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		<title>Sicherheit, Selbstbestimmung, Fairness und Teilhabe – Verbraucherpolitik im digitalen Wandel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jonas Hartmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Sep 2019 13:17:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hat am 2. September in Berlin ihre Handlungsempfehlungen für die Verbraucherpolitik im digitalen Zeitalter vorgestellt. Das Positionspapier, welches von einer breit aufgestellten Projektgruppe ausgearbeitet wurde, bezieht sich auf die drei Handlungsfelder: Sicherheit von digitalen Produkten, Selbstbestimmung in der digitalen Sphäre, sowie Fairness und Teilhabe bei künstlicher Intelligenz und automatisierten Entscheidungen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Neue Anforderungen an die Verbraucherpolitik</h3>
<p>Als die wesentlichen Trends der aktuellen Zeit, welche sich in veränderten Anforderungen an die Verbraucherpolitik widerspiegeln, nennt FES-Referent Dr. Robert Philipps eine Veränderung der Konsumwelt durch neue digitale und vernetzte Produkte und die Sammlung, Auswertung und Nutzung von Verbraucherdaten. Auch die dadurch entstehenden personalisierten Angebote und eine Automatisierung von Verfahren durch KI-basierte Algorithmen, die beispielsweise Entscheidungen bei Auswahlverfahren vorbereiten oder selbstständig treffen können, stellen neue Herausforderungen dar. Die positiven Aspekte dieser Entwicklungen sieht er in einer Erweiterung von Konsummöglichkeiten, in Prosuming-Konzepten, also der Möglichkeit für Verbraucher selbst als Mitarbeiter bzw. Anbieter tätig zu werden, sowie in einer erhöhten Markttransparenz beispielsweise durch Vergleichsportale.</p>
<p>Probleme ergeben sich laut dem <a href="http://library.fes.de/pdf-files/wiso/15633.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Positionspapier</a> in allen drei betrachteten Bereichen, vor allem durch die Erhebung personenbezogener Daten und deren Missbrauch. Im Bereich der Sicherheit fordert die Projektgruppe daher ein IT-Sicherheitsrecht, das definierte Mindeststandards, eine Updatepflicht für Hersteller und Zulassungsverfahren bei bestimmten Produkten vorsieht. Zur Durchsetzung des Rechts auf Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung, die im digitalen Bereich heute nicht gegeben sind, empfiehlt die FES in erster Linie eine Stärkung der Rechtsdurchsetzung.</p>
<p>Möglich sei jedoch auch eine Förderung von datensparsamen Produkten oder die Entwicklung neuer digitaler Lösungsoptionen, die Datenströme kontrollieren und steuern könnten. Zum Thema Fairness und Teilhabe hat sich die Projektgruppe insbesondere mit Algorithmen auseinandergesetzt, also den automatisierten Verfahren zum Treffen von Entscheidungen. Probleme bestehen hier bei intransparenten Verfahren und Fällen von Diskriminierung. Gefordert wird daher eine gesetzliche Verpflichtung zur Nachvollziehbarkeit, eine gesetzliche Verschärfung der Haftung von Anbietern und eine gleichzeitige Stärkung der Aufsichtsbehörden.</p>
<p>Im Anschluss an die Vorstellung des Papiers kamen die Podiumsgäste unter der Moderation von Prof. Dr. Christian Thorun, Geschäftsführer des ConPolicy Instituts für Verbraucherpolitik, zusammen, um die vorgestellten Punkte zu diskutieren. Als Diskussionsgäste waren Sabine Frank, Leiterin für Regulierung, Verbraucher- und Jugendschutz bei der Google Germany GmbH, Sarah Ryglewski, Mitglied des Deutschen Bundestags und neue Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale und Mitglied der Datenethikkommission der Bundesregierung, Peter Bihr, Managing Director der The Waving Cat GmbH und Dr. Claus Dieter Ulmer, Konzernbeauftragter für den Datenschutz der Deutschen Telekom Gruppe geladen.</p>
<h3>Frage der Haftbarkeit</h3>
<p>Eine der wichtigsten Herausforderungen der digitalen Veränderungen für die Verbraucherpolitik sehen Peter Bihr und Klaus Müller in der Schwierigkeit, bei komplexen und oft vernetzten Systemen die Fehlerursache ausfindig zu machen. Daher sei eine Anpassung des Produkthaftungsgesetz an die Entwicklungen im digitalen Bereich nötig. Müller ist überzeugt, der Hersteller müsse für Updates und Wartung der Produkte verantwortlich sein, da nur dieser das nötige Know-How zur Verfügung hätte. Sabine Frank lehnt eine solche Regelung ab, da Software immer fehlerhaft sei. Wie auch Dr. Claus Dieter Ulmer sieht sie eine Verantwortung beim Verbraucher, der ein Bewusstsein für Datensicherheit entwickeln müsse. Sarah Ryglewski erachtet Vorschriften und gesetzliche Regelungen an den Stellen für sinnvoll, wo es extreme Sicherheitsprobleme gibt, wie beispielsweise bei der Verschlüsselung von Emails. Von Prof. Dr.-Ing. Adam Wolisz kam aus dem Publikum der Einwand, dass jegliche Form der Rechtsschaffung im digitalen Bereich heute nur „Archäologieforschung“ sei. Aufgrund der immer schneller voranschreitenden Entwicklung dauere die Gesetzgebung zu lang, um zeitgemäße Gesetze zu verabschieden. Sarah Ryglewski sieht die Lösung für dieses Problem in einer besseren generelleren Formulierung von Gesetzen mit Antizipation zukünftiger Entwicklungen. Klaus Müller erkennt eine Möglichkeit in einer Pflichtversicherung für den digitalen Bereich, um Schäden zu einem gewissen Grad auszugleichen, wenn die Frage der Haftbarkeit nicht geklärt werden kann.</p>
<p>Beim zweiten Themenfeld, der Selbstbestimmung, nennt Sarah Ryglewski eine wichtige Herausforderung mit der „Verständlichmachung“, beispielsweise bei der Datenerhebung. Auch Dr. Claus Dieter Ulmer und Sabine Frank wünschen sich in Bezug auf die Datenschutzgrundverordnung eine Konkretisierung und Abstimmung der Behörden. Klaus Müller kann sich hier auch technologische Entwicklungen von privaten oder öffentlichen Akteuren vorstellen, sogenannte „digitale Notare“, die aufgrund von vom Nutzer getroffenen Voreinstellungen die Datenweitergabe bei bestimmten Anbietern blockieren oder gewährleisten, ohne dass sich der Nutzer jedes Mal aufs Neue entscheiden muss.</p>
<p>Beim Themenfeld der Fairness und Teilhabe lag der Schwerpunkt auf dem Umgang mit Algorithmen. Während Klaus Müller für Algorithmen eine Input- und Output-Kontrolle durch eine staatliche Behörde fordert, mit umgekehrter Beweispflicht bei den Unternehmen in kritischen Fällen, sieht Sabine Frank keinen Bedarf für eine behördliche Kontrolle. Bestehende Angebote wie Algorithmenwatch können diese Aufgabe schon übernehmen. Dr. Claus Dieter Ulmer schließt sich diesem Standpunkt an und betont das beidseitige Interesse von Unternehmen und Verbrauchern, Algorithmen fair zu gestalten und sie dafür den notwendigen Tests zu unterwerfen. Peter Bihr stellt zum Abschluss noch eine wichtige gesellschaftliche Frage: „In welchen Bereichen wollen wir überhaupt und wie weit wollen wir Algorithmen Kontrolle über unser Leben geben?“</p>
<p><strong>Titelbild by:</strong> politik-digital</p>
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</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Bundestagswahl 2017: Kaum Unterschiede bei der Google-Suche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marie Adolph]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Mar 2018 15:19:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Personalisiert Google meine politischen Suchergebnisse? Werden meinem Nachbar andere Inhalte angezeigt, wenn er im Internet nach der gleichen Partei sucht? [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Algorithmen.jpeg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-154300" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Algorithmen.jpeg" alt="Anzeige turi.indd" width="640" height="280" /></a>Personalisiert Google meine politischen Suchergebnisse? Werden meinem Nachbar andere Inhalte angezeigt, wenn er im Internet nach der gleichen Partei sucht? Nein, die Ergebnisse gleichen sich, lautet das Fazit einer Studie die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.</p>
<p>Die Studie „Datenspende: Google und die Bundestagwahl 2017“, eine Kooperation der Initiative „AlgorithmWatch“ und sechs Landesmedienanstalten, beschäftigte sich mit der personalisierten Google-Suche zum Thema „Bundestagswahl 2017“. Das im Juli 2017 gestartete Projekt wertete mithilfe eines Browserplugins die Suchanfragen 4.384 freiwilliger Teilnehmer aus und untersuchte ihre Google-Suchergebnisse auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Erhalten Personen mit unterschiedlichen Meinungen und Vorlieben, die gleichen Suchergebnisse auf Google?</p>
<h3>Personensuche weist gleiches Ergebnis auf</h3>
<p>Katharina Zweig, Professorin an der TU Kaiserslautern stellte das überraschende Ergebnis vor. Die Filterblasentheorie von Eli Pariser aus dem Jahr 2011 konnte nach Auswertung der Daten nicht bestätigt werden. Begriffe wie „Cem Özdemir“, „Alexander Gauland“  oder „Angela Merkel“, die zeitgleich gesucht wurden, entsprachen bis zu neunzig Prozent den Suchergebnissen der anderen Teilnehmer.</p>
