internet-einer-therapie-bedarf/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mensch und Maschine in der Beziehungskrise?</a></h3>
<p>„Katerstimmung“ attestiert Kulturwissenschaftlerin Mercedes Bunz „den Freunden des Digitalen“. Doch Unmut gegenüber dem Internet lässt sie nicht gelten. Weil wir auf Technik ohnehin nicht mehr verzichten könnten und unsere Dienste und Geräte trotzdem munter weiter benutzten, müssten wir eher unsere Beziehung dazu hinterfragen. Hierzu liefert der Beitrag einige interessante Ideen.</p>
<h3><a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2014/05/europawahlen-die-digitale-agenda-der-parteien/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf den Punkt gebracht: Netzpolitik für Europa</a></h3>
<p>Wer kümmert sich eigentlich ums Netz? In den Wahlprogrammen zur Europawahl finden sich bei jeder Partei netzpolitische Positionen, doch wie sieht die Digitale Agenda der europäischen Volksvertreter konkret aus? IT- und Medienjournalistin Christiane Schulzki-Haddouti liefert hierzu einen wohl recherchierten Überblick, der das breite Themenfeld auf die Eckpunkte Datenschutz, Geheimdienste, Urheberrecht und Breitbandausbau herunterbricht.</p>
<h3><a href="http://www.wiwo.de/technologie/digitale-welt/recht-auf-vergessen-der-falsche-jubel-ueber-das-google-urteil/9890884.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Teile der Suchergebnisse wurden auf Wunsch des Gesuchten entfernt“</a></h3>
<p>Nutzern von Googles Suche wurden lange die Begriffe „Escort“ und „Prostituierte“ durch die automatische Textvervollständigung vorgeschlagen, wenn sie nach Bettina Wulff suchten, bis diese dagegen erfolgreich geklagt hat. Doch sollten auch Suchergebnisse entfernt werden, die auf wahre Ereignisse verweisen? In seinem Kommentar „der falsche Jubel über das Google-Urteil“ bewertet Oliver Voß das Urteil des europäischen Gerichtshofs, bestimmte Suchergebnisse auf Wunsche zu löschen, als Einschränkung der Informationsfreiheit statt als Sieg für die Privatsphäre.</p>
<h3><a href="http://www.freitag.de/autoren/the-guardian/sei-kein-fremder" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sie wurden [wobei-sie-nicht-gesehen-werden-wollen] gesichtet</a></h3>
<p>Menschen befürchten bald nicht mehr nur nicht Herr über ihre eigenen Daten zu sein, sondern auch die Kontrolle über Bilder von sich zu verlieren. Mit <a href="http://www.netzwelt.de/videos/14211-google-glass-hamburg-altona-unterwegs.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google Glass</a> könnte jeder jederzeit eine Kamera tragen, die das Potenzial besitzt Menschen zu fotografieren. Anschließend würde z. B. Facebook die hochgeladenen Fotos analysieren und sie Nutzern zuordnen. Auch für personalisierte Werbung soll Gesichtserkennung eingesetzt werden. Welche Implikationen hat dies für unseren Alltag?</p>
<h3><a href="http://t3n.de/news/luca-analytics-mehr-bewegung-545126/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eigene Dienste, eigene Macht</a></h3>
<p>Mithilfe des Dreisatzes „Sascha Lobo, app.net und meine Frau“ argumentiert Luca Carracciolo, wieso für die Meisten „die NSA-Spähattacke ungefähr so konkret ist wie eine Sonnenexplosion in einer weit entfernten Galaxie“. Er behauptet, dass zuerst die Netzavantgardisten sich ändern müssen, bevor wir die Debatte über das Netz in die Mitte der Gesellschaft tragen können, um eine kritische Masse zu bilden.<br />
Co-Autor: Jakob Werlitz.<br />
Foto: Screenshot Video<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Gesichtserkennung: Druck auf Facebook wächst</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/gesichtserkennung-druck-auf-facebook-waechst-5370/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina Nick]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 10:13:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Fuchs]]></category>
		<category><![CDATA[Gesichtserkennung]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Caspar]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar fordert einmal mehr die Verbesserung des Datenschutzes von Facebook. Mit der automatischen Gesichtserkennung hatte das US-Unternehmen im Juni eine weitere für die Privatsphäre der Nutzer fragwürdige Funktion eingeführt und damit erneut die Debatte über Datenschutz im Netz entfacht. politik-digital.de hat nachgefragt.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar fordert einmal mehr die Verbesserung des Datenschutzes von Facebook. Mit der automatischen Gesichtserkennung hatte das US-Unternehmen im Juni eine weitere für die Privatsphäre der Nutzer fragwürdige Funktion eingeführt und damit erneut die Debatte über Datenschutz im Netz entfacht. politik-digital.de hat nachgefragt.</p>
