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	<title>Hassan Rouhani &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Nationales-Internet-Projekt des Iran: Zensur oder Schutz?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jana Donat]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Sep 2016 05:23:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Iranische Browser, Suchmaschinen und E-Mail-Services gibt es schon seit ein paar Jahren. Dennoch bleiben die beliebtesten Online-Dienste in der iranischen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild_Iran.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-150301" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild_Iran.jpg" alt="Internet Halal, Iran" width="640" height="352" /></a>Iranische Browser, Suchmaschinen und E-Mail-Services gibt es schon seit ein paar Jahren. Dennoch bleiben die beliebtesten Online-Dienste in der iranischen Bevölkerung weiterhin zensierte Anbieter und Netzwerke aus dem Ausland – wie Facebook, YouTube und Twitter. Durch das nationale Datennetzwerk sollen Online-Sperren noch größere Auswirkungen auf den realen Alltag im Iran haben. Die kürzlich zelebrierte Einweihung des „nationalen Internet“ im Iran stößt auf internationalen Aufschrei – die universellen Menschenrechte der Informations- und Meinungsfreiheit seien in Gefahr.</p>
<p>Die erste Phase des nationalen Internet im Iran leitete der iranische Minister für Informations- und Kommunikationstechnologie, Mahmoud Vaezi, <a href="http://en.mehrnews.com/news/119304/Iran-launches-National-Information-Network" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ende August 2016</a> ein. Das auf den Iran beschränkte Datennetzwerk umfasst in dieser Phase Websites und Dienste von Regierungsstellen sowie von lokalen Behörden. Der Plan ist keineswegs neu: Seit 2010 arbeitet die iranische Regierung an dem Nationales-Internet-Projekt. Anfänglich ging die Regierung sogar von einer Implementierung bis 2015 aus. Heute wird ein nationales Datennetzwerk kaum mehr vor 2019 erwartet.</p>
<h3>Landesweit Surfen im Internet Halal</h3>
<p>Das unberechenbare World Wide Web soll an die digitale Leine genommen werden. Ein sauberes und reines Internet heißt die Maxime, kurz: Internet Halal. Das arabische Wort „Halal“ bedeutet so viel wie „zulässig“ und gestattet nur Online-Inhalte, die nach islamischem Recht erlaubt sind. Nicht nur Staatspräsident Hassan Rouhani, sondern vor allem auch Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei spricht sich für ein kontrollierbares Internet aus. Ein nationales, sicheres und reines Internet soll es also sein. Für die Regierung liegen die Vorteile auf der Hand: technisch gesehen bedeutet es, einen Zugewinn an <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Iran-stellte-erste-Phase-seines-nationalen-Internets-vor-3307868.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sicherheit</a> gegenüber Hacker-Angriffen sowie schnellere und preiswertere Breitbandverbindungen zu schaffen. Aber nicht nur der Technologiesektor, sondern auch die Wirtschaft schlage Profit, da durch die Unabhängigkeit zum World Wide Web mehr Arbeitsplätze in nationalen Projekten generiert werden können.</p>
<p>Dass manche Argumente auf Seiten der iranischen Regierung „nicht ganz ohne Substanz“ seien, meint auch Politikwissenschaftler Dr. Marcus Michaelsen. Seit Jahren forscht und publiziert er zum digitalen und politischen Wandel im Iran und hält fest: „Immerhin war der Iran Ziel eines der ersten internationalen Cyberangriffe auf eine zentrale staatliche Infrastruktur. Durch Sanktionen und Isolation des Landes hat die iranische Regierung die Bedeutung von eigenständiger Beherrschung von Technologie schätzen gelernt.“ Dass der Drang nach Sicherheit ein historisch gewachsenes Resultat der iranischen Regierung auf internationale Konflikte ist, bezweifelt auch der iranische Geflüchtete und Internetsicherheit-Forscher Amir Rashidi nicht. Amir Rashidi studierte Software Engineering im Iran, floh nach der umstrittenen Wahl 2009 als Aktivist nach Italien und arbeitet nun seit zwei Jahren in New York bei der Menschrechtsorganisation <a href="https://www.iranhumanrights.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">International Campaign for Human Rights in Iran</a>. Auf technischer Ebene sieht Rashidi das gesamte Projekt vielmehr als eine Art „nationales Intranet“, also wesentlich „kleiner dimensioniert im Sinne eines internen Netzes, das vor fremden Eingriffen geschützt werden soll.“ Auch Rashidi bestätigt den Vorteil der technischen Schnelligkeit und Kosteneinsparung, während er das Problem der virtuellen Kontrolle auf einer ganz anderen Ebene sieht: „Wir Iraner vertrauen der Regierung nicht.“</p>
