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	<title>große Koalition &#8211; politik-digital</title>
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	<title>große Koalition &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Bundestag beschließt neue Vorratsdatenspeicherung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Oct 2015 08:52:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung im Schnelldurchlauf: Innerhalb von vier Tagen hat die Große Koalition den neuen Entwurf zur Höchstspeicherfrist von Verkehrsdaten durch den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Klingbeil-VDS.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-147248" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Klingbeil-VDS.jpg" alt="" width="640" height="350" /></a>Vorratsdatenspeicherung im Schnelldurchlauf: Innerhalb von vier Tagen hat die Große Koalition den neuen Entwurf zur Höchstspeicherfrist von Verkehrsdaten durch den Bundestag gepeitscht. Das Gesetz sieht eine Speicherung der Verbindungsdaten von zehn Wochen vor. Die Opposition kritisiert die Bundesregierung heftig und kündigt den Gang vor das Bundesverfassungsgericht an.</p>
<p>Es ist beschlossene Sache: Am Freitagmorgen verabschiedeten die Fraktionen der Großen Koalition CDU/CSU und SPD das neue Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung. Es verpflichtet Telekommunikationsunternehmen, sämtliche Verbindungsdaten ihrer Kunden zehn Wochen lang zu speichern. Dazu gehören die Telefonnummern der beteiligten Anschlüsse, der Zeitpunkt von Beginn und Ende des Gesprächs sowie IP-Adressen. Standortdaten von Handys dürfen nur vier Wochen lang aufbewahrt werden. Bei E-Mails werden die Metadaten, also wer wem wann eine Mail geschickt hat, gespeichert, der Inhalt der Mails ist von der Datenspeicherung ausgeschlossen.</p>
<p>Beim Verdacht auf eine besonders schwere Straftat, zum Beispiel Terrorismus, Mord oder Kinderpornographie, dürfen die Daten auf richterlichen Beschluss hin von den Strafermittlungsbehörden abgerufen werden. Ausgenommen hiervon sind die Daten von Berufsgeheimnisträgern wie Ärzten, Anwälten oder Seelsorgern.</p>
<p>Die Bundesregierung möchte mit dem Gesetz den Behörden zusätzliche Möglichkeiten der Strafverfolgung bieten. Die Bedeutung der Telekommunikation bei der Vorbereitung und Begehung von Straftaten nehme immer weiter zu, so die Begründung. Außerdem beruft sich die Große Koalition auf das verfassungsrechtliche Gebot einer effektiven Strafverfolgung.</p>
<h3>Opposition geht auf die Barrikaden</h3>
<p>Es formiert sich jedoch starker Widerstand gegen das neue Gesetz. Unter anderem protestierte ein Bündnis aus Kritikern der Vorratsdatenspeicherung bereits während der Plenarsitzung vor dem Reichstagsgebäude. Die Opposition beklagt das Eiltempo, in dem das Gesetz nun beschlossen wurde. Innerhalb von nur vier Tagen hat die Regierung die Vorratsdatenspeicherung in zweiter und dritter Lesung durch die Ausschüsse und das Plenum gejagt. Gerade einmal 24 Stunden vor den Ausschusssitzungen, also am Dienstag, wurde den Abgeordneten mitgeteilt, dass die Vorratsdatenspeicherung auf die Tagesordnung gesetzt wurde.</p>
<p>Die Vorsitzende des Rechtsausschusses und Grünen-Politikerin Renate Künast kritisierte das Vorgehen der Bundesregierung <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/vorratsdatenspeicherung-im-eiltempo-durch-den-bundestag-gejagt-1.2690424" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in der Süddeutschen Zeitung</a> scharf. Es sei „nicht nur gegenüber dem Parlament respektlos“, sondern auch gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern, die „sich zu Recht Sorgen machen, was mit ihren Daten passiert“.</p>
<p>Gegner der Vorratsdatenspeicherung wehren sich darüber hinaus vor allem gegen die massenhafte Speicherung der Daten ohne konkreten Tatverdacht. Außerdem sei die Verhältnismäßigkeit der Datensammlung nicht gegeben: Bisher gibt keine belastbaren Studien über den Nutzen der Vorratsdatenspeicherung bei der Strafverfolgung. Des Weiteren ist die Regelung ein massiver Eingriff in die Privatsphäre sowie in die informationelle Selbstbestimmung.</p>
<h3>Eine Gefahr für den Journalismus?</h3>
<p>Gleichzeitig möchte die Bundesregierung einen höchst umstrittenen neuen Straftatbestand einführen: §202d Datenhehlerei. Bestraft wird, wer Daten verbreitet, die nicht allgemein zugänglich sind und die ein anderer unrechtmäßig erlangt hat (zum Beispiel Whistleblower). Das Problem: Hinter dem komplizierten Paragraphen steckt möglicherweise eine Gefahr für den investigativen Journalismus.</p>
<p>So könnten Journalisten, die vertrauliche staatliche Dokumente von Whistleblowern erhalten und einem Experten oder ihrem Redaktionsleiter zeigen, der Datenhehlerei beschuldigt werden. Zwar ergänzte die Bundesregierung auf den Druck der Kritiker hin eine Ausnahme für Journalisten, jedoch gibt es auch jetzt noch Lücken im Gesetzestext. So sind nur Journalisten geschützt, die entsprechende Daten „berufsmäßig“ verarbeiten. Ehrenamtliche Journalisten oder Blogger könnten hingegen der Datenhehlerei bezichtigt werden.</p>
<h3>Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit</h3>
<p>Die große Frage bleibt, ob sich das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung halten kann. Opposition und Vereine kündigten bereits Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht an. Justizminister Heiko Maas ist sich jedoch sicher, dass das Gesetz mit dem Grundgesetz und der europäischen Grundrechtecharte vereinbar ist. Bereits im Jahr 2010 hatte das Bundesverfassungsgericht die damalige Regelung aus dem Jahr 2007 gekippt. Die Vorgaben des Gerichts aus dieser Entscheidung hätte man aber mit dem neuen Gesetzentwurf erfüllt, so die Bundesregierung. Auch die Einwände des Europäischen Gerichtshofs, der 2014 die Richtlinie der EU-Kommission Vorratsdatenspeicherung verworfen hatte, seien in den neuen Gesetzestext eingeflossen.</p>
<p>Trotzdem haben zahlreiche Akteure Bedenken angemeldet. Die EU-Kommission hat Probleme bezüglich der unscharfen Abgrenzung von Straftaten „erheblicher Bedeutung“, wie es der Gesetzestext formuliert. Auch der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages bezweifelt aufgrund unklarer Formulierungen die Verträglichkeit der Vorratsdatenspeicherung mit dem Grundgesetz. Darüber hinaus steht der Datenhehlerei-Paragraph ebenfalls im Verdacht, grundgesetzwidrig zu sein, so Verfassungsrechtler Ulf Buermeyer gegenüber dem <a href="http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/ZAPP-Das-Medienmagazin,zapp3713.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medienmagazin ZAPP</a>.</p>
<p>Bild: <a href="https://twitter.com/larsklingbeil/status/654930919837552640/photo/1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lars Klingbeil</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Störerhaftung erstickt freien Internet-Zugang im Keim</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/stoererhaftung-erstickt-freien-internet-zugang-im-keim-143310/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Stefan Körner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Nov 2014 14:31:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitischer Einspruch]]></category>
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		<category><![CDATA[große Koalition]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>In anderen Ländern ist der Zugang zu freiem WLAN längst schon Alltag, egal ob in Flughafen, Cafés oder Großstädten. In Deutschland wird dieses Ziel wegen der Störerhaftung auf längere Sicht nicht erreicht werden. Der Bundesvorsitzende der Piratenpartei Stefan Körner fordert in einem Gastbeitrag dieses &#8220;Supergrundrecht&#8221; von der Bundesregierung ein.<br />
