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	<title>Grüne &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Ironisch, unterhaltsam und ehrlich &#8211; wie SPD, Grüne, CDU und Linke Jugendliche auf Tiktok erreichen wollen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Verda Can]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Nov 2024 10:01:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Einfache Lösungen für komplexe Probleme? Genau so präsentiert sich die AfD <span style="font-weight: 400;">auf Tiktok und scheint hierbei überaus erfolgreich zu sein, insbesondere bei Jugendlichen. </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die vom Verfassungsschutz beobachtete Partei verzeichnet die höchste Follower-Anzahl und Likes im Vergleich zu allen anderen etablierten Parteien auf der Plattform. Expert*innen führen den Erfolg der AfD bei den vergangenen Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg auch auf die Social-Media-Präsenz zurück. Nun stellt sich die Frage, wie etablierte Parteien diesem Erfolg entgegentreten und junge Wähler*innen zukünftig besser erreichen können.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p style="font-weight: 400;">Es ist bekannt, dass der TikTok-Algorithmus gezielt Inhalte auswählt und vorschlägt, die für die Nutzerinnen emotional ansprechend sind. Dabei lernt der Algorithmus aus dem Verhalten der Nutzer:innen. Jedes Video auf der <em>For You Page</em> (FYP) wird auf Grundlage der individuellen Interaktionen vorgeschlagen, also Likes, Kommentare, geteilte Inhalte und die Verweildauer bei bestimmten Videos. Emotional aufgeladene oder polarisierende Inhalte ziehen in der Regel mehr Interaktionen an, da sie oft starke Reaktionen hervorrufen – sei es Zustimmung oder Widerspruch. Das bevorzugt Inhalte, die populistische oder stark emotionale Botschaften vermitteln. Die AfD bedient genau diesen Mechanismus, mit ihrem populistischen Content.</p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p style="font-weight: 400;">Emotionale, politische Inhalte müssen aber nicht zwangsläufig auch populistisch sein. Die Linke-Abgeordnete Heidi Reichenick gestaltet auf ihrem <a href="https://www.tiktok.com/@heidireichinnek" target="_blank" rel="noopener">TikTok-Kanal</a> ihre Videos sehr abwechslungsreich und erzielt damit eine hohe Reichweite. Im Vergleich: Reichenick hat insgesamt über 222.000 Follower, während Maximilian Krah aus der AfD nur 66.000 Follower hat.</p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p style="font-weight: 400;">Reichenick startet ihre Videos oft mit Ausschnitten von AfD-Tiktok-Videos, um anschließend auf die dort gezeigten Pauschalisierungen oder auch Sündenbock-Argumentationen hinzuweisen. Die Linken-Politikerin hat dabei öfters eine große Portion Wut im Bauch und weist emotional daraufhin, dass die AfD gesellschaftliche Probleme unzulässig vereinfacht oder Randgruppen vorurteilsbehaftet an den Pranger stellt. Der Slogan der AfD “Sei schlau, wähl blau” wird ironisch mit dem Betrunkenen-Dasein gleichgesetzt. Somit wären diejenigen, die die AfD wählen, gewissermaßen nicht bei Sinnen. Zusätzlich integriert sie in einigen Videos Meme-Inhalte, wodurch der Content ironisch und humorvoll ein jüngeres Publikum durchaus anspricht.</p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p style="font-weight: 400;">Der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Steiniger setzt sich ebenfalls auf seinem TikTok-Kanal mit AfD-Videos auseinander, um zu belegen, wie inkompetent die AfD sich mit politischen Themen beschäftigt. Einem Video von Maximilian Krah, der dort die Erfolgsbilanz des türkischen Präsidenten Erdogan lobt, entgegnet Steiniger, dass seit der Amtszeit Erdogans sowohl die Währung als auch die Wirtschaft in der Türkei eingebrochen sind und das Land unter einer hohen Arbeitslosenquote leidet. So versucht er aufzuzeigen, wie politisch inkompetent die AfD politische Sachverhalte beurteilt.</p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p style="font-weight: 400;">Die Tiktok-Videos des SPD-Bundesabgeordneten Robin Mesarosch sind hingegen länger und textlastiger. Das besondere an den Videos ist, er spricht in seinen Beiträgen in Metaphern und lässt seine Auftritte wie Poetry-Slams wirken. Mesarosch versucht seinen Zuschauer*innen durch emotionale Appelle und lebensnahen Erfahrungen auf Augenhöhe zu begegnen und gleichzeitig über zentrale politische Themen aufzuklären. Genauso wie Steiniger versucht er die Nähe der AfD zu rechtspopulistischen Parteien, die in nicht-liberalen Demokratien an der Macht sind und als das Vorbild der Partei dienen, aufzuzeigen und nennt hierfür z.B. Ungarn.</p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p style="font-weight: 400;">Der 31jährige Tim Achtermeyer, Landesvorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, integriert ebenso wie Reichenick und Steiniger Memes, Film- oder Interviewausschnitte, die zurzeit in den Sozialen Medien viral gehen, in seine Videos, um durch den kreativen Schnitt eine größere Reichweite zu erzielen. Dabei bedient er sich vieler Jungendwörter oder Anglizismen, um jüngere Wähler*innen anzusprechen. Humorvoll und ironisch hinterfragt er die Aussagen von AfD-Abgeordneten wie z.B. die Abschaffung von Regenbogenflaggen an Gebäuden und ob solche Aktionen wirklich ein Schritt zur Verbesserung des Landes seien. Sein Account enthält überdies auch einige seiner emotionalen Reden im NRW-Landtag . Dabei stellt er sich wütend gegen die Behauptung, dass ein Problem des Landes der Islam sei und erwähnt hierfür Leistungen muslimischer Einwanderer.</p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die hier aufgeführten Beispiele machen deutlich, dass es durchaus erfolgreiche TikTok-Kanäle gibt, die sich mit der AfD und ihren populistischen Argumentationen auseinandersetzen. Auch andere Abgeordnete der jeweiligen Parteien sollten zukünftig diesen Beispielen folgen. Eine wichtige Strategie könnte es sein, dass sich politisch demokratische Akteurinnen und Akteure stärker vernetzen, um diesen populistischen Aktionen der AfD und ihren Unterstützer*innen etwas entgegenzusetzen. Diese Strategie arbeiten Daniel Ziblatt und Steven Levitsky in Ihrem Buch <i>How Democracies Die </i>heraus, nämlich, dass die Zusammenarbeit unterschiedlicher politischer Lager eine zentrale Methode zur Bekämpfung von autokratischen Tendenzen ist. So könnte eine stärkere überparteiliche Zusammenarbeit von Parteien und Politiker*innen in Social Media Kanälen zukünftig helfen, die Reichweite gegenüber der AfD zu erhöhen, aber auch die Organisation von Events oder auch Demonstrationen gegen rechts zu optimieren.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Das oft genannte Zusammenrücken in schweren Zeiten, Flagge zeigen gegen Hass und Hetze, sollte sich auch auf den Social Media Plattformen zeigen. Tim Achtermeyer, Robin Mesarosch, Johannes Steiniger und Heidi Reichenick sind momentan vielleicht nur Leuchttürme ihrer Parteien im Kampf auf TikTok gegen die AfD.Aber sie setzen konstruktiv etwas dem Populismus entgegen. Es braucht aber in Zukunft mehr als solche Einzelkämpfer*innen, nämlich eine Strategie aller politisch Engagierten für die Demokratie. Auch oder besonders auf den Social Media Plattformen dieser Welt.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div>
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		<title>Netzpolitik im Hamburger Koalitionsvertrag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Rothe]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2015 11:10:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Gut zwei Monate liegt die Wahl in Hamburg zurück, jetzt haben sich SPD und Grüne endlich auf einen gemeinsamen Koalitionsvertrag [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/hh-rathaus_bearb1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145319" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/hh-rathaus_bearb1.jpg" alt="hh rathaus_bearb" width="640" height="280" /></a>Gut zwei Monate liegt die Wahl in Hamburg zurück, jetzt haben sich SPD und Grüne endlich auf einen gemeinsamen Koalitionsvertrag geeinigt. Nachdem wir uns vor der Senatswahl bereits die Wahlprogramme der Parteien genauer angesehen haben, werfen wir nun aus netzpolitischer Sicht einen Blick auf den Koalitionsvertrag.</p>
<p><a href="http://www.spd-hamburg.de/linkableblob/128150/data/koalitionsvertrag_download.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Zusammen schaffen wir das moderne Hamburg“</a>. Ein bisschen sperrig kommt er daher, der Titel des Koalitionsvertrags zwischen SPD und Grünen für die gemeinsame Regierungsbildung in den kommenden fünf Jahren. Tatsächlich haben beide Parteien einen Großteil ihrer netzpolitischen Ankündigungen aus den <a title="Netzpolitik an der Waterkant: Die Wahlprogramme zur Hamburger Bürgerschaftswahl" href="http://politik-digital.de/netzpolitik-an-der-waterkant-die-wahlprogramme-zur-hamburger-buergerschaftswahl" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlprogrammen</a> übernommen und so ein zeitgemäßes Programm geschnürt. Die wichtigsten Vorhaben im Überblick.</p>
<p><strong>Digitale Stadt</strong></p>
<p>Der Bereich eGovernment soll in den nächsten Jahren verstärkt ausgebaut werden und mehr niedrigschwellige und kundenfreundliche Verwaltungsangebote schaffen, ohne gleichzeitig persönliche Dienstleistungen der Verwaltung abzubauen. Diese sollen wenn möglich auch über entsprechende Apps zugänglich gemacht werden und so den Behördengang für Bürgerinnen und Bürger erleichtern.</p>
<p>Für die Hamburger Stadtverwaltung plant der neue Senat, verstärkt OpenSource-Lösungen zum Einsatz kommen zu lassen und externe IT-Dienstleister durch No-Spy-Klauseln zur Einhaltung von Datenschutz und Vertraulichkeit zu verpflichten. Beide Anliegen fanden sich bereits im Wahlprogramm der Grünen und haben nun Eingang in den gemeinsamen Koalitionsvertrag gefunden.</p>
<p>Der Landesdatenschutzbeauftragte Hamburgs soll in den kommenden Jahren mit seinem Amt vollständig vom Senat gelöst und dadurch in seiner Unabhängigkeit weiter bestärkt werden. Wie in den meisten Bundesländern ist der Datenschutzbeauftragte der Hansestadt für die datenschutzrechtliche Aufsicht und Beratung öffentlicher und nicht-öffentlicher Stellen sowie für die Informationsfreiheit und Akteineinsicht zuständig.</p>
<p><strong>Ausbau freier WLAN-Angebote</strong></p>
<p>Nachdem der Hamburger Senat bereits 2012 die Bundesratsinitiative zur Schaffung von Rechtssicherheit bei der Störerhaftung angestoßen hat, unterstreicht die künftige Regierungskoalition nun diesen Anspruch. Gewerbliche und private WLAN-Netze sollen noch in dieser Legislaturperiode ein möglichst flächendeckendes freies Angebot ermöglichen. Dafür muss jedoch auf Bundesebene endlich Rechtsklarheit für die Betreiber solcher Netze geschaffen werden.</p>
