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	<title>Heidemarie Wieczorek-Zeul &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Heidemarie Wieczorek-Zeul &#8211; politik-digital</title>
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		<title>&#8220;Wir stärken Fraueninitiativen, die ihre Rechte einklagen&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Mar 2008 09:35:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am Montag, 10. März 2008, war die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Sie sprach über Armutsbekämpfung, die Zusammenarbeit mit China und ihre Position zur Linkspartei.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Montag, 10. März 2008, war die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Sie sprach über Armutsbekämpfung, die Zusammenarbeit mit China und ihre Position zur Linkspartei.<br />
<!--break--></p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Herzlich willkommen im tagesschau-Chat. Heute ist Heidemarie Wieczorek-Zeul, SPD, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zu uns ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Sie hat heuteden entwicklungspolitischen Aktionsplan für Menschenrechte 2008 bis 2010 vorgestellt. Liebe User, nutzen Sie die Gelegenheit, Frau Wieczorek-Zeul ihre Fragen zu stellen. Herzlich willkommen Frau Wieczorek-Zeul. Können wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Ja, gern!
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div style="text-align: center">
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wp-content/uploads/hwieczorekzeul300x.jpg" alt="Heidemarie Wieczorek-Zeul" title="Heidemarie Wieczorek-Zeul" height="317" width="243" />
</div>
<div style="text-align: center">
<i>Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD),</i>
</div>
<div style="text-align: center">
<i>Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung </i>
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderatorin: </b>Vorneweg: Was ist ein nationaler Aktionsplan für Menschenrechte?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Unser Plan versucht, in die Ziele der Entwicklungszusammenarbeit, die Armutsbekämpfung, die Initiativen gegen Klimawandel, die Menschenrechtssituation, die Stärkung der Menschenrechte einzubeziehen. Ein Beispiel: Wir unterstützen den Aufbau des afrikanischen Menschengerichtshofes. Wir unterstützen Frauen, deren Rechte entweder negiert werden oder die Opfer von Gewalt werden. Und wir stärken Fraueninitiativen, die ihre Rechte einklagen.
</p>
<p>
<b>derhund: </b>Warum gibt es ein eigenständiges &quot;Entwicklungshilfe&quot;-Ministerium. Könnten die Aufgaben nicht besser vom Auswärtigen Amt (AA) übernommen werden?<br />
Immerhin verfügt das AA über entsprechende Infrastruktur in 228 Auslandsvertretungen.
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Das Entwicklungsministerium ist zusammen mit dem britischen Entwicklungsministerium eigenständig. Darum werden wir beneidet, weil wir die langfristigen Perspektiven zur Aufgabe haben und nicht das Agieren nach reinen außenpolitischen Gesichtspunkten. Und außerdem ist Entwicklungszusammenarbeit auch, wie wir am<br />
Beispiel des Menschenrechtsaktionsplans sehen, ein Teil innergesellschaftlicher Entwicklung in den Entwicklungsländern. Das ist natürlich ein deutlicher Unterschied zur Außenpolitik.
</p>
<p>
<b>Julian: </b>Wie gut stehen die Chancen, die Entwicklungshilfe in absehbarer Zeit auf 0,7 Prozent aufzustocken? Das wurde ja bereits im Jahr 2000 versprochen.
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> Das Versprechen 0,7 Prozent stammt sogar aus den siebziger Jahren. Aber unsere Vorväter haben leider vergessen, ein Zeitziel, einen Jahresplan mit anzugeben. Als ich als Ministerin angefangen habe, waren wir bei 0,26 Prozent im Jahr 1998 und wir haben im Jahr 2005 mit allen EU-Staaten einen Zeitplan entwickelt, der bedeutet: bis 2010 0,51 Prozent und bis 2015 0,7 Prozent.
</p>
<p>
<b>Gast:</b> Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit der verschiedenen staatlichen Institutionen (Bundesländer, Kommunen)?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Ich finde das ganz erfreulich. Es gibt sehr viele Kommunen, die sich engagieren. Das haben wir am Beispiel Tsunami-Hilfe gesehen. Die Bundesländer haben einen Schwerpunkt auch bei der Kooperation mit Entwicklungsländern. Wichtig ist, dass wir uns alle in die gleiche Richtung im Sinne der Milleniumsentwicklungsziele engagieren.
</p>
<p>
<b>Weniger Partnerländer, konzentriertere Hilfe</b>
</p>
<p>
<b>easterly:</b> Warum wird nach dem Auswahlprozess von 1998 nun erneut die Anzahl der &quot;Partnerländer&quot; reduziert? Nach welchen Kriterien erfolgt diese Konzentration der Entwicklungshilfe und wer ist am Entscheidungsprozess beteiligt?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Als ich 1998 angefangen habe, waren wir bei 119 Entwicklungsländern. Das war ein bisschen nach dem Gießkannenprinzip. Dann haben wir das in<br />
der ersten Legislaturperiode auf 70 Länder reduziert und haben uns in der Koalitionsvereinbarung 2005 zusammen mit der CDU/CSU geeinigt, auf 60 Länder zu reduzieren. Die Gründe sind: Wir können einfach in den Partnerländern eine bessere Arbeitsteilung mit anderen machen. Wir können besondere Schwerpunkte setzen. Die Kriterien sind: Was können wir dazu<br />
beitragen, Millenniumsentwicklungsziele zu erreichen? Was können wir ganz besonders gut in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit? Wie verantwortlich ist die Regierungsführung des Partnerlandes? Und natürlich gibt es auch gewachsene politische Bindungen. Ein Land wie Namibia etwa ist natürlich auf Grund seiner Geschichte ein Land, in dem wir mit Entwicklungspolitik besonders präsent sind.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Das war die beliebteste Frage aus der Vor-Chat-Phase. Hier kommt die zweite:
</p>
<p>
<b>Spenser:</b> Wie sehen Sie die Zukunft der Entwicklungshilfe in der DR Kongo, gerade vor dem Hintergrund des chinesischen Engagements?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Ich finde, am wichtigsten ist, dass wir der Regierung helfen, bei dem Abbau von Rohstoffen neue Verträge zu schließen und Transparenz zu<br />
verwirklichen. Das heißt: Deutlich zu machen, welche Leistungen die Firmen erbringen, die in der Demokratischen Republik Kongo tätig sind und Transparenz zu bewirken, wie die Zahlungen dieser Firmen im nationalen Haushalt verwandt werden. Das bedeutet die Förderung der so genannten Transparenzinitiative, die Peter Eigen initiiert hat und die wir unterstützen. Gleichzeitig geht es mir aber auch darum, alles zu tun, damit der Gewalt gegen Frauen im Osten des Kongo endlich ein Ende gesetzt wird. Viele der militärischen Gruppen dort setzen in ihren Auseinandersetzungen die Vergewaltigung von Frauen als &quot;Waffe&quot; ein. Das sind Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die vor dem internationalen Strafgerichtshof geahndet werden müssen.
</p>
<p>
<b>Nutzer: </b>Wie kann die Entwicklungszusammenarbeit Krieg und Gewalt vorbeugen?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Einmal indem Armut bekämpft wird. Indem alle Kinder &#8211; auch die Mädchen &#8211; die Chance haben, in die Schule zu gehen, indem die Beteiligung der<br />
Bevölkerung gestärkt wird. Und indem Konflikte &#8211; zum Beispiel um Wasser, um Zugang zu Land &#8211; präventiv gelöst werden. Wir unterstützen zum Beispiel die so genannte<br />
Nilbecken-Initiative, bei der die Nil-Anrainer-Länder mittlerweile so kooperieren, wie das für die Rheinanlieger selbstverständlich ist. Wir setzen uns auch für eine<br />
friedenspolitische Trendwende ein: Zwanzig US-Dollar pro Kopf der Bevölkerung pro Jahr würden ausreichen, alle Millenniumsentwicklungsziele zu erreichen. Und heute schon werden<br />
weltweit 187 US-Dollar pro Kopf der Bevölkerung für Rüstung ausgegeben. Hier muss umgewichtet werden.