<p>Im Vergleich zur Personensuche wichen die Suchergebnisse nach Parteien stärker voneinander ab. Doch auch hier konnte die Theorie nicht bestätigt werden, da die Teilnehmern aufgrund regionaler Unterschiede abweichende Links zu ortsansässigen Parteien erhielten. Von einem personalisierten Suchergebnis kann daher nicht gesprochen werden.</p>
<h3>Filterblasen und Echokammern beeinflussen unsere Denkweise</h3>
<p>Die Filterblasentheorie von Eli Pariser aus dem Jahr 2011 findet zumindest in der Google-Suche von politischen Begriffen keine Anwendung.</p>
<p>Der Begriff einer „Filterblase“ wird im Zusammenhang mit Algorithmen häufig verwendet. Eli Pariser, ein amerikanischer Polit-Aktivist löste mit dem Begriff  der „Filter Bubble“ eine weltweite Debatte über personalisierte Inhalte im Internet aus. Die Idee: Durch das Klickverhalten im Netz offenbaren Menschen ihre Vorlieben. Ein Algorithmus lernt aus dem Verhalten des Nutzers und bietet ihm Inhalte an, die seinen Interessen und Präferenzen entsprechen, sprich: der Algorithmus personalisiert sein Suchergebnis. Dadurch sieht der Nutzer durch einen Filter nur noch den Ausschnitt der Welt, der mit seinen eigenen Interessen, Präferenzen und Überzeugungen übereinstimmt.  Allerdings ist die Theorie der Filter-Bubble umstritten, <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/twitter-datenanalyse-wir-hatten-eine-falsche-vorstellung-von-der-filterblase-a-1185406.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">auch Untersuchungen über Twitter haben die Vermutung nahgelegt, dass Nutzer weniger isoliert von anderen Ansichten sind, wie es Pariser zuvor annahm.</a></p>
<h3>Zukünftige Maßnahmen für den Umgang mit Algorithmen</h3>
<p>Nach der Präsentation der Ergebnisse ging es auf dem Podium um den Umgang mit Algorithmen. Da diese beim Sortieren von Informationen unverzichtbar sind, muss zukünftig gewährleistet sein, dass sie nicht missbräuchlich arbeiten.  Die Einführung eines „Algorithmen-TÜV“ soll die Aufgabe haben, Mindeststandards wie Transparenz, Berichtspflicht und Diskriminierungsfreiheit zu garantieren. Siegfried Schneider, Präsident der bayerischen Landeszentrale für neue Medien, fordert eine bessere Kontrolle von Personen, die Algorithmen entwickeln. Darüber hinaus soll der neue Beruf des „Data Scientist“ darauf abzielen, die Auswirkungen programmierter Algorithmen zu bewerten.  Die geforderte Transparenz stehe im Interesse der Verbraucher- und Persönlichkeitsrechte. Aber auch  Nutzer müssen an ihrer Medienkompetenz arbeiten und ihr Wissen über die Effekte algorithmischer Filterung vertiefen.</p>
<p>Dr. Anja Zimmer , Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb), machte abschließend deutlich, dass die Studie lediglich eine Momentaufnahme eines begrenzten Zeitraums über einen Anbieter (hier: Google) ist. Man dürfe das Ergebnis nicht verallgemeinern und auf andere Anbieter wie Facebook projizieren. Auch für Google könnte das Ergebnis bei der nächsten Wahl schon anders ausfallen.</p>
<p>Titelbild: Veranstaltung &#8220;Algorithmen transparent machen&#8221;, bearbeitet</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Wie Plattformen Politik machen: USA und Deutschland im Vergleich</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wie-plattformen-politik-machen-usa-und-deutschland-im-vergleich-153617/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Dec 2017 11:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Online-Wahlkampf]]></category>
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		<category><![CDATA[Silicon Valley]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor allem Facebook, aber auch Google und Twitter stehen unter dem Druck der Politik: Welche Rolle haben ihre Dienste bei [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="document-page">
<div class="text-wrapper user-select-text">
<p><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-153836" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Angela_Merkel_and_Donald_Trump_in_the_Oval_Office_March_2017_2_640x303-630x298.jpg" alt="Merkel visiting Trump, by White House, Public Domain Mark." width="630" height="298" />Vor allem Facebook, aber auch Google und Twitter stehen unter dem Druck der Politik: Welche Rolle haben ihre Dienste bei der Wahl von Donald Trump gespielt? Der US-Kongress untersucht derzeit die Rolle, die die Gatekeeper der Online-Öffentlichkeit im Präsidentschaftswahlkampf gespielt haben. Auch Protagonisten russischer Provenienz haben die Plattformen dazu genutzt, um durch Falschmeldungen die öffentliche Meinung zu manipulieren. Im Fokus steht dabei die direkte Adressierung von Nutzern durch Anzeigen mit politisch relevanten Inhalten. Wie und in welchem Umfang die Unternehmen diese Einflussnahme ermöglicht haben, dazu mussten Vertreter der Firmen bei parlamentarischen Anhörungen aussagen.</p>
<h3>Citizen Zuckerberg</h3>
<p>Facebook hatte schon vor den Hearings bestätigt, dass solche Anzeigen platziert wurden und Twitter bereits publik gemacht, dass für die russische Regierung tätige Medien wie <a href="https://www.rt.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Russia Today</a> und <a href="https://sputniknews.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sputnik</a> seit 2011 global Werbung für 1,9 Millionen $ <a href="https://blog.twitter.com/official/en_us/topics/company/2017/Announcement-RT-and-Sputnik-Advertising.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geschaltet haben</a>. Diese Summe will das Unternehmen nun für Forschung über zivilgesellschaftliches Engagement auf der Plattform einerseits und ihre manipulative Nutzung andererseits spenden.</p>
<p>Gründer und Facebook-Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg hat sich hingegen in einer Videobotschaft zu Wort gemeldet und Schritte angekündigt, &#8220;<a href="https://www.facebook.com/zuck/videos/10104052858820231/)" target="_blank" rel="noopener noreferrer">um die Integrität des demokratischen Prozesses zu schützen</a>&#8220;. So die Diktion des mächtigen Medienunternehmers, der eine verlegerische Verantwortung für Inhalte doch kategorisch ausschließt. Die New York Times resümiert die Aktivitäten mit Blick auf eigens angeheuerte PR-Berater und ganzseitige Zeitungsanzeigen so: Facebooks Hauptquartier sei seit Monaten im Krisen-Modus, um den Image-Schaden <a href="https://www.nytimes.com/2017/10/29/business/facebook-misinformation-abroad.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einzudämmen</a>.</p>
<p>Freilich geht es dabei nicht nur um das öffentliche Ansehen des Social Network. Vielmehr versuchen die Strategen aus dem Silicon Valley eine weitergehende staatliche Regulierung ihrer Geschäftsmodelle zu verhindern. Denn inzwischen haben drei Senatoren eine Gesetzesinitiative ergriffen und den „<a href="https://assets.documentcloud.org/documents/4113308/Honest-Ads-Act.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Honest Ads Act</a>“ für mehr Transparenz bei der politischen Online-Werbung auf den Weg gebracht: Es soll in Zukunft nachvollziehbar sein, wer inhaltlich und finanziell für die Veröffentlichung einer Polit-Anzeige verantwortlich ist.</p>
<p>Dieser Forderung sind Facebook und Twitter bereits mit Ankündigungen<a href="https://blog.twitter.com/official/en_us/topics/product/2017/New-Transparency-For-Ads-on-Twitter.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> zuvorgekommen.</a> Sie beinhalten die Kennzeichnung und Offenlegung der Anzeigen, die von einem Akteur geschaltet werden. Die betreffenden Inhalte werden dann in einem öffentlich zugänglichen Archiv vorgehalten. Darüber hinaus sollen verausgabte Summen und erreichte Zielgruppen genannt werden. Facebook stellt sogar in Aussicht, diejenigen Inserenten politisch relevanter Inhalte, die sich nicht als solche zu erkennen geben, durch Maßnahmen des maschinellen Lernens automatisch<a href="https://newsroom.fb.com/news/2017/10/update-on-our-advertising-transparency-and-authenticity-efforts/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> zu identifizieren</a>.</p>
<h3>Dark Posts und Silicon Valley Embeds</h3>
<p>Damit wird nicht nur auf die aktuelle Diskussion um eine auswärtige Intervention reagiert. Bereits während des US-Wahlkampfs wurde kritisiert, dass insbesondere die Trump-Kampagne bei Facebook unzählige Varianten von Anzeigen für die unterschiedlichsten Zielgruppen lanciert hat. Diese sogenannten „Dark Posts“ sind nicht auf der für alle zugänglichen Präsenz von Donald Trump bei Facebook sichtbar gewesen, sondern wurden nur im News Feed von jeweils für relevant erachteten Nutzersegmenten ausgespielt. Insofern konnten sich Beobachter keinen Überblick über die Gesamtheit der getätigten Aussagen verschaffen, um beispielsweise Inkonsistenzen oder schmutzige Varianten von Wahlwerbung zu entdecken.</p>