Vor rund zwanzig Jahren schien es nur eine Frage der Zeit, bis jedes Café, jedes Restaurant seinen Gästen den Internetanschluss per offenem WLAN so selbstverständlich zur Verfügung stellen würde, wie es Tageszeitungen ausliegen hatte. Es sah nach einer &#8220;goldenen Zukunft&#8221; im digitalen Zeitalter aus: Alles Wissen der Welt für jeden verfügbar, immer und überall. Aber die Geschichte entwickelte sich dann etwas überraschend anders.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Störerhaftung vernichtet Verbreitung freier Zugänge</h3>
<p>Statt einer Verbreitung des freien Zugangs zum Netz für die Gäste gab es eine Verbreitung von Prozessen für die Inhaber der Anschlüsse. Cafébetreiber und Restaurantbesitzer mussten sich zuhauf für die vorgeworfenen Urheberrechtsverletzungen ihrer Kunden verantworten. Die sogenannte Störerhaftung machte es für die Anschlussinhaber zu einem ziemlich unkalkulierbaren wirtschaftlichen Risiko, ihren DSL-Anschluss per WLAN von ihren Gästen nutzen zu lassen. Unzählige Male standen Anschlussinhaber vor Gericht, um sich für ein paar über ihren Anschluss kopierte MP3-Dateien oder ähnlich banale Verstöße gegen das Urheberrecht zu verantworten, und mussten nicht selten vierstellige Beträge an Anwalts- und Gerichtskosten bezahlen. Damit war die Verbreitung freier WLAN-Hotspots praktisch vernichtet, bevor sie beginnen konnte.<br />
Inzwischen gibt es für Hoteliers nur mit einer entsprechenden Infrastruktur aus geschützten Zugängen, verbunden mit der weitreichenden Protokollierung der Zugriffe, die einigermaßen sichere Möglichkeit, ihren Gästen einen Zugang ins Internet zur Verfügung zu stellen. Damit werden aber die Inhaber der Anschlüsse dazu gezwungen, wie eine Art Hilfspolizei auf ein regelkonformes Onlineverhalten ihrer Besucher zu achten.<br />
Aber es sind nicht nur Hoteliers von der bedrohlichen Gesetzeslage betroffen. Auch private Wohngemeinschaften und sogar Schulen laufen Gefahr, für das Verhalten anderer in Haftung genommen zu werden. Der Gesetzgeber erwartet von ihnen allen, möglichst jeden Internetverkehr &#8211; Suchanfragen, private Nachrichten an Freunde und Familie, das Informieren über politische Themen und alles, was wir sonst noch im Netz erledigen &#8211; zu überwachen, um potentielles Fehlverhalten zu entdecken und zu unterbinden. Während niemand im Traum auf die Idee käme, die Post für den Inhalt eines Briefs oder die Telekom für den Inhalt eines Telefonats zur Verantwortung zu ziehen, scheint eben das beim Thema &#8220;Internet&#8221; für die Regierung selbstverständlich zu sein, da ihr wohl einfach das Verständnis dieser für sie offensichtlich immer noch recht neuen Technologie fehlt. Und was man nicht versteht, das macht eben Angst. Das kann man bei Privatleuten noch für verständlich halten, bei unserer Regierung sollten wir aber erwarten, dass solche Gefühle nicht in die Gesetzgebung Einzug halten.</p>
<h3>Deutschland bleibt im internationalen Vergleich schwach</h3>
<p>Diese Gesetzgebung unterscheidet Deutschland im Übrigen sehr deutlich von vielen anderen Ländern rund um den Globus. Dort nämlich ist es oft selbstverständlich, per Smartphone, Tablet oder Notebook überall über offene WLAN-Zugänge &#8211; häufig auch als WiFi bezeichnet &#8211; online zu gehen. Der erstaunte Blick internationaler Besucher, selbst in unseren Großstädten kein freies Netz vorzufinden, bietet immer wieder Anlass zur Fremdscham über unsere Regierung. Welche Bedeutung der Zugang zum Netz per WLAN weltweit hat, kann man vielleicht auch daran ablesen, dass Apple ganze Kategorien mobiler Arbeitsgeräte nur mit einem WLAN-Modul statt der hierzulande inzwischen aus der Not heraus etablierten UMTS-Verbindungen ausstattet.<br />
Die Hoffnung, dass sich die Bundesregierung aus Union und SPD an ihre Wahlkampfversprechen erinnert und mit ihrer Arbeit der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft Rechnung trägt, hat sich spätestens mit der Veröffentlichung der so prominent vorgestellten wie inhaltlich dünn gestrickten Digitalen Agenda schlagartig erledigt. Die Große Koalition möchte im Rahmen ihrer Digitalen Agenda zwar grundsätzlich die Verfügbarkeit und die Verbreitung von mobilem Internet via WLAN verbessern. Dafür gibt sie an, die Rechtssicherheit für gewerbliche Anbieter wie Flughäfen, Hotels und Cafés verbessern zu wollen. In der finalen Fassung der Agenda wird der Vorstoß allerdings dahingehend wieder eingeschränkt, dass &#8220;die IT-Sicherheit gewahrt bleibt und keine neuen Einfallstore für anonyme Kriminalität entstehen&#8221; sollen. Keine Rede mehr ist vom globalen Anspruch, in deutschen Städten mobiles Internet &#8220;für jeden verfügbar zu machen&#8221; und die &#8220;Etablierung heterogener, frei vernetzter und lokaler Communities und ihrer Infrastrukturen zu forcieren&#8221;. Die &#8220;Digitale Agenda&#8221; der Bundesregierung ist in dieser Hinsicht sogar im Vergleich zum Koalitionsvertrag ein Rückschritt und die Hoffnung an dieser Stelle wohl vergebens.</p>
<h3>Forderung an die Regierung: Störerhaftung beseitigen!</h3>
<p>Zusammenfassend bleibt die klare Forderung an die Regierung, eine Änderung der gesetzlichen Grundlagen über die Ankündigung der Digitalen Agenda hinaus vorzunehmen und die aus dem Ruder gelaufene Rechtsprechung an dieser Stelle zu korrigieren und das typisch deutsche Konstrukt der Störerhaftung zu beseitigen. Damit Gastgeber ihren Gästen auch hierzulande überall auf die Frage nach einem &#8220;free WiFi&#8221; mit &#8220;aber selbstverständlich!&#8221; antworten können. In einer digitalisierten Gesellschaft ist der Zugang zur Digitalen Welt eben kein &#8220;nice to have&#8221; sondern so etwas wie ein Supergrundrecht &#8211; oder zumindest so wichtig, dass wir uns wirklich darum kümmern müssen.<br />
Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/suttonhoo22/418758606" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dayna Bateman</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>14. Berliner Hinterhofgespräch: Alles oder Nichts? – Die Digitale Agenda der Bundesregierung 2014-2017</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Aug 2014 14:05:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA["Berliner Hinterhofgespräche"]]></category>
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					<description><![CDATA[Die vom Kabinett abgesegnete Version des netzpolitischen Regierungsprogramms wurde am 20. August in einer Bundespressekonferenz vorgestellt. Enttäuschendes Fazit: Insgesamt scheint die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/P1020225_mehr_kontrast-630x3541.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-139955" alt="P1020225_mehr_kontrast-630x354" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/P1020225_mehr_kontrast-630x3541.jpg" width="630" height="354" /></a>Die vom Kabinett abgesegnete Version des netzpolitischen Regierungsprogramms wurde am 20. August in einer Bundespressekonferenz vorgestellt. Enttäuschendes Fazit: Insgesamt scheint die Digitale Agenda 2014-2017 wenig von dem zu halten, was der Koalitonsvertrag einst versprochen hat. Zentrale Themen wie Open Data, Netzneutralität oder Urheberrecht werden kaum mehr behandelt. Die Schwerpunkte liegen nun auf der Datensicherheit für Unternehmen und dem Breitbandausbau. In unserem 14. Berliner Hinterhofgespräch haben wir über den netzpolitischen Fahrplan der Bundesregierung diskutiert und ihn bewertet.<br />
<iframe hcb-fetch-image-from="http://youtu.be/Pg083TlESvg" title="Alles oder Nichts? – Die Digitale Agenda der Bundesregierung 2014-2017" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/Pg083TlESvg?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Am <strong>Montag, den 25. August</strong>, haben wir im 14. Berliner Hinterhofgespräch verschiedene BeobachterInnen aus der Netzszene zu Wort kommen lassen und<strong> </strong>darüber gesprochen, welche Potenziale und Lücken die Digitale Agenda 2014-2017 birgt und worauf wir uns in den kommenden drei Jahren einstellen müssen.<br />
