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	<title>Hackerkultur &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Hackerkultur &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Gute oder böse Hacker?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jun 2011 18:30:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Hackerkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Cyber-Attacke]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/matrix.png" align="left" height="115" width="160" />Die Hackergruppe Lulzsec <a href="http://pastebin.com/7vEst2X6" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erklärt den Regierungen</a> und  den sogenannten „Whitehat-Sicherheits-Terroristen“ den Krieg und das Hackerkollektiv Anonymous zu ihrem Verbündeten. Welche Bedrohung geht von ihnen aus? Kämpfen sie für eine gute Sache? politik-digital.de sprach dazu mit dem IT-Sicherheitsexperten Ralph Langner.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/matrix.png" width="160" height="115" align="left" />Die Hackergruppe Lulzsec <a href="http://pastebin.com/7vEst2X6" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erklärt den Regierungen</a> und den sogenannten „Whitehat-Sicherheits-Terroristen“ den Krieg und das Hackerkollektiv Anonymous zu ihrem Verbündeten. Welche Bedrohung geht von ihnen aus? Kämpfen sie für eine gute Sache? politik-digital.de sprach dazu mit dem IT-Sicherheitsexperten Ralph Langner.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Angeblich griffen heute Mitglieder der beiden Hackergruppen Anonymous und Lulzsec in einer ersten konzertierten Aktion Internet-Präsenzen der brasilianischen Regierung an. So sollen für mehrere Stunden im Rahmen der Operation Anti-Security (#AntiSec) die Webseiten des Präsidenten, der Regierung und des Finanzministeriums mittels etwa zwei Milliarden Datenanfragen per DDoS-Attacke innerhalb kurzer Zeit lahmgelegt worden sein. Meldungen dieser Art werden zurzeit fast täglich verbreitet. <a href="http://www.n-tv.de/technik/Lulzsec-kaempft-mit-Anonymous-article3617861.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mutmaßliches Hauptziel</a> der neuerdings verbrüderten Hackerbewegungen soll es jedoch in Zukunft sein, Informationen von Regierungen, Großkonzernen oder Banken zu stehlen und offenzulegen, die aufzeigen, was hinter dem Rücken der Bürger so getrieben werde. Auf ihrem <a href="https://twitter.com/LulzSec" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter-Kanal</a>, dem immerhin schon mehr als 250.000 Nutzer folgen, <a href="http://www.zeropaid.com/news/93888/lulzsec-sets-release-date-while-more-claim-they-are-compromised" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kündigte Lulzsec für den morgigen Tag</a> die Operation Anti-Security Payload #1 an.</p>
<p align="center"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/lHApqy3n3Fs" width="480" height="349" frameborder="0"></iframe></p>
<p align="center"><b>(Video von Anonymous zur Operation AntiSec)</b></p>
<p>Beide Gruppen hatten in der Vergangenheit bereits erfolgreich Hacker-Angriffe auf Institutionen und Unternehmen wie CIA, Mastercard, Visa, Sony, GEMA, GVU oder die türkische Telekommunikationsbehörde TIB durchgeführt. Laut dem <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,718927-5,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IT-Sicherheitsexperten Ralph Langner</a> geht es Anonymous und Lulzsec in erster Linie darum, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Die Ankündigung des Zusammenschlusses liege ebenso wie die intendierte Dramatik ganz auf dieser Linie. Er rechnet beide Gruppen den sogenannten Hacktivisten, also Hackern mit einer weltanschaulichen Agenda, zu. Ernst zu nehmen seien sie, weil einige ihrer Akteure über sehr gute technische Fähigkeiten verfügten. „Wir erwarten ein weiteres Anwachsen solcher Gruppierungen, da es für den normalen Freizeit-Hacker offenbar attraktiver ist, sich einer derartigen Gruppe anzuschließen, als zu versuchen, alleine in die immer stärker gesicherten IT-Systeme potenzieller Opfer einzudringen“, so Langner. Aus seiner Sicht tragen die Aktionen der Hackergruppen zwar dazu bei, dass die Öffentlichkeit für die Gefahren von Cyber-Angriffen sensibilisiert wird, das Vorgehen sei jedoch zu verurteilen: „Zugespitzt könnte man sagen: Hacker sind Teil des Problems, dessen Lösung sie vorgeben zu sein“, bringt er es auf den Punkt.</p>
