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	<title>Gott &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Nov 2016 10:56:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[„Gott wohnt in Brüssel.“ Er lebt dort mit seiner Frau und seiner Tochter. Von einem großen Computer aus verfasst er [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Galaxy-Wikilmages-CC0-Public-Domain-via-pixabay.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-150281 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Galaxy-Wikilmages-CC0-Public-Domain-via-pixabay.jpg" alt="galaxy-wikilmages-cc0-public-domain-via-pixabay" width="640" height="365" /></a>„Gott wohnt in Brüssel.“ Er lebt dort mit seiner Frau und seiner Tochter. Von einem großen Computer aus verfasst er die Gebote und verwaltet das Leben der Menschen. Dies zumindest lässt der Film „Das brandneue Testament“ glauben. Mit dem technischen Fortschritt erweitern sich auch die Möglichkeiten der Suche nach dem Göttlichen, dem spirituellen Kern der Dinge. Darum haben wir uns auf eine digitale Reise zum Sinn des Lebens gemacht.</p>
<h3>Alles ist relativ „göttlich“</h3>
<p>Hoch oben auf dem Olymp, da sollen sie regieren, die Götter. In Walhalla feiern sie große Feste oder schicken Plagen aus den Tiefen der Erde. Menschen sind auf den Olymp gestiegen, drangen immer tiefer zum Erdkern vor, die Welt war nicht genug. „Ich bin durch den Weltraum geflogen, aber Gott habe ich dort nicht gesehen“, konstatierte der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch im All. Vielleicht suchen wir aber an den falschen Stellen. Denn was ist das „Göttliche“, was ist der Kern, der die Welt im innersten zusammenhält?</p>
<p>Der Erforschung dieses Kerns hat sich das Genfer Forschungsinstitut CERN verschrieben. Seit seiner Gründung 1957 beschäftigt sich das größte Forschungsinstitut Europas mit Fragen der Kernphysik und dringt, auf der Suche nach dem „Gottesteilchen“, in den Mikrokosmos vor.</p>
<p>Am Anfang war die Erde wüst und leer. Nicht ganz: Am Anfang war das <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9uUAKspG6vU" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Higgsfeld,</a> wie Quantenphysiker des CERN vermuten. Warum die Menschen verschieden sind, haben sich nicht nur die Philosophen gefragt. Auf gleiche Weise sind Atome verschieden, haben unterschiedliche Massen. Was gibt ihnen ihre Massen? Warum sind die Dinge so wie sie sind?</p>
<p>Das Higgsfeld kann als eine Party in London Downing Street verstanden werden. Ein Raum ist gleichmäßig verteilt mit Partygästen. Plötzlich betritt der Premierminister den Raum. Alle Anhänger und Günstlinge scharen sich um ihn. Es wird immer schwerer für ihn, durchzukommen, der Premierminister wird träge. Betritt plötzlich hingegen der Oppositionsführer den Raum, so wenden sich alle von ihm ab. Mühelos kann er den Raum durchqueren. Trägheit ist gleich Masse. Ob das Extra-Pfund auf der Waage oder die Tonnen-Fracht eines LKWs &#8211; das <a href="https://www.youtube.com/watch?v=RIg1Vh7uPyw" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Higgsteilchen</a> soll erklären, warum die Grundbausteine des Lebens so sind wie sie sind. Gelingt es dieses Teilchen zu finden, wäre die Wissenschaft nahe dem Urknall angelangt.</p>
<h3>Wo liegt der Kern des Internet?</h3>
<p>Ein Produkt dieser Forschungen ist das Internet. Der britische Forscher Tim Berners-Lee erfand Ende der 1980er Jahre im CERN ein Textverarbeitungsprogramm namens Enquire. Damit ließen sich Notizen, Adressen, kurze Informationen speichern und verlinken. Vor und zurück surfen, dies war die Geburtstunde des Internet. Einheitliche Standards für die Kommunikation, das http-Protokoll, Adressen URL und eine Auszeichnungssprache HTML, legten die Basis des World Wide Web. Die <a href="http://info.cern.ch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erste Website</a> ging am 13. November 1990 online. Nicht nur Wissenschaftler, sondern die gesamte Menschheit, mit inzwischen Milliarden von Usern, bekam ein neues Mittel, um miteinander zu kommunizieren, Wissen und Ideen auszutauschen und über unsere Existenz auf diesem blauen Planeten zu diskutieren. Vor wenigen Jahren vermutete man wahrscheinlich sogar, das Higgsteilchen gefunden zu haben. Aber immer noch herrschen Kriege, Hungersnöte und Gewalt. Ist das „Göttliche“ also nur ein Produkt der blühenden Phantasie des Menschen?</p>
<h3>Ist das „Göttliche“ nur ein Hirngespinst?</h3>
<p>Vielleicht sieht die Neurotheologie Licht am Ende des Tunnels. Der kanadische Neurowissenschaftler Michael Persinger entwickelte einen „Gotteshelm“, der bestimmte Hirnregionen von Probanden elektrisch stimuliert. Daraufhin berichteten die Versuchspersonen von übersinnlichen Erfahrungen &#8211; wie die Anwesenheit einer höheren Existenz zu spüren, eine fremde Stimme zu hören oder sogar von Zuständen der Angst und Ohnmacht. Diese Zustände hielten nach Ende des Versuchs teilweise noch an. Untersuchungen mit buddhistischen Mönchen und katholischen Nonnen im Kernspintomographen lieferten ähnliche Ergebnisse. Die Versuchsteilnehmer berichteten davon, im Nichts (Nirwana) aufzugehen, oder von der Anwesenheit Gottes. Während der Scheitellappen besonders aktiv war, wurde das Zentrum für die Wahrnehmung von Raum und Zeit vermutlich deaktiviert. Hierin sieht der Biologie Andrew Newberg den Grund für die transzendentale Erfahrung der Geistlichen. Wer sich selbst auf diese Reise begeben möchte, der Helm ist käuflich im Onlineshop von <a href="https://www.shaktitechnology.com/god-helmet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Shakti Technology</a> zu erwerben.</p>
<p>Neurowissenschaftler haben bereits viele Regionen des menschlichen Gehirns untersucht und kartiert. Nur in ein Röhrchen gespuckt, dann können User durch ihr eigene <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/dns-analyse-online-surfen-im-erbgut-1.284406" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erbmasse am Rechner surfen</a>. In der Fähigkeit des Menschen, sich immer wieder neu anzupassen, sehen die Evolutionsbiologen den Erfolg der menschlichen Spezies. Insbesondere die Fähigkeit, Sinneseindrücke wahrzunehmen, aufzunehmen und zu bestimmten Mustern zusammenzufügen, begründenden Erfolg der menschlichen Evolution. Heute sind „Muster“ unter anderem als Memes im Netz vorzufinden. Der Theorie des Evolutionsbiologen Richard Dawkins zufolge würden sich solche Verhaltensweisen erfolgreich durchsetzen, die das Genom der Menschen übergehen.</p>