Unsere Diskussionsgäste im Google Hangout waren <strong>Lena-Sophie Müller</strong>, Geschäftsführerin der Initiative D21 e.V. <span style="color: #000000"><b>, </b></span>die zuständige Redakteurin für Netzpolitik beim Berliner Informationsdienst <strong>Aylin Ünal</strong> sowie <strong>Tobias Wangermann</strong>, Leiter der Stabstelle Beratungsmanagement in der Hauptabteilung &#8220;Politik und Beratung&#8221; bei der Konrad-Adenauer-Stiftung. Moderiert hat <strong>Tobias Schwarz</strong>, Projektleiter bei den <a href="http://www.netzpiloten.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzpiloten</a>, mit denen wir die Hinterhofgespräche gemeinsam durchführen.<br />
<a href="http://politik-digital.de/14-berliner-hinterhofgespraech-alles-oder-nichts-die-digitale-agenda-der-bundesregierung-2014-2017/poldihhg-2/" rel="attachment wp-att-141530"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-141530" alt="poldiHHg" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/poldiHHg1.jpg" width="565" height="184" /></a><br />
Porträts v.l.n.r. : Lena Sopie Müller: CC BY 4.0, A. Bedoy; Aylin Ünal; Tobias Wangermann: Konrad Adenauer Stiftung ; Tobias Schwarz<br />
Bild oben: politik-digital.de<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Nach EuGH-Urteil zur Vorratsdatenspeicherung: Der Streit kann weiter gehen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/nach-eugh-urteil-zur-vorratsdatenspeicherung-der-streit-kann-weiter-gehen-138982/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Krotz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Apr 2014 14:11:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Debatte über Vorratsdatenspeicherung  (VDS) in Deutschland kann jetzt endlich weiter geführt werden. Das Thema wird voraussichtlich für Streit zwischen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Cédric-Puisney.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-139034" alt="Cédric Puisney" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Cédric-Puisney-630x420.jpg" width="630" height="420" /></a><br />
Die Debatte über Vorratsdatenspeicherung  (VDS) in Deutschland kann jetzt endlich weiter geführt werden. Das Thema wird voraussichtlich für Streit zwischen den Koalitionsparteien sowie innerhalb der Parteien sorgen. Inhaltlich stehen sich dabei im Wesentlichen zwei Standpunkte gegenüber. Wir haben bei einem Befürworter und einem Gegner der VDS nachgefragt – beide verweisen auf sich widersprechende Studien.<br />
Aktuell ist Deutschland der einzige EU-Mitgliedsstaat, in dem es keine VDS gibt. Zu Beginn der Großen Koalition drängte das CDU-geführte Innenministerium darauf, zügig ein Gesetz auf Grundlage der EU-Richtlinie zur VDS zu entwickeln. Zum Unmut des Koalitionspartners erklärte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) dann Anfang Januar, das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) abwarten zu wollen, bevor sein Ministerium einen neuen Gesetzentwurf vorlegen werde. Diese Entscheidung muss rückwirkend als angemessen betrachtet werden, denn gemäß des gestrigen EuGH-Urteils ist die entsprechende EU-Richtlinie tatsächlich unzulässig.<br />
Für die neue Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) Andrea Voßhoff (CDU) ist das Thema VDS in Deutschland damit aber noch nicht erledigt. Sie ist der Ansicht, <a href="http://www.heute.de/eugh-hat-vorratsdatenspeicherung-laut-bundesdatenschutzbeauftragte-vosshoff-nicht-grundsaetzlich-verworfen-32668982.html?utm_content=bufferb05b0&amp;utm_medium=social&amp;utm_source=twitter.com&amp;utm_campaign=buffer">dass VDS „im Sinne des Gemeinwohls“ sinnvoll sein kann.</a> Für den ehemaligen BfDI Peter Schaar allerdings gehen die Richter des EuGHs inhaltlich weiter als die des Bundesverfassungsgerichts, welches das deutsche Gesetz zur VDS 2010 gekippt hatte. Für Schaar ist <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Analyse-EuGH-beerdigt-die-Vorratsdatenspeicherung-2166159.html?utm_content=buffer53d67&amp;utm_medium=social&amp;utm_source=twitter.com&amp;utm_campaign=buffer">die VDS sowie ähnliche Vorhaben, wie die europaweite Speicherung von Daten über Flugpassagiere, vom Tisch.</a><br />
Im Kern der Sache geht es um die Frage, ob VDS für die Aufklärung von Verbrechen – insbesondere im Internet – nützlich ist und der damit verbundene Eingriff in die Grundrechte der Menschen gerechtfertigt werden kann oder eben nicht:<br />
Befürworter der VDS, wie die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG), sind der Ansicht, dass VDS essenziell für die Verbrechensbekämpfung sei. Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der DPolG, lässt erklären, dass Internet-Verbindungsdaten und Verkehrsdaten der Telekommunikation „wichtige Informationen zum Täterverhalten, Tatstrukturen und möglichen Komplizen“ lieferten. „Schwere Straftaten können erst mit Hilfe dieser Verkehrsdaten aufgeklärt und weitere Delikte verhindert werden“, so Wendt. Verwiesen wird auf <a href="http://bit.ly/1jtf1Uu">eine Studie des Bundeskriminalamts,</a> die diese Auffassung bestätige. Angezweifelt werde zudem die Qualifizierung der Richter. Diese „sollten eine spezielle Sachkunde nachweisen, bevor sie entscheidungsbefugt sind.“<br />
Gegner der VDS, wie Matthias Spielkamp, Redaktionsleiter von <a href="http://iRights.info">iRights.info,</a> vertreten hingegen den Standpunkt, dass es keine belastbaren Hinweise darauf gebe, dass diese zu einer höheren Aufklärungsrate von Internetdelikten führen würde. Spuren, die zur Ermittlung von Tätern führen können, seien auch ohne VDS ausreichend zu finden. Die Grundrechte der Bürger würden daher unverhältnismäßig einschränkt. Der Generalverdacht, unter den die VDS alle Bürger stelle, sei schädlich für eine demokratische Gesellschaft. Spielkamp verweist auf <a href="http://bit.ly/1jtfmGG">eine vom Max-Planck-Institut durchgeführte Studie,</a> die keinen positiven Effekt durch VDS auf die Bekämpfung und Vermeidung von Internetdelikten feststellen kann.<br />
&nbsp;<br />
<strong>Weiterführende Links:</strong><br />
Urteil des EuGH über die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung: <a href="http://bit.ly/1hbeaZ1">bit.ly/1hbeaZ1</a><br />
EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung (2006/24/EG v. 15. 3. 2006): <a href="http://bit.ly/1lIbmmB">bit.ly/1lIbmmB</a><br />
Interview mit der Rechtsanwältin und Bloggerin Nina Diercks zum EuGH-Urteil: <a href="http://t.co/nUUc0KCPHd">http://t.co/nUUc0KCPHd</a><br />
Bild: Media Initiative ECI /<a href="https://www.youtube.com/watch?v=y2E936k0UW4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Screenshot Video</a><br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Nina Diercks zum EuGH-Urteil: „Vorratsdatenspeicherung früher oder später wieder auf der Agenda“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Krotz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Apr 2014 15:59:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung (2006/24/EG v. 15. 3. 2006) ist in ihrer jetzigen Form unzulässig, urteilten die Richter des Europäischen Gerichtshofs [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Vorratsdatenspeicherung01-Skal.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-139045" alt="Vorratsdatenspeicherung01-Skal" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Vorratsdatenspeicherung01-Skal.jpg" width="600" height="312" /></a><br />
Die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung (2006/24/EG v. 15. 3. 2006) ist in ihrer jetzigen Form unzulässig, urteilten die Richter des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) heute. Wird es nun eine Neuauflage der Richtlinie auf europäischer Ebene geben? Was bedeutet das Urteil für die politische Situation in Deutschland? Wir haben bei der Rechtsanwältin und Bloggerin Nina Diercks nachgefragt.<br />