<p>Nicht nur vor diesem Hintergrund begrüßt Langner grundsätzlich die Errichtung von staatlichen Cyber-Abwehrzentren <a href="http://www.gulli.com/news/nationales-cyber-abwehrzentrum-offiziell-er-ffnet-2011-06-16" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie in der vergangenen Woche in Deutschland</a>:<br />
„Das Cyber-Abwehrzentrum war überfällig. In der jetzigen Form ist es allerdings eher ein Feigenblatt, wo eigentlich ein warmer Pullover gebraucht würde. Wenn das Abwehrzentrum einmal eine dreistellige Personalbasis hat, kann man beginnen, es Ernst zu nehmen. Die Aufgaben sollten in der Prävention massiver Cyber-Angriffe auf die deutsche Industrie und Infrastruktur liegen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind wir gegen ernsthafte Angriffe völlig unzureichend geschützt.“</p>
<p>Derzeit wäre es einem Angreifer möglich, Deutschlands Wirtschaft für Tage bis Wochen in weiten Teilen lahmzulegen. Hierzu könnten Cyber-Angriffe auf Kraftwerke, Wasserversorgung, Straßenverkehr (Ampelanlagen), Flugsicherung usw. zählen, ebenso gegen Schlüsselindustrien wie Autobau und Chemie. Darüber hinaus geht der IT-Sicherheitsexperte auch davon aus, dass Attacken in nationalen und internationalen politischen Auseinandersetzungen in Zukunft eine Cyber-Komponente haben werden. So war beispielsweise <a href="/estland-e-Voting-online-wahl-e-partizipation-e-demokratie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das stark vernetzte Estland</a> im Jahre 2007 das Ziel mehrwöchiger DDoS-Angriffe durch die Jugendorganisation des Kreml. Im Rahmen der Attacke gelang es den Hackern, Server der estnischen Regierung sowie von Banken, Medien und Unternehmen über längere Zeit lahmzulegen. Daraufhin hatten die Esten eine Freiwilligen-Armee aus IT-Experten zur Cyber-Abwehr ins Leben gerufen, um zukünftig besser gewappnet zu sein. Birgit Johannsmeier <a href="http://wissen.dradio.de/estland-digitale-aufruestung.36.de.html?dram:article_id=10580&amp;sid" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtete in einem Beitrag bei DRadio Wissen</a> gar von Überlegungen zur Einführung einer Cyber-Wehrpflicht in dem baltischen Staat.</p>
<p>Auf die Frage, ob öffentlichkeitswirksame Cyber-Attacken wie die von Lulzsec und Anonymous dazu beitragen könnten, dass Staaten und Unternehmen mit Verweis auf die Abwehr von vermeintlichem Cyber-Terrorismus bestimmte Zensur-Maßnahmen bzw. Netz-Einschränkungen rechtfertigen, antwortete Langner, dass in der Politik natürlich vieles möglich sei, man aber damit das Symptom anstelle der Krankheit bekämpfen würde. „Es ist ja keineswegs so, dass es unmöglich wäre, Cyber-Systeme sicher zu betreiben. Darum hat man sich in der Vergangenheit leider nicht ausreichend gekümmert, weil Sicherheit Geld kostet. Was wir heute sehen, war insofern vorhersehbar.“</p>
<p>Neben Lulzsec und Anonymous gibt es noch viele weitere Hackergruppen, doch erhalten beide durch ihre öffentlichkeitswirksamen Aktionen derzeit <a href="http://www.handelsblatt.com/technologie/it-tk/it-internet/zwischen-lulz-und-aktivismus/4313838.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">besonders großes mediales Interesse</a>. Zumal sie daran interessiert sind, ihr Handeln öffentlich anzukündigen und zu erklären. Auf der anderen Seite gibt es unzählige Cyber-Angriffe durch Hacker, die im Verborgenen stattfinden: sei es auf eine Infrastruktur wie mittels des Computerwurms Stuxnet, zur eigenen finanziellen Bereicherung oder für einen vermeintlich guten Zweck.</p>