</p>
<p>
<b>Chris:</b> Mikrokredite und Grundeinkommen als Bestandteil der Armutsbekämpfung (siehe Bangladesh, Namibia) &#8211; wie stehen Sie dazu?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Sehr positiv. Unser Ministerium fördert diese Mikrokreditinitiativen in vielen Ländern, so dass wir damit etwa fünfzig Millionen Menschen<br />
erreichen. Mikrokredite sind vor allem wirkungsvoll, um Frauen wirtschaftliche Eigenständigkeit zu ermöglichen. Übrigens gibt es mittlerweile nicht nur dass Mikrokreditsystem, sondern auch Mikroversicherungen, die auf dem gleichen Prinzip beruhen.
</p>
<p>
<b>Bildungshilfe und Entschuldung </b>
</p>
<p>
<b>Christian: </b>Warum hat die Bildungshilfe einen so niedrigen Stellenwert?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Die Unterstützung für den Zugang zu Bildung hat einen absolut hohen Stellenwert. Zum Beispiel sind durch die Entschuldung der ärmsten<br />
Entwicklungsländer heute zwanzig Millionen Kinder mehr in der Schule. Das sind hervorragende Ergebnisse. Wir unterstützen die Weltbank bei der so genannten &quot;Fast-Track-Initiative&quot; und wir steigern die Mittel auch in der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit für Bildung. Bildung ist zusammen mit dem Kondom auch der wichtigste Schutz gegen HIV/AIDS und andere Krankheiten.
</p>
<p>
<b>Wuschel: </b>Wie lassen sich deutsche Entwicklungshilfe und Waffenlieferungen bzw. Know-how- Lieferungen in Krisenregionen durch deutsche Unternehmen vereinbaren?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Die Grundsätze für den Export von Waffen und Rüstungsgütern sind absolut restriktiv. Ich engagiere mich immer dafür, dass es keine Genehmigung von Waffenlieferungen an ärmste Entwicklungsländer gibt. Sie sollen die knappen Finanzmittel zur Bekämpfung der Armut einsetzen. Es gibt aber mittlerweile eine Reihe von Schwellenländern, zum Beispiel Indien, die eine derart restriktive Rüstungsexportpolitik als diskriminierend betrachten. Ich teile diese Position nicht. Aber ich muss immer darum ringen, dass restriktiv gehandelt wird und vor allem dem Kleinwaffentransfer ein Ende gesetzt wird.
</p>
<p>
<b>&quot;strategische Partnerschaft&quot; mit China </b>
</p>
<p>
<b>Moderatorin: </b>Und eine weitere Frage, die die User vielfach stellen:
</p>
<p>
<b>Perle: </b>Warum bekommt China Entwicklungshilfe?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> China erhält keine Entwicklungshilfe. Wir haben eine strategische Partnerschaft &#8211; das gilt für die Bundesregierung insgesamt &#8211; mit China, in der wir versuchen, Einfluss auf die Investitionstätigkeit Chinas &#8211; zumal in Afrika &#8211; zu nehmen. Wir haben den Rechtsstaatsdialog mit China, in dem wir versuchen, die Menschenrechte in China zu fördern, zum Beispiel im Arbeitsrecht und bei der Beendigung von Zwangsarbeit. Und wir arbeiten mit China zusammen, um dem Klimawandel entgegen zu<br />
wirken, zum Beispiel durch die Förderung Erneuerbarer Energie und durch stärkere Energieeffizienz. In China geht pro Woche etwa ein Kohlekraftwerk ans Netz. Wir haben also ein Eigeninteresse daran, dass China einen sinnvollen Energiepfad einschlägt. Sonst geht auch uns die Luft aus. Deutsche Unternehmen sind in diesen Bereichen sehr gut auf dem Markt positioniert. Unser Ministerium heißt im Übrigen &quot;Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung&quot;. Entwicklungszusammenarbeit ist längst nicht mehr das Bohren von Brunnen oder der Bau von Infrastruktur, sondern Beratung, Beeinflussung von Prozessen und Hilfe bei der demokratischen Entwicklung. Deshalb führt für mich an der Zusammenarbeit mit China kein Weg vorbei.
</p>
<p>
<b>mjiokjoijoijoi: </b>Welche positiven Rückkopplungseffekte auf Deutschland primär wirtschaftlicher Natur sehen Sie bei der Entwicklungshilfe?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> Das Entwicklungsministerium ist kein Ministerium zum Wirtschaftsexport. Das ist das Wirtschaftsministerium. Aber: Deutsche Unternehmen haben<br />
ein hohes Interesse daran, in den Entwicklungsländern rechtsstaatliche Rahmenbedingungen und funktionierende Märkte zu finden. Deshalb kann man sagen, dass gerechtere Verhältnisse in der Welt und bessere Lebensbedingungen auch für Deutschland von hoher Bedeutung sind.
</p>
<p>
<b>Wuschel: </b>Ist der Schuldenerlass für Länder der Dritten Welt nicht die eigentliche Entwicklungshilfe und warum ist dies nicht vorrangiges Ziel?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul</b>: Das ist interessant, denn normalerweise kriegen wir dies als Vorwurf. Wir haben einen großen Schuldenerlass für die ärmsten Entwicklungsländer schrittweise verwirklicht, der insgesamt 125 Milliarden Dollar ausmacht und der in den Entwicklungsländern Freiräume geschaffen hat, so dass Bildung und Gesundheit in den<br />
Haushalten viel besser ausgebaut werden konnten. Deshalb werden wir auch Entschuldung fortsetzen. Wir haben dabei auch ganz innovative Instrumente entwickelt. Ein Beispiel: Die &quot;Debt2Health&quot;-Initiative. Dabei erlassen wir Entwicklungsländern Schulden. Im Austausch dazu bringen sie die freiwerdenden Mittel in den globalen Fonds zur<br />
Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose ein.
</p>
<p>
<b>schneeweissjo: </b>Warum ist Entwicklungshilfe nie Wahlkampfthema?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>In Großbritannien hat zum Beispiel Gordon Brown seinen Wahlkampf mit der Forderung gemacht, weltweit allen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Es ist mein Traum, dass es auch in Deutschland einen so positiven Wettbewerb um die besten entwicklungspolitischen Ziele zwischen den Parteien gibt und der Wettbewerb um die Frage geht: Wie die Millenniumsentwicklungsziele am besten und am schnellsten erreicht werden können?
</p>
<p>
<b>&quot;unterstütze die Position von Kurt Beck&quot; </b>
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Neben dem Interesse an der deutschen Entwicklungshilfepolitik stellen die User auch die Frage, was Sie zur Lage der SPD zu sagen haben. Zum Beispiel:
</p>
<p>
<b>Azrael</b>: Wie erleben Sie den Richtungsstreit in der SPD? Wie positionieren Sie sich?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> Ich unterstütze die Position von Kurt Beck, der mit seiner Initiative den Ländern die Frage der Kooperation mit der so genannten Linkspartei offen lassen will. Das gilt aus meiner Sicht aber nur auf Landesebene und auch nur, wenn andere Kooperationen nicht möglich sind. Wir müssen uns stärker mit der Frage beschäftigen, was ein Fünf-Parteien-Landesparlament an Möglichkeiten bedeutet. Es kann jedenfalls doch nicht die Schlussfolgerung sein, dass dann jedes Mal Große Koalitionen entstehen &#8211; so sehr ich auf Bundesebene daran arbeite, in dieser Großen Koalition Fortschritte für Deutschland aber auch weltweit zu bewirken.
</p>
<p>
<b>pixies: </b>Sollte Frau Ypsilanti sich doch zur Wahl stellen, wie sehen Sie die Situation in Hessen?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Ich habe Frau Ypsilanti niemals öffentliche Ratschläge gegeben. Das unterscheidet mich vielleicht auch von dem ein oder anderen männlichen Kollegen. Ich habe großen Respekt vor ihrer Leistung und sie hat selbst entschieden, dass sie sich am 5. April nicht zur Wahl als Ministerpräsidentin stellen wird.
