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	<title>GuttenPlag-Wiki &#8211; politik-digital</title>
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	<title>GuttenPlag-Wiki &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Der Vorleser</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 18:20:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wulff]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
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		<category><![CDATA[YouTube]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Christopher Lauer]]></category>
		<category><![CDATA[GuttenPlag-Wiki]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/Lauer4_0.jpg" alt="C. Lauer" height="136" width="96" align="left" />Bundespräsident Christian Wulff bleibt auch in dieser Woche in den Schlagzeilen. Die vorerst letzten medialen Höhepunkte waren das Fernsehinterview mit ARD und ZDF sowie die (medien-)politischen Konsequenzen seines Anrufs auf der Mailbox des &#34;Bild&#34;-Chefredakteurs. Der Berliner Piraten-Politiker Christopher Lauer hat die bekannten Teile dieses Textes als Audiofile ins Netz gestellt. politik-digital.de hat ihn nach seinen Motiven gefragt.
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-6596" title="Christopher Lauer" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/christopher_lauer1.png" alt="" width="195" height="232" />Bundespräsident Christian Wulff bleibt auch in dieser Woche in den Schlagzeilen. Die vorerst letzten medialen Höhepunkte waren das Fernsehinterview mit ARD und ZDF sowie die (medien-)politischen Konsequenzen seines Anrufs auf der Mailbox des &#8220;Bild&#8221;-Chefredakteurs. Der Berliner Piraten-Politiker Christopher Lauer hat die bekannten Teile dieses Textes als Audiofile ins Netz gestellt. politik-digital.de hat ihn nach seinen Motiven gefragt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Hohn und Spott bereiteten sich in vielfältiger, <a href="http://www.monero.de/geld-sparen/verbraucherrecht/rechtsexperte-warnt-praesidenten-witze-koennen-teuer-kommen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">rechtlich jedoch teilweise umstrittener Form</a> bereits in einem recht frühen Stadium der Affäre über den Bundespräsidenten in Blogs und sozialen Netzwerken aus. Das Zutagefördern von immer neuen Details blieb jedoch bisher weitestgehend den klassischen Medien vorbehalten. Gleichwohl haben sich zu verschiedenen Teilaspekten der Affäre inzwischen Internetnutzer zusammengetan. Mit Hilfe von <a href="http://de.wulffplag.wikia.com/wiki/Wulffplag_Wiki" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;WulffPlag&#8221;</a> sammeln sie im Stil des <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GuttenPlag-Wikiki</a> Ermittlungsstände, Äußerungen, Fakten oder Verdächtigungen. Eine studentische Initiative hat überdies das Portal <a href="http://www.direktzu.de/wulff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Direkt zu Christian Wulff&#8221;</a> ins Leben gerufen.</p>
<p>Nachdem der Inhalt des von ARD und ZDF produzierten Interviews bereits vor Ablauf der Sperrfrist als Audiodatei <a href="https://netzpolitik.org/2012/preview-das-wulff-interview-als-audio/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geleakt</a> worden war, machten sich Netzaktivisten im <a href="http://piratenpad.de/wulff-ard-transkript" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Piratenpad</a> der Piratenpartei daran, noch vor der Ausstrahlung des Gesprächs der Journalisten Bettina Schausten und Ulrich Deppendorf mit dem Bundespräsidenten eine wörtliche Abschrift des <a href="http://www.theeuropean.de/christoph-bieber/9463-deutschlands-erste-presidential-debate" target="_blank" rel="noopener noreferrer">medial breit rezipierten Gesprächs</a> zu erstellen.</p>
<p>Dieses Interview sowie Fragmente des bislang noch immer geheimnisumwitterten Anrufs auf der Mailbox von &#8220;Bild&#8221;-Chef Kai Diekmann sind im Laufe der vergangenen Woche nicht nur Gesprächsthema in Medien und an Stammtischen der Republik gewesen, sie haben auch den Piraten Christopher Lauer, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, zu zwei eher ungewöhnlichen Aktionen animiert. Lauer erstellte neben einem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=0FYN7z1uDCo" target="_blank" rel="noopener noreferrer">YouTube-Video, in dem er das Transkript des Fernsehinterviews vorliest</a>, auch ein <a href="http://soundcloud.com/soundblogfm/lauer-liest-wulff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tondokument</a> der <a href="http://de.wulffplag.wikia.com/wiki/Vorwurf_der_N%C3%B6tigung_von_Redaktionen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bislang publik gewordenen Fragmente</a> des Mailbox-Anrufs.</p>
<p>Gegenüber politik-digital.de hat <a href="http://www.christopherlauer.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christopher Lauer</a> sich zu seinen neuen Herausforderungen geäußert.</p>