<p>Die angekündigten Maßnahmen sind zwar weitgehend, doch sie adressieren nur einen Aspekt der Problematik, die mit der durch die Plattformen konstituierten politischen Öffentlichkeit verbunden ist. Eine aktuelle Studie von <a href="https://twitter.com/kreissdaniel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Daniel Kreiss</a> und <a href="https://twitter.com/shannimcg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Shannon McGregor</a> enthüllt nämlich das immense Ausmaß, mit dem “<a href="http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10584609.2017.1364814" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Technology Firms Shape Political Communication</a>”. Die Kommunikationswissenschaftler zeigen, wie eng Facebook und Twitter, aber auch Google (und Microsoft) mit den Wettbewerbern zusammengearbeitet haben.</p>
<p>Die Technologie-Firmen haben mit eigens dafür abgestelltem Personal den Politikern, die ihre Dienste nutzen wollten, aktiv unter die Arme gegriffen. Sie stellten ihre Instrumente vor und machten Vorschläge zu deren Einsatz. Dies gilt vor allem für die Identifizierung und Adressierung relevanter Zielgruppen durch Anzeigen, von denen die Plattformen am ehesten finanziell profitieren. Insofern wurden nicht nur die Digital-Strategien der kollaborierenden Kandidaten direkt beeinflusst.</p>
<p>Gerade die Kampagne von Donald Trump hat davon profitiert, insofern sie mit minimalem Personaleinsatz operierte. Dieses Defizit gegenüber der personell aufwändig aufgestellten Organisation von Hillary Clinton konnte also durch die Kompetenz aus dem Silicon Valley kompensiert werden.</p>
<h3>Plattformen: Der Blick nach Deutschland?</h3>
<p>In den USA stehen Facebook, Google und Twitter unter politischem Druck, weil sie Anzeigen von Akteuren aus Russland mit manipulativen Inhalten publiziert haben. Der US-Kongress untersucht derzeit die Rolle, die die Gatekeeper der Online-Öffentlichkeit im Präsidentschaftswahlkampf gespielt haben. Gibt es vergleichbare Erkenntnis für die Rolle der Technologie-Firmen beim Bundestagswahlkampf?</p>
<p>„<a href="https://www.fes.de/de/medienpolitik/artikelseite/die-macht-der-informationsintermediaere/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Macht der Informationsintermediäre</a>“ ist zwar auch in der deutschen Debatte ein Thema und ein Forschungsnetzwerk des <a href="https://www.hans-bredow-institut.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hans-Bredow-Instituts</a> widmet sich sogar den <a href="https://aps.hans-bredow-institut.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Algorithmed Public Spheres</a>. Doch die politische Kommunikationsforschung in Deutschland überlässt das Thema eher dem Datenjournalismus oder einer ebenfalls quantifizierenden <a href="http://politicaldatascience.blogspot.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Political Data Science</a>.</p>
<p>Demgegenüber bewegen sich die Autoren der US-Studie über den direkten Einfluss großer Digital-Unternehmen auf die datenbasierte <a href="http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10584609.2017.1364814" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampagnenführung</a> in der Tradition der qualitativen Sozialforschung. Sie haben sich in das Feld begeben, in dem die Kontakte zwischen Technologie-Firmen sowie politischen Kandidaten und Kampagnen in den USA angebahnt werden. Dort präsentieren die Firmen ihre Dienstleistungen und Produkte auf den Parteitagen der Kontrahenten. Mit dem betreffenden Personal wurden dann Interviews geführt, die Ausmaß und Inhalt der Kollaborationen zu Tage förderten.</p>
<h3>Digitale Doppelgänger</h3>
<p>Anhaltspunkte für ähnlich enge Kooperationen gibt es auch in Deutschland. Ende September berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg über den Online-Wahlkampf der Alternative für Deutschland: „<a href="https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-09-29/the-german-far-right-finds-friends-through-facebook" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The German Far Right Finds Friends Through Facebook</a>“. Die AfD habe die auch für rechtspopulistische Parteien und Kandidaten in anderen Ländern tätige US-Agentur <a href="https://www.harrismediallc.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Harris Media</a> angeheuert. Deren Vertreter habe bei seinem Deutschland-Aufenthalt direkt Facebooks Berliner Dependance aufgesucht, um eine Arbeitsbeziehung zur Anzeigenabteilung zu etablieren.</p>
<p>In den Fokus sei dabei das von Facebook angebotene Marketing-Instrument der <a href="https://www.facebook.com/business/help/www/164749007013531" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lookalike Audiences</a> geraten: Ausgehend von bekannten Angaben zu den Abonnenten der AfD-Präsenz bei Facebook wurde eine gleich große Gruppe mit ähnlichen Eigenschaften aus der Gesamtheit der deutschen Nutzer gebildet, die dann für Werbemaßnahmen der Partei ins Visier genommen wurde.</p>
<p>Abgesehen von dieser Episode haben sich die Plattformen allen Parteien als relevanter Partner für die Kommunikation mit der Wählerschaft angedient. Instrument dieser Annäherung waren vor allem Informationsangebote über die politischen Positionen von Kandidierenden und Parteien. Diese Formate wurden den Nutzern von <a href="https://de.newsroom.fb.com/news/2017/09/informationshub/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook </a>und <a href="https://germany.googleblog.com/2017/08/euer-digitaler-werkzeugkasten-zur-btw17.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google </a>bei algorithmisch passender Gelegenheit prominent angezeigt. Die Angaben zu Personen und Positionen konnten die betreffenden Akteure dabei selbst verfassen.</p>
<p>Vielleicht lässt sich diese Praxis am ehesten als freiwilliges Äquivalent zur kostenfrei ausgestrahlten Wahlwerbung im Rundfunk verstehen. Eine Parallele zum TV-Duell drängt sich darüber hinaus bei einem weiteren Angebot auf: YouTube veranstaltete zunächst mit Angela Merkel und später mit Herausforderer Martin Schulz für Internet-Verhältnisse epische <a href="http://www.netzpiloten.de/youtuber-kanal-wahlhelfer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einzelinterviews</a>. Bei diesem kamen diverse YouTube-Influencer zum Einsatz, die die beiden Kandidaten im firmeneigenen Berliner YouTube-Space befragten.</p>
<p>Dazu gab es im Gegensatz zu dem von der Kanzlerin in ein ihr genehmes Format verhandelten TV-Duell redaktionelle Einspieler und sogar Wortmeldungen von Zuschauern der beiden Livestreams, die von Google und YouTube auf der jeweiligen Startseite beworben wurden. Auch wenn auf diesem Weg noch keine enorme Reichweite erzielt wurde, dürfte den Kommunikationsstrategen in den Parteizentralen doch klar geworden sein, welcher Kanal in Zukunft den Draht zu Erstwählern herzustellen vermag.</p>
<p>Titelbild: Angela Merkel and Donald Trump in the Oval Office, March 2017, by White House, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Public Domain Mark 1.0</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div>
</div>
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		<title>Projekt Datenspende &#8211; Wie arbeitet Google?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Jul 2017 11:27:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Algorithmen]]></category>
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		<category><![CDATA[BTW 2017]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-3"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Personalisiert Google unsere Suchergebnisse? Und welche deutschen Parteien und Politiker stehen dort präferiert ganz oben? Pünktlich zur heißen Phase der Bundestagswahl hat die Plattform <a href="https://algorithmwatch.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AlgorithmWatch</a> in Kooperation mit fünf Landesmedienanstalten ein Tool entwickelt, welches genau das herausfinden soll.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Das Crowdsourcing-Projekt “Datenspende” startet diesen Donnerstag und funktioniert über ein extra entwickeltes Tool, dass sich Nutzer als Plug-In für ihren Browser installieren können. Alle vier Stunden sucht es dann nach einer vorgefertigten Liste von rund 15 Parteinamen und Politikern. Hierzu gehören etwa SPD und CSU, aber auch Angela Merkel oder Christian Lindner. Das ganze funktioniert automatisch &#8211; vorausgesetzt, der Rechner ist am Strom und der Browser eingeschaltet.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Ergebnisse werden zunächst in einer Datenbank gespeichert und schließlich für jedermann zugänglich gemacht. Sie stehen im Anschluss auch für die eigene Auswertung zur Verfügung. Ziel des Ganzen: Herauszufinden, wie Google persönliche Nutzerpräferenzen für die Optimierung der Suchmaschinen nutzt &#8211; und welche Themen im Rahmen der Bundestagswahl Hochkonjunktur haben. Wer teilnehmen möchte, kann sich </span><a href="https://datenspende.algorithmwatch.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400;">hier informieren und das Tool downloaden</span></a><span style="font-weight: 400;">.  </span></p>
