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	<title>Hajo Schumacher &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Hajo Schumacher &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Dr. Hajo Schumacher, Journalist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Germar Molter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Dec 2012 13:24:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzpolitischer Rückblick 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Hajo Schumacher]]></category>
		<category><![CDATA[2012]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitischer Rückblick]]></category>
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					<description><![CDATA[Die wichtigste, lauteste, emotionalste und, wie üblich, hochpolarisierte Debatte des Jahres 2012 drehte sich um das Leistungsschutzrecht. Die Vielzahl der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/dr-hajo-schumacher-journalist/hajo-schumacher-berlin-2/" rel="attachment wp-att-125203"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft  wp-image-125203" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/HajoSchumacher1-305x457.jpg" alt="Credit: Dirk Bleicker" width="244" height="366" /></a>Die wichtigste, lauteste, emotionalste und, wie üblich, hochpolarisierte Debatte des Jahres 2012 drehte sich um das Leistungsschutzrecht.</p>
<p>Die Vielzahl der durchaus überlegenswerten, aber auch emotionalen Beiträge zeigt die Vielschichtigkeit des Themas. Deswegen werde ich mir wohl das Jahr 2013 noch gönnen müssen, um eine abschließende Meinung zu entwickeln.</p>
<p><em><a href="http://www.hajoschumacher.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dr. Hajo Schumacher</a>, geb. 1964, studierte Journalistik, Politologie und Psychologie und promovierte mit einer Arbeit über politische Führungsstrategien von Angela Merkel. Von 1990 bis 2000 war er Redakteur beim Spiegel, zuletzt Co-Leiter des Berliner Büros und von 2000 bis 2002 Chefredakteur von Max. Heute arbeitet er als freier Autor, Journalist und Moderator.</em></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wünsche für das Internet 2012</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wuensche-fuer-das-internet-2012-5939/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 11:08:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Jeff Jarvis]]></category>
		<category><![CDATA[Stephan Eisel]]></category>
		<category><![CDATA[Jillian C. York]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Jimmy Schulz]]></category>
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		<category><![CDATA[Thilo Weichert]]></category>
		<category><![CDATA[Stephan Urbach]]></category>
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					<description><![CDATA[Was würden Sie dem Internet für 2012 wünschen, wenn es ein Mensch wäre? Diese Frage stellte politik-digital.de Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Wissenschaft. 

<p align="center">
<br />
<b></b>
</p>
<p style="text-align: center">
<b>Der Journalist und Autor <a href="http://www.buzzmachine.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jeff Jarvis</a></b>
</p>
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was würden Sie dem Internet für 2012 wünschen, wenn es ein Mensch wäre? Diese Frage stellte politik-digital.de Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Wissenschaft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div align="center"><iframe src="http://player.vimeo.com/video/33229637?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="320" height="300"></iframe></div>
<p style="text-align: center;"><strong>Der Journalist und Autor <a href="http://www.buzzmachine.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jeff Jarvis</a></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr size="2" width="100%" />
<p align="left"><strong><br />
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/urbach_5.jpg" alt="" width="186" height="125" /></strong></p>
<p align="left"><em>Liebes Internet,</em><br />
<em><br />