<div align="center">[youtube http://www.youtube.com/watch?v=0FYN7z1uDCo]<strong>Lauer liest Schausten, Deppendorf und Wulff</strong></div>
<div align="center"></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hallo Herr Lauer! Sie haben vor dem teilweise rekonstruierten Inhalt der Diekmann-Mailbox bereits das<br />
Präsidenten-Gespräch mit Frau Schausten und Herrn Deppendorf eingelesen.<br />
Was war &#8211; inhaltlich und stilistisch &#8211; anspruchsvoller?</strong></p>
<p>Ich habe das in erster Linie einfach nur vorgelesen, sowohl das Video<br />
als auch die Audiodatei sind die jeweils ersten Versionen. Durch mein<br />
langjähriges Engagement in einer freien Theatergruppe in Bonn fiel mir<br />
das nicht so schwer.</p>
<p><strong>Bei der Nachricht auf Kai Diekmanns Mailbox handelt es sich ursprünglich um eine Botschaft, die ja nicht für die breitere<br />
Öffentlichkeit bestimmt gewesen ist. Haben Sie diese Tatsache vor Ihrem<br />
neuerlichen Einsatz als „Vorleser“ problematisiert?</strong></p>
<p>Nein. Abgesehen davon ist diese Nachricht meiner Meinung nach von<br />
öffentlichem Interesse. Wenn ich Herr Wulff wäre, dann hätte ich sie<br />
schon längst veröffentlicht, um Spekulationen zu vermeiden. Wahrscheinlich wird sie früher oder später eh im Internet auftauchen.</p>
<p><strong>Kollaborative Web-Aktionen haben ja gerade Jahrestag. Vor bald<br />
einem Jahr stürzte Karl Theodor zu Guttenberg über einige, naja,<br />
Ungenauigkeiten in seiner Doktorarbeit. Was können nach Ihrer Ansicht<br />
solche Aktionen für den politischen Betrieb generell leisten?</strong></p>
<p>Wir sehen hier grade erst den Anfang. Ich hoffe, dass solche Initiativen<br />
im Zusammenhang mit Open Access und Open Data zukünftig einen<br />
gesamtgesellschaftlichen Nutzen entfalten werden und nicht nur Politiker<br />
zu Fall bringen.</p>
<p><strong>Sie sind &#8211; neben Ihrer Tätigkeit als Vorleser &#8211; auch Mitglied des<br />
Abgeordnetenhauses von Berlin und somit aktiver Politiker. Welche<br />
konkreten politischen Folgen erhoffen oder wünschen Sie sich von Ihren<br />
Vertonungen?</strong></p>
<p>Eigentlich keine. Ich mache das als Zeitvertreib neben meiner doch recht<br />
anstrengenden Parlamentsarbeit.</p>
<p><strong>Und was können Sie vom Umgang des Bundespräsidenten mit der gesamten<br />
Affäre für Ihre eigene politische Arbeit lernen?</strong></p>
<p>Ich persönlich habe nicht vor, in eine solche Situation zu kommen. Dafür<br />
braucht es allerdings auch die Fähigkeit, in unangenehmen Situationen<br />
verantwortlich zu seinem Handeln zu stehen. Das ist natürlich nicht einfach.</p>
<p><strong>Richten wir den Blick noch kurz in die Zukunft. Was wäre denn, nachdem<br />
Sie bereits das Staatsoberhaupt und zwei hochrangige Fernsehjournalisten<br />
vertont haben, eine weitere Herausforderung für Sie?</strong></p>
<p>Wenn ich mir etwas aussuchen könnte, würde ich gerne mit anderen Menschen<br />
an einem Berliner Theater berühmte Interviews und Pressekonferenzen &#8211; zum<br />
Beispiel die von Barschel &#8211; vorlesen.</p>
<p><strong>Zum Schluss haben wir eine Bitte, Herr Lauer. Würden Sie auch dieses<br />
Interview &#8211; „Christopher Lauer im Gespräch mit politik-digital.de“ &#8211; für uns<br />
einlesen?</strong></p>
<p>Würde ich gerne machen, allerdings muss ich noch die Plenarsitzung zu<br />
morgen vorbereiten. Es fehlt mir die Zeit.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ausgezeichnet: Das verräterische Handy</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johann Eggert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jun 2011 16:16:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[GuttenPlag-Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[Grimme Online-Award]]></category>
		<category><![CDATA[Malte Spitz]]></category>
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					<description><![CDATA[Von einer ARTE-Webdoku über ein juristisches Blog bis zum GuttenPlag-Wiki reichten die Auszeichnungen beim diesjährigen Grimme-Online-Award, der gestern Abend verliehen wurde. Mit dem Preisträger und Grünen-Politiker Malte Spitz, der auf Zeit Online die Ortungsdaten seines Handys veröffentlichte, sprach politik-digital.de am Tag nach der Preisverleihung.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von einer ARTE-Webdoku über ein juristisches Blog bis zum GuttenPlag-Wiki reichten die Auszeichnungen beim diesjährigen Grimme-Online-Award, der gestern Abend verliehen wurde. Mit dem Preisträger und Grünen-Politiker Malte Spitz, der auf Zeit Online die Ortungsdaten seines Handys veröffentlichte, sprach politik-digital.de am Tag nach der Preisverleihung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&#8220;Die diesjährigen Preise belegen, welche Bandbreite es im Internet gibt“, sagte der Leiter des Adolf-Grimme-Instituts Uwe Kammann gestern bei der Verleihung des <a href="http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=7" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grimme Online Award</a> in Köln. In der Kategorie Information konnten sich zwei sehr unterschiedlich Seiten durchsetzen. Für Konzept und Redaktion wurde der Preis an <a href="http://wissen.dradio.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„DRadio Wissen“ (Deutschlandradio)</a> vergeben. Die Jury hob dabei die „ganz besondere Art, Radio und Internet miteinander zu verbinden“ hervor. Weiterhin konnte sich das <a href="http://www.lawblog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„law blog“</a> von Udo Vetter durchsetzen. Idee und Redaktion konnten überzeugen, da der Strafverteidiger mit den Klischees über die trockene Juristerei aufräume.<br />