Der Prozess vorm EuGH hatte vor allem in Deutschland Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) erklärte zum Amtsantritt, <a href="http://politik-digital.de/juso-vorsitzende-ueckermann-zur-vorratsdatenspeicherung-umdenken-in-der-spd/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">er wolle keinen neuen Gesetzentwurf vorlegen,</a> sondern das Urteil des EuGH abwarten &#8211; im Gegensatz zum Bundesinnenminister Thomas de Maizière, der eine schnelle gesetzliche Neuregelung anstrebte. Ein neuer Gesetzesentwurf wurde erforderlich, da das Bundesverfassungsgericht die geltende Regelung 2010 für verfassungswidrig erklärte. Seitdem scheinen die Parteien das Thema zu umgehen und verweisen auf die EU. Jetzt deutet sich eine Fortsetzung des Konflikts in der Großen Koalition an, da Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) weiterhin eine <a href="http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2014/04/eugh.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„verfassungsgemäße und mehrheitsfähige Neuregelung“</a> der Vorratsdatenspeicherung anstrebt, wohingegen Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) <a href="http://www.bmjv.de/DE/Home/_doc/_aktuelles_zitat.html;jsessionid=5FF9DB5DAD907157C5ACE3C5F6EAA917.1_cid324?nn=3433226" target="_blank" rel="noopener noreferrer">keine Grundlage für einen neuen Gesetzesentwurf sieht</a>.<br />
Die Rechtsanwältin Nina Diercks beschäftigt sich schon seit längerem mit dem Thema Vorratsdatenspeicherung und betreibt zusammen mit Stephan Dirks eine Anwaltskanzlei sowie den Blog<a href="http://www.socialmediarecht.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Social Media Recht</a>. Dort argumentiert sie für eine juristisch-sachbezogene Vorratsdatenspeicherung in klaren rechtlichen Grenzen. Das heutige Urteil bedeutet ihr zufolge nicht, dass es keine gesetzliche Vorratsdatenspeicherung geben wird. Die große Hürde sei, ein Gesetz vorzulegen, welches dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz genügt.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Frau Diercks, welche Auswirkungen hat das Urteil auf die nationale Gesetzgebung in der Sache?<br />
<strong>Nina Diercks:</strong> Rein rechtlich betrachtet sind die Auswirkungen des EuGH-Urteils eher als gering einzustufen. Schließlich hatte das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) bereits im Jahr 2010 hinsichtlich der deutschen Regelungen zur Vorratsdatenspeicherung (ehem. §§ 113a und 113b TKG) geurteilt, dass die Vorratsdatenspeicherung nicht per se unzulässig, aber die konkrete gesetzliche Ausgestaltung ungenügend ist, damit ein ungerechtfertigter Eingriff durch die Vorratsdatenspeicherung in die Grundrechte der Bürger vorliege und deswegen die Normen verfassungswidrig seien. In Deutschland existiert damit seit fast vier Jahren keine Vorratsdatenspeicherung mehr. Der EuGH erkennt nun quasi selbiges hinsichtlich der EU-Richtlinie. Auch der EuGH erklärte nicht die grundsätzliche Unzulässigkeit der Vorratsdatenspeicherung. Er erklärte vielmehr die Richtlinie für ungültig, da sie nicht präzise genug ausgestaltet gewesen sei, also – wie Juristen sagen würden – die durch die Richtlinien aufkommenden Grundrechtseingriffe nicht hinreichend gerechtfertigt und verhältnismäßig im engeren Sinne gewesen seien.<br />
Politisch wird die Gesetzgebung aber natürlich maßgeblich durch dieses Urteil beeinflusst. Bislang hieß es von Seiten der Regierung, dass vor einem neuen Entwurf zu einem Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung die Entscheidung des EuGH abgewartet werden solle. Nun ist das neue Urteil da… und schon konnte man heute auf Twitter lesen, dass die EU zunächst einmal neue Vorgaben machen solle. Deutschland beeinflusst natürlich auch die in der EU entstehenden Richtlinien. Insoweit ist das meines Erachtens am Ende des Tages nur ein Schritt, um die in der Bevölkerung ungeliebte VDS nun nicht sofort selbst wieder auf das Tableau bringen zu müssen – auch wenn diese meiner Meinung nach früher oder später sicher wieder auf der Agenda stehen wird.<br />
<figure id="attachment_139048" aria-describedby="caption-attachment-139048" style="width: 175px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/NDierckskl-cut.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-139048 " alt="NDierckskl-cut" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/NDierckskl-cut-305x388.jpg" width="175" height="223" /></a><figcaption id="caption-attachment-139048" class="wp-caption-text">Nina Diercks, Rechtsanwältin und Partnerin bei Dirks &amp; Diercks Rechtsanwälte in Hamburg sowie Gründerin des Social Media Recht Blog</figcaption></figure><br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wird trotz des Urteils eine Umsetzung der VDS durch die Große Koalition in Deutschland möglich?<br />
<strong>Nina Diercks:</strong> Ja. Weder EuGH noch BVerfG haben einen grundsätzlichen und unlösbaren Konflikt mit den Grundrechten gesehen. Beide Gerichte erkennen an, dass es gute Gründe für eine VDS und die damit verbundenen Grundrechtseingriffe geben kann. Derartige Eingriffe müssen aber eben gerechtfertigt sein. Gerechtfertigt sind sie aber nur, wenn sie aufgrund eines Gesetzes erfolgen, das dem sog. Verhältnismäßigkeitsgrundsatz genügt. Ein solches Gesetz bzw. eine solche Richtlinie zu entwerfen, das wäre dann die große Hürde, die es zu nehmen gälte.<br />
Und ich bin mir im Übrigen sicher, wenn sich die Aufregung gelegt hat, dann wird es neue Entwürfe zur Regelung der Vorratsdatenspeicherung geben. Erst auf EU-Ebene und dann auf nationaler Ebene.<br />
&nbsp;<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wenn die VDS trotzdem umgesetzt werden sollte: Wie sollte die Speicherung dann Ihrer Ansicht nach geregelt werden? Was halten Sie von einem Quick-Freeze-Verfahren, bei dem die Dauer der Speicherung signifikant abgekürzt wird?<br />
<strong>Nina Diercks:</strong> Das ist eine schwierige Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt. Natürlich klingt Quick-Freeze toll und verhältnismäßig. Das Problem ist aber, dass ein solches Quick-Freeze zu spät sein kann. Gerade bei Delikten wie dem Identitäts-Diebstahl, das massive Auswirkungen auf die betroffene Person, also den Rechtsverletzten haben kann, kann es sein, dass eine Datenspeicherung in dem Moment, in dem das Delikt realisiert wird schon zu spät ist. Denn zu diesem Zeitpunkt muss nicht mehr zwingend eine zu speichernde und nachzuverfolgende Verbindung gegeben sein. Und die „alten“ Daten (von vor zwei Tagen oder Wochen) sind dann bereits gelöscht. Ich erlebe solche Fälle in der Praxis. Die Betroffenen stehen dann vollkommen rechtsschutzlos da. Ein Ergebnis, dass auch nicht richtig sein kann. Allerdings sind diese Delikte in der öffentlichen Meinung noch nicht sonderlich bekannt.<br />
Lange Rede, kurzer Sinn: Nein, ein Quick-Freeze-Verfahren ist meines Erachtens nicht sinnvoll. Wie lang der Zeitraum der Vorratsdatenspeicherung sein sollte, tja, ich finde sechs Monate gar nicht so schlecht. Aber es ist eine reine Bauchfrage und sehr schwierig zu beantworten. Das BVerfG hatte jedenfalls grundsätzlich nichts an den 6 Monaten auszusetzen. Da befinde ich mich dann wohl in ganz guter Gesellschaft (lächelt).<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Im Hinblick auf die gesamteuropäische Kommunikation, etwa Verbindungsdaten von Deutschland nach Frankreich: Bedarf es einer Regulierung des Themas auf EU-Ebene und wenn ja, wieso?<br />
<strong>Nina Diercks:</strong> Schön wäre das. Und das nicht, weil dann europaweit „geschnüffelt“ werden könnte, sondern weil es europaweit ein einheitliches Schutzniveau gäbe – jedenfalls in der besten aller Welten. Ebenso schön wäre eine globale Regelung für die Eingriffe in die digitalen Grundrechte der Bürger anderer souveräner Staaten. Das Stichwort lautet hier NSA &amp; Co. Also, anders ausgedrückt, wenn man sich auf so etwas wie die UN-Charta des Internetrechts (die Idee stammt von Geesche Jost) einigen könnte. Aber da müssen wir wohl noch ein wenig träumen. Und viele kleine Schritte gehen, damit der Traum irgendwann wahr wird.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Und ihre ganz persönliche Meinung zu dem Thema?<br />
