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	<title>Großbritannien &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Großbritannien &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Brexit in Britain: Analoge Meinungen und digitale Stimmen zur Wahl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jun 2016 13:53:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ist die EU noch auf dem Schirm oder schon out? Am 23. Juni entscheiden die Briten über den Verbleib in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/uk-united-kingdom-3d-union-britain-1067139-byPeter-Linforth-via-Pixabay-licensed-under-CC0-e1465304511928.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-149461" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/uk-united-kingdom-3d-union-britain-1067139-byPeter-Linforth-via-Pixabay-licensed-under-CC0-e1465304511928-630x276.jpg" alt="uk-united-kingdom-3d-union-britain-1067139  byPeter Linforth via Pixabay licensed under CC0" width="630" height="276" /></a>Ist die EU noch auf dem Schirm oder schon out? Am 23. Juni entscheiden die Briten über den Verbleib in der EU. Befürworter und Gegner haben sich im Netz in Stellung gebracht und werben online für ihre Anliegen.</p>
<h3>What is Brexit?</h3>
<p>Brexit, Brexit ist in aller Munde. Worüber da im Einzelnen abgestimmt wird, das fragen sich aber viele Briten. Folgt man der Berichterstattung der BBC, ist die meistgesuchte Frage dazu im Internet: „What is <a href="https://www.youtube.com/watch?v=KHpbu9mqFJs">Brexit,</a>?“ In Kürze erläutert beschreibt das Referendum den Exit Großbritanniens aus der EU, also das demokratische Recht eines jeden Mitgliedstaates, wieder aus der europäischen Union auszutreten. Diese Möglichkeit ist in Artikel 50 des Vertrages von Lisabon verbürgt.</p>
<p>Betrachtet man die Europäische Union und ihre fast 70 Jahre währende Geschichte, ist es verständlich, dass dieser Schritt die Gemüter erregt. „How can I vote?“ gehört daher ebenso zu den meistgesuchten Begriffen beim Stichwort Brexit. Jedoch gestaltet sich das Wahlsystem auf der Insel anders als in Deutschland. Um am demokratischen Prozess teilzunehmen und seine Stimme abzugeben, bedarf es einiger Vorraussetzungen.</p>
<p>Nur britische Staatsbürger, Iren und Bürger aus Commonwealth Staaten mit gültiger Aufenthaltsgenehmigung sind berechtigt, am Referendum teilzunehmen.</p>
<p>Dafür müssen sich die Wahlberechtigten entweder im jeweiligen Stimmkreis oder im Internet auf der Webseite der <a href="http://www.aboutmyvote.co.uk/upcoming-elections-and-referendums/eu-referendum">Regierung</a> registrieren. Britischen Staatsbürger, die sich derzeit im Ausland befinden, haben zwei Möglichkeiten: Zum einen können sie über das Internet oder durch Nachfrage bei der zentralen Wahlleitung Briefwahlunterlagen beantragen. Zum anderen können sie über besagte Webplattform auch einen Vertreter (proxy) bestimmen, der im Auftrag des Stimmberechtigten wählen darf.</p>
<p>Am 07.Juni 2016 endet die Frist zur Registratur. Ab diesem Zeitpunkt ist es für beide Lager, Befürworter und Gegner des Brexit, entscheidend, die registrierten, potentiellen Wähler von ihren Positionen zu überzeugen. Momentan liegen beide Lager etwa gleich auf, wie „<a href="http://whatukthinks.org/eu/opinion-polls/poll-of-polls/">What UK thinks</a>“ wöchentlich ermittelt, sodass der Wahlausgang noch absolut offen ist.</p>
<h3>Vom Empire zum Europaskeptiker</h3>
<p>Ein Blick zurück: Zeitgleich mit Dänemark und der Republik Irland trat das Vereinigte Königreich 1973 der Europäischen Gemeinschaft bei. Schon seit 1961 hatte sich die Insel um eine Mitgliedschaft beworben, war aber immer wieder am Veto Frankreichs und den eigenen britischen Vorstellungen von Europa gescheitert. Damals stand Großbritannien vor einer schwächelnden Wirtschaft, brüchigen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und dem zunehmenden internationalen Bedeutungsverlust des zerfallenden Empires. Aufgrund dieser Entwicklungen sah sich der damalige konservative Premierminister Harold MacMillan gezwungen, einen Beitritt zur damals noch Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zu forcieren.</p>
<p>Das Vorhaben scheiterte jedoch am Veto des französischen Präsident Charles de Gaulle, welcher das Machtgleichgewicht in Europa gefährdet sah. Ebenso war der Rückhalt in Politik und Gesellschaft eher gering. Die Vorstellung von London war schon damals gewesen, nicht Großbritannien müsse sich Europa anpassen, sondern auch Europa Großbritannien. Erst 1973 trat das Königreich bei, aber weniger im Sinne des europäischen Gedankens, sondern vielmehr aufgrund wirtschaftlicher Interessen. Schon zwei Jahre später kam es wegen Richtungsstreitigkeiten in der britischen Politik zum ersten Referendum über den Verbleib in der EWG. Damals stimmten 17,4 Millionen Briten (67%) für den Verbleib. Dennoch konnte der damalige Labour Premierminister Harold Wilson im Gegenzug für den Verbleib viele Sonderrechte für das Königreich erwirken. Diese europafreundliche Stimmung hat sich in den letzten Jahren geändert, stellt doch die europafeindliche Partei UKIP die Mehrheit der britischen Sitze im Europäischen Parlament.</p>
<h3>Bremain or Brexit? Bleiben oder nicht Bleiben, das ist hier die Frage</h3>
<p>Als Großbritannien 1973 Mitglied der Europäischen Union wurde, bestand die Union aus 9 Mitgliedsstaaten. Heute sind in dieser Gemeinschaft 28 Staaten vertreten. Insgesamt lassen sich mehrere Gründe für den gestiegenen Euroskeptizismus anführen. Viele Briten befürchten einen Verlust ihrer nationalen Souveränität. War es zu Anfang noch nicht möglich, dass Entscheidungen ohne London getroffen wurden, so kann es nun überstimmt werden.</p>
<p>Das Empire muss nun Vorschriften akzeptieren, anstatt selbst die Gestaltungsrolle innezuhaben. Zudem drängen die steigende Bedeutung der Eurozone und der Eurogipfel, nicht zuletzt seit Beginn der Eurokrise, das Vereinigte Königreich in eine Randlage. Aufgrund der Entscheidung, nicht Mitglied der Bankenunion und den Fiskalpakt zu werden, verliert Britannien seinen Einfluss in Brüssel, kann nicht an diesem Gremium teilnehmen.</p>
<p>Ein dynamisches Wachstum, die Rolle der City of London, die besonderen Beziehungen zu Washington und nicht zuletzt der Commonwealth lassen bei vielen Briten das Bewusstsein von nationaler Souveränität wieder aufleben, das Gefühl selber entscheiden zu wollen. Mit diesem Referendum verfolgt Cameron darum zwei Ziele. Zum einen möchte er Querelen innerhalb der eigenen Partei lösen. Zum anderen beabsichtigt der Premierminister eine Neuverhandlung der europäischen Verträge. Das Ziel ist ein Sonderstatus für Großbritannien und die Freiheit selbst darüber zu entscheiden, wo sich die Briten in Europa beteiligen und wo nicht.</p>
<p>Kurz vor der Abstimmung hat sich die öffentliche Meinung in zwei Lager geteilt. Auf der einen Seite wirbt <a href="http://www.strongerin.co.uk/">Stronger In</a> für einen Verbleib innerhalb der Europäischen Union. Auf der anderen Seite machen die Brexit-Befürworter von <a href="http://www.voteleavetakecontrol.org/">Vote and Leave</a> Stimmung gegen die europäische Union. „Britannia rules the waves“, so heißt es und beide Lager versuchen im Netz hohe Wellen zu schlagen.</p>
<h3>Online-Kampagnen</h3>
<p>Die Brexit Gegner versuchen, in ihrer Kampagne vor allem auf Expertise zu setzen. Auf ihrer Website legen sie die Fakten vor: „Für jedes Pfund, das wir in die EU stecken, bekommen wir 10 Pfund zurück.“ oder „Über eine Millionen Jobs stehen auf dem Spiel, wenn wir die EU verlassen“ sowie „61% der Exporte von kleineren Unternehmen gehen in die EU.“</p>
<p><a href="http://www.strongerin.co.uk/get_the_facts#QVEYjdTEKJov6evM.97">Get the facts</a> heißt das Tool, mit dem Unterstützer diese kurzen Zitate einfach und unkompliziert teilen und weiterleiten können. Unterstützung erfahren die Brexit-Gegner durch Premierminister David Cameron. Der Physiker Stephen Hawking sowie andere renommierter Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft zählen ebenso zu den Unterstützern. In kurzen Videosequenzen auf dem <a href="https://www.facebook.com/StrongerInCampaign">Facebook-</a>Profil erläutern sie die Vorzüge einer Mitgliedschaft in der europäischen Union. Die Palette reicht dabei von Wirtschaft über Migration bis Forschung und Umwelt.</p>
<p>So vielseitig die Themen sind, so vielseitig sind auch die Interessenlagen der Brexit- Befürworter. „Es ist sicherer die Kontrolle zurückzuerlangen, als jedes Jahr weiter Macht und Geld an die EU zu geben“, darin sind sich die Anhänger von Vote and Leave einig. Im Gegenzug zu Stronger In versucht diese Seite, die Wähler persönlich und emotionaler anzusprechen.</p>
<p>In den sozialen Medien finden sich regelmäßig kurze Posts mit Aussagen von Vertretern speziell aus der unteren bis mittleren Mittelklasse, Zuwanderern und Jugendlichen, die scheinbar ein Abbild der gesamten Gesellschaft zeichnen sollen. Die Kampagne unterteilt sich wiederum in verschiedene <a href="http://www.voteleavetakecontrol.org/outreach_groups">Untergruppen</a> wie „Beleave“, die sich speziell an Jugendliche wendet. Ebenso gibt es spezielle Angebote für „Farmers for Britain“, „Women for Britain“, „Veterans for Britain“, „Christians for Britain“, oder aber auch „Bangladeshi for Britain“, oder „Poles for Britain“. Letztere informieren auf Polnisch über die vermeintlichen Vorteile eines Brexit. Sogar <a href="http://vapersforbritain.com/">Vaper,</a> also Raucher elektronischer Zigaretten, haben sich organisiert und fordern bei einem Nein zum Rücktritt Camerons auf.</p>
<p>Unterstützt wird die Kampagne durch ein <a href="http://www.voteleavetakecontrol.org/quiz">Quiz</a> auf der Website, in dem Interessierte Fragen zu ihren Ansichten bezüglich eines Brexits beantworten können. Auf diese Weise lassen sich wertvolle Informationen über die Mobilisierung weiterer Wählerstimmen gewinnen. Mittlerweile gibt es sogar eine <a href="http://www.voteleavetakecontrol.org/app">App</a>, die den Brexit-Befürworten helfen soll, sich beim Canvassing, also dem Häuserwahlkampf zu organisieren, sowie schnell Informationen auszutauschen und zu verbreiten.</p>
<p>Momentan sind beide Lager etwa gleich auf. Wetten, dass es da spannend wird? Vote and Leave bietet zumindest bereits einen Jackpot von 50 Millionen Pfund, der Summe, die angeblich täglich nach Brüssel abfließt. Der Gewinner muss hierfür alle Spiele der Europameisterschaft in Frankreich richtig tippen. Es zeigt sich, die emotionale Verbundenheit mit der europäischen Union ist eher gering. Der umstrittene Film“ <a href="https://www.brexitthemovie.com/">Brexit-The Movie</a>“ stellt gar die europäischen Institutionen als ein bürokratisches Monster dar, welches die Demokratie untergrabe und letztlich eine Gefahr für die nationale Souveränität wäre. Finanziert wurde die Produktion per Crowdfunding. Das Werk wird bereits heftig im Netz geteilt und soll nun an alle Haushalte geschickt werden. Die <a href="https://www.change.org/p/david-cameron-mp-restore-the-eu-referendum-s-legitimacy-by-posting-brexit-the-movie-dvds-to-every-home-9129b864-c62e-4cac-8295-6cd6cca58407">Onlinepetition</a> dafür läuft bereits. Was am 23 Juni geschehen wird ist offen, momentan freuen sich zumindest schon einmal die Buchmacher über einen regen Zulauf an Wetten.</p>
<h3>Europe, what else? Die Zukunft Europas</h3>