<p><strong>Urheberrecht – zwischen klassischen Geschäftsmodellen und neuen Vertriebswegen</strong></p>
<p>Der Senat will sich aktiv in die Diskussion um die künftige Ausgestaltung des Urheberrechts in Deutschland und Europa einbringen und für einen fairen Ausgleich der Interessen von Urhebern, Verwertern und Nutzern eintreten.</p>
<p><strong>Öffentlich-rechtliche Inhalte länger verfügbar</strong></p>
<p>Viele Beitragszahler des Rundfunkbeitrags ärgern sich regelmäßig, wenn eine verpasste Sendung nach sieben Tagen nicht mehr in den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten verfügbar ist. Auch der neue Hamburger Senat sieht hier Handlungsbedarf und will sich gemeinsam mit anderen Bundesländern für eine längere Verfügbarkeit öffentlich-rechtlicher Produktionen einsetzen. Die Rechtsgrundlagen hierfür sollen im Hinblick auf das sich wandelnde Seh- und Nutzungsverhalten der Beitragszahler geschaffen werden, und das unter Berücksichtigung der Interessen privater Anbieter.</p>
<p><strong>Bildung im digitalen Zeitalter</strong></p>
<p>Die Kontroverse um die Herauslösung des Informatikunterrichts aus dem Pflichtfach Naturwissenschaft und Technik hatte 2013 zu hitzigen Diskussionen in der Hansestadt geführt. SPD und Grüne haben bei diesem Thema in der vergangenen Wahlperiode unterschiedliche Standpunkte vertreten. Die Einigung scheint jetzt ein Minimalkonsens zu sein. Im Koalitionsvertrag wird nun lediglich ein neuer Rahmenlehrplan für das Wahlpflichtfach Informatik angekündigt.</p>
<p>Die Nutzung digitaler Medien soll verstärkt in den Unterricht integriert und hierfür sollen auch das WLAN-Angebot an Schulen und der Einsatz freier Lernressourcen ausgebaut werden.</p>
<p>Eine positive Entwicklung wird im Bereich der Hochschulbildung und Lehre angekündigt. Die Urheberrechtsregelungen für die Produkte wissenschaftlicher Forschung will der Senat im Hinblick auf die Anforderungen und die heutige Praxis von wissenschaftlichem Arbeiten und Lehre auf den Prüfstand stellen. Der digitale Zugang zu Publikationen könnte für Studierende und Lehre so endlich ausgebaut und erleichtert werden. Studien, Analysen und Gutachten, die mit öffentlichen Geldern gefördert wurden, sollen der Öffentlichkeit in Zukunft nach Open Data-Prinzipien zugänglich gemacht werden.</p>
<p><strong>3-D-Print-Initiative</strong></p>
<p>Ein wenig überraschend kommt die 3-D-Druck-Strategie des Senats daher. Als vielversprechende Querschnittstechnologie, die einen Strukturwandel in Medizintechnik, Luftfahrt, Logistik und Handel befördern soll, erhofft sich die künftige Regierung Standortvorteile vom 3-D-Druck. Die bereits vorhandenen Kompetenzzentren sollen durch eine übergreifende Strategie weiter gefördert und unterstützt werden und Hamburg als Technologieführer etablieren. Was genau geplant ist und in welchem Umfang zum Beispiel Arbeitsplätze entstehen könnten, bleibt allerdings offen.</p>
<p><strong>Schaffung eines Start-up-Ökosystems</strong></p>
<p>Die Unterstützung von Start-up-Hubs und die gezielte Förderung von Start-ups soll auch in der nächsten Legislaturperiode fortgeführt werden. Besonders die Hochschulen und Universitäten rücken hier als Ausgangspunkt für wissensbasierte Gründungen in den Mittelpunkt.</p>
<p>Interessanterweise spielen <a title="Faktencheck Netzneutralität – gleiches Internet für alle?" href="http://politik-digital.de/faktencheck-netzneutralitaet-gleiches-internet-fuer-alle" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzneutralität</a> und Vorratsdatenspeicherung, trotz vieler aktueller Diskussionen auf Bundes- und EU-Ebene, im Koalitionsvertrag keine Rolle. Andere Themen wie Störerhaftung, Urheberrecht oder die Verlängerung der Speicherfristen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten kann Hamburg nicht alleine angehen. Gemeinsam mit gleichgesinnten Bundesländern wird viel Überzeugungsarbeit geleistet und gegen starke Lobbyinteressen Stand gehalten werden müssen. Der Koalitionsvertrag zeigt, dass SPD und Grüne den Anforderungen an die digitale Zukunft Hamburgs gerecht werden wollen und hier eine wichtige Querschnittsaufgabe erkannt haben. Wie ernst sie es damit meinen, wird sich daran messen lassen, welche Ankündigungen sie in den kommenden fünf auch umsetzen.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/uranwolle/9067046118" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Markus Daams</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Europawahlkampf 2.0 &#8211; Das Projekt Green Primary</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Krotz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jan 2014 15:52:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Europawahl 2014]]></category>
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		<category><![CDATA[Online-Abstimmung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die seit Jahrzehnten dramatisch sinkende Wahlbeteiligung bei den Europawahlen bereitet nicht nur den Europäischen Grünen Sorge. Mit ihrem Projekt „Green [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/e-voting.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-138183" alt="e-voting" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/e-voting.jpg" width="600" height="401" /></a><br />
Die seit Jahrzehnten dramatisch sinkende Wahlbeteiligung bei den Europawahlen bereitet nicht nur den Europäischen Grünen Sorge. Mit ihrem Projekt „Green Primary“ geht die Partei in die Offensive und versucht, das europäische Wahlvolk zu mobilisieren. In einer Online-Abstimmung sollen alle EU-Bürger, die sich den grünen Zielen verbunden fühlen, über das Spitzenduo der Europäischen Grünen Partei (EGP) für die Europawahlen 2014 abstimmen. Jetzt beginnt der Endspurt &#8211; die Wahlen laufen noch bis zum 28. Januar.<br />
Die beiden Gewinner der <a href="http://greenprimary.europeangreens.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vorwahlen</a> werden das Gesicht der EGP im Europawahlkampf 2014 sein und die 36 nationalen Grünen Parteien bei diesem unterstützen. Außerdem sind sie die Kandidaten der EGP für die Wahl des Kommissionspräsidenten. Dass die EGP diesen stellen wird, kann indes als unwahrscheinlich gelten. Zur Wahl stehen ein Mann und drei Frauen: José Bové kommt aus Frankreich, Monica Frassoni aus Italien, Rebecca Harms und Ska Keller kommen aus Deutschland.</p>
<h3>Ungleiche Beteiligung &#8211; gute Reaktionen</h3>
<p>Über den bisherigen Verlauf des <a href="http://politik-digital.de/experiment-greenprimary-europa-gruene-lassen-online-ueber-spitzenduo-abstimmen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einzigartigen Projekts</a> zeigt sich Johannes Hillje, Campaign Manager der EGP im diesjährigen Wahlkampf, sehr zufrieden. Die Idee werde insgesamt gut aufgenommen, sowohl von den Bürgern als auch auf politischer Ebene in Brüssel. Dort gelte die EGP als Partei mit dem demokratischsten und innovativsten Prozess zur Kandidatenkür. Die Wahlbeteiligung liege bislang im fünfstelligen Bereich. Erwartet wird aber noch eine Steigerung, da die heiße Mobilisierungsphase erst in den kommenden Tagen beginnt. Die Wahlbeteiligung wie die Teilnahme an Chats und Hangouts fallen in den einzelnen Mitgliedsstaaten sehr ungleich aus. Auch die Besucherzahl der Offline-Debatten in europäischen Hauptstädten &#8211; die alle im Netz gestreamt werden &#8211; variiert nicht unerheblich. Hillje erklärt, dies hänge sowohl mit dem unterschiedlichen Einfluss der jeweiligen nationalen Partei als auch mit den ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen zusammen.<br />
<figure id="attachment_136112" aria-describedby="caption-attachment-136112" style="width: 407px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/60474-1x2-orginal.gif"><img decoding="async" class="wp-image-136112         " alt="60474-1x2-orginal" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/60474-1x2-orginal.gif" width="407" height="338" /></a><figcaption id="caption-attachment-136112" class="wp-caption-text">Seit Jahrzehnten dramatisch am Fallen: Die Wahlbeteiligung bei den Europawahlen.</figcaption></figure><br />
Anlass für dieses Projekt ist unter anderem die sinkende Wahlbeteiligung bei den Europawahlen. Lag sie 1979 noch bei durchschnittlich 63 Prozent, erreichte sie 2009 ihren neuen Tiefstand mit 43 Prozent. Die Europäer sehen die Verantwortung für diese Entwicklung auch bei den Parteien. Sie würden die Wahlen häufig für <a href="http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/europawahl/60473/wahlbeteiligung-1979-2009" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nationale Themen instrumentalisieren, anstatt ihren europapolitischen Schwerpunkt zu kommunizieren</a>. Diesen Vorwurf jedoch kann man den Europäischen Grünen wohl kaum machen. Dementsprechend groß sind die Erwartungen an das gesamteuropäische Projekt Green Primary.</p>
<h3>Transnationalisierung und E-Democracy</h3>
<p>Die EGP eint das Ziel, die EU ökologischer, gerechter und solidarischer zu machen. Die Unterschiede zwischen den Programmen der einzelnen Kandidaten sind folglich nicht sehr groß. Das Interesse gilt meist Europa und seinen Bürgern, betont wird aber durchaus, dass die Herausforderungen dieses Jahrhunderts global sind. So macht sich Ska Keller stark für eine EU, die im Interesse der Menschen (und nicht dem der Banken) über die Grenzen Europas hinaus handelt. Auch ein „general interest“, wie es laut José Bové ins Herz Europäischer Politik zurückkehren muss, umfasst die globale Gesellschaft und ihre gemeinsame Zukunft.<br />
Und dies ist &#8211; neben dem Format der Online-Vorwahlen &#8211; das eigentlich Neue an diesem Projekt: Die Grünen unternehmen den Versuch, die EU verstärkt zu politisieren, indem sie plebiszitäre Verfahren ausbauen und dabei sogar auf Parteizugehörigkeit als Voraussetzung verzichten. Sie wissen, dass die Etablierung einer europäischen Identität eine <a href="http://www.gruene.de/partei/green-primary-endspurt-des-demokratie-experiments.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">transnationale, europäische Öffentlichkeit</a> verlangt, und das Green Primary-Experiment verdient aus diesem Grund schon jetzt Anerkennung.<br />
E-voting-Verfahren &#8211; Wahlen über das Internet &#8211; hingegen finden schon seit Jahren in Mitgliedsstaaten der EU statt, zum Beispiel in <a href="http://politik-digital.de/online-wahlen-vorbild-estland/">Estland</a>. Auch <a href="http://www.europarl.europa.eu/news/de/news-room/content/20110321STO15986/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bei der EU überlegt</a> man schon länger, ob sich die Wahlbeteiligung durch solche Verfahren  erhöhen ließe, umgesetzt wurden derlei Verfahren jedoch bislang noch nicht.<br />
