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	<title>Halle &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Zwischen den Welten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cai Schultz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Nov 2019 11:44:40 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die mittlerweile relativierte Bezugnahme von Innenminister Horst Seehofer auf „die Gamerszene“ im Zusammenhang mit der schrecklichen Gewalttat in Halle sahen einige KommentatorInnen als Renaissance der alten „Killerspiel-Debatte“. Sie ist jedoch mehr. Sie ist Ausdruck eines Phänomens, mit dem Politik und Gesellschaft nicht umzugehen wissen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Verwirrung</h3>
<div class="_3bJ2H CHExY">
<p>Der Täter von Halle ist bekennender Gamer. Er ist aber auch Anhänger rechtextremer und antifeministischer Verschwörungstheorien, mit denen er voraussichtlich im Internet in Berührung kam. Zwei Dinge, die nicht unmittelbar miteinander zu tun haben, Horst Seehofer allerdings dazu verleiteten, <a href="https://www.sueddeutsche.de/digital/seehofer-gamer-halle-1.4650743">problematischen Aussagen</a> über die zu verstärkende Überwachung potenzieller Täter aus „der Gamerszene“ zu treffen. In der Diskussion darüber wurden Gaming- und Internetkultur vermischt. Begriffe, die zwar nicht ganz trennscharf zu verwenden sind, die sich aber unterscheiden. Die Unterschiede klarzustellen hilft, eben diese Begriffe zu erklären, vor allem, wenn große Teile der Gesellschaft eigentlich keine Ahnung haben, was sie bedeuten.</p>
<h3>Unschuldig schuldig</h3>
<p>Zu behaupten, dass der Amoklauf in Halle überhaupt nichts mit Gamingkultur zu tun hätte, wäre falsch. Nicht ohne Grund wurde der Amoklauf wie ein Let’s Play Video inszeniert. Ein Unterhaltungsformat, bei dem Gamer*innen Videospiele spielen, sich und das Geschehen auf ihrem Bildschirm filmen, während sie es kommentieren. Nicht ohne Grund übertrug er seine Taten über twitch live ins Internet. Eine Streamingplattform, die GamerInnen nutzen, damit ihnen andere Gamer*innen in Echtzeit beim Zocken zuschauen können. Nicht ohne Grund äußerte der Täter antifeministische Statements. Als Journalist*innen über frauenfeindliche Tendenzen in der Computerspielbranche berichteten, sahen sie sich Hasskampagnen von Teilen der Gaming-Community ausgesetzt.</p>
<p>Daraus zu schlussfolgern, dass die Gaming-Community zu großen Teilen aus potenziellen, extremistischen Terrorist*innen besteht wäre ebenso falsch. Gaming ist ein Massenphänomen. Extremistisches Gedankengut existiert dort, weil es auf gesellschaftlicher Ebene existiert. <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/712928/umfrage/anzahl-der-computerspieler-in-deutschland/">34 Millionen Menschen</a> in Deutschland gaben an, mindestens gelegentlich Computer- und Videospiele zu spielen, sind sie deswegen eine Gefahr? Sicherlich nicht.</p>
<h3>Gefahr von Rechts</h3>
<p>Gefährdet sind vor allem junge Menschen, die in der realen Welt wenig sozial integriert sind. Diese sind anfälliger für radikale Inhalte, was sich jene zu nutzen machen, die extremistische Ideologien gezielt über das Internet verbreiten, denn dort lassen sich soziale Kontakte leicht knüpfen. Hier liegt die Gefahr. Vor allem rechtsextreme Aktivist*innen bedienen sich an Elementen der Internetkultur, die auch in der Gaming-Community verbreitet sind. Dabei geht es weniger um rassistische oder sexistische Hatespeech in sozialen Netzwerken, sondern um subtilere Formen der digitalen Kommunikation. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang das Meme: Bilder, die mit kurzen, pointierten Texten versehen sind. Diese werden von Rechtsextremen dazu benutzt, um Personen bzw. Personengruppen zu diffamieren. Der oft sehr zynische Charakter digitaler Kommunikationskultur, der explizit gegen gesellschaftliche Normen und Sitten verstößt, spielt ihnen dabei in die Hände.</p>