<p>Ähnlich wie bestimmte religiöse Symbole und Verhaltensweisen für die Interpretation der Welt herangezogen werden, werden heute Katzenvideos und andere virale Klassikergeteilt und im kollektiven Gedächtnis der ganzen Internetgemeinde gespeichert. Religion sei damit nichts weiter als ein Produkt erfolgreicher Verhaltensweisen, kurz: Memes.</p>
<h3>Reicht ein nüchterner Blick?</h3>
<p>Dem stimmt die virtuelle Gemeinde der „<a href="http://www.churchofvirus.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Church of Virus</a>“ zu. Zeitgleich mit der Ausbreitung des Internet hat sie sich auf ihre digitale Mission begeben. Als einzigen Heiligen verehren sie Charles Darwin, den Begründer der Evolutionstheorie. Die Neurotheologie ist zentrale Glaubensbasis dieser Gemeinschaft. Demnach sei der Glaube an eine höhere Existenz mit der Bezeichnung „Gott“ lediglich das Produkt eines Überlebensvorteils der Spezies Mensch. Die „traditionellen“ Religionen seien überholt, Sünde sei der Glaube an eine höhere transzendentale Kraft. Die Tugend der frommen Gläubigen der Church of Virus bestehe nur in einem klaren nüchternen Rationalismus.</p>
<p>Doch ist alles wirklich mit einem nüchternen Rationalismus erklärbar?</p>
<h3>Noetik und die verborgene Kraft des Bewusstseins</h3>
<p>Was ist das Internet? Täglich nutzen Milliarden Menschen diese Technologie, doch bewusst eine Definition ist angesichts der zunehmenden Komplexität kaum mehr zu fassen. Frei nach Hegel kann das Internet als eine Weltseele im platonischen Sinne, also ein Geist, verstanden werden, der sich noch sich selbst bewusst werden muss, was er sein will. Im Gegensatz zu Platons Weltseele ist das Internet jedoch, ähnlich dem Contract Social, ein Bewusstsein, welches durch Menschenhand geschaffen wurde. Erst durch die Gemeinschaft der Netzgemeinde existiert das Internet als globales digitales Netzwerk.</p>
<p>Insofern ist das Internet eine Ansammlung von Informationen, ein komplexes System aus Prozessen. Es existiert fernab des Zutuns eines einzelnen Surfers, ist aber permanent präsent. Es ist etwas materiell kaum mehr begreifbares, wie nicht nur <a href="http://politik-digital.de/news/mein-internet-mein-fenster-zur-welt-149159/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">meine Oma (91) als Internetabstinente</a> in einem Gespräch meinte. Ab hier beginnt ein wissenschaftlich umstrittenes Feld der Noetik. Abgeleitet vom griechischen Wort Nous für Verstand bzw. Noesis für Denktätigkeit beschäftigt sich diese Wissenschaft mit den Grenzen des menschlichen Bewusstseins und geht sogar über sie hinaus.</p>
<h3>Grüße aus der Noosphäre</h3>
<p>Das Bewusstsein und sein Potenzial sind es, was die Noetik umtreibt. Trotz modernster Messmethoden geschehen noch „Wunder“. Warum bekommt man plötzlich einen Anruf von einer Person, an die man gerade denkt? Warum scheint das gemeinsame Liken und Posten uns glücklich zu machen, Trauer und Schmerz zu lindern? Auch das Potenzial der „Intentionalität“, also der Erforschung des Einflusses von bewussten Gedanken auf ein physisches System, ist Forschungsgebiet der Noetik. In anderen Worten: Wenn ich einen Lichtschalter betätige, so geht das Licht an. Kann ich aber auch nur durch meine Gedanken den Stromkreis zum Laufen bringen; ein Licht aufgehen lassen?</p>
<p>Begonnen haben die neurowissenschaftlichen Forschungen nach dem Erlebnis des Apollo14 Astronauten Edgar Mitchell und späteren Gründer des Insitute of Noetic Science. Er beschrieb während des Rückflugs auf die Erde das Gefühl, plötzlich Teil eines großen Ganzen zu sein. Dieses große Ganze erforschte erstmals das Princeton University´s Engineering Anamolies Research Laboratory, kurz PEAR.</p>
<p>Probanden bekamen eine lose Folge von 200 zufälligen Bit-Sequenzen, also eine Reihenfolge von Nullen und Einsen, die sie mit einem Schalter betätigen konnten. Aufgabe der Probanden war es, nur durch ihren Willen (Intentionalität) die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=cnvJfkI5NVc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zufällige Abfolge zu beeinflussen</a>. Seit 1998 gibt es im <a href="http://noosphere.princeton.edu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Global Consciousness Project</a> über 50 dieser Apparaturen in den gesamten Vereinigten Staaten verteilt, welche bis zu drei Milliarden dieser Bit-Sequenzen pro Tag produzieren und direkt durch das Internet nach Princeton weiterleiten. Insbesondere bei großen globalen Ereignissen &#8211; wie Naturkatastrophen, Terroranschlägen, aber auch Sportveranstaltungen oder religiösen Großereignissen &#8211; meinen die Noetiker, markante Abweichungen vom Zufall der Bit-Sequenzen wahrzunehmen. Hierin sehen sie einen Beweis für ein globales menschliches Bewusstsein, welches die Menschheit beeinflusst und lenkt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, durch unser Bewusstsein könnten wir unser Schicksal selbst beeinflussen wie Dean Radin, Mitglied des Institute of Noetic Science, meint. Daraus schließt er, ein einzelner Gedanke sei nur ein Tropfen im Ozean. Dächten aber viele Menschen denselben Gedanken, so hätte dies Einfluss auf jeden Menschen. In dem, was religiöse Menschen als „göttlich“ bezeichnen, sehen die Noetiker das Bewusstsein als die schöpferische einende Kraft der Menschen. Dem Glauben zu schenken, fällt angesichts der Unvorstellbarkeit und durchaus wissenschaftlich umstrittenen Methodik der Noetik nicht leicht. Ob die weltweite Vernetzung der Menschheit durch das Internet, die schnellere Übertragung von Informationen und Nachrichten, Antworten auf die Frage nach dem „globalen Bewusstsein“ der Menschen finden kann, bleibt weiterhin offen.</p>
<h3>Wozu braucht es noch „Gott“?</h3>