<p>Titelbild: By <a href="https://pixabay.com/de/users/422737-422737/">422737</a> on <a href="https://pixabay.com/de/google-www-online-suche-suche-485611/">Pixabay</a>, CCO Public Domain</p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-5"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-5" data-row="script-row-unique-5" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-5"));</script></div></div></div>
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		<title>“Den Konsumenten zum Produzenten machen” &#8211; Tilman Baumgärtel im Interview</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/den-konsumenten-zum-produzenten-machen-tilman-baumgaertel-im-interview-152537/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jun 2017 10:15:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Soziale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Offene Kanäle]]></category>
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					<description><![CDATA[Soziale Medien prägen unseren Alltag. Das war nicht immer so. Doch auch in Zeiten von Schallplatten und Röhrenfernsehern gab es [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Soziale Medien prägen unseren Alltag. Das war nicht immer so. Doch auch in Zeiten von Schallplatten und Röhrenfernsehern gab es bereits Ansätze partizipativer Mediengestaltung &#8211; und auch viel Selbstdarstellung, wie uns Prof. Tilman Baumgärtel im Interview erklärt hat.</p>
<p>Selfies, Shortclips und ganze Serien: Dank sozialer Netzwerke kann heute jeder der möchte, Inhalte ganz leicht selbst produzieren und veröffentlichen. Wie aber sahen eigentlich die Vorläufer von Youtube-Kanälen und Videoblogs aus? Und welche gesellschaftspolitischen Statements gingen von ihnen aus? Medienwissenschaftler Prof. Tilman Baumgärtel, Kurator der Oberhausener Kurzfilmtage 2017, zum Thema “Soziale Medien vor dem Internet” im Interview bei politik-digital.de.</p>
<p><b>Herr Baumgärtel, Soziale Medien und Internet. Das sind für die meisten zwei kaum trennbare Begrifflichkeiten. Welche Formen partizipativer Medien gab es eigentlich überhaupt vor dem Aufkommen der Online-Welt?</b></p>
<p>Den Konsumenten zum Produzenten von Medieninhalten zu machen – diese Forderung hat der deutsche Schriftsteller Bertolt Brecht schon 1930 für das Radio aufgestellt. Damals fehlten die technische Möglichkeiten, dem Publikum die Produktionsmittel zu überlassen. Radio war – wie auch der Film – noch technisch zu anspruchsvoll.</p>
<p>Aber der Wunsch, selbst Medien zu machen, ist so alt wie die Medien selbst. Und sobald das zum Beispiel durch Schmalfilm, Video, Offene Kanäle oder die ersten Online-Mailboxen möglich wurde, gab es auch Leute, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machten – teils als Amateure, die Hochzeitsvideos drehten, teils aber auch Leute mit sozialen und politischen Zielen. Das hieß damals zwar noch nicht „Soziale Medien“. Diesen Zusammenhang zu den Internet-Angeboten der Gegenwart behaupte ich zunächst einmal. Aber bisher hat mir noch niemand widersprochen.</p>
<p><b>Wie kann man sich konkret die Kommunikation, aber auch die Produktion eigener Inhalte abseits neuer Medien vorstellen? </b></p>
<p>Das kann man so kaum verallgemeinern, das hängt zuallererst von den jeweiligen betreffenden Medien ab. Und selbst beim Piratenradio gab es zum Beispiel einerseits eine politische Fraktion, andererseits Radiopiraten wie Radio Caroline, die eher aus kommerziellen Gründen und mit Gewinnabsichten sendeten.</p>
<p><b>Welche Rolle spielten solche partizipativen Medien im gesamtgesellschaftlichen Diskurs und wie waren die Reaktionen der Allgemeinheit darauf?</b></p>
<p>Das ist unterschiedlich, weil die historischen wie die technischen Umstände immer wieder anders waren. Was mich bei den Programmen für die Oberhausener Kurzfilmtage besonders interessiert hat, war der Zusammenhang zwischen politischem und medialem Aktivismus seit Ende der 60er Jahre. Zu dieser Zeit gab es einerseits eine Reihe von technischen Entwicklungen (16mm, Super 8, Video), die den Zugang zur Medienproduktion erleichterten.</p>
<p>Andererseits hat sich durch die Studentenrevolte 1968 und die sich in den 70er Jahren entwickelnden Neuen Sozialen Bewegungen ein gesellschaftliches Umfeld für neue Formen der alternativen Medienproduktion (Piratensender, Videogruppen, offene Kanäle/Bürgerfernsehen) entwickelt. Diese Medienproduktion richtete sich damals zwar vor allen Dingen an politische Aktivisten. Aber heute sind das auch tolle Dokumente, wie für politische Forderungen gekämpft wurde, die inzwischen durchgesetzt sind: das Ende der Wehrpflicht und die Abschaltung der deutschen Atomkraftwerke, teilweise auch die Forderungen der Frauen- und der Schwulenbewegung.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="/wp-content/uploads/2020/06/TilmanIMG_9634-195x119-1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-152542 size-thumbnail" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/TilmanIMG_9634-195x119.jpg" alt="TilmanIMG_9634" width="195" height="119" /></a>Tilman Baumgärtel (* 1966 in Würzburg) ist ein deutscher Autor, Medienwissenschaftler und Journalist. Er ist Professor für Medientheorie im Fachbereich Zeitbasierte Medien an der Hochschule Mainz und hat zuvor u. a. an Universitäten in Paderborn, Manila und Phnom Penh unterrichtet.</div></div>
<p><b>Wie wurden diese Medien verwendet, um diese politische Akzente zu setzen?</b></p>
<p>Die Videos, die von Videogruppen wie der Medienwerkstatt Freiburg in Deutschland oder den Videofreex in den USA produziert wurden, verstanden sich als Teil einer „Gegenöffentlichkeit“, die eine Alternative zu der Berichterstattung der „bürgerlichen Medien“ darstellen sollte. Diese Vorstellung ist inzwischen leider teilweise von Kräften wie Russia Today, KenFM oder Breitbart News gekapert worden, die nicht gerade progressiven Vorstellungen verpflichtet sind. Trotzdem war es wichtig, dass es solche Stimmen gegeben hat, und das ist es auch heute noch. Und die Sozialen Medien der Gegenwart werden ja trotz Fake News und Polittrollen immer noch dafür verwendet, um solchen Stimmen Gehör zu verschaffen.</p>
<p><b>Viele sagen, Youtube und Co. wären heutzutage voller Selbstdarsteller. Ist das für Sie ein Abbild der postmodernen Gesellschaft oder sind lediglich die entsprechenden technischen Möglichkeiten jetzt für jedermann zugänglich?</b></p>
<p>Dass Video das Medium des Narzissmus ist, hat die amerikanische Kunsttheoretikerin Rosalind Krauss schon in den 70er Jahren geschrieben. Die vielen Dampfplauderer, Selbstdarsteller und Schminktipps-Verbreiter bei YouTube mögen zwar deprimierend sein. Und es stimmt einen schon traurig, wie hier zum Beispiel öde Geschlechterklischees höchst erfolgreich wieder aufgewärmt werden: Mädchen putzen sich heraus, Jungs zocken Ballerspiele.</p>
<p>Aber das Schlimmste ist eigentlich nicht, dass es solche YouTuber gibt, sondern dass sich das so viele ansehen, statt selbst ihr eigenes Programm zu machen. Das Versprechen von YouTube („Broadcast Yourself“) ist eigentlich bis heute nicht eingelöst worden. Trotzdem gibt es auch unter den YouTubern Beispiele dafür, dass auch aufdringliche Selbstdarstellung emanzipatorische Züge haben kann. Leute wie Marvyn Macnificent oder Ossi.Glossy geben zwar auch Schminktipps. Aber dass Jungs so etwas machen, kann man auch als Kritik an überkommenen Geschlechterrollen betrachten.</p>
<p><b>Dann zum Abschluss noch eine kurze Einschätzung: Wo sehen Sie Gefahren und Chancen in der Digitalisierung generell und in der Nutzung von partizipativen oder sozialen Medien im Speziellen?</b></p>
<p>Die sogenannten &#8220;Sozialen Medien&#8221; von heute befinden sich in der Hand von einigen wenigen Mammutunternehmen wie Google oder Facebook, die sich weitgehend nationalstaatlicher, politischer Kontrolle entziehen. Aller menschenfreundlichen Rhetorik zum Trotz sind sie letztlich vor allem wirtschaftlichen Interessen verpflichtet. Die Machtverhältnisse zwischen solchen Plattformen und ihren Nutzern sind vollkommen asymmetrisch. Anpassungen an nationale Gesetze nimmt zum Beispiel YouTube nur widerwillig und nachlässig vor. Auch Facebook lässt sich nur ungern Vorschriften machen, sondern orientiert sich an seinen eigenen „Community Standards“. Es ist unbegreiflich, wie YouTube so lässig mit dem Jugendschutz oder geistigem Eigentum umgehen kann, ohne dafür belangt zu werden. YouTube ist nicht nur die wohl größte Piratenbörse der Welt, sondern beliefert auch Kinder und Jugendliche mit ekligem Gangster-Hiphop und Gewaltvideos, die ihnen auf anderem Weg nicht zugänglich gemacht werden dürften.</p>