<p>Während soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter, wenn auch unzureichend, verleumdende Inhalte löschen, florieren Memes mit extremistischen Inhalten auf Imageboards so gut wie ungestört. Imageboards sind Plattformen, die ähnlich wie Internetforen in Boards und Subboards (ähnlich Pinnwänden) gegliedert sind. In diesen Subboards werden hierarchisch strukturierte Beiträge (Threads) gesammelt, in denen meist ausschließlich Bilder bzw. Memes gepostet werden, die Benutzer dann kommentieren können.</p>
<h3>Ein neues Phänomen</h3>
<p>Das mittlerweile nicht mehr erreichbare Imageboard 8chan war eines der meistbesuchten. Rund 1 Millionen Benutzer*innen waren dort registriert. Das Besondere: Die Themen erstellten die User selbst und zwar vollkommen anonym. Natürlich existierten dort auch Subboards über Gaming, die gesellschaftliche und popkulturelle Bedeutung von Computerspielen ist enorm. Man hätte wahrscheinlich auch zweifelhafte Inhalte gefunden, die schiere Masse an Kosument*innen schließt auch Radikale mit ein.</p>
<p>Zu einem echten Problem wurde aber vor allem ein anderes Subboard: /pol oder „political incorrect“. Dieses wurde von rassistischen, sexistischen und homophoben Memes geradezu überflutet, durch die sich die Benutzer*innen in ihrer von brutalen Gewaltfantasien und bizarren Verschwörungstheorien geprägten Selbstwirklichkeit gegenseitig bestätigten. „/pol wird eindeutig von Neonazis moderiert. Das zeigt sich daran, dass andauernd Swastikas und andere NS-Symbole zu sehen sind und niemand etwas dagegen tut. Auch sonst wird dort Nazi-Ideologie besprochen. Es ist ein Neonazi-Board unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung“, sagte der Entwickler des Boards, Fredrick Brennan, in einem <a href="https://www.zeit.de/digital/internet/2019-10/frederick-brennan-8chan-gruender-attentat-halle-radikalisierung">Interview für ZEIT Online</a>. So konnte sich so eine düstere <a href="https://netzpolitik.org/2019/wie-8chan-unter-neuem-namen-zurueckkehren-soll/">Subkultur</a> bilden, die Amokläufe anhand der getöteten Opfer bewertet. Je mehr Tote, desto höher das <a href="https://www.sueddeutsche.de/digital/discord-radikalisierung-halle-1.4640929">Ranking</a>.</p>
<p>Die Attentäter von Christchurch, Poway und El Paso kündigten ihre Taten zuvor über 8chan an, der von Halle über ein kleineres, unbekanntes Imageboard. „Ich bin mir sicher, dass sich die vier Attentäter auf dem 8chan-Board /pol radikalisiert haben“, sagte Brennan. Diese Art der rechtsextremen Selbstradikalisierung ist neu. Der Bezug zu Computerspielen sozusagen das Stilmittel eines neuen Tätertyps. Schuld hat weder Gaming noch das Internet per se. Diese bilden Freiräume, welche Extremist*innen für ihre Zwecke ausnutzen, in dem sie sich an Sprache und Codes der beiden Kulturen bedienen.</p>
<p>Bild: Photo by Fibonacci Blue on <a href="https://www.flickr.com/photos/fibonacciblue/32452974604/in/photolist-RrKYGU-27Q28es-2dEFo9t-VxT17m-MZN7ZL-TErTSx-24h6pGZ-PaQRCN-2hsHhsT-wvhhH-2fzsE2h-2hJDJje-Na3vVi-2bYMuJP-NPD8jA-Ydhj2z-6e8Wch-VxT1bu-7HSNkN-VxT1as-GLHga-VxT14f-XWXbC2-VqAXHU-DinWbU-VWrkKe-ZA4cwX-2hJHt1p-2hJGmFr-Xvs91d-2cWqycT-2hJHt2G-ngmzd7-2hJcTrc-URx7vC-6fXUjJ-2hfKzxW-GnPZm3-27Ma92x-27Ma8we-HGA3DZ-2hzZFgx-2aAPZaY-Ra7Hb1-VqAZGd-Vu73oZ-XodgEb-Ra7K2A-VqB1fC-Ws3mqo">flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY 2.0</a></p>
</div>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Gardinen zu im Internet? &#8211; Bürger Sachsen-Anhalts suchen Antworten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Apr 2014 10:19:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Unter der Frage „Gardinen zu im Internet?“ fand am 25. und 26. April in Halle ein offenes Bürgerforum zu Netzpolitik [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/security_lock_console_background_cut.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-139391" alt="security_lock_console_background_cut" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/security_lock_console_background_cut.jpg" width="640" height="280" /></a>Unter der Frage „Gardinen zu im Internet?“ fand am 25. und 26. April in Halle ein offenes Bürgerforum zu Netzpolitik und Datenschutz statt, organisiert von der Landeszentrale für politische Bildung. Der „erste Cryptoswap Sachsen-Anhalts“ förderte neue Impulse und Ansätze zur Netzpolitik in der Post-Snowden-Ära zutage und brachte Informatiker aus der Region mit Landespolitikern an einen Tisch.</p>