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Nach der Ankündigung der neuen Gesichtserkennungsfunktion von Facebook ging bereits ein erster <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/soziales-netzwerk-nutzt-gesichtserkennung-facebook-demaskiert-die-foto-freunde-1.1037445" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aufruhr</a> durch die Medien und rief Datenschützer wie Bedenkenträger auf den Plan. Seit Juni dieses Jahres nutzt Facebook die Funktion der automatischen Gesichtserkennung. Sobald ein Nutzer ein Bild hochlädt, erhält er Vorschläge, welcher seiner Freunde er im Bild verlinken könnte. Um dies zu ermöglichen, sammelt das Unternehmen die biometrischen Daten aller Nutzer und erstellt damit eine riesige Datenbank. Die Betreiber des sozialen Netzwerkes mit weltweit rund 750 Millionen greift dafür auf eine Software namens face.com zurück, mit deren Hilfe die auf Bildern vorhandenen Gesichter automatisch mit der Datensammlung abgeglichen werden. Damit werden die Vorschläge so treffsicher wie möglich gestaltet. Facebook führte die neue Funktion mit dem Hinweis ein, dass viele Nutzer den neuen Komfort begrüßen würden, da es ihnen so einfacher und sicherer gemacht werde, ihre Online-Identität zu verwalten. Doch diese optimistische Annahme trifft nicht für alle Besitzer eines Facebook-Accounts zu.
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So <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/soziales-netzwerk-nutzt-gesichtserkennung-facebook-demaskiert-die-foto-freunde-1.1037445" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fordert</a> der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Johannes Caspar  nun die Löschung der gesammelten biometrischen Daten. Die Gesichtserkennung verstoße sowohl gegen deutsches als auch gegen europäisches Datenschutzrecht. Er vermutet die weltweit größte Ansammlung biometrischer Daten hinter der Anwendung. Über 75 Milliarden Fotos seien schließlich aktuell auf dem sozialen Netzwerk online und über 450 Millionen Personen seien bereits auf Bildern verlinkt. Zwar haben die Nutzer die Möglichkeit des „Opt-Out“, das heißt, sie können nachträglich festlegen, dass sie ihren Freunden nicht für Bildverlinkungen vorgeschlagen werden möchten. Caspar sieht im Opt-Out-Verfahren allerdings einen „schweren Eingriff in das  informationelle Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen“. Nach deutschem und europäischen Gesetz bedürfe es nämlich des „Opt-In“, der expliziten Zustimmung des Account-Inhabers, die Facebook erlaube, seine biometrischen Daten erfassen und speichern zu dürfen. Es sei jedoch fraglich, ob die Nutzer damit wirklich der Speicherung ihrer biometrischen Daten entgehen könnten. Nur weil diese nicht mehr öffentlich angezeigt werden, müsse dies nicht heißen, dass sie nicht weiterhin in der Datenbank existierten. Eine Funktion „Daten aus Fotovergleich löschen“ gebe es nämlich nicht, man müsse sich stattdessen persönlich an das Facebook-Fototeam wenden und diese um die Löschung der eigenen Datenbestände beten. Dieser Prozess sei zu kompliziert und undurchsichtig für die User und müsse vereinfacht werden. Im Interview mit politik-digital.de betonte Caspar: „Es ist nicht unsere Absicht, die technische Entwicklung aufzuhalten: Es geht darum, diese menschengerecht zu gestalten.“ Man wolle eine Transparenz herstellen, die „eine freie Entscheidung der Betroffenen über die Verwendung ihrer Daten unter den Bedingungen des rasanten Wandels der digitalen Gesellschaft ermöglicht“.
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Eine Facebook-Sprecherin äußerste sich gegenüber <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,777947,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel Online</a>, dass man die Forderung des Datenschutzbeauftragten überprüfen werde, Facebook aber jegliche Vorwürfe, nationalem und europäischem Datenschutzrechten nicht gerecht zu werden, von sich weise.