<strong>Nina Diercks:</strong> Ich finde, ganz unabhängig, wie man nun zur Vorratsdatenspeicherung stehen und ob man einen Sinn in ihr erkennen mag: Das heutige Urteil ist ein Grund zur Freude. Denn es zeigt, dass die Gewaltenteilung funktioniert. Und das ist etwas, was nicht hoch genug geschätzt werden kann.<br />
<strong>Weiterführende Links:</strong><br />
Urteil des EuGH über die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung: <a href="http://bit.ly/1hbeaZ1">bit.ly/1hbeaZ1</a><br />
EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung (2006/24/EG v. 15. 3. 2006): <a href="http://bit.ly/1lIbmmB">bit.ly/1lIbmmB</a><br />
Bilder: oben: <a href="http://www.gulli.com/news/129-vorratsdatenspeicherung-in-rumaenien-verfassungswidrig-2009-10-09" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gulli.com</a>; Portät: © Lisa Krechting<br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
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		<title>&#034;Digitale Bürgersprechstunde&#034; startet eigene Website</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Mar 2014 16:09:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Seit Ende des vergangenen Jahres haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, mit Abgeordneten live ihre Fragen zu diskutieren. Mit dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/digitale-buergersprechstunde-startet-eigene-website/klingpeil/" rel="attachment wp-att-138444"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-138444" alt="Klingbeil" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Klingpeil-e1395077122196.png" width="630" height="363" /></a>Seit Ende des vergangenen Jahres haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, mit Abgeordneten live ihre Fragen zu diskutieren. Mit dem Launch der Website www.digitale-buergersprechstunde.de ist diese Beteiligung nun noch einfacher.<br />
Egal ob aktuelle bundespolitische Fragen oder Probleme aus dem Wahlkreis – in der Digitalen Bürgersprechstunde bestimmen Bürgerinnen und Bürger die Themen, über die gesprochen wird. Damit dies jetzt noch einfacher möglich ist, finden interessierte Nutzerinnen und Nutzer auf <a title="Website Digitale Bürgersprechstunde" href="http://www.digitale-buergersprechstunde.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.digitale-buergersprechstunde.de</a> ab sofort eine Übersicht aller kommenden Termine, einen Steckbrief der jeweiligen Abgeordneten und Informationen zu deren Wahlkreis. Über ein Frageformular können sowohl eigene Fragen gestellt als auch bisher eingegangene Fragen angesehen werden.</p>
<h3>Live an einer Bürgersprechstunde teilnehmen</h3>
<p>Die Digitale Bürgersprechstunde selbst wird mittels eines <a title="Information Hangout On Air" href="http://www.google.com/intl/de/+/learnmore/hangouts/onair.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google Hangout On Air</a> realisiert – Zuschauerinnen und Zuschauer können mitmachen, sich live dazuschalten und ihre Frage direkt an den Politiker/die Politikerin stellen oder die Sendung im Stream verfolgen. <ins cite="mailto:SimonePoldi" datetime="2014-03-13T15:43"></ins>Außerdem sind alle bisherigen Ausgaben der Digitalen Bürgersprechstunde auf der<a title="Website Digitale Bürgersprechstunde" href="http://www.digitale-buergersprechstunde.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Website </a>archiviert und abrufbar.<br />
Mit dem Format der „Digitalen Bürgersprechstunde“ wird die politische Arbeit von Abgeordneten transparent und nachvollziehbar gemacht. Durch die Nutzung der Möglichkeiten des Internets entsteht ein neuer Raum für Begegnung und Interaktion; die Digitale Bürgersprechstunde leistet auf diese Weise einen Beitrag, damit Bürgerinnen und Bürger sowie Politikerinnen und Politiker intensiver und direkter online über IHRE Themen und politischen Vorhaben diskutieren.</p>
<h3>Spezialsprechstunden zu brisanten Themen</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/digitale-buergersprechstunde-mit-juergen-trittin-b%c2%b490die-gruenen-zur-krise-in-der-ukraine/tritin-dbs/" rel="attachment wp-att-138126"><img decoding="async" class="alignleft" alt="tritin dbs" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/tritin-dbs-630x449.jpg" width="272" height="194" /></a><br />
Neben den klassischen Digitalen Bürgersprechstunden sorgen Spezialausgaben mit Spitzenpolitikerinnen und -politiker dafür, dass auch aktuelle und brisante Themen (wie z.B. die <a title="Spezialsprechstunde zur Krise in der Ukraine mit Jürgern Trittin" href="http://digitale-buergersprechstunde.de/juergen-trittin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Krise in der Ukraine</a>) aufbereitet und begleitet werden.<br />
Mit der Digitalen Bürgersprechstunde hat <em>pol-di.net e.V.</em> ein Format etabliert, das nicht nur einen Beitrag zur politischen Bildung leistet und für Bürgerbeteiligung sorgt, sondern auch politische Themen –<ins cite="mailto:SimonePoldi" datetime="2014-03-13T15:43"> </ins>sei es aus der Lokal-, Landes- oder Bundespolitik- im Zusammenwirken von Politikern, Bürgern und Journalisten aufbereitet.<br />
Bild: Screenshot digitale-buergersprechstunde.de<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<item>
		<title>Hidden Agenda? Wo die Große Koalition die Digitale Agenda sucht</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/hidden-agenda-wo-die-grosse-koalition-die-digitale-agenda-sucht-138193/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Mar 2014 11:47:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Lena-Sophie Müller]]></category>
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		<category><![CDATA[Erwin Schwärzer]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Beckedahl]]></category>
		<category><![CDATA[Hidden Agenda]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit der Umdeutung der Netzpolitik zur Digitalen Agenda werden spezifische Schwerpunkte gesetzt, die den Politiken des Internets ihren kritischen Stachel [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Digitale-Hidden-Agenda.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-138198" alt="Digitale-Hidden-Agenda" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Digitale-Hidden-Agenda-630x377.jpg" width="630" height="377" /></a><br />
Mit der Umdeutung der Netzpolitik zur Digitalen Agenda werden spezifische Schwerpunkte gesetzt, die den Politiken des Internets ihren kritischen Stachel rauben. Um das Internet als Ermöglichungsstruktur für digitale Autonomie, mehr Demokratie und Partizipation zu nutzen, müssen kritische Stimmen aus der gesellschaftspolitischen Öffentlichkeit einbezogen werden. Die Aufgabe, die sich durch eine Transformation in eine digitale politische Öffentlichkeit ergibt, könnte vom neuen Ausschuss Digitale Agenda angenommen werden – dann wäre er auch kein „zahnloser Haifisch“.<br />