<p>„Ich suche Gott. Ich suche Gott“ schreibt der Nihilist Friedrich Nietzsche. Vielleicht können wir das „Göttliche“ gar nicht finden? Zumindest die evolutionären Humanisten oder Transhumanisten gehen davon aus, dass der Mensch nur ein Zufallsprodukt auf dem Staubkorn Erde mitten in den unendlichen Weiten des Weltalls ist. Traditionen und Religionen seien nur ein Produkt der Evolution, der Mensch selbst nicht mehr als ein „zivilisiertes“ Tier. Viel eher stünden diese traditionellen „Wurzeln“ der modernen Gesellschaft dem Menschen im Wege. Der Begründer des Transhumanismus und erste Generalsekretär der UNESCO, Julian Huxley, formulierte dies so: “It has defined man’s responsibility and destiny—to be an agent for the rest of the world in the job of realizing its inherent potentialities as fully as possible”.</p>
<p>Dieses Streben nach einer stetigen Verbesserung ist Kern des <a href="http://politik-digital.de/news/human-enhancement-und-die-kuenstliche-verbesserung-des-menschenschoener-schneller-klueger-148808/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Transhumanismus</a>. Technik soll dem Menschen helfen, stets ein größeres Potenzial auszuschöpfen. Als Beispiel für die Verschmelzung von Mensch und Technik lässt sich das Smartphone anführen. Ist unser digitaler Begleiter einmal nicht verfügbar, so haben deren Besitzer häufig das Gefühl, etwas fehlt. Moderne Technologien können Taube wieder hören und Blinde wieder sehen lassen Doch nicht nur Krankheiten sollen geheilt werden, auch Gesunde sollen die Grenzen ihres Leistungsvermögens hinausschieben können. An diesem Fortschritt müsse die gesamte Menschheit teilhaben. Die <a href="https://www.facebook.com/cyborgfoundation/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cyborg Foundation</a> setzt sich für das „Menschenrecht“ ein, dass jeder die Möglichkeit habe, zu einem Maschinenmenschen bzw. Cyborg zu werden. „Ich glaube an den Menschen, den Schöpfer der Kunst und Entdecker unbekannter Welten“, lautet das Glaubensbekenntnis dieser Technikoptimisten. In einer solchen Welt solle Wissenschaft die Fakten liefern, Philosophie sie ordnen und Kunst die Erkenntnis ausdrücken, wie auf den Seiten der transhumanistischen <a href="http://www.giordano-bruno-stiftung.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Giordano Bruno Stiftung Deutschland</a> zu lesen ist. Der Mensch solle sich als eigenständiges Lebewesen begreifen, das sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen habe.</p>
<p>Autoritäre Strukturen, biologische Grenzen bis hin zum Tod sollen überwunden werden. Jedoch besteht die Gefahr dieser ambitionierten Absichten darin, den Menschen zu vergessen.</p>
<p>Jeder Einzelne wird gezwungen, den technischen Fortschritt mitzumachen. Gelten Menschen ohne Smartphone momentan noch als „nur“ rückschrittlich, könnten sie in wenigen Jahren die Teilhabe am sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben aufs Spiel setzen. Bereits heute werden Menschen auf Eis gelegt, lassen sich kryogenisch einfrieren &#8211; in der Hoffnung auf Heilung in einer fernen Zukunft. Der Mensch überwindet seine natürlichen, durch die Biologie gesetzten, Grenzen und kann durch neue Bauteile sein Leben immer mehr verlängern. In Zukunft, vermuten Wissenschaftler, könnte es möglich sein, die gesamte Persönlichkeit eines Menschen digital zu speichern. Solche digitalen Identitäten könnten dann in verschiedene digitale Welten geladen werden. Der Wechsel des Geschlechts, des Alters und der biologischen Beschaffenheit wären damit kein Problem mehr. An dieser Stelle hätte der Mensch alle seine natürlichen Grenzen überschritten und letztlich sich selbst als Mensch überwunden. Die Frage bei allem technischen Fortschritt und des Technikoptimismus an die Transhumanisten ist also schlicht: „Wo bleibt der Mensch?“ „Denn der Mensch heißt Mensch, weil er hofft und liebt, weil er mitfühlt und vergibt, weil er lacht und weil er lebt“, wie der Musiker Herbert Grönemeyer in seinem Song „Mensch“ festhält.</p>
<h3>Wenn Geistliche forschen, beginnen Wissenschaftler zu glauben</h3>
<p>„Ich finde, dass Religion ebenso wenig in der Schule unterrichtet werden sollte, wie <em>Wissenschaftler in der Kirche dozieren</em> sollten“, meint die Musterschülerin Lisa Simpson. Noch immer liefern sich Wissenschaft und Glaube, sogar verschiedene Glaubensrichtungen untereinander, einen erbitterten Kampf um die „Wahrheit“. Es bleibt dem Leser überlassen, sich ein eigenes Urteil über die vorgebrachten Ansätze und Theorien zu bilden. Jedoch können alle Seiten voneinander lernen und profitieren, sich unterstützen. Dazu muss nur die Chemie stimmen. Dem würde Papst Franziskus I. als Chemiker sicher zustimmen. Es gibt nicht eine letzte „Wahrheit“, es gibt nur verschiedene Wege, sich dieser zu nähern. Menschen sind verschieden, sie glauben, sie glauben nicht und treten mal mehr und mal weniger für ihre Überzeugungen ein. So verschieden die Ansichten auch sind, eint sie doch alle der Wunsch nach einer besseren Welt. Ob wir es Gottesdienst, Ritual oder Flashmob nennen, Gemeinschaft tut nachweichlich Jedem gut, ist Grundlage unserer eigenen Existenz als soziale Wesen.</p>
<p>Moderne Kommunikationen haben eine neue Verbindung der Menschheit geschaffen, die uns einander näher bringen, Verständnis und Menschlichkeit unter den Bewohnern dieses blauen Planeten beflügeln könnte. Wie Charlie Chaplin in seiner Rede an die Menschheit fordert:</p>
<p>„Aber zuerst kommt die Menschlichkeit und dann erst die Maschinen. Vor Klugheit und Wissen kommt Toleranz und Güte. Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert“.</p>
<p>Dies ist ein Crosspost von wahl.de, der Artikel ist zuerst <a href="https://www.wahl.de/aktuell/2016/09/22/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort</a> erschienen.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/messier-101-ngc-5457-galaxy-10995/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Galaxy</a> von <a href="https://pixabay.com/en/users/WikiImages-1897/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikilmages</a> via <a href="https://pixabay.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, licenced <a href="https://pixabay.com/en/messier-101-ngc-5457-galaxy-10995/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jul 2016 08:26:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Petrus und die Fischer am See Genezareth warfen einst ihre Netze aus. Darauf sprach Jesus: „Folgt mir nach, ich will [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pope-Francis-Korea.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149776 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pope-Francis-Korea.jpg" alt="" width="639" height="312" /></a>Petrus und die Fischer am See Genezareth warfen einst ihre Netze aus. Darauf sprach Jesus: „Folgt mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen“. Heute ist das digitale Netz überall. Es ist allumfassend, was katholisch im Griechischen bedeutet. Über Glauben in Zeiten der digitalen Revolution sprachen wir mit dem Studenten der katholischen Theologie Andreas Feil.</p>