Das <a href="http://neusprech.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Neusprechblog“</a> und die Webdokumentation <a href="http://prisonvalley.arte.tv/?lang=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Prison Valley“</a> von ARTE gewannen in der Kategorie Wissen und Bildung. Ersteres „ist der verklausulierten Sprache in der Tagespolitik und im politischen Diskurs auf der Spur“. „Prison Valley“ zeigt Gefängnisse in den USA als Wirtschaftsfaktor und wurde vor allem für den gelungenen Versuch, die Medien Film und Internet zu verbinden, gelobt.</p>
<p>Den Grimme Online Award Kultur und Unterhaltung konnten ein Reiseblog und eine Kinderwebsite für sich reklamieren. Johannes Klaus berichtet in seinem Blog <a href="http://reisedepesche.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Reisedepesche“</a> mit viel Detailgenauigkeit über seine vor etwas mehr als einem Jahr gestartete Weltreise. <a href="http://www.wortwusel.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Wortwuselwelt“</a> könne „die Internetnutzer von heute und morgen inspirieren, zukünftige Webangebote (egal, ob für Kinder oder Erwachsene) einfach neu zu denken&#8221;.<br />
Der „klicksafe-Preis für Sicherheit im Internet“ ging an die Plattform <a href="http://www.juuuport.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Juuuport</a> der Niedersächsischen Landesmedienanstalt, die von Jugendlichen für Jugendliche gestaltet wird und Hilfe bei „Mobbing und Abzocke“ im Internet bietet. Des weiteren konnte sich das Theaterstück gegen Mobbing und sexuelle Gewalt im Internet <a href="http://www.zartbitter.de/content/e56/e5811/index_ger.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Click it!²“</a> durchsetzen.Die Website der MTV-Sendung <a href="http://www.gameone.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„GameOne“</a> wurde mit dem Publikumspreis prämiert. Insgesamt hatten über 170.000 Menschen abgestimmt.</p>
<p>Die Kategorie Spezial ging an das <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„GuttenPlag Wiki“</a>, welches maßgeblich dazu beigetragen hatte, Plagiate in der Doktorarbeit von Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg aufzuzeigen, während es dabei immer eine „faire und unvoreingenommene Arbeitsweise“ gezeigt habe.<br />
Auch das Projekt <a href="http://www.zeit.de/datenschutz/malte-spitz-vorratsdaten" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Verräterisches Handy: Was Vorratsdaten über uns verraten&#8221;</a> auf Zeit Online wurde in dieser Kategorie prämiert. Entstanden sei hier eine interaktive Website die, so die Jury, dem Bürger anschaulich beschreibe, was die Vorratsdatenspeicherung für jeden von uns bedeute.</p>
<p>Das Bewegungsprofil konnte auf Zeit Online jedoch erst veröffentlicht werden, nachdem der Grünen-Politiker Malte Spitz seinen Mobilfunkanbieter erfolgreich auf Herausgabe seiner Verbindungsdaten verklagt hatte. Mit politik-digital.de sprach Spitz, der seit 2006 auch Mitglied des Bundesvorstandes von Bündnis90/Die Grünen ist, über die Motivation für sein gestern prämiertes Vorhaben und seine Kritik an der derzeitigen Datenschutzpolitik.</p>
<p><strong>Herr Spitz, Sie haben auf die Herausgabe Ihrer Verbindungsdaten, für deren Visualisierung Sie jetzt von der Grimme-Preis-Jury ausgezeichnet worden sind, zu einer Zeit geklagt, als das Thema in der breiteren Öffentlichkeit noch nicht so präsent war wie heute. Was hat Sie damals dazu bewogen?<br />
</strong></p>
<p>Zu erst einmal bin nicht ich alleine ausgezeichnet worden, sondern vor allem wurde die journalistische und technische Arbeit von Zeit Online und OpenDataCity gewürdigt. Dafür waren meine Vorratsdaten zwar Grundlage, aber ohne deren Arbeit wäre das jetzige Ergebnis so nicht möglich gewesen. Persönlich bin ich schon lange gegen die Vorratstdatenspeicherung aktiv, seit Anfang 2007 im AK Vorratsdatenspeicherung und habe auch die &#8220;Freiheit statt Angst&#8221;-Demonstrationen die letzten Jahre mit organisiert. Ich war auch einer der fast 34.000 BürgerInnen, die vor dem Bundesverfassungsgericht gegen diesen maßlosen Eingriff in die Bürger- und Freiheitsrechte geklagt hatten.<img decoding="async" title="Malte Spitz" src="/wp-content/uploads/spitz-neuer-rand.jpg" alt="Malte Spitz" width="250" height="169" align="left" /> Da war es für mich nur folgerichtig, dass ich auch von meinem Auskunftsrecht nach Paragraph 34 BDSG <em>(Bundesdatenschutzgesetz, Anm. d. Red.)</em> Gebrauch mache und die Herausgabe der über mich gespeicherten Daten bei meinem Mobilfunkanbieter erstritten habe.</p>