</p>
<p>
<b>Moderatorin: </b>Hat die SPD ein Männer-Problem?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Also ich bin ganz sicher, dass Frauen, die Führungsfunktionen an der Spitze von Regierungen übernehmen wollen, immer schärfer bewertet werden als Männer. Was bei Männern als Durchsetzungsfähigkeit bewertet wird, wird bei Frauen allzu leicht als ungezügelter Ehrgeiz bewertet.
</p>
<p>
<b>El-Jefe: </b>Könnten Sie es sich vorstellen, SPD-Parteivorsitzende zu werden?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Das habe ich hinter mir. Ich habe mich ja einmal einem Mitgliederentscheid (im Jahr 1993) gestellt und habe dabei auch gezeigt, dass ich der Meinung bin, dass Frauen auch notfalls streitig Funktionen anstreben sollten. Aber Kurt Beck, finde ich, hat eine ganz wichtige Arbeit als Parteivorsitzender zu leisten. Denn er hat meiner Meinung nach die SPD wieder mit vielen Menschen versöhnt, die sich von ihr abgewandt hatten. Ohne den Hamburger Parteitag der SPD wäre unsere Ausgangssituation in<br />
Hessen bei der Landtagswahl nicht so gut gewesen, wie sie es war.
</p>
<p>
<b>peter: </b>Wo sehen Sie die Unterschiede in der Entwicklungspolitik zur Linkspartei?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> Es gibt sicher eine Reihe von gemeinsamen Überzeugungen. Zum Beispiel bei der Verpflichtung der Millenniumsentwicklungsziele. Deutliche<br />
Unterschiede gibt es bei der Frage, ob es auch Situationen geben kann, bei denen die internationale Gemeinschaft die Pflicht zur „Responsibility to Protect&quot; hat (Kofi Annan). Das heißt, notfalls auch Menschen zum Beispiel in Darfur durch den Einsatz von Militär zu schützen. Da streite ich mit der Linkspartei, denn als Entwicklungsministerin habe ich gelernt: Es gibt Situationen, bei denen man Gewaltgruppen, notfalls auch militärisch, in den Arm fallen muss. Sonst hätte Sierra Leone heute keine demokratisch gewählte Regierung sondern ein Gewaltregime, das sich über die Diamanteneinkünfte immer wieder fortsetzen würde.
</p>
<p>
<b>Moderatorin: </b>Während des Chats haben wir eine Umfrage unter den Chat-Teilnehmern durchgeführt: Sollte Deutschland die Entwicklungshilfe für China stoppen? 70 Prozent<br />
haben ja gesagt, 30 Prozent nein. Was sagen Sie dazu?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> Ehrlich gesagt bin ich der Meinung, dass man bei Umfragen ein bisschen auch die Ausgangssituation von Informationen verbreitern müsste. Im<br />
Übrigen geht es bei China &#8211; wie ich Ihnen erklärt habe &#8211; nicht um Entwicklungshilfe. Deshalb ist die Fragestellung geeignet, bewusst Missverständnisse zu produzieren.
</p>
<p>
<b>Moderatorin: </b>Eine Stunde tagesschau-Chat sind vorbei. Dankeschön an unsere User für die vielen Fragen, die wir leider nicht alle stellen konnten. Frau Wieczorek-Zeul,<br />
möchten Sie noch ein Schlusswort an die User richten?
</p>
<p>
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Bleiben Sie dem Thema Entwicklungszusammenarbeit gewogen. Es ist die Politik, die weltweit am ehesten Frieden und Gerechtigkeit bewirken kann.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Vielen Dank für Ihr Interesse und vielen Dank an Frau Wieczorek-Zeul. Das Protokoll des Chats ist in Kürze zum Nachlesen auf den Seiten von tagesschau.de und<br />
politik-digital.de zu finden. Das tagesschau-Chat-Team wünscht noch einen schönen Abend!
</p>
<p>
<i>Den Chat moderierte Anja Mößner, tagesschau.de</i></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;EU-Militäreinsatz im Kongo als politisches Signal&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quoteumilitaereinsatz_im_kongo_als_politisches_signalquot-154/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jbergmeister]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Mar 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Heidemarie Wieczorek-Zeul]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeswehreinsatz]]></category>
		<category><![CDATA[Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b>Am Mittwoch, den 8. März 2006, war 
Heidemarie Wieczorek-Zeul</b><b><span style="font-size: x-small">,</span></b><b> 
Bundesministerin für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit 
(SPD)</b><b>, zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in 
Kooperation mit politik-digital.de.</span> Sie beantwortete Fragen 
zur aktuellen Diskussion über einen EU-Militäreinsatz 
im Kongo und der Schwierigkeit, in Zeiten terrorristischer Bedrohungen, 
Entwicklungspolitik zu betreiben.</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b>Am Mittwoch, den 8. März 2006, war<br />
Heidemarie Wieczorek-Zeul</b><b><span style="font-size: x-small">,</span></b><b><br />
Bundesministerin für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit<br />
(SPD)</b><b>, zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in<br />
Kooperation mit politik-digital.de.</span> Sie beantwortete Fragen<br />
zur aktuellen Diskussion über einen EU-Militäreinsatz<br />
im Kongo und der Schwierigkeit, in Zeiten terrorristischer Bedrohungen,<br />
Entwicklungspolitik zu betreiben.</b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<span class="fett"><span class="fett"><span class="fett"><b>Moderator</b></span></span></span>:<br />
Herzlich Willkommen zum tagesschau-Chat aus dem ARD-Hauptstadtstudio.<br />
Heute diskutiert mit Ihnen Heidemarie Wieczorek-Zeul, Ministerin<br />
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Vielen<br />
Dank, Frau Ministerin, dass Sie Zeit für den Chat haben. Ihre<br />
Fragen können Sie jederzeit stellen, nichts geht verloren,<br />
alles kommt in den großen Fragentopf. Beginnen wir damit:
</p>
<p class="normal">
<b>Klapauzius:</b> Ist es richtig, dass<br />
viele gegenwärtige Probleme in Afrika auf die Kolonisation<br />
durch die Europäer und ihre schonungslose Ausbeutung wie auch<br />
willkürlichen Handlungen gegenüber der afrikanischen Kultur<br />
zurückzuführen sind?
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> Ein<br />
großer Teil der Probleme Afrikas hängt sicher mit der<br />
kolonialen Vergangenheit zusammen, z.B. die Fixierung auf Rohstoffausbeutung.<br />
Aber es gibt natürlich auch die Eigenverantwortung der afrikanischen<br />
Völker selbst.
</p>
<p class="normal">
<b>herbert</b>: Ich frage mich, wie aktiv<br />
die EU in politischen Fragen im Kongo eingreift oder ob sie lediglich<br />
passiv als Schützer der kommenden Parlamentswahl fungieren<br />
soll. Vielen Dank.
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> Ich<br />
plädiere dafür, dass sich möglichst viele Mitgliedstaaten<br />
der EU an einem Kontingent beteiligen, das zum Schutz der Wahlen<br />
im Kongo sein sollte. Diesen Schutz der Wahlen halte ich für<br />
zentral, damit der Friedensprozess voran kommt und die Gewalt ein<br />
Ende findet. Denn in den Auseinandersetzungen der letzten Jahre<br />
sind dort drei Millionen Menschen gestorben. Deshalb gibt es auch<br />
die europäische Verantwortung, zu helfen.
</p>
<p class="normal">
<b>QN_Eisenmann:</b> Warum tragen Frankreich<br />
und Deutschland bei einem eventuellen Kongo-Einsatz die Hauptrolle?<br />
Deutschland entsendet genauso wie Frankreich jeweils ca. 400 Soldaten.<br />
Warum können nicht die anderen europäischen Staaten ihren<br />
Beitrag zu einem Kongo-Einsatz beisteuern? Liegt es an der Tatsache,<br />
dass Deutschland und Frankreich der &#8216;EU-Motor&#8217; sind?
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> Das<br />
Ziel soll ja auch sein, möglichst viele EU-Staaten zu beteiligen.<br />
Daher ist die Entscheidung noch nicht endgültig getroffen.<br />
Aber die größeren Länder haben natürlich auch<br />
die größere Verantwortung.