<h3>#Data unser- Unsere täglichen Bites gib uns heute</h3>
<p>„Liebe Freunde! Gerne verbinde ich mich mit euch über Twitter. Danke für die netten Antworten. Von Herzen segne ich euch&#8221;, waren die ersten 120 Zeichen, mit denen der emeritierte Papst Benedikt XVI seine Follower am 12. Dezember 2012 begrüßte.</p>
<p>Damit war die katholische Kirche offiziell im digitalen Zeitalter angekommen. Angefangen von einer kleinen jüdischen Sekte hat sich die christliche Gemeinschaft zu einer Weltkirche gewandelt. In dieser Funktion stand und steht sie stets vor der Aufgabe, für ihre Gläubigen Antworten auf gesellschaftliche Entwicklungen zu bieten.</p>
<p>Bereits früh hatte der Heilige Stuhl das Potenzial der neuen Technologien erkannt und schon 1995 eine eigene Webpräsenz eingerichtet. Mittlerweile ist der Papst sogar auf <a href="https://www.instagram.com/franciscus/?hl=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Instagram</a>. Die digitale Revolution hält auch in den alten, traditionellen Strukturen der kirchlichen Instanzen Einzug. Jeder gläubige oder interessierte User kann auf <a href="https://www.franziskusdererste.eu/de/papst-franziskus/pope-app" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PopeApp</a> am Leben und Wirken von Papst Franziskus teilhaben.</p>
<p>Ob der Gottesdienst direkt auf dem Smartphone mit <a href="http://www.ibreviary.org/en/ibreviary/what-is-the-ibreviary.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ibreviary</a>, Innehalten für ein kurzes Gebet auf sacred space oder <a href="https://www.jesuiten.org/angebote/online-fuerbitte.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online Fürbitten</a>: Glaube und Internet verschmelzen. Der Vatikan hat sogar einen päpstlichen Rat für die sozialen Kommunikationsmittel eingerichtet. Eines der führenden Mitglieder dieses Gremiums ist der Jesuitenpater Antonio Spadaro. Unter anderem hat der Geistliche das Feld der Cybertheologie begründet und betreibt nun eine <a href="http://www.cyberteologia.it/)" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Onlinezeitung</a> mit gleichen Namen.</p>
<h3>Wie im digitalem so auch hier und jetzt &#8211; Gemeinschaft leben</h3>
<p>Diese Entwicklung sieht der Student der katholischen Theologie Andreas Feil sehr positiv. Für sein Studium nutzt er die sozialen Medien. In gemeinsamen Facebookgruppen koordinieren sich die Theologiestudenten, informieren einander über Ereignisse rund um das Unileben. Sie nutzen die Gruppen aber auch, um darin einen Diskurs über politische, gesellschaftliche Fragen und die Rolle des Glaubens zu führen.</p>
<p>Neuerungen wie Predigten zum Nachlesen befürwortet er, da die Gläubigen eingeladen werden, noch einmal nachzulesen und sich selbst Gedanken zu machen. Feil betont: „Innovationen wie einem twitterenden Papst bin ich sehr aufgeschlossen.“ „Der Papst wird für jeden Menschen zugänglich, jeder kann einen Zugang zu ihm finden“, lobt der angehende Theologe diesen Schritt. Dies sei ein wichtiger Schritt zu einer demokratischeren Kirche, die für ihre Gläubigen verständlicher, näher wird, bewertet er diese Entwicklungen.</p>
<p>Aber in einem Zeitalter der grenzlosen Kommunikation drohen wahre soziale Bindungen zugunsten der Anonymität des Internets verloren zu gehen. Es gibt Menschen, die haben tausend Facebookfreunde. Viele sind trotzdem einsam. Der Linzer Theologie Franz Kaineder meint gar, Facebook habe den Begriff Freunde verzerrt, viel eher handle es sich oft eher um Bekannte, die jeder und jede im Laufe des Lebens ansammle.</p>
<p>Ähnlich sieht dies auch Andreas Feil. Zwar ermöglichen die sozialen Medien eine schnelle Kontaktaufnahme. In dieser Eigenschaft seien die sozialen Medien nützliche Kontakte, um schnell und einfach Menschen anzusprechen. Jedoch bemängelt der angehende Theologe, dass eine zunehmend rein virtuelle Kommunikation zu einer Verflachung der allgemeinen Qualität der Kommunikation führe. „Die Kirche versteht sich als eine Gemeinschaft. Soziale Medien können den ersten Schritt in diese Gemeinschaft legen, aber es sollte immer zu einem persönlichen Kontakt kommen“, findet er. „Nur durch die unmittelbare persönliche Anwesenheit nicht mittelbar durch einen Bildschirm lassen sich die heiligen Sakramente erfahren“, führt er weiter aus.</p>
<h3>Dein Post in Gottes Ohr</h3>
<p><strong> </strong>Trotz dieses Updates verlassen jedes Jahr tausende von Gläubigen die Gemeinden. Allein 2015 sind in Deutschland wieder mehr als 200.000 Personen aus der Kirche ausgetreten, wenden sich von ihr ab. Es scheint, als ob die Digitalisierung des Glaubens die Menschen nicht für den Glauben begeistern kann. Es stellt sich die Frage, woran das liegt. Eine Frage, die man beispielsweise Papst Franziskus auf <a href="http://askpopefrancis.scholasoccurrentes.org/pope-francis-en-gb/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AskpopeFrancis</a> stellen könnte.</p>
<p>„Die wirkliche Weisheit, die aus der Reflexion, dem Dialog und der großherzigen Begegnung zwischen Personen hervorgeht, erlangt man nicht mit einer bloßen Anhäufung von Daten, die sättigend und benebelnd in einer Art geistiger Umweltverschmutzung endet“, gab das geistige Oberhaupt der katholischen Kirche in seiner Enzyklika Laudato Si eine erste Antwort.</p>
<p>„Eine Onlinekirche kann ich mir nicht vorstellen“, meint Andreas Feil. „In 2.000 Jahren Kirchengeschichte war die Kirche stets die gesellschaftliche Macht, sie musste sich selbst kaum hinterfragen und auf die Menschen zugehen. Das hat sich geändert“, stellt Feil fest. Viele Menschen hätten zwar den Glauben durch Religionsunterricht und kirchliche Feste erlebt, aber keine persönlichen Glaubenserfahrungen gemacht, wie er bedauert. Genau hierin sieht der angehende Theologe die Ursachen für die steigende Zahl an Kirchenaustritten. „Die neuen Technologien können dazu eingesetzt werden, um die Menschen wieder zu erreichen. Ich wünsche mir eine Kirche, die auf die Menschen zugeht, sie in ihren Nöten und Wünschen begreift und zu Christus bringt“, so Feil.</p>