<p>In diesem Bereich haben sich Monopole gebildet, die dem möglichen gesellschaftlichen Nutzen dieser Angebote entgegenstehen. Jonathan Taplin argumentiert darum in seinem Buch „Move Fast and Break Things“, dass Unternehmen wie Google oder Facebook mit Hilfe der amerikanischen Anti-Trust-Gesetze zerschlagen werden müssen. Das mag eine richtige, aber kurzfristig kaum umzusetzende Forderung sein. Auf jeden Fall stellt sich die Frage, ob Facebook und YouTube immer noch die neutralen Plattformen sind, als die sie sich gerne darstellen, um keine Verantwortung für die Inhalte übernehmen zu müssen, die über sie verbreitet werden. Für mich spricht viel dafür, dass sie durch Moderation und algorithmische Kuratierung oder auch durch die Serien, die sie neuerdings produzieren, Medienunternehmen sind, die sich dann auch den Regeln und Gesetzen für Medienunternehmen unterwerfen müssten.</p>
<p><b>Vielen Dank für das Gespräch Herr Baumgärtel!</b></p>
<h3 style="text-align: right;"></h3>
<p>Titelbild: Radio room, by The Library of Virginia on <a href="https://www.flickr.com/photos/library_of_virginia/2899347850/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Google in Indien:  Für den Weltkonzern ist das südasiatische Land ein strategisches Versuchslabor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronald Meinardus]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Nov 2016 10:08:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Google Station]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[YouTube]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[@NarendraModi]]></category>
		<category><![CDATA[Digital Emowerment Foundation]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Zahl lässt aufhorchen: Jede Sekunde gehen drei Inder erstmals online. In keinem Land der Welt verändert die digitale Transformation [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-150484 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/MG_394_by_Pabak_Sarkar_CC-BY-NC-ND_2.01-630x351.jpg" alt="_mg_394 by Pabak Srak CC-BY-NC-ND 2.0" width="630" height="351" />Die Zahl lässt aufhorchen: Jede Sekunde gehen drei Inder erstmals online. In keinem Land der Welt verändert die digitale Transformation das Leben so vieler Menschen wie in Indien. Mehrere Akteure treiben den historischen Prozess.</p>
<p>Im politischen Bereich ist es zuvorderst Ministerpräsident Narendra Modi. Mit seiner „Digital India“-Kampagne will der ehrgeizige Staatsmann das in Teilen noch im Mittelalter verharrende Riesenland in die Moderne katapultieren. Modi hat mächtige Verbündete – im Inland wie im Ausland. An erster Stelle stehen die großen internationalen Technologiekonzerne. Indien gleicht – im übertragenen Sinne – einem Schlachtfeld, auf dem Amazon, Apple und Google (um nur die wichtigsten zu nennen) um Macht und Einfluß kämpfen.</p>
<p>Zahlen und Prognosen befeuern die Phantasie der Investoren: Heute sind 350 Millionen Inder online, bis Ende des Jahrzehnts soll sich diese Zahl auf 500 Millionen erhöhen. Das sind dann eine halbe Milliarde Menschen, die überwiegend auf Smartphones, die sie sich noch kaufen müssen, kommunizieren und zunehmend auch Geschäfte machen.</p>
<p>Einerseits ist Indien der Markt mit den größten Wachstumsraten, wenn es um die IT-Branche geht. Anderseits belegt die Statistik, dass – heute – nur kaum jeder Dritte Inder im Netz ist: „Der Zustand des Nicht-Verbundenseins führt zum (wirtschaftlichen) Ausschluss von einer Milliarde Menschen“, sagt Osama Mansar, der Präsident der <em>Digital Emowerment Foundation</em> (DEF), einer Nichtregierungsorganaisation, die sich für die Überwindung des sogenannten „digital divide“ einsetzt.</p>
<h3>Neue Lebenschancen</h3>
<p>Google sieht sich an der Speerspitze, wenn es um die Überwindung der „digitalen Spaltung“ in Indien geht. Mit einer Vielfalt von Programmen arbeitet der Konzern daran, digitalen Medienzugang sowie Medienkompetenz zu erhöhen. Zielgruppen sind dabei vor allem die einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen. Viele dieser Menschen sind wirtschaftlich und gesellschaftlich marginalisiert. Für sie – so die Vision – eröffnet das Internet neue Lebenschancen.</p>
<p>Googles Indien-Programme kommen mit einem sozialen, philanthropischen Touch daher. Am Ende geht es aber nicht um Sentimentalitäten, sondern um knallharte wirtschaftliche Interessen, die den US-Konzern auch in Indien antreiben.</p>
<p>Wie jede gute Strategie gehen Googles Pläne in Indien auf die lokalen Besonderheiten ein. Lückenhafte Netzinfrastruktur, schwache Datenübertragungsraten und nicht weniger als 22 offizielle Landessprachen schaffen eine Vielzahl von Herausforderungen für ein Unternehmen, das im Internet Geld verdienen will. Für alle diese Herausforderungen hat Google Lösungen parat.</p>
<p>Im Schulterschluß mit der staatlichen Eisenbahngesellschaft ist Google dabei, an 400 Bahnhöfen Hotspots mit kostenlosem Wifi bereitzustellen. „<em>Google Station</em>“ heisst die nächste Etappe des Projektes, das das Internet unters Volk bringen soll. In Malls, Cafes und anderen öffentlichen Plätzen sollen Inder an Google-Hotpots kostenfrei im Internet surfen können. Die Mehrheit dieser Menschen bewegt sich heute auf dem 2 G Mobilfunkstandard durch das Netz, also mit vergleichweise niedriger Geschwindigkeit der Datenübertragung. Den in vielen Landesteilen schlechten Mobilfunkverbindungen will Google mit einer Reihe von „datenschonenden“ Programmen begegnen. Dazu gehört „<em>YouTubeGo</em>“, eine App, die – so das Unternehmen – zunächst nur für den indischen Markt entwickelt wurde, und die Datenmengen von Downloads vermindert, demnach auch bei schlechter Verbindung funktioniert.</p>
<h3>Vielsprachig im polyglotten Indien</h3>
<p>Vermutlich die nachhaltigste Wirkung werden die vielsprachigen Angebote im polyglotten Indien haben. Zwar ist Englisch (neben Hindi) die offizielle Sprache. Die große Mehrheit der Inder spricht diese Sprache aber nicht oder allenfalls lückenhaft. Von den 350 Millionen Indern, die heute online sind, kommunizieren lediglich knapp die Hälfte fliessend in der Sprache der ehemaligen Kolonialherrn, sagt Richa Singh Chitranshi, die bei Google für die asiatischen Sprachdienste verantwortlich ist.</p>
<p>Die Zahlen verweisen auf den Erfolg von Googles Sprachen-Strategie: Die Wachstumsraten in den Regionalsprachen liegen um ein Vielfaches über den Zuwächsen bei den englisch-sprachigen Angeboten. „Die Nachfrage nach Inhalten in Hindi wächst fünf Mal schneller als die Nachfrage nach englischen Inhalten“, so Chitranshi. Google erntet schon jetzt die Früchte seiner sprachlichen Diversifizierungsstrategie; das Potential ist gewaltig, nicht zuletzt auch deshalb, weil es so gut wie keine Konkurrenz gibt, die dem Beinahe-Monopolisten Paroli bieten könnte.</p>
<p>Googles Indien-Engagement hat eine zusätzliche – strategische – Dimension. Für den Konzern ist das südasiatische Land eine Art Versuchslabor, hier werden Geschäftsideen auf ihre internationale Übertragbarkeit getestet.„Wir haben etwas wichtiges festgestellt, wenn es um die Verbesserung unserer Produkte in Indien geht. Es macht diese besser für alle in der Welt. Indien liefert uns frühe Einsichten über die Zukunft des Internet.“</p>
<p>Das sagt Sundar Pichai. Er leitet seit 2015 Google – und ist Inder.</p>
<p>Titelbild: MG_394 by Pabak Sarkar via <a href="https://www.flickr.com/photos/pabak/28132302585/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr</a>, licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-NC-ND 2.0</a></p>
<p><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011-305x53.png" alt="CC-Lizenz-630x110" width="305" height="53" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hassplattform Internet: Tun Google &#038; Co genug dagegen?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/hassplattform-internet-tun-google-und-co-genug-dagegen-150195/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/hassplattform-internet-tun-google-und-co-genug-dagegen-150195/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Mahler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Sep 2016 12:17:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Amadeu Antonio Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
		<category><![CDATA[Hatespeech]]></category>
		<category><![CDATA[Task Force]]></category>
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		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch wenn es genügend Gründe gibt, in diesen Tagen den 25. Geburtstag des Internet zu feiern: Das Netz hat die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Hatespeech-sarinhars-CC0-Public-Domain-pixabay.png"><img decoding="async" class="wp-image-150201 size-large alignnone" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/computer-rage-630x465.jpg" alt="computer-rage" width="630" height="465" /></a></p>
<p>Auch wenn es genügend Gründe gibt, in diesen Tagen den 25. Geburtstag des Internet zu feiern: Das Netz hat die Gesellschaft in den letzten Jahren auch das Fürchten gelehrt. Menschen radikalisieren sich in sozialen Netzwerken und nicht selten erwachsen daraus ganz reale Gewalttaten. Kurz: Das World Wide Web scheint nicht nur, aber auch zur Hass-Plattform zu verkommen. Doch wie lässt sich das verhindern? Das war eine der Fragen, der sich die Expertenrunde bei der telegraphen_lounge der Deutschen Telekom am vergangenen Mittwoch stellte. An der Rolle von Facebook, Google und Co schieden sich dabei besonders die Geister.</p>