<p>Vor allem war ich im ersten Moment skeptisch, ob die gesamten Speichervorschriften wirklich umgesetzt werden können. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es tatsächlich möglich ist, alle Verbindungsdaten von 82 Millionen BürgerInnen zu speichern, ohne dass dabei eklatante Fehler entstehen. Als ich dann den Datensatz mit über 35.000 einzelnen Verbindungsnachweisen erhalten hatte, war ich schockiert.</p>
<p>Eine derart engmaschige Überwachung ist problemlos möglich. Die Veröffentlichung der Daten in Kooperation mit Zeit Online, war für mich dann noch mal eine nicht leichte Entscheidung, schließlich gebe ich damit detaillierte Einsicht in mein Leben für ein halbes Jahr.<br />
Letztendlich bin ich aber zu dem Entschluss gekommen, dass es vielleicht das effektivsten Mittel ist, um den Menschen vor Augen zu führen, was die Vorratsdatenspeicherung bedeutet und das jede und jeder von uns betroffen ist. Dass am Ende ein so tolles Ergebnis, das mit mehreren Preisen ausgezeichnet wird und internationales Medienecho bis hin zur Titelseite der New York Times hervorruft, hätte ich nicht gedacht.</p>
<p><strong>Können öffentliche Ereignisse wie der Grimme-Online-Award zu einer Sensibilisierung der Bevölkerung hinsichtlich Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit beitragen oder ist die Wirkung der Preisverleihung nach Ihrem Dafürhalten auf die internetaffine Szene begrenzt?<br />
</strong></p>
<p>Die Visualisierung der Daten hat mit Sicherheit dazu beigetragen, breite Gruppen der Bevölkerung über das Thema weiter aufzuklären. Ein Bild sagt halt manchmal mehr als tausend Worte. Der Grimme-Online-Award rückt zudem die Art der journalistischen Aufbereitung stärker in den Mittelpunkt, Datenjournalismus wird ein zentraler Teil der Zukunft des Journalismus sein.</p>
<p><strong>Die Auszeichnung Ihrer Arbeit fällt mit dem Wiederaufflammen eines inhaltlich ja verwandten koalitionsinternen Konflikts beim Thema Verbrechensbekämpfung im Internet zusammen. Wird sich die Bundesregierung nach Ihrer Auffassung dem Druck seitens der Brüsseler Kommission beugen?<br />
</strong></p>
<p>Ich hoffe, Deutschland wird die Vorratsdatenspeicherung nicht wieder einführen. Die FDP rückt aber leider Stück für Stück von ihrer grundsätzlichen Ablehnung einer anlasslosen Speicherung von Kommunikationsdaten ab. Es geht in der schwarz-gelben Koalition zu sehr um das &#8220;Wie&#8221; einer Vorratsdatenspeicherung und leider nicht mehr um das generelle &#8220;Ob&#8221; eines solch massiven Grundrechtseingriffes. Wir Grüne sagen klar Nein zu einer Wiedereinführung und werden auch auf allen Ebenen dagegen kämpfen. Dabei stehen wir leider einer großen Koalition der Willigen aus CDU/CSU und SPD gegenüber, die sich für die Vorratsdatenspeicherung stark machen, zuletzt diese Woche bei der Innenministerkonferenz in Frankfurt. Die SPD macht nicht den Eindruck, dass sie ernsthaft Bürgerrechte schützen will, sondern geht Seit&#8217; an Seit&#8217; mit den Hardlinern aus der Union und den Polizeigewerkschaften. Die SPD ist gut beraten, sich nicht auf einen Kuhhandel mit der Regierung Merkel auf Kosten der Bürgerrechte einzulassen.</p>
<p>Für uns Grüne ist klar, wir werden auf allen politischen Ebenen – also explizit auch in Brüssel – weiterhin gegen die Vorratsdatenspeicherung kämpfen. Für uns ist klar, eine Umkehrung der Unschuldsvermutung darf es nicht geben. Dieser unverhältnismäßige Eingriff in die Grundrechte ist mit nichts gerechtfertigt.</p>
<p align="center"><em>&#8211; In Zusammenarbeit mit <a href="/user/cnick" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christina Nick</a></em> &#8211;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hajo Schumacher: Demokratie ein schützenswertes Gut</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/hajo-schumacher-demokratie-ein-schuetzenswertes-gut-5287/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Johann Eggert]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jun 2011 12:47:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Parteiensystem]]></category>
		<category><![CDATA[eParticipation]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Enquete]]></category>