<p>In Zukunft wird die Vernetzung immer weiter voranschreiten. Immer mehr Bereiche unseres Alltags werden auch oder nur noch im Netzt stattfinden. Das Internet wird zum digitalen Abbild unseres realen Lebens. Dies bringt auch neue Gefahren wie Shitstorms, Hatespeech oder Cybermobbing mit sich. Hier wünscht sich Feil, dass sich die katholische Kirche mit ihren Werten und Idealen dafür einsetzt, den Menschen auch im Netzt zu achten und zu schützen. „Wir müssen die neuen Technologien begreifen, können sie für uns und unseren gemeinsamen Glauben weise einsetzten, jedoch dürfen wir uns nicht durch die Technologie dominieren lassen“, liegt ihm am Herzen.</p>
<p>Es zeigt sich, die katholische Kirche hat ihr digitales Netz neu ausgeworfen. Papst Franziskus versucht, einen neuen unmittelbaren Zugang zu den Gläubigen und dieser untereinander zu finden. Die Zeiten ändern sich und die Gläubigen mit ihnen. In einer Institution, die häufig von Hierarchien und Machtgefällen geprägt zu sein scheint, ermöglichen es Twitter, Apps und Smartphones, eine neue Verbindung der Gläubigen mit ihrer Kirche einzugehen. Menschen sind kritischer gegenüber Behörden und Einrichtungen geworden. Dies erfordert ein Umdenken und eine Umstellung in den Köpfen vieler Kirchenvertreter. Papst Franziskus stößt diese Reformen mit an. Die Kirche (2.0) wird digitaler, ermöglicht es immer mehr Menschen daran teilzuhaben, kann jeden mitnehmen. Das wünscht sich auch Feil. „Nicht nur Bischöfe und Priester sollen den Glauben leben, sondern jeder soll, egal ob im Netz oder in der Realität sein spirituelles Lebensglück finden.“</p>
<p>Die Zeit bleibt nicht stehen, die Gesellschaft wird sich durch das Internet und die erst angebrochene digitale Revolution weiter verändern. Für die Zukunft der katholischen Kirche erhofft sich Andreas Feil: „Ich wünsche mir eine Kirche, die in den Herzen der Menschen erwacht, eine Kirche, die sich nach Christus ausrichtet. Die Kirche soll Glauben und Hoffnung in die Welt bringen, die Menschen in einer Gemeinschaft, ob virtuell oder real, vereinen.“</p>
<p>Es bleibt zu hoffen, dass die <a href="http://www.santatecla.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heilige Tecla</a>, die Schutzpatronin des Internets, diese Wünsche erhört.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft<br />
<em>Teil 3:</em> <a title="Judentum und Internet – 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat" href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet- 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen</a></p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/koreanet/14929855461/in/album-72157646006317609/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Papst Franziskus in Korea</a> by <a href="https://www.flickr.com/photos/koreanet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Republic of Korea </a>via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a></span><span class="licensetpl_attr"> licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA</a><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
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		<title>Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jul 2016 08:01:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[95 Thesen an die Tür der Schlosskirche Wittenberg. 95 Thesen, die die (christliche) Welt vor etwa einem halben Jahrtausend vollständig [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-149782 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/godspot_gendarmenmarkt_01_640x280.jpg" alt="Pressebild Godspot " width="640" height="280" />95 Thesen an die Tür der Schlosskirche Wittenberg. 95 Thesen, die die (christliche) Welt vor etwa einem halben Jahrtausend vollständig veränderten. Nun rückt der 500. Jahrestag von Martin Luthers Thesenschlag am 31. Oktober 1517 immer näher. Aber wie geht die evangelische Kirche mit den neuen Thesen unserer Zeit um, erwartet uns etwa eine neue (digitale) Reformation?</p>
<p>Dass ein einziger Mensch – Martin Luther – mit einem einzigen Blatt Papier und 95 Thesen den Anstoß zur Spaltung des Christentums in Konfessionen und der größten kirchlichen Erneuerungsbewegungen geben könnte, hatte die römisch-katholische Kirche Anfang des 16. Jahrhunderts sicher nicht erwartet. Lange Zeit hatte man den Ablasshandel forciert, Korruption gebilligt und die Käuflichkeit kirchlicher Ämter ignoriert. So unterstützten die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Umwälzungsprozesse der Zeit revolutionäre Strömungen und säten den Nährboden für Neues. Dabei nahm der Buchdruck, der sich seit Mitte des 15. Jahrhunderts als neustes Verbreitungsmedium etablierte, die zentrale Rolle bei der Vervielfältigung von Luthers Texten ein.</p>
<p>Auch heute begegnen wir sozialen Umwälzungen, werden stetig von immer neuen technologischen Revolutionen zum Fortschritt gedrängt. Ebenso wie der Buchdruck die Verbreitung des Reformationsgedankens unterstützte, ist heute das Internet das revolutionäre Medium unserer Zeit. Kontinuierlich wird unserer Gesellschaft von einer (digitalen) Reformation verändert. Alles ist vernetzt, jegliche Information online abrufbar, Thesen werden in 140 Zeichen jede Sekunde an unsere Timelines geschlagen. Das Internet bestimmt unser Leben. Wo bleibt dabei unser Glaube, wo bleibt Gott?</p>
<h3>Das Netz auswerfen!</h3>
<p>Begeben wir uns heute im Internet auf die Suche nach dem Glauben, gibt uns Suchmaschinengigant Google ungefähr 51.100.000 Ergebnisse in ca. 0,52 Sekunden. In derselben Zeit weist uns der digitale Wegweiser die Richtung zu weiteren 1.840.000 Ergebnissen zum Thema „evangelische Kirche“. Da erscheint es fast unmöglich sich noch zu orientieren, Glaube und Kirche verlieren sich in den Weiten digitaler Entitäten.</p>