ich habe lange überlegt, was ich Dir schenken würde, wenn Du ein Mensch wärst. Mehr Katzen. Das auf jeden Fall. Ich bin mir sicher, dass alle viel entspannter sind, wenn es mehr Katzen gibt. Ich würde Dir Immunität schenken, dass Dich nicht wild gewordene Politiker einfach so festnehmen und wegsperren oder irgendwas an Deinem Verhalten ändern. Ich würde Dir Netzneutralität schenken, damit niemand Dich mehr für sich beanspruchen kann, weil er mehr Geld hat. Du bist für alle da und sollst weiterhin für alle da sein können. Ich würde Dir eine Reise zu den Menschen schenken, die Dich bisher nur vom Hörensagen kennen. Außerdem würde ich Dir einen großen Batzen Bleiche besorgen, damit Du die ekligen Sachen, die Du gesehen hast, wieder vergessen kannst. Doch zum Glück bist Du kein Mensch, sondern eine großartige Idee &#8211; die Idee von Teilhabe, Kreativität und freiem Fluss von Informationen. Du sorgst dafür, dass unser Limit nicht mehr der Himmel, sondern das Universum ist.</em></p>
<p>Stephan Urbach (<a href="http://stephanurbach.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzaktivist, Blogger &amp; Pirat</a>)</p>
<div align="left"></div>
<hr align="left" size="2" width="100%" />
<div align="left"><em><br />
</em><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/thilo_weichert.png" alt="" width="120" height="125" /></div>
<p align="left"><em><br />
Ich würde ihm Herz und Verstand wünschen, was ja bei allen Menschen potenziell angelegt, aber oft nicht vorhanden ist. Fehlt es dann bei den Usern, zu denen ja auch Kriminelle, geldgierige Konzerne und totalitäre Staaten gehören, an Herz und Verstand, dann könnte sich das Internet diesen einfach trotzig verweigern. Das wäre keine Zensur; Zensur hat ja nichts mit Herz und Verstand gemeinsam. Das wäre Kultur, eine humane, humanistische globale Internetkultur.</em></p>
<p>Ich wünschte mir, dass diese Kultur des Herzens und des Verstandes ansteckend wäre wie ein Trojaner, gegen den kein Virenschutz hilft. Ich weiß wohl: Dieser Wunsch bleibt ein Traum. Menschen und Organisationen werden auch künftig ohne Bedacht und Gefühl anderen Menschen in diesem riesigen Netz Schaden zufügen. Daher habe ich noch einen realistischeren Wunsch für das menschgewordene Internet: dass diese Seelen- und Rücksichtslosigkeiten im Netz angeprangert, diskutiert und dadurch demokratisch erfolgreich bekämpft werden.</p>
<p align="left">Dr. Thilo Weichert (<a href="https://www.datenschutzzentrum.de/ldsh/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leiter des </a><a href="https://www.datenschutzzentrum.de/ldsh/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ULD Schleswig-Holstein</a>)</p>
<div align="left"></div>
<hr align="left" size="2" width="100%" />
<div align="left"><em><br />
</em><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/hans-peter-friedrich.png" alt="" width="120" height="125" /></div>
<div align="left">(© Henning Schacht)</div>
<p align="left"><em><br />
Ich würde dem Internet Vertrauen schenken: Vertrauen in die Offenheit des Internet, seine Potenziale für Demokratie und Innovation, seinen positiven Beitrag zu Wohlstand und Wachstum und auch das Vertrauen in die Möglichkeit, diese wichtigen Funktionen des Internet auch zukünftig sicherzustellen.</em></p>
<p align="left"><em></em>Dr. Hans-Peter Friedrich (<a href="http://www.hans-peter-friedrich.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CSU &#8211; Bundesinnenminister</a>)</p>
<hr align="left" size="2" width="100%" />
<div align="left"><em><br />
</em><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/malte-spitz.png" alt="" width="120" height="125" /><br />
<em><br />
</em><br />
<em>Handschellen für diejenigen, die die Internetfreiheit einschränken wollen.</em></div>
<div align="left">Malte Spitz (<a href="http://www.malte-spitz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bündnis 90/Die Grünen &#8211; Mitglied des Bundesvorstandes</a>)</div>
<div align="left"></div>
<hr align="left" size="2" width="100%" />
<div align="left"></div>
<p align="left"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/jillian_c_york.png" alt="" width="120" height="125" /></p>