</p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Nachfrage zum Schutz<br />
der Wahlen:
</p>
<p class="normal">
<b>Georg: </b>Schutz ist aber immer ein<br />
relativer Begriff. Erinnern wir uns an Ruanda oder Somalia! Wie<br />
weit kann und darf dieser Schutz gehen?
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> Mit<br />
dem Kontingent von geplant 1500 europäischen Soldaten ist ein<br />
politisches Signal verbunden. Und zwar das Signal, dass wir wollen,<br />
dass die Wahlen tatsächlich stattfinden und sie auch den Friedensprozess<br />
voranbringen. Es geht nicht um einen Kampfeinsatz, denn in der schwierigsten<br />
Region &#8211; dem Osten des Kongo &#8211; ist bereits eine sehr große<br />
Zahl von UN-Friedenstruppen vorhanden, die so genannten MUNUC. Insgesamt<br />
befinden sich 16.500 Soldaten im Kongo. Es geht also um das politische<br />
Signal.
</p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> &quot;Was sollen deutsche<br />
Soldaten im Kongo?&quot; &quot;Was haben wir da verloren?&quot;<br />
&quot;Die Hölle Kongo muss nicht auch noch sein!&quot; &#8211; so<br />
texten die Kommentatoren einiger Zeitungen heute. Haben Sie mit<br />
Ihrer Position hier einen schweren Stand?
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Mancher<br />
macht natürlich auch Berichterstattung mit dem Fernstecher.<br />
Ich selbst war im Kongo. Die Situation ist so, dass die Menschen<br />
aus der Zivilgesellschaft, mit denen ich gesprochen habe, sagen:<br />
&quot;Wir wollen, dass die Wahlen stattfinden und wir wollen denen<br />
auch das Handwerk legen, die in dieser Region Gewalt ausüben&quot;.<br />
Wenn wir dazu beitragen können, dass wir in dieser Region,<br />
die größer ist als ganz Europa &#8211; der Region der großen<br />
Seen &#8211; einen Prozess des Friedens voranbringen, dann hätten<br />
wir in der Region so etwas ähnliches bewirkt, wie es der Prozess<br />
für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa erreicht hat. Afrika<br />
ist unser Nachbarkontinent und alle Probleme, die in der Welt stattfinden,<br />
können auch uns erreichen. Daher gibt es aus meiner Sicht eine<br />
humanitäre und auch eine sicherheitspolitische Begründung.
</p>
<p class="normal">
<b>M:</b> Wurde denn überhaupt daran<br />
gedacht, was nach den vier Monaten Bundeswehreinsatz kommt? Oder<br />
wird das wieder ein Abenteuer ohne Ende wie auf dem Balkan?
</p>
<p class="normal">
<b>samir: </b>Wie lange sollte denn ihrer<br />
Meinung nach eine EU-Truppe intervenieren? Geht es ihnen um die<br />
Absicherung der anstehenden Wahlen oder wird ein längerfristiger<br />
Einsatz angestrebt?
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> Es geht<br />
darum, die Bedingungen für den Einsatz des Kontingentes festzulegen.<br />
Die Bedingungen &#8211; die ich auch teile &#8211; sind Stationierungen in der<br />
Hauptstadt Kinshasa und im Umland. Zeitlich befristet. Möglicherweise<br />
ein Zeitraum von vier Monaten und möglichst breite Beteiligung<br />
von Europa. Nach den Wahlen wird es vor allem darauf ankommen, dass<br />
die Wirtschaft voran kommt und dass vor allem die Nutzung der Ressourcen<br />
im Kongo für die Bekämpfung der Armut eingesetzt und der<br />
Ausplünderung der Ressourcen entgegengearbeitet wird.
</p>
<p class="normal">
<b>SaiSai:</b> Ich frage mich, ob das<br />
politische Signal nicht auch falsch verstanden werden kann, gerade<br />
von der lokalen Bevölkerung. Die Wurzeln der Konflikte liegen<br />
oft in der Kolonialvergangenheit. Kann da eine &quot;Einmischung&quot;<br />
durch Nationalstaaten &#8211; und nicht die UNO &#8211; nicht falsch verstanden<br />
werden?
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> Wenn<br />
es ein solches Kontingent gäbe, kann das nur mit einem UN-Auftrag<br />
versehen werden.
</p>
<p class="normal">
<b>Maiglöckchen:</b> Wozu sollen<br />
Wahlen im tribalistischen Kongo führen? Durch eine aufgesetzte<br />
Demokratie werden doch keine Probleme gelöst.
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Manchmal<br />
hat man den Eindruck, dass wir den anderen erzählen sollen,<br />
was sie machen sollen. Die Menschen, mit denen ich im Kongo gesprochen<br />
habe &#8211; auch im Osten des Kongo &#8211; sagen: &quot;Wir wollen mit den<br />
Wahlen dazu beitragen, dass die, die Gewalt anwenden, sanktioniert<br />
werden, mit unserer Stimme&quot;. Das ist einer der Gründe,<br />
warum ich in dieser Frage so eine entschlossene Position habe.
</p>
<p class="normal">
<b>bndagent_koeln:</b> Sollte sich nicht<br />
Belgien viel mehr im Kongo engagieren? Schließlich ist Belgien<br />
als ehemalige Kolonialmacht doch für den Schlamassel mitverantwortlich.
</p>
<p class="normal">
<b>Fleischer:</b> Welche Staaten waren<br />
denn im Besitz von Kolonien im momentanen Kongo gebiet? Sollte es<br />
nicht zu deren Aufgaben gehören das angerichtete Unheil wieder<br />
auszubaden?
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> Das<br />
teile ich überhaupt nicht. Es ist gerade so, dass Deutschland,<br />
gerade weil es nicht ehemalige Kolonialmacht in dem Gebiet ist,<br />
eher geeignet ist, sich zu engagieren. Wenn wir eine gemeinsame<br />
Außen- und Sicherheitspolitik der EU wollen, können wir<br />
doch nicht sagen, dass sollen die ehemaligen Kolonialmächte<br />
machen.
</p>
<p class="normal">
<b>barita:</b> Wie soll in Zukunft die<br />
Zusammenarbeit zwischen Entwicklungszusammenarbeit und Militär<br />
aussehen?
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Eine<br />
wirklich zentrale Frage: Auf keinen Fall darf Entwicklungszusammenarbeit<br />
militärischen Belangen untergeordnet werden. Aber eines ist<br />
auch klar: Ohne Frieden gelingt Entwicklung nicht. Und es braucht<br />
auch auf Dauer Entwicklung, damit der Frieden gelingt. Das heißt,<br />
bezogen auch auf den Kongo und viele andere sogenannte &quot;failing<br />
states&quot; &#8211; oder möglicherweise &quot;failed states&quot;<br />
&#8211; zu erreichen, dass die staatlichen Strukturen wieder aufgebaut<br />
werden und dazu beitragen, dass Rebellengruppen entwaffnet werden<br />
und dass Zukunftsperspektiven bei Bildung, Gesundheit und in der<br />
Wirtschaft für die Menschen existieren. Beide Bereiche, Entwicklungspolitik<br />
und Sicherheitspolitik und militärische Aktionen, finden unter<br />
der jeweils eigenen Verantwortung statt. Das zeigen wir ja auch<br />
bezogen auf ein Land wie Afghanistan.
</p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Sie waren auch bereits<br />
vor 2001 Entwicklungsministerin. Die Anschläge vom 11.September<br />
und die Krise in Irak haben die Welt verändert. Ist Entwicklungspolitik<br />
heute schwieriger?