<p>So ist die christliche Kirche zunehmend mit einem steigenden Bedeutungsverlust konfrontiert. Hat der Glaube gar seine Anziehungskraft verloren, büßt Religion an Leuchtkraft in den unendlichen Weiten des Internet ein? Genauso wie der Apostel Paulus zu Beginn des ersten Jahrtausends Briefe als neues Medium für sich entdeckte, um seine christlichen Botschaften zu verbreiten, engagiert sich deshalb auch die evangelische Kirche seit dem Spätherbst 1995 im Netz.</p>
<p>Die evangelische Kirche hat ebenso wie andere Religionen und Konfessionen erkannt, dass das Internet nicht nur offenlegen und anprangern kann, sondern dass digitale Glaubensangebote auch vermitteln, verknüpfen und vor allem anziehen können. Dabei werden Grenzen überwunden und neue (Glaubens-)Welten eröffnet. So erscheint auch Jesu Botschaft an Petrus, „Fürchte dich nicht! Du wirst jetzt keine Fische mehr fangen, sondern Menschen für mich gewinnen“, in einem ganz neuen Licht. Heute können Kirchen dabei aber ein anderes Netz nutzen, um Halt und Orientierung zu bieten, Kontakt zu Gemeinden zu halten und die evangelische Botschaft zu vermitteln.</p>
<h3>Cyber-Church?</h3>
<p>Nicht nur bei der virtuellen <a href="http://3d-top-event.info/spur8/#pano=99" target="_blank" rel="noopener noreferrer">3D Tour</a> in der Dresdner Frauenkirche kann man die evangelische Kirche heute online entdecken. Christliche Inhalte, Tageslosungen, Predigten, die 10 Gebote, das Vater unser, Andachten, Bibelausgaben, Pressemitteilungen aber auch interaktive Angebote für Seelsorge werden von kirchliche Medienfachleute aufbereitet und stellen einen professionellen kirchlichen Internetauftritt sicher: Protestantismus 2.0.</p>
<p>Trotzdem bestehen an vielen Stellen Gestaltungshemmnisse oder es fehlt an ausreichenden Mitteln, um attraktive Angebotsmöglichketen und Internetauftritte umzusetzen. So wird das Internet vielerorts lediglich dazu genutzt, die kirchliche Printpublizistik digital zu spiegeln. Dienststellen und Gemeinden erledigen den Job oft „nebenbei“, sind schnell mit zu viel Arbeit belastet. Webbasierte Angebote können dann häufig nicht fokussiert betrachtet und bespielt werden, versauern lieblos für dürftige Imagepflege und vereinzelter Informationsverbreitung. Wenn es dann an Koordinationsstellen und einer konzeptionellen Entwicklung von Internetangeboten fehlt, besteht besonders für kleinere Gemeinden die Gefahr, den Anschluss an die digitale Revolution und den Kontakt zu Gläubigen zu verlieren.</p>
<h3>„Auf Online-Baukästen und Sozialen Medien will ich meine Kirche bauen!“</h3>
<p>Das Evangelische Medienhaus setzt deshalb gezielt auf eine zeitgemäße Verbindung von Kirche und Medien, unterstützt Gemeinden mit diversen Angeboten, Seminaren und Dienstleistungen. Mit dem <a href="https://www.gemeindebaukasten.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internetgemeindebaukasten</a> soll es zum Beispiel leichter gemacht werden, das Potential interaktiver Kommunikationsmöglichkeiten voll auszuschöpfen. Mit dem Baukasten können schnell und einfach Webseiten erstellt werden. Unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten bieten individuelle Anpassungen, Bilder und Inhalte können eingespielt werden, um eine ansprechende Webpräsenz zu schaffen. Dabei werden auch direkt optimierte Ansichten für mobile Endgeräte angeboten. Gläubige können den Kontakt zur evangelischen Kirche und zu Gott also direkt von ihren Smartphones, Tablets und Co. ansteuern.</p>
<p>Dennoch besteht vor allem im Bereich Sozialer Medien weiterhin Nachholbedarf. Obwohl Landeskirchen wie die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz (EKBO) bereits Vorreiterrollen eingenommen haben und ein attraktives und vor allem aktuelles Angebot auf Facebook, Twitter und YouTube anbieten, hinken andere Stellen hinterher. Als zusätzlicher Service scheint die EKBO beispielsweise Mails direkt an Gott weiterzuleiten. Schade nur, dass diese Kommunikation dann eher einseitig ist. Gottes Wege sind eben manchmal einfach unergründlich.</p>
<p>Um in der digitalisierten Welt Gläubige kontinuierlich zu erreichen, ist es deshalb notwendig, Kirchen, Gemeinden und Beratungsstellen zu vernetzen und Ansprechpersonen einzubinden. Hier kommt auch besonders PfarrerInnen eine besondere Rolle in der Internetarbeit zu. Gerade bei geistigen Fragen und beim Thema Seelsorge müssen sie online aktiv werden und den Kontakt über digitale Medien suchen, sich der breiten Gesellschaft öffnen, den „verlorenen“ Schäfchen nachgehen.</p>
<p>Soziale Medien bieten dabei Verknüpfungspunkte, um Gläubige zusammenzubringen, die sonst nie zueinander gefunden hätten. Ein großartiges Potential für die evangelische Kirche. Denn die Zahl der Gläubigen, die sich im Sonntagsgottesdienst unter die Kanzel setzen, sinkt stetig. Mehr und mehr Menschen können nur noch über andere Kanäle erreicht werden. Soziale Medien sind einer dieser Kanäle. Im Gegensatz zu einseitigen Kommunikationsmöglichkeiten von Hörfunk und Fernsehen, bieten sie außerdem Partizipations- und Dialogmöglichkeiten, fördern einen intensiven Diskurs mit der evangelischen Kirche und Religion insgesamt.</p>
<h3>Mit der Emoji-Bible auf Spur8 ins Land des Glaubens</h3>
<p>Damit kirchliche Angebote in der Gemengelage der Internetinhalte nicht untergehen, setzt die evangelische Kirche auf „Relitainment“. Kirchliche Produktionsgesellschaften laden deshalb auch vermehrt zu digitalen Denk-, Spiel- und Entdeckungsreisen oder Online-Bibelkreisen ein. Eine Schnittstelle von Protestantismus im Netz und Glaube in der realen Welt bietet dabei die App <a href="http://kulturkirchen.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kulturkirchen</a>. Interessierten werden Hinweise zu aktuellen Veranstaltungen gegeben und der Weg zu ortsnahen evangelischen Kirchen in ganz Deutschland gewiesen. So hält die Digitalisierung der Kirche auch mit der persönlichen Digitalisierung zunehmend Schritt.</p>
<p>Sich schrittweise dem Glauben nähern, ist auch das Thema von <a href="http://www.online-glauben.de/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spur8-Online</a>. Auf der digitalen Entdeckungsreise ins Land des Glaubens können Interessierte das oftmals weitgehend unbekannte Land erkunden und vielleicht selber heimisch werden. Damit schafft die evangelische Kirche eine digitale Pforte für Menschen, denen der Zugang zu Glaube und Religion verwehrt ist, die keinen Kontakt finden können. Als „altehrwürdig“ und „nur schwer zugänglich“ beschreibt die EKD den Glauben selbst. Dennoch zeigt dieser Ansatz, dass „erklären statt verklären“ die Faszination für das Land des Glaubens bei einigen Menschen erhöhen kann.</p>