<p>Häufig wird der Brexit als die Schicksalsfrage Europas dargestellt. Noch immer kränkelt Europa. Die Wirtschaftskrise im Süden, die noch immer ungelöste Zuwanderungsfrage und insbesondere die häufig komplizierten langwierigen Prozesse im fernen Brüssel, sorgen bei vielen nicht unbedingt für eine emotionale Verbundenheit mit dem „Projekt Europa“. Seit seiner Gründung hat Europa den Frieden gesichert, Wohlstand und offene Grenzen beschert; doch es ist unklar, ob wir wirklich gemeinsam verschieden sind. Der Brexit wird auf die Frage für oder gegen Europa reduziert. Diese Darstellung greift aber zu kurz. Vielmehr stellt sich die Frage, welches Europa wir, die europäischen Bürger, in Zukunft anstreben. Möchten wir eine Werteunion oder eine Handelsunion? Am 23. Juni sind die Briten aufgerufen, über ihre Vorstellung von einem zukünftigen Europa zu entscheiden.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/users/PeteLinforth-202249/">PeteLinforth </a>via <a href="https://pixabay.com/">Pixabay</a> licensed <a href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CCO</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Großbritannien nach der Wahl: Es wird finster</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2015 13:26:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der überraschende Ausgang der Unterhauswahl in Großbritannien hat auch außerhalb der Grenzen des Königreichs erhebliche Auswirkungen: nicht nur wegen der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="western" lang="en-GB"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/gchq_customers5.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145596" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/gchq_customers5.jpg" alt="gchq_customers" width="640" height="282" /></a><span lang="de-DE">Der überraschende Ausgang der Unterhauswahl in Großbritannien hat auch außerhalb der Grenzen des Königreichs erhebliche Auswirkungen: nicht nur wegen der wachsenden Euroskepsis im Königreich, sondern auch wegen der aggressiven Spionagepraktiken des britischen Geheimdienstes GCHQ. Diese will die neue Regierung nun mit größter Eile weiter ausdehnen. Ein Problem, das uns alle angeht.</span></p>
<p>Wir erinnern uns: Der britische Geheimdienst Government Communications Headquarters (GCHQ) greift in großem Stil Kommunikationsdaten von Bürgern auf der ganzen Welt ab, indem er sie sich im Rahmen des <span style="color: #0563c1"><span style="text-decoration: underline"><a class="western" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tempora" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">Tempora-Programms</span></a></span></span><span lang="de-DE"> direkt von Unterseekabeln holt, den „</span><a href="https://www.taz.de/!118747/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #0563c1"><span lang="de-DE">Schlagadern der weltweiten Kommunikation</span></span></a><span lang="de-DE">”</span><span lang="de-DE">. Großbritannien ist zugleich ein </span><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-06/gchq-tempora-internet" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #0563c1"><span lang="de-DE">wichtiger Knotenpunkt im weltweiten Netz</span></span></a><span lang="de-DE"> und eines der Länder, in denen die von den Snowden-Enthüllungen ausgelöste Debatte zu Themen wie Massenüberwachung, Datenschutz und Bürgerrechten kaum stattfindet. Das liegt nicht zuletzt an der bisweilen aggressiven Blockierung durch die Regierung Cameron und – so viel scheint sicher – wird sich auch zukünftig nicht ändern. Im Gegenteil: Schlimmer geht, wie man sagt, immer. Denn nach fünf Jahren Koalition kann Camerons Tory-Partei mit 331 Sitzen im Unterhaus nun alleine regieren – für eine absolute Mehrheit hätten gar 323 Sitze gereicht. </span></p>
<h3 class="western"><span lang="de-DE">Wahlergebnis: Desaströs für den Datenschutz </span></h3>
<p class="western" lang="en-GB"><span lang="de-DE">Hier lässt sich nichts beschönigen. Nicht nur für die Themen Datenschutz, Vorratsdatenspeicherung oder Massenüberwachung ist das Wahlergebnis ein Desaster. Die Kolumnistin Polly Toynbee nannte es bei einer Veranstaltung des </span><span lang="de-DE"><i>Guardian</i></span><span lang="de-DE"> am Abend nach der Wahl eine Katastrophe. Sie bezog sich dabei auf die angekündigten 12 Milliarden Pfund an Kürzungen von Sozialleistungen, die die Tories vor der Wahl angekündigt hatten. Diese werden, das hat die Politik der vergangenen fünf Jahre gezeigt, vor allem die Bedürftigsten treffen. </span></p>
<p class="western" lang="en-GB"><span lang="de-DE">Sieht man sich die bisherigen Entscheidungen der Regierung Cameron an, lassen sich ähnlich pessimistische Schlüsse für beinahe alle Bereiche der Tory-Politik ziehen. Hätte man bei liberaleren Koalitionsregierungen, wie Prognosen sie in Aussicht stellten, zumindest vorsichtig hoffen dürfen, dass eine Geheimdienstreform doch noch zum Thema wird, besteht dazu nun kein Anlass mehr. Nicht zuletzt </span><a href="http://politik-digital.de/zitat-des-monats-verschluesselte-kommunikation-koennen-wir-das-wirklich-wollen-ja" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #0563c1"><span lang="de-DE">Camerons Forderung eines Verbots der verschlüsselten Kommunikation</span></span></a><span lang="de-DE"> infolge der Anschläge auf die Redaktion von Charlie Hebdo in Paris im Januar haben anschaulich gezeigt, wo die Tories beim Thema Massenüberwachung und Schutz der Privatsphäre stehen. Ein Blick ins Wahlprogramm und jüngste Ereignisse bestätigen den drohenden Super-GAU.</span></p>
<h3 class="western">Das <span lang="de-DE">„</span>Schnüffelgesetz<span lang="de-DE">”</span> kommt</h3>
<blockquote>
<p class="western" lang="en-GB">“We will keep up to date the ability of the police and security services to access communications data – the ‘who, where, when and how’ of a communication”,</p>
</blockquote>
<p class="western" lang="en-GB"><span lang="de-DE">hieß es im Wahlprogramm der Tories. Also: Polizei und Geheimdienste dürfen auch weiterhin fleißig Kommunikationsmetadaten sammeln. Aber viel unheimlicher ist die Erwähnung neuer Gesetze, die es den Geheimdiensten erleichtern sollen, „terroristische Anschläge zu verhindern, Kriminalität und Kindesmissbrauch zu beenden.“ Das Gesetz, um das es geht, wird nicht namentlich genannt, aber es dürfte sich eindeutig um die von Datenschützern gefürchtete Snoopers-Charter (dt. „Schnüffelgesetz“) handeln. </span></p>
<p class="western" lang="en-GB"><span lang="de-DE">Vorratsdatenspeicherung von E-Mail- und Telefonmetadaten für zwölf Monate gibt es in Großbritannien bereits. Die Snoopers-Charter würde diese Befugnisse noch ausdehnen: auf Webbrowsing-Historien und Social Media-Kommunikation, Voice Calls, Gaming- und Messenger-Services auf Mobiltelefonen. Damit hat es die neue Regierung nun sehr eilig. Nach der Wahl verging kein Tag, da kündigte die hastig wieder ernannte Innenministerin Teresa May an, </span><a href="http://www.independent.co.uk/life-style/gadgets-and-tech/news/snoopers-charter-set-to-return-to-law-as-theresa-may-suggests-conservative-majority-could-lead-to-huge-increase-in-surveillance-powers-10235578.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #0563c1"><span lang="de-DE">das Gesetz nun erneut ins Parlament einzubringen</span></span></a><span lang="de-DE">. Man werde alles daran setzen, jetzt, da die Blockade durch den Koalitionspartner aufgehoben sei – die Liberal Democrats hatten sich dem Gesetz bisher in den Weg gestellt – es den Geheimdiensten zu ermöglichen, ihre exzellente Arbeit zum Schutz der Bürger fortzuführen. Dass dabei in großem Stile Bürgerrechte untergraben werden, blieb natürlich unerwähnt. </span><a href="http://www.theguardian.com/politics/2015/may/09/theresa-may-revive-snoopers-charter-lib-dem-brakes-off-privacy-election" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #0563c1"><span lang="de-DE">Bürgerrechtler zeigen sich dementsprechend alarmiert</span></span></a><span lang="de-DE"> ob der „Unersättlichkeit“ der Regierung, wenn es um den Ausbau von Geheimdienstbefugnissen geht. </span></p>
<p class="western" lang="en-GB"><span lang="de-DE">Wundern tut der erneute Vorstoß hingegen nicht. Denn die Tories haben in der Vergangenheit die nachweislich illegalen Aktivitäten des GCHQ wiederholt verteidigt, dem Guardian für seine Snowden-Veröffentlichungen mit Strafverfolgung gedroht und, anstatt sich über ersthafte Reformen Gedanken zu machen, erst 2014 ein Gesetz durchgebracht, das Experten als </span><a href="http://www.theguardian.com/technology/2014/jul/15/academics-uk-data-law-surveillance-bill-rushed-parliament" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #0563c1"><span lang="de-DE">Erweiterung bestehender Überwachungsbefugnisse ansehen</span></span></a><span lang="de-DE">. Nimmt man dazu das wiederholte „Versprechen“ der Tories, den Britischen Human Rights Act abzuschaffen, möchte man am liebsten gleich die Flucht von der Insel ergreifen. </span></p>
<p class="western" lang="en-GB"><span lang="de-DE">Denn dass sich eine Tory-Mehrheitsregierung mit Ambitionen, die europäische Menschenrechtskonvention zu verlassen, ernsthaft für die Rechte britischer Bürger unter Artikel 8 der europäischen Grundrechtscharta einsetzt, scheint utopisch – von den Rechten international vom GCHQ bespitzelter nicht-britischer Staatsbürger ganz zu schweigen. Ohne den vormals mäßigenden Einfluss der Liberal Democrats bremst niemand mehr die unheilvollen Ambitionen der Tories aus. Eine „</span><a href="http://www.theregister.co.uk/2015/04/15/lib_dem_manifesto_pushback_on_surveillance_and_ban_on_mosquito_devices/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #0563c1"><span lang="de-DE">Digital Bill of Right</span><span style="text-decoration: underline"><span lang="de-DE">s</span></span></span></a><span lang="de-DE">“, wie sie sich im Wahlprogramm der Liberal Democrats findet, wird es nun ebenso wenig geben wie eine komplette Reform jener Überwachungsbefugnisse unter dem bestehenden „</span><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Regulation_of_Investigatory_Powers_Act_2000" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #0563c1"><span lang="de-DE">Regulation of Investigatory Powers Act</span></span></a><span lang="de-DE">“, die in der Vergangenheit bereits mehr als einmal missbraucht worden sind. Die Liberal Democrats haben nichts mehr zu melden – ihnen bleiben von vormals 59 Sitzen gerade noch acht. „The breaks are off“, sagte jüngst </span><span lang="de-DE"><i>Guardian</i></span><span lang="de-DE">-Journalist Jonathan Freedland: „Die Bremsen sind gelöst“. Endstation: Schnüffelgesetz. </span></p>
<h3 class="western"><span lang="de-DE">Hoffnungsschimmer Opposition?</span></h3>
<p class="western" lang="en-GB"><span lang="de-DE">Fraglich ist, ob die Opposition mäßigend eingreifen kann oder wird. Zu beachten ist hier, neben Labour als der zweitstärksten Kraft, vor allem die Scottish National Party (SNP). Diese gewann in Schottland 56 von 59 möglichen Sitzen und brach damit der Labour-Partei in ihrer einstigen Hochburg das Genick. Daher lohnt sich ein Blick ins Parteiprogramm zum Thema Überwachung. Dieses stellt die Datenschützer der </span><a href="https://www.openrightsgroup.org/blog/2015/surveillance-in-the-general-election-manifestos" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #0563c1"><span lang="de-DE">Op</span><span lang="de-DE">en</span><span style="text-decoration: underline"><span lang="de-DE"> Rights Group relativ zufrieden</span></span></span></a><span lang="de-DE">, denn die SNP erteilt sowohl der Snoopers-Charter als auch anlassloser Massenüberwachung eine Absage [</span>UPDATE] <em>und hat bereits angekündigt, das <a href="http://www.telegraph.co.uk/news/politics/SNP/11597756/SNP-planning-to-kill-off-Snoopers-Charter.html">Gesetz blockieren zu wollen</a>. Ob die Partei von Nicola Sturgeon damit Erfolg hat, hängt zum einen vom Rest der Opposition, vornehmlich Labour, und der Unterstützung ab, die der Gesetzesentwurf in den Reihen der Tories finden wird. Denn David Cameron ist nun mehr denn je auf den Zusammenhalt seiner Partei angewiesen. </em></p>
