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	<title>Google Book Search &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Google Book Search &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Die Google-Produktpalette</title>
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		<dc:creator><![CDATA[fkirchner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Aug 2008 17:38:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Längst ist Google nicht mehr nur die Suchmaschine. Zwanzig Prozent ihrer Arbeitszeit haben die Google-Mitarbeiter zur Verfügung, um sich Innovationen zu widmen. Fast wöchentlich bringt das Unternehmen mittlerweile neue Dienste auf den Markt oder verleibt sich bereits bestehende ein. Hier die wichtigsten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Längst ist Google nicht mehr nur die Suchmaschine. Zwanzig Prozent ihrer Arbeitszeit haben die Google-Mitarbeiter zur Verfügung, um sich Innovationen zu widmen. Fast wöchentlich bringt das Unternehmen mittlerweile neue Dienste auf den Markt oder verleibt sich bereits bestehende ein. Hier die wichtigsten.<!--break--></p>
<p>
<b>AdWords</b>: Der firmeneigene Werbedienst AdWords versteigert die Anzeigen, die bei den Treffern der Google-Suche auf der rechten Seite geschaltet werden. Bezahlt wird pro Klick auf die eigene Werbung. Die Reihenfolge, in der die Werbungen erscheinen, wird bestimmt durch die Höhe des Gebots, das der Werbende abgegeben hat, und nach Beliebtheit der Anzeige. Die Werbungen werden nach dem gesuchten Begriff ausgewählt.
</p>
<p>
<b>AdSense</b>: Adsense ist der zweite Werbedienst Googles. Er ermöglicht eine Vermittlung von Werbenden für Homepagebetreiber. Wie bei AdWords wird nur pro Klick auf die Banner bezahlt.
</p>
<p>
<b>Analytics</b>: Google Analytics ist ein Tool, mit dem eine Homepagebetreiber den Verkehr auf seiner Seite messen und nach verschiedenen Kriterien analysieren kann. Aus Datenschutzgründen ist dieses Angebot jedoch umstritten, da es auf dem Computer einen Cookie installiert und Daten des Internetverhaltens an Google sendet. Somit kann Google Nutzerprofile mit dem Onlineverhalten der User erstellen.
</p>
<p>
<a href="http://books.google.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Books</b>:</a> Ein relativ aufwändiges Projekt von Google ist die Buchsuche Google Books. Hierzu scannt Google im Rahmen des Books Library Projects mit einer geheimen Technik Bücher in großen Bibliotheken etwa in Harvard, Oxford, München und Lyon. Viele der Bücher sind nicht mit allen Seiten einsehbar.
</p>
<p>
<b>Desktop:</b> Diese Suchmaschine bietet eine Suche auf dem eigenen Computer oder dem eigenen Netzwerk. Allerdings werden bei der Suche über mehrere Computer Indexdaten auf Google-Servern gespeichert.
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<p>
<b>Docs</b>: Google Docs ist webbasiertes Textverarbeitungsprogramm, mit dem Texte, Tabellen und Grafiken online erstellt und gespeichert werden können. Noch befindet sich das Produkt in der Betaphase.
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<b>Earth</b>: Google Earth ist ein Dienst, der weltweite Luftbilder der Welt zur Verfügung stellt. Während abgelegene oder unbevölkerte Regionen nur in der groben Auflösung von Satellitenbildern zu betrachten sind, bestehen von vielen Stadtregionen scharfe Flugzeugaufnahmen. Google kaufte den Keyhole-Dienst, wie er vorher hieß, im Jahr 2004. In den vergangenen Jahren kamen interaktive Elemente wie die Möglichkeit zur Einstellung eigener Fotos und zur Kreation von Gebäuden in 3D hinzu. Während einerseits kritisiert wird, dass Google Earth zur Auswahl terroristischer Ziele genutzt werden könnte, wird andererseits bemängelt, dass bestimmte Objekte wie Militärbasen und Atomkraftwerke in den Bildern fehlen.