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> Insgesamt<br />
würde ich sagen, dass Entwicklungspolitik generell nicht nur<br />
seit 2001 schwieriger ist, weil wir diese Tendenz &#8211; die ich vorhin<br />
schon angesprochen habe &#8211; zu &quot;failing state&quot; sehr stark<br />
haben. Und damit auch das Vorherrschen von Bürgerkriegs-Auseinandersetzungen<br />
innerhalb von Staaten. Darauf muss sich Entwicklungspolitik einstellen.<br />
Aber insgesamt gilt auch, dass dem Terrorismus nicht auf Dauer durch<br />
Krieg der Boden entzogen wird, sondern dass wir den Nährboden<br />
für Terrorismus in Form von Armut, von Ohnmacht, austrocknen<br />
müssen. Dasa heißt auch, Schwerpunkt in Bezug auf die<br />
Bekämpfung von Armut, in Bezug auf gerechte Gestaltung der<br />
Globalisierung und das heißt auch, die zahlenmäßigen<br />
Gewichte zu verschieben. Weltweit werden wieder eine Billion US-Dollar<br />
für Rüstung ausgegeben, davon die Hälfte Rüstungshaushalt<br />
der USA und nur 78 Milliarden US-Dollar für Entwicklungszusammenarbeit.<br />
Hier müssen die Gewichte verschoben werden.
</p>
<p class="normal">
<b>hugo: </b>Müsste Europa in der<br />
Entwicklungspolitik nicht verstärkt auf Bildung setzen (z.B.<br />
Entsendung von Lehrern, Gründung von Schulen/Hochschulen etc.),<br />
um religiösen Fanatismus einzudämmen und die Ideen einer<br />
aufgeklärten Gesellschaft zu verbreiten?
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Sie<br />
haben absolut Recht. Weil wir sehr lange über den Kongo gesprochen<br />
haben, haben wir nicht über die Schwerpunkte von Entwicklungszusammenarbeit<br />
gesprochen. Sie haben völlig Recht, öffentliche Schulen<br />
statt Koranschulen, Erziehen zu Dialog und Verständigung, das<br />
fördern wir &#8211; zumal in vielen islamisch geprägten Ländern.<br />
Ein Erfolg durch den Schuldenerlass für ärmste, hochverschuldete<br />
Entwicklungsländer und die Verbindung mit der Bekämpfung<br />
von Armut hat dazu geführt, dass z.B. ein Land wie Tansania<br />
heute statt 800.000 Schüler und Schülerinnen, seine Zahl<br />
auf 1,6 Millionen verdoppelt hat.
</p>
<p class="normal">
<b>Leila:</b> Worin sehen Sie die Ursachen<br />
für die so unterschiedlichen Entwicklungen Afrikas und Asiens<br />
nach dem zweiten Weltkrieg? Beide Kontinente haben eine koloniale<br />
Vergangenheit und dienten den Industrieländern als Rohstofflieferanten.<br />
Während Asien floriert, scheitern in Afrika fast alle Demokratisierungsversuche<br />
an der Unfähigkeit der Revolutionäre, die von ihnen erkämpfte<br />
Macht nicht für eigene (Stammes-)Interessen zu missbrauchen.
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> Eines<br />
ist richtig: Afrika ist in der Globalisierung an den Rand gedrängt<br />
worden. Aber ich warne auch vor einer pauschalen Bewertung der afrikanischen<br />
Länder. Afrika ist auch Ghana, Botswana, Tansania, Südafrika<br />
&#8211; um positive Beispiele zu nennen. Aber es ist auch Simbabwe, um<br />
das schlimmste Beispiel zu nennen.<br />
Wenn man nach den Ursachen für die unterschiedlichen Entwicklungstrends<br />
fragt, sehe ich eher zwei mögliche Erklärungsansätze.<br />
Der Eine: Afrika ist nicht der große Markt &#8211; oder noch nicht<br />
&#8211; wie ihn ein Teil asiatischer Länder darstellen. Und die asiatischen<br />
Länder haben sich weniger an die früheren verfehlten Empfehlungen<br />
der internationalen Finanzinstitutionen gehalten.
</p>
<p class="normal">
<b>demos:</b> Geht nicht ein guter Teil<br />
der Entwicklungshilfe durch Korruption verloren? Was gedenken Sie<br />
dagegen zu tun?</p>
<p><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Das, was wir an Entwicklungszusammenarbeit<br />
leisten, fließt nicht in korrupte Kanäle oder Regime.<br />
Das stellen wir sicher über Kontrolle nach Projektfortschritt,<br />
aber auch durch die Stärkung der Kontrolle der Zivilgesellschaft<br />
in den betroffenen Ländern. Dazu arbeiten wir eng mit Transparency<br />
International zusammen.<br />
Ein Beispiel, wie Korruption am besten verhindert werden kann: Dazu<br />
beitragen, dass Öleinkommen in afrikanischen Ländern nach<br />
dem Muster transparent gemacht werden: &quot;publish what you pay<br />
and publish what you receive&quot;. D.h. die ölfördernden<br />
Unternehmen müssen ihre Zahlungen offen legen und die Entwicklungsländer<br />
die Verwendung der Einnahmen in ihren Haushalten offen legen.
</p>
<p class="normal">
<b>bndagent_koeln:</b> Aber in Palästina<br />
ging doch ein großer Teil der Entwicklungshilfe nicht an die<br />
Bevölkerung, sondern an korrupte Funktionäre der Fatah.<br />
Das war doch mit ein Grund dafür, dass die Hamas so stark geworden<br />
ist.
</p>
<p class="normal">
<b>Tristan: </b>Frau Wieczorek-Zeul, glauben<br />
Sie, dass sich die entwicklungspolitische &#8216;good governance&#8217; Theorie<br />
mit einer finanziellen Unterstützung der Hamas vereinbaren<br />
lässt?
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> Also<br />
zunächst mal, was wir an Entwicklungszusammenarbeit in den<br />
palästinensischen Gebieten machen, umfasst folgende Bereiche:<br />
Beschäftigungsprogramme für Jugendliche und verbesserte<br />
Wasser- und Abwasserversorgung.<br />
Wir finanzieren von unserer Seite aus die palästinensische<br />
Autonomiebehörde nicht über Budgethilfe. Die Ursachen<br />
für den Wahlerfolg sind sicher vielfältig, z.B. die Korruption<br />
im Fatah-Bereich, aber auch dass es über lange Zeit nicht gelungen<br />
ist, das Recht des palästinensischen Volkes auf einen eigenen<br />
Staat an der Seite Israels zu verwirklichen. Es bleiben die Anforderungen<br />
an die Hamas, als gewählte Regierungspartei sich in den Friedensprozess<br />
einzufügen und die Prinzipien der so genannten Road-Map zu<br />
verfolgen. Ich plädiere dafür, diesen Prozess mit Nachdruck<br />
voran zu bringen.<br />
Ob eine Isolierungsstrategie, die die US-Regierung verfolgt, wirklich<br />
den gewünschten Erfolg bringt, oder nicht erst recht eine Solidarisierung<br />
mit Hamas zur Konsequenz hat, ist die große Frage.
</p>
<p class="normal">
<b>sunshine:</b> Ich bin gerade seit einem<br />
Monat in Kenia und frage mich doch, wie man bei einer Regierung,<br />
die aufgrund ihrer korrupten Politik schon von der Bevölkerung<br />
nicht ernst genommen wird, denn sicher gehen kann dass Gelder nicht<br />
veruntreut werden. Oder geht nichts an die Regierung von der Entwicklungshilfe?
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Grundsätzlich<br />
noch einmal: Wir unterstützen nicht Regierungen, sondern Menschen<br />
in den beteiligten Ländern. Zwei Beispiele für Kenia:<br />
Wir unterstützen Grundschulbildung von Kindern und wir haben<br />
Mittel aus der Entwicklungszusammenarbeit umgewidmet, um Hilfe für<br />
die hungernde Bevölkerung in bestimmten Regionen Kenias zur<br />
Verfügung zu stellen. Wir dürfen ja nicht die Menschen<br />
für ihre schlechten Regierungen bestrafen.
</p>
<p class="normal">
<b>Kolping:</b> Ich selbst habe lange<br />
in Kenia gelebt und erlebt wie Nichtregierungsorganisationen mit<br />
gleichen Aufgaben nebeneinander herarbeiten. Sollte nicht das Bundesministerium<br />
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung koordinierend<br />
wirken, um Synergieeffekte zu nutzen?