Das Projekt der Grünen besitzt Vorzeigecharakter für eine transnationale E-Democracy. Aber es fällt auf, dass eine aufgeklärte Netzpolitik nicht im Programm der Kandidaten zu finden ist. In ihren Vorstellungsvideos legen sie vor allem Wert auf die grünen Kernthemen. Die Kandidaten sollten die Gelegenheit nutzen, das Format zu stärken, indem sie mehr Partizipationsmöglichkeiten in Europa, insbesondere mithilfe neuer Medien, einfordern.<br />
Bilder: oben: (bearbeitet, Originalbild) <a href="http://www.flickr.com/photos/hughelectronic/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EFF</a> (CC BY 2.0 via Flickr) ; Grafik: <a href="http://www.bpb.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bpb</a> (CC BY-NC-ND 3.0 DE)<br />
<img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></p>
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		<title>Beliebt und beliebig: Transparenz im Parteiprogramm</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oskar Brabanski]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Sep 2013 08:21:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Linke]]></category>
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					<description><![CDATA[Transparenz ist in diesem Wahlkampf eines der am meisten verwendeten politischen Modewörter und wird, quer durch fast alle Parteien und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/TransparenteMüllgebühren.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-132161" alt="TransparenteMüllgebühren" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/TransparenteMüllgebühren.jpg" width="640" height="480" /></a>Transparenz ist in diesem Wahlkampf eines der am meisten verwendeten politischen Modewörter und wird, quer durch fast alle Parteien und Medien, mal stärker und mal schwächer eingefordert. Dennoch weisen Kurswechsel, wie der von Steinbrück, auf eine Unsicherheit hin – wie ist dieser politische Kampfbegriff eigentlich definiert? Und wie viel Transparenz ist überhaupt gut? Werfen wir dazu einen Blick die Programme der etablierten Parteien.<br />
Die Rufe nach Transparenz im Vorfeld der Bundestagswahl erscheinen allgegenwärtig. Plagiatsjäger, die wissenschaftliches Fehlverhalten in Dissertationen von Spitzenpolitikern nachweisen wollen, tun dies unter dem Banner einer ominösen Transparenz, die zwar Plagiatsvorwürfe, nicht aber zwingend ihre Identität einschließt. Im Zuge der Überwachungsaffäre durch die NSA versprach Obama mehr Offenheit in der Geheimdienstarbeit – und wurde von deutschen Politikern prompt für seine „Transparenzinitiative“ gelobt. Peer Steinbrück, wegen hoher Nebeneinkünfte in der Kritik, ließ sich zu der Aussage hinreißen, Transparenz gäbe es nur in Diktaturen. Wenig später lenkte er ein und forderte eine Transparenzoffensive, um Nebeneinkünfte von Abgeordneten &#8220;bis auf den letzten Cent&#8221; offenzulegen. Und dass die Piratenpartei unter anderem aus einem Transparenzgedanken heraus gegründet wurde, ist zwar weithin bekannt, interessiert aber kaum noch.<br />
Es scheint eine Dialektik der Transparenz zu geben: Bis zu einem gewissen Grad ist Transparenz unbedingt wünschenswert, damit Bürgerinnen und Bürger wieder Vertrauen in die Politik – und vor allem in Politiker! – aufbauen können. Ganz im Sinne von abgeordnetenwatch.de („Weil Transparenz Vertrauen schafft!“) oder dem Hamburgischen Transparenzgesetz („Transparenz schafft Vertrauen“). Allerdings ist diese Transparenz zu begrenzen: Der gläserne Politiker ist, analog zum gläsernen Bürger, das Sinnbild einer entfesselten Transparenz. Dazu kommt die Ambivalenz der Transparenz: Politik und Politiker sollen transparenter werden &#8211; E-Mails, Telefonate und die Privatsphäre von Bürgerinnen und Bürgern jedoch sollen unter besonderem Schutz stehen. Bei so vielen Irrungen und Wirrungen ist Unsicherheit bezüglich des Begriffs vorprogrammiert.<br />
Trotz der Spannung zwischen Relevanz und Transparenzforderungen auf der einen, aber deutlicher Unsicherheit bei der Verwendung des Begriffs auf der anderen Seite, gibt es keinen systematischen Transparenzvergleich zwischen den Parteien. Transparenz spielt in der Analyse von Wahlprogrammen kaum eine Rolle, und wenn, dann wird sie nur als ein kleiner Teil der Netzpolitik gesehen – dabei ist sie bei weitem nicht auf diese beschränkt. Schauen wir genauer, wie die Parteien Transparenz definieren, ob sie diese einfordern und wenn ja, in welchen Bereichen.</p>
<h3>Transparenz-Bingo</h3>
<p>Zu Beginn eine rein quantitative Betrachtung: Umgerechnet auf 100 Seiten Parteiprogramm kommt das Wort Transparenz (auch in Abwandlungen: Intransparenz, transparent…) erwartungsgemäß bei den Piraten mit 36 Erwähnungen am häufigsten vor. Mit kleinem Abstand folgen die Grünen mit 28 und die SPD mit 27 Erwähnungen. Wiederum mit Abstand folgen die FDP mit 21 und Die Linke mit 16 Erwähnungen pro 100 Seiten. Das Schlusslicht bildet die CDU: In ihrem kompletten Parteiprogramm kommt Transparenz 8 Mal vor, auf 100 Seiten gerechnet nur 6 Mal. In Worten: Sechs.<br />
Doch wie wird der Begriff Transparenz verwendet? Wie stehen die Bundestagsparteien zur Transparenz? Darüber sagt eine rein quantitative Analyse wenig aus. Betrachten wir einmal die Parteiprogramme der Bundestagsparteien SPD, CDU, Grünen, Linke und FDP.</p>
<h3>Der Transparenzbegriff ist intransparent</h3>
<p>Wirklich definiert wird der Transparenzbegriff in keinem Parteiprogramm. Eine Annäherung an den Begriff ist möglich, indem man die Begriffe, die gemeinsam mit Transparenz oder auch synonym verwendet werden, betrachtet. Bei der SPD wird Transparenz häufig zusammen mit „Offenheit“, „Nachvollziehbarkeit“ oder „einfach“ benutzt. Auch „klar“ und „leicht verständlich“ werden dem Begriff Transparenz zur Seite gestellt. Anders verhält es sich bei der CDU, welche den Begriff meistens alleinstehend verwendet. Nur einmal bildet er ein Trikolon mit „verständlich“ und „vergleichbar“. Die Linke hingegen verwendet den Begriff fast immer zusammen mit „demokratisch“ oder „Demokratie“ sowie „Partizipation“. Breit gestreut wird bei der FDP, in der Transparenz häufig mit „effektiv“, „nachvollziehbar“, „demokratisch“, „Beteiligung“ und „Partizipation“ korreliert. Die Grünen, mit fast 100 absoluten Erwähnungen Spitzenreiter (jedoch haben sie auch das mit Abstand längste Parteiprogramm), koppeln den Transparenzbegriff häufig an „demokratisch“ und „Partizipation“.<br />
Zusammenfassend kann man festhalten, dass die CDU Transparenz semantisch alleinstehend verwendet, während SPD, Linke und Grüne Transparenz in einem eher demokratisch orientierten, politischen Kontext verwenden. Die FDP verwendet den Begriff hauptsächlich als Marktfaktor („Effizienz“).<br />
Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass von den drei Parteien, die ein Stichwortverzeichnis am Ende des Wahlprogramms haben (Linke, Grüne und FDP), die Linke die einzige Partei ist, welche Transparenz als nicht wichtig genug erachtet, um den Begriff &#8211; zwischen transgender und Troika &#8211; in ihr Stichwortverzeichnis zu setzen. Dafür würdigt die SPD als einzige Partei die Transparenz durch Aufnahme in die Präambel eines Kapitels: „Voraussetzung für eine demokratische und offene Gesellschaft sind demokratische Kultur und Öffentlichkeit genauso wie Transparenz und Partizipation.“ Dies legt nahe, dass Transparenz nicht immer als eigenständige Kategorie Verwendung findet, auch wenn der Begriff häufig und durchaus affirmativ benutzt wird. Dieser Befund deutet weiter auf eine deutliche Unsicherheit und auf ein mangelndes parteiübergreifendes kohärentes Verständnis des Begriffs hin.</p>
<h3>Welche Bereiche sollen transparent werden?</h3>
<p>Die Antwort ist einfach: So ziemlich alle, nimmt man sämtliche Parteiprogramme zusammen. Einzeln betrachtet werden aber Unterschiede deutlich. Im Wesentlichen lässt sich erkennen, dass verstärkt in den Themenbereichen Transparenz gefordert wird, die ohnehin den Fokus der Parteien bilden. Einig sind sich alle Parteien beim Verbraucherschutz: Herkunft, Produktionsbedingungen und Inhalte sollen transparent werden. Hier liegt insbesondere ein Schwerpunkt der CDU, bei der damit die Transparenzforderung schon fast erschöpft ist.<br />
SPD, Grüne, Linke und FDP fordern vermehrt Transparenz bei Vergabeverfahren – zum Beispiel, wenn es um Forschungs- und Fördergelder, aber auch um geplante Flugrouten (Linke) oder Bauvorhaben geht. Diese inflationäre Verwendung zeigt eine gewisse Beliebigkeit in der Verwendung des Begriffs &#8211; wieder ein Anzeichen der mangelnden Definition von Transparenz im politischen Diskurs.<br />
Im politischen Bereich fordern zudem alle Parteien Transparenz in der öffentlichen Verwaltung (Stichwort „Open Data“), wobei hier die Reichweite der Forderung von Partei zu Partei schwankt: Die CDU will die Verwaltung bürgerfreundlicher und einfacher gestalten, während die Linke gar das Informationsfreiheitsgesetz zu einem Transparenzgesetz ausbauen und alle Daten zugänglich machen will. Hier alterniert das Verständnis des Begriffs zwischen einem reinen Verwaltungsinstrument und einem Wert – offene Daten seien begrüßenswert. Dies ist zu einem gewissen Teil den bisher zögerlich umgesetzten „Open Data“-Initiativen und der mangelnden Erfahrung mit ihnen geschuldet.</p>
<h3>Rhetorische Differenzen</h3>
<p>Unterschiede, die auf einen politischen Willen hindeuten, Transparenz wirklich durchzusetzen, finden sich bereits in der Rhetorik der Wahlprogramme. Der Transparenz vorangestellt sind bei der Linken häufig Begriffe wie „brauchen“, „müssen“ und „wollen“. Dies verdeutlicht, dass die Linke sich nicht nur bewusst ist, häufig Transparenz einzufordern, sondern sie auch die Notwendigkeit dazu sieht und sie diese tatsächlich auch durchzusetzen gewillt ist. Die SPD „fordert“ ebenfalls Transparenz. Sie ist sich im Klaren darüber, dass Transparenz „von der Zivilgesellschaft zu Recht eingefordert“ wird. Jedoch schränkt sie die Transparenz auch ein: „Transparenz bedeutet dabei nicht gläserne Politiker (S. 97).“<br />
Wesentlich zurückhaltender ist hingegen die CDU: „Ebenso werden wir prüfen, gesetzliche Transparenzpflichten einzuführen“, heißt es im Parteiprogramm. Deutlich affirmativer, wenn auch nicht so deutlich wie bei der Linken und der SPD, ist die FDP. Sie spricht wiederholt von „wollen“ und analysiert als einzige Partei im Rückblick, dass „(…) dank der Liberalen transparenter und attraktiver geworden“ sei. Viel euphorischer und normativer verwenden die Grünen den Begriff: Transparenz sei eine „Grundlage“, die wir „brauchen“ &#8211; und dementsprechend „fordern“ die Grünen Transparenz.<br />