<p class="western" lang="en-GB"><span lang="de-DE"><del>Die Pläne der Labour-Partei sind dagegen eher schwammig.</del> Ein schmaler Hoffnungsschimmer also, auch wenn die Pläne der Labour-Partei zum Thema Datenschutz eher schwammig sind. Zwar sprach sich Labour-Vertreterin </span><a href="http://press.labour.org.uk/post/78448368189/the-challenges-of-a-digital-world-to-our-security" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #0563c1"><span lang="de-DE">Yvette Cooper im März 2014</span></span></a><span lang="de-DE"> für eine gesellschaftliche Debatte zu den Themen Überwachung, Datensammlung und Datenschutz aus und kritisierte die amtierende Regierung für deren Unwillen, eine solche Debatte zuzulassen. Nicht zuletzt aufgrund der schwammigen Formulierungen im Parteiprogramm von Labour drücken die Bürgerrechtler der Open Rights Group aber zu Recht Bedauern darüber aus, dass die Partei sich nicht entschieden genug positioniert. <del>Alles in allem – und schon allein wegen der absoluten Mehrheit der Tories – gibt es also kaum Hoffnung auf entschlossene Gegenwehr.</del> </span>Ob die Entschlossenheit der Schotten die Unentschlossenheit Labours in der Frage ausgleichen wird, bleibt abzuwarten.<span lang="de-DE"><del></del><del><br />
</del></span></p>
<h3 class="western">Der Letzte macht das Licht aus!</h3>
<p class="western" lang="en-GB"><del><span lang="de-DE">Die Zukunft Großbritanniens sieht in der Tat so trostlos aus, dass sich manch einer überlegt, </span><a href="http://www.independent.co.uk/news/uk/how-to-leave-the-united-kingdom-10234980.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #0563c1"><span lang="de-DE">einfach auszuwandern</span></span></a></del><span lang="de-DE"><del>. Hoffnung gibt es momentan wenig.</del>  [UPDATE] <em>Trotzdem sieht die Zukunft Großbritanniens so trostlos aus, dass sich manch einer überlegt, <a href="http://www.independent.co.uk/news/uk/how-to-leave-the-united-kingdom-10234980.html">einfach auszuwandern</a>. Auf Twitter trendete kürzlich der Hashtag #TakeUsWithYouScotland. Die Idee: die Grenze zwischen England und Schottland weiter südlich neu zu ziehen, damit die traditionell anti-konservativen nördlichen Regionen des Königreichs den Tories entkommen. Denn wirkliche Hoffnung gibt es momentan wenig.</em> Weder bei den ohnehin sozial Benachteiligten, die angesichts der angekündigten Kürzungen schlicht verzweifeln, noch bei denjenigen, die sich für Rechte wie Privatsphäre, Rede- und Pressefreiheit einsetzen. Im „</span><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/wahl-in-grossbritannien-cameron-regiert-das-disunited-kingdom-1.2470532" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #0563c1"><span lang="de-DE">Disunited Kingdom</span></span></a><span lang="de-DE">“ wird man Bürger- und Menschenrechte in den kommenden fünf Jahren vermutlich mit Klauen und Zähnen verteidigen müssen.</span></p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/rogersg/7944915940/in/photolist-d74LHj-n6eGEX-n5qtZH-kUYVK-6vxcVK-5ZXLU1-qFUYkq-n5q7rR-8KvTRq-9d6BtH-hc9AUL-6w2eBT-bYpBQq-pr8kjf-itioUS-pQWQrj-aatzii-ncM7e1-fVGBxX-ncM6b9-bfXiKX-fL3Sc3-rZkbHU-jNZmyK-dfwtg6-hHXq1z-pEQRJD-haipEy-pX5rjk-5UQ5Zm-2cZkc9-n5qtve-n5s5ub-n5rUeG-pWkEVw-bfXhxB-dofMxb-pr9LVg-bYpBM3-8XP5Tp-q8CFzm-owwXqx-ncM6WY-ncM3VX-i6QgZY-n6bk4t-ngsdja-nEX9ue-pueDPP-ojQNry">George Rex</a></p>
<div id="yui_3_16_0_1_1430750988796_724" class="view follow-view clear-float photo-attribution"></div>
<div class="attribution-info"></div>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>NSA-Ausschuss vs. GCHQ: „Keine rationale Debatte möglich“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2015 11:20:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger äußerte in der vergangenen Woche die Vermutung, man könne mit britischen Politikern keine rationale Debatte über Massenüberwachung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Rusbridger.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145008" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Rusbridger.jpg" alt="Rusbridger" width="640" height="280" /></a>Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger äußerte in der vergangenen Woche die Vermutung, man könne mit britischen Politikern keine rationale Debatte über Massenüberwachung führen. Angesichts des Streits nicht nur der britischen Regierung mit dem NSA-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags scheint er damit den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben.</p>
<p>Wenn es um groteske Handlungsweisen in Sachen Geheimdienstarbeit und Überwachung geht, ist die britische Regierung meist ganz vorne mit dabei. Es ist noch nicht lange her, da verlangte der britische Premierminister David Cameron ein <a href="http://politik-digital.de/zitat-des-monats-verschluesselte-kommunikation-koennen-wir-das-wirklich-wollen-ja" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verbot verschlüsselter Kommunikation</a>. Die Aufklärungsarbeit in der seit 20 Monaten andauernden Spähaffäre, die neben der NSA insbesondere den britischen Nachrichtendienst Government Communications Headquarter (GCHQ) betrifft, blubbert im Vereinigten Königreich währenddessen eher vor sich hin – nachdem sie mehrfach massiv behindert worden war.</p>
<h3>Kaum verhohlene Drohungen</h3>
<p>Nach Drohungen, Verfehlungen und Beschwichtigungen im eigenen Land sind die Briten nun offenbar auch international auf Streit aus. Und zwar mit dem NSA-Untersuchungsausschuss im Bundestag. London ist nämlich genervt von dessen <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gchq-britischer-geheimdienst-will-bnd-zusammenarbeit-aufkuendigen-a-1016933.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Indiskretion</a> – außerhalb Großbritanniens auch als Aufklärungsarbeit bekannt. Was der Ausschuss über das GCHQ herausfinden könnte, gefällt den Briten offenbar gar nicht. Kein Wunder: In mancherlei Hinsicht gilt das GCHQ als noch aggressiver bei der Überwachung unbescholtener Bürger als die NSA. Und die wiederholte, standardmäßige Beteuerung, dass dort alles nach Recht und Gesetz abläuft, ist – nicht zuletzt seit den jüngsten <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/nsa-und-gchq-verschluesselungscodes-fuer-sim-karten-gestohlen-a-1019449.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Veröffentlichungen zum Hack des Sim-Karten-Herstellers Gemalto</a> – überaus zweifelhaft.</p>
<p>Da kann man schon mal nervös werden, wenn ein paar deutsche Parlamentarier Akten einsehen wollen.  London hat dem Ausschuss dementsprechend die Auskunft schlicht verweigert. Und mit Aufkündigung der Geheimdienstkooperation gedroht. So erhielt, <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gchq-britischer-geheimdienst-will-bnd-zusammenarbeit-aufkuendigen-a-1016933.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtet Spiegel Online</a>, der Geheimdienstkoordinator im Bundeskanzleramt <a href="http://www.spiegel.de/thema/klaus_dieter_fritsche/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Klaus-Dieter Fritsche</a> vergangenen Monat „ein scharf formuliertes Schreiben des […] GCHQ […] Darin drohen die Briten, die Zusammenarbeit bei der Terrorabwehr einzustellen, sollte der BND weiterhin ihre Papiere im NSA-Untersuchungsausschuss vorlegen.“ Klingt nach Erpressung. Als Begründung gibt man an, man sei besorgt, dass aus dem Ausschuss „sensible Informationen über deutsch-britische Agenten-Kooperationen“ oder „streng geheime Details über Kryptologie und Einsatztechnik“ an die Öffentlichkeit dringen könnten. Womit das GCHQ den deutschen Parlamentariern potenzielle Indiskretion unterstellt.</p>
<p>Angesichts der „unverhohlenen Drohung“ der Spione ihrer Majestät <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/britischer-abhoerdienst-die-geheimnisse-des-gchq-1.2372441-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">traf </a>Kanzleramtsminister Peter Altmeier sich mit Bundestagspräsident Norbert Lammert und den Obleuten des NSA-Untersuchungsausschusses zur Krisensitzung. Danach wurde es ganz kurios: Dummerweise drangen Details einer angeblichen geheimen Zusammenarbeit zwischen BND und GCHQ ebenso an die Öffentlichkeit wie Informationen über den „blauen Brief“ der Briten. Seitdem wird fleißig spekuliert, wer denn da die Befürchtungen des GCHQ einer Indiskretion bestätigt zu haben scheint, sprich: woher die Informationen stammten, die <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/geheimdienst-eklat-briten-drohen-mit-abbruch-aller-kontakte-zu-deutschland_id_4454261.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">der Focus</a> kurz nach dem Treffen veröffentlichte.</p>
<p>Die Ausschussmitglieder Konstantin von Notz und Hans-Christian Ströbele von Bündnis 90/Die Grünen verdächtigen die Bundesregierung, die Information selbst an die Presse lanciert zu haben, um ein Drohszenario aufzubauen oder behaupten zu können, man dürfe <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/britischer-abhoerdienst-die-geheimnisse-des-gchq-1.2372441-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dem Ausschuss tatsächlich keine geheimen Dokumente anvertrauen</a>. Das mag man für Paranoia oder Polemik seitens der Herren Notz und Ströbele halten. Der Verdacht scheint allerdings angesichts eines Rechtsgutachtens zum Thema Snowden-Befragung, <a href="https://netzpolitik.org/2014/machen-sich-abgeordnete-strafbar-wir-veroeffentlichen-die-regierungs-gutachten-zur-snowden-befragung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das die Bundesregierung im letzten Jahr in Auftrag gab</a>, zumindest eine ernsthafte Überlegung wert.</p>
<p>Es ist nämlich nicht so, als sei man sich in Deutschland für <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-11/bundesregierung-whistleblower-enthuellung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drohungen</a> zu schade – womit man sich in illustrer Gesellschaft befindet. Die harsche Verfolgung von Whistleblowern durch die Obama-Regierung in den USA wurde, nicht nur in Bezug auf Edward Snowden, immer wieder kritisiert. In Großbritannien musste sich <em>Guardian</em>-Chefredakteur Alan Rusbridger vor dem <a href="http://www.parliament.uk/business/committees/committees-a-z/commons-select/home-affairs-committee/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Home Affairs Select Committee</a> wegen der Berichterstattung seiner Zeitung <a href="http://www.theguardian.com/world/2013/dec/03/rusbridger-home-affairs-nsa-key-exchanges" target="_blank" rel="noopener noreferrer">verantworten,</a> und dem <em>Guardian</em> wurde zudem mit <a href="http://www.theguardian.com/politics/2013/oct/22/edward-snowden-guardian-should-be-prosecuted-tory-mp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">strafrechtlicher Verfolgung gedroht</a>.</p>
<p>Deshalb äußerte Rusbridger in der vergangenen Woche auf einem <a href="http://www.theguardian.com/membership/2015/mar/02/the-edward-snowden-story-watch-live?CMP=twt_gu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Live-Panel seiner Zeitung zu den Snowden-Veröffentlichungen</a> wohl nicht ganz zu Unrecht die Ansicht, man könne mit britischen Politikern keine rationale Debatte über Massenüberwachung führen:</p>
<blockquote><p><span style="color: #000080;">„Politiker finden es beinahe unmöglich, rational über dieses Thema zu sprechen“</span></p></blockquote>
<p>An das Thema Bürgerrechte versus nationale Sicherheit, geschweige denn an die Gesetzeslage, trauten sich, so Rusbridger, weder die Regierungsparteien noch die Labour-Opposition heran. Dies sei „zu riskant und toxisch“. Was der Mangel an Rationalität für Auswirkungen hat, dafür ist die von der Regierung angeordnete <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/zerstoertes-guardian-macbook-britische-pressefreiheit-a-917798.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zerstörung der Laptops</a> mit den Snowden-Dokumenten im Keller des <em>Guardian</em> sicher ein extremes Beispiel. Die Hoffnung, dass sich die britische Regierung doch noch zur Zusammenarbeit mit dem NSA-Ausschuss überreden lässt, scheint angesichts derartiger Vorfälle jedoch sehr gering.</p>