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> Es kann<br />
natürlich nicht &#8211; wie der Name schon sagt &#8211; Aufgabe der Regierung<br />
sein, die Aufgaben von Nichtregierungsorganisationen zu koordinieren.<br />
Unabhängig davon macht es aber Sinn, dass die staatlichen Geber,<br />
die in einem Entwicklungsland tätig sind, sich mit Nichtregierungsorganisationen<br />
konzertieren, um Doppelarbeit zu vermeiden.
</p>
<p class="normal">
<b>zacharias:</b> Welche Rolle spielen<br />
Public-Private-Partnerships für Sie im Kontext der internationalen<br />
Entwicklungszusammenarbeit? Sehen sie das als Chance oder Risiko<br />
(Verlust von Kontrolle etc)?
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> Ich<br />
betrachte es als große Chance. Wir haben eine Initiative schon<br />
im Jahr 1999 gestartet, die wir Entwicklungspartnerschaft mit der<br />
Wirtschaft nennen. Derartige Entwicklungspartnerschaften mit der<br />
Wirtschaft umfassen mittlerweile rund 1.600 Projekte. Und wir mobilisieren<br />
mit dem Einsatz von einem Euro jeweils zwei Euro aus dem Bereich<br />
der privaten Wirtschaft. In der globalen Welt braucht es möglichst<br />
viele Beteiligte, um die Milleniums-Entwicklungsziele zu erreichen.
</p>
<p class="normal">
<b>ichsachrheingau&#8230;:</b> Wäre es<br />
nicht eine hübsche Idee, und außerdem viel besser für<br />
Frieden und Sicherheit, den Etat Ihres Hauses mit dem des Verteidigungsministers<br />
zu tauschen?
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul: </b>Spannende<br />
Perspektive. Aber Spaß beiseite. Wir haben uns als Bundesregierung<br />
auf einen Aktionsplan zur Steigerung der Entwicklungshilfe festgelegt.<br />
In diesem Jahr werden wir 0.33 Prozent des BNP erreichen. Im Jahr<br />
2010 0,51 und spätestens im Jahr 2015 0,7 Prozent. Dieses Ziel<br />
werden wir auch erreichen.
</p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Ministerin Wieczorek-Zeul<br />
hat einen vollen Terminplan, daher superpünktlicher Schluss<br />
heute. Das war unser tagesschau-Chat mit Entwicklungsministerin<br />
Heidemarie Wieczorek-Zeul. Vielen Dank, Frau Ministerin für<br />
diesen interessanten Chat, vielen Dank an alle Leserinnen und Leser<br />
für Ihr Interesse und die zahlreichen Fragen rund um die Entwicklungspolitik.<br />
Das Protokoll des Chats finden Sie zum Nachlesen auf tagesschau.de<br />
und politik-digital.de. Unsere nächsten Chats sind am 15. März<br />
und 21. März. Dann stellen sich Jörg van Essen, Parlamentarischer<br />
Geschäftsführer der FDP und Peter Harry Carstensen (CDU),<br />
Ministerpräsident von Schleswig-Holstein der Diskussion. Die<br />
Chats beginnen um dreizehn bzw. sechzehn Uhr. tagesschau.de und<br />
politik-digital.de wünschen Ihnen noch einen angenehmen Tag.
</p>
<p class="normal">
<b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b> Bleiben<br />
Sie der Entwicklungspolitik gewogen!</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Kein Konzept für eine Nachkriegsordnung&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[espies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 May 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/Wieczorek-Zeul.jpg" alt="Heidemarie Wieczorek-Zeul" align="left" border="0" height="116" width="85" />Heidemarie 
Wieczorek-Zeul</b><b>, Entwicklungsministerin (SPD), </b><b>ist 
am 12. Mai 2003, zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und 
politik-digital.de.</b></span> ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/Wieczorek-Zeul.jpg" alt="Heidemarie Wieczorek-Zeul" align="left" border="0" height="116" width="85" />Heidemarie<br />
Wieczorek-Zeul</b><b>, Entwicklungsministerin (SPD), </b><b>ist<br />
am 12. Mai 2003, zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und<br />
politik-digital.de.</b></span> <!--break--><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Moderator:</b> Herzlich willkommen liebe Politik-Interessierte! Heidemarie<br />
Wieczorek-Zeul, Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und<br />
Entwicklung, ist ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Für die kleine<br />
Verzögerung bitten wir um Nachsicht. Beginnen wir gleich mit der<br />
ersten User-Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Osimann:</b> Wie<br />
geht es weiter beim Aufbau im Irak? Deutschland wird doch keine Schnitte<br />
vom fetten Kuchen abbekommen, wie die CDU fordert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Es geht erst mal darum, dass im Irak humanitär geholfen wird. Da<br />
ist nach wie vor eine dramatische Situation in Krankenhäusern. Der<br />
Wiederaufbau selbst sollte ja unter der Autorität der Vereinten Nationen<br />
stattfinden, da nur sie die Legitimität dafür haben. Unter den<br />
Bedingungen der UN-Autorität und mit entsprechendem Sicherheitsratbeschluss<br />
habe ich gesagt, dass wir auch bereit sind, zu helfen. Das hat mit der<br />
Frage von Aufträgen überhaupt nichts zu tun.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Frank Stöfferle:</b><br />
Die USA halten sich nicht an multilaterale Abkommen und begehen bei ihrer<br />
Entwicklungshilfe den Pfad der außenpolitischen Doktrin: Wer für<br />
uns ist, bekommt Geld. Ärgert Sie dieser Ansatz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Es ist nicht ganz richtig, denn im Bezug auf die Entwicklungshilfe unterwerfen<br />
sie sich durchaus den international gemeinsam festgelegten Zielen. Aber<br />
andererseits handeln sie allein nach &quot;geostrategischen Gesichtspunkten&quot;<br />
&#8211; das schlägt manchmal den entwicklungspolitischen Zielsetzungen<br />
ins Gesicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hanna:</b> Sie<br />
haben erklärt, dass Sie einen Schuldenerlass für den Irak für<br />
absurd halten. Wie stehen Sie zu den Krediten, die von Saddam Hussein<br />
für Waffen und Palastbauten aufgenommen wurden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Man muss, glaube ich, zwei Sachen unterscheiden: Die eine ist, dass die<br />
internationale Gemeinschaft bei Ländern, die Diktaturen überwunden<br />
haben, neue Schuldenregelungen trifft, und das andere ist ein völliger<br />
Schuldenerlass. Der völlige Schuldenerlass ist bezogen auf ärmste<br />
hochverschuldete Entwicklungsländer, mit bestimmten Kriterien versehen,<br />
z.B. der verantwortlichen Regierungsführung und deshalb kann von<br />
allgemeinem Schuldenerlass in Bezug auf den Irak nicht geredet werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Sie haben ihre Regierungserklärung im Mai mit einem Dank an die USA<br />
für die Befreiung Deutschlands vom Regime Hitlers begonnen. Obszön<br />
haben sie im April im Bundestag genannt, dass die USA zur Finanzierung<br />
des Irak-Kriegs einen Nachtragshaushalt von 75 Milliarden Dollar brauchen.<br />
Das sei 1,5 Mal so viel wie die Entwicklungshilfe weltweit. Kann man die<br />
Kosten eines Krieges gegen Entwicklungshilfe aufrechnen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Ich habe am 8. Mai gesprochen &#8211; das ist der 58. Jahrestag von der Befreiung<br />
der Hitler-Barbarei &#8211; deshalb habe ich das zu Anfang gesagt. Was mich<br />
aber immer wieder empört ist, dass für Kriegsführung immer<br />
wieder in kürzester Zeit Milliarden von US-Dollar mobilisiert werden.<br />
z.B. die 80 Mrd. Dollar für den Irak-Krieg, dass man aber für<br />
die Bekämpfung der Armut für jeden zusätzlichen Dollar<br />
kämpfen muss.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Flötenmann:</b><br />
Haben Sie das Gefühl, die USA wollen sich im Irak auf Kosten der<br />
Entwicklungshilfe bereichern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Nein, das ist überhaupt nicht der Punkt. Ich habe nur das Verhältnis<br />
von Mitteln für Krieg und Mitteln für Entwicklungszusammenarbeit<br />
gegeneinander gestellt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Frank Stöfferle:</b><br />
Ich komme gerade aus den USA, habe dort studiert. Zahlreiche Stimmen sprechen<br />