Fazit: Es lässt sich feststellen, dass Transparenz eine unterschiedliche Relevanz bei den Parteien einnimmt. Die Unterschiede sind relativ gering &#8211; deutlich hingegen wird, dass die CDU absolutes Schlusslicht ist. Viel entscheidender jedoch ist, dass einheitliche Definitionen von Transparenz fehlen. Transparenz scheint, als politisches Modewort, inflationär benutzt zu werden, obwohl eine Unsicherheit bei der Verwendung durchaus spürbar ist. Transparenz wird meistens in den Bereichen eingefordert, die ohnehin den thematischen Schwerpunkt der Parteien bilden – bei den Grünen im Umweltschutz und erneuerbaren Energien, bei der CDU beim Verbraucherschutz, bei der FDP als Marktfaktor für einen fairen Wettbewerb und bei SPD und Linke als essenzieller Wert für Demokratie. Dies ist nicht unerheblich für zukünftige Koalitionsverhandlungen, wenn sich zwei (oder mehr) Parteien auf mehr Transparenz verständigen sollen, aber vollkommen unterschiedliche Auffassungen des Begriffs haben. Wir dürfen gespannt sein.</p>
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&nbsp;<br />
Bild: gruene_sachsen (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC-ND 2.0</a>)<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a>
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		<title>Experiment #greenprimary: Europa-Grüne lassen online über Spitzenduo abstimmen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ludwig Lagershausen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Jun 2013 14:14:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl 2014]]></category>
		<category><![CDATA[greenprimary]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Abstimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhard Bütikofer]]></category>
		<category><![CDATA[EGP]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Vorfeld der Europawahl 2014 lässt die Europäische Grüne Partei online über ihre Spitzenkandidaten abstimmen. Dabei haben interessierte Bürgerinnen und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelbildGrueneOnlineAbstimmung.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-129625" alt="ArtikelbildGrueneOnlineAbstimmung" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelbildGrueneOnlineAbstimmung.jpg" width="640" height="427" /></a>Im Vorfeld der Europawahl 2014 lässt die Europäische Grüne Partei online über ihre Spitzenkandidaten abstimmen. Dabei haben interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, im Internet eine Vorauswahl des Spitzenpersonals zu treffen. Der Parteichef der Europäischen Grünen Partei, Reinhard Bütikofer, spricht von einer „noch nie dagewesenen Aktion“.<br />
Keine 100 Tage sind es mehr bis zur Bundestagswahl, der Wahlkampf kommt langsam ins Laufen, die Parteien und Kandidaten positionieren sich. Doch auch die kommende Wahl zum Europaparlament im Mai 2014 wirft schon ihre Schatten voraus. Die Europäische Grüne Partei (EGP) möchte neue Akzente in Sachen Bürgerbeteiligung und direkter Demokratie setzen und veranstaltet erstmals eine Online-Vorauswahl, um zwei gesamteuropäische Spitzenkandidaten zu bestimmen. Ähnliche Vorhaben gab und gibt es zwar immer wieder einmal, auf gesamteuropäischer Ebene ist dies aber eine Neuheit. Erstmals soll es demnach möglich sein, aus ganz Europa, also aus allen 33 nationalen Grünen Mitgliedsparteien der EGP, Bewerberinnen und Bewerber direkt als Spitzenkandidaten zu nominieren.<br />
Reinhard Bütikofer, der Vorsitzende der Europäischen Grünen Partei, begründet das Vorhaben so: „In der Europapolitik wird immer wieder der zu große Abstand zwischen Bürgern und politischen Entscheidungsträgern kritisiert. Es wird häufig geklagt, Europa sei nur eine Addition nationaler politischer Räume ohne gemeinsame europäische Öffentlichkeit. Darauf wollen wir antworten und mit einer europaweiten elektronischen Urwahl einen Schritt nach vorne gehen.“</p>
<h3>Keine nationale Bindung</h3>
<p>Die Besonderheit: Die Abstimmung ist nicht an eine Mitgliedschaft in einer Grünen Partei gebunden, sondern auch Sympathisanten grüner Ziele und Ideen sind explizit dazu aufgefordert, sich zu beteiligen. Auch besteht keine nationale Bindung, jeder, egal aus welchem EU-Mitgliedsstaat, kann für jeden aufgestellten Kandidaten votieren. Die Registrierung erfolgt über die <a href="http://europeangreens.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website </a>der europäischen Grünen, die Software selber wird durch eine externe spezialisierte Firma in enger Abstimmung mit der EGP technisch betreut und auch die Datensicherheit gewährleistet.<br />
Und wer kann kandidieren und letztlich um Stimmen der geneigten Grünen buhlen? „Prinzipiell jeder. Es gibt keine formalen Voraussetzungen, um Kandidat zu werden, nicht einmal eine Mitgliedschaft in einer unserer Grünen Parteien ist nötig“. Man brauche aber eine gewisse Mindestunterstützung. Um kandidieren zu können, ist die Unterstützung fünf nationaler Grüner Parteien aus EU-Mitgliedsländern notwendig. „Da jede Mitgliedspartei nur einen Bewerber unterstützen darf, ist die Anzahl an Kandidaten von vorneherein sehr begrenzt“, erklärt Bütikofer, der deshalb auch keine Manipulation der Abstimmung, etwa eine Torpedierung durch politische Gegner, fürchtet: „Alle Kandidaten, die letztlich zur Wahl stehen werden, werden die Grünen in Europa sehr gut repräsentieren. Außerdem garantieren wir ein Höchstmaß an Sicherheit und Datenschutz.“<br />
Da es bei der EU-Wahl keine gesamteuropäischen Listen gibt, sondern nur nationale Listen für jedes Land, muss jeder Kandidat in seinem Heimatland antreten. Die Ergebnisse der internetbasierten Vorauswahl werden dennoch soweit verbindlich und gültig sein, dass diejenigen zwei Kandidaten mit den meisten Stimmen als Spitzenkandidaten für die gesamteuropäische Grüne Parteifamilie im Frühjahr 2014 in den Europawahlkampf ziehen werden. Eine Einschränkung gibt es aber doch bei der Kandidatenauswahl, „Gemäß unserer grünen Tradition gibt es eine Mindestquotierung für Frauen. Die Frau mit den meisten Stimmen wird auf jeden Fall zu den beiden Kampagnenführern gehören, auch, wenn sie insgesamt weniger als die zweitmeisten Stimmen erhält“, ergänzt der Kovorsitzende der europäischen Grünen.<br />
Eine Mindestanzahl an Teilnehmern ist für die Online-Wahl übrigens nicht zwingend, jedoch peilt man – sehr ambitioniert &#8211; eine sechsstellige Teilnehmerzahl an. Dazu erklärt Reinhard Bütikofer, solch ein Experiment sei „völlig neu in Europa“ daher wolle man auf Mindestanforderungen bei den Stimmzahlen verzichten.<br />
Eine wichtige Rolle spielt diese Urwahl übrigens auch auf einer weiteren Ebene: Da der Spitzenkandidat der Parteienfamilie, die bei der Europawahl am besten abschneidet, Präsident der Europäischen Kommission werden soll, wollen die europäischen Grünen die Wahl zu diesem Schlüsselposten politisieren und näher ans Volk bringen.</p>
<h3>Online und offline mobilisieren</h3>
<p>Damit eine anständige Mitmachzahl erreicht wird, muss die Online-Primary aber beim Wahlvolk noch bekannter gemacht werden. Da seien, so Bütokofer, „vor allem die nationalen Grünen Mitgliedsparteien gefragt, die das in den Heimatländern bewerben müssen“. So soll – wie bei einer Online-Kampagne nicht anders zu erwarten – Online-Werbung geschaltet werden, zudem wird die Wahl von Online-Debatten begleitet. Aber auch offline soll etwas passieren: „In verschiedenen europäischen Hauptstädten sind Diskussionsrunden geplant, an denen jeder teilnehmen kann. Und auch die Grüne Jugend wird für die Aktion mobilisieren. Ich denke, dass man von der Aktion hören wird!“, zeigt sich der geborene Mannheimer zuversichtlich.<br />
Überhaupt hofft Bütikofer, mit einer solchen Aktion ein Zeichen für mehr direkte Demokratie und Bürgerbeteiligung setzen zu können und ist schon seit Langem von der Idee überzeugt: „Ich glaube, derlei Instrumenten gehört die Zukunft der politischen Personalauswahl. Wenn unsere Aktion ein Erfolg wird, dann werden vielleicht auch andere Parteien diese Idee der bürgernahen Beteiligung aufgreifen,“ hofft Bütikofer auf einen Erfolg der Grünen Europa-Urwahl, und fügt hinzu: „Ganz wichtig ist aber, dass man die Bürgerinnen und Bürger nicht nur über Alternativen abstimmen lässt, sondern sie auch an einer entsprechenden Diskussion beteiligt und sie so voll in den Entscheidungsprozess einbindet. Für eine lebendige Demokratie ist die Debatte unerlässlich! Die Erörterung von Alternativen und das Vergleichen verschiedener Lösungen müssen in solche Formate direkter Beteiligung unbedingt integriert werden!“<br />
Man darf gespannt sein, auf welches Interesse das Vorhaben stoßen wird. Im Sinne der Bürgerbeteiligung wäre es ohne Frage essentiell, wenn sich solcherlei Modelle längerfristig in allen Parteien national wie international durchsetzen könnten.<br />
&nbsp;<br />
<strong><strong></strong></strong>Bilder: Ernesto Ruge (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC-SA 2.0</a>)</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>Austrian Web Campaigning</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-oewahl4-shtml-2404/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[alederer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Nov 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[SPÖ]]></category>
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					<description><![CDATA[Durch die vorgezogenen Neuwahlen hatten die Kampagnenmacher wenig Zeit zur Strategieentwicklung. Welches Medium eignet sich in solch einer besonderen Situation am besten? Das Internet, dass für seine Schnelligkeit bekannt ist? Der folgende Artikel berichtet über die Aktivitäten der Parteien im Netz.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Durch die vorgezogenen Neuwahlen hatten die Kampagnenmacher wenig Zeit zur Strategieentwicklung. Welches Medium eignet sich in solch einer besonderen Situation am besten? Das Internet, dass für seine Schnelligkeit bekannt ist? Der folgende Artikel berichtet über die Aktivitäten der Parteien im Netz.<!--break-->
                  </p>
<p>Nach dem Scheitern der österreichischen Regierungskoalition am 9. September sahen sich von einem Tag auf den anderen Parteizentralen, Medien und die Bevölkerung mit einem Wahlkampf konfrontiert. Die Kampagnenmaschinerie lief problemlos an: die Medien starteten wahlspezifische Sonderberichterstattung, Meinungsforschungsinstitute publizierten wöchentlich neue Umfragen und gaben gleichzeitig Pressekonferenzen, auf denen sie praktisch die Nichtigkeit ihrer Umfragen erklärten. Die Parteien verstärkten ihre Medienarbeit und plakatierten mehr Plakate als irgendjemand ertragen kann.<br />
                  <br />Der Wahlkampf im Internet startete jedoch erst wenige Wochen vor der Wahl. Der Grund dafür ist in der Kurzfristigkeit der Wahl zu sehen. Der Ernst der Situation wurde erst Ende August sichtbar und für den Anfang September startenden Wahlkampf war die Zeit zu kurz, für die Parteien, die Medien als auch die „Zivilgesellschaft“, umfassende wahlkampfbegleitende Internetaktivitäten fristgerecht umzusetzen.</p>
