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	<title>Haustürenwahlkampf &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Vom Webcamp zur Wahlkampf-WG: Hessen vorn</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Aug 2013 11:18:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Alle reden von der Bundestagswahl, der Bedeutung sozialer Medien sowie dem Haustürenwahlkampf. Im hessischen Landtagswahlkampf, der sich parallel dazu vollzieht, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Wahlkampf_WG_Torsten_Schäfer_Gümbel.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-131669" alt="Wahlkampf_WG_Torsten_Schäfer_Gümbel" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Wahlkampf_WG_Torsten_Schäfer_Gümbel.jpg" width="640" height="427" /></a>Alle reden von der Bundestagswahl, der Bedeutung sozialer Medien sowie dem Haustürenwahlkampf. Im hessischen Landtagswahlkampf, der sich parallel dazu vollzieht, spielen hingegen andere Innovationen bei der Kampagnenführung eine Rolle: Die Wahlkampf-WG der Hessen-SPD als Experiment mit Freiwilligen-Engagement.<br />
Wir kennen die Szene aus Filmen über US-Wahlkämpfe: In einem angemieteten Ladenlokal sitzen Freiwillige und unterstüzen die Kampagne eines Kandidaten für ein politisches Amt durch diverse Dienstleistungen. Sie opfern oft ihren Urlaub, um unter der Leitung eines professionellen Campaigners in Vollzeit für die Wahl des Kandidaten zu werben. Damit kompensieren sie den Mangel an einer organisatorischer Infrastruktur, die in anderen politischen Systemen von Parteien, ihren Funktionären und Mitgliedern gebildet wird. Trotzdem gibt es auch in Deutschland mit der Auslagerung der Wahlkampfleitung aus der Parteizentrale wie bei der sozialdemokratischen “Kampa” zur Bundestagswahl 1998 Ansätze zur Adaption dieses Modells. Diese wurden zum Teil auch wieder revidiert &#8211;  Amerikanisierung fungiert in Publizistik, Parteien und Politikwissenschaft häufig als Schimpfwort zur Charakerisierung politisch-organisatorischer Fehlentwicklungen. Doch spätestens mit Obama setzte hier ein Umdenken ein.<br />
Es ist kein Zufall, dass die Kampagne des hessischen Sozialdemokraten Thorsten Schäfer-Gümbel zur letzten Landtagswahl in Hessen von dieser Konstellation geprägt ist und er einigen gar als “Hessen-Obama” galt. Nach dem Debakel um seine Vorgängerin Ypsilanti (Wortbruch, Die Vier,&#8230;) war die Ressource “Hessen-SPD” in einem kurzen Winter-Wahlkampf nur bedingt mobilisierbar und der Kandidat weitgehend unbekannt. Er adressierte dieses Defizit unter anderen durch Online-Campaigning und etablierte die Polit-Marke “TSG”: Eine Komponente seiner Kampagne, mit der es ihm gelang, ein unabwendbar scheinendes elektorales Desaster in einen Achtungserfolg zu verwandeln.<br />
In diesem Jahr reden nun alle von der Bundestagswahl, der (wahlweise großen oder geringen) Bedeutung sozialer Medien sowie dem Haustürenwahlkampf als wichtigstem US-Import in Sachen Kampagnenführung. Und was macht die Hessen-SPD, die am 22. September eine Landtagswahl gewinnen und mit Schäfer-Gümbel den Ministerpräsidenten stellen will? Natürlich ist sie online präsent und partizipiert an der Tür-zu-Tür-Kampagne der Bundespartei (die mit #tzt übrigens einen der wenigen bislang funktionierenden Hashtags hervorgebracht hat). Und sie hat eine Wahlkampf-WG.<br />
Mit der Wahlkampf-WG knüpft die Hessen-SPD an ein Format der politischen Konkurrenz aus dem letzten Landtagswahlkampf an. Das <a href="http://www.webcamp09.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Webcamp09 </a>war als Internet-Wahlkampfzentrale der hessischen CDU angetreten, um mit jüngeren Freiwilligen die Kampagne von Ronad Koch zu unterstüzen. Gegenspieler des Webcamp war Oliver Zeisberger, der mit seiner Agentur für die Online-Kommunikation diverser sozialdemokratische Kampagnen verantwortlich zeichnet (Zur Vorstellung sowohl des Webcamp als auch des Online-Campaigning der Hessen-SPD siehe die Video-Dokumentation der betreffenden Session beim <a href="http://www.make.tv/politcamp2009/show/21425" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PolitCamp 2009</a>). Nun ist Zeisberger Initiator sowie Mentor der Wahlkampf-WG. Diese besteht aus um die zehn Frauen und Männern im Alter zwischen 20 und 30 Jahren, die sich mit einem Casting für den Einzug in die WG respektive ein Praktikum qualifiziert haben. Dabei kommen nicht alle aus Hessen, und nicht alle haben ein Parteibuch. Was sie eint ist das Interesse