<p><em>This is a fascinating question. To be honest, if the Internet were a human being, I imagine that what it would desire the most is a vacation! That said, I want the Internet to be free. Sometimes there is give and take involved, and it&#8217;s worth admitting that sometimes freedom can enable more harm, but I firmly believe that the right to expression is always worthwhile. </em></p>
<p align="left">(<em>Das ist eine faszinierende Frage. Ehrlich gesagt kann ich mir gut vorstellen, dass das Internet, wenn es ein Mensch wäre, sich am meisten einen Urlaub wünschen würde.<br />
Ich jedenfalls wünsche dem Internet, dass es frei ist. Dabei sind mitunter Geben und Nehmen im Spiel, und manchmal sollte man sich eingestehen, dass Freiheit auch Unheil möglich machen kann. Aber ich glaube fest daran, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung immer erstrebenswert sein wird.</em>)</p>
<p>Jillian C. York (<a href="http://jilliancyork.com/about/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Direktorin bei der Electronic Frontier Foundation</a>)</p>
<div align="left"></div>
<hr align="left" size="2" width="100%" />
<div align="left"></div>
<p align="left"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/hajo-schumacher.png" alt="" width="120" height="125" /></p>
<p><em>52 lange freie Wochenenden.</em></p>
<p>Dr. Hajo Schumacher (<a href="http://www.hajoschumacher.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Journalist Textmanufaktur Berlin</a>)</p>
<div align="left"></div>
<hr align="left" size="2" width="100%" />
<div align="left"></div>
<p align="left"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/lars-klingbeil.png" alt="" width="120" height="125" /></p>
<p><em>Ich wünsche dem Internet, dass es im Jahr 2012 nicht erneut mit simplen symbolpolitischen Debatten konfrontiert wird. Es ist Zeit, dass die Politik insgesamt das Internet weder als Spielwiese für Technik-Interessierte noch als Gefahr für die Gesellschaft begreift. Wir haben massenhaft ungenutzte Potenziale für wirtschaftliches Wachstum, Arbeitsplätze, mehr Demokratie und bessere Bildung, die durch die Digitalisierung und das Internet freigesetzt werden. Wenn die Politik sich im Jahr 2012 stärker um diese Dinge kümmert, statt um Verbots- oder Symboldebatten, wird das Jahr 2012 ein gutes Jahr für das Internet.</em></p>
<p>Lars Klingbeil (<a href="http://www.lars-klingbeil.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPD &#8211; MdB, Mitglied der Internet-Enquete</a>)</p>
<div align="left"></div>
<hr align="left" size="2" width="100%" />
<div align="left"></div>
<p align="left"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/jimmy_schulz.png" alt="" width="120" height="125" /><br />
<em><br />
Ich wünsche dem Internet für 2012, dass es den Freiraum für seine weitere Entfaltung bekommt, den es braucht. Ich wünsche ihm, dass der Versuchung widerstanden wird, Gesetze zu erlassen, die die Erkundung und Fortentwicklung dieses einzigartigen Raumes erschweren. Ich wünsche mir, dass besonders in Deutschland die öffentliche Debatte um das Netz positiver geführt wird und weniger von Unverständnis und Ängsten geprägt sein wird.</em></p>
<p>Ich denke, dass noch immer viel zu wenig über die Chancen – und den potenziellen gesellschaftlichen Wert – des Internet gesprochen wird. Diese Debatte braucht sicherlich mehr gegenseitiges Verständnis: Netzgemeinde und Generation Münzfernsprecher, Befürworter und Warner, Zukunftsdenker und Traditionalisten.<br />
Ich wünsche dem Internet, dass sich die Einsicht durchsetzt, dass es nicht nur Chancen, Gefahren, wirtschaftliche, freiheitliche oder (sicherheits-)politische Aspekte hat, sondern eine Mischung aus allem darstellt.</p>
<p>Jimmy Schulz (<a href="http://jimmy-schulz.netactive.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FDP &#8211; MdB, Mitglied der Internet-Enquete</a>)</p>
<div align="left"></div>
<hr align="left" size="2" width="100%" />
<div align="left"></div>
<p align="left"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/peter_tauber_0.png" alt="" width="120" height="125" /><br />
<em><br />
Als Geisteswissenschaftler interessiert mich der gesellschaftspolitische Prozess, der damit einhergeht. Ich wünsche mir vom Internet, dass wir das Gute stärken, in der Art wie wir miteinander umgehen und diskutieren. Das würde dem Internet bestimmt gut tun und es würde sich das von uns bestimmt auch wünschen!</em></p>