<p>
                  <strong>Die Parteien</strong><br />
                  <br />Die Parteien sind naturgemäß die Hauptakteure bei Wahlkämpfen im Netz. Um sie dreht sich alles. Auf den Webseiten der vier im Parlament vertretenen Parteien war lange Zeit vom Wahlkampf nur wenig zu spüren, mit Ausnahme der einschlägigen Presseaussendungen, die bei allen Parteien übers Netz abzurufen waren.<br />
                  <br />Die Koalitionskrise war bei der<br />
                  <a href="http://www.fpoe.at/bundneu/index.jhtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FPÖ</a> als erste Partei im Netz zu spüren. Wer sich über den Machtkampf innerhalb der Partei auf deren Webpage aus erster Hand informieren wollte, musste über drei Wochen hinweg bemerken, dass die Seite der Freiheitlichen fast nie zu erreichen war. Dass die Partei im Internet zu dieser Zeit nicht in der Lage war, mit einer Stimme zu sprechen, war durchaus bezeichnend.<br />
                  <br />Erst einen Monat vor der Wahl relaunchten<br />
                  <a href="http://www.spoe.at/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPÖ</a> und<br />
                  <a href="http://www.oevp.at/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ÖVP</a> ihre Seiten und richteten sie funktional auf den Wahlkampf ein. Etwas später folgten die Freiheitlichen, deren Seite zwar im neuen Design erstrahlte, aber der man funktional ihren Zweck, nämlich die Verwendung im Wahlkampf, nicht ansieht. Als letzte Partei stellten die Grünen, in Österreich traditionell die innovativen Vorreiter in Sachen Web- Campaigning, ihre neue Seite ins Netz.</p>
<p>
                  <strong>Austrian Web Campaigning 2002 – Was ist neu?</strong><br />
                  <br />Gleich zu Beginn ist zu sagen: viel aufregend Neues oder Innovatives bietet der österreichische Netzwahlkampf 2002 nicht.<br />
                  <br />Die internationalen Trends lassen sich jedoch auch hierzulande ausmachen: die Seiten werden immer professioneller und im Internet lässt sich verstärkt eine Personalisierungstendenz ausmachen. Bei der SPÖ, den<br />
                  <a href="http://www.gruene.at/wahl/alexander.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grünen</a> und dem Liberalen Forum mehr als bei ÖVP und FPÖ, doch auch hier führen alle Wege früher oder später zum Spitzenkandidaten. Die internationalen Standards finden sich auch in Österreich: E- Cards, Programmatisches in allen Formen, der ausführliche multimediale Presseservice, Wahlkampftagebücher, Rekrutierungstools und die Möglichkeit, der Partei Spenden zukommen zu lassen.<br />
                  <br />Das ist alles so weit aus anderen Ländern bekannt. Neues lässt sich nur in Bezug auf Österreich feststellen.</p>
<p>Was im Wahlkampf auffällig und für Österreich in dieser Konzentration durchaus neu ist, ist der ausgiebige Gebrauch von Film- und Tondokumenten auf den Homepages der Parteien. Das dürfte zum Teil damit zusammenhängen, dass die Parteien dieses Jahr erstmals massiv mit Fernsehspots werben, die alle im Netz zu sehen sind. Außerdem sind bei den meisten Parteien die Radiospots abrufbar. Massiv wird mit Video- und Audioclips der Kandidaten gearbeitet, die ihre Positionen und Visionen für Österreich vorstellen. Vor allem bei der Volkspartei, die die Verwendung von Sound- und Videoclips auf die Spitze treibt, werden zahlreiche Testimonials für Kanzler Schüssel verwendet, also audiovisuelle Unterstützungserklärungen von namenhaften Politikern aus Österreich (konservative Ministerpräsidenten etc.), aber auch aus anderen Ländern Europas.</p>
<p>Eine weitere kleine demokratische Innovation im Internet für Österreich ist auf der<br />
                  <a href="http://www.oevp.at/">Homepage der ÖVP</a> zu finden. Alle Kandidaten, die auf einem wählbaren Platz auf der Bundes-, Landes- oder Bezirksliste sind, haben eine eigene Seite auf der ÖVP-Page. Über jeden realistischerweise wählbaren Kandidaten ist mindestens ein Lebenslauf, seine politischen Schwerpunkthemen und natürlich Kontaktsadressen (Email, Telefon, Post) verfügbar.In Österreich, das über ein Listenwahlrecht verfügt und die Wähler dadurch die Kandidaten, die sie ins Parlament wählen, nicht kennen, hat das hoffentlich für die anderen Parteien Vorbildwirkung für die Zukunft, um den politischen Prozess im Parlament anhand seiner Mitglieder den Bürgern näher zu bringen.<br />
                  <br />&#8216;<br />
                  <br />Das Innovationsdefizit muss natürlich im Zusammenhang mit der schon oben betonten Kurzfristigkeit des Wahlkampfes gesehen werden. Man muss jedoch allen Parteien zugute halten, dass ihre Kampagnenseiten vom Design, der Benutzerfreundlichkeit und dem Inhalt durchgehend den Seiten, die die Parteien vor dem Wahlkampf im Netz präsentierten, deutlich überlegen sind.<br />
                  <br />Wenn Österreich dieses Mal zwar international nichts zur Erweiterung des Kanons an Webcampaigning Tools und Ideen beiträgt, ist doch angenehm festzustellen, dass alle Parteien auch kurzfristig in der Lage sind, professionelle Angebote ins Netz zu stellen.</p>
<p>
                  <strong>Sind die Österreichischen Parteien schon im Internetzeitalter angekommen?</strong><br />
                  <br />Aber wie sieht es mit der Internettauglichkeit der Parteien aus? Eine schön designte Webpage bedeutet noch nicht, dass die Parteien tatsächlich schon im digitalen Zeitalter angekommen sind. Nach einem verdeckten Praxistest der „Salzburger Nachrichten“ müssen sich die österreichischen Parteien nicht verstecken. Ein Ergebnis war, dass Kleinparteien das Netz offensichtlich besser nutzen: Eine inhaltliche Anfrage an alle Parteien wurde vom Liberalem Form innerhalb von vier Minuten beantwortet. Die Kleinpartei „<br />
                  <a href="http://www.diedemokraten.at/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Demokraten</a>“, die nur in zwei von neun österreichischen Bundesländern zur Wahl antreten, antworteten innerhalb von 15 Minuten. Zwischen 60 und 90 Minuten benötigten die „Altparteien“ SPÖ und ÖVP. Die Freiheitlichen benötigten drei Stunden und die Kommunisten 24 Stunden. Die Grünen brauchten, und das ist die unerwartete Überraschung, da sie sonst als Vorreiter im Netz gelten, eine zweite Anfrage und danach noch einmal 48 Stunden. Im Wahlkampf 1999 endeten einige verdeckte Mailtests an Parteien noch mit dem Hinweis, dass man von den restlichen zwei Parteien trotz mehrmaliger Nachfrage leider nichts mehr gehört hat. Dagegen stellt das beantworten einer Anfrage in weniger als 24 Stunden eine gewaltige Verbesserung dar.</p>
<p>
                    
                  </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 21.11.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Cyberpeace statt Cyberwar</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/rustungskontrolle-im-cyberspace/cyberwarcyberpeace-shtml-2452/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[sdalferth]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 1998 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rüstungskontrolle im Cyberspace]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Cyberwar]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Friedenspolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 21. Juni 2001 stellten die medienpolitische Sprecherin der
                    Grünen, Grietje Bettin, und Winfried Nachtwei, Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestages, die Position der Grünen zum Thema Cyberwar vor. Ebenfalls vor Ort war Ralf Bendrath von der
                    Forschungsgruppe Informationsgesellschaft und Sicherheitspolitik. Diese richtet Ende Juni mit der
                    Böllstiftung eine Tagung zu diesem Thema aus.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 21. Juni 2001 stellten die medienpolitische Sprecherin der<br />
                    <a href="http://www.gruene.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grünen</a>, Grietje Bettin, und Winfried Nachtwei, Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestages, die Position der Grünen zum Thema Cyberwar vor. Ebenfalls vor Ort war Ralf Bendrath von der<br />
                    <a href="http://www.fogis.de" target="new" rel="noopener noreferrer">Forschungsgruppe Informationsgesellschaft und Sicherheitspolitik</a>. Diese richtet Ende Juni mit der<br />
                    <a href="http://www.boell.de/cyberpeace" target="new" rel="noopener noreferrer">Böllstiftung</a> eine Tagung zu diesem Thema aus.<!--break-->
                  </p>
<p>Bei Cyberwar geht es um den gezielten Einsatz von Informationstechnologie zur Bekämpfung feindlicher Ziele. Darunter fallen Abhöraktivitäten (siehe Echolon oder Carnivore), Spionage mit informationstechnischen Mitteln und vor allem das unbemerkte Eindringen in die Informationsnetzwerke des Gegners. Auch der Einsatz von Viren, Würmern oder ähnlichem wird mit dem Begriff des Cyberwars abgedeckt. In den Vereinigten Staaten wird diese Art der Kriegsführung in den Bedrohungsszenarien schon an zweiter Stelle genannt. Der erste Platz wird noch immer von der biologischen Kriegsführung eingenommen.</p>
<p>Hierzulande ist diese Form der Kriegsführung noch verhältnis-<br />
                  <br />mäßig unbekannt. In der Öffentlichkeit und den Medien ließ sich jedoch in der vergangenen Zeit eine verstärkte Berichterstattung insbesondere zum Thema Viren beobachten. Allerdings werden die amerikanischen Bedrohungsszenarien meist unreflektiert übernommen.</p>
<p>Dabei sind nach übereinstimmender Meinung der Anwesenden die Bedrohungsszenarien, die in den USA artikuliert werden, in den meisten Fällen zwar prinzipiell technologisch möglich, allerdings kaum realistisch. Die technologischen Voraussetzungen für einen großangelegten Cyberangriff gegen militärische Ziele seien nur in den USA gegeben; das Ausmaß der amerikanischen Szenarien sei interessengesteuert und basiere oft auf Spekulation, so Bendrath. Daher müsse eine Panikmache vermieden und eine konstruktive Diskussion ermöglicht werden.</p>
<p>Die Grünen sehen die Gefahren des Cyberwars eher in der Entwicklung offensiver Maßnahmen. Bei der Durchführung von Cyberattacken sei eine Unterscheidung von militärischen und zivilen Zielen nicht möglich, was die Funktionsfähigkeit der Datennetze bedrohe. Außerdem verschwämmen die Unterschiede zwischen Krieg und Nichtkrieg, denn erfolgreiches Eindringen in fremde Netzwerke setze die Installation von Hintertüren, logischen Bomben und ähnlichem schon in Friedenszeiten voraus.</p>
<p>Eine parlamentarische Kontrolle derartiger Netzaktivitäten ist derzeit nicht gegeben. In Deutschland läuft die Entwicklung im Bereich Cyberwar im Gegensatz zu den USA hinter verschlossenen Türen ab. Nachtwie sprach von einer ergebnisorientierten Informationspolitik des Verteidigungsministeriums, die es unmöglich mache, die Richtung der Entwicklung zu erkennen.</p>