davon, dass der Irak-Krieg auch eine Art &quot;Entwicklungshilfe&quot;<br />
war. Was sagen Sie einem solchen Menschen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Dem Menschen sage ich, wer Entwicklungshilfe leisten will, soll Entwicklungshilfe<br />
leisten und nicht Krieg führen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Voraussetzung ist aber doch die Möglichkeit dazu, sprich ein Land,<br />
das mitmacht &#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Ja, aber auch da gilt, der Auftrag des UN-Sicherheitsrats war die Vernichtung<br />
von Massenvernichtungswaffen. Die Entwaffnung des Irak wäre ohne<br />
Krieg möglich gewesen. Dahinter steht natürlich die Frage, wie<br />
kriegt man in arabischen Ländern, die keine Demokratien sind, einen<br />
Veränderungsprozess in Gang. Ich bin auch der Meinung, dass ein Entwicklungsprozess<br />
die Menschen in den Ländern aktivieren muss und aktivieren sollte.<br />
Das ist der Ansatz, den wir in arabischen Ländern auch betreiben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>BartSimpson:</b><br />
Auch wenn die USA nur beabsichtigen, den Irak zu einem Vasallenstaat umzuformen<br />
&#8211; glauben sie die Europäer können über Entwicklungshilfemaßnahmen<br />
verhindern, dass sich der Irak zum Vasallenstaat entwickelt, oder sehen<br />
sie eine solche Gefahr nicht ?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Zunächst mal muss alles getan werden, dass die irakische Bevölkerung<br />
selbst entscheiden kann. Jetzt geht es darum, den Frieden überhaupt<br />
erst herzustellen und deshalb ist der Prozess am besten auch durch die<br />
Vereinten Nationen zu begleiten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Eine in die Zukunft gerichtete Frage, sie kennen ja viele Länder<br />
und die politische Situation dort:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ernie:</b> Der<br />
Irak-Krieg als Friendensmission, um einem Land zu helfen! Wird diese Theorie<br />
auch in anderen Ländern (Nordkorea) umgesetzt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Da geht es eben um die Auseinandersetzung, um das Konzept des sogenannten<br />
Präventivschlages und unsere Position ist klar: Krieg darf nicht<br />
wieder zu einem &quot;normalen&quot; Instrument von Politik werden. Im<br />
Übrigen haben ja die USA auch selbst eine unterschiedliche Strategie<br />
gegenüber Nordkorea eingeschlagen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Frank Lohse:</b><br />
Welche Entwicklungshilfe hat denn Deutschland in den letzten Jahren im<br />
Irak geleistet?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
In den letzten Jahren nicht mehr, denn da gab es ja die Sanktionen gegen<br />
den Irak. Was wir gemacht haben, ist die Unterstützung von Nichtregierungsorganisationen<br />
in den kurdischen Gebieten, die wir unterstützt haben. Wir haben<br />
im Übrigen über das Welternährungsprogramm der Vereinten<br />
Nationen dazu beigetragen, dass die Bevölkerung während der<br />
Sanktionen mit Lebensmitteln versorgt worden ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernie:</b> Sehen<br />
sie den Irak als zukünftigen demokratischen Staat, der alle anderen<br />
Staaten ringsherum &quot;ansteckt&quot;?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Ich glaube, dass man sich da mit Prognosen sehr zurückhalten sollte.<br />
Wichtig ist, dass der Irak Unterstützung auf dem Weg der Selbstbestimmung<br />
hat und ansonsten verweise ich auf die andere Antwort: Ein wichtiges Problem<br />
in den arabischen Staaten ist, dass Frauen stärker in der Gesellschaft<br />
und der Politik beteiligt werden, denn ein Teil der Defizite resultieren<br />
in diesen Ländern genau daraus.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Der User mit dem passenden Nick-Name &quot;ultimatio ratio&quot; hat das<br />
als hypothetische Frage angekündigt, aber Fragen stellen kostet ja<br />
nichts &#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ultima-ratio:</b><br />
Würde es dem irakischen Volk heute besser gehen, hätten nicht<br />
die USA Saddam Hussein beseitigt? Oder anders gefragt, wie wäre Ihre<br />
alternative Handlungsweise gegenüber den damals krassen Menschenrechtsverletzungen<br />
durch das irakische Regime gewesen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Das haben wir eigentlich vorhin schon beantwortet. Unsere Perspektive<br />
war, eine Öffnung des Irak durch die Entwaffnung zu erreichen und<br />
damit Veränderungen in Gang zu setzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>BartSimpson:</b><br />
Nachdem bereits General Garner entlassen wurde und die aktuelle Nachrichtenlage<br />
weiter von &quot;Chaos&quot; im Irak spricht: Haben die USA aus ihrer<br />
Sicht überhaupt ein erfolgversprechendes Konzept zur Befriedung und<br />
Demokratisierung des Irak, das über Kontrollmaßnahmen, bei<br />
gleichzeitigem relativ geringen finanziellem Engagement, hinausgeht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Das war ja unser Bedenken bei all den Plänen der amerikanischen Regierung:<br />
dass kein Konzept für eine Nachkriegsordnung bestand. Aber unabhängig<br />
davon ist es notwendig, einen politischen Prozess zu fördern, in<br />
dem alle Gruppen der Bevölkerung repräsentiert werden und in<br />
dem der Weg zur Selbstbestimmung für den Irak möglich wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Weiß da die Ministerin Wieczorek-Zeul nicht noch ein bisschen mehr<br />
über die Pläne der USA?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Ich meine, das sind eigentlich Vermutungen, dass die Frage der Rohstoffsicherung<br />
eine Rolle gespielt hat. Auch deshalb ist es wichtig, dass bei den Beratungen<br />
im UN-Sicherheitsrat sichergestellt wird, dass die Verfügung über<br />
die Öl-Ressourcen nur bei der irakischen Bevölkerung selbst<br />
ist und solange es keine legitimierte irakische Regierung gibt, muss die<br />
Transparenz und die Kontrolle durch die internationale Gemeinschaft sichergestellt<br />
werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Bis zum Jahr 2015 wollen sie den Anteil in extremer Armut lebenden Menschen<br />
um die Hälfte verringern. Derzeit müssen 1,2 Milliarden Menschen<br />
(!) mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen. Weltbank und der<br />
Internationale Währungsfonds berichten, dass die Bedingungen dafür<br />
immer schlechter werden. Wie groß ist die Chance, dass Sie das noch<br />
erreichen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Dass es erreicht werden kann, ist möglich. Aber unter erschwerten<br />
Bedingungen, das sagt auch die Weltbank. Deshalb ist meine Forderung und<br />
meine Sorge, dass wir in eine Entwicklung geraten, in der wieder gerüstet<br />
wird und die Militärausgaben erhöht werden und dass es zu Lasten<br />
geht der Mittel, die zur Bekämpfung der Armut notwendig sind. Wenn<br />
wir die Ziele wirklich erreichen wollen, müssen wir alle Finanzmittel<br />
darauf konzentrieren. Vielleicht müssen wir das erweitern: Zugang<br />
zu Wasser, Zugang Energie (2,4 Mrd. Menschen haben weltweit keinen Zugang<br />
zu kommerzieller Energie).</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Zenzi:</b> Hallo,<br />
Frau Wieczorek-Zeul, ich glaube, Sie haben z.Zt. einen schweren Stand.<br />
Die Finanzen stehen schlecht. Ist es Ihnen überhaupt noch möglich,<br />
für Ihr Ressort Gelder für Projekte in Drittweltländern<br />
locker zu machen? Gibt es Beschränkungen, z.B. auf gewisse Regionen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Es gibt keine Beschränkungen auf Regionen. Wir kooperieren mit Partnerländern<br />
unter drei Gesichtspunkten: Einmal unterstützen wir Länder,<br />
die sich besonders um verantwortliche Regierungsführung bemühen;<br />
zweitens arbeiten wir auch in Konfliktregionen, um ein Abgleiten zu verhindern<br />
und drittens in Länder, die nach Kriegen oder Bürgerkriegen<br />