<p>Bald zehn Monate ist es jetzt her, dass die vom Bundesjustizministerium initiierte Task Force erste Ergebnisse vorstellte, wie gegen Hassinhalte im Netz vorgegangen werden kann. Daran beteiligt waren nicht nur zivilgesellschaftliche Organisationen, sondern auch Vertreter von Facebook und Google. Mit ihnen wurden konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung von Hass-Inhalten vereinbart. Doch wie ist der Stand heute? Wurden die Zusagen eingehalten? Und wo reichen die Schritte noch nicht aus? Das war eine zentrale Streitfrage bei der Diskussionsrunde <a href="http://blog.telekom.com/2016/09/08/wir-alle-muessen-etwas-gegen-den-digitalen-extremismus-tun/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Digitaler Extremismus: Verkommt das Netz zur Hass-Plattform?“</a> in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom AG.</p>
<p>Simone Rafael von der Amadeu-Antonio-Stiftung, die an der Task Force des Justizministeriums teilgenommen hatte, forderte die sozialen Netzwerke dazu auf, noch stärker Verantwortung zu übernehmen: „Es ist ein guter Zwischenschritt, wenn Nazis und Terroristen nicht mehr dort sind, wo sie auf sehr, sehr viele Einfluss nehmen können.“ Und wenn man als Unternehmen in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen schreibe, dass man keinen Rassismus und Antisemitismus dulde, solle man das auch umsetzen.</p>
<h3>Hatespeech: Google verweist auf eigene Grenzen</h3>
<p>Lutz Mache, der sich im Google-Hauptstadtbüro mit Hate Speech befasst, wies solche Aufrufe nach einem noch stärkeren Engagement der Netzbetreiber indirekt zurück: „Es ist klar, dass wir gegen rechtswidrige Inhalte im Netz vorgehen.“ Google wolle schließlich vor allem den rechtmäßigen Meinungen eine Plattform bieten. Allerdings sei die Unterscheidung zwischen zulässiger und unzulässiger Äußerung schwierig. Das zeige schon das Gerichtsurteil zum umstrittenen Böhmermann-Schmähgedicht: „Das ist ein schmaler Grat, das zu entscheiden.“ Außerdem würden allein auf You Tube pro Minute 400 Stunden Video-Material hochgeladen. „Das ist für kein Unternehmen möglich, diese proaktiv zu durchsuchen. Deshalb bauen wir darauf, dass Nutzer uns diese melden“, so Mache. Und Google stelle dafür – wie in der Task Force vereinbart – die Produkt-Tools bereit. Eine technische Lösung von Seiten des Unternehmens zur Bekämpfung von Hass-Inhalten scheide allerdings aus – anders als bei Urheberrechtsverstößen mit vorab verfügbarem, klar überprüfbarem Material: „Die Rechtsverstöße sind da anders zu erkennen als bei Hassinhalten“, sagte Mache.</p>
<p>Der parlamentarische Staatssekretär im Justizministerium, Ulrich Kelber (SPD), widersprach Mache und berichtete von eigenen Erfahrungen mit Hasskommentaren. Bislang würden etwa Äußerungen, die mit Worten wie „Judenschwein“ und „Untermensch“ ganz klar diskriminierten, nach angemeldeter Prüfung bei Facebook durchgehen. Kelber: „Das hat nichts mit zweifelhaft zu tun, sondern da funktioniert der Prozess nicht.“ Er erwarte, dass bei den Betreibern angezeigte Inhalte von Leuten geprüft werden, die die Landessprache beherrschen und wissen, was rechtlich in Deutschland verboten ist.</p>
<h3>Zentrale Zusage der Internetbetreiber noch nicht eingehalten</h3>
<p>Überhaupt: „Die Zusage der Internetbetreiber, dass Inhalte innerhalb von 24 Stunden geprüft und auch im Falle einer Straftat gelöscht werden, wird noch nicht eingehalten“, so der SPD-Politiker. „Da ist noch deutlich Raum zur Verbesserung.“ Auch mit Blick auf die Technik sei das der Fall. Intelligente Systeme könnten etwa einen hochgeladenen und wahrscheinlich strafrechtlich relevanten Inhalt „in eine Art Zwischen-Quarantäne stecken, bis ihn sich jemand angeschaut hat“, schlug Kelber vor. „Das verletzt das Recht von niemandem, wenn der Inhalt erst nach einer Stunde online ist.“ Ferner könnten Filter-Bubbles durch Veränderung der Algorithmen durchbrochen werden. Es sei nicht in Ordnung, dass Menschen, die sich in ihrer Ansicht zu radikalisieren begännen, in eine laufende digitale Selbstbestätigung gebracht würden, so der Staatssekretär. Da stimmte auch Google-Vertreter Mache zu.</p>
<p>Susann Rüthrich, Sprecherin der Arbeitsgruppe „Strategien gegen Rechtsextremismus“ der SPD-Bundestagsfraktion, beschrieb die Chancen einer Algorithmus-Veränderung so: „Wenn jemand nach einschlägigen Begriffen sucht, soll er nicht nur auf Seiten kommen, die er eigentlich gesucht hat, sondern auch auf Seiten, die aufklären.“</p>
<h3>„Da braucht es klare Ansagen von Demokratinnen und Demokraten“</h3>
<p>Und was kann der Staat tun? In den Augen von Simone Rafael von der Amadeu-Antonio-Stiftung braucht es jedenfalls keine Gesetzesverschärfung. Allerdings seien bei Staatsanwaltschaften und Polizeistellen weitere Spezialisten nötig, die sich mit Hate Speech im Internet auskennen. Staatssekretär Kelber sah die Behörden schon personell gestärkt. Durchaus gälte es aber, die Justiz fit zu machen: „Manchmal ist es auch einfach nur notwendig, besonders eklatante Beispiele besonders schnell zu ahnden.“ Kelber erhofft sich davon eine Signalwirkung auf Internetnutzer. Die helfe mehr, als wenn nach zwölf Monaten langsam jeder einzelne Fall abgearbeitet werde. Es gehe um Bewusstseinsschaffung. Lutz Mache von Google hat bereits beobachtet, dass die Sensibilisierung im Netz gestiegen ist: „Die Zahl der Nutzer hat sich erhöht, die Inhalte bei uns melden und sich aktiv auf unseren Plattformen gegen Hass aussprechen.“ Sich für demokratische Werte einzusetzen, sei schließlich Aufgabe aller. Darin war sich die Runde einig.</p>
<p>Von allen Diskutanten wurde daher die eigenständige Rolle der Gesellschaft im Kampf gegen Hass-Inhalte hervorgehoben. Staatssekretär Kelber sieht die Nutzer etwa vor allem dann gefordert, wenn es sich bei Kommentaren zwar nicht um Straftaten, trotz allem aber um Hate Speech handelt: „Da kann man nichts verbieten oder Löschanträge stellen, da braucht es klare Ansagen von Demokratinnen und Demokraten.“ Die Abgeordnete Susann Rüthrich unterstrich dabei die Bedeutung der Medienkompetenz. Dazu gehöre nicht nur ein reflektierter Umgang mit Inhalten im Netz: „Man muss die Menschen auch kompetent machen, sich persönlich nicht komplett angreifbar zu machen.“ Das schließe ein Bewusstsein ein, was man von sich selbst online preisgeben will und was nicht: „Denn aus einer digitalen Auseinandersetzung kann sehr schnell etwas ganz reales werden.“</p>
<p>Titelbild: Hatespeech von <a href="https://pixabay.com/de/laptop-computer-computer-pc-1155173/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sarinhars</a> und <a href="https://pixabay.com/pl/w%C5%9Bciek%C5%82o%C5%9B%C4%87-walki-faust-sp%C3%B3r-strony-1564031/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ToNic-Pics</a> via <a href="https://pixabay.com/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, licenced <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Das digitale Wir &#8211; Unser Weg in die transparente Gesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2015 08:22:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Ist das Web 2.0 tot?]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Big Data]]></category>
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		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
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		<category><![CDATA[Peter Schaar]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-6"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ></p>
<p>NSA-Überwachungsskandal, Big Data oder der Arabische Frühling. In seinem neuen Buch &#8220;Das digitale Wir&#8221; widmet sich der ehemalige Bundesbeauftragte für den Datenschutz Peter Schaar den Auswirkungen von Internet und Digitalisierung auf Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, aber auch der Ausgestaltung der derzeitigen Informations- und Transparenzgesellschaft und ihrer Entwicklung.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Shoppen in einem großen Einkaufszentrum. Supermärkte, Fachgeschäfte mit den verschiedensten Waren, aber auch Banken, Spielhallen und gemütliche Bars, die zum Verweilen und Freunde treffen einladen. Sehr viel ist dort umsonst zu haben. Nur eine einzige Gegenleistung verlangen alle Geschäfte: Eine freundliche Servicekraft notiert alle privaten Daten am Eingang. Grundlegendes wie Name, Adresse und Beziehungsstatus bis zu Intimsten wie die sexuelle Präferenz. Gerne auch mit Kopie des Personalausweises und des Adressbuchs. In der realen Welt würde das kein Kunde über sich ergehen lassen. Im Internet ist das selbstverständlich. Mit diesem Bild zeigt Peter Schaar in &#8220;Das digitale Wir&#8221; deutlich, welcher Überwachung sich die Menschen im Internet aussetzen und welche Daten sie dort äußerst freiwillig preisgeben.</p>
