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	<title>Gudrun Schaich-Walch &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Gudrun Schaich-Walch &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Ich bin sogar davon überzeugt, dass wir mehr als 0,5 % Punkte (Krankenkassenbeitragssenkung) erreichen kö</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotich_bin_sogar_davon_ueberzeugt_dass_wir_mehr_als_05_punkte_krankenkassenbeitragssenkung_erreichen-292/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[kreinhardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Jul 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Gudrun Schaich-Walch]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Bürgerversicherung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/gschaich-walch.jpg" alt="Gudrun Schaich-Walch" align="left" border="0" height="133" width="108" /></b><span style="color: #000000"><b><b>Gudrun 
Schaich-Walch, SPD-Gesundheitsexpertin, am 29. Juli 2003 zu Gast im tacheles.02 
Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de</b></b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/gschaich-walch.jpg" alt="Gudrun Schaich-Walch" align="left" border="0" height="133" width="108" /></b><span style="color: #000000"><b><b>Gudrun<br />
Schaich-Walch, SPD-Gesundheitsexpertin, am 29. Juli 2003 zu Gast im tacheles.02<br />
Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de</b></b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Gesundheits-Interessierte, es geht gleich los. Herzlich willkommen<br />
im tacheles.02-Chat. tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und<br />
politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de. Heute<br />
ist die SPD-Gesundheitsexpertin Gudrun Schaich-Walch zum Chat ins ARD-Hauptstadtstudio<br />
gekommen. Wir haben eine Stunde Zeit &#8211; Frau Schaich-Walch, sind Sie bereit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Ja, ich bin bereit. Wir können starten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Frau Schaich-Walch, gehen Sie eine Wette ein, dass die Krankenkassen im<br />
kommenden Jahr ihre Beiträge wirklich senken, sagen wir mal um mindestens<br />
0,5 Prozentpunkte?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Ja, ich würde mit Ihnen die Wette eingehen. Ich bin sogar davon überzeugt,<br />
dass wir mehr als 0,5 % Punkte erreichen können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Susi</b>: Dass<br />
der Zahnersatz aus der gesetzlichen Krankenversicherung genommen wird,<br />
widerspricht doch dem Wahlprogramm der SPD, in dem sie versprach, man<br />
dürfe am Lachen eines Menschen nicht seinen sozialen Status erkennen<br />
dürfen. Meinen Sie nicht, dass sich die SPD dadurch wertvolle Wählerstimmen<br />
vergrault?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Ich bin über den Kompromiss, dass wir den Zahnersatz aus der paritätischen<br />
Versicherung herausnehmen, nicht glücklich. Es ist mir sehr schwer<br />
gefallen. Ich bin aber überzeugt, dass wir mit dem Ansatz, dass man<br />
sowohl in der gesetzlichen wie in der privaten Versicherung anbieten kann,<br />
einen tragbaren Kompromiss gefunden haben, der uns in der Sozialdemokratie<br />
allerdings weh tut.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Samariter</b>:<br />
Unions-Sozialexperte Horst Seehofer befürchtet nach der massiven<br />
Kritik der vergangenen Tage an der geplanten Gesundheitsreform ein Scheitern<br />
des Kompromisses mit der Regierung. Befürchten Sie auch ein solches<br />
Scheitern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Ich bin der festen Überzeugung, dass der Kompromiss nicht scheitern<br />
wird. Alle, die am Zustandekommen des Kompromisses beteiligt waren, haben<br />
sich die konsequente Umsetzung in ein Gesetz vorgenommen, und ich bin<br />
auch davon überzeugt, dass sich letztlich alle daran halten werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>petermann25</b>:<br />
Ich verstehe die vielen kritischen Stimmen aus den eigenen Reihen nicht.<br />