<h3>Internetzensuren im Iran: technische Sicherheit vs. digitale Apartheid</h3>
<p>Auch wenn iranische Stimmen – wie die des ersten Vize-Präsidenten Irans, Eshagh Jahangiri – beteuern, dass das nationale Internet <a href="http://parstoday.com/de/news/iran-i14122-nationales_internet_in_iran_in_betrieb_genommen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">keine Einschränkung</a> für den Informationszugriff bedeutet, sehen dies Menschenrechtsverteidiger anders. Für die britische Menschenrechtsorganisation <a href="https://www.article19.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Article 19</a> passen internationale Standards der Informations- und Meinungsfreiheit, nach <a href="http://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Art. 19, UN Menschenrechtskonvention</a>, nicht zum Konzept eines nationalen Datennetzwerkes. In ihrem Anfang 2016 erschienenen <a href="https://www.article19.org/data/files/medialibrary/38315/The-National-Internet-AR-KA-final.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Report</a> zum nationalen Internet-Projekt sehen sie den Schutz der Online-Anonymität und das Recht auf Privatsphäre in Gefahr. Auch bei Reporter ohne Grenzen (<a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ROG</a>) steht der Iran auf der Liste der „<a href="http://12mars.rsf.org/wp-content/uploads/EN_RAPPORT_INTERNET_BD.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Feinde des Internet</a>“. ROG befürchtet seit Jahren ein zweigeteiltes Internet, eine Art „<a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/pressemitteilungen/meldung/internet-experte-ohne-anklage-in-haft-rog-befuerchtet-digitale-apartheid/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digitale Apartheid</a>“, in der die Bevölkerung lediglich Zugang zu gefilterten Online-Inhalten hat, während Regierung und religiöse Anführer, wie Ayatollah Ali Khamenei, keine Einschränkung haben.</p>
<p>Auch Michaelsen sieht Gefahren in dem Aufbau eines nationalen Datennetzwerks: „In jedem Fall birgt das Projekt Risiken für den freien Zugang zu Informationen, weil Verbindungen zum World Wide Web besser eingeschränkt, überwacht und gefiltert werden können.“ Kontrolle und Unterdrückung sind besonders aufgrund vergangener Menschenrechtsverletzungen im Iran ein brisantes Thema. So kam es bereits in der Vergangenheit zu Festnahmen von <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/deutsche-journalisten-in-iran-haft-fuer-die-pressefreiheit-1.1053773" target="_blank" rel="noopener noreferrer">JournalistInnen</a> und <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-05/iran-instagram-models-schleier-strafverfahren-festnahme" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Models</a>. Aufsehen erregte auch der Fall eines <a href="http://www.abendblatt.de/politik/ausland/article107781865/Haeftling-soll-nationales-Internet-im-Iran-aufbauen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">iranischen Internet-Experten</a>, der ohne Anklage inhaftiert wurde und im Gefängnis als Programmierer für die iranische Regierung arbeiten musste.</p>
<p>Amir Rashidi betont in dem Zusammenhang, dass die Regierung einfach Angst habe vor den westlichen Lebensweisen und Selbstinszenierungen, wie sie durch Instagram, Facebook und Co. ermöglicht werden. Aber wie kommt die Regierung erst an die Leute, die sie verhaften will? „Die Taktik und die gesamte Hacker-Technik der Regierung ist unglaublich simpel“, meint Rashidi. Ob erzwungene Informationen durch InformantInnen oder einfachste Hacking-Angriffe auf Accounts von Störenfrieden des „Halal“ Internet – „die Möglichkeiten der Regierung sind so unglaublich einfach, aber effektiv“, so Rashidi.</p>