<h3>Wie „great“ ist „Britain“?</h3>
<p>Doch die Sorge um operative Details oder das Schreckgespenst des Terrorismus sind sicher nicht die einzigen Gründe für die <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/britischer-abhoerdienst-die-geheimnisse-des-gchq-1.2372441-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sturheit</a> der Briten. So mutmaßt die ZEIT, dass das GCHQ neben der Terrorismussuche  auch „schlichte Spionage“ betreibt, die „[a]uf dem Kontinent […] sicher gegen den europäischen Geist, womöglich auch gegen Europäische [sic] Verträge“ verstößt. Das möchte man verständlicherweise lieber nicht bekannt werden lassen. Denn eben erst entschied das Geheimdienst-Gericht Investigatory Powers Tribunal im eigenen Land, „<a href="http://www.golem.de/news/britisches-gericht-datensammlung-verstoesst-gegen-menschenrechte-1502-112202.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dass die Datensammlung über britische Bürger der vergangenen Jahre gegen die Menschenrechte verstößt</a>.“ Und vermutlich kratzt es auch am Selbstbild des einst großen britischen Imperiums, dass offenbar nicht jeder geneigt ist, 007 und Co wohlwollend zu vertrauen. Da muss man sich dann mithilfe von Drohgebärden der eigenen „Greatness“ versichern – wie beispielsweise auch in puncto EU. Und NSA und GCHQ sind, wie <em>Guardian</em>-Journalist Ewen MacAskill auf demselben Panel seiner Zeitung bemerkte, ohnehin weit davon entfernt, angesichts der Aufdeckung ihrer Machenschaften in die Defensive zu gehen.</p>
<p>Aber wie großartig sind die Briten tatsächlich, beziehungsweise wie abhängig ist Deutschland? Glaubt man BND und Verfassungsschutz, dann scheint die Abhängigkeit stark zu sein. So zeigen sich „Sicherheitskreise“ laut Spiegel „besorgt“: „<a href="http://www.focus.de/magazin/archiv/fakten-fakten-fakten-geheimdienste-briten-drohen-mit-spionage-boykott_id_4456568.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ohne die Infos der Amis und der Briten aus der Funkaufklärung wären wir blind</a>“. Die ZEIT nennt die Briten „beim Abhören […] noch immer eine Weltmacht“. Angesichts dessen, was durch Snowden bekannt geworden ist, scheint das nicht einmal übertrieben.</p>
<p>Besorgniserregend ist hingegen, was die Bundesregierung offenbar bereit ist, sich im Sinne der Zusammenarbeit mit dem großen Britannien gefallen zu lassen. Enthielte sie dem NSA-Ausschuss die entsprechenden Dokumente vor, wäre es nicht das erste Mal, dass die Regierung Merkel in Sachen Spionageaufklärung klein beigäbe. Edward Snowden wird seit eh und je die Einreise zwecks Zeugenaussage verweigert – gerne mit Verweis auf das Staatswohl, das möglicherweise auch jetzt als Begründung wird herhalten müssen. Wie wohl es dem Staate tut, wenn die Exekutive nicht angemessen überprüft wird und fremde Geheimdienste in Deutschland ungeahndet hantieren dürfen, darüber lässt sich streiten.</p>
<h3>Nichts für Politiker: Balanceakt Freiheit vs. Sicherheit</h3>
<p>Das Verhalten der britischen Regierung gibt wenig Anlass zum Optimismus – ebenso wenig wie das der Bundesregierung. Denn da wurde schon vor der Intervention der Briten <a href="http://www.golem.de/news/operation-glotaic-die-totale-blockade-im-nsa-ausschuss-1502-112181.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gemauert</a>, <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-09/nsa-ausschuss-akten-geschwaerzt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geschwärzt</a> und <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nsa-affaere-bnd-versaeumte-lieferung-von-hundert-dokumenten-a-1021799.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vorenthalten</a>. Aber vielleicht ist die Macbook-Zerstörung beim <em>Guardian</em>, wie Alan Rusbridger es in der vergangenen Woche zu deuten versuchte, eigentlich ein hoffnungsvolles Zeichen dafür, dass Regierungen es trotz aller Bemühungen eben nicht schaffen, den Informationsfluss zu unterdrücken. Dass die Aktion rückblickend eine blöde Idee war, geben nämlich sogar Mitglieder der britischen Regierung zu. Vielleicht fällt den Damen und Herren Regierenden ja diesmal ein bisschen früher auf, was für eine ebenso dumme Idee es wäre, den NSA-Ausschuss in Sachen GCHQ unter Druck zu setzen oder gar die Zusammenarbeit der Geheimdienste im Rahmen eines imperialistischen Ego-Trips zu beenden. In jedem Fall hat Rusbridger vermutlich Recht, wenn er mutmaßt, dass der Balanceakt zwischen Sicherheit und Bürgerrechten nicht von der Politik gelöst werden wird.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/internaz/8060406152/in/photostream/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internaz</a></p>
<p><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></p>
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		<title>Großbritannien: Digital für mehr Demokratie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Franziska Türk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Feb 2015 14:41:41 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ></p>
<p class="western">Ein Forum für politische Partizipation noch in diesem Jahr und ein vollständig interaktives und digitales Parlament samt E-Voting bis 2020 – die Ziele der neuen „Digital Democracy Commission“ in Großbritannien sind ehrgeizig. Mit Hilfe digitaler Technologien soll das britische Parlament in Zukunft effizienter arbeiten, damit jeder versteht, was es tut.</p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Oft bemühen sich Politiker ja wirklich bei dem, was sie tun. Sie treffen sich, diskutieren stundenlang und verlesen am Ende ein Pressestatement voller wohlklingender Wörter. Nur: Ein großer Teil der Bevölkerung hat keine Ahnung, worüber da eigentlich geredet wird – oder bekommt von all dem erst gar nichts mit. Informationen 24/7 aus Quellen unterschiedlichster Art erschlagen eher, als dass sie aufklären, der politische Jargon ist für manch einen befremdlich, und die Bevölkerung wahrt lieber sicheren Abstand zu ihren Repräsentanten im Parlament.</p>
<p>In Großbritannien hat man dieses Problem erkannt und möchte aktiv dagegen vorgehen. Eine achtköpfige Kommission begann im Januar 2014 mit ihrer Arbeit, nahm an über 100 informellen Treffen und 20 Treffen am Runden Tisch teil, immer mit folgendem Ziel vor Augen: die Antwort zu finden auf die Frage, wie das Parlament durch die Nutzung digitaler Technologien transparenter und inklusiver gemacht werden und besser mit der Öffentlichkeit kommunizieren kann. Nun wurden die <a href="http://www.digitaldemocracy.parliament.uk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ergebnisse</a> der Arbeit veröffentlicht. Eine umfangreiche Digitalstrategie des House of Commons soll bis 2020 sicherstellen, dass „jeder versteht, was es tut“. Klingt ambitioniert, aber lässt sich das tatsächlich in die Realität umsetzen? Bekanntermaßen ist die Identifikation eines Problems der erste Schritt zu dessen Beseitigung. Deshalb befragte die „Digital Democracy Commission“ Bürger unterschiedlicher sozialer Herkunft und stellte fest, dass die Probleme vielseitig sind: fehlendes Wissen über die Arbeit von Politikern und Parlament, unverständliche Floskeln und das Gefühl, dass Politiker sich nicht für die Meinung des Volkes interessieren, Partizipation also sinnlos ist. Mit den nun veröffentlichten umfassenden Empfehlungen sollen die Barrieren zwischen Parlament und Bürgern überwunden werden.</p>
<h3>Einfache Sprache für besseres Verständnis</h3>
<p>Erstes Ziel ist es, das öffentliche Verständnis für Politik und Parlament zu verbessern. Klar: Nur wer weiß, wie Politik funktioniert, hat Interesse an politischen Geschehnissen und die Möglichkeit, Politik aktiv mitzugestalten. Zudem ist es mittlerweile selbstverständlich, online einen einfachen Zugang zu einer Vielzahl an Informationen zu erhalten. Deshalb sollen Ankündigungen auf der Website des Parlaments in Zukunft einfacher zugänglich sein und ansprechender präsentiert werden – zum Beispiel in Form von audio-visuellen Medien oder Infografiken. Open Data steht ebenfalls auf der Agenda: Informationen des öffentlichen Sektors und Originaldokumente sollen frei verfügbar sein – auch zur Weiterverwertung.<br />
In diesem und im kommenden Jahr soll sich das House of Commons außerdem der Vereinfachung der Parlamentssprache und -kommunikation annehmen. Vor allem in der Gesetzgebung ist die Sprache für Laien oft schwer verständlich, viele Bürger können nicht nachvollziehen, wofür die Mitglieder des Parlaments stimmen – obwohl sie letztendlich alle davon betroffen sind. Die zusätzliche Publikation von Gesetzesnovellen in einfacher Sprache soll deshalb in Großbritannien zur Norm werden. Da aber nicht jedermann gleichermaßen mit dem Netz und dessen digitalen Möglichkeiten umgehen kann, soll auch das Thema digitale Exklusion angegangen werden. Vor allem ältere Menschen oder solche mit Behinderungen sind betroffen. Neben fehlendem Know-how spielen auch finanzielle Aspekte und ein schlechter Breitbandausbau eine Rolle. Die britische Regierung hat bereits 2014 mit der Digitalen Inklusionsstrategie einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Die Experten raten zudem, mit kommunalen Organisationen zusammenzuarbeiten, um der digitalen Exklusion entgegenzuwirken.</p>
<h3>Mehr Partizipation dank Inklusion</h3>
<p>Neben den Bürgern, die schlicht keine Möglichkeit zur Internetnutzung haben, gibt es auch solche, die online sehr aktiv sind – und die trotzdem keine E-Petitionen unterzeichnen, wählen, oder versuchen, die politische Entscheidungsfindung zu beeinflussen. Dazu gehören – in Großbritannien ähnlich wie in Deutschland – vor allem Frauen, junge Erwachsene und Menschen mit niedrigem sozio-ökonomischen Status sowie geringer Bildung. Wenn das Parlament lediglich die Möglichkeiten der Partizipation im Internet verbessert, verstärkt es vor allem die Stimme jener Bevölkerungsgruppen, die sowieso schon politisch aktiv sind. Deshalb sollte genau dort angesetzt werden, wo am meisten Handlungsbedarf besteht: bei der jungen Frau mit niedrigem Bildungsstand aus sozial schwacher Familie. Die Kommission hat herausgefunden, dass es vor allem bei jungen Menschen oft nicht am fehlenden Interesse hakt, sondern an mangelndem Wissen über Politik und parlamentarische Prozesse. Die Verbesserung der politischen Bildung in der Schule soll die Partizipation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen nun ebenso erhöhen wie die Nutzung sozialer Medien und der Einsatz von E-Petitionen. So ist etwa geplant, die jährlichen Schulbesuche im britischen Parlament 2016 auf 100.000 zu erhöhen.</p>
<p>Blickt man auf die <a href="http://www.ukpolitical.info/Turnout45.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sinkende</a> Wahlbeteiligung in Großbritannien, zeigt sich ebenfalls, dass häufig nicht mangelndes politisches Interesse die Ursache ist. Die Kommission kam zu dem Ergebnis, dass selbst Menschen ohne ausgeprägtes politisches Interesse Anteil an einzelnen Politikfeldern nehmen: an aktuellen Geschehnissen nämlich und an Themen, die sie selbst betreffen. Die Kommission rät deshalb zu digitalen Tools, mit denen die Bürger die Aktivitäten des Parlaments nach ihren Themenfeldern durchforsten können. Zudem sollen mehr Informationen in Echtzeit bereitgestellt und die sozialen Netzwerke aktiver genutzt werden.</p>