an einem Regierungswechsel sowie die Begeisterung für die <a href="https://twitter.com/WahlWG/status/371246860616609793" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Person des Kandidaten</a>. Ihn unterstützen sie mit ihrer Tätigkeit: Sie begleiten TSG bei Wahlkampfterminen und dokumentieren diese digital. Ihre Inhalte gehen in diverse Kanäle ein, insbesondere in die Profile, die von Partei und Kandidat in sozialen Netzwerken unterhalten werden. Dazu nutzen sie die Infrastruktur der Landesgeschäftsstelle der SPD, in der die WG einen veritablen <i>War Room</i> unterhält. <i>Candidate Journalism</i> als Kampagnen-Komponente ist eine weitere Lektion, die von Obama gelernt wurde.<br />
Ihr eigene Rolle haben die WG-Bewohner zu Beginn ihres Engagments noch zurückhaltend definiert: Erste Anzeichen für eine Existenz der Wahlkampf-WG lieferte sie mit eigenen Profilen bei <a href="https://www.facebook.com/WahlkampfWG" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a> und <a href="https://twitter.com/WahlWG" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter</a> &#8211; ohne dass für externe Beobachter die Angelegenheit dadurch klarer geworden wäre. Im Gegenteil wurde durch das Profilbild die Anonymität des Projekts zunächst weiter kultiviert. Inzwischen haben sich die WG-Mitglieder in einem <a href="http://youtu.be/6eedPGebbV4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Clip</a> vorgestellt. Doch die Bedeutung des Projekts liegt nicht  nur im Bereich der Kampagnenkommunikation. Oliver Schopp-Steinborn, der für die Online-Kommunikation der hessischen SPD verantwortlich ist, erkennt darin einen Beitrag zur Modernisierung der Mitgliederparteien, der einem Wandel der “Engagment-Strukturen” Rechnung trage. Insofern ist dem Projekt unabhängig von Wahlausgang ein Erfolg zu wünschen, der die Öffnung der Parteien für vielfältige Formen der Mitarbeit befördert.<br />
Zur Bundestagswahl verstärkt Dr. Erik Meyer das Team von politik-digital.de und hat Beiträge für das <a href="http://www.bpb.de/dialog/wahlblog/166553/erik-meyer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bpb-Wahlblog</a> verfasst.<br />
Bilder: Wahlkampf-WG, Oliver Zeisberger<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Politiker ante portas</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina Keim]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Aug 2013 10:34:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2013]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn es um die Wahlkampfführung geht, blicken die deutschen Parteien gerne über den Atlantik. 2009 waren alle Parteien bestrebt, die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/wahlspots_neu2.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-131123" alt="wahlspots_neu" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/wahlspots_neu2-630x472.jpg" width="630" height="472" /></a>Wenn es um die Wahlkampfführung geht, blicken die deutschen Parteien gerne über den Atlantik. 2009 waren alle Parteien bestrebt, die Social Media-Taktiken von Barack Obama auch für den Bundestagswahlkampf einzusetzen. Facebook-Seiten, Twitter-Profile und YouTube-Kanäle sprießten am deutschen Social-Media-Himmel. Auch im Wahlkampfjahr 2013 entdeckt der aufmerksame Beobachter das eine oder andere bekannte Tool aus Übersee. Besonders en vogue ist in dieser Wahlkampfsaison das Canvassing.<br />
Der Haustürenwahlkampf &#8211; oder zu neudeutsch <em>Canvassing</em> &#8211; ist eine im angelsächsischen Wahlkampf fest verankerte Strategie, um direkten Kontakt zu bestimmten Wählergruppen aufzunehmen. Ein Kampagnenteam oder ein Kandidat geht in einem vorher festgelegten Gebiet von Haus zu Haus und verwickelt die dort wohnenden Wähler in direkte Gespräche. Angewandt im Rahmen von Wahlkämpfen dient diese Art der Kontaktaufnahme in erster Linie der Mobilisierung, entweder um Freiwillige für den Wahlkampf zu gewinnen oder um die Wähler zum Urnengang zu bewegen (Get out the Vote).<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="http://politik-digital.de/vom-wahltermin-zur-politikverdrossenheit/spot2jpg/" rel="attachment wp-att-131134"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-131134" title="Spot" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/SPot2jpg.jpg" width="176" height="117" /></a>&#8220;Licht aus, Spot an&#8221;, so heißt das Motto unserer Kolumnenreihe &#8220;Wahlspots&#8221;, in der ausgewählte Autoren ihren Fokus auf spannende Phänomene und Geschichten des aktuellen Bundestags-wahlkampfs richten. Wöchentlich erscheinen die Texte sowohl auf politik-digital.de als auch auf <a href="http://www.cicero.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">cicero.de</a>.</div></div><br />