<p>Die Grünen fordern einen prinzipiellen Verzicht auf den Ersteinsatz von Cyberwaffen. Die defensive Nutzung und die weitere Entwicklung derartiger Kriegsmittel müsse öffentlich diskutiert werden. Mit einer Förderung von Open-Source-Software und dem Aufbau dezentraler Infrastruktursysteme soll die Notwendigkeit zur Entwicklung dieser Kriegsmittel verringert werden. Die Parole, die ausgegeben wurde, lautet Vorsorge statt Entwicklung offensiver Mittel.</p>
<p>Des weiteren wurde ein Umlenken der Politik vom Cyberwar hin zu einer Cyberfriedenspolitik gefordert. Der Cyberspace solle auch in Zukunft friedlich genutzt werden. Das bedeute den Verzicht auf den Einsatz von Cyberwaffen und ein internationales Moratorium bei ihrer Entwicklung.</p>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Newsletter oder Flugblätter?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[swieboldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Internet-Wahlkampf in Baden Württemberg</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Internet-Wahlkampf in Baden Württemberg</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Landesvater Erwin Teufel oder Senkrechtstarterin Ute Vogt? Am 25. März<br />
entscheiden Wählerinnen und Wähler im Ländle, wer künftig im<br />
Stuttgarter Landtag das Zepter schwingt. Bevor der Wahlkampf in die<br />
heiße Phase geht, eine Bestandsaufnahme: Kommt die digitale Kampagne in<br />
Baden-Württemberg auf Touren? Setzen die Parteien auf Netz und<br />
Newsletter oder verteilen sie nur Flugblätter in der Fußgängerzone?<br />
</span></span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>CDU: Die Gelassenen</b><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Sie<br />
zeigen Gelassenheit, die regierenden Christdemokraten in<br />
Baden-Württemberg: Die heiße Wahlkampfphase eröffnen sie bewusst später<br />
als alle anderen Parteien. Erst Anfang März werden flächendeckend<br />
Plakate geklebt. &quot;Die Wähler wollen kein langes Trara&quot;, meint der<br />
Pressesprecher der CDU, Tobias Bringmann, &quot;vor Fastnacht interessiert<br />
sich kaum jemand für Wahlkampf&quot;. Dementsprechend feilen die<br />
Christdemokraten noch am Konzept für den Webwahlkampf, der mit dem<br />
Landesparteitag in Mannheim am 27. Januar startet. Der Webauftritt des<br />
amtierenden Ministerpräsidenten Erwin Teufel unterstreicht diese<br />
Haltung: Seine <a href="http://www.erwin-teufel.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Site</a> verharrt im Embryonalstadium. Sie beschränkt sich bislang auf Foto und e-Mail-Adresse des Regierungschefs.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ganz<br />
grundlos ist dieser zögerliche Start allerdings nicht. Teufels Truppe<br />
hat nämlich ein Problem: Geldnot. Für den Landtagswahlkampf stehen drei<br />
Millionen Mark zur Verfügung, 1996 waren es vier Millionen. Darunter<br />
leidet auch der digitale Wahlkampf, für den nur ein kleiner Teil vom<br />
Kuchen bleibt: &quot;Wir würden unsere Aktivitäten im Internet gerne<br />
ausbauen, aber uns fehlen die Ressourcen&quot;, klagt Bringmann. Das zeigt<br />
sich deutlich: <a href="http://www.spd2001.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> SPD</a> und <a href="http://www.die-treibende-kraft.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Grüne</a> haben längst eigenständige Wahlkampfsites gestartet, die <a href="http://www.fdp-mehr-davon.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> F.D.P.</a> folgt Anfang Februar, nur die CDU hat bisher lediglich ihre <a href="http://www.cdu-bw.de/news.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Parteiseiten</a><br />
erweitert &#8211; mit kurzen Kandidatenportraits, Programmen und<br />
Positionspapieren als Download sowie aktuellen Pressemeldungen. Leider<br />
ist die Navigation etwas unübersichtlich und versteckt das solide<br />
Informationsangebot, anstatt es zu präsentieren. </span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nicht<br />
nur der verspätete Wahlkampfbeginn, auch die Zielgruppe der<br />
christdemokratischen Internetauftritts fällt aus dem Rahmen. Natürlich<br />
wird sich Teufels Team wie alle Parteien via WWW um die Jungwähler<br />
bemühen, vor allem mit Hilfe der Jungen Union. Doch entgegen<br />
verbreiteten Annahmen reagieren ältere Mitbürger überdurchschnittlich<br />
häufig auf das bereits bestehende CDU-Angebot. &quot;Das sind die stillen<br />
User im Hintergrund. Frührentner und Senioren sind heutzutage viel<br />
fitter und nutzen längst das Internet&quot;, verrät Bringmann. Selbst der<br />
ehemalige christdemokratische Ministerpräsident <a href="http://www.hans-filbinger.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Hans Filbinger</a> ist mit seinen 87 Jahren längst online.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Trotz<br />
der großen Resonanz bei älteren Wählern &#8211; für die CDU in<br />
Baden-Württemberg bleibt viel zu tun. Eine eigenständige Wahlkampfsite<br />
und die Homepage des Spitzenkandidaten sind noch in Arbeit, kommen also<br />
viel später ins Netz als die der anderen Parteien und Politiker. Ob sie<br />
dann noch genügend Aufmerksamkeit auf sich ziehen können, bleibt<br />
abzuwarten.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>SPD: Die Ehrgeizigen</b><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die<br />
Sozialdemokraten im Ländle haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Mit<br />
ihrer Spitzenkandidatin Ute Vogt wollen sie die Regierungsbänke<br />
erobern. Dafür haben sie nach Vorbild der Bundespartei eine<br />
Wahlkampfzentrale aufgebaut, die &quot;Kampa&quot; &#8211; und ihre Webpräsenz<br />
verstärkt: Mit ihrer <a href="http://www.spd2001.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Wahlkampfsite</a><br />
sind sie seit November online. Per Intranet und E-Mail-Informationsnetz<br />
sind Funktionäre und ehrenamtliche Helfer im ganzen Schwabenland<br />
miteinander vernetzt. Über die Kosten des ambitionierten<br />
Internetprojekts schweigen sich die Genossen aus. Ob die Parteizentrale<br />
im Berliner Willy-Brandt-Haus ihnen unter die Arme greift, wie häufig<br />
kolportiert wird? Die Genossen im Südwesten dementieren, halten sich<br />
die Möglichkeit aber offen: &quot;Die Bundespartei unterstützt uns derzeit<br />
noch nicht bei unserem Webauftritt&quot;, so Peter Steinhilber,<br />
verantwortlich für den Webauftritt der baden-württembergischen SPD.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wie<br />
auch immer, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die SPD bietet nicht<br />
nur Veranstaltungskalender, Pressestimmen und das Wahlprogramm als<br />
Download, sondern auch eine &quot;Kandidatenbank&quot;, in der sich alle 69<br />
Genossen präsentieren, die um ein Direktmandat kämpfen: Lebenslauf und<br />
politische Positionen werden dort feilgeboten, dazu der Link zur<br />
eigenen Homepage; das ganze übersichtlich geordnet nach Wahlkreisen und<br />
Namen der Kandidaten. Ein praktisches Feature für Wähler, die sich<br />
bisher wenig für Politik interessiert haben, und sich so mit den<br />
Kandidaten des eigenen Wahlkreises vertraut machen können.<br />
Zudem bietet die Website in puncto Interaktivität interessante Ansätze,<br />
namentlich das e-Forum, eine Mailingliste zum Meinungsaustausch. Ferner<br />
hat die SPD angekündigt, den Entwurf zum Regierungsprogramm diskutieren<br />
zu lassen. Ob die Beiträge tatsächlich in der Schlussfassung auftauchen<br />
und die angekündigte Diskussionsbereitschaft auf fruchtbaren Boden<br />
fällt, bleibt bis zum 10. Februar abzuwarten. Dann wird der<br />
SPD-Landesparteitag das Regierungsprogramm beraten und beschließen.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Aufgelockert<br />
und abgerundet wird das Informationsangebot durch<br />
Unterhaltungselemente, mit Seitenhieben und Attacken auf die CDU<br />
garniert. Ein kleines Spiel zum Runterladen gehört dazu: <a href="http://www.spd2001.de/bimbesrepublik.zip" target="_new" rel="noopener noreferrer"> &quot;Angriff der Bimbeskanone&quot;</a>.<br />
Vor der Kulisse des Brandenburger Tores beschießt der Spieler die<br />
Hauptakteure der CDU-Affäre mit Spendenkoffern: Wer Belastete wie<br />
Kanther oder Kohl trifft, streicht Bonuspunkte ein; die Aufklärer<br />
Merkel und Thierse ziehen den Punktestand ins Minus.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Mit<br />
dieser Mischung aus Information, Interaktivität und Unterhaltung ist<br />
die SPD für den Webwahlkampf gewappnet. Zumal die Spitzenkandidatin <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/bw/flubla.shtml" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Ute Vogt</a><br />
&#8211; ebenso wie alle Landtagskandidaten der Partei &#8211; mit einer sehr guten<br />
Homepage vertreten ist. Damit sticht die Pforzheimerin aus den üblichen<br />
Angeboten hervor: eine rundum gelungene, sehr übersichtliche<br />
Präsentation mit toller Navigation und ansprechender Gestaltung.<br />
Prädikat: siegestauglich.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Grüne: Die Aufgeschlossenen</b><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der <a href="http://www.virtueller-parteitag.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> virtuelle Parteitag</a><br />
war der Auftakt: Die Grünen im Ländle setzen aufs WWW &#8211; um ihr Image<br />
aufzupolieren. &quot;Intern sind wir bereits heftig vernetzt&quot;, so der<br />
Landesvorsitzende Andreas Braun. &quot;Trotzdem gelten wir noch immer als<br />
technologiefeindlich. Dabei steht niemand sonst den Neuen Medien so<br />
aufgeschlossen gegenüber.&quot; Mit einem guten Internetauftritt will die<br />
Ökopartei nun Interesse wecken bei Kritikern, die an ihrer digitalen<br />
Kompetenz zweifeln. Um sich im Netz als &quot;www.die-treibende-kraft.de&quot; zu<br />
präsentieren, investieren die Grünen laut Braun &quot;einen relativ hohen<br />
Anteil&quot; ihres niedrigen Gesamtbudgets. Es umfasst gerade mal eine halbe<br />
Million Mark.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dabei<br />
zielt die Partei mit der Sonnenblume vor allem auf jüngere Wähler, denn<br />
ihre Stammklientel ist gealtert. Besonders die unter 30-jährigen sollen<br />
ihnen ins Netz gehen. Wie sie das anstellt? Im Bereich Jugend bietet<br />
die Site krawallige <a href="http://www.ba-wue.gruene.de/dietreibendekraft/themen/jugend/postkartencenter.asp" target="_new" rel="noopener noreferrer"> E-Mail-Postkarten</a><br />
mit markigen Sprüchen: &quot;Grün fickt besser&quot;, wird dort behauptet. Eine<br />