</p>
<p>
<b>Email</b>: Googles kostenloser Emaildienst Gmail, im manchen Ländern auch unter dem Namen Google Mail bekannt, ist vor allem aufgrund des ungewöhnlich großen Speicherplatzes beliebt. Aber auch andere Funktionen, wie etwa die Rechtschreibprüfung und die gute Kompatibilität mit anderen Programmen machen Gmail attraktiv. Datenschützer kritisieren, dass die Betreffzeilen verarbeitet werden, um beispielsweise passende Werbeanzeigen einzublenden.
</p>
<p>
<b>Groups</b>: Usenets, eine Art Dikussionsforum, sind im Internet ein schon recht altes Phänomen. Mit dem Kauf eines großen Usenet-Archivs, das bis ins Jahr 1981 zurückreicht, gründete das Unternehmen Google Groups. Weiterhin wird hier diskutiert, alte Artikel können zu Recherchezwecken aber auch gezielt durchsucht werden.
</p>
<p>
<a href="http://knol.google.com/k/knol#" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Knol</b>:</a> Im Juli 2008 hat Google mit Knol ein Gegenkonzept zu Wikipedia gestartet. Dabei soll die Enzyklopädie stark auf die Autoren fixiert sein, um ausgewiesene Fachleute anzuziehen. Bislang läuft das Projekt noch in der Betaphase.
</p>
<p>
<a href="http://maps.google.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Maps</b>:</a> Google Maps ist ein Kartenprogramm von Google, das auch als Routenplaner fungiert. Es stellt die Browser-Version von Google Earth dar. Außer der Karte kann man in der Funktion „Satellit“ Luftbilder der Orte betrachten. Momentan kommt in immer mehr Städten die Street View-Funtion hinzu, bei der von Autos aufgenommene 360 Grad-Bilder aus allen Straßen der Stadt geladen werden können. Momentan werden in Deutschland Berlin, Frankfurt und München erfasst.
</p>
<p>
<b>Orkut</b>: Ähnlich zu Facebook oder Myspace hat Google mit Orkut einen eigenen Social-Network-Dienst. Angemeldete User können eigene Profile erstellen, Gruppen gründen oder sich mit anderen Vernetzen. Während der eigentliche Zielmarkt in den USA kaum gewonnen werden konnte, ist das Netzwerk vor allem in Brasilien, aber auch in Indien beliebt. Im Iran hatte Orkut ebenfalls viele Nutzer, wurde aber aus politischen Gründen gesperrt.
</p>
<p>
<b>Picasa</b>: Die Fotosoftware Picasa ist ebenfalls kein Eigenprodukt Googles, sondern die im Jahr 2004 gekaufte und umbenannte Software LifeScape. Sie kann Bilder archivieren und bearbeiten. In der Weberweiterung Picasa Web-Alben lassen sich die Fotos auch, ähnlich dem Dienst Flickr, online stellen.
</p>
<p>
<a href="http://scholar.google.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Scholar</b>:</a> Suchmaschine speziell für wissenschaftliche Publikationen. Einige der Suchtreffer sind im Volltext einsehbar. Das Ranking der Treffer wird anhand der Zahl der Verweise in anderen wissenschaftlichen Texten erstellt.
</p>
<p>
<a href="http://www.google.com/intl/de/sky/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Sky</b>:</a> In jeweils einer Version für Google Maps und Google Earth kann mit Google Sky der Himmel von der Erde aus betrachtet werden. Weitere Projekte mit Weltraumbildern sind <a href="http://www.google.com/moon/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google Moon</a> und <a href="http://www.google.com/mars/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google Mars</a>, bei denen nach dem Vorbild von Earth bzw. Maps interaktive fotografische Landkarten dieser Planeten zu sehen sind.
</p>
<p>
<a href="http://www.google.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Suchmaschine</b>:</a> Die Suchmaschine ist Googles erste und wichtigste Funktion. Im Jahr 1998 mit 26 Mio. Seiten Suchumfang gestartet, durchsucht sie nach Unternehmensangaben heute mehr als acht Mrd. Seiten bei jeder Anfrage. Umstritten ist die weltweit bedeutendste Suchmaschine aufgrund ihrer nicht-öffentlichen Kriterien, die bestimmen, welche Treffer zuerst angezeigt werden. Über die Jahre kamen spezifische Suchangebote für<a href="http://images.google.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Bilder</a>, <a href="http://news.google.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nachrichten</a>, <a href="http://video.google.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Videos</a>, <a href="http://www.google.de/prdhp?hl=de&amp;tab=vf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Waren</a> und anderes dazu.