War das nicht abgesprochen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Man kann einen Kompromiss nicht absprechen. Man kann nur mit einer klaren<br />
Zielsetzung in solche Gespräche gehen und für sich eine Kompromisslinie<br />
festsetzen. Das haben wir mit unserer Verhandlungsgruppe getan und wir<br />
werden jetzt natürlich auch innerhalb der Partei, innerhalb der Fraktion,<br />
aber am wichtigsten, innerhalb der Bevölkerung für den Kompromiss<br />
werben müssen und die Details erklären.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hansaplast</b>:<br />
Wie beurteilen Sie die jüngste Kritik von SPD-Fraktionschef Franz<br />
Müntefering an der geplanten Zusatzversicherung für Zahnersatz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Es geht mir, wie es Franz Müntefering geht. Wir sind beide über<br />
das, was wir vereinbaren mussten, nicht glücklich. Frau Merkel, die<br />
Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, hatte das aber formuliert,<br />
als einen Punkt, der dringend erforderlich ist, um überhaupt einen<br />
Kompromiss in den anderen Gebieten möglich zu machen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Alias</b>: Die<br />
Auswahl der Eckpunkte erscheint mir willkürlich. Wieso geht man an<br />
den Zahnersatz und nicht an Dinge wie die Kur, die nun wirklich in vielen<br />
Fällen überflüssig ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Es liegt an dem Finanzvolumen, weshalb man an den Zahnersatz gegangen<br />
ist, und weil man den Zahnersatz medizinisch sehr klar abgrenzen kann.<br />
Das ist im Feld der Re-ha und der Kuren durchaus viel schwieriger. Aber<br />
entscheidend war sicher für die CDU/CSU das Finanzvolumen, die mit<br />
der Herausnahme aus der gesetzlichen Krankenversicherung eine Beitragsabsenkung<br />
erreichen möchte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Unruhig</b>: Die<br />
Reform wirkt überstürzt. Wäre es nicht besser gewesen,<br />
einen Konsens mit Krankenkassen, Ärzten und Experten zu erreichen,<br />
bevor man die Eckpunkte festlegt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Die Reform war ganz sicher nicht überstürzt. Wir haben über<br />
ein Jahr mit all den Beteiligten, die sie hier ansprechen, diskutiert.<br />
Wir haben unsere Reformziele dargelegt, nämlich die Verbesserung<br />
der Qualität und der Effizienz des Systems zu erreichen und auch<br />
eine langfristige Beitragsstabilisierung und Absenkung zu erreichen. Der<br />
Konsens mit all denen, die im Gesundheitswesen arbeiten, ist allerdings<br />
oft nicht zu erreichen, weil die Interessenslagen zu unterschiedlich sind<br />
und sich oft nicht mit denen der Versicherten und Patienten decken, deren<br />
Interessen bei dieser Gesundheitsreform im Vordergrund stehen sollten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Bei der CDU hat die Pharma-Lobby Stimmung gegen die Positivliste für<br />
Arzneimittel gemacht &#8211; die ist jetzt auch weg. Welche Lobbyisten klopfen<br />
denn bei der SPD an? Sind es da die Arzneimittelhersteller aus den Wahlkreisen<br />
der Abgeordneten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Bei uns klopfen alle an und natürlich auch die Pharmahersteller.<br />
In der Pharmaindustrie gibt es sehr viele Arbeitsplätze und sie ist<br />
nach wie vor ein entscheidender Wirtschaftsfaktor in unserem Land. Deshalb<br />
diskutiert natürlich auch die SPD mit der Pharmaindustrie, weil Gesundheitspolitik<br />
inzwischen nicht mehr nur Sozialpolitik, sondern auch Wirtschaftspolitik<br />
ist. Wir haben im gesamten Gesundheitswesen etwa 4,5 Millionen Beschäftigte<br />
mit einem Jahresumsatz von etwas 142 Milliarden Euro alleine bei den gesetzlichen<br />
Krankenversicherungen. Dazu kommen noch mal in der gleichen Höhe<br />
Gesundheitsleistungen aus der privaten Versicherung oder auch aus den<br />
privaten Kassen der Einzelnen. Das macht, finde ich, sehr deutlich, dass<br />
zwar im Vordergrund Gesundheitspolitik stehen muss, aber Arbeitsmarkt-<br />