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Die Gefahren, die der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Caspar in der Sammlung biometrischer Daten sieht, werden durch eine kürzlich von Forschern der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, Pennsylvania veröffentlichte <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,777947,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a> bestätigt. Alessandro Acquisti, Ralph Gross und Fred Stutzman baten Studenten, die sie zufällig auf dem Campus trafen, jeweils drei Bilder von ihnen machen und ihnen einige Fragen zu ihrem Facebook Nutzungsverhalten stellen zu dürfen. Die so gewonnenen Daten glichen die Forscher mit Facebook-Fotos ab und konnten damit rund ein Drittel der Studenten identifizieren, ohne deren Namen im Vorfeld zu kennen. Die durchschnittliche Zeit, die der Computer dafür brauchte, lag bei weniger als drei Sekunden. Damit bewiesen sie, dass eine Identifizierung in der Offline-Welt durch Daten, die Menschen in sozialen Netzwerken hinterlassen, bereits heute mit einfachen Mitteln der Gesichtserkennung möglich ist. Die Verfasser der Studie erachten daher eine „Demokratisierung der Überwachungstechnik“ in der Zukunft als durchaus realistisch. Die Angst, dass man sich künftig auch auf der Straße nicht mehr anonym bewegen kann, ist auf lange Sicht daher nicht ganz unberechtigt. Dies habe eine „augmented reality“ zur Folge, eine Welt, in der Offline- und Online-Leben sich in Echtzeit überschneiden. Sieht man eine Person in der Straßenbahn, könnte man künftig unauffällig ein Foto mit dem Smartphone machen und damit direkt auf das Facebook-Profil des Gegenübers gelangen.
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Die Gesichtserkennungs-Funktion reiht sich damit in eine lange Liste von für die Privatsphäre der Verbraucher fragwürdigen Methoden ein, die Facebook in den vergangenen Jahren angewandt hat. Bereits 2010 <a href="http://www.focus.de/digital/internet/facebook/facebook-friend-finder-wird-transparenter_aid_593133.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">forderte</a> Datenschützer Johannes Caspar erfolgreich eine bessere Aufklärung über den sogenannten Freunde-Finder, der Daten auch von Menschen, die keinen Facebook-Account haben, sammelt, indem er diese aus den E-Mail-Adressbüchern der Nutzer generiert. Daten Unbeteiligter werden auch dann <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,697733,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gesammelt</a>, wenn iPhone-Besitzer ihre Facebook-App mit dem sozialen Netzwerk synchronisieren. Auch standen die Weitergabe von Kundendaten an Dritte zu Werbezwecken schon häufig in der <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/2010-03/facebook-datenschutz-profildaten" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kritik</a>.
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Doch was bekommen die Nutzer selbst von diesen Debatten mit und wie sehr sorgen sie sich um ihre Privatsphäre? politik-digital.de fragte Christian Fuchs, was die Nutzer von Privatsphäre und Datenschutz erwarten und welche Möglichkeiten ihnen Facebook dazu bietet. Der österreichische Medienwissenschaftler ist seit Oktober vergangenen Jahres Professor für Medien und Kommunikation an der schwedischen Universität Uppsala und leitet das Forschungsprojekt „Social Networking Seiten in der Überwachungsgesellschaft“ an der Uni Salzburg.
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Christian Fuchs weiß zu berichten, dass das Interesse an und das Wissen über Datenschutz und Privatsphäre in sozialen Netzwerken durchaus widersprüchlich ist. Einerseits seien die Nutzer zwar durchaus interessiert am Thema, andererseits kennen sie sich aber kaum mit der bestehenden Gesetzgebung und den Möglichkeiten des Datenschutzes aus. Nutzer fürchten zwar den Missbrauch ihrer Daten, würden aber auf die kommunikativen und sozialen Vorteile der Netzwerke nicht verzichten wollen. Fuchs sieht es daher als eine wichtige Aufgabe von Datenschutzbeauftragten, Datenschutzorganisationen, Bürgerbewegungen und Konsumentenschutzorganisationen an, sich für die Rechte der Nutzer einzusetzen. Dabei handele es sich um ein „kritisches Gegengewicht zu den Unternehmensinteressen von Social Media-Unternehmen.“ Diese handelten nämlich meist nach der Überlegung „Die Welt wird ein besserer Platz, wenn mehr Informationen geteilt werden und kommerziell verwertbar sind“. Das größte Problem sieht Fuchs darin, dass Facebook ständig die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzrichtlinien ändere und die Nutzer nachträglich reagieren müssten, um ihre Privatsphäre zu schützen. Damit kritisiert auch er den Mangel an Opt-In-Lösungen von Facebook. „Aus einer computerethischen Perspektive“ sei diese Einstellung seiner Ansicht nach „problematisch, da sie keine Selbstbestimmung der Nutzer ermöglicht“.
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Sollte Facebook nicht auf die Forderungen des Hamburgischen Datenschutzbeauftragten eingehen, könnte dieser im nächsten Schritt zu rechtlichen Mitteln greifen. Johannes Caspar <a href="http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Internet-Gesichtserkennung-Facebook-Datenschutz-Johannes-Caspar-Gesichtserkennung-6259152.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">räumte</a> jedoch ein: „Man muss sehen, dass unser Einfluss da begrenzt ist“. Ein wirklicher Erfolg wird wahrscheinlich nur erzielt werden können, wenn man die Diskussion von der deutschen auf die europäische Ebene verlagert und so einen ernst zu nehmenden Druck auf das Unternehmen ausübt.</p>
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