</p>
<p>
<b>Talk</b>: Über den Service Talk, Googles Pendant zum Online-Telefonanbieter Skype, können Gmail-Nutzer in Echtzeit Nachrichten austauschen und über das Internet telefonieren.
</p>
<p>
<a href="http://www.google.com/language_tools" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Übersetzer</b>:</a> Der Übersetzer ist ein Tool, das sowohl eingefügte Texte, als auch Websites automatisch übersetzen kann.
</p>
<p>
<b>Video</b>: Mit Google Video und YouTube besitzt Google gleich zwei große Videoplattformen, wobei YouTube mit über 80 Mio. Videos die weitaus Bedeutendere ist. Das Portal wurde 2005 gegründet und ein Jahr später für 1,65 Mrd. Dollar von Google gekauft. YouTube kommt regelmäßig in rechtliche Konflikte mit den Rechteinhabern von Videos, die User hochgeladen haben. Zuletzt sorgte im Juli 2008 der Prozess gegen den Medienkonzern Viacom für Aufsehen.</p>
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		<title>Digitale Chance statt digitalem Kulturkampf</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/digitale-archivierung/netzkulturhalftkulturkampf050517-shtml-2585/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[dhalft]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 May 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitale Archivierung]]></category>
		<category><![CDATA[Projekt_tag]]></category>
		<category><![CDATA[Elektronische Archivierung]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Search]]></category>
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		<category><![CDATA[Retrodigitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[The European Library]]></category>
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					<description><![CDATA[Ende des vergangenen Jahres machte der Google-Konzern eine Kooperation mit fünf renommierten Bibliotheken aus den Vereinigten Staaten und England öffentlich. Diese zielt darauf ab, deren Bestand zu digitalisieren und die gescannten Buchseiten im Internet abrufbar zu machen. Umgehend kritisierte der Leiter der französischen Nationalbibliothek das Ansinnen als unilateralistisch und regte eine kontinentaleuropäisches Gegenprojekt an. Seitdem steckt in den transatlantischen Kulturbeziehungen der Bücherwurm. Dabei könnte eine Chance vertan werden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Ende des vergangenen Jahres machte der Google-Konzern eine Kooperation mit fünf renommierten Bibliotheken aus den Vereinigten Staaten und England öffentlich. Diese zielt darauf ab, deren Bestand zu digitalisieren und die gescannten Buchseiten im Internet abrufbar zu machen. Umgehend kritisierte der Leiter der französischen Nationalbibliothek das Ansinnen als unilateralistisch und regte eine kontinentaleuropäisches Gegenprojekt an. Seitdem steckt in den transatlantischen Kulturbeziehungen der Bücherwurm. Dabei könnte eine Chance vertan werden.</p>
<p><!--break--></p>
<p>
                            <span class="fett">Die Google &#8211; Strategie<br />
                            <br /></span><br />
                            <br />„<br />
                            <a href="http://print.google.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google Print</a>“ nennt sich das ehrgeizige Digitalisierungsprojekt des 54 Milliarden US-Dollar schweren Internetkonzerns Google. Allein in Deutschland hat die werbefinanzierte Suchmaschine einen geschätzten Marktanteil von 75-85%. Und nun sind nach den virtuellen Webseiten auch ihre papierenen Vorgänger dran. Mit Investitionen von 150 &#8211; 200 Millionen Dollar, verteilt auf zehn Jahre, beabsichtigt Google bis zu 4,5 Milliarden Buchseiten zu digitalisieren und ins Internet zu stellen. Dies folgt der erklärten Firmendevise, alle verfügbaren Informationen weltweit zugänglich zu machen.</p>
<p>                            <span class="fett">Bestandsbeschaffung für die Digitalisierung</span></p>
<p>Um sich die zu digitalisierenden Bücher zu beschaffen, verfolgt Google eine Doppelstrategie. Zum einen hat der Konzern Kooperationsverträge mit den renommierten Bibliotheken von<br />