<h3>Rouhani und der virtuelle Alltag im Iran</h3>
<p>In der Islamischen Republik Iran haben sich mit Amtswechsel auch virtuelle Regierungsziele verändert: unter Mohammad Chatami und Mahmud Ahmadinedschad wurden bereits Online-Inhalte in großem Umfang gefiltert. Michaelsen stellt aber den entscheidenden Unterschied nach den Wahlen 2009 fest: Nachdem die Bevölkerung soziale Netzwerke und digitale Kommunikation zur Protestförderung nutzte, „hat die iranische Regierung ihre Versuche, das Internet zu kontrollieren und zu überwachen, eindeutig verschärft.“ Nicht nur Amir Rashidi floh zu dieser turbulenten Zeit aus dem Iran, sondern <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/flucht-aus-iran-ueber-die-grenze-und-in-den-westen-a-663465.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tausende reformorientierte IranerInnen</a>. Für Rashidi „hat alles unter Ahmadinedschad begonnen. Die Regierung wurde immer nervöser“ &#8211; es ging schon lange nicht mehr nur um die Zensur von Pornographie und Religiösem. Die politische Online-Nutzung nahm ein neues Ausmaß an. Dabei erinnert sich Rashidi vor allem an ein Video, welches die Regierung möglichst schnell aus dem Netz nahm. Darin sah man inmitten der Aufstände eine tote Frau, die zur „<a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/tote-iran-demonstrantin-neda-die-ikone-des-protests-a-631670.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ikone des Protests</a>“ wurde.</p>
<p>Zur Wahl Rouhanis 2013 kamen vor allem bessere technische Möglichkeiten auf Regierungsseite zu tragen. Michaelsen berichtet, dass der Internetverkehr in „kritischen Momenten <a href="https://iranwire.com/en/features/1653" target="_blank" rel="noopener noreferrer">verlangsamt</a>“ wurde und Rouhani seitdem seinem „<a href="http://politik-digital.de/news/kurswechsel-im-iran-ein-tweet-in-richtung-freiheit-133173/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlversprechen</a> von mehr Informationsfreiheit im Internet“ nicht nachgekommen sei. Aus der Distanz betrachtet, stellen wir uns darunter extreme Einschränkungen im Alltag der iranischen Bevölkerung vor. Die deutschgebürtige Iranerin Zonai (25) berichtet aber, dass alle ihre Verwandten und Bekannten im Iran Instagram und Facebook haben. Dem Geo-Blocking im Iran lässt sich einfach über Virtual Private Networks (VPN) oder Tor entkommen. Diese technischen Lösungen sind aber im Gegensatz zu einer Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken im Iran nicht erlaubt. Die Umgehung der Zensur via Proxys steht sogar <a href="http://www.heise.de/ct/artikel/Iran-Der-Machtkampf-um-Informationen-2566400.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unter Strafe</a>. „Über Sanktionen machen sich meine Verwandten keine Gedanken oder es ist ihnen auch gar nicht so bewusst“, erzählt Zonai. Um Kontakt zu halten, schreibt die Studentin keine E-Mails, sondern nutzt Instagram und chattet über die unzensierte App Telegram mit ihren Verwandten im Iran. Auch Rashidi freut sich, dass Telegram mittlerweile mit 20 Millionen NutzerInnen im Iran als populärste Messaging-App fungiert.</p>
<h3>Twitter Halal?</h3>
<p>Auch Twitter ist seit der Wahl 2009 für die iranische Bevölkerung ohne Umwege nicht mehr zugänglich. Repressionen und Propaganda waren die Folge der intensiven Nutzung von Twitter als Informations- und Organisationstool während der Proteste. Die Politiker bleiben aber unbeirrt: im Zuge ihrer eigenen Internetfreiheit twittern Rouhani, Khamenei und Co. – und das sogar über mehrere Accounts und Sprachen. Ausgerechnet die Gegner der virtuellen Welt führen mehrere Accounts auf verschiedenen Netzwerken, wobei sie damit doch theoretisch im Internet Halal niemand in ihrem eigenen Land erreichen dürften. Auch spielte <a href="https://smallmedia.org.uk/media/projects/files/IranVotes_2016.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter in der Parlamentswahl 2016</a> eine wichtige Rolle, weshalb Rashidi der Auffassung ist: „Twitter wird die erste Plattform sein, die die Regierung wieder entblockt. Da bin ich mir sicher.“</p>