und Wirtschaftspolitik immer mit bedacht werden müssen und deshalb<br />
Reformoptionen eröffnet werden müssen, bei denen man auch Forschungsoptionen<br />
der Pharmaindustrie mit berücksichtigen muss.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Kilroy</b>: Wie<br />
wäre denn eigentlich die Gesundheitsreform ausgefallen, wenn man<br />
keine Lobbyisten gefragt hätte?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Wir hätten die Positivliste bekommen. Und das, was wir an Veränderungen<br />
bei der Versorgung von Patienten und Patientinnen planen, würde sicher<br />
auch schneller umgesetzt werden. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>GUSI</b>: Sie behaupten<br />
&quot;das Kollektivvertragssystem hat sich grundsätzlich bewährt&quot;.<br />
Halten sie daran immer noch fest?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Ich glaube nach wie vor, dass es sich grundsätzlich bewährt<br />
hat, bin aber grundsätzlich davon überzeugt, dass es nicht das<br />
einzige Vertragssystem bleiben darf. Deshalb wird es in der Zukunft Direktverträge<br />
geben zwischen Krankenkassen, Arztgruppen und anderen Gesundheitsberufen,<br />
z.B. in der Form von Versorgungszentren oder auch bei der Öffnung<br />
der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>fcschalke04</b>: Kritiker der Bürgerversicherung sagen, eine Umstellung<br />
wäre teuer und würde nur eine minimale Beitragsentlastung bringen?<br />
Stimmt das und wie sehen Sie das?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<b><br />
</b>Die Bürgerversicherung wird eine Beitragsentlastung bringen.<br />
In welcher Höhe kann ich Ihnen nicht sagen, weil das entscheidend<br />
von der Ausgestaltung abhängt. Sie bringt Vorteile dadurch, dass<br />
es eine ganz breite Basis der Versicherten gibt. Wir haben allerdings<br />
noch sehr viel ungeklärte Fragen, z.B.: Wie gehen wir mit Beamten<br />
um in der privaten Krankenversicherung, die es ja nun mal gibt? Und ich<br />
glaube, dass alle offenen Fragen beantwortet sein müssen, bevor man<br />
ein Versicherungswesen für 80 Millionen Menschen total verändert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rababer</b>: Bei<br />
der SPD waren es die Wirtschaftspolitiker, die sich kritisch gegen eine<br />
Bürgerversicherung äußern. Der arbeitsmarktpolitische<br />
Sprecher der SPD-Fraktion, Klaus Brandner, sagt: &quot;Manche meinen,<br />
man müsste nur die Einnahmegrundlage der Krankenkassen verbreitern<br />
und schon wären alle Probleme gelöst. Ich halte das für<br />
einen Trugschluss.&quot; Erliegen Sie einem solchen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Ich halte das für einen Trugschluss, genau wie das bei meinem Kollegen<br />
Brandner der Fall ist. Es geht letztendlich nicht um einfach mehr Geld<br />
im System, sondern das Wichtigste sind die strukturellen Veränderungen,<br />
und zu diesen Veränderungen sind die Menschen eher bereit, wenn sie<br />
nicht am Horizont schon den Goldesel sehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Martin</b>: Hallo<br />
Frau Schaich-Walch, welche Bedeutung hätte die Bürgerversicherung<br />
oder Kopfpauschale für die privat Krankenversicherten und für<br />
die privaten Krankenkassen? Wäre eine sehr hohe Bemessungsgrenze<br />
(diskutiert werden z.Zt. 5100,- Euro) den privaten Kassen gegenüber<br />
vertretbar?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Ich habe in einer vorherigen Antwort schon gesagt, dass die Fragen der<br />
Umgestaltung der privaten Krankenversicherung noch sehr offen ist, denn<br />
wenn wir den Weg der Bürgerversicherung gingen, würde sich langfristig<br />
die private Krankenversicherung erübrigen. Sie wäre keine Vollversicherung<br />
mehr wie heute, sondern würde nur noch Zusatzversicherung sein können,<br />
und was das alles bedeutet, ist in den letzten Details auch von den Verfechtern<br />
dieser Versicherungsform noch nicht beantwortet worden. Deshalb ist das<br />
ganze noch nicht entscheidungsreif und sollte auch erst entschieden werden,<br />