<p>Dr. Peter Tauber (<a href="http://www.petertauber.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CDU &#8211; MdB, Mitglied der Internet-Enquete</a>)</p>
<div align="left"></div>
<hr align="left" size="2" width="100%" />
<div align="left"></div>
<p align="left"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/stephan-eisel.png" alt="" width="120" height="125" /></p>
<p><em>Mein Geschenk wäre vor allem die Hoffnung, dass niemand das Internet für menschlich hält. Neulich schrieb mir ein Blogger, es sei schwierig mit mir, weil ich nicht anerkennen wolle, „dass sehr vielen Menschen das Web inzwischen richtig ans Herz gewachsen ist.“ Ich wünsche dem Internet, dass es den Menschen weder zur Geliebten noch zum Rivalen wird. Denn das Internet läutet weder den Untergang des Abendlandes ein noch führt es uns in ein Zeitalter der Erleuchtung.</em></p>
<p>Schenken würde ich dem Internet also den nüchternen Umgang mit seinen Chancen und Gefahren.<br />
Und nach der Bescherung würde ich dem Internet und all seinen Nutzern noch vom legendären Dialog zwischen dem Pionier der drahtlosen Telekommunikation Guglielmo Marconi und einem Mitarbeiter erzählen. Als Anfang des 20. Jahrhunderts die erste Verbindung mit der neuen Technologie von New York nach Florida zustande kam, rief der Mitarbeiter begeistert zu seinem Chef: „Marconi, Marconi, we can talk to Florida!“ – der aber antwortete nur trocken: „That’s wonderful, but do we have anything to say to Florida?“</p>
<p>Dr. Stephan Eisel (<a href="http://www.stephaneisel.de/start/Internet/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Autor des Buches „Internet und Demokratie“</a>)</p>
<hr size="2" width="100%" />
<h1>Und was wünschen Sie sich vom Internet?</h1>
<p><em><br />
</em><em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Hajo Schumacher: Demokratie ein schützenswertes Gut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johann Eggert]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jun 2011 12:47:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[GuttenPlag-Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[Wutbürger]]></category>
		<category><![CDATA[Hajo Schumacher]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
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		<category><![CDATA[Internet-Enquete]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Macht hat der Wutbürger im digitalen Zeitalter wirklich und kann die Politik mit ihren hergebrachten Mustern auf diese Entwicklungen reagieren? Zu den  Möglichkeiten der Partizipation und des Protests im digitalen Zeitalter sowie den Herausforderungen für die Parteien befragte politik-digital.de den Journalisten Hajo Schumacher.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Macht hat der Wutbürger im digitalen Zeitalter wirklich und kann die Politik mit ihren hergebrachten Mustern auf diese Entwicklungen reagieren? Zu den Möglichkeiten der Partizipation und des Protests im digitalen Zeitalter sowie den Herausforderungen für die Parteien befragte politik-digital.de den Journalisten Hajo Schumacher.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Anonyme Rechercheure leisten in kollaborativen Online-Aktionen einen Beitrag zur Aufdeckung von Plagiaten in Doktorarbeiten prominenter Politiker. Eine in den vergangenen Monaten breit rezipierte Entwicklung, die der Publizist und Moderator Hajo Schumacher äußerst skeptisch sieht. Schumachers Argumentation: Nicht nur die Motive der Plagiatejäger sind häufig diffus, zur Qualität einer wissenschaftlichen Leistung gehören Parameter, die sich nicht immer ohne weiteres durch Plagiate-Wikis messen lassen. Auch den Einfluss, der über das Internet auf die Politik ausgeübt wird, beurteilt Schumacher einerseits insgesamt kritisch, andererseits sei die Politik in ihren Mustern des Umgangs mit der Netzgemeinde im vorigen Jahrhundert stehen geblieben. Ob aber das digitale Zeitalter die Demokratie erledigt oder befördert, sei noch nicht entschieden, so sein Fazit.<br />
<strong><br />