<p>Starke Interessendivergenzen bei zensierten Online-Diensten, die bekommt Zonai vor allem zwischen den Altersgenerationen mit: „Die jungen Leute wollen mehr Freiheiten haben, aber die Älteren haben einfach mehr Macht.“ Aber auch insgesamt kann sich Zonai nicht vorstellen, dass irgendwer im Iran ein nationales Intranet, geschweige denn Internet, begrüßen würde. Aus westlicher Perspektive scheinen die Einschnitte in die Menschenrechte alle anderen Vorteile in den Hintergrund zu drängen. Michaelsen betont aber auch, dass das ganze Projekt „von doppeldeutigen Zielstellungen geprägt“ sei, da die Datenspeicherung von Regierung und Administration innerhalb des eigenen Landes „auch ein legitimes Ziel“ ist. In einer Hinsicht gibt auch Rashidi zumindest eine kleine Entwarnung: „Rouhani weiß, dass es keine nationale Entkopplung geben kann, und er will auf keinen Fall eine digitale Isolation von der restlichen Welt – aber ja, Kontrolle will er schon.“</p>
<p>Titelbild: Internet Halal, Iran von <a href="http://politik-digital.de/user/jdonat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jana Donat</a> / <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>, licenced <a href="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 3.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Irans Kurswechsel – Das Netz als Wegbereiter für Gleichberechtigung?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Parissa Hajebi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Dec 2013 14:07:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[„We know too well that our #freedom is incomplete without the freedom of Palestinians, #Nelson Mandela #Solidarity #Palestine“. Dieser Retweet [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/foto_iran.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-135842" alt="foto_iran" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/foto_iran.jpg" width="640" height="388" /></a><br />
„We know too well that our #freedom is incomplete without the freedom of Palestinians, #Nelson Mandela #Solidarity #Palestine“. Dieser Retweet kam nicht etwa von einem Bürgeraktivisten, sondern vom iranischen Präsidenten Hassan Rouhani. Obwohl die Kurznachricht für viele Iraner wie blanker Hohn klingen mag,  kann die weibliche Bevölkerung im Iran ein wenig Hoffnung schöpfen. Im Netz lebt sie bereits gewisse Freiheiten aus, die im Analogen nicht möglich wären.<br />
Die gewalttätige Vorgehensweise der Ahmadinejad-Regierung gegenüber Protestlern während der Grünen Bewegung 2009 sitzt noch sehr tief bei vielen Iranern. Nicht vergessen sind Nachrichten auf Twitter und Facebook-Bilder, die die Brutalität des Regimes eindrücklich dokumentiert haben. Nicht vergessen sind auch die vielen Bilder junger Demonstrantinnen, die ohne Furcht in vorderster Reihe gelaufen sind und für mehr Freiheit ihr Leben in den Straßenkämpfen gelassen haben.<br />
Zwar versucht das Regime noch, das Internet nach seinen Vorgaben zu zensieren, aber dass das Internet und vor allem die Zensur löchrig sind, wissen auch die Mullahs. Eine hundertprozentige Kontrolle des Netzes ist nicht möglich – zu wichtig ist auch die eigene politische Online-Kommunikation für das Regime geworden. Somit beschränken sich Online-Aktivitäten der Behörden nicht mehr darauf, zu reagieren und zu verhindern, was nicht mehr zu verhindern ist, sondern erstmalig versucht die iranische Regierung, die digitale Kommunikation aktiv zu gestalten. Mit <a href="https://twitter.com/HassanRouhani" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Präsident Hassan Rouhani</a> scheint diese Entwicklung gewissermaßen ein Gesicht gefunden zu haben. Doch hat tatsächlich eine neue Ära im Iran begonnen?</p>
<h3>Eine Achterbahnfahrt</h3>