<p style="text-align: justify">Der Mann am Rednerpult scheint der Inbegriff des Wortes „alternativ“ darzustellen: Statt Anzug trägt er ein weites T-Shirt, dazu ausgetretene Sneaker, und um seine Schultern ergießt sich ein Schwall dunkler Dreadlocks.<br />
Er redet frei und lächelt herzlich, während er dem Publikum von der Resignation erzählt, die die Hacker-Szene seit den Enthüllungen durch Edward Snowden ergriffen hat. Davor habe man geglaubt, mit dem eigenen technischen Know-How den Datensammlern schon irgendwie entwischen zu können. „Aber jetzt müssen wir davon ausgehen, dass ein Großteil der digitalen Infrastruktur abgehört wird“, sagt Stefan Walluhn, der Mann mit den Dreadlocks, der in Halle als Systemadministrator arbeitet. Bildhafter formuliert es der ehemalige Wikileaks-Sprecher Daniel Domscheit-Berg in seinem Eröffnungsvortrag: „Das Datenabgeben gehört mittlerweile genauso zum Alltag wie das morgendliche Zähneputzen.“</p>
<h3 style="text-align: justify">Die eigene Entscheidungshoheit über die Datenberge</h3>
<figure id="attachment_139389" aria-describedby="caption-attachment-139389" style="width: 177px" class="wp-caption alignright"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cryptoswap_danieldomscheitberg._cut.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-139389     " alt="Daniel Domscheit-Berg beim Cryptoswap" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cryptoswap_danieldomscheitberg._cut-305x393.jpg" width="177" height="229" /></a><figcaption id="caption-attachment-139389" class="wp-caption-text">Daniel Domscheit-Berg beim Cryptoswap in Halle.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Schon jetzt wird jedes online gepostete Foto und jeder Kommentar ebenso von Unternehmen und Geheimdiensten gespeichert wie Amazon-Wunschlisten, Suchmaschinenanfragen sowie Datum, Dauer und Adressat der Telefon-, Handy- und E-Mail-Kommunikation.<br />
Mittels großer Datenmengen lässt sich so gut wie jede gesellschaftliche Aktivität von Internet-Usern sowie Informationen über Krankheiten, sexuelle Vorlieben, religiöse Orientierung und Kaufkraft eines Individuums herausfinden. In den falschen Händen könnte damit großer Schaden angerichtet werden. Deshalb plädiert Daniel Domscheit-Berg dafür, dass wir uns jetzt Gedanken zur Entscheidungshoheit über die Datenberge machen, bevor Wissenschaft und Unternehmen noch leistungsstärkere Speichermethoden und Analyse-Algorithmen entwickeln.</p>
<p style="text-align: justify">Das amerikanische Unternehmen IBM beispielsweise arbeitet derzeit an einer Methode zur Datenübertragung und -auswertung jenseits von Kupfer und Silizium, die bisher noch das Speichervolumen von Computerchips begrenzen: ein neuronales Netz, das Daten per Lichtwellen überträgt. „Das ist der Moment, in dem sich das Möglichkeitsfenster für die Zivilgesellschaft schließen wird“, prophezeit der frühere Wikileaks-Sprecher.</p>
<h3 style="text-align: justify">Wir haben die Macht über unsere Daten verloren</h3>
<p style="text-align: justify">Ob nun zur Rechtslage des Datenschutzes, zur Psychologie der Überwachung oder zur Bedeutung von Privatsphäre aus kulturanthropologischer Sicht: In allen Vorträgen auf dem <a href="http://www.cryptoswap.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cryptoswap</a> kristallisierte sich heraus, dass der Punkt erreicht ist, an dem das Individuum den Folgen der galoppierenden digitalen Entwicklung machtlos gegenüber steht. Seine Handlungsautonomie kann der Einzelne jetzt nur noch durch die Mobilisierung einer Mehrheit zurückgewinnen – hier ist die Politik gefragt. Deren Antworten fielen indessen gemischt aus. Am ersten Veranstaltungstag legten Abgeordnete des Landtags Sachsen-Anhalts – Matthias Graner (SPD), Sören Herbst (Grüne), Jan Wagner (Die Linke) sowie der Staatssekretär Marco Tullner (CDU) und der Fraktionsvorsitzende der Frankfurter Piratenpartei Martin Kliehm im Rahmen einer Podiumsdiskussion ihre Positionen dar. Für die notwendige technische Expertise auf dem Podium sorgte Anna Biselli, Mitarbeiterin der Internetseite <a href="http://www.netzpolitik.