<p>Doch egal von welcher Tragweite, politischer Motivation und weltanschaulicher Gesinnung solche Cyber-Angriffe auch sein mögen: <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article13420760/Das-unterscheidet-die-guten-von-den-boesen-Hackern.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eine simple Trennung zwischen guten und bösen Hackern</a> ist nur schwer möglich, da die Grenzen häufig fließend sind. Und letztlich ist es immer auch eine Frage des Standpunkts!</p>
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		<title>Hacken für die Menschlichkeit</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/hacken-fuer-die-menschlichkeit-5083/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Dec 2010 10:23:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Hackerkultur]]></category>
		<category><![CDATA[RHOK]]></category>
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					<description><![CDATA[An diesem Wochenende (4./5. Dezember) findet zum dritten Mal und erstmals in Europa das Random Hacks of Kindness (RHOK) – Event statt. Zu dessen Gründungsmitgliedern und Unterstützern zählen die Weltbank und die NASA sowie die Unternehmen Microsoft, Google und Yahoo.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>An diesem Wochenende (4./5. Dezember) findet zum dritten Mal und erstmals in Europa das Random Hacks of Kindness (RHOK) – Event statt. Zu dessen Gründungsmitgliedern und Unterstützern zählen die Weltbank und die NASA sowie die Unternehmen Microsoft, Google und Yahoo.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Das rund um den Globus stattfindende (u.a. ist Berlin Gastgeberort) Event des Programmierens für die Menschlichkeit verbindet Öffentliche Verwaltung, Krisenmanagement-Institutionen, Privatwirtschaft und die Programmierer-Community.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div style="text-align: center">
<a href="http://www.rhok.org/" target="_blank" title="Zur Webseite rhok.org" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/20101202_rhok_webseite.jpg" alt="RHOK" title="RHOK" width="397" height="48" /></a>
</div>
<p></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Bei einem Programmiermarathon (Hackathon) werden Software-Lösungen für das Web und Mobilgeräte zu unterschiedlichsten von Experten aufgeworfenen Problemstellungen entwickelt, die in Krisensituationen von Nutzen sein können. Das beinhaltet beispielsweise die Bewertung von individuellen Risiken bezüglich Naturkatastrophen oder die Hilfeleistung unterstützende Maßnahmen, wie z.B. Logistik. Die entwickelten Anwendungen werden kostenfrei zur Verfügung gestellt. Mehr Informationen zur Veranstaltung sind auf der <a href="http://www.rhok.org" target="_blank" title="Webseite RHOK" rel="noopener noreferrer">Webseite des Projekts</a> zu finden.</p>
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		<title>Netzpiraten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/netzpiraten-89/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:45:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><b>Netzpiraten. Die Kultur des elektronischen Verbrechens</b></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Netzpiraten. Die Kultur des elektronischen Verbrechens</strong><br />
Ausgangspunkt des Sammelbandes &#8220;Netzpiraten &#8211; Die Kultur des elektronischen Verbrechens&#8221; ist die Annahme, dass &#8220;das Verbrechen im 21. Jahrhundert zunehmend im Netz stattfindet&#8221; (7). Wer sind diese Verbrecher? Wie sehen sie aus? Wer definiert die Bilder und Bedeutungen davon? All diesen Fragen gehen die Autoren nach, wenn sie unterschiedliche Spezies von Netzverbrechen behandeln. In Abgrenzung zum Bild des genialischen Einzeltäters &#8211; von den verschiedensten Medien stereotyp als &#8220;Hacker&#8221; bezeichnet &#8211; führen die Herausgeber im Vorwort den Begriff der &#8220;Subkulturen&#8221; ein, der aber leider nicht genauer definiert wird. Interessant ist aber der theoretische Verweis auf die Subkulturforschung der Cultural Studies, jener erfolgreichen Forschungsrichtung, die sich als erste wissenschaftlich mit Alltagskulturen und Medien beschäftigt hat.<br />