                            <a href="http://www.harvard.edu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Harvard</a>,<br />
                            <a href="http://www.stanford.edu/">Stanford</a>, der<br />
                            <a href="http://www.umich.edu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">University of Michigan</a>, der<br />
                            <a href="http://www.bodley.ox.ac.uk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bodleian Library</a> der University of Oxford und der<br />
                            <a href="http://www.nypl.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">New York Public Library</a> abgeschlossen. Je nach Vertragsgestaltung bekommen die Buchgeber eine digitale Kopie ihrer Bestände, die sie ihren Nutzern zugänglich machen oder einfach archivieren können. Zum anderen arbeitet Google mit Verlagen zusammen, die ihre Bücher scannen lassen und dafür sowohl an den Werbelinkeinnahmen beteiligt werden als auch auf höheren Absatz der Papierversion hoffen.</p>
<p>
                            <span class="fett">Das Suchverfahren</span></p>
<p>Für Ergebnisse aus „Google Print“ muss bei der Sucheingabe bei Google nur „book about“ vorangestellt werden. Bei urheberrechtsfreien Büchern ist dann das entsprechende Werk vollständig online lesbar. Demgegenüber sind Texte die noch geschützt sind nur zeilen- bzw. seitenweise einzusehen. Dass der Suchdienst bereits jetzt erste Ergebnisse liefert, spricht für den großen Ehrgeiz, den der Konzern in das Projekt investiert. Einzige Krux: Bisher ist die Dienstleistung nur über das amerikanische Portal von Google nutzbar.</p>
<p>
                            <span class="fett">Die europäische Antwort</span></p>
<p>Das europäische Echo ließ nicht lange auf sich warten. Zuerst schrieb der Leiter der<br />
                            <a href="http://www.bnf.fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">französischen Nationalbibliothek</a>, Jean-Noël Jeanneney, im Januar 2005 einem geharnischten Zeitungsartikel, in dem er die Einbeziehung ausschließlich englischsprachiger Bibliotheken als Kulturimperialismus brandmarkte. Wer zukünftig im Internet nach Bücherinhalten suche, müsse zwangsläufig auf englische Titel oder schlimmer noch auf bloße Übersetzungen französischer Klassiker stoßen. Mittelfristig etabliere sich so eine Dominanz des Englischen gegenüber den kontinentaleuropäischen Sprachen. Dagegen müsse man sich im Namen der Kulturvielfalt wehren.</p>
<p>Schnell machte sein Staatspräsident Jacques Chirac die Abwehr angloamerikanischer Sprachdominanz zur Chefsache und initiierte ein Schreiben sechs europäischer Staatsmänner (unter ihnen der deutsche Kanzler) an die EU, in welchem sie eine entschlossene Antwort der Staatengemeinschaft anmahnten.</p>
<p>
                            <span class="fett">TEL – ME &#8211; MORE</span></p>
<p>Vor einigen Wochen wurde dann durch 19 europäische Nationalbibliotheken der Vertrag für die von Jeanneney eingeforderte Gegenoffensive unterschrieben. Unter dem Projektnamen TEL-ME-MORE soll im Rahmen einer<br />
                            <a href="http://www.europeanlibrary.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digitalen europäischen Bibliothek</a> der Bestand der europäischen Nationalbibliotheken im Internet zugänglich gemacht werden.</p>
<p>Damit wird an bereits existierende Digitalisierungsprojekte der einzelnen Nationalbibliotheken angeknüpft. Neu sind allerdings die Dimensionen, welche die geplante Kooperation nun erreicht. Konkrete Angaben über den Umfang der einzubeziehenden Bestände gibt es in dieser Phase zwar noch nicht, aber es ist bereits klar, dass mehrere Millionen Euro zusätzlich eingeplant sind. Die EU-Kommissarin<br />
                            <a href="http://europa.eu.int/comm/commission_barroso/reding/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Viviane Reding</a> kündigte ihrerseits schon an, die Digitalisierung von Bibliotheken, Filmen sowie Fernseh- und Ton-Dokumenten aus dem europäischen Kulturerbe mit 60 Millionen Euro zu unterstützen.</p>