<p>Außerdem sollen weitere digitale Tools zum Einsatz kommen, um die Interaktion zwischen Mitgliedern des Parlaments und deren Wählern zu erhöhen. So soll zum Beispiel die Aufmerksamkeit auf die Arbeit von parlamentarischen Untersuchungsausschüssen gelenkt und der Gesetzbildungsprozess öffentlich gemacht werden, so dass die Bevölkerung frühzeitig in diesen mit einbezogen wird.  Eine weitere Idee der Kommission: öffentliche digitale Diskussionsforen, die über die Debatten in der Westminster Hall informieren: „Cyber Chamber“ oder „Open House“ nennen das die Experten. Fragen an Minister oder den Premierminister sollen in regelmäßigen Abständen beantwortet werden, zum Beispiel über QTube oder twitterähnliche Plattformen.</p>
<p>Da man seine Stimme in Großbritannien am Wahltag nur abgeben kann, wenn man dafür registriert ist, hat die geringe Wahlbeteiligung oft auch ganz pragmatische Gründe. Neuerdings können sich Wähler in Großbritannien online für die Wahl registrieren, so hofft man die Quote zu erhöhen. Die Kommission geht sogar noch einen Schritt weiter: Auch der eigentliche Wahlvorgang soll spätestens bei der Wahl 2020 online abgewickelt werden können. So will man vor allem die jüngeren Wähler ins Boot holen. Wie die bestehenden Sicherheitslücken geschlossen werden sollen? Das beantwortet die Kommission bisher nicht. Großbritannien startete bereits einmal ein <a href="https://www.openrightsgroup.org/ourwork/successes/evoting" target="_blank" rel="noopener noreferrer">E-Voting-Pilotprojekt</a>, stellte es aus Sicherheitsgründen aber wieder ein.</p>
<h3>Zum Jubiläum: Start in ein digitales Parlament</h3>
<p>Und noch ein Ziel wird bis zum Jahr 2020 anvisiert: Das Parlament soll bis dahin vollständig interaktiv und digital sein. So sollen zum Beispiel mehr Dokumente online publiziert und ein papierloses Arbeiten angestrebt werden. Dafür muss natürlich erst einmal die technische Infrastruktur geschaffen werden. Ob und wie schnell das Parlament diese Vorschläge tatsächlich in die Tat umsetzt und wer die Kosten für die Digitalisierung trägt, bleibt abzuwarten.</p>
<p>Zum diesjährigen 750. Geburtstag stehen also große Veränderungen im britischen Parlament an. Um die ehrgeizigen Ziele bis 2020 tatsächlich zu erreichen, fordert die Kommission das Parlament auf, bis Ende dieses Jahres eine Strategie zu entwickeln, die sicherstellt, dass notwendige Kompetenzen rechtzeitig entwickelt und genügend Mittel bereitgestellt werden. In einem Jahr wollen sich die Experten aus der Kommission wieder treffen. Dann wird Bilanz darüber gezogen, ob Fortschritte gemacht wurden und welche Ziele erreicht werden konnten. Sollte Großbritannien den digitalen Fahrplan tatsächlich in die Tat umsetzen, könnte es zum Vorbild für andere europäische Länder werden. Bleibt zu hoffen, dass die Empfehlungen der Digital Democracy Commission in Großbritannien besser angenommen werden als die Ratschläge der <a href="http://politik-digital.de/category/themen/netzpolitik-im-bundestag" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Enquete-Kommission Internet und Gesellschaft</a> hierzulande. Denn: Mit dem Ende der Arbeit der Digital Democracy Commission hat der Weg in Richtung digitales Parlament gerade erst begonnen.</p>
<p>Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/simon__syon/8705867109/in/photolist-egiQZ4-8eEHTA-dtfgAn-8eBrkg-8eBr4X-bVVaLY-gT1CXp-8eEHb9-8eEHp1-8eEHcw-8eEHsy-8eEHeh-8eBrpi-8eBqEx-8eEHfy-8eEJ9h-8eBqPe-8eBqZT-8eEHDN-8eEHPu-diGzix-8eEHwE-8eEHKo-8eEHA1-8eBr9P-8eEHHA-4uRo5r-poiXm1-8eFEad-8eBrtr-8eEJ4j-8eEJ5Y-8eBrmK-8eBrhB-8eBrbt-dBKrPw-6a5fCa-5pUjLw-5Ag5xG-ejxA6Z-5Vemh1-4XF2W6-bUCoBP-9Y1vQT-7MzUih-8Nxn6-5B5zhv-8zWtV3-aogzcA-dRT7eB" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Simon &amp; His Camera </a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Teepause beendet? NSA-Debatte in Großbritannien ein Jahr nach Snowden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Jun 2014 14:48:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
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					<description><![CDATA[In einer Podiumsdiskussion mit Jimmy Wales, Emma Carr, Sir David Omand u.a. erklärt Guardian-Journalist Luke Harding, die Diskussion um Massenausspähung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="text-decoration: underline"><span style="color: #000000;text-decoration: underline"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/daniel-craig_cut.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-140207" alt="daniel craig_cut" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/daniel-craig_cut.jpg" width="638" height="281" /></a></span></span><span style="color: #000000">In einer Podiumsdiskussion mit Jimmy Wales, Emma Carr, Sir David </span><span style="color: #000000"><span style="color: #000000">Omand</span> u.a. erklärt Guardian-Journalist Luke Harding, die Diskussion um Massenausspähung sei nun beim britischen Bürger angekommen. Aber hat er damit wirklich Recht?</span><br />
Genau ein Jahr ist seit jener <a href="http://www.theguardian.com/world/2013/jun/06/nsa-phone-records-verizon-court-order" target="_top" rel="noopener noreferrer">ersten Titelgeschichte</a> des <i>Guardian, </i>die auf den Enthüllungen Edward Snowdens basierte, vergangen. Snowdens „größte Angst“, dass niemand auf seine Veröffentlichungen reagieren würde, hat sich nicht bestätigt. &#8220;Ich habe bereits gewonnen“, <span style="color: #000000"><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-12/snowden-interview-mission" target="_top" rel="noopener noreferrer">erklärte er im Dezember</a></span>. Die <span style="color: #000000"><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/edward-snowden-ein-jahr-nsa-enthuellungen-a-972415.html" target="_top" rel="noopener noreferrer">Jahresbilanz des Spiegels</a></span> fällt dagegen eher düster aus: Snowden habe zwar die Welt erschüttert, „eine demokratische Auseinandersetzung mit der maßlosen Überwachungspraxis der USA und ihrer engsten Verbündeten“ haben die Enthüllungen jedoch bislang nicht nach sich gezogen. Dies trifft auf <span style="color: #000000"><a href="http://www.theguardian.com/world/2013/dec/02/snowden-fallout-us-uk-liberty-nsa-spying" target="_top" rel="noopener noreferrer">Großbritannien vielleicht mehr als auf alle anderen zu</a></span>.<br />
So war das Interesse der Briten am Thema Snowden und NSA die längste Zeit kaum bis nicht vorhanden – und das obwohl das britische Pendant zur NSA, der GCHQ (Government Communication Headquarters) an dem Spuk massiv beteiligt ist. Dennoch wagte <i>Guardian</i>-Reporter Luke Harding bei <a href="http://www.bigbrotherwatch.org.uk/home/2014/05/secrets-lies-know-far-surveillance-goes.html" target="_top" rel="noopener noreferrer">einer Podiumsdiskussion des <i>New Statesman</i></a> in dieser Woche zu behaupten, die Briten seien nun endlich aus ihrer verlängerten Teepause zurück und bereit, sich nun eingehender mit dem Thema zu befassen. Darüber, ob er damit Recht hat, lässt sich streiten. <span style="color: #000000"><a href="http://www.hrw.org/bios/izza-leghtas" target="_top" rel="noopener noreferrer">Izza Leghtas</a></span> von Human Rights Watch beispielsweise ist <span style="color: #000000"><a href="http://www.hrw.org/news/2014/06/04/uk-do-not-make-us-choose-between-our-safety-and-our-privacy" target="_top" rel="noopener noreferrer">entschieden gegenteiliger Ansicht</a></span>.<br />
<b>Ursachen britischen Desinteresses</b><br />
<a href="http://www.bigbrotherwatch.org.uk/who-we-are/emma-frances-carr-deputy-director">Emma Carr</a>, ausführende Direktorin bei Big Brother Watch, gab in der Diskussion zu bedenken, dass das Interesse der Bevölkerung stark von der Art der Daten abhänge, über die berichtet werde. So seien beispielsweise die viel zitierten „Metadaten“ für die meisten Menschen schlicht zu abstrakt, um Empörung auszulösen. Tatsächlich war die in Großbritannien wohl am häufigsten diskutierte Geschichte jene über das massive <span style="color: #000000"><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2014-02/gchq-yahoo-spionage" target="_top" rel="noopener noreferrer">Abgreifen von Screenshots aus Yahoo-Webchats</a></span>. Die „Optic Nerve“ betitelte Affäre <span style="color: #000000"><a href="http://morethanannie.wordpress.com/2014/03/01/webcams-mugshots-and-boobs-recent-revelations-on-gchq-spying-and-why-i-think-we-should-consider-a-flashmob/" target="_top" rel="noopener noreferrer">traf den Nerv der Britischen Bevölkerung</a></span>, weil man sich eben unter ausgespähten Nacktfotos mehr vorstellen kann als unter Metadaten.<br />
Jedoch gehen die Gründe für die britische Apathie weit über ein mangelndes Verständnis für die Terminologie hinaus. Zum einen, so glaubt Luke Harding, gebe es in England keine historischen Präzedenzfälle wie etwa in Deutschland. Ganz im Gegenteil: Eigentlich <span style="color: #000000"><a href="http://www.spiegel.de/international/world/the-cozy-relationship-between-britain-and-its-intelligence-apparatus-a-917689.html" target="_top" rel="noopener noreferrer">liebe England seine Spione</a></span> (und hat sich außerdem an die ständige Überwachung durch bis zu 5,9 Millionen Überwachungskameras gewöhnt).<b> </b>Kulturelle Ikonen wie James Bond oder <span style="color: #000000"><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/George_Smiley#Analysis" target="_top" rel="noopener noreferrer">George Smiley</a></span> gehörten im Verständnis der Briten zu den Guten. Sie verteidigen Land, Leute und natürlich die Queen – und <span style="color: #000000"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=w0WMnx80bBA" target="_top" rel="noopener noreferrer">springen zum Auftakt der Olympischen Spiele aus Hubschraubern</a></span>.<br />
Und ebenso wie Bond und Co beschützten eben auch die realen Spione des GCHQ Queen und Königreich, beschrieb Harding eine weit verbreitete Auffassung. Deren Überwachungspraktiken <span style="color: #000000"><a href="http://www.theguardian.com/uk-news/2013/oct/09/mi5-gchq-surveillance-analysis" target="_top" rel="noopener noreferrer">und die Geheimniskrämerei, die sie umgibt</a></span>, seien zur Terrorabwehr unerlässlich – behaupten Vertreter der Regierung und der Geheimdienste. Erstere waren noch dazu an der <span style="color: #000000"><a href="http://www.theguardian.com/media/2014/jan/17/alan-rusbridger-nsa-snowden-revelations" target="_top" rel="noopener noreferrer">Absegnung eben jener Programme beteiligt</a></span>, die im Zuge der Snowden-Enthüllungen in die Kritik gerieten, und wollen sich daher nur ungern mit der Affäre befassen. Man kommentiere Details zu Geheimdienstoperationen nicht, lautet die offizielle Ansage, warne aber vor dem Schaden, der durch die Snowden-Enthüllungen entstanden sei: nämlich <span style="color: #000000"><a href="http://www.theguardian.com/world/2013/oct/16/snowden-leaks-david-cameron-investigate-guardian" target="_top" rel="noopener noreferrer">einer massiven Gefährdung der nationalen Sicherheit</a>.</span> Terroristen <span style="color: #000000"><a href="http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/terrorism-in-the-uk/10434196/Terrorists-are-rubbing-their-hands-with-glee-after-Edward-Snowden-leaks.html" target="_top" rel="noopener noreferrer">rieben sich bereits vor Freude die Hände</a></span>. Ohne stichhaltige Beweise für diese Behauptung wird an das Vertrauen der Bürger appelliert.<br />
<b>Sir David Omand: Alles rechtmäßig</b><br />