<p>Schaar befasst sich in seinem Werk mit der Entwicklung des Internets. Zu Beginn der Digitalisierung gingen einige Menschen noch von einem herrschaftsfreien Raum aus, der Gleichheit für alle mit sich brächte. Der anfängliche Traum von Freiheit und Selbstbestimmtheit durch und im Internet hat sich verflüchtigt. Der öffentlich zugängliche Bereich des Internets wird von einigen großen Konzernen kontrolliert, die den Nutzern verlockende Angebote präsentieren, doch auch ihre Monopolstellung vielfältig ausnutzen.</p>
<h3>Digitales &#8220;Wir&#8221; gegen digitales &#8220;Ich&#8221;</h3>
<p>Mit der Entwicklung hin zu einer Big Data Gesellschaft und des &#8220;Internet of Things&#8221; über die Sharing Economy und den ausgerufenen Siegeszug des schnellen Geldes mit dem schnellen Netz und der Rechenleistung beschreibt Schaar die Ergebnisse der Digitalisierung. Darüber hinaus zeigt er die Folgen der scheinbaren omnipräsenten Transparenz auf die Einzelperson und vom Netz zur analogen Welt auf.</p>
<p>Durch das ganze Buch zieht sich die Einstellung des Datenschützers und ehemaligen Bundesbauftragten für den Datenschutz Peter Schaar, die sich auch im Untertitel wiederfindet: &#8220;Der Weg in eine Transparente Gesellschaft&#8221;. Gegen eine einseitige Transparenz, nämlich die des Nutzers. Für ihn steht fest: Es darf nicht beim gläsernen Bürger und Staat gegen intransparente Internetkonzerne bleiben. Der scheinbaren Freiheit von Informationen und Beteiligungsmöglichkeit stehen Internetmonopolisten wie Google und Facebook entgegen, die durch ihre geheimgehaltenen Algorithmen die Suchergebnisse beeinflussen und sogenannte Filterblasen generieren, ohne dass staatliche Institutionen oder die Nutzer Einfluss auf die Ergebnisse hätten.</p>
<h3>Wie politisch auf das Internet reagieren</h3>
<figure id="attachment_147238" aria-describedby="caption-attachment-147238" style="width: 198px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Das-digitale-Wir-Cover.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-147238" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Das-digitale-Wir-Cover-305x466.jpg" alt="" width="198" height="302" /></a><figcaption id="caption-attachment-147238" class="wp-caption-text">Schaar, Peter: Das digitale Wir &#8211; Unser Weg in die transparente Gesellschaft. Verlag: Körber-Stiftung, 224 Seiten, 17,00 Euro (D), 2015, ISBN: 978-3-89684-168-1</figcaption></figure>
<p>Der Datenschützer spart auch nicht mit Kritik an der Politik. So an der amerikanischen Regierung, die Anfang 2010 für eine unbeschränkte Nutzung von elektronischen Medien eintrat und die &#8220;Internetfreiheit&#8221; zu einer Priorität der amerikanischen Politik erklärte. Kurze Zeit später veröffentlichte die Enthüllungsplattform WikiLeaks diplomatische Depeschen und militärische Dokumente, die der US-Gefreite Bradley (Chelsea) Manning an sie weitergegeben hatte. Für die Weitergabe der Informationen wurde er zu 35 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Auch die politische Landschaft und Gesellschaft hat sich durch das Internet gewandelt. Viele Politiker nutzen Social Media, um den Kontakt zu den Wählern auch außerhalb des Wahlkampfes zu halten. Offen bleibt jedoch die Frage des Umgangs mit dem Datenschutz, insbesondere bei Firmen mit Sitz und Servern außerhalb der EU.</p>
<p>Das Internet bietet neue Möglichkeiten. Für den Journalismus, der neue Absatzmärkte aber auch neue Arten des Schreiben entwickelt. Für die Zivilgesellschaft, die sich scheinbar vielfältiger durch offeneren Informationszugang und Online-Petition beteiligen kann. Aber auch für die Politik, die das Neuland erkunden und durch Online-Wahlen und staatlicher Social Media Auftritte die Bürger zur Beteiligung und Erhöhung der Wahlbeteiligung anregen möchte. All diese Ansätze und Entwicklungen führt Peter Schaar an, beschreibt aber auch deren Probleme.</p>
<h3>Der &#8220;Arabische Frühling&#8221; ohne Social Media?</h3>
<p>Vor dem sogenannten &#8220;Arabischen Frühling&#8221; zeigte die &#8220;Twitter-Revolution&#8221; im Iran bereits 2010, welche Wege das Internet dem Protest ermöglichte. Viele Protest-Teilnehmer mobilisierten und vernetzten sich über Mobiltelefone und das Internet, besonders über den später namensgebenden Kurznachrichtendienst. Dort wurde in den Folgejahren in Tunesien und Ägypten Facebook genutzt, um die Rebellion aufrecht zu erhalten und Bilder und Informationen unter der Regimesperre zu teilen. Schaar bezieht dazu kritisch Position: Die Wirkung des Internets würde überschätzt, &#8220;wenn [&#8230;] eine Art Automatismus zwischen der Zugänglichkeit von Facebook, Twitter &amp; Co. und dem Erstarken der Opposition gegen undemokratische Regierungen hergestellt wird.&#8221;</p>
<h3>Lasst niemanden zurück!</h3>
<p>Abschließend wagt Schaar einen Blick in die Zukunft. Zusammenfassend, auch für das gesamte Buch, lässt sich der letzte Satz als Apell verstehen: &#8220;Niemand darf zurückbleiben!&#8221; Auch wenn er im letzten Kapitel, im Gegensatz zu den fundierten Ausführungen der vorherigen Kapitel, eher kurzangebunden bleibt, so zeigt er doch eindringlich auf, dass das Internet und die Digitalisierung einen aktiven Gestaltungswillen der Politik und Gesellschaft brauchen, um digitale Gleichberechtigug für alle, Machtbegrenzung von Monopol-Firmen, aber auch der Sammelwut der staatlichen Institutionen, zu erreichen.</p>
<p>Das Buch ist sehr lesenwert, da Peter Schaar auf 200 Seiten auch für Nicht-Netzaktivisten verständlich und unterhaltsam die Entwicklung des Internets, dessen Chancen aber auch die Gefahren für die Zivilgesellschaft, Politik und Einzelpersonen ausführt. Seine Aussagen und Beschreibungen untermauert der Datenschützer wissenschaftlich mit vielseitigen Quellen. Dabei zögert er nicht, neben Kritik an den Unternehmen und Politik auch eigene Fehler oder falsche Prognosen der Netzgemeinschaft aufzuzeigen.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/75279887@N05/6914441342" target="_blank" rel="noopener noreferrer">luckey_sun</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC 2.0)</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-6" data-row="script-row-unique-6" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-6"));</script></div></div></div>
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		<title>Google fördert erstmals digitale Projekte in Deutschland</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Livia Helbing]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2015 08:53:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[digital]]></category>
		<category><![CDATA[Google Impact Challange]]></category>
		<category><![CDATA[Vereine]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Bewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[Organisationen]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit Spenden in Millionenhöhe fördert Google Initiativen und Projekte zur digitalen Weiterentwicklung in Deutschland. Jeder dritte Deutsche engagiere sich ehrenamtlich, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Google-Impact-Challenge.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-147137" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Google-Impact-Challenge.jpg" alt="Google Impact Challenge" width="640" height="280" /></a>Mit Spenden in Millionenhöhe fördert Google Initiativen und Projekte zur digitalen Weiterentwicklung in Deutschland.</p>
<p>Jeder dritte Deutsche engagiere sich ehrenamtlich, doch „nur wenige reizen dabei die Möglichkeiten des Internets und anderer digitaler Dienste voll aus“, so der Chef von <a href="https://www.google.de/">Google</a> Deutschland und Zentraleuropa Philipp Justus. Das möchte der Konzern Google gemeinsam mit <a href="https://www.betterplace.org/de/fundraising-events/bloggerfuerfluechtlinge">betterplace.org</a> durch einen Wettbewerb mit hohen Preisgeldern fördern. Das Programm richtet sich an Vereine und gemeinnützige Organisationen. Diese sollen ermutigt werden, innovative und digitale Ideen zu entwickeln, die einerseits einen Mehrwert für die Gesellschaft haben und andererseits den Verein selbst fördern.</p>
<h3>Preisgelder im Wert von 3,75 Millionen Euro</h3>
<p>Viele Organisationen in Deutschland setzen bereits auf digitale Lösungen, z. B. Apps, Livestreaming-Angebote oder zur Spendenkoordination. Dennoch gibt es hier Verbesserungspotential, weswegen Google den Wettbewerb dieses Jahr erstmals auch in Deutschland veranstaltet. Unter der Schirmherrschaft der Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig sollen insgesamt 3,75 Millionen Euro Preisgelder an engagierte Freiwillige vergeben werden. Davon werden 10.000 Euro an hundert lokale und regionale Initiativen vergeben. Die sogenannten „Leuchtturm-Projekte“ sind ambitionierter, größer und agieren nicht nur lokal, sondern bringen ihre Ideen bundesweit, europaweit oder sogar global voran. Hiervon sollen insgesamt neun Organisationen mit jeweils 250.000 Euro prämiert werden. Darüber hinaus wird es ein besonders herausragendes Projekt geben, das mit 500.000 Euro belohnt wird.</p>