digitale Karte zeigt gar ein Krankenhauszimmer, das suggerieren soll,<br />
ein überalterter Ministerpräsident Teufel sei der schnell-lebigen Zeit<br />
nicht mehr gewachsen und daher verunglückt. Eine fiktive<br />
Zeitungsmeldung verkündet dazu: &quot;Erwin Teufel: Schwerer Unfall. Alles<br />
ging für ihn ein bisschen zu schnell.&quot;<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ihre<br />
Themenschwerpunkte und Kandidaten setzen die Grünen angemessen knapp<br />
und übersichtlich in Szene. Gestaltung und Navigation sind ansprechend.<br />
Durch Chats mit Landtagskandidaten und Bundesprominenz aus der Region,<br />
Rezzo Schlauch und Fritz Kuhn, wird die Site ab Anfang Februar<br />
komplettiert. Für ihre Kandidaten haben die Grünen einen geschlossenen<br />
Bereich mit Flugblattentwürfen und Argumentationspapieren aufgebaut.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die<br />
Grünen machen ernst mit dem Thema Internet. Der Auftritt ist<br />
professionell. Insgeheim lobte gegenüber politik-digital sogar ein<br />
Pressesprecher der Konkurrenz die Site. Die Homepage des<br />
Spitzenkandidaten <a href="http://www.dieter-salomon.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Dieter Salomon</a><br />
erfüllt höchste Ansprüche. Übersichtlich, einfach und beeindruckend<br />
verbindet der Freiburger Politologe politisches Informationsangebot und<br />
persönliche Präsentation.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Kurzum:<br />
Den Stimmanteil der letzten Wahl zu verbessern und an die Regierung zu<br />
gelangen &#8211; sollten die Grünen im Ländle diese Wahlziele verfehlen, die<br />
Wahlkampfsite der Partei und des Spitzenkandidaten werden nicht der<br />
Grund sein.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>FDP: Die Möllemänner</b><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im<br />
Wahlkampf der Liberalen steht das Netz im Mittelpunkt: &quot;Für uns ist das<br />
Netz zentrales Werbemittel&quot;, sagt Markus Lochmann, der Pressesprecher<br />
der F.D.P., &quot;damit können wir schneller und flexibler reagieren. Wir<br />
werden sogar die URL plakatieren.&quot; Aus dem Etat von zwei Millionen Mark<br />
stehen 100 000 Mark für das Internet zur Verfügung. Die Wahlkampfsite<br />
ist noch in Arbeit, aber ein Vorbild haben die Liberalen schon: Jürgen<br />
Möllemanns Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen. &quot;NRW braucht Tempo!&quot; &#8211;<br />
diese Kampagne wollen die Südwestliberalen übertreffen: mit neuen<br />
Kampagnen im Zwei-Wochen-Rhythmus, aufwändigen Flash-Animationen sowie<br />
aktuellen Foren und Chats.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bis zum Start der Wahlkampfsite Anfang Februar müssen sich politische Interessierte mit der Website des <a href="http://www.fdp-baden-wuerttemberg.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> F.D.P.-Landesverbandes</a><br />
zufrieden geben. Hier präsentieren die Liberalen ein<br />
Informationsangebot, das dem der anderen Partei ähnelt: Parteiprogramm,<br />
Kandidatenvorstellung, politische Statements. Allerdings legen sie<br />
traditionell mehr Wert auf die Interaktivität als andere Parteien: Im<br />
Sommer letzten Jahres veranstalteten sie unter dem Titel &quot;12 liberale<br />
Forderungen für die Generation @&quot; eine Online-Umfrage, die in ihr<br />
Wahlprogramm eingeflossen ist. Zuletzt hat der Landesverband<br />
Baden-Württemberg eine neue Umfrage zur Ökosteuer angeregt und mit<br />
einer Protestmailaktion verbunden. Im Forum florieren seit Monaten rege<br />
Diskussionen, während die Foren anderer Parteien gerade erst aufgebaut<br />
werden oder schon wieder verwaist sind. Schließlich verschicken die<br />
Liberalen per Newsletter neue Pressemeldungen an Journalisten. Bei so<br />
viel Interaktivität gibt es allerdings eine kleine Panne: Der<br />
Terminkalender in der Rubrik &quot;aktuell&quot; verzeichnet als einzigen Hinweis<br />
das Dreikönigstreffen, das vor drei Wochen veranstaltet wurde.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Mit<br />
ihrer Webpräsenz verfolgen die Liberalen zwei Ziele: Zum einen wollen<br />
sie jüngere Wähler erreichen. Die unter 35-jährigen wählen traditionell<br />
überproportional F.D.P. und können via WWW am besten mobilisiert<br />
werden. Zum anderen will die württemberigische F.D.P. die interne<br />
Kommunikation verbessern, die eigenen Mitglieder stärker beteiligen.<br />
Deshalb gibt es auf der FDP-Site ein umfangreiches internes Forum. Dort<br />
können Parteimitglieder am Wahlprogramm mitschreiben, interne<br />
Mitteilungen lesen und im Organisationsverzeichnis blättern. </span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ergo:<br />
Die Liberalen werden sich wacker schlagen im Webwahlkampf. Eine gute<br />
Basis haben sie durch die Seiten des Landesverbandes. Wenn die<br />
Kampagnen-Website der Partei wie angekündigt umgesetzt wird und die<br />
Homepage des Spitzenkandidaten Walter Döring dazu kommt, wird die<br />
F.D.P. problemlos mit den Frühstartern SPD und Grüne mithalten können.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Fazit</b><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Knapp<br />
zwei Monate vor der Wahl stehen die Oppositionsparteien, SPD und Grüne,<br />
längst in den Startblöcken. Sie setzen das Netz gezielt ein, um<br />
frühzeitig mit forschen Tönen auf sich aufmerksam zu machen. Die<br />
F.D.P., Juniorpartner in der Landesregierung, wird ähnlich agieren, mit<br />
einer Mischung aus politischer Informationsarbeit und interaktiven<br />
Features &#8211; allerdings gezielt auf eine Wählergruppe konzentriert: die<br />
Jungwähler. Nur der Regierungsdinosauerier CDU, in Baden-Württemberg<br />
seit fast einem halben Jahrhundert ununterbrochen an der Macht, lässt<br />
es gemächlich angehen: aus finanzieller Not und traditioneller<br />
Siegesgewissheit. Die Christdemokraten haben einen defensiven<br />
Netzwahlkampf angekündigt. Solide Informationsarbeit, keine lauten<br />
Kampagnen. Ob sich die CDU bei diesem späten Start durchsetzen kann<br />
gegen aggressive Konkurrenz, gegen den &quot;Angriff der Bimbeskanone&quot; und<br />
&quot;Grün fickt besser&quot;? Es wird spannend im Südwesten!<br />
</span></span></p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Keine Testwahl im Netz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/keine_testwahl_im_netz-666/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jthimm]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
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		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Testwahlcharakter der Landatagswahlen in Sachsen-Anhalt findet im Netz keinen Widerhall</span></span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Testwahlcharakter der Landatagswahlen in Sachsen-Anhalt findet im Netz keinen Widerhall</span></span></b><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Nur wenige<br />
Tage vor der vierten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist deren Ausgang<br />
noch völlig offen. Am 11. April wurden die Ergebnisse der dritten<br />
Umfrage vom Meinungsforschungsinstitut dimap bekannt gegeben <a href="http://www.mdr.de/sachsen-anhalt-wahl/umfragen/inhalt.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.mdr.de/sachsen-anhalt-wahl/umfragen/inhalt.html</a>.<br />
Es sind die letzten Resultate, die noch vor der Wahl veröffentlicht<br />
werden und sie deuten darauf hin, dass in Sachsen-Anhalt noch nichts<br />
entschieden ist. Die CDU liegt zwar mit 32 Prozent der Stimmen vorn,<br />
hat aber im Vergleich zur Umfrage vom 28. Februar drei Prozentpunkte<br />
eingebüßt. Noch stärker verloren hat die SPD, die nun statt der 30<br />
Prozent der zweiten Umfrage nun nur noch auf 25 Prozent kommt.<br />
Hinzugewonnen haben hingegen die PDS, die sich mit ihr letztes Ergebnis<br />
von 20 Prozent kurz vor der Wahl um drei Prozentpunkte auf 23 Prozent<br />
verbessern konnte und die FDP, die neun Prozent erreichte (letzte<br />
Umfrage sieben Prozent). Der Schill-Partei wird erstmals der Einzug in<br />
den Landtag vorausgesagt. Das sie als Mehrheitsbeschaffer für die CDU<br />
dienen kann, bestätigte CDU Spitzenkandidat Wolfgang Böhmer am 28. März<br />
im <a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/wboehmer.shtml">tacheles 02 Chat</a>. Die Grünen kommen in den Umfragen nur auf zwei Prozent und werden wohl nicht im Landtag vertreten sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Der bisherige<br />
Ministerpräsident und erneute SPD-Spitzenkandidat Reinhard Höppner hat<br />
bereits angedeutet, dass er nicht in einer große Koalition mit der SPD<br />
als Junior-Partner der CDU zur Verfügung stehen werde. Ob die SPD und<br />
die PDS doch eine Koalition eingehen, wird sich am 21. April zeigen.<br />
Anmerkung am Rande: Am 21. April 1946 vereinigten sich SPD und KPD zur<br />
SED.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Denkbar wäre<br />
auch, dass die PDS die SPD noch überholt und zweitstärkste Kraft wird.<br />
Für diesen Fall hat sich schon der Vorsitzende der<br />
PDS-Bundestagsfraktion Roland Claus bereit erklärt, das Amt des<br />
Ministerpräsidenten zu übernehmen. Doch die SPD kann sich einen PDS<br />
Ministerpräsidenten unter SPD-Beteiligung nicht vorstellen. Im tacheles<br />
02 Chat vom 2. April diesen Jahres beantwortete <a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/rhoeppner.shtml">Ministerpräsident Höppner</a> dieser Frage mit einem eindeutigen &quot;Nein&quot;.  </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Doch nicht nur<br />
der ungewisse Ausgang der Landtagswahl bieten Anlass für gespannte<br />
Erwartung. Da in Sachsen-Anhalt die letzte große Abstimmung vor der<br />
Bundestagswahl am 22. September 2002 stattfindet, wird sie von vielen<br />
Beobachtern als Stimmungstest für die Bundestagswahl gesehen. Wie sieht<br />
es mit dem Internet-Angebot der Parteien aus? Nimmt der Wahlkampf in<br />
Sachsen-Anhalt im Internet den Stellenwert ein, den man von einer<br />
Generalprobe für die Bundestagswahl bzw von einem Stimmungstest der<br />
Gemütslage in Ostdeutschland erwarten würde? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Vor einigen<br />
Wochen war davon noch wenig zu merken. Wie in der allgemeinen<br />
Berichterstattung wurde auch im Internet den Landtagswahlen <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/sachsen-anhalt.shtml">wenig Aufmerksamkeit</a><br />
geschenkt. Aber das Internet ist bekanntlich ein schnelllebiges Medium,<br />
so dass sich seit dem 21. März einiges geändern haben könnte. Ein<br />
zweiter Blick unmittelbar vor der Wahl auf das Internet-Angebot der<br />