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		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Macht hat der Wutbürger im digitalen Zeitalter wirklich und kann die Politik mit ihren hergebrachten Mustern auf diese Entwicklungen reagieren? Zu den  Möglichkeiten der Partizipation und des Protests im digitalen Zeitalter sowie den Herausforderungen für die Parteien befragte politik-digital.de den Journalisten Hajo Schumacher.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Macht hat der Wutbürger im digitalen Zeitalter wirklich und kann die Politik mit ihren hergebrachten Mustern auf diese Entwicklungen reagieren? Zu den Möglichkeiten der Partizipation und des Protests im digitalen Zeitalter sowie den Herausforderungen für die Parteien befragte politik-digital.de den Journalisten Hajo Schumacher.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Anonyme Rechercheure leisten in kollaborativen Online-Aktionen einen Beitrag zur Aufdeckung von Plagiaten in Doktorarbeiten prominenter Politiker. Eine in den vergangenen Monaten breit rezipierte Entwicklung, die der Publizist und Moderator Hajo Schumacher äußerst skeptisch sieht. Schumachers Argumentation: Nicht nur die Motive der Plagiatejäger sind häufig diffus, zur Qualität einer wissenschaftlichen Leistung gehören Parameter, die sich nicht immer ohne weiteres durch Plagiate-Wikis messen lassen. Auch den Einfluss, der über das Internet auf die Politik ausgeübt wird, beurteilt Schumacher einerseits insgesamt kritisch, andererseits sei die Politik in ihren Mustern des Umgangs mit der Netzgemeinde im vorigen Jahrhundert stehen geblieben. Ob aber das digitale Zeitalter die Demokratie erledigt oder befördert, sei noch nicht entschieden, so sein Fazit.<br />
<strong><br />
Herr Dr. Schumacher, diejenigen Internet-Nutzer, die ohne Nennung von Klarnamen recht &#8220;erfolgreich&#8221; in Politiker-Doktorarbeiten nach Plagiaten gesucht haben, wurden von Ihnen als &#8220;selbstgerechte digitale Blockwarte&#8221; bezeichnet. Ist es nicht aber eine Selbstverständlichkeit, dass Dissertationen von jedermann eingesehen bzw. überprüft werden können? Was stört Sie konkret an der digitalen Plagiatejagd?<br />
</strong><br />
Es ist ein großer Gewinn, dass die Technik die Plagiatejagd gleichsam vergesellschaftet. Mich stört dabei aber dreierlei:<br />
Zum einen gehen die Medien viel zu oberflächlich mit den Informationen der Jäger um. Die plag-Gruppen differenzieren richtigerweise nach der Schwere des Vergehens. Wenn sich beispielsweise auf 25 Prozent der Seiten nur Halbsätze finden, deren Herkunft nicht ganz klar ist, wird daraus die Schlagzeile &#8220;Ein Viertel der Arbeit gefälscht&#8221; &#8211; das ist so wie brutto/netto zu verwechseln.</p>
<p>Hinzu kommt der klassische Abnutzungseffekt: Die ersten Enttarnten wie zu Guttenberg lösen noch ein Beben aus, die nächsten werden medial schon leiser behandelt und in ein, zwei Jahren werden weitere Fälle kaum noch zur Fußnote taugen. Gerecht geht anders.<br />
Zweitens werden vorwiegend gesellschaftswissenschaftliche Arbeiten jüngeren Datums untersucht, die mit digitalen Hilfsmitteln zu prüfen sind. Was aber ist mit den ganzen Naturwissenschaftlern, deren Dissertationen bisweilen auf zweifelhaften Experimenten beruhen, Experimente, die den Regeln nach überall zu jeder Zeit wiederholbar sein müssen? Die kommen ungeschoren davon.<img fetchpriority="high" decoding="async" title="Dr. Hajo Schumacher / Credits Dirk Bleicker" src="/wp-content/uploads/hajo-endgueltig.jpg" alt="Dr. Hajo Schumacher / Credits Dirk Bleicker" width="200" height="296" align="left" /><br />
Und drittens erschreckt mich der Ton, der in den Foren zuweilen herrscht: Da sind bestimmt viele ehrbare Wissenschaftler am Werk, aber einige der Wortführer versprühen blanken Hass. Die wollen Blut. So wird die Plagiatsjagd eben auch zu einem Mobbing-Instrument. Denn am Ende findet sich in nahezu jeder Arbeit etwas, wie mir verschiedene Professoren bestätigten.<br />
Die reine Quantifizierung der Zitiergenauigkeit ist aber nicht das einzige Kriterium für eine wissenschaftliche Arbeit, sondern ebenso Originalität, Stringenz, Schlussfolgerung. In der Öffentlichkeit erscheinen Fußnotenprobleme aber als einziger Maßstab. All diese Einordnungen gehen in der öffentlichen Debatte verloren. Am Ende bleibt der Eindruck: Alle Politiker bescheißen, alle Professoren prüfen nicht ordentlich &#8211; mit Stereotypen-Bediene ist aber keinem gedient. So stellt sich die ewig aktuelle Frage: Wer kontrolliert die Jäger? Die Medien kommen dieser Kernaufgabe jedenfalls nur unzureichend nach.<br />
<strong><br />
Bleiben wir noch kurz beim Thema &#8220;Plagiate&#8221; im weiteren Sinne: Die Facebook-Gruppe &#8220;Gegen die Jagd auf Karl Theodor zu Guttenberg&#8221; hat aktuell 370.000 Unterstützer. Bei der &#8220;analogen&#8221; Pro-Guttenberg-Demo waren die ernsthaften Fans des Freiherrn eindeutig in der Minderheit. Woran scheitert der Transfer von digitalen gesellschaftspolitischen Willensbekundungen in das &#8220;Leben 1.0&#8221; noch?<br />
</strong><br />
Den &#8220;like&#8221;-Button zu drücken, dauert eine Zehntelsekunde. Aber vor die Tür und zur Demo zu gehen, das braucht mindestens zwei Stunden. Click-Demokratie und echtes Mitmachen sind zwei völlig verschiedene Anforderungen. Insofern ist es leichtfertig, aus irgendeiner Facebook-Zahl mehr als einen Befindlichkeitsmoment abzulesen, der genauso schnell kommt wie er geht. Aus Realitätsschnipseln ergibt sich eben nicht zwangsläufig ein Puzzle, das Wirklichkeit abbildet. Deswegen ist die Theorie vom Transfer 2.0 zu 1.0 auch fragwürdig. Vielmehr überlagern sich verschiedene Phänomene, von denen nur eines sicher ist: Sie funktionieren nicht nach dem Pawlowschen Reiz-Reaktions-Schema, sondern bedingen, blockieren, verstärken sich oder laufen einfach parallel. Die Mechanismen sind noch nicht richtig erforscht. Das wäre mal ein gutes Thema für eine Dissertation.<br />