Der Begriff der Digitalen Agenda spiegelt einen Kampf um Deutungshoheit wider – und stellt damit auch einen Kampf um Macht dar. Es ist durchaus nicht als Spiel zu betrachten, wenn Ausschüsse umbenannt und bei Twitter neue Hashtags etabliert werden. Die CDU/CSU nennt ihren netzpolitischen Sprecher sogar in <a href="http://bundestag-digital.de/5-fragen-an-thomas-jarzombek-cdu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Sprecher für Digitale Agenda“</a> um (obwohl der auf seiner eigenen Homepage noch <a href="http://jarzombek.de/meine-politik-im-bundestag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„netzpolitischer Sprecher der Fraktion“</a> als Funktion angibt). Es handelt sich offenbar nicht um beliebige Etiketten oder Plakatierungen. So ist die mehrdeutige Beziehung zum englischen „agenda setting“ sowie zur „hidden agenda“ kein Zufall – die Digitale Agenda der Großen Koalition wurde schließlich hinter verschlossenen Türen entworfen. Sie ist somit wohl kein Error 404 für das Internet. Nur werden andere politische Schwerpunkte gesetzt, als sie unter dem Begriffsfeld der „Netzpolitik“ bislang bekannt waren. Netzpolitische Initiativen kamen ursprünglich aus dem oppositionellen Kontext des Internets, der <a href="http://politik-digital.de/netzpolitik-oder-digitalisierungspolitik-worum-geht-es-hier-eigentlich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„netzpolitischen Zivilgesellschaft“</a>.</p>
<h3>Wer sucht das Netz im Verkehrsministerium?</h3>
<p>Die Frage nach der Ressort-Anbindung der Digitalen Agenda stand im Zentrum des <a href="http://www.netzreporter.org/2014/02/26/digitaler-salon-error-404-fur-das-internet-wer-sucht-das-netz-im-verkehrsministerium/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalen Salons</a> in der vergangenen Woche. Das Internet als Themenkomplex ist in dieser Legislaturperiode primär innerhalb der „digitalen Infrastruktur“ dem Verkehrsministerium als Appendix unterstellt. Obwohl das Wort „digital“ exorbitant häufig im Koalitionsvertrag verwendet wird, resultierte daraus weder ein zentrales Ministerium für Internet, Netzpolitik und Digitalisierung noch ein_e eigene_r Staatsminister_in, die/der diese Themen für die Regierung bündelt. Hier besteht offenkundig eine Diskrepanz, die auch den Auftakt der Diskussion im Digitalen Salon bildete.<br />
Die Regierungsseite, im Digitalen Salon vertreten durch Erwin Schwärzer, den Leiter des Referats IT 1 des Bundesministeriums des Inneren, bestimmte dann auch den Auftakt des Gesprächs, in dem um die „Kernressorts“, die die digitale Agenda bestimmen werden, gestritten wurde. Laut Schwärzer besteht dieser „Kern“ aus dem schon benannten Verkehrsministerium und darüber hinaus aus dem Ministerium für Wirtschaft und Energie sowie seinem eigenen Ressort, dem Innenministerium. Sekundieren solle noch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, es gehöre aber nicht primär zu den „Kernressorts“. Dem Internet, verstanden als Querschnittsthema, wurden so immerhin verschiedene Fachpolitiken zugeordnet. Fraglich blieben aber die Kooperationsmechanismen unter den Ministerien, die auch in Blockaden bestehen könnten, also nicht immer intelligent sein müssten, wie Wolfgang Schulz anmerkte, der Direktor des <a href="http://www.hiig.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft</a>.</p>
<h3>Internet als gesellschaftliche Aufgabe</h3>
<p>Dass Internet und Digitalisierung auch in die Zuständigkeitsbereiche weiterer Ministerien fallen, beispielsweise in die für Bildung und Forschung, Jugend oder Entwicklung, merkte u.a. Lena-Sophie Müller an, Geschäftsführerin der Initiative D21. Für Jugendliche, die immer mehr als Digital Natives aufwachsen, sei eine Förderung der Medienkompetenz von enormer gesellschaftlicher Bedeutung.<br />
Der (netz-)gesellschaftlichen Fraktion, die das „Internet als gesellschaftspolitische Aufgabe“ begreift, gehörten auch die anderen Diskutanten an. Der Netzwelt-Redakteur bei Spiegel Online Ole Reißmann vertrat die Ansicht, dass die gesellschaftlichen Transformationen, die mit dem Internet einhergehen, spezifische Fachpolitiken überschreiten. Und der Gründer von netzpolitik.org, Markus Beckedahl, kritisierte, dass Netzpolitik von der Großen Koalition als Industriepolitik behandelt werde.</p>
<h3>Ergebnisse der Internet-Enquete: Kritische Stimmen aus dem Internet einbeziehen</h3>
<p>Die Einbeziehung der sogenannten „Netzgemeinde“ könnte sich für die Mitglieder des neuen Ausschusses Digitale Agenda als sehr nützlich erweisen – auch im Hinblick auf die zu erwartenden Auseinandersetzungen in den Reihen der Regierungsfraktionen. Die „Netzpolitiker“ der Fraktionen, die größtenteils Mitglieder des Ausschusses sind, werden sich ihren politischen Einfluss auch in den eigenen Fraktionen im wahrsten Sinne des Wortes „erkämpfen“ müssen.<br />
Selbst wenn der neue Ausschuss keinen „federführenden“ Einfluss wird ausüben können, so könnte er zumindest als eine Art Demokratie- und Partizipations-Plattform genutzt werden, um kritische Stimmen aus der digitalen Öffentlichkeit in den politischen Diskurs einzubringen. So wies die Diskussionsrunde im Digitalen Salon wiederholt auf die Ergebnisse der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft der letzten Legislaturperiode hin.<br />
Dort steht etwa im Bericht der Projektgruppe Demokratie und Staat zu lesen: <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/122/1712290.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Eine digital vernetzte Demokratie ermöglicht die Erweiterung der Ausübung von Volkssouveränität durch eine stärkere substantielle Verknüpfung politischer Institutionen mit dem öffentlichen Prozess politischer Willensbildung“</a>. Eine Einbeziehung der „Netzöffentlichkeit“ durch digitale Technologien könne mitunter zu einer höheren Legitimation politischer Entscheidungen führen. Diese Netzöffentlichkeit habe „sich in Blogs und Foren herausgebildet“ und dehne „sich derzeit auf soziale Netzwerke und Kollaborationsplattformen aus“.<br />
Im Bericht der Projektgruppe Netzneutralität heißt es: <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/085/1708536.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Ein freies Internet ist von unschätzbarem kulturellem, gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Wert“</a>, es verdanke <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/085/1708536.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„seine Attraktivität und Innovationskraft [&#8230;] maßgeblich dem offenen und vergleichsweise einfachen Zugang für Nutzer und Anbieter sowie der Übermittlung von Datenpaketen ohne Diskriminierung unabhängig von Sender und Empfänger“</a>. In diesem Zusammenhang ist zu kritisieren, dass die Netzneutralität im Koalitionsvertrag zwar gefordert wird, aber eine <a href="http://politik-digital.de/der-koalitionsvertrag-bietet-genug-angriffspunkte-interview-mit-der-neuen-stellvertretenden-piraten-chefin-caro-mahn-gauseweg/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Netzneutralität mit Hintertüren“</a> bleibt und somit <a href="http://www.neunetz.com/2013/11/27/koalitionsvertrag-keine-netzneutralitat-aber-neutralitat-bei-suchergebnissen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">faktisch abgeschafft</a> werden könnte.<br />
Auch beim Thema Datenschutz wäre der Rückgriff auf die Ergebnisse der Enquete-Kommission hilfreich, etwa beim Thema <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/089/1708999.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Privacy by Design und Privacy by Default“</a>. Die Initiative einer Datenschutzgrundverordnung sowie die gesetzliche Regelung der Netzneutralität werden jedoch maßgeblich von der Europäischen Union beeinflusst – daher muss der Eingriff der Politik und des Politischen hier auf internationaler Ebene stattfinden.<br />
Bild: politik-digital.de<br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
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		<title>Netzpolitik soll erwachsen werden: Pressekonferenzen zum Ausschuss für Digitale Agenda</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Feb 2014 17:54:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Anlässlich der morgigen Einsetzung des Ausschusses für Digitale Agenda fanden heute zwei Pressegespräche der CDU/CSU- und SPD-Fraktion statt. Der neue [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/d711915_1000_400.jpg"><img decoding="async" class="size-large wp-image-137324   alignnone" title="© CDU/CSU-Fraktion" alt="_d711915_1000_400" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/d711915_1000_400-630x252.jpg" width="630" height="252" /></a>Anlässlich der morgigen Einsetzung des Ausschusses für Digitale Agenda fanden heute zwei Pressegespräche der CDU/CSU- und SPD-Fraktion statt. Der neue Ausschuss soll als Schnittstelle zwischen den verschiedenen Ministerien fungieren. Bislang verfolgt die Regierungskoalition eine gemeinsame Agenda zur Digitalisierung.<br />