<p>Neben den Anstrengungen von Google und den europäischen Gegenplänen wirken bisherige Digitalisierungsvorhaben wie Wellblechhütten neben Hochhäusern. So etwa das auf ca. 450.000 Buchseiten angewachsene „<br />
                            <a href="http://gutenberg.spiegel.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Projekt Gutenberg</a>“, welches sich auf Schriftsteller spezialisiert hat, deren Texte nicht mehr dem Copyright unterliegen. Auch die französische „<br />
                            <a href="http://gallica.bnf.fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gallica</a>“, die immerhin 80.000 komplette Werke umfasst, erscheint mit einem Etat von um die 150.000 € unterfinanziert.</p>
<p>
                            <span class="fett">Verwunderung bei Google</span></p>
<p>Auf der anderen Seite des Atlantiks reibt man sich ob der Kampfeslust der Europäer betont verwundert die Augen und beeilt sich abzuwiegeln. Man beabsichtige überhaupt nicht, sich auf englischsprachige Werke zu beschränken. Aber irgendwo müsse doch begonnen werden. Dazu verweisen sie auf laufende Gespräche mit kontinentaleuropäischen Bibliotheken und Verlagen. So unterbreitete Google nachweisbar jüngst 130 Verlagen in Frankreich ein Angebot auf Digitalisierung ihrer Bücher.</p>
<p>
                            <span class="fett">Digitalisierung als europäische Chance</span></p>
<p>Die Diskussion um „Google Print“ erinnert an diejenige um die Radiopflichtquote für nationale Musik. Es scheint so, als wollte sich die europäische Kultur selbst unter Artenschutz stellen. Aber solch Pessimismus ist gar nicht angebracht.</p>
<p>Die Digitalisierung der Buchbestände ist nämlich eine Chance für die europäischen Sprachen, im Internet wahrnehmbarer zu werden. Zunächst zeigen<br />
                            <a href="http://www.wm-impulse.net/archive/2004/04/000001.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studien</a>, dass die Webseiten in der jeweiligen Landessprache in Relation zu englischsprachigen Seiten seit Jahren ohnehin zunehmen, was die Angst vor Amerikanisierung durch das Internet widerlegt. Zudem scheint man zu vergessen, dass schon die Bestände der angloamerikanischen Bibliotheken (welche teilweise komplett gescannt werden) mitunter bis zur Hälfte aus fremdsprachlicher Literatur bestehen. Der Direktor der Bibliothek von Stanford, Michael Keller, gab denn auch auf Nachfrage an, die Universität werde selbstverständlich von Google fremdsprachliche Literatur digitalisieren lassen. Dementsprechend finden sich bereits jetzt unter den „Google Print“ &#8211; Suchergebnissen Bücher in deutscher Sprache. Ob durch Google selbst, einen kommerziellen Konkurrenten wie etwa Yahoo! oder die europäischen Nationalbibliotheken, die Digitalisierung auch der kontinentalen Buchbestände wird mit Sicherheit realisiert.</p>
<p>
                            <span class="fett">„bibliotheca universalis“</span></p>
<p>Dabei ist nun das Projekt einer europäischen digitalen Bibliothek so wichtig, wie die Aufregung um „Google Print“ überflüssig. Es ist in jedem Fall sinnvoll im Rahmen von TEL-ME-MORE die bisherigen Digitalisierungsanstrengungen der einzelnen europäischen Nationalbibliotheken zu koordinieren und zu erweitern. Aber dies kann auch als Ergänzung zu „Google Print“ verstanden werden.</p>
<p>Denn bei allen Kassandra-Rufen sollte nicht vergessen werden, dass das Mammutprojekt einer Digitalisierung der weltweiten Buchbestände allen Seiten Vorteile bringt. Nicht zuletzt den armen und ärmsten Ländern, die damit einen zuvor unerreichbaren Zugang zum gesammelten Weltwissen erhalten. Wenn die eigene europäische Digitalisierungsinitiative die lang ersehnte „bibliotheca universalis“ befördert, dann hat sie bereits einen wertvollen Effekt. Einigt sich Europa mit Google, um Synergieeffekte zu erzielen, könnte man diesen maximieren.<br />
                            </p>
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