<strong><br />
Die Feststellung, dass das Engagement im Internet eine Generationenfrage sei, ist inzwischen eine Binsenweisheit. Durch was zeichnen sich für Sie die &#8220;neuen digitalen Aktivisten&#8221; denn vor allem aus?<br />
</strong><br />
Diese nach wie vor kleine Gruppe wird zusammengehalten durch das gemeinschaftliche Gefühl von technischer Avantgarde, dem guten alten Protestgestus und am Ende auch von der enormen öffentlichen Resonanz, die vor allem Anerkennung bedeutet und natürlich eine geheimnisvolle, unkontrollierbare Macht. Junge Leute, die heute etwas bewegen und die Etablierten aufmischen wollen, schließen sich Anonymous an. Was für Joschka Fischer und Jürgen Trittin die Putz- und K-Gruppen waren, das sind heute die vielfältigen digitalen Kommunen im Netz. Und die Politik steht genauso hilflos davor wie damals.<br />
<strong><br />
Die Bundespolitik beschäftigt sich seit dieser Legislaturperiode intensiver mit dem Wandel in der Informationsgesellschaft. Trotzdem ist die Arbeit der Enquete-Kommission &#8220;Internet und digitale Gesellschaft&#8221; kein Garant für eine rege Beteiligung. Wird das Thema nach Ihrer Ansicht nur auf der falschen Ebene diskutiert oder spielen Netzpolitiker und die &#8220;digitale Öffentlichkeit&#8221; einfach keine so große Rolle?<br />
</strong><br />
Es gibt keine falsche Ebene, Netzpolitik zu diskutieren: Das Thema geht alle an. Die Politik hat mehrere Probleme, das Phänomen zu fassen. Zunächst sitzen kaum Digital Natives an den entscheidenden Positionen. Zweitens betrachtet Politik vor allem den Rechtsrahmen, also Datenschutz und Datensicherheit, und weniger das Lebensgefühl und den Prioritätenkanon, der sich im Netz entwickelt hat und ständig verändert.<br />
Parteien wiederum halten es für digitale Avantgarde, wenn die Wahlkandidaten bis zum Abend der Wahl Banales twittern und dann umgehend damit aufhören. Ein fundamentaler Fehler: Nachhaltigkeit ist auch und gerade für das fälschlicherweise als flüchtig angesehene Medium Internet ein zentraler Wert. Am Ende gilt wieder mal die Faustregel, dass gesellschaftliche Entwicklungen mit einer Generation Verspätung in der Politik ankommen. Die Regierung debattiert also derzeit auf dem Level der Neunziger Jahre.<br />
<strong><br />
Das Konzept der &#8220;Mitgliederpartei&#8221; ist seit Jahrzehnten etabliert. Die Willensbildung läuft vom Ortsvereinsstammtisch zum Bundesparteitag. Werden nicht aber vor allem die großen Parteien bei stetig abnehmender Basis geradezu gezwungen, auch politisch nicht festgelegte Bürger über (digitale) Partizipationskanäle anzusprechen?<br />
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Das Konzept der Mitgliederpartei schlittert in die Legitimationsfalle. Eines Tages wird sich das Land die berechtigte Frage stellen, ob alle politischen Posten von wenigen Hunderttausend Parteigängern verteilt werden dürfen. Andererseits tritt bei einer totalen Öffnung der Parteien womöglich das Relaunch-Paradoxon ein: Wie bei einer Tageszeitung, die sich von einem auf den anderen Tag total modern umgestaltet, verabschieden sich die alten Leser, dafür kommen aber keine neuen hinzu. Digitales Zeitalter hin oder her, demokratische Politik braucht Mitmacher, die bereit sind, Papiere zu schreiben, an Sitzungen teilzunehmen, Posten zu übernehmen. Das eklige Genörgel, das vor allem aus den Kommentarspalten der Online-Medien quillt, illustriert eine unglaublich defätistische Haltung: sowieso alles Mist, alles Mafia, geht eh alles den Bach runter.</p>
<p>Die Sehnsucht nach dem großen Diktator, der es &#8220;denen da oben&#8221; mal richtig zeigt, ist sehr viel größer als die Bereitschaft, sich mit konkreten Lösungen einzumischen. Die Vorstellung, das Internet erleichtere die konkrete politische Arbeit, ist eine Fata Morgana: Politik ist immer mühsam und nicht immer lohnenswert. Viel mehr als irgendwelche Online-Schulungen brauchen wir das grundsätzliche Bewusstsein, dass Demokratie ein schützenswertes, teures und oft auch anstrengendes Gut ist, wichtiger als Umweltschutz oder Menschenrechte. Demokratie bildet das Fundament für alle anderen Werte und Ziele. Ob das digitale Zeitalter die Demokratie erledigt oder befördert, ist noch nicht entschieden. Der Mob ist immer und überall.</p>
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		<title>GuttenPlag-Wiki – preisverdächtig?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johann Eggert]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 May 2011 16:53:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Grimme-Online-Award]]></category>