In der <a href="http://politik-digital.de/das-internet-in-der-midlife-crisis-digitale-presseschau-62014/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vergangenen Woche empfahlen wir</a> die Lektüre eines <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2014-02/kathrin-passig-internetpubertaet" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beitrags von Kathrin Passig</a>, in dem es um Lebensphasen des Internets und seiner Nutzer_innen geht – die Internetpubertät und die Midlife-Crisis des Netzes. In den heutigen Pressegesprächen der Regierungskoalition zum erstmals einzurichtenden Ausschuss für Digitale Agenda, der morgen offiziell vom Bundestag eingesetzt wird, scheint diese Metaphorik aufgegriffen worden zu sein: „Die Netzpolitik kommt im parlamentarischen Alltag an. Es geht darum, dass die Netzpolitik erwachsen wird“, ließ der netzpolitische Sprecher für die SPD-Fraktion, <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2014-02/lars-klingbeil-ausschuss-digitale-agenda" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lars Klingbeil</a>, verlauten. Mit dem morgigen Tag sei nun endlich gewährleistet, dass netzpolitische Themen nicht mehr als Nischenthema behandelt würden, den „Katzentisch der Politik“ verließen, wie der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sören Bartol es ausdrückte.<br />
Fraktionsübergreifend bestätigten dies auch die zuständigen Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion, die heute Morgen im Fraktionssaal des Bundestags die Presse über die Ziele des Ausschusses informierten. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Nadine Schön, der <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2014-02/jens-koeppen-ausschuss-digitale-agenda" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ausschussvorsitzende Jens Koeppen</a> und der netzpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Thomas Jarzombek, bekundeten ebenfalls den größeren, offizielleren Stellenwert eines ordentlichen Ausschusses für Digitale Agenda. Die Digitalisierung kann damit als Schwerpunktthema der Großen Koalition angesehen werden, da sie viele Politikbereiche betrifft. Der neue Ausschuss solle dementsprechend als „vernetzende“ Schnittstelle zwischen den verschiedenen Ministerien und Ausschüssen fungieren.<br />
Die Politik reagiert damit auf die fortschreitende Digitalisierung aller Lebensbereiche der Gesellschaft. Alle an dem neuen Ausschuss Beteiligten, die mehrheitlich auch schon in der Enquete-Kommission für Internet und digitale Gesellschaft der letzten Legislaturperiode aktiv waren, sind der Ansicht, dass die institutionalisierte Beschäftigung mit dem Thema nun endlich angefasst werden müsse. Der Ausschussvorsitzende Jens Koeppen betonte die aktive und gleichberechtigte Rolle des Ausschusses, der der Bundesregierung nicht nur hinterherlaufen, sondern sich eine „eigene Digitale Agenda“ schaffen werde. Nadine Schön erklärte, dass die Themen, die dezentral in den jeweiligen Ausschüssen gesetzt werden, im Ausschuss für Digitale Agenda zusammengeführt würden.<br />
Welche Themen wie in dem neuen, mitberatenden Gremium bearbeitet werden, dazu hielten sich die Protagonist_innen aus offensichtlichen Gründen etwas zurück. Dies könne erst die konkrete Arbeitsweise des Ausschusses selbst definieren. Einige Schwerpunkte waren dennoch auszumachen. Der Breitbandausbau des Internets spielte bei beiden Fraktionen die wichtigste Rolle, dazu werden Schwerpunkte bei der Förderung von Technologien und Existenzgründungen im IT-Bereich, der Digitalisierung der Wirtschaft, der Netzneutralität sowie im Bereich Datenschutz gelegt werden. Auffällig war, dass mehr über wirtschaftspolitische Themen und weniger über die Möglichkeiten digitaler Demokratie und politischer Partizipation im Internet geredet wurde.<br />
Einzig die SPD-Fraktion sprach ungefragt an, dass auch Konsequenzen aus der NSA-Affäre – etwa durch mehr Verschlüsselung, ein „deutsches Internet“ oder novellierte internationale Abkommen und Verträge – im Ausschuss gezogen werden sollen. Der Ausschussvorsitzende Koeppen machte dagegen deutlich, dass es sich nicht um einen zweiten Innenausschuss oder einen zweiten NSA-Untersuchungsausschuss handeln werde.<br />
Die politische Praxis wird zeigen müssen, wie die ambitionierten Ansprüche der Netzpolitiker_innen umgesetzt werden. Sören Bartol sprach etwa von einer Art „parlamentarischer Kontrollfunktion der anderen Ausschüsse und Ministerien“. Man wolle die Regierung „wenn es sein muss, auch treiben“ (Klingbeil) oder „pieksen“ (Jarzombek). Hier wäre beispielsweise an die Vorratsdatenspeicherung zu denken, bei der auch innerhalb der Fraktionen divergierende Positionen vorherrschen. Nicht zuletzt bei diesem kontroversen Thema wird die Öffentlichkeit aufmerksam verfolgen, ob und inwiefern auch gesellschaftspolitische Akteure miteinbezogen werden.<br />
Auf die Frage des Bloggers Tobias Schwarz, ob künftig mehr Blogger_innen bei öffentlichen Sitzungen zur Berichterstattung zugelassen werden, antwortete Thomas Jarzombek, dass der Bundestag hier offener werden müsse. Nach der Öffentlichkeit des Ausschusses gefragt, betonte Lars Klingeil, dass die „Transparenz- und Beteiligungskultur“ der Enquete-Kommission beibehalten werden solle. Offen blieb, in welcher Form: Nicht mit dem Beteiligungstool Adhocracy, wenn es nach Koeppen geht, der aber verspricht: „Wir denken uns da was aus.“ Wir sind gespannt!<br />
Bild: <a href="http://www.cducsu.de/sites/default/files/styles/artikel_full_1000/public/_d711915_1000_400.jpg?itok=cn1c4U23" target="_blank" rel="noopener noreferrer">© CDU/CSU-Fraktion</a><br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
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		<title>Federführende Mitberatung: Der Netzpolitik-Ausschuss im Bundestag</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Feb 2014 12:50:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am 13. Februar 2014 entscheidet der Bundestag über die Einsetzung eines Ausschusses, der netzpolitische Fragen beraten soll. Damit reagiert das [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/a_b_relief.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-137283" alt="a_b_relief" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/a_b_relief-630x472.jpg" width="630" height="472" /></a>Am 13. Februar 2014 entscheidet der Bundestag über die Einsetzung eines Ausschusses, der netzpolitische Fragen beraten soll. Damit reagiert das Parlament auf Forderungen nach einer stärkeren institutionellen Verankerung des Themas. Was das Gremium leisten kann, hängt jedoch von vielen Faktoren ab.<br />
Die Diskussion um die angemessene institutionelle Repräsentation netzpolitischer Fragestellungen in Bundestag und -regierung wird spätestens seit der Enquete-Kommission &#8220;Internet und digitale Gesellschaft&#8221; intensiv geführt. Daraus ging bei den Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD nach der Bundestagswahl 2013 zunächst die Unterarbeitsgruppe &#8220;Digitale Agenda&#8221; als Verhandlungsforum hervor. Die Frage, ob die zunehmende Profilierung des Politikfelds am Ende durch ein eigenes Ressort oder einen Staatsminister im Bundeskanzleramt gewissermaßen gekrönt wird, wurde dort allerdings nicht entschieden.<br />