Herr Dr. Schumacher, diejenigen Internet-Nutzer, die ohne Nennung von Klarnamen recht &#8220;erfolgreich&#8221; in Politiker-Doktorarbeiten nach Plagiaten gesucht haben, wurden von Ihnen als &#8220;selbstgerechte digitale Blockwarte&#8221; bezeichnet. Ist es nicht aber eine Selbstverständlichkeit, dass Dissertationen von jedermann eingesehen bzw. überprüft werden können? Was stört Sie konkret an der digitalen Plagiatejagd?<br />
</strong><br />
Es ist ein großer Gewinn, dass die Technik die Plagiatejagd gleichsam vergesellschaftet. Mich stört dabei aber dreierlei:<br />
Zum einen gehen die Medien viel zu oberflächlich mit den Informationen der Jäger um. Die plag-Gruppen differenzieren richtigerweise nach der Schwere des Vergehens. Wenn sich beispielsweise auf 25 Prozent der Seiten nur Halbsätze finden, deren Herkunft nicht ganz klar ist, wird daraus die Schlagzeile &#8220;Ein Viertel der Arbeit gefälscht&#8221; &#8211; das ist so wie brutto/netto zu verwechseln.</p>
<p>Hinzu kommt der klassische Abnutzungseffekt: Die ersten Enttarnten wie zu Guttenberg lösen noch ein Beben aus, die nächsten werden medial schon leiser behandelt und in ein, zwei Jahren werden weitere Fälle kaum noch zur Fußnote taugen. Gerecht geht anders.<br />
Zweitens werden vorwiegend gesellschaftswissenschaftliche Arbeiten jüngeren Datums untersucht, die mit digitalen Hilfsmitteln zu prüfen sind. Was aber ist mit den ganzen Naturwissenschaftlern, deren Dissertationen bisweilen auf zweifelhaften Experimenten beruhen, Experimente, die den Regeln nach überall zu jeder Zeit wiederholbar sein müssen? Die kommen ungeschoren davon.<img decoding="async" title="Dr. Hajo Schumacher / Credits Dirk Bleicker" src="/wp-content/uploads/hajo-endgueltig.jpg" alt="Dr. Hajo Schumacher / Credits Dirk Bleicker" width="200" height="296" align="left" /><br />
Und drittens erschreckt mich der Ton, der in den Foren zuweilen herrscht: Da sind bestimmt viele ehrbare Wissenschaftler am Werk, aber einige der Wortführer versprühen blanken Hass. Die wollen Blut. So wird die Plagiatsjagd eben auch zu einem Mobbing-Instrument. Denn am Ende findet sich in nahezu jeder Arbeit etwas, wie mir verschiedene Professoren bestätigten.<br />
Die reine Quantifizierung der Zitiergenauigkeit ist aber nicht das einzige Kriterium für eine wissenschaftliche Arbeit, sondern ebenso Originalität, Stringenz, Schlussfolgerung. In der Öffentlichkeit erscheinen Fußnotenprobleme aber als einziger Maßstab. All diese Einordnungen gehen in der öffentlichen Debatte verloren. Am Ende bleibt der Eindruck: Alle Politiker bescheißen, alle Professoren prüfen nicht ordentlich &#8211; mit Stereotypen-Bediene ist aber keinem gedient. So stellt sich die ewig aktuelle Frage: Wer kontrolliert die Jäger? Die Medien kommen dieser Kernaufgabe jedenfalls nur unzureichend nach.<br />
<strong><br />
Bleiben wir noch kurz beim Thema &#8220;Plagiate&#8221; im weiteren Sinne: Die Facebook-Gruppe &#8220;Gegen die Jagd auf Karl Theodor zu Guttenberg&#8221; hat aktuell 370.000 Unterstützer. Bei der &#8220;analogen&#8221; Pro-Guttenberg-Demo waren die ernsthaften Fans des Freiherrn eindeutig in der Minderheit. Woran scheitert der Transfer von digitalen gesellschaftspolitischen Willensbekundungen in das &#8220;Leben 1.0&#8221; noch?<br />
</strong><br />
Den &#8220;like&#8221;-Button zu drücken, dauert eine Zehntelsekunde. Aber vor die Tür und zur Demo zu gehen, das braucht mindestens zwei Stunden. Click-Demokratie und echtes Mitmachen sind zwei völlig verschiedene Anforderungen. Insofern ist es leichtfertig, aus irgendeiner Facebook-Zahl mehr als einen Befindlichkeitsmoment abzulesen, der genauso schnell kommt wie er geht. Aus Realitätsschnipseln ergibt sich eben nicht zwangsläufig ein Puzzle, das Wirklichkeit abbildet. Deswegen ist die Theorie vom Transfer 2.0 zu 1.0 auch fragwürdig. Vielmehr überlagern sich verschiedene Phänomene, von denen nur eines sicher ist: Sie funktionieren nicht nach dem Pawlowschen Reiz-Reaktions-Schema, sondern bedingen, blockieren, verstärken sich oder laufen einfach parallel. Die Mechanismen sind noch nicht richtig erforscht. Das wäre mal ein gutes Thema für eine Dissertation.<br />
<strong><br />