		<category><![CDATA[Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg]]></category>
		<category><![CDATA[GuttenPlag-Wiki]]></category>
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					<description><![CDATA[Am selben Tag, an dem das Grimme-Institut die  Nominierungen für seine Online-Awards bekannt gibt, veröffentlicht die Untersuchungskommission der Universität Bayreuth ihr Untersuchungsergebnis zu Guttenbergs Doktorarbeit. Diese beiden zeitgleichen Ereignisse rufen einen Prozess in Erinnerung, der auch im Internet für viel Furore gesorgt hatte.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am selben Tag, an dem das Grimme-Institut die Nominierungen für seine Online-Awards bekannt gibt, veröffentlicht die Untersuchungskommission der Universität Bayreuth ihr Untersuchungsergebnis zu Guttenbergs Doktorarbeit. Diese beiden zeitgleichen Ereignisse rufen einen Prozess in Erinnerung, der auch im Internet für viel Furore gesorgt hatte.</p>
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<p>Die Bayreuther Untersuchungskommission hat ihren rund 40-seitigen Abschlussbericht, aus dem bereits in den vergangenen Tagen in der Presse zitiert worden war, heute auf der Homepage der oberfränkischen Universität <a href="http://www.uni-bayreuth.de/presse/info/2011/Bericht_der_Kommission_m__Anlagen_10_5_2011_.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veröffentlicht</a>. Das für den ehemaligen Wirtschafts- und Verteidigungsminister nur wenig schmeichelhafte Ergebnis dieser Prüfung ruft nun abermals einen Prozess in Erinnerung, der im Februar 2011 unter zahlreichen Internet-Nutzern zu einer kollaborativen Aktion geführt hatte. Die <a href="/guttenplag-wiki-karl-theodor-zu-guttenberg-plagiat-anonymitaet" target="_blank" rel="noopener noreferrer">annonymen Rechercheure</a> durchforsteten die zu Guttenbergsche Doktorarbeit, förderten immer umfangreichere und deutlichere Belege für das wissenschaftliche Fehlverhalten des CSU-Politikers zutage und drängten den damaligen Bundesminister der Verteidigung somit schließlich zum Rückzug von seinen politischen Ämtern und Funktionen.</p>
<p>Die in der medialen Öffentlichkeit breit rezipierte Arbeit der am GuttenPlag-Wiki beteiligten Internet-Nutzer habe eine gesellschaftliche Debatte über Verantwortung sowie moralische und ethische Standards ausgelöst, begründete die Nominierungskommission ihre Kandidatenauswahl am heutigen Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf.<br />
Das nominierte Wiki-Projekt, in dem Fundstellen zusammengetragen und verifiziert wurden, ist jedoch kein Solitär geblieben. Zahlreiche weitere Versuche, mithilfe von ähnlichen Wiki-Projekten die Doktorarbeiten von (Politiker-) Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu überprüfen, wurden in der Folge gestartet und riefen in der Öffentlichkeit neben Zuspruch auch harsche Kritik hervor. So etwa des Berliner Journalisten und Moderators Hajo Schumacher, der die heute für den Grimme-Online-Award nominierte Zunft der Online-Plagiate-Jäger in dem <a href="http://www.visdp.de/magazin/skandal-oder-pillepalle/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Magazin &#8220;V.i.S.d.P.&#8221;</a> wirkmächtig als &#8220;selbstgerechte digitale Blockwarte&#8221; bezeichnete.<br />
Das Projekt &#8220;GuttenPlag-Wiki&#8221;, das in der Kategorie &#8220;Spezial&#8221; vom Grimme-Institut nominiert worden ist, sieht sich vor der Verleihung des renommierten Medienpreises, die am 22. Juni in Köln stattfinden wird, mit teilweise namhaften Mitbewerben konfrontiert.</p>
<p>Für den <a href="http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=1195" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diesjährigen Grimme-Online-Award</a> (auch die Website politik-digital.de gehörte im Jahr 2001 bereits zu den Preisträgern) wurden von der Auswahlkommission neben dem Projekt GuttenPlag-Wiki insgesamt 24 weitere Online-Angebote verschiedenster Provenienz in fünf Kategorien nominiert. Darunter finden sich gleich drei Multimedia-Projekte des deutsch-französischen Kulturkanals ARTE, das verteidigungspolitische Blog &#8220;Augen geradeaus&#8221; oder das Leipziger Internetradio-Projekt &#8220;detektor.fm&#8221;.</p>
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		<title>Anonyme Rechercheure</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Feb 2011 15:25:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg]]></category>
		<category><![CDATA[GuttenPlag-Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[Anonymität]]></category>
		<category><![CDATA[Plagiat]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Internet-Wiki sorgt derzeit für Aufregung in Deutschland. Auf der Website <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GuttenPlag</a> veröffentlichten Netzaktivisten in einer kollaborativen Aktion vermeintliche Plagiate aus Guttenbergs Dissertation. Doch wer steht hinter der Plattform? Und ist das überhaupt wichtig? 