So meint <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/David_Omand">Sir David Omand</a>, der Ex-Chef des GCHQ, dass ein Jahr nach den ersten Snowden-Enthüllungen bekannt sei, dass alles, was die britischen Geheimdienste tun, rechtmäßig ist. Es gebe keine unrechtmäßige Massenüberwachung in diesem Sinne. Omand beruft sich dabei auf den Surveillance Commissioner, der dem GCHQ erst kürzlich <span style="color: #000000"><a href="http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/law-and-order/10752205/GCHQ-given-all-clear-over-Edward-Snowden-allegations-by-watchdog.html" target="_top" rel="noopener noreferrer">eine weiße Weste bescheinigte</a></span>. Zu Recht, <span style="color: #000000"><a href="http://www.theguardian.com/world/2014/feb/27/gchq-insists-optic-nerve-program-legal-legislation-2000" target="_top" rel="noopener noreferrer">schreibt Nick Hopkins</a></span> im <i>Guardian</i>, aber nur, wenn man glaubt, der Gesetzgeber habe eine Datensammlung im Stile von <span style="color: #000000"><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/internetueberwachung-tempora-geheimdienst-zapft-glasfaserkabel-an-a-907283.html" target="_top" rel="noopener noreferrer">Tempora</a></span> im Sinn gehabt, als vor 14 Jahren der <span style="color: #000000"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Regulation_of_Investigatory_Powers_Act_2000" target="_top" rel="noopener noreferrer">Regulation of Investigatory Powers Act (RIPA)</a></span> erlassen wurde. Wohl kaum. Gesetze wie RIPA sind längst zu weit hinter der seit 2000 erfolgten „Datenexplosion“ (Harding) zurückgeblieben, um noch wirksam einschränken zu können, was die Exekutive darf &#8211; und was nicht. Zumal sich die Behauptung, es gebe in Großbritannien keine Massenausspähung, auf die, wie Emma Carr es nennt, weit verbreitete Lüge stütze, dass die Sammlung von Metadaten nicht in die Privatsphäre eingreift und damit konsequent verschweigt, dass Metadaten <span style="color: #000000"><a href="http://www.theguardian.com/media/2014/jan/17/alan-rusbridger-nsa-snowden-revelations" target="_top" rel="noopener noreferrer">wesentlich aussagekräftiger sind</a></span> als Inhalte.<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jimmy_Wales#Privatleben">Jimmy Wales‘</a> Vergleich der 30-tägigen Vorratsspeicherung von Kommunikationsdaten mit einer Installation von Überwachungskameras in britischen Wohnzimmern wies Omand als „absurd“ zurück. Schließlich schaue man sich die Inhalte ja nicht an. Sie würden lediglich von einem Computer gescannt, der dann relevante Fälle zur Untersuchung auswerfe. Überhaupt ziehe sich ein kategorischer Fehler durch die gesamte journalistische Berichterstattung. Massenzugriff („bulk access“) mit Massenüberwachung („surveillance“) gleichzusetzen sei ein journalistischer Taschenspielertrick. Und da offiziell alles legal ist, sei auch geklärt, dass die Beziehung zwischen Regierung und Bevölkerung durch die Veröffentlichungen nicht beeinträchtigt worden sei. Auch dieser Aussage möchte man lautstark widersprechen, besonders mit Blick auf das Ergebnis der Europawahl.<br />
<b>Gesetze? Fragwürdig!</b><br />
Erschwerend kommt hinzu, dass Gesetze wie der <span style="color: #000000"><a href="http://www.legislation.gov.uk/ukpga/2000/11/contents" target="_top" rel="noopener noreferrer">Terrorism Act</a></span> und der <span style="color: #000000"><a href="http://www.legislation.gov.uk/ukpga/1989/6/contents" target="_top" rel="noopener noreferrer">Official Secrets Act</a></span> auf manchmal fragwürdige Weise zum Einsatz gebracht werden. So kam es im vergangenen Jahr wiederholt zu geradezu aberwitzigen Situationen: Der <i>Guardian</i> schrottete unter Aufsicht von Vertretern des GCHQ im eigenen Keller <span style="color: #000000"><a href="http://www.theguardian.com/world/2013/aug/20/nsa-snowden-files-drives-destroyed-london" target="_top" rel="noopener noreferrer">seine Computer</a></span>, Chefredakteur Alan Rusbridger wurde vor einen Parlamentsausschuss geladen und gefragt, <span style="color: #000000"><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/guardian-chef-verteidigt-nsa-enthuellung-in-britischem-parlament-a-937065.html" target="_top" rel="noopener noreferrer">ob er sein Land liebe</a></span>. Und der Partner des damaligen <i>Guardian</i>-Journalisten Glenn Greenwald, David Miranda, wurde <span style="color: #000000"><a href="http://www.theguardian.com/world/2013/aug/18/glenn-greenwald-guardian-partner-detained-heathrow" target="_top" rel="noopener noreferrer">neun Stunden am Flughafen Heathrow festgehalten</a></span>. Außerdem gab es <a href="http://www.theguardian.com/politics/2013/oct/22/edward-snowden-guardian-should-be-prosecuted-tory-mp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forderungen nach einer Strafverfolgung des<i>Guardian</i><i> </i>sowie eine </a><a href="http://www.theguardian.com/uk-news/2013/oct/16/mps-investigate-guardian-edward-snowden-leaks" target="_top" rel="noopener noreferrer">parlamentarische Untersuchung zu dessen Beteiligung an den Snowden-Enthüllungen</a>. Nicht umsonst rutschte Großbritannien im <span style="color: #000000"><a href="http://www.theguardian.com/media/2014/may/01/uk-slips-press-freedom-list-snowden-nsa-leaks" target="_top" rel="noopener noreferrer">weltweiten Ranking zur Pressefreiheit ganze fünf Plätze ab</a></span>.<br />
<b>Verträge neu aushandeln</b><br />
Aber selbst wenn die Überwachung durch den GCHQ in welchem Sinne auch immer rechtens sein sollte, stellt sich die Frage, ob die Einhaltung der Gesetze wirkungsvoll überprüft werden kann. In jedem Fall hat Luke Harding sicher mit seiner Feststellung Recht, dass das Fortschreiten technischer Möglichkeiten die Gesellschaft vor eine völlig neue Situation stelle. Eine Debatte darüber sei ebenso dringend nötig wie Gesetzesreformen. Der „Vertrag“ der Regierung mit den Bürgern müsse, so Harding, komplett neu verhandelt werden.<br />
Dass dieser Forderung mittlerweile sogar <span style="color: #000000"><a href="http://www.theguardian.com/uk-news/2014/may/09/edward-snowden-mps-commons-report-spying" target="_top" rel="noopener noreferrer">Mitglieder des britischen Parlaments zustimmen</a>,</span> mag man als gutes Zeichen verstehen. Ob die Briten jedoch tatsächlich aus ihrer Teepause zurück sind und sich die <span style="color: #000000"><a href="http://www.theguardian.com/uk-news/2014/may/09/westminster-may-have-to-concede-edward-snowden-had-a-point" target="_top" rel="noopener noreferrer">Diskussion</a></span> in der Bevölkerung durchsetzt, muss sich noch zeigen. Sollten Großbritannien, Deutschland, den USA und anderen eine wirkungsvolle demokratische Auseinandersetzung doch noch gelingen, dann hätte Snowden in der Tat Recht: Dann hätte er gewonnen und wir mit ihm. Davon scheinen aber Großbritannien, Deutschland und die USA trotz vieler auch positiver Entwicklungen im Jahr eins nach Snowden noch weit entfernt.<br />
Foto:  <a href="https://www.flickr.com/photos/edwicks_toybox/11431236153" target="_blank" rel="noopener noreferrer">edwicks_toybox/flickr</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY NC 2.0</a>); skaliert</p>
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		<title>Internetwahlkampf in England</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/wahlkampfukwahlkampf05050428-shtml-2742/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Nov 2012 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neuwahlen zum Bundestag 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlblog]]></category>
		<category><![CDATA[Parlamentswahl]]></category>
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					<description><![CDATA[Für Premierminister Tony Blair enthält die Wahl in Großbritannien am 5. Mai viel Zündstoff. Denn er will zum dritten Mal in Folge die Parlamentswahl gewinnen. Für deutsche Politiker, Wahlstrategen und Wahlkampfberater jeder Couleur bietet die laufende Wahlkampfmaschine der Briten im Hinblick auf die bevorstehende Bundestagswahl 2006 zündende Ideen. Ihre Mission: Neuigkeiten und denkbare Trends zu Politik, Public Affairs und politischer Kommunikation.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Für Premierminister Tony Blair enthält die Wahl in Großbritannien am 5. Mai viel Zündstoff. Denn er will zum dritten Mal in Folge die Parlamentswahl gewinnen. Für deutsche Politiker, Wahlstrategen und Wahlkampfberater jeder Couleur bietet die laufende Wahlkampfmaschine der Briten im Hinblick auf die bevorstehende Bundestagswahl 2006 zündende Ideen. Ihre Mission: Neuigkeiten und denkbare Trends zu Politik, Public Affairs und politischer Kommunikation.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Der Countdown zur Wahl läuft in England auf Hochtouren. Blair steht momentan vor seiner härtesten Bewährungsprobe als Politiker. Im deutschen Wahlsystem hätte er – da stimmen die Meinungsumfragen überein – keine Chance, zum dritten Mal eine absolute Mehrheit im Parlament zu erzielen. Doch im Vereinigten Königreich ist einiges anders: Die Unterschiede in der Regelung zum Wahltermin, der Wahlkampfführung und dem Wahlsystem haben einen großen Einfluss auf den britischen Wahlkampf. Gewählt wird mindestens alle fünf Jahre, den genauen Wahltermin darf sich der amtierende Premierminister selbst aussuchen, muss ihn aber von der Queen genehmigen lassen. Der Wahlkampf konzentriert sich nur auf die Stimmbezirke, in denen knappe Ergebnisse zu erwarten sind und auf die Stammwähler. Denn bei der letzten Wahl in Großbritannien rutschte die Wahlbeteiligung unter 60 Prozent. Eine geringe Wahlbeteiligung würde vor allem Blairs Partei schaden. Es gibt eine sehr kurz gehaltene, knapp vierwöchige Wahlkampfperiode und das macht das Internet für den Wahlkampf so interessant.</p>
<p>Am 11. April diesen Jahres bat Blair die Queen, das Parlament aufzulösen. Seitdem haben Conservatives (Tory), Labour und andere Parteien die Möglichkeit, die Wähler mit einer schnellen Taktik über das Internet zu erreichen. Und von diesen Möglichkeiten wird ausführlich Gebrauch gemacht.</p>
<p>
                              <strong>Blogs sind die Highlights für schnelle Reaktionen im Wahlkampf</strong>
                            </p>
<p>Auf der Website<br />
                            <a href="http://www.politicsonline.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politicsonline.com</a> ist eine<br />
                            <a href="http://www.politicsonline.com/globalcontent/specialreports/2005/ukelections" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Übersicht</a> der Online-Angebote zur UK-Wahl nach Funktionen geordnet eingerichtet. Das Informationsangebot und vor allem die Motivation potentieller Wähler schreiben die Briten groß. Dem Wähler werden hier die neuesten Nachrichten, Tools und Strategien rund um die Wahl bereitgestellt. Jeder Surfer kann online vom Voting Assistance – der Wahl-Hilfe wie beispielsweise<br />
                            <a href="http://www.aboutmyvote.co.uk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aboutmyvote.co.uk</a> profitieren, die Details zu Wahlen auf nationaler und europäischer Ebene erläutert.</p>
<p>Über die Election Directories<br />
                            <a href="http://www.dowire.org/wiki/UK_elections" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DoWire.org</a> und<br />
                            <a href="http://www.psr.keele.ac.uk/area/uk/ge05.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Election 2005</a> – den so genannten Wahl-Verzeichnissen, kann jeder Politik-Anfänger zum echten Insider der britischen Parlamentswahl avancieren. Eine umfassende Wahlberichterstattung der im Lande relevanten Medien bietet Interessierten täglich Links zum Wahl-Countdown. Up-to-date und möglichst breit informiert sein, dies scheint in England kein Problem. Eine parteipolitisch neutrale Übersicht aller zur Wahl stehenden politischen Parteien vervollständigt das<br />
                            <a href="http://www.politicsonline.com/globalcontent/specialreports/2005/ukelections/#6" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Informationstool</a>. Selbstverständlich sind alle Angebote auch direkt verlinkt. Die Devise des Wahlkampfes bezeichnet ein extra Tool:<br />