Im<a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1956886/#/beitrag/video/1956886/ZDF-Sommerinterview-mit-Peer-Steinbrueck" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Sommerinterview</a> mit dem ZDF kündigte Peer Steinbrück an, dass die SPD bis zum 22. September an bis zu fünf Millionen Haustüren klopfen möchte. Sein Ziel: Die Bürger über den Wahltermin informieren. Einen möglichen Gesprächsaufhänger soll dabei der seit dem 1. August bestehende Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz bilden. Über die Online-Organisationsplattform werden Mitglieder und Unterstützer zur Beteiligung aufgerufen: &#8220;Registrier Dich auf <a href="https://mitmachen.spd.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mitmachen.spd.de</a>, schließ Dich dem Team in Deiner Nachbarschaft an und komme mit uns von Tür zu Tür.&#8221;<br />
Auch die Grünen setzen im Wahlkampf 2013 erneut auf den Haustürenwahlkampf. Sie sammelten bereits im Berliner Wahlkampf 2011 erste Erfahrungen mit der amerikanischen Wahlkampftaktik. Ihr Fazit: &#8220;Canvassing ist ein super Mittel, effizient viele Leute persönlich zu sprechen. (&#8230;) Gekoppelt mit einer zusätzlichen Präsenz im Kiez, ergibt sich ein enormer Wiedererkennungswert&#8221;, so <a href="http://gruene-berlin.de/canvassing-eine-neue-wahlkampfstrategie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Silke Gebel</a>. Damit der Gang von Tür zu Tür auch 2013 glatt läuft, produzierte die Partei sogar einige <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Gdot5cvx5uk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Videos</a> mit Tipps und Tricks. Besonders geeignet sind demnach Besuche in Zweiergrüppchen zur Feierabendzeit.<br />
So vielversprechend die Inspiration aus Übersee auch sein mag, eins zu eins übertragbar ist sie dennoch nie. Kulturelle Eigenarten oder Wahlsysteme können den Erfolg von amerikanischen Wahlkampftaktiken in Deutschland extrem einschränken. Für Viele bilden die eigenen vier Wände einen Rückzugsort, an dem Fremde keinen Zutritt haben. So mag es also gut sein, dass die Wahlkämpfer vor verschlossener Tür stehen bleiben. Laut einer <a href="http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE96R00520130728" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Emnid-Umfrage</a> aus dem Juli 2013 wollen zwei Drittel der Deutschen ihre Tür gar nicht erst öffnen, wenn Wahlwerber klingeln. Zu schlecht sind möglicherweise die Erfahrungen mit Hausbesuchen von Anhängern religiöser Sekten, die sich der Taktik der Hausbesuche ebenfalls bedienen.<br />
Doch die Statistik lässt die Parteien nicht zurückschrecken. Sie setzen im Wahlkampf auf die 30% der Bürger, die geneigt sind, ihre Tür zu öffnen. Der Hausbesuch ist für viele Deutsche schließlich der erste Kontakt mit einem Kandidaten überhaupt &#8211; ein perfektes Szenario um gerade unentschlossene Wähler zu erreichen. Und wenn es mit dem Türklingeln dann doch nicht klappen mag, hat Obama uns zum Glück noch zahlreiche weitere Wege für einen direkten Austausch mit den Wählern gezeigt. Das das Konzept <a href="http://blog.sfgate.com/nov05election/2011/06/15/obama-2012-campaign-raffles-off-dinner-with-the-president/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Dinner with Obama&#8221;</a> erfreut sich beispielsweise einer deutschen Adaption: Steffi Lemke umgeht die verschlossenen Türen und lässt sich zu <a href="http://steffi-lemke.de/?p=8775" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wohnzimmergesprächen</a> von interessierten Wählern gleich einladen.<br />
<em>Nina Keim bloggt unter anderem auf <a href="http://www.amerikawaehlt.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Amerika Wählt</a> über Wahlkämpfe in den USA.</em><br />
Hier finden Sie Teil 1 unserer Kolumnenreihe &#8220;Wahlspots&#8221;:<a href="http://politik-digital.de/vom-wahltermin-zur-politikverdrossenheit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> &#8220;Vom Wahltermin zur Politikverdrossenheit?&#8221;</a><br />
Bilder: m.p.3. via flickr, Rainer Sturm via pixelio.de<br />
<!--[if gte mso 9]&gt;--></p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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