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Internet-Wiki sorgt derzeit für Aufregung in Deutschland. Auf der Website <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GuttenPlag</a> veröffentlichten Netzaktivisten in einer kollaborativen Aktion vermeintliche Plagiate aus Guttenbergs Dissertation. Doch wer steht hinter der Plattform? Und ist das überhaupt wichtig? </p>
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Vor ca. einem Monat kämpfte Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg noch für volle Aufklärung im Fall der auf der Gorch Fock zu Tode gekommenen Kadettin. Doch weder der Skandal auf der Gorch Fock, noch die vorher stattgefundene Kundus-Affäre brachten den derzeit beliebtesten Politiker Deutschlands so nahe an einen Rücktritt wie das GuttenPlag-Wiki. Mit dem Tool wurde der Verdacht erhärtet, dass Guttenberg große Teile seiner Dissertation aus anderen Quellen kopierte, ohne diese wissenschaftlich korrekt anzuzeigen. Das GuttenPlag-Wiki ist seitdem in aller Munde und die Affäre für den Verteidigungsminister noch lange nicht ausgestanden. Obwohl er mittlerweile seinen Doktortitel freiwillig zurückgab und öffentlich Reue zeigte.
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<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/110218_guttenplag-wiki.png" alt="GuttenPlag-Wiki" title="GuttenPlag-Wiki" height="245" width="480" />
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<b>Screenshot vom GuttenPlag-Wiki</b>
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Der Blogger Robin Meyer-Lucht <a href="http://carta.info/38395/guttenplag-cognitive-surplus-bei-der-arbeit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ist überzeugt</a>: Ein vergleichbares redaktionelles Projekt in den Print-Medien hätte in entsprechend kurzer Zeit niemals zu solch umfangreichen und schnellen Ergebnissen führen können. Die seit vergangener Woche diskutierte Dissertation &quot;Verfassung und Verfassungsvertrag&quot;  hat neben Pressevertretern und Oppositionspolitikern auch eine Schar engagierter Internet-Nutzer auf den Plan gerufen. Die große Zahl derjenigen, die sich durch ihre Forumsbeiträge und durch Recherche in digitalen Bibliotheken an der Verifizierung der kritischen Textpassagen beteiligten, hatte innerhalb von nur einer Woche zu einem vorläufigen Abschlussbericht geführt.
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Interessant erscheint aber auch die Frage, wer sich genau hinter GuttenPlag versteckt, denn über die  Identität der Urheber ist in den Medien bislang nur spekuliert worden. Dabei wirft die Tatsache, dass die Betreiber anonym bleiben wollen, auch einige Fragen auf.<br />
Es bleibt unklar, wer letztendlich für diesen offensichtlichen Erfolg der Netzcommunity verantwortlich zeichnet. Rund um das &quot;crowd-sourcing&quot;-Projekt GuttenPlag-Wiki herrscht bis heute Anonymität seitens der Plattformgründer und ihrer Zuträger. Dies scheint nachvollziehbar, blickt man auf mögliche persönliche oder  berufliche  Konsequenzen für die Mitarbeiter der Plattform. Der Kopf der Enthüllungswebsite WikiLeaks, Julian Assange, hatte sich hingegen offensiv in der Öffentlichkeit positioniert und muss sich seitdem mit diversen Vorwürfen, Anschuldigungen und  Klagen auseinandersetzen.  
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<p>
Nun ist es denkbar, dass die Betreiber von GuttenPlag genau dies vor Augen hatten, als sie mit diversen Interviewanfragen konfrontiert wurden und auf Anonymität bestanden. Die Frage ist aber auch: Wäre die Arbeit des Wiki eine schlechtere, wenn z. B. herauskommen würde, dass die Betreiber oder Mitarbeiter einer gegnerischen Partei von zu Guttenberg angehörten? Wie würde dann die Öffentlichkeit mit den Informationen umgehen?   
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<p>
Der Hinweis der Initiatoren, mit ihrem spontanen Wiki-Projekt keine parteipolitischen oder persönlichen Ziele verfolgen zu wollen, wird deswegen auch auf der Titelseite hervorgehoben. Die mediale Berichterstattung über Karl-Theodor zu Guttenbergs akademische Fehlleistungen und deren mögliche Auswirkungen auf seine zukünftige politische Karriere lassen sich andererseits nur schwer voneinander trennen. Damit werden anonyme &quot;Schwarm-Intelligenz&quot;-Projekte wie das GuttenPlag-Wiki auch zukünftig vor einer Herausforderung stehen: Durch die Wahrung von Anonymität ermöglichen sie einerseits einem breiten Unterstützerkreis die Möglichkeit der Partizipation. Andererseits werden sie durch die gewählte Anonymität bei ähnlich prominenten Fällen mit der Unterstellung zu kämpfen haben, politische oder persönliche Absichten zu verfolgen. Unabhängig von der Richtigkeit und Evidenz der jeweiligen kritischen Aufarbeitung.  
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<i>Unter Mitarbeit von </i><i><a href="/user/jeggert" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Johann Eggert</a></i></p>
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