                            <a href="http://www.politicsonline.com/globalcontent/specialreports/2005/ukelections/#2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Get Involved Online</a>. Hier können mitmachen. Es ist beispielsweise möglich, sich über die BBC die<br />
                            <a href="http://news.bbc.co.uk/1/hi/uk_politics/vote_2005/frontpage/4425283.stm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">News zur Wahlberichterstattung</a> direkt auf das Handy schicken zu lassen. Auch die unzähligen Wahl-Spezial-Wettseiten sind außerordentlich spannend. Gewinnt Labour 320, 340 oder 360 Sitze? Wie viele weibliche Abgeordnete werden gewählt? Unglaublich viele Angebote laden auch den hiesigen User ein, die im Vergleich zur britischen Insel niedrigen Löhne und Gehälter zu verwetten. Auch das bereits aus dem USA-Wahlkampf bekannte factcheck-Konzept ist im UK-Wahlkampf<br />
                            <a href="http://www.channel4.com/factcheck" target="_blank" rel="noopener noreferrer">übernommen</a> worden.</p>
<p>Die Highlights politischer Online-Kommunikation sind die Dienste und insbesondere das mittägliche Update von<br />
                            <a href="http://blogs.guardian.co.uk/election2005/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Guardian</a> und<br />
                            <a href="http://www.voidstar.com/ukpoliblog/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UK Political Blogs</a>. Netztagebücher, Weblogs oder Blogs füllen unzählige Webseiten, die periodisch neue Einträge enthalten. Überall tummeln sich auf den britischen Online-Angeboten Blogger. Scheinbar der Idealfall erreicht? Auf alle Fälle reagieren Weblogs schneller auf Trends oder bieten weiterführende Informationen oder Links zu speziellen Themen. Die meisten Weblogs haben eine Kommentarfunktion. Dies ermöglicht es allen Usern, einen Eintrag zu kommentieren und so mit dem Autor oder anderen Lesern zu diskutieren.</p>
<p>Eine sehr gut durchdachte Unterstützung der immer wieder zu beantwortenden Frage eines geplagten Wählers „Wen soll ich bloß wählen?“ bietet die für die Wahlentscheidung eine nützliche Hilfe<br />
                            <a href="http://www.whoshouldyouvotefor.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">whoshouldyouvotefor.com</a>. Ziel der mit der deutschen interaktiven Wahlhilfe<br />
                            <a href="http://www.bpb.de/methodik/RHLDMF,,0,Willkommen_beim_WahlOMat.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahl-O-Mat</a> vergleichbaren Site ist, den Wählern mit einem simplen Tool die Wahlentscheidung zu erleichtern. Hier erhält der britische Wähler eine Wahlempfehlung zu einer Partei, die seine Interessen und Ansichten am besten vertritt. Vorausgesetzt, man hat über 25 Punkte zu Themen, wie Europa, Steuern, Rentner, Gesundheit, Kriminalität, Bildung oder Kinder abgestimmt.</p>
<p>Bei dieser Vorlage, so scheint es, können die deutschen Wahlkampfmanager in Bezug auf die Nutzung des Internets noch einiges lernen. Es bleibt abzuwarten, in welchem Ausmaß das Internet bei der Bundestagswahl 2006 in Deutschland eine Rolle spielen wird.<br />
                            </p>
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		<title>Königliche Hochzeit 2.0</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johann Eggert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Apr 2011 15:29:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Queen Elizabeth]]></category>
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		<category><![CDATA[Hochzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kate Middleton]]></category>
		<category><![CDATA[Prinz William]]></category>
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					<description><![CDATA[In der britischen Hauptstadt wird am morgigen Freitag geheiratet und dank Youtube, Facebook und Twitter sind weltweit nicht nur Leser der Regenbogenpresse sowie unzählige Fernsehzuschauer dabei. Auch über das <a href="http://www.officialroyalwedding2011.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet</a> lassen sich Vorbereitungen und royale Eheschließung live verfolgen - politik-digital.de weiß wie.
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der britischen Hauptstadt wird am morgigen Freitag geheiratet und dank Youtube, Facebook und Twitter sind weltweit nicht nur Leser der Regenbogenpresse sowie unzählige Fernsehzuschauer dabei. Auch über das <a href="http://www.officialroyalwedding2011.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet</a> lassen sich Vorbereitungen und royale Eheschließung live verfolgen &#8211; politik-digital.de weiß wie.</p>
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<p>David und Victoria Beckham, Rowan Attkinson, Guy Ritchie, Sir Elton John, Joss Stone und zahlreiche andere Prominente werden am Freitagmittag in London zugegen sein, wenn Königinnen-Enkel William und die Unternehmertochter Catherine „Kate“ Middleton in Westminster Abbey vor den Traualtar treten. Weltweit werden, so die euphorische Schätzung eines britischen Staatssekretärs, an die zwei Milliarden Menschen vor den Fernsehgeräten sitzen und das Spektakel verfolgen. Anders als noch bei der Hochzeit von Williams Vater Charles mit der Erzieherin Diana Spencer im Jahr 1981 sind Fernsehen und Radio aber längst nicht mehr die einzigen Möglichkeiten für das gemeine Fußvolk, dem Ereignis beizuwohnen.</p>
<p>Auch das Haus Windsor ist im 21. Jahrhundert angekommen und so können Internetnutzer unter dem Motto &#8220;Celebrate with the whole world&#8221; zusätzlich per <a href="http://www.youtube.com/embed/XMVpGnQ39gY" target="_blank" rel="noopener noreferrer">YouTube-Livestream</a> bei der Zeremonie dabei sein. Via Twitter (<a href="http://search.twitter.com/search?q=%23RoyalWedding" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#RoyalWedding</a>) werden, nachdem schon die Verlobung des zukünftigen Thronfolgers dort publik gemacht worden war, bereits seit einiger Zeit die Hochzeitsvorbereitungen verkündet und auf der <a href="http://www.facebook.com/TheBritishMonarchy" target="_blank" rel="noopener noreferrer">offiziellen Facebook-Seite</a> der britischen Monarchie permanent Informationen aktualisiert.</p>
<p align="center"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/XMVpGnQ39gY" frameborder="0" width="480" height="390"></iframe></p>
<p>Der interessierte Internet-Nutzer kann sich darüber hinaus in einem You-Tube-Video von den <a href="http://www.youtube.com/watch?v=icQORievmdA&amp;feature=relmfu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vorbereitungen der Hochzeitstorte</a> überzeugen und im royalen <a href="http://www.flickr.com/photos/britishmonarchy/5660571905/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr-Album</a> stöbern. Noch ist nicht klar, um wieviel sich die Zahl derjenigen Menschen, die das globale Mediengroßereignis verfolgen werden, dank des Internet vervielfachen wird, es darf aber schon jetzt von einigen Millionen weltweit ausgegangen werden.</p>
<p>Mit dem partizipationsfreundlichen Internet-Portal <a href="http://www.direct.gov.uk/en/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DirectGov</a> der britischen Regierung werden auf der Insel bereits seit einigen Jahren Maßstäbe beim Thema eGovernment gesetzt. Das Haus Windsor hat im Jahr 2011 mit einer enormen PR-Kampagne gewissermaßen nachgezogen und lässt die Untertanen am höfischen Leben zumindest aus der Ferne teilhaben.</p>
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		<title>„govWILD“: Zu wenig deutsche Daten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/govwild-zu-wenig-deutsche-daten-4955/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dominique Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 17:24:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
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		<category><![CDATA[Open Data]]></category>
		<category><![CDATA[Studium]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschand]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Projekt „govWILD“ will Verbindungen von Politikern und Unternehmen anhand von offenen Daten im Internet aufzeigen. In Deutschland stößt das Projekt jedoch angesichts der ungeordneten, unvollständigen und schwer auszulesenden Datenquellen aus Regierung, Ministerien und Verwaltung an seine Grenzen. politik-digital.de sprach mit Professor Felix Naumann, der das Abschlussprojekt von Studenten des <a href="http://www.hpi.uni-potsdam.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hasso-Plattner-Instituts</a> (HPI) betreute.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Projekt „govWILD“ will Verbindungen von Politikern und Unternehmen anhand von offenen Daten im Internet aufzeigen. In Deutschland stößt das Projekt jedoch angesichts der ungeordneten, unvollständigen und schwer auszulesenden Datenquellen aus Regierung, Ministerien und Verwaltung an seine Grenzen. politik-digital.de sprach mit Professor Felix Naumann, der das Abschlussprojekt von Studenten des <a href="http://www.hpi.uni-potsdam.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hasso-Plattner-Instituts</a> (HPI) betreute.</p>
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Bislang ist „<a href="http://govwild.hpi-web.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">govWILD</a>“ jedoch noch „under construction“. „Navigierend Verbindungen zwischen Politikern und Unternehmen aufdecken“ ist nur eingeschränkt möglich. Manche Politiker wie Helmut Kohl treten bei „govWILD“ doppelt auf, andere wie Rainer Brüderle findet das Projekt überhaupt nicht. Dabei sei das keineswegs die Schuld der Studenten. Im Gegenteil: Durch ihre gute Arbeit könne man laut Felix Naumann, Leiter des Fachgebiets Informationssysteme am HPI, „auf viele verschiedene Datenbestände zurückgreifen.“ Wie geht das zusammen?
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<b>USA und Großbritannien als Vorreiter</b>
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Das Projekt „govWILD“ versucht, öffentliche Daten aus verschiedenen Datenbanken zusammenzuführen und zu analysieren. Es nutzt dazu US-amerikanische, europäische und deutsche Datenbanken. Doch gerade in Deutschland ist das ein sehr aufwendiges Unterfangen. Bei der Veröffentlichung von analysierbaren Daten „sind die USA und Großbritannien Vorreiter“ &#8211; erklärt Felix Naumann. Deutschland hingegen nicht. Deshalb müssen sich die „govWILD“-User derzeit noch mit überwiegend amerikanischen Daten zufrieden geben. Und davon gibt es jede Menge. Die Datenbank US-Spendings umfasst zum Beispiel 10 Gigabyte. Zum Vergleich: Die größte Datenmenge aus Deutschland bilden die Agrarzahlungen – mit 21 Megabyte.
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<a href="/wp-content/uploads/govwild_dia.jpg" target="_blank" title="Zum Vergrößern klicken" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/govwild_dia.jpg" width="400" height="279" /></a><br />
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Klicken Sie auf die Grafik, um eine größere Ansicht zu öffnen.
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Sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Großbritannien werden mehr Daten in einem Format veröffentlicht, das eine spätere computergestützte Analyse möglich macht. „Linked Data“ nennt Naumann das Datenformat, das in den USA und England auf große Zustimmung trifft. Die britische Regierung beauftragte beispielsweise Tim Berners Lee, eine „Linked-Data-Community anzuleiten“. Berners Lee ist  Erfinder des HTML-Codes und gilt als Begründer des World Wide Web.