<p>Wer noch weiter ins Land des Glaubens vordringen und Digitales und Evangelisches in seiner Symbiose erleben möchte, kann die Heilige Schrift, das Buch der Bücher, jetzt auch als <a href="https://itunes.apple.com/de/book/bible-emoji/id1114722991?mt=11&amp;ign-mpt=uo%3D4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Emoji-Bible</a> „lesen“. Ob die Bibel mit Emoji wirklich so viel besser ist, bleibt den Gläubigen selbst überlassen. Begeisterung und Freude beim Lesen schafft das eBook auf jeden Fall. Denjenigen, bei denen sich nach dem Lesen Unsicherheit verbreitet, oder die sich fragen was sie überhaupt noch sind und wie sie zum evangelischen Glauben stehen, hilft <a href="http://www.evangelisch.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">evangelisch.de</a>. NutzerInnen bietet dort der <a href="http://www.evangelisch.de/protestantomat" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Protestant-o-Mat</a> die Einordnungshilfe: „Du bist evangelisch wie…“.</p>
<h3>Mit Godspots zur digitalen Erleuchtung!</h3>
<p>Die evangelischen Kirchen Berlins, Brandenburgs und der schlesischen Oberlausitz gehen ab sofort sogar noch einen Schritt weiter. Hier geht es in Zukunft direkt mit Gott ins Netz. Mit insgesamt 220 sogenannter <a href="http://godspot.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„godspots</a>“ will die EKBO Vorreiter in Sachen religiöser Digitalisierung werden und auch infrastrukturell vorlegen. Langfristiges Ziel ist es, alle 3.000 Kirchen und kirchlichen Gebäude mit kostenlosen WLAN-Verbindungen auszustatten. NutzerInnen gelangen beim Einloggen in den jeweiligen godspot zunächst auf eine landing page zum Thema Glaube und Leben der jeweiligen Gemeinde. Von dort aus eröffnet die EKBO dann aber ein direkter Zugriff auf alle digitalen Inhalte des World Wide Web; und das innerhalb und außerhalb der Kirchen.</p>
<p>Die Präsenz des Internet führt dazu, dass Menschen zunehmend oder auch ausschließlich über digitale Wege den Kontakt mit dem Glauben, Religion und Kirche suchen. Besonders junge UserInnen haben das Bedürfnis, sich im Internet über religiöse Fragen auszutauschen, wollen in Foren, Sozialen Medien und Blogs über Glaubensinhalte diskutieren. Das Internet und Soziale Medien eröffnen der evangelischen Kirche dabei die Möglichkeit, Gläubige für sich zu gewinnen und die protestantische Botschaft zu verbreiten. Die vielen Anknüpfungspunkte, die die evangelische Kirche zwischen Internet und Kirche bereits entdeckt hat, zeigen, dass man dies verstanden hat und nicht im Konflikt mit „neuen Medien“ steht. Genauso wie es bereits in der Offenbarung des Johannes heißt: „[…] ich habe vor dir eine Tür geöffnet, die niemand mehr schließen kann“, scheint die evangelische Kirche auch die Tür zum Internet schon weit aufgestoßen zu haben und sich der digitalen Reformation zu öffnen.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://godspot.de/faq-presse/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressebild</a> Godspot, © EKBO</span><span class="licensetpl_attr"><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jul 2016 14:30:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vor langer Zeit versammelten sich die Menschen um das Feuer. Schamanen fragten die allwissenden Götter und erbaten deren Gunst. Heute [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Prolog.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149745 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Prolog.png" alt="Glaube im Netz" width="639" height="335" /></a>Vor langer Zeit versammelten sich die Menschen um das Feuer. Schamanen fragten die allwissenden Götter und erbaten deren Gunst. Heute fragen wir Google und sitzen vereinzelt vor den Bildschirmen. Ein Klick, eine Frage und Siri gibt uns die Antwort. In der diesjährigen Sommerreihe stellt politik-digital die neue Gretchenfrage und begibt sich auf die Suche nach dem Glauben im Netz.</p>
<h3>01110111 01101111 01110010 01110100 – Am Anfang war der binäre Code</h3>
<p>Gott hat die Welt in sieben Tagen erschaffen, sagt die Bibel, am achten Tag schufen wir das Internet. Unser größtes gemeinsames Bestreben ist erreicht, Jahrtausende haben wir es verfolgt: Das Internet hat uns allmächtig werden lassen. Wir sind wissend, wir sind mächtig, wir sind omnipräsent. Der # ist unser neues Glaubenssymbol, wie uns Jim Gilliam in seinem Buch „<a href="http://www.internetismyreligion.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Internet is my religion</a>“ zeigt. Alles was wir dahinter packen wird zur Gemeinschaft, Community, Bewegung, „Religion“.</p>
<p>Jeder von uns ist ein Schöpfer geworden, Social-Media erlaubt es uns, alles mit der Welt zu teilen, gemeinsam werden wir der „Schöpfer“. Selbst in unserer Hosentasche haben wir das Internet immer dabei, auf einem Stück Glas mit dem „verbotenen Apfel“ auf der Rückseite.</p>
<p>Wir verknüpfen uns, erschaffen Open-Source-Projekte und kreieren gemeinsam neue Welten, jeden Tag aufs Neue. Zu ruhen brauchen wir dabei am siebten Tag aber nicht. Wir streben unserer eigenen Vervollkommnung entgegen, verfolgen hohe Ziele. Doch was sind diese Ziele und wem sollen sie dienen?</p>
<h3>Das Internet ein Cargo-Kult?</h3>
<p>Einst landeten große metallene Vögel auf den Inseln der Melanesier. Sie brachten viele wunderliche Güter mit, von denen sie glaubten, dass sie kaum von Menschenhand geschaffen sein konnten. Bei diesen Vögeln handelte es sich um Flugzeuge der amerikanischen Armee, die im Zweiten Weltkrieg auf den Inseln stationiert waren. Die Melanesier interpretierten dies als ein Zeichen der Ahnen. Doch mit Ende des Krieges verschwanden die fremden Besucher genauso plötzlich wie sie erschienen waren. Für eine baldige Rückkehr legten die Melanesier Landebahnen an, damit ihre „Götter“ wiederkämen und Güter mit den wundersamen metallenen Vögeln schickten. Bis heute gibt es diese sogenannten Cargo-Kulte wie die John-Frums-Bewegung des  Inselstaats Vanuatu. In ihren religiösen Praxen haben sie die Ereignisse der amerikanischen Landungen verinnerlicht und erhoffen seitdem die Wiederkehr von John Frum.</p>