wenn in einer gesellschaftlichen Debatte deutlich herausgearbeitet ist,<br />
was die Vor- und Nachteile der Bürgerversicherung und auch der Prämienversicherung<br />
sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Vbnm</b>: Warum<br />
die plötzliche Debatte um Bürger oder Kopf? Wollen sie davon<br />
ablenken, dass nur die Patienten belastet werden und die Besitzstände<br />
der Kassen, Ärzte etc. unberührt blieben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Die Besitzstände der Kassen und Krankenkassen sind nicht unberührt<br />
geblieben. Wir haben Ende letzten Jahres das Beitragssicherungsgesetz<br />
verabschiedet, das Januar diesen Jahres in Kraft getreten ist und Belastungen<br />
in Höhe von ca. 3,5 Milliarden Euro für Pharmaindustrie, Ärzteschaft,<br />
Apotheken, Krankenkassen und Zahntechniker beinhaltet. Ich hätte<br />
mir allerdings gewünscht, dass wir statt über eine neue Finanzierungsform<br />
intensiv über die jetzt zu erarbeitende Gesundheitsreform diskutieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>GUSI</b>: Frau<br />
Schaich-Walch, Herr Seehofer sagt offen seine Meinung. Sie halten hier<br />
Ihre &quot;hinterm Berg&quot;. Das ist nicht in Ordnung. Sie stehen hier<br />
mit dem Wähler im Kontakt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Ich darf hinzufügen: Horst Seehofer hat erklärt, er sei absolut<br />
sicher, dass die Bürgerversicherung kommt. Hat er Recht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Ich bin ja sehr davon beeindruckt, dass Herr Seehofer trotz all der noch<br />
offenen und noch ungeklärten Fragen bereits eine Antwort hat. Ich<br />
halte mir meiner nicht hinterm Berg. Die Bürgerversicherung steht<br />
in Konkurrenz zu dem Prämienmodell vergleichbar der Schweiz. Es hätte<br />
den Vorteil, dass die Krankenversicherungsbeiträge völlig losgelöst<br />
sind von den Lohnnebenkosten. Aber auch bei diesem Modell sind noch nicht<br />
alle Fragen beantwortet und Rechenbeispiele gibt es schon gar nicht. Für<br />
keines von beiden sind sie bisher befriedigend. Und ich pflege mich erst<br />
dann zu entscheiden, wenn alle Fakten auf dem Tisch sind, alle meine Fragen<br />
beantwortet sind. Und das ist bis jetzt nicht der Fall!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heinz-Walter</b>:<br />
Sehen Sie ein wirkliche Möglichkeit für den Bürger Gesundheitskosten<br />
zu reduzieren, denn wenn auf der Lohnabrechnung zwar eine höhere<br />
Nettosumme erscheint aber man dann doch selbst zahlen muss wird es summa<br />
summarum letztendlich teurer.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Was wir jetzt machen, ist ein System von kurzfristigen, mittel- und langfristigen<br />
Maßnahmen. Bei den kurzfristigen Maßnahmen mit den Zuzahlungen<br />
gehen wir allerdings auch davon aus, dass sie zum Teil auf das Verhalten<br />
der Patienten einwirken.<br />
Krankenkassen können ihren Patienten z.B. beim Hausarztmodell oder<br />
bei Chronikerprogrammen einen Bonus anbieten, der auch eine Reduzierung<br />
der Zuzahlung beinhalten kann. Bei den mittel- und langfristigen Maßnahmen<br />
gehen wir z.B. davon aus, dass wir durch die Neugestaltung der Preise<br />
im Arzneimittelbereich Einsparungen von mindestens einer Milliarde Euro<br />
erzielen. Hinzu kommen weitere Einsparungen durch eine freiere Vertragsgestaltung<br />
der Krankenkassen. Am Ende gehen wir von einem Einsparvolumen von 4-6<br />
Milliarden Euro jährlich aus.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Logo</b>: Wie rechtfertigt<br />
die SPD gegenüber den betroffenen Patienten und Therapeuten die geplante<br />
Anhebung der Zuzahlungen im Bereich Physiotherapie auf einen Eigenanteil<br />
der Patienten, der je nach Behandlungsposition, zwischen 37-80% der Behandlungskosten<br />
je Behandlung liegen soll? Das deckt sich doch nicht mit dem selbstformulierten<br />
Anspruch die Zuzahlung zu vereinfachen und gerechter zu gestalten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Wenn das so wäre, hätten Sie Recht. Die Zuzahlungen sind folgendermaßen<br />