So unterschiedliche Gruppen wie Virenprogrammierer, Raubkopierer, Kopierschutz-Knacker, Script-Kiddies, Datenkrieger, Cracker und Hacker werden viel differenzierter besprochen, als es in der Berichtererstattung zum Thema Netzverbrechen sonst üblich ist. Ziel dieses Ansatzes ist die Förderung einer sachlichen, informierten Debatte über die &#8220;tatsächlichen Gefahren der Vernetzung unserer Gesellschaft&#8221; (9). Das Buch möchte dazu einen vorurteilslosen Blick auf die sogenannten &#8220;dunklen Seiten&#8221; des Internets werfen.<br />
Merkt man dem Sammelband an, dass es vor den Anschlägen des 11. Septembers &#8211; dem Wort des Jahres 2001 &#8211; geschrieben worden ist? Ich denke, dass die Frage wenig Einfluss auf den Gegenstand des Buches hat. Schon der Untertitel kündigt das an. Denn es geht den Herausgebern um &#8220;die Kultur des elektronischen Verbrechens&#8221;, also um eine Bestandsaufnahme, die sowohl rückblickend als auch zukünftige Entwicklungen aufzeigen will. Auch in der digitalen Welt wandelt sich nicht alles so schnell, wie oft behauptet wird. Da tut es gut, anzuhalten, den Kompass neu einzustellen und die Landkarten der eigenen Wahrnehmung zu verschärfen. Das von Telepolis herausgegebene Buch eignet sich dafür bestens. Die Ereignisse des konventionellen Terrorismus und wirklicher Viren haben jedenfalls das Wesen elektronischen Verbrechens nicht grundlegend verändert, sondern eher dramatisiert. Das Buch erhält seinen besonderen Lesewert dadurch, dass es nicht von der Geschichte eingeholt wurde.<br />
Was hat es mit dem verlockend klingenden Titel des Buches &#8220;Netzpiraten&#8221; auf sich? Nur ein guter PR-Trick? Nein! Die Metapher, die genauer im Beitrag von Bernhard Günther beschrieben wird, soll andeuten, dass die &#8220;Grenze zwischen Illegalität und kultureller Innovation hauchdünn&#8221; (8) ist. Die Piraten früherer Zeiten, die uns als Helden aus so wunderbaren Filmen wie &#8220;Der Rote Korsar&#8221; oder &#8220;Der Herr der sieben Meere&#8221; in Erinnerung geblieben sind und sehnsuchtsvolle Phantasien von einem freien und letztlich gerechteren Leben vorspielten, sind demnach die direkten Vorfahren der heutigen Netzpiraten, unabhängigen Outlaws, die ihrer Zeit voraus sind. Zum einen wird so der Vorwurf der Legitimierung von Verbrechen abgeschwächt, da die segelnden Piraten zu den \&#8217;Guten\&#8217; Hollywoods zählten, die als wagemutige Freibeuter korrupten Spaniern die Piaster und Dublonen abnahmen bzw. aus Sicht der Spanier raubten. Zum anderen soll dem einseitigen negativen Bild der Netzpiraten, dass der Software- und Medienindustrie als Feindbild dient, ein vielschichtigeres entgegengesetzt werden. Beispielsweise wird die Auseinandersetzung im Bereich &#8220;Musikpiraterie&#8221; zwischen der Unterhaltungsindustrie und Tauschbörsen wie Napster, als Kampf zwischen Profitinteressen und dem Recht auf freien Tausch von Dateien von Person zu Person interpretiert. Der Beitrag von David McCandles schildert detailliert die Welt der Musikpiraten und ihrer Jäger. Seine Gesinnung, der wohl alle Autoren zustimmen würden, bringt er direkt am Anfang seines Beitrages auf den Punkt: &#8220;Das Internet wurde ausschließlich zu einem Zweck geschaffen &#8211; zum freien Austausch von Information&#8221; (35).</p>
<table width="207" border="0" cellspacing="0" cellpadding="6" align="left">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" bgcolor="#FFCC00" width="187"><strong>Buch-Info</strong>Armin Medosch / Janko Röttgers (Hrsg.)<strong>Netzpiraten. Die Kultur des elektronischen Verbrechens</strong><br />
Telepolis. Verlag Heinz Heise<br />