<p>Ähnlich verhält es sich im digitalen Zeitalter, wie Gunther Dueck, Gründer von <a href="http://www.omnisophie.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">omnisophie</a>, findet. Nachdem die Internetpioniere ausgezogen waren, das #Neuland zu erschließen, schaffen sie es immer wieder aufs Neue, uns mit ständig besseren, innovativen Möglichkeiten zu begeistern. Experten, oder solche die sich dafür auserkoren fühlen, verkünden uns die frohe Botschaft von neuen Erkenntnissen und Studien, was zu tun sei. Als solche geben sie die neue Richtung vor, der wir zu folgen hätten und wir tragen diese Mantren vor uns her. Unsere Ziele unsere Gebote halten wir in Glaubenssymbolen fest. „Das, worin eine Firma besonders schlecht ist, dass schreibt sie auf einfach auf eine Tasse“, lästert Dueck.  Dort ist zu lesen eine neue Dreifaltigkeit: Teamgeist! Innovation! Technik! Auf diese Weise werden sie uns stetig vor Augen geführt, woran wir noch zu arbeiten hätten, wo wir noch hinwollen. Egal ob lösbar oder nicht, ist ein Problem erst einmal verewigt, reicht die Verehrung der eingängigen Slogans aus und siehe da: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der „Teamgeist“ geboren.“</p>
<p>So traurig es klingen mag, John Frums wird den Melanesiern wahrscheinlich nicht so schnell erscheinen und genauso wenig werden wir vom Teamgeist erleuchtet, dem wir tagtäglich auf unseren Cafébechern huldigen. Dennoch wiegt uns auch die Grenzenlosigkeit des Internet tagein, tagaus in dieser Sicherheit. Früher haben wir noch Dinge geliked, die uns wirklich gefielen, heute tun wir das, weil wir es müssen. Das Internet ist zu einer Ersatzreligion geworden. Solange du nur fleißig teilst, deine Kontakte bei WhatApp ausreichend pflegst, dein Leben immer mehr digitalisierst, wirst du die Erleuchtung finden. Doch das Internet erscheint selbst wie ein Cargo-Kult? Erliegen wir nur einem Irrglauben?</p>
<h3>Nichts ist wie es ist</h3>
<p>Das glauben zumindest verschiedene Verschwörungstheoretiker. Seit dem Entstehen des Internet haben sie sich immer größeren Zulauf und ihre Theorien über das Netz verbreitet. Echsenmenschen, die die Welt regieren, Schlümpfe, die zur Weltrevolution aufrufen, Illuminaten, Geheimbünde, all dies meinen die Verschwörungstheoretiker aufzudecken. Nichts ist so, wie uns die Wahrheit vorgibt zu sein.</p>
<p>Elvis lebt, Chemtrails, geheime Regierungsprojekte, 9/11 wurde von der CIA geplant, Bielefeld existiert nicht, Krisen und Katastrophen, alles völlig unerklärliche Phänomene, nur Verschwörungstheoretiker finden Antworten dafür. (Aber)glaube diente früher als Erklärung für alles Unerklärliche, heute genügt ein Klick ins Netz. Verschwörungstheorien ersetzen das, was früher Religion war.</p>
<p>Aber auch die Religion erlebt ein digitales Revival – aber anders als gedacht. Kopimisten verehren das Internet als heilig, die Tastenkombination Strg+C und Strg+V sind ihre religiösen Insignien und das Kopieren von Daten wird als religiöse Tugend angepriesen. Sie folgen einem neuen spirituellen Trend, der das Internet als allwissendes Medium verehrt und den Glaubensvorstellungen etablierter Religionen gegenübersteht. Das geht durch den Magen, denn stammen wir nicht alle von dem fliegenden Spaghettimonster ab? Das zumindest glaubt die Gemeinde der Pastafari, die sich als Religionsparodie gegründet hat. Da werden die zehn Gebote zu den acht „Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht …“, Piraten zu den ursprünglichen Pastafaris und nach dem Tod wartet ein riesiger Biervulkan auf die Gläubigen.</p>
<h3>Im Namen des Internet, des Wifis und des Smartphones, Enter.</h3>
<p>Wer das glaubt wird selig. Die Netzgemeinde wird stetig größer. Immer mehr Menschen schließen sich an, werden zu Usern. Alle Welt steht offen, das Moderne, Neue hält Einzug, alte Traditionen und Bräuche verlieren an Bedeutung. Doch woran glaubt die Netzgemeinde, was sind ihre Glaubensinhalte, Wertevorstellungen, Moral? Letztlich stellt sich die Frage nach dem Sinn an sich.</p>
<p>Immer mehr User machen sich wieder auf ihre eigene digitale Sinnsuche und streben nach Orientierung in ihrem digitalisierten Leben. Der Glaube wird individueller und ist weniger an feste Institutionen gebunden. Jeder kann sich im digitalen Supermarkt der Religionen das heraussuchen, was ihm am ehesten zuspricht, woran er glaubt. Die Belief-O-Matic verschafft einen ersten Überblick.</p>
<p>Menschen in ihrer Sinnsuche zu unterstützen, Halt und Orientierung im Leben zu geben war stets die Aufgabe der Religion. Den Nutzen der Technologie entfaltet sich nur, wenn man weiß, wofür man sie nutzen will. Die etablierten Religionen stehen vor der Frage, wie sie mit diesen digitalen Neuerungen umgehen wollen. In einer immer individuelleren Glaubens- und Lebenswelt sehen sie sich mit einem zunehmenden Mitgliederschwund und Bedeutungsverlust konfrontiert. Sie müssen sich aufs Neue mit ihren mit ihren Mitgliedern auseinandersetzen und die neue digitale Realität begreifen. Religion ist ein stetig dynamischer Veränderungsprozess, dem auch die etablierten Religionen unterworfen sind. In unserer Glaubensreihe betrachtet politik-digital, wie sich Glaube im digitalen Zeitalter gewandelt hat und stetig verändert. Dabei betrachten wir die etablierten monotheistischen Religionen, wagen einen Blick nach Fernost und stellen uns die Frage, wie uns Wissenschaft in Sachen Glaube helfen kann.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
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<p>Dieser Artikel ist eine Gemeinschaftsarbeit von <a href="http://politik-digital.de/user/sraab/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stephan Raab</a> und <a href="http://politik-digital.de/user/owolff/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Oliver Wolff</a>.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: Glaube im Netz via <a href="https://pixabay.com/en/prayer-praying-man-illustration-1269776/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a></span><span class="licensetpl_attr"> licenced <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet<br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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