gestaltet: Maximal 2 % des Familieneinkommens. Hinzu kommt die Berücksichtigung<br />
eines Kinderfreibetrages in der Größenordnung von derzeit 3648<br />
Euro je Kind. Das ist die Obergrenze für alle Leistungen, auf die<br />
zugezahlt werden muss. Für chronisch kranke Pattienten gilt die Hälfte<br />
, also 1 % Maximum ebenfalls über alle Leistungen und bei Sozialhilfeempfängern<br />
1 Euro pro Leistung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Berniedo</b>: Das<br />
eigentliche Problem der Krankenkassen sind doch die Verluste auf der Einnahmeseite,<br />
die durch Gesetzesänderungen verursacht wurden (Zahlungen für<br />
Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger). Also, der Staat entlastet seine<br />
Kasse, die Krankenkassen haben ein Defizit und die Beitragszahler werden<br />
zur Kasse gebeten. Warum werden also Lasten der Gemeinschaft auf die Beitragszahler<br />
der gesetzlichen Krankenkassen verlagert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
In dieser Gesundheitsreform gehen wir einen ersten Schritt, dass wir die<br />
sogenannten versicherungsfremden Leistungen über die Steuer finanzieren.<br />
Im ersten Schritt 2004 soll dieses steuerfinanzierte Volumen eine Milliarde<br />
Euro, bis zum Jahr 2007 4,2 Milliarden Euro, betragen. Damit korrigieren<br />
wir einige der Dinge, die Sie angesprochen haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>GUSI</b>: Auch<br />
Sie haben bis vor kurzem nicht die Systemfrage für das Gesundheitswesen<br />
gestellt. Nun tun Sie dies, wie viele andere auch. Kann Politik erst dann<br />
handeln, wenn jedem klar wurde, dass der herrschende Zustand finanziell<br />
untragbar geworden ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Gesundheitsreform besteht für mich aus mehreren Komponenten.<br />
Die Entscheidendste ist für mich die Qualität und Wirtschaftlichkeit<br />
der Versorgung der Patientinnen und Patienten, die eng verbunden sind<br />
mit den Fragen des Wettbewerbes.<br />
Diese Korrekturen waren dringend notwendig und werden mit Veränderungen<br />
der Gesellschaft auch immer notwendig sein. Im medizinischen Fortschritt<br />
gibt es keinen Stillstand. Ca. alle 5 Jahre haben wir einen neuen Wissensstand.<br />
Also werden auch weiterhin inhaltliche Reformen notwendig sein. Diese<br />
Reformen sind für mich unabhängig von der grundsätzlichen<br />
Finanzierungsfrage. Wenn wir in andere Länder schauen, können<br />
wir sehen, dass die Schweiz für die Umstellung ihrer Finanzierung<br />
für ein Volk von 7 Millionen Menschen 6 Jahre gebraucht hat. Wir<br />
würden ein System umstellen für etwa 80 Millionen Menschen,<br />
und wenn man da einen Fehler macht, kann man den nicht schnell korrigieren,<br />
wie z.B. bei der Zuzahlung. Deshalb muss das sehr gründlich vorbereitet<br />
sein und tiefgehend in der Gesellschaft diskutiert werden, weil ich davon<br />
überzeugt bin, dass man einen eventuellen Systemwechsel auch nur<br />
mit einer sehr breiten Mehrheit im Bundestag beschließen kann.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Chat-Freunde, es gibt noch viele Fragen, die Stunde ist aber leider<br />
vorbei. Am Donnerstag, 30.Juli, geht&#8217;s im Chat wieder um die Gesundheitsreform.<br />
Dann stellt sich Andreas Storm, Gesundheitsexperte der CDU und Widersacher<br />
von Frau Schaich-Walch, hier von 17.00 bis 18.00 Ihren Fragen. Morgen<br />
geht es von 16.00 bis 17.00 Uhr um die Krise in Irak und Iran. Dazu haben<br />
wir die Nahost- und Islam-Expertin Prof. Gudrun Krämer von der Freien<br />
Universität eingeladen. Herzlichen Dank Frau Schaich-Walch fürs<br />
Kommen. Vielen Dank an alle User für die Fragen. Die Transkripte<br />
aller tacheles.02-Chats finden Sie auf den Webseiten der Veranstalter<br />
tagesschau.de und politik-digital.de sowie des Unterstützers tagesspiegel.de.<br />
Bis zum nächsten Mal!</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Bitte sehr.</span></p>
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