September 2001<br />
192 Seiten, Broschur<br />
15 Euro (D)<br />
ISBN 3-88229-188-5</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Einen anderen Blick auf den Krieg in Datennetzen wirft der Beitrag von Ralf Bendrath, der sich mit der Eroberung des Cyberspace durch die US-Streitkräfte beschäftigt. In wieweit hier der Begriff der Subkultur noch zutreffend ist, wird von mir bezweifelt. Aber das nur als Randnotiz.<br />
Während Hackern und Viren wie &#8220;i love you&#8221; eine erhöhte Medienaufmerksamkeit sicher ist, sind die Bestrebungen staatlicher Organe, sich für die zukünftige Kriegsführung fit zu machen, nur selten Thema in den Medien. Nach den Ereignissen des 11. Septembers stehen reale Bedrohungen klar im Vordergrund. Aber im Zuge der Ausbreitung des Internet und der einsetzenden Diskussionen über den Wandel der Gesellschaft zur Wissens- bzw. Informationsgesellschaft, erhält die neue zentrale Ressource &#8220;Wissen&#8221; auch eine erhöhte Aufmerksamkeit in Militärkreisen. Ralf Bendrath fasst die neue Doktrin der US-Streitkräfte folgenderweise zusammen: &#8220;Wenn postindustrielle Gesellschaften und ihre Streitkräfte nicht mehr vor allem auf Menschen und Maschinen als Mittel von Produktion oder Destruktion angewiesen sind, (&#8230;), dann sind die Angriffsziele militärischer Operationen nicht mehr die Kräfte des Gegners, sondern seine Informationsverarbeitungssysteme&#8221; (157).<br />
Sind wir auf einem Weg zum <a href="/edemocracy/cyberwar/index.shtml">Cyberwar</a>? Wie kann ein neuer Rüstungswettlauf gestoppt werden? Antworten liefert der Beitrag im Buch, aber auch das Interview von politik-digital mit Ralf Bendrath.<br />
Weitere Beiträge des Sammelbandes liefern uns Einblicke in die Welt von Virenprogrammierern, erklären uns die Rolle der Viren im Globalisierungs- und Sicherheitsdiskurs, beleuchten die Schattenseite des e-Commerce in Form von Spam-Mails und weisen mit Nachdruck auf die Bedeutung von Datenschutzwerkzeugen für alle hin.<br />
Dass das Buch seinem selbstgesteckten Ziel, einen vorurteilsfreien Blick auf die sogenannten &#8220;dunklen Seiten&#8221; des Internet zu werfen, nicht gerecht geworden ist, liegt an der hohen Qualität der Beiträge, die dankenswerterweise nicht mit pointierten Kommentaren und Sympathien geizen, sondern klar Stellung beziehen. Denn das wichtigere Ziel hat das Buch eingelöst: Die Förderung einer sachlichen, informierten Debatte über die &#8220;tatsächlichen Gefahren der Vernetzung unserer Gesellschaft&#8221; &#8211; also die Verteidigung des Rechtes auf freie Meinungsäußerung und die Mobilisierung gegen den Trend einer flächendeckenden Überwachung des Internets. Jetzt sind wir an der Reihe, unseren Beitrag zur Wahrung unserer Grundrechte im Netz zu leisten. Denn der im Beitrag von Bernhard Günther zitierte us-amerikanische Internet- und Verfassungsrechtsexperte Lawrence Lessing warnt vor der riskanten und bequemen Einstellung, &#8220;dass das Internet sei wie es ist&#8221;. Dabei ist das Netz lediglich von Menschen geschaffener Code &#8211; in Form von Protokollen &#8211; &#8220;der zur Zeit massive Veränderungen erfahre&#8221; (30). Frühere Subkulturen forderten in solchen Situation: &#8220;Act up&#8221;. Wie sagen wir heute dazu?</p>
<p align="right"><em>Zitate alle aus dem Buch &#8211; Seitenzahlen in Klammern</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Netzpiraten. Die Kultur des elektronischen Verbrechens</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/die-dunklen-seiten-des-www/netzpiraten-die-kultur-des-elektronischen-verbrechens-26/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[clerche]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:41:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Die dunklen Seiten des WWW]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Ausgangspunkt des Sammelbandes &#34;Netzpiraten - Die Kultur des elektronischen Verbrechens&#34; ist die Annahme, dass &#34;das Verbrechen im 21. Jahrhundert zunehmend im Netz stattfindet&#34; (7). Wer sind diese Verbrecher? Wie sehen sie aus? Wer definiert die Bilder und Bedeutungen davon? All diesen Fragen gehen die Autoren nach, wenn sie unterschiedliche Spezies von Netzverbrechen behandeln.