Parteien kommt aber zu einem gegenteiligen Ergebnis.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Auf den Internet<br />
Seiten der beiden großen Parteien hat das Thema Sachsen-Anhalt zwar an<br />
Prominenz gewonnen. Auf der Startseite der SPD-Bundespartei findet sich<br />
ein kurzer Text zur Wahl in Sachsen-Anhalt. Aber der dort vorhandene<br />
Link führt auch nur zu einem weiteren kurzen Artikel, der lediglich<br />
sachlich neutral über die Wahl informiert. Die Aufgabe der Wahlwerbung<br />
wird dem Web-Angebot der SPD Sachsen-Anhalt überlassen, zu dem<br />
verschiedene Links im Anschluss an den Artikel führen. Aber neben den<br />
von der SPD betriebenen Internetseiten finden sich auch drei Links zu<br />
unabhängigen Informationsquellen, beispielsweise der <a href="http://mi.sachsen-anhalt.de/lwl/fr_Lwl.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Seite des Landeswahlleiters</a>,<br />
die allerdings vor den eigenen Links platziert sind. An dem Webauftritt<br />
der SPD-Sachsen-Anhalt hat sich insgesamt wenig geändert. Nach wie vor<br />
gibt es die <a href="http://www.spd-sachsen-anhalt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Seite des Landesverbandes</a>, die des Spitzenkandidaten <a href="http://www.hoeppner.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reinhard Höppner</a>  und die <a href="http://www.waehlt-spd.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aktionsseite</a>.<br />
Alle Seiten sind im Layout aufeinander abgestimmt. Grundlegende<br />
Informationen wie wichtige Termine oder programmatische Ziele finden<br />
sich auf allen drei Seiten. Neben der reinen Information finden sich<br />
auf der letztgenannten Seite bescheidene Andeutungen von<br />
Interaktivität, die zudem nur sporadisch genutzt werden. Im Forum<br />
datierte am 17. April der letzte Beitrag vom 7. April. Nicht besser<br />
sieht es in der Rubrik &quot;Statement&quot; abgeben aus. Auf die Frage, &quot;Ich<br />
wähle SPD, weil&#8230;&quot;, antwortete am 17. April letztmalig ein Anhänger<br />
der SPD am 4. April. Hoffnungsträger der Interaktivität auf den Seiten<br />
der SPD könnte der vorhandene Chatraum sein. Doch der angezeigte<br />
Chatraum ist im Moment verweist, da kein weiterer Chat geplant sei.<br />
Schade eigentlich.<br />
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
Auch beim Herausforderer CDU ist das Thema inzwischen sprichwörtlich<br />
auf den Bildschirm gerückt. Dafür sorgt ein Werbebanner auf der rechten<br />
Seite der <a href="http://www.cdu.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Homepage der Bundespartei</a>. Dieser führt zur Seite des <a href="http://www.cdu-sachsenanhalt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Landesverbandes Sachsen-Anhalt</a>,<br />
die seit der letzten Kritik in neuem Layout erstrahlt. Obwohl die<br />
Gestaltung nicht grundsätzlich geändert wurde, wirkt die Seite durch<br />
eine bessere Ausnutzung des Bildschirms und durch neue graphische<br />
Details professioneller und ansprechender als zuvor. Neben der Seite<br />
des Landesverbandes gibt es noch die von der Jungen Union gestaltete<br />
Seite <a href="http://www.hoeppner-muss-weg.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.hoeppner-muss-weg.de</a>,<br />
die hauptsächlich der Polemik gegen Ministerpräsident Höppner gewidmet<br />
ist. Leider wird Interaktivität kaum angeboten. Erst der drittletzte<br />
Unterpunkt der Navigation lädt die Wähler und seine Meinungen ein. Doch<br />
überraschenderweise ist diese Seite hauptsächlich Meinungen anderer<br />
über die Auswirkungen der Politik von Reinhardt Höppner gewidmet, und<br />
erst in zweiter Linie wird das Angebot eines Forums und eines<br />
Gästebuches ersichtlich. Doch auch das Forum besticht nicht durch<br />
aktive Nutzung. Bezeichnenderweise lautet der Titel des letzten<br />
Eintrages in diesem Forum: &quot;Eisige Stille im Forum&quot;. Der Grund, dass<br />
die CDU im Moment in den Umfragen soweit vorne liegt, kann jedenfalls<br />
nicht ihr Internet-Auftritt sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Dass der<br />
Internet-Auftritt für die Wahl in Sachsen-Anhalt nicht entscheidend<br />
ist, scheinen auch die Bundesebene von FDP, PDS und Grünen zu glauben.<br />
Die Landesverbände haben zwar nach wie vor ein solides bis gutes<br />
Internet-Angebot, an dem sich seit der letzten Rezension (LINK) nicht<br />
viel geändert hat. Aber auf den Internetseiten der Bundesparteien muss<br />
man nach wie vor nach der Wahl in Sachsen-Anhalt suchen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Die FDP hat auf<br />
ihrer Portalseite www.fdp.de einen Artikel, in dem über die letzte<br />
Umfrage berichtet wird. Links zu dem Angebot des FDP-Landesverbandes<br />
Sachsen-Anhalt sucht man jedoch vergebens. So gelangt man immer noch<br />
nur über die Rubrik &quot;Landes-Verbände&quot; zu den entscheidenden Seiten,<br />
ohne dass dort die Wahl in Sachsen-Anhalt besonders hervorgehoben wird.<br />
Das ist umso erstaunlicher als die FDP nicht nur ein sehr gutes<br />
Internet-Angebot www.der-neue-start hat. Sie steht mir ihrer<br />
prominenten Kandidatin Cornelia Pieper in den Umfragen mit neun Prozent<br />
auch sehr gut da und müsste eigentlich Interesse daran haben, die<br />
bevorstehende Wahl als Test anzusehen.</p>
<p>Auch die PDS hat in den letzten Umfragen noch zugelegt. Jedoch sind die aktuellen Artikel auf der Startseite der Bundespartei <a href="http://www.pds-online.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.pds-online.de</a> nicht mit den Seiten von Sachsen-Anhalt <a href="http://www.pds-sachsen-anhalt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.pds-sachsen-anhalt.de</a> verlinkt. Selbst unter der Rubrik &quot;Wahlen&quot; stellt Sachsen-Anhalt nur eines von vielen Themen dar.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Auf der Homepage<br />
der Grünen findet sich unter der Rubrik &quot;Länder-Infos&quot; lediglich ein<br />
Artikel vom 9. April, der Links zur Wahlseite <a href="http://www.lust-auf-zukunft.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.lust-auf-zukunft.de</a> und zur Seite von Spitzenkandidatin Undine Kurth <a href="http://www.undine-kurth.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.undine-kurth.de</a><br />
enthält. Ist es möglich, dass die Grünen den Wahlkampf in<br />
Sachsen-Anhalt bewusst nicht prominent bewerben, weil sie ihr<br />
prognostiziertes Ergebnis von nur zwei Prozent nicht als Test für die<br />
Bundestagswahl interpretiert sehen wollen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Auch wenn die die<br />
SPD und die CDU ihr Angebot zur Wahl in Sachsen-Anhalt verändert haben,<br />
lässt sich das Fazit vom 21. März leider nicht ändern. Es herrscht also<br />
weiterhin Nachholbedarf im sachsen-anhaltinischen Cyberspace.</span>
</p>
<p>
&nbsp;</p>
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		<title>Ise Thomas, wie sie singt und lacht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[swieboldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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		<category><![CDATA[Ise Thomas]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Sechs Prozent der Stimmen prognostizieren Meinungsforscher den Grünen in Rheinland-Pfalz. Die F.D.P. liegt
weiter mit zwei Prozentpunkten Vorsprung vor der Ökopartei - und versperrt so den Weg auf die Regierungsbank.
Die Marschroute ist daher klar: Im Netz geht die Sonnenblumen-Partei in die Offensive.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Sechs Prozent der Stimmen prognostizieren Meinungsforscher den Grünen in Rheinland-Pfalz. Die F.D.P. liegt<br />
weiter mit zwei Prozentpunkten Vorsprung vor der Ökopartei &#8211; und versperrt so den Weg auf die Regierungsbank.<br />
Die Marschroute ist daher klar: Im Netz geht die Sonnenblumen-Partei in die Offensive.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Als Pendant zu ihrer Kampagnensite <a href="http://www.gute-gruen.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">gute-gruen.de</a><br />
unterhalten die Bündnisgrünen <a href="http://www.schlechte-gruen.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">schlechte-gruen.de</a>.<br />
Zum einen betreiben sie so &quot;Gefahrenabwehr im Netz, und verhindern, dass sich eine andere Partei diese<br />
Adresse sichert, um eine Gegenkampagne zu starten&quot;, wie der Pressesprecher der Landtagsfraktion Bernd-Olaf<br />
Hagedorn erläutert. Zum anderen nutzen sie die Site für einen lakonischen und unterhaltsamen Seitenhieb<br />
gegen die Angebote der anderen Parteien: Links führen zu den &quot;schlechtesten Argumenten und schlechtesten<br />
Homepages&quot; des Webwahlkampfs und somit &#8211; natürlich &#8211; zur politischen Konkurrenz. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Außerdem <a href="http://www.ise-thomas.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">wirbt</a> Spitzenkadidatin<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/ithomas/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Ise Thomas</a> mit einer persönlichen<br />
Homepage für sich. Diese Personalisierung des Wahlkampfs liegt nahe, da die Bündnisgrünen in Rheinland-Pfalz<br />
zum ersten Mal mit einer einzigen Spitzenkandidatin antreten.  Die studierte Psychologin Thomas bietet auf<br />
ihrer Site in frischem Design ein Interviewportrait, Termine und aktuelle Pressemitteilungen sowie kurze<br />
Texte zu ihren Schwerpunktthemen Ökologie, Bildung, Gleichstellung und Haushaltspolitik. Wer weitere<br />
Informationen zu diesen Themen sucht, folgt einfach den Links, die zur Kampagnensite<br />
<a href="http://www.gute-gruen.de/%20target=">gute gruen.de</a> führen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Um den Bekanntheitsgrad ihrer Homepage zu erhöhen, hat die grüne Spitzenfrau auf ihrer Website eine<br />
Verlosungsaktion gestartet. Mit etwas Glück kann ein User eine heiß begehrte Karte zur alternativen<br />
Fassnachtveranstaltung der &quot;Meenzer Drecksäck&quot; am 23. Februar gewinnen &#8211; und die Inhaberin der zweiten<br />
Karte, Ise Thomas, begleiten. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Einen persönlichen Eindruck von der grünen Spitzenkandidatin zu vermitteln, das ist die Intention von<br />
ise-thomas.de &#8211; in übersichtlicher und ansprechender Weise erreicht die Website dieses Ziel. Dass das<br />
Webangebot nur minimale politische Informationen liefert, fällt daher nicht ins Gewicht, schließlich ist<br />
sie mit dem Parteiangebot verknüpft. Dort findet der Nutzer alle weitergehenden Informationen.<br />
gute-gruen.de, das Webangebot der Grünen und ihrer Spitzenfrau zu loben. </span></p>
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