Die Feststellung, dass das Engagement im Internet eine Generationenfrage sei, ist inzwischen eine Binsenweisheit. Durch was zeichnen sich für Sie die &#8220;neuen digitalen Aktivisten&#8221; denn vor allem aus?<br />
</strong><br />
Diese nach wie vor kleine Gruppe wird zusammengehalten durch das gemeinschaftliche Gefühl von technischer Avantgarde, dem guten alten Protestgestus und am Ende auch von der enormen öffentlichen Resonanz, die vor allem Anerkennung bedeutet und natürlich eine geheimnisvolle, unkontrollierbare Macht. Junge Leute, die heute etwas bewegen und die Etablierten aufmischen wollen, schließen sich Anonymous an. Was für Joschka Fischer und Jürgen Trittin die Putz- und K-Gruppen waren, das sind heute die vielfältigen digitalen Kommunen im Netz. Und die Politik steht genauso hilflos davor wie damals.<br />
<strong><br />
Die Bundespolitik beschäftigt sich seit dieser Legislaturperiode intensiver mit dem Wandel in der Informationsgesellschaft. Trotzdem ist die Arbeit der Enquete-Kommission &#8220;Internet und digitale Gesellschaft&#8221; kein Garant für eine rege Beteiligung. Wird das Thema nach Ihrer Ansicht nur auf der falschen Ebene diskutiert oder spielen Netzpolitiker und die &#8220;digitale Öffentlichkeit&#8221; einfach keine so große Rolle?<br />
</strong><br />
Es gibt keine falsche Ebene, Netzpolitik zu diskutieren: Das Thema geht alle an. Die Politik hat mehrere Probleme, das Phänomen zu fassen. Zunächst sitzen kaum Digital Natives an den entscheidenden Positionen. Zweitens betrachtet Politik vor allem den Rechtsrahmen, also Datenschutz und Datensicherheit, und weniger das Lebensgefühl und den Prioritätenkanon, der sich im Netz entwickelt hat und ständig verändert.<br />
Parteien wiederum halten es für digitale Avantgarde, wenn die Wahlkandidaten bis zum Abend der Wahl Banales twittern und dann umgehend damit aufhören. Ein fundamentaler Fehler: Nachhaltigkeit ist auch und gerade für das fälschlicherweise als flüchtig angesehene Medium Internet ein zentraler Wert. Am Ende gilt wieder mal die Faustregel, dass gesellschaftliche Entwicklungen mit einer Generation Verspätung in der Politik ankommen. Die Regierung debattiert also derzeit auf dem Level der Neunziger Jahre.<br />
<strong><br />
Das Konzept der &#8220;Mitgliederpartei&#8221; ist seit Jahrzehnten etabliert. Die Willensbildung läuft vom Ortsvereinsstammtisch zum Bundesparteitag. Werden nicht aber vor allem die großen Parteien bei stetig abnehmender Basis geradezu gezwungen, auch politisch nicht festgelegte Bürger über (digitale) Partizipationskanäle anzusprechen?<br />
</strong><br />
Das Konzept der Mitgliederpartei schlittert in die Legitimationsfalle. Eines Tages wird sich das Land die berechtigte Frage stellen, ob alle politischen Posten von wenigen Hunderttausend Parteigängern verteilt werden dürfen. Andererseits tritt bei einer totalen Öffnung der Parteien womöglich das Relaunch-Paradoxon ein: Wie bei einer Tageszeitung, die sich von einem auf den anderen Tag total modern umgestaltet, verabschieden sich die alten Leser, dafür kommen aber keine neuen hinzu. Digitales Zeitalter hin oder her, demokratische Politik braucht Mitmacher, die bereit sind, Papiere zu schreiben, an Sitzungen teilzunehmen, Posten zu übernehmen. Das eklige Genörgel, das vor allem aus den Kommentarspalten der Online-Medien quillt, illustriert eine unglaublich defätistische Haltung: sowieso alles Mist, alles Mafia, geht eh alles den Bach runter.</p>
<p>Die Sehnsucht nach dem großen Diktator, der es &#8220;denen da oben&#8221; mal richtig zeigt, ist sehr viel größer als die Bereitschaft, sich mit konkreten Lösungen einzumischen. Die Vorstellung, das Internet erleichtere die konkrete politische Arbeit, ist eine Fata Morgana: Politik ist immer mühsam und nicht immer lohnenswert. Viel mehr als irgendwelche Online-Schulungen brauchen wir das grundsätzliche Bewusstsein, dass Demokratie ein schützenswertes, teures und oft auch anstrengendes Gut ist, wichtiger als Umweltschutz oder Menschenrechte. Demokratie bildet das Fundament für alle anderen Werte und Ziele. Ob das digitale Zeitalter die Demokratie erledigt oder befördert, ist noch nicht entschieden. Der Mob ist immer und überall.</p>
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