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Ausgangspunkt des Sammelbandes &#8220;Netzpiraten &#8211; Die Kultur des elektronischen Verbrechens&#8221; ist die Annahme, dass &#8220;das Verbrechen im 21. Jahrhundert zunehmend im Netz stattfindet&#8221; (7). Wer sind diese Verbrecher? Wie sehen sie aus? Wer definiert die Bilder und Bedeutungen davon? All diesen Fragen gehen die Autoren nach, wenn sie unterschiedliche Spezies von Netzverbrechen behandeln.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>In Abgrenzung zum Bild des genialischen Einzeltäters &#8211; von den verschiedensten Medien stereotyp als &#8220;Hacker&#8221; bezeichnet &#8211; führen die Herausgeber im Vorwort den Begriff der &#8220;Subkulturen&#8221; ein, der aber leider nicht genauer definiert wird. Interessant ist aber der theoretische Verweis auf die Subkulturforschung der Cultural Studies, jener erfolgreichen Forschungsrichtung, die sich als erste wissenschaftlich mit Alltagskulturen und Medien beschäftigt hat.</p>
<p>So unterschiedliche Gruppen wie Virenprogrammierer, Raubkopierer, Kopierschutz-Knacker, Script-Kiddies, Datenkrieger, Cracker und Hacker werden viel differenzierter besprochen, als es in der Berichtererstattung zum Thema Netzverbrechen sonst üblich ist. Ziel dieses Ansatzes ist die Förderung einer sachlichen, informierten Debatte über die &#8220;tatsächlichen Gefahren der Vernetzung unserer Gesellschaft&#8221; (9). Das Buch möchte dazu einen vorurteilslosen Blick auf die sogenannten &#8220;dunklen Seiten&#8221; des Internets werfen.</p>
<p>Merkt man dem Sammelband an, dass es vor den Anschlägen des 11. Septembers &#8211; dem Wort des Jahres 2001 &#8211; geschrieben worden ist? Ich denke, dass die Frage wenig Einfluss auf den Gegenstand des Buches hat. Schon der Untertitel kündigt das an. Denn es geht den Herausgebern um &#8220;die Kultur des elektronischen Verbrechens&#8221;, also um eine Bestandsaufnahme, die sowohl rückblickend als auch zukünftige Entwicklungen aufzeigen will. Auch in der digitalen Welt wandelt sich nicht alles so schnell, wie oft behauptet wird. Da tut es gut, anzuhalten, den Kompass neu einzustellen und die Landkarten der eigenen Wahrnehmung zu verschärfen. Das von Telepolis herausgegebene Buch eignet sich dafür bestens. Die Ereignisse des konventionellen Terrorismus und wirklicher Viren haben jedenfalls das Wesen elektronischen Verbrechens nicht grundlegend verändert, sondern eher dramatisiert. Das Buch erhält seinen besonderen Lesewert dadurch, dass es nicht von der Geschichte eingeholt wurde.</p>
<p>Was hat es mit dem verlockend klingenden Titel des Buches &#8220;Netzpiraten&#8221; auf sich? Nur ein guter PR-Trick? Nein! Die Metapher, die genauer im Beitrag von Bernhard Günther beschrieben wird, soll andeuten, dass die &#8220;Grenze zwischen Illegalität und kultureller Innovation hauchdünn&#8221; (8) ist. Die Piraten früherer Zeiten, die uns als Helden aus so wunderbaren Filmen wie &#8220;Der Rote Korsar&#8221; oder &#8220;Der Herr der sieben Meere&#8221; in Erinnerung geblieben sind und sehnsuchtsvolle Phantasien von einem freien und letztlich gerechteren Leben vorspielten, sind demnach die direkten Vorfahren der heutigen Netzpiraten, unabhängigen Outlaws, die ihrer Zeit voraus sind. Zum einen wird so der Vorwurf der Legitimierung von Verbrechen abgeschwächt, da die segelnden Piraten zu den \&#8217;Guten\&#8217; Hollywoods zählten, die als wagemutige Freibeuter korrupten Spaniern die Piaster und Dublonen abnahmen bzw. aus Sicht der Spanier raubten. Zum anderen soll dem einseitigen negativen Bild der Netzpiraten, dass der Software- und Medienindustrie