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.netzpolitik.org</a>. Letztere forderte gemeinsam mit den Vertretern der Oppositionsparteien Grüne und Linke klare gesetzliche Regeln für den Handel mit Daten. Herbst, Wagner und Kliehm sprachen sich außerdem dafür aus, die Wirtschaft stärker in die Verantwortung zu nehmen. Dem gegenüber appellierte Tullner, der Staatssekretär für Wissenschaft und Wirtschaft Sachsen-Anhalts, an die Bürgerinnen und Bürger, der Politik mehr zu vertrauen, während der SPD-Abgeordnete Graner mehr Selbstverantwortung vom Einzelnen forderte.</p>
<h3 style="text-align: justify">Mehr Selbstverantwortung übernehmen, aber der Politik gleichzeitig stärker vertrauen?</h3>
<p style="text-align: justify">An diesem wie an den weiteren Punkten der Diskussion (Asyl für den Whistleblower Edward Snowden? Flächendeckende Transparenz der parlamentarischen Arbeit?) offenbarten sich nicht nur Widersprüche in den Aussagen der Bundes- wie Landes-Koalitionspartner CDU und SPD, sondern auch eine beschwichtigend-resignierte Haltung der Diskutanten gegenüber der Frage, inwiefern die derzeitige Regierung bereit ist, sich um die Folgen der technischen Entwicklung für die Bürgerinnen und Bürger zu kümmern. Diese Resignation wirkt umso alarmierender, weil nur auf politischer Ebene noch eine gesamtgesellschaftliche Lösung möglich erscheint.</p>
<figure id="attachment_139390" aria-describedby="caption-attachment-139390" style="width: 305px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cryptoswap_terminal21_cut.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-139390  " alt="Das Team vom Hackerspace Terminal21" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cryptoswap_terminal21_cut-305x171.jpg" width="305" height="171" /></a><figcaption id="caption-attachment-139390" class="wp-caption-text">Das Team vom Hackerspace Terminal21.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Derweil bleiben die Bastler der Internetszene aber nicht untätig. In den Städten Sachsens und Sachsen-Anhalts hat sich bereits vor Jahren die Bürgernetzbewegung „freifunk“ gegründet. Ihr Ziel ist die Errichtung abhörsicherer Kommunikationskanäle; dazu bauen sie eigene Router und WLAN-Knotenpunkte in der Region auf. Mit der IT-Guerilla, zu deren Gründern auch Stefan Walluhn gehört, hat sich jetzt auch in Halle ein Ableger des <a href="https://www.freifunk-halle.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freifunks</a> wiedergegründet, der sich nicht nur als Bereitsteller eines Internetzugangs versteht, sondern auch als Plattform zur Mobilisierung der Öffentlichkeit, und ausdrücklich Nicht-Informatiker und Technik-Laien zum Mitmachen einlädt.</p>
<p style="text-align: justify">Den Begriff Cryptoswap hat übrigens Thomas Erling von der <a href="http://www.lpb.sachsen-anhalt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Landeszentrale für politische Bildung</a> selbst erfunden, wie er lachend zugibt. Weil „Konferenz“ so trocken klinge und „Cryptoparty“ zu sehr nach einem reinen Hackertreffen, hat sich der Leiter des Referats „Politische Kommunikation im Kontext neuer Medien“ auf den Informatik-Begriff „Swap“ verlegt, mit dem sinngemäß eine Auslagerung oder Umsortierung von Daten und Informationen gemeint wird. Und das ist der Konferenz auf jeden Fall gelungen.</p>
<p style="text-align: justify">Teaserfoto: <a href="https://www.flickr.com/photos/110751683@N02/13334048894" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Yuri Samilov</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-2.0</a>) Artikelfotos: Julia Solinski</p>
<p style="text-align: justify"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="403" height="70" /></a></p>
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