<p>Die erste Bewerbungsphase des Wettbewerbs hat am 22. September begonnen und läuft noch bis zum 18. Oktober. Unter <a href="http://g.co/EureIdee">g.co/EureIdee</a> kann die in nur 40 Wörtern zu beschreibende Idee eingereicht werden. Folgende Kriterien müssen für die Bewerbung erfüllt werden:</p>
<ol>
<li><strong>Bedeutung für die Gemeinschaft:</strong> Das Projekt wirkt sich positiv auf die Lebenssituation einer lokalen oder größeren Gemeinschaft aus oder unterstützt Organisationen in ihrer alltäglichen Arbeit.</li>
<li><strong>Innovation:</strong> Das Projekt nutzt digitale Hilfsmittel oder einen kreativen Ansatz, um ein bisher ungelöstes Problem zu beheben.</li>
<li><strong>Realisierbarkeit:</strong> Das Projekt kann erfolgreich von der sich bewerbenden Organisation durchgeführt werden.</li>
<li><strong>Reichweite:</strong> Das Projekt hat das Potenzial, ein Vorbild für andere Gemeinschaften oder Organisationen zu sein oder einer großen Anzahl von Menschen zu helfen.</li>
</ol>
<h3>Neben Jury entscheidet auch Online-Voting</h3>
<p>Eine Jury wird bis Anfang November darüber entscheiden, ob die Teilnehmer es in die zweite Runde des Wettbewerbs geschafft haben. Neben der Internetbotschafterin Gesche Joost sowie der Wirtschaftsexpertin Ann-Kristin Achleitner sitzen u.a. die ehemalige Tennisspielerin Steffi Graf und der Fußballtorhüter Manuel Neuer in der Jury. Zusätzlich entscheidet ein öffentliches Online-Voting über die Gewinner. Zu den Preisgeldern stellt Google Sachleistungen zur Verfügung, sodass das Volumen des Förderprogramms bei insgesamt 4 Million Euro liegt. Google hat seit 2013 über 20 Millionen Euro in gemeinnützige Organisationen investiert.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/thomashawk/84295294/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thomas Hawk</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC 2.0)</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png?resize=305%2C53" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Grenze des Erträglichen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Rothe]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 May 2015 13:35:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[YouTube]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaftsstandards]]></category>
		<category><![CDATA[Löschanträge]]></category>
		<category><![CDATA[Hassrede]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein nicht ganz fünf Minuten langes Video eines bekannten deutschen YouTubers zeigt, wie schwierig der Umgang mit Hass und Gewalt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/youtube_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145799" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/youtube_bearb.jpg" alt="youtube_bearb" width="640" height="280" /></a>Ein nicht ganz fünf Minuten langes Video eines bekannten deutschen YouTubers zeigt, wie schwierig der Umgang mit Hass und Gewalt für soziale Netzwerke ist. Wo hören berechtigte Kritik und Humor auf und wo fangen Hetze, Drohungen und Aufforderungen zur Gewalt an? Wir haben die Community-Richtlinien von YouTube zur Bewertung des Videos von JuliensBlog herangezogen.</p>
<p>Vor kurzem erst haben wir über die <a title="Facebooks Politik des (Nicht-)Löschens" href="http://politik-digital.de/facebooks-politik-des-nicht-loeschens">Löschpolitik von Facebook</a> und den Umgang des Unternehmens mit hetzerischen, beleidigenden oder gewaltverherrlichenden Beiträgen in dem Netz berichtet. An einem aktuellen Beispiel zeigt sich, dass auch die anderen sozialen Netzwerke große Probleme haben, angemessen mit Inhalten umzugehen, die in strafrechtlich relevante Bereiche vordringen.</p>
<p>Das am 19. Mai veröffentlichte Video „JuliensBlog #21 – GDL (Bahnstreik)“ des YouTubers JuliensBlog überspringt genau diese Grenze mit Leichtigkeit und es ist deshalb mehr als verwunderlich, dass YouTube-Eigentümer Google keinen Verstoß gegen die <a href="http://www.morgenpost.de/berlin/article141196857/Eklat-um-Youtube-Star-Man-sollte-die-Lokfuehrer-vergasen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Community-Richtlinien</a> festgestellt haben will. Unabhängig von der schweren Beleidigung, die sich durch den 4:55 Minuten langen Rant zieht, ist zumindest in Deutschland die Aufforderung jemanden „zu vergasen“ niemals ein Spaß und auch kein Stilmittel. YouTube hat in seinen Community-Richtlinien Spielregeln aufgestellt und Linien markiert, die von den Nutzern eingehalten werden sollen. Zu den allgemeinen Regeln gehören das Verbot <a href="https://support.google.com/youtube/answer/2802008" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gewalttätiger und grausamer Inhalte</a>, von <a href="https://support.google.com/youtube/answer/2801927" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drohungen und Einschüchterungen</a> und <a href="https://support.google.com/youtube/answer/2801939" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hasserfüllten Inhalten</a>.</p>
<p>Das GDL-Video von JuliensBlog verstößt gegen alle genannten Punkte. YouTube führt die Regelungen dankenswerterweise genauer aus und erklärt im Einzelnen, wann Verstöße vorliegen oder wie sie vermieden werden können. Zum Punkt „gewalttätige oder grausame Inhalte“ wird erläutert: „Wenn die in dem Video gezeigte Gewalt extrem grausam ist, poste im Titel und in den Metadaten unbedingt so viele Informationen wie möglich, um dem Publikum verständlich zu machen, was sie ansehen. Indem du einen dokumentarischen oder pädagogischen Kontext bietest, hilfst du dem Publikum und unseren Prüfern zu verstehen, warum diese bestürzenden Inhalte gezeigt werden.“ Wenn also nur ein extremes und unangebrachtes Beispiel der Verdeutlichung einer Aussage dienen soll, müsste dies in einen Kontext gebracht werden, der die Darstellung von Gewalt und Hass in diesem Zusammenhang erklärt und für den Zuschauer aufbereitet. In der Videobeschreibung finden sich aber lediglich Links zur Facebook-Seite des Urhebers und seinem Fanartikelshop. Kontextualisierung: Fehlanzeige.</p>
<p>Bedrohungen liegen laut YouTube dann vor, wenn Videos „Androhungen hinsichtlich schwerer Körperverletzungen gegenüber einer Einzelperson oder einer definierten Gruppe von Personen beinhalten.“ Die Aufforderung, alle streikenden Lokführer nach Auschwitz zu fahren um sie dort zu vergasen, lässt wenig Interpretationsspielraum, ob hier eine Androhung von Gewalt vorliegt oder nicht. Dabei sollte auch beachtet werden, dass ein erfolgreicher YouTuber mit 1,2 Millionen Abonnenten und einem durchschnittlich sehr jungen Publikum über eine nicht zu unterschätzende Meinungsmacht verfügt und hier eben auch eine Anstachelung zu Gewalt gegen Angehörige einer Berufsgruppe vorliegt. Die aktuell über 6200 (Stand 21.05.) mehrheitlich positiven Kommentare, fast 47 000 positiven Bewertungen des Videos und über 450 000 Views unterstreichen, dass von einem derartigen Video ein gewalttätiges Potential ausgeht.</p>
<p>Zu guter Letzt sollte auch das Verbot von Hassreden für dieses Video gelten und Konsequenzen nach sich ziehen. In den Richtlinien schreibt YouTube: „Hassreden bezieht sich auf Inhalte, die Gewalt oder Hass gegen Einzelpersonen oder Gruppen aufgrund von bestimmten Attribute fördern […]“. Im Anschluss folgen einige Beispiele für gruppenbezogene Hassrede, die aber ausdrücklich nur beispielhaft sind. Im Fall des besprochenen Videos richtet sich die Forderung nach Gewalt gegen eine Berufsgruppe und im weiteren gegen Arbeitnehmer, die ihr im Artikel 9 des Grundgesetzes festgeschriebenes Streikrecht wahrnehmen.</p>
<p>Auf Grund des GDL-Videos wurde gegen den Urheber <a href="https://twitter.com/PolizeiMuenchen/status/600926729255972864" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anzeige</a> bei der Polizei München erstattet. JuliensBlog hat inzwischen eine <a href="http://www.morgenpost.de/berlin/article141205887/Eklat-um-Youtube-Star-Die-Reaktion-von-JuliensBlog-im-Wortlaut.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stellungnahme</a> abgegeben, in der er seine Aussagen als schwarzen Humor darstellt und auf die eigentliche Pointe, dass er die entsprechenden Züge garantiert streikfrei fahren könnte, hinweist. Da YouTube sich offenbar nicht in der Pflicht fühlt, in diesem Fall Maßnahmen zu ergreifen, sind abermals die Strafverfolgungsbehörden gefragt, um in sozialen Netzwerken begangenes Unrecht auszugleichen.</p>
<p>Bild: <a class="owner-name truncate" title="Geh zum Fotostream von David Pickett" href="https://www.flickr.com/photos/fallentomato/16883387264/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">David Pickett<br />
</a></p>
<div class="attribution-info"></div>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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