als Feindbild dient, ein vielschichtigeres entgegengesetzt werden. Beispielsweise wird die Auseinandersetzung im Bereich &#8220;Musikpiraterie&#8221; zwischen der Unterhaltungsindustrie und Tauschbörsen wie Napster, als Kampf zwischen Profitinteressen und dem Recht auf freien Tausch von Dateien von Person zu Person interpretiert. Der Beitrag von David McCandles schildert detailliert die Welt der Musikpiraten und ihrer Jäger. Seine Gesinnung, der wohl alle Autoren zustimmen würden, bringt er direkt am Anfang seines Beitrages auf den Punkt: &#8220;Das Internet wurde ausschließlich zu einem Zweck geschaffen &#8211; zum freien Austausch von Information&#8221; (35).</p>
<p>Einen anderen Blick auf den Krieg in Datennetzen wirft der Beitrag von Ralf Bendrath, der sich mit der Eroberung des Cyberspace durch die US-Streitkräfte beschäftigt. In wieweit hier der Begriff der Subkultur noch zutreffend ist, wird von mir bezweifelt. Aber das nur als Randnotiz.</p>
<p>Während Hackern und Viren wie &#8220;i love you&#8221; eine erhöhte Medienaufmerksamkeit sicher ist, sind die Bestrebungen staatlicher Organe, sich für die zukünftige Kriegsführung fit zu machen, nur selten Thema in den Medien. Nach den Ereignissen des 11. Septembers stehen reale Bedrohungen klar im Vordergrund. Aber im Zuge der Ausbreitung des Internet und der einsetzenden Diskussionen über den Wandel der Gesellschaft zur Wissens- bzw. Informationsgesellschaft, erhält die neue zentrale Ressource &#8220;Wissen&#8221; auch eine erhöhte Aufmerksamkeit in Militärkreisen. Ralf Bendrath fasst die neue Doktrin der US-Streitkräfte folgenderweise zusammen: &#8220;Wenn postindustrielle Gesellschaften und ihre Streitkräfte nicht mehr vor allem auf Menschen und Maschinen als Mittel von Produktion oder Destruktion angewiesen sind, (&#8230;), dann sind die Angriffsziele militärischer Operationen nicht mehr die Kräfte des Gegners, sondern seine Informationsverarbeitungssysteme&#8221; (157).</p>
<p>Sind wir auf einem Weg zum <a href="/edemocracy/cyberwar/index.shtml">Cyberwar</a>? Wie kann ein neuer Rüstungswettlauf gestoppt werden? Antworten liefert der Beitrag im Buch, aber auch das Interview von politik-digital mit Ralf Bendrath.</p>
<p>Weitere Beiträge des Sammelbandes liefern uns Einblicke in die Welt von Virenprogrammierern, erklären uns die Rolle der Viren im Globalisierungs- und Sicherheitsdiskurs, beleuchten die Schattenseite des e-Commerce in Form von Spam-Mails und weisen mit Nachdruck auf die Bedeutung von Datenschutzwerkzeugen für alle hin.</p>
<p>Dass das Buch seinem selbstgesteckten Ziel, einen vorurteilsfreien Blick auf die sogenannten &#8220;dunklen Seiten&#8221; des Internet zu werfen, nicht gerecht geworden ist, liegt an der hohen Qualität der Beiträge, die dankenswerterweise nicht mit pointierten Kommentaren und Sympathien geizen, sondern klar Stellung beziehen. Denn das wichtigere Ziel hat das Buch eingelöst: Die Förderung einer sachlichen, informierten Debatte über die &#8220;tatsächlichen Gefahren der Vernetzung unserer Gesellschaft&#8221; &#8211; also die Verteidigung des Rechtes auf freie Meinungsäußerung und die Mobilisierung gegen den Trend einer flächendeckenden Überwachung des Internets. Jetzt sind wir an der Reihe, unseren Beitrag zur Wahrung unserer Grundrechte im Netz zu leisten. Denn der im Beitrag von Bernhard Günther zitierte us-amerikanische Internet- und Verfassungsrechtsexperte Lawrence Lessing warnt vor der riskanten und bequemen Einstellung, &#8220;dass das Internet sei wie es ist&#8221;. Dabei ist das Netz lediglich von Menschen geschaffener Code &#8211; in Form von Protokollen &#8211; &#8220;der zur Zeit massive Veränderungen erfahre&#8221; (30). Frühere Subkulturen forderten in solchen Situation: &#8220;Act up&#8221;. Wie sagen wir heute dazu?</p>
<p align="right"><i>Zitate alle aus dem Buch &#8211; Seitenzahlen in Klammern</i></p>
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