<p>Die kleinen Schritte in Richtung mehr Freiheit zeigen sich vor allem an mehr Freiheiten für Frauen. Frauen haben im Iran ihre Stimmen immer wieder gegen staatliche Repressionen, Korruption und Wahlbetrug erhoben und in großer Zahl protestiert. Bereits während der Konstitutionellen Revolution im Jahre 1906 und während der Islamischen Revolution im Jahre 1979 waren Frauen massiv benachteiligt und haben zum Erfolg der Aufstände entscheidend beigetragen. Ihre Situation in Hinblick auf Gleichberechtigung veränderte sich jedoch im Laufe der Zeit kaum. Nach der Islamischen Revolution wurden ihnen die zuvor bereits erkämpften Freiheiten sogar wieder entzogen.<br />
Jedoch waren seit dem Anfang der 1990er Jahre immer wieder Präsidenten an der Macht, die Reformen gegenüber offen waren, wie Akbar Rafsanjani (1989-1997) und Mohammad Chatami (1997-2005). Somit gab es immer wieder liberale Phasen, in denen Frauen aufatmen konnten. In diesen Phasen wurde ihnen der Zugang zu Bildungseinrichtungen gewährt, kritische Frauenzeitschriften wurden gegründet und menschenfeindliche Gesetze gelockert. Nun scheint es mit dem jetzigen Machtwechsel wieder eine Möglichkeit für die weibliche Bevölkerung zu geben, ihre Stellung in der Gesellschaft weiter auszubauen und dort anzuknüpfen, wo die Entwicklung in Mahmud Ahmadinejads Regierungszeit stehen geblieben war.</p>
<h3>Iranische Frauen dominieren im Netz</h3>
<p>Im heutigen Iran sind über 63 Prozent der Studierenden weiblichen Geschlechts. Die gut ausgebildeten Frauen sind es, die sich nicht mehr wie Menschen zweiter Klasse in der iranischen Gesellschaft behandeln lassen wollen. Ihnen wird der Zugang zu besser gestellten Arbeitsplätzen versperrt und die Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit schränkt sie weiterhin in ihrer persönlichen Entwicklung ein. Diese Blockaden entmutigen sie jedoch nicht, neue Wege einzuschlagen. Im Alltag wie auch in der anonymen digitalen Welt widersetzen sich Frauen immer wieder Vorschriften und Zensuren. Anders als in der physikalischen Welt ist der Spielraum in sozialen Netzwerken und Foren sehr groß. Ein aktuelles Beispiel sind die Online-Proteste gegen das Zutrittsverbot für Frauen zu den Fußballstadien. So schreibt <a href="https://twitter.com/_shireenahmed_" target="_blank" rel="noopener noreferrer">shireenahmed </a>via Twitter: „She needs to be in the stadium. She should be in the stadium. ‪#Football wants her in the stadium. ‪#IRWomenStadium.“ Auch die Twitter-Nutzerin <a href="https://twitter.com/CordeliaHeb" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CordeliaHeb</a> äußert sich auf diesem Wege „Women in Iran are banned from football matches &#8211; but there&#8217;s a push on social media to change that ‪http://bbc.in/1hrilRE  ‪#IRWomenStadium“. Einen kleinen Erfolg konnten die Proteste bereits verbuchen. Sie haben weltweite Aufmerksamkeit auf sich gezogen und setzen die Führungskräfte im Land auf diese Weise unter Druck.</p>
<h3>Twittern Richtung Freiheit</h3>
<p>Obwohl die Nutzung von beispielsweise Twitter und Facebook im Iran weiterhin offiziell verboten ist, umgeht eine Mehrzahl der iranischen Bevölkerung die staatlich auferlegten Sperrungen über geschlossene Rechnernetze wie VPN-Verbindungen. Die Versprechungen des Präsidenten Rouhani, Internetsperren weitestgehend aufheben zu wollen, haben somit einen starken symbolischen Charakter. Da junge Frauen im Iran das Internet nutzen, um ihre Meinung und Gefühlslage frei auszudrücken, könnte eine Aufhebung der Internetzensur &#8211; spekulativ betrachtet &#8211; gleichzeitig eine liberale Haltung gegenüber Meinungsäußerungen allgemein im Land nach sich ziehen. Die Richtung scheint zu stimmen, wie Irans Kulturminister Ali Jannati der<a href="http://www.globalpost.com/dispatch/news/regions/middle-east/iran/131105/iran-s-culture-minister-wants-ban-social-media-lifted" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Islamic Republic News Agency Anfang</a> November erklärte: &#8220;Not only Facebook, but also other social networks have to be accessible, and there should be no legal constraints to access them.” Nun ist zu hoffen, dass die jetzige liberale Phase im Iran keine vorübergehende Etappe bleibt, sondern einen langfristigen Weg darstellt.<br />
Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/hardyr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hardy R</a> (CC BY-NC-SA 2.0)</p>
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