Wie es die Logik des politischen Verhandelns verlangt, waren dabei Ansprüche der an der Großen Koalition beteiligten Parteien zu berücksichtigen. Am Ende blieben die Kompetenzen bei bislang zuständigen Ministerien und wurden sogar auf ein weiteres (das CSU-geführte Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) aufgeteilt. Das Ergebnis ist eine zersplitterte Matrix von netzpolitischen Kompetenzzuschreibungen insbesondere auf der Ebene der <a href="http://politik-digital.de/lars-klingbeil-zum-aida-konsequenzen-aus-nsa-affaere-wichtig-fuer-digitale-agenda/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Staatssekretärspositionen</a>, die mit Dorothee Bär (CSU, Parlamentarische Staatssekretärin für die Digitale Infrastruktur im Verkehrsministerium) und Ulrich Kelber (SPD, Staatssekretär im Justiz- und Verbraucherschutzministerium und für den Bereich Verbraucherschutz zuständig) sowie Brigitte Zypries (SPD, Parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsressort) prominent besetzt wurden. Diese Konstellation spiegelt sich in der parlamentarischen Zuständigkeit der verschiedenen Fachausschüsse in den betreffenden Ressorts wider.<br />
Auf einen netzpolitischen Querschnitts-Ausschuss wollten die Koalitionspartner trotzdem <a href="http://politik-digital.de/aida-netzpolitik-ausschuss-kommt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nicht verzichten</a>. Dessen Konstruktion war umstritten, so dass er als einziger nicht mit den anderen 22 Bundestagsausschüssen eingesetzt wurde. Und dessen Konstruktion bleibt umstritten, denn der 16-köpfige Ausschuss &#8220;Digitale Agenda&#8221; wird “in der Regel mitberatend tätig werden” (<a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/004/1800482.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundestags-Drucksache 18/482 vom 11.2.2014</a>).<br />
Was dies für die parlamentarische Praxis der Durchsetzung von Interessen im Detail bedeutet, ist die spannende Frage. Auf jeden Fall steht der Netzpolitik-Ausschuss in einem hierarchischen <a href="http://politik-digital.de/jens-koeppen-internetausschuss-wird-impulsgeber-fuer-netzthemen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Abhängigkeitsverhältnis zu den federführenden Fachausschüssen</a>, was den Informationsfluss im Gesetzgebungsprozess betrifft: Ob und wie der jeweils federführende Ausschuss die Stellungnahme eines mitberatenden Ausschusses berücksichtigt, bleibt dem federführenden Ausschuss überlassen. Ob dieser Verfahrensweg den Ausschuss “Digitale Agenda” ins Abseits führt, hängt jedoch von weiteren, eher informellen Faktoren ab.<br />
Zunächst kann der Ausschuss durch Expertise überzeugen. Er wird nämlich die in der Tat kompetenten Netzpolitiker der verschiedenen Fraktionen versammeln, die sich auch in der Enquete-Kommission “Internet und digitale Gesellschaft&#8221; schon gelegentlich gegenüber dem Rest des Parlaments fraktionsübergreifend einig waren. Und es bei der Einsetzung des Internetausschusses zumindest in soweit sind, dass ein gemeinsamer Antrag zustande kam. Um aus dieser Konstellation einen Vorteil bei der Einflussnahme auf Entscheidungen zu machen, bedarf es aber der Ressource “Macht”. Auch in diesem Feld sind die Voraussetzungen nicht ganz schlecht: Mit der Konstituierung des 18. Deutschen Bundestages sind die bislang eher randständigen Netzpolitiker näher an die Entscheidungszentren in der Regierung, den Fraktionen sowie den Parteien gerückt. Mitglieder der Unterarbeitsgruppe &#8220;Digitale Agenda&#8221; der schwarz-roten Koalitionsverhandlungen sind als Staatssekretärinnen (Bär und Zypries), im Fraktionsvorstand (Nadine Schön von der CDU) sowie als Generalsekretär der CDU (Peter Tauber) tätig. Und bei der Opposition ist beispielsweise der netzpolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz, zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt worden. Schließlich hat wohl auch die öffentliche Aufmerksamkeit für den NSA-Skandal den Stellenwert der Netzpolitiker im fraktionsinternen Ranking insgesamt verbessert. Nun kommt es darauf an, was die Beteiligten daraus machen.<br />
Bild: (bearbeitet, Originalbilder) <a href="http://www.flickr.com/photos/jstuker/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jürg Stuker</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/">(CC BY-NC-SA 2.0)</a>, <a href="http://www.flickr.com/photos/52336472@N00/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nagell</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/">(CC BY-NC-SA 2.0)</a><br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
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		<title>Netzpolitischer Einspruch – Jimmy Schulz (FDP)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jimmy Schulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Jan 2014 11:22:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Mit 80 Prozent der Sitze im Bundestag und einer neuen „Digitalen Agenda“ im breiten Rücken wird sich die Große Koalition in die Netzpolitik stürzen. Bleibt neben Projekten wie der „Netzallianz Digitales Deutschland“ überhaupt noch Platz für andere Stimmen? In unserer Reihe „Netzpolitischer Einspruch“ kommen die restlichen 20 Prozent zu Wort, sowie all jene Stimmen, die keinen Sitz im Bundestag haben.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Jimmy Schulz und seine Partei, die FDP, sind nicht im neuen Bundestag vertreten. Also hat der Netzpolitiker jetzt einen liberalen Verein für Netzpolitik gegründet. Das Credo: „Reclaim the Net – das Internet gehört uns allen.“<br />
Digitalisierung und globale Vernetzung revolutionieren Gesellschaft, Wirtschaft, Bildung, Politik. Diese Veränderungen erfassen alle Lebensbereiche, manche spürbar, manche kaum wahrnehmbar. Deswegen ist es eine der zentralen Aufgaben von Politik und allen, die Politik machen, sich mit diesen Veränderungen zu beschäftigen, sie zu verstehen. Dort, wo sich Fehlentwicklungen aufzeigen, sollte Politik gegensteuern, dort, wo Chancen nicht genutzt werden, sollte sie Türen öffnen.<br />
Diesen Prozess will der neu gegründete Verein <a href="http://www.load-ev.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LOAD</a> begleiten und mit gestalten.</p>
<blockquote>
<p>&#8220;Das Internet ist ein Versprechen von Freiheit. LOAD ist der Zusammenschluss von Menschen, die sich gemeinsam für den Schutz dieser Freiheit einsetzen.&#8221;</p>
</blockquote>
<p>So steht es in der <a href="http://load-ev.de/gruendungserklaerung.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gründungserklärung</a> des Vereins.<br />
Auf den bemerkenswerten <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/abschied-von-der-utopie-die-digitale-kraenkung-des-menschen-12747258.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beitrag von Sascha Lobo</a> mit der Schlussfolgerung: „Das Internet ist kaputt.“ kann man resigniert reagieren oder eben mit dem Anspruch: &#8220;Dann reparieren wir es halt!&#8221; Es lohnt sich, dafür gemeinsam zu kämpfen.<br />
Das ist die Haltung von LOAD. Das freie und offene Internet ist eine der größten Errungenschaften unserer Zeit. Liberal denkenden und netzpolitisch interessierten Menschen bietet LOAD eine Plattform für Gedankenaustausch und Diskussion.<br />
Das Internet gehört weder Firmen noch Staaten, es gehört uns allen.</p>
<blockquote>
<p>&#8220;reclaim the net!&#8221;</p>
</blockquote>
<p>Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/95284782@N06/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">marsmet548</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-SA 2.0)</a><br />
<strong><a href="http://politik-digital.de/?s=%22netzpolitischer+einspruch%22" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier gibt es weitere Beiträge der Reihe “Netzpolitischer Einspruch”</a></strong><br />
<img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" alt="CC-Lizenz-630x110" width="407" height="71" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
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