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<b>Studenten beheben die Versäumnisse der Politik</b>
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<p>
Naumann räumt ein, es seien „sehr viele Daten“ öffentlich zugänglich, aber leider oft schlecht zu verwerten. Dabei ließe sich mit öffentlich zugänglichen Daten im richtigen Format ziemlich viel machen. Ein Beispiel dafür hat Stephan Wehrmeyer entwickelt, ebenfalls Student am HPI. In einem privaten Projekt <a href="http://www.bundestagger.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundestagger </a>veröffentlichte er Protokolle der Debatten im Bundestagsplenum im „Linked-Data“-Format. Der Bundestag bietet aber viele der Dateien nur als PDF-Dokument an – ein Format, das zwar laut Naumann „schön anzuschauen“ sei &#8211; Daten könne man aber nur sehr schlecht herausfiltern. Was nach der Umformatierung durch Wehrmeyer alles möglich ist, kann man auf <a href="http://www.bundestagger.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bundestagger.de</a> herausfinden. Unter anderem findet man dort nun Statistiken, wer in Bundestagsdebatten „die meisten Lacher erntet“.
</p>
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Das Team von „govWILD“ will unterdessen ebenfalls mehr Datenbanken für die Analyse erschließen – was nicht immer einfach ist. Ein Problempunkt sei es laut Naumann, „Dubletten zu bereinigen“. So ist zum Beispiel die Partei „Die Grünen“ im System mehrmals aufgelistet, einmal unter dem Namen „Die Grünen“, ein anderes Mal unter „Bündnis 90/Die Grünen“.
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Laut dem HPI-Professor ist eine solche Bereinigung jedoch „kein leichtes Unterfangen“, besonders bei Personen: Denn in manchen Datensätzen gebe es so wenig Informationen über die Person, dass sich nicht feststellen lässt, wer genau damit gemeint ist: „Nur weil jemand Helmut Kohl heißt, muss es ja nicht der Ex-Kanzler sein.“</p>
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		<title>Digitale Wende im Königreich</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/digitale-wende-im-koenigreich-4889/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Felix Melching]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 May 2010 19:29:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Koalitionsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Open Data]]></category>
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		<category><![CDATA[David Cameron]]></category>
		<category><![CDATA[Digital Economy Bill]]></category>
		<category><![CDATA[Nick Clegg]]></category>
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					<description><![CDATA[Großbritannien hat eine neue Regierung. Aber was will diese Koalition aus Konservativen und Liberaldemokraten in Sachen Netzpolitik? politik-digital.de hat nachgeforscht und wichtige Punkte im <a href="http://programmeforgovernment.hmg.gov.uk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Koalitionsvertrag</a> identifiziert. Ergebnis: Cameron und Clegg wollen nicht alles anders, aber vieles besser machen.<br />
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Großbritannien hat eine neue Regierung. Aber was will diese Koalition aus Konservativen und Liberaldemokraten in Sachen Netzpolitik? politik-digital.de hat nachgeforscht und wichtige Punkte im <a href="http://programmeforgovernment.hmg.gov.uk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Koalitionsvertrag</a> identifiziert. Ergebnis: Cameron und Clegg wollen nicht alles anders, aber vieles besser machen.</p>
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<b>Keine Vorratsdatenspeicherung</b>
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Ein wichtiger Punkt in ihrem Koalitionsvertrag ist die Reduzierung der staatlichen Überwachungsmaßnahmen. Dazu gehört auch, dass in Zukunft keine Daten aus dem Internet und Email-Verkehr mehr gespeichert werden sollen, zumindest nicht „ohne guten Grund“.
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<b>Keine Speicherung von Daten über Kinder und Jugendliche</b>
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<p>
Die ContactPoint Datenbank hat in den letzten Jahren Daten über Kinder und Jugendliche in Großbritannien gesammelt. Ziel war, Fälle von Kinderverwahrlosung zu verhindern. Dies wird es in Zukunft so nicht mehr geben: Die Datenbank soll abgeschafft werden. Auch der neue biometrische Reisepass wird aller Voraussicht nach kassiert werden.
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<b>Open Data</b>
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Das bereits bestehende Angebot an öffentlichen Daten im Internet soll laut dem Koalitionsvertrag manifestiert werden. Die neue Regierung will ein „Recht auf Daten“ einführen. Dieses soll der Öffentlichkeit erlauben, auf öffentliche Daten zuzugreifen und diese zu verwenden. Die Daten sollen in offenen Formaten veröffentlicht werden, um einen einfachen und kostengünstigen Zugriff zu ermöglichen. 
</p>
<p>
<b>Faire Wettbewerbsbedingungen für Open-Source</b>
</p>
<p>
Der Koalitionsvertrag sieht vor, faire Wettbewerbsbedingungen für Open-Source-Software zu schaffen. Große IT-Projekte sollen aufgesplittet und auch an kleine Firmen vergeben werden. Zu diesem Zweck wollen die beiden Regierungsparteien Großbritannien flächendeckend mit Breitbandanschlüsse versorgen, sowohl in dichtbevölkerten urbanen als auch in ländlichen Regionen. Wo sich eine Abdeckung mit Breitbandanschlüssen kommerziell nicht lohnt, könnten, so der Vertrag, Teile der Fernsehgebühren zur Subventionierung eingesetzt werden.
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<b>Was nicht drinsteht</b>
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Wenige Wochen vor der Wahl verabschiedete das Unterhaus die &quot;<a href="http://www.publications.parliament.uk/pa/cm200910/cmbills/089/10089.i-iii.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digital economy bill</a>&quot;. Das Gesetz erlaubt der Regierung, <a href="http://www.guardian.co.uk/media/pda/2010/apr/08/digital-economy-bill-quick-guide-45-measures" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Seiten im Internet sperren zu lassen</a>. Dem 76 Seiten starken Gesetz stimmten auch viele konservative Abgeordnete zu. Im Koalitionsvertrag wird auf das Gesetz und die darin behandelten Themen nicht näher eingegangen. Vor der Wahl allerdings waren der neue Premierminister David Cameron (Konservative) und sein Vertreter von den Liberaldemokraten Nick Clegg in ihrer Beurteilung der &quot;digital economy bill&quot; noch sehr kritisch: Während Cameron es zwar für <a href="http://www.youtube.com/watch?v=RdHlYwIHO8Y" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unausgereift, aber im Kern gut</a> befand, konnte sich Clegg <a href="http://www.youtube.com/watch?v=OXCQwwjDkTA&amp;feature=channel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">so gar nicht damit anfreunden</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wirkungsloser Web-Wahlkampf auf der Insel</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wertloser-web-wahlkampf-auf-der-insel-4872/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Felix Melching]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 May 2010 16:19:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[hope not hate]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Duell]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Gordon Brown]]></category>
		<category><![CDATA[E-Campaigning]]></category>
		<category><![CDATA[David Cameron]]></category>
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					<description><![CDATA[Wahlkampf-Experten prognostizierten für die Wahl zum Unterhaus am 6. Mai 2010 in Großbritannien eine wahre „<a href="http://www.brandrepublic.com/News/977198/Comms-chiefs-predict-first-internet%20election-UK/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">internet election</a>“. Nach der Wahl wird der Einfluss des Online-Wahlkampfes jedoch ganz unterschiedlich bewertet. Eine Presseschau.
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wahlkampf-Experten prognostizierten für die Wahl zum Unterhaus am 6. Mai 2010 in Großbritannien eine wahre „<a href="http://www.brandrepublic.com/News/977198/Comms-chiefs-predict-first-internet%20election-UK/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">internet election</a>“. Nach der Wahl wird der Einfluss des Online-Wahlkampfes jedoch ganz unterschiedlich bewertet. Eine Presseschau.</p>
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<a href="http://www.timesonline.co.uk/tol/comment/columnists/guest_contributors/article7113351.ece" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Times: TV-Debatten dominieren</a>
</p>
<p>
Schon einige Tage vor der Wahl schrieb die Times, dass das Fernsehen den Ausgang der Wahl entscheiden würde. Schließlich trafen zum ersten Mal die Spitzenkandidaten der großen Parteien in TV-Debatten aufeinander. 140 Zeichen bei Twitter reichten laut Times hingegen einfach nicht aus, um politische Meinungsmache zu betreiben. Und kaum ein Politiker hätte es verstanden, das Internet wirklich zu nutzen, so die Times. Dennoch sei etwas durch das Netz in Bewegung geraten: Die Politiker hätten es schwerer gehabt, die Agenda zu setzen. Stattdessen hätten die Menschen entschieden, worüber geredet wurde, schrieb die britische Tageszeitung.
</p>
<p>
<a href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2010/may/04/new-digital-battlefield-old-politics" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Guardian: Parteien verpassen Chancen</a>
</p>
<p>
Der Chefstratege von Obamas Internetkampagnendienstleister, Joe Rospars, schreibt im Guardian, dass die Parteien das Netz nicht richtig genutzt hätten. Sie hätten nur den Kriegsschauplatz verlegt, die Kämpfe seien dieselben gewesen. Rospars betont den Erfolg einiger unabhängiger Bewegungen, wie etwa der Initiative „<a href="http://action.hopenothate.org.uk/content/2010-elections" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hope not hate</a>“. Die hatte es sich zum Ziel gesetzt, den Einzug der Kandidaten der rechtsradikalen British National Party (BNP) ins Parlament zu verhindern. Es gelang den Aktivisten, im Netz konkrete Aktionen zu organisieren. So verteilten zum Beispiel einige hundert Freiwillige in zwei Londoner Vororten 100.000 Protest-Zeitungen – an einem Vormittag. In beiden Bezirken blieben die Nationalisten chancenlos. Das Erfolgsrezept der Aktivisten war laut Rospars, dass sie sich nicht in schwammigen Phrasen ergingen, sondern in ihren E-Mails konkrete Anweisungen gaben, was zu tun sei. Damit hätten sie jene Führungsstärke bewiesen, die den Parteien gefehlt habe, so Rospars.
</p>
<p>
<a href="http://techpresident.com/blog-entry/rospars-failure-britains-post-obama-internet-election" target="_blank" rel="noopener noreferrer">TechPresident: Wahlkampf zu kurz?</a>
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<p>
Nancy Scola von TechPresident greift Rospars Analyse im Guardian auf und führt die schwache Nutzung des Internets auf den kurzen Wahlkampf zurück. Während Obama fast zwei Jahre Zeit gehabt hätte, seine Kampagne zu perfektionieren, stand in Großbritannien der Wahltermin kaum einen Monat vor dem tatsächlichen Urnengang fest. Außerdem habe der Erfolg von Obamas Online-Kampagne auch damit zu tun gehabt, dass sie einfach so gut zum Image Obamas<br />
passte, so Scola.
</p>
<p>
<a href="http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/advertising-how-did-it-influence-this-election-1965692.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Independent: Die Tweets des Tages</a>
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<p>
Der Independent vergleicht Internet und Fernsehen mit einem klassischen Werbeplakat. Der Web-Wahlkampf sei zwar hinter den Erwartungen zurückgeblieben, das Netz habe aber einiges zur Beschleunigung des Wahlkampfes beigetragen. Interessant: Die Zeitung hat eine Sammlung der besten Tweets des Wahltages zusammengetragen. Besonders radikal präsentierte sich der Journalist <a href="http://twitter.com/alexwoodcreates" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alex Wood</a> seinen Followern: „Denkt dran, jedes mal wenn jemand David Cameron wählt, stirbt ein Welpe.“
</p>
<p>
<a href="http://www.bbc.co.uk/blogs/thereporters/rorycellanjones/2010/05/so_was_it_an_internet_election.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BBC: Internet nicht wirkungslos</a>
</p>
<p>
Rory Cellan-Jones von der BBC glaubt schon, dass das Internet einen entscheidenden Einfluss auf die Wahl hatte. Besonders bei den Jüngeren habe das Netz das Interesse an der Wahl gestärkt. Durch die <a href="http://www.computing.co.uk/computing/news/2261044/electoral-commission-targets" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zusammenarbeit von Wahlkommission und Facebook</a> sei die Zahl der registrierten Jungwähler emporgeschnellt, so Cellan-Jones. Auch hätten die Parteien das Netz intern durchaus effektiv genutzt: Sitzungen von Wahlkampfteams wären durch intensiven E-Mail-Verkehr<br />
ersetzt worden, schreibt der Autor.</p>
]]></content:encoded>
					
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