den Neuanfang brauchen. Ansonsten gilt, dass Entwicklungszusammenarbeit<br />
die kostengünstigste Sicherheitspolitik ist. Übrigens auch für<br />
uns.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Dennoch schlägt &quot;zenzi&quot; doch in die richtige Kerbe: bei<br />
30 Milliarden Neuverschuldung leidet doch auch ihr Etat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Wir haben zugesagt, das wir die internationale Verpflichtung einhalten<br />
werden, schrittweise die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit<br />
zu erhöhen. Das ist genauso eine internationale Verpflichtung wie<br />
eine Verpflichtung in einem Bündnis und wir lösen unsere Verpflichtung<br />
ein. Vielleicht kann ich ergänzen: Das ist eine humanitäre Position,<br />
es ist aber auch im Interesse eines exportorientierten Landes wie der<br />
Bundesrepublik Deutschland.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Kleiner Vorsatz: Das ach, ja von &quot;h.kurt&quot; bezog sich auf eine<br />
andere Frage, dennoch: die Ziele waren ja ursprünglich noch wesentlich<br />
höher gestellt:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>h.kurt:</b> Ach<br />
ja, wie sieht es denn aus mit dem Ziel, 0.7 % des BIP als Entwicklungshilfe<br />
zu verplanen? Wird das in dieser Legislaturperiode erreicht? Wie sieht<br />
es im Rest Europas aus ?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
BIP = Bruttoinlandsprodukt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Erstens steht das Ziel, zweitens haben wir gesagt, wir werden es schrittweise<br />
erreichen. Wir haben zugesagt, in dieser Legislaturperiode auf 0,33% zu<br />
erhöhen. Im Übrigen ist Deutschland in absoluten Zahlen der<br />
drittgrößte Geber von Entwicklungshilfe weltweit und Entwicklungsländer<br />
hätten im Übrigen weit mehr Einkommen und wären weit weniger<br />
auf Hilfe angewiesen, wenn die Industrieländer z.B. von ihren Agrarproduktsubventionen<br />
Abstand nehmen, mit denen sie den Entwicklungsländern unfaire Konkurrenz<br />
machen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Was würde ein Abbau der Handelshemmnisse denn für die angeschlagene<br />
deutsche Wirtschaft bedeuten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Wir müssen ja sowieso die Agrarpolitik der EU reformieren &#8211; und zwar<br />
weg von der Subventionierung von Produkten und hin zu der Unterstützung<br />
in den ländlichen Regionen und indem wir Exportsubventionen auslaufen<br />
lassen. Deshalb würde von solchen Veränderungen die bäuerliche<br />
Landwirtschaft nicht benachteiligt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Noch einmal zu der Frage, wie Veränderungen herbeigeführt werden<br />
können: Sie haben die Frauen angesprochen. Dazu zwei Nachfragen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ernie:</b> Nachfrage:<br />
es ist aber doch eine Glaubensfrage, dass Frauen in der Politik so wenig<br />
involviert sind. Kann man daran denn wirklich was ändern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>BartSimpson:</b><br />
Aber führt z.B. eine von außen herbeigeführte schnelle<br />
Veränderung hin zu wesentlich mehr Frauenrechten (auch wenn es aus<br />
unserer Sicht wünschenswert ist) nicht zu weiteren Verwerfungen,<br />
die radikalen islamistischen Kräften Vorschub leisten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:<br />
</b>Die Frage der Notwendigkeit der Beteiligung von Frauen: da weist gerade<br />
der Arab Human Development Report der Vereinten Nationen darauf hin, das<br />
manche arabische Länder trotz Rohstoffen wirtschaftlich weit hinten<br />
liegen wegen der mangelnden Beteiligung von Frauen. Man kann generell<br />
sagen, dass die Bildung und Förderung von Frauen und Mädchen<br />
und der Zugang von Frauen zu Familienplanung den wichtigsten Schub zu<br />
Modernisierung von Ländern bedeuten. Dass natürlich immer auch<br />
die kulturelle Situation von Ländern beachtet werden muss, versteht<br />
sich von selbst.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Politik-Interessierte, unsere Zeit ist leider vorbei. Herzlichen<br />
Dank für Ihre Fragen und herzlichen Dank an Frau Wieczorek-Zeul,<br />
dass Sie ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen sind. Noch ein Terminhinweis:<br />
Am 22.Mai stellt sich der FDP-Vizefraktionschef und FDP-Finanzexperte<br />
Otto Solms Ihren Fragen. Das tacheles.02-Team wünscht allen noch<br />
einen schönen Abend.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Klasse, dass sie sich in den Themen so engagieren, bleiben sie dran.<br />
</span><span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> </span>
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die Stärke des Rechts muss weltweit bestimmen, und nicht das Recht des Stärkeren.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_staerke_des_rechts_muss_weltweit_bestimmen_und_nicht_das_recht_des_staerkerenquot-334/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jul 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Heidemarie Wieczorek-Zeul]]></category>
		<category><![CDATA[Internationaler Strafgerichtshof]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/wiecz.jpg" alt="Heidemarie Wieczorek-Zeul" align="left" height="90" width="80" /></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>tacheles.02: Chat mit 
Heidemarie Wieczorek-Zeul am 03. Juli 2002</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/wiecz.jpg" alt="Heidemarie Wieczorek-Zeul" align="left" height="90" width="80" /></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>tacheles.02: Chat mit<br />
Heidemarie Wieczorek-Zeul am 03. Juli 2002</b></span><!--break--><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
<br />
Moderator: </b>Herzlich willkommen zum tacheles.02 Chat von tagesschau.de und<br />
politik-digital.de mit Unterstützung von tagesspiegel.de! Heute ist bei<br />
uns die Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, SPD. In der<br />
nächsten Stunde haben Sie Gelegenheit, Ihre Fragen zu entwicklungspolitischen<br />
Fragen zu stellen. Zunächst: Schön, dass Sie hier sind, Frau Ministerin!<br />
Sind Sie bereit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Jawohl, hier bin ich, hallo.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Eine Frage<br />
zu einem ersten Themenkomplex:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Pur:</b> Wie könnte<br />
man die USA in Sachen Strafgerichtshof noch umstimmen? Und welche Druckmittel<br />
hat Europa?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Wir müssen versuchen, mit allen Möglichkeiten die amerikanische Regierung<br />
umzustimmen. Und wichtig ist, dass alle europäischen Länder die gleiche<br />
Position beziehen, denn mit dem internationalen Strafgerichtshof soll ja ein<br />
Signal in alle Länder gesandt werden, dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit,<br />
Völkermord, nie mehr hingenommen werden, und dass wir in einer globalen<br />
Welt globale Rechtstaatlichkeit brauchen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Desarollo:</b> Glauben<br />
Sie, dass der Bundestag für einen Bosnien-Einsatz auch ohne UN-Mandat stimmen<br />
wird? Was hätte das zur Folge?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:<br />
</b>Hallo Desarollo. Der Name ist bei Ihnen Programm, hoffentlich. <br />
Ich kann jedenfalls für die Fraktionen der Regierung sagen, dass wir für<br />
die Verlängerung des Einsatzes stimmen werden; aber das Verhalten der US-Regierung<br />
hätte massive Konsequenzen, möglicherweise auch für künftige<br />
UN-Friedensmissionen und das würde die UN schwer beschädigen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Osaft: </b>Nach Informationen<br />
der Frankfurter Rundschau zählen Sie in einem internen Papier 20 Unstimmigkeiten<br />
mit den USA auf. Ist das nicht ein bisschen übertrieben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Nein, ich könnte natürlich eine größere Zahl von Konflikten<br />
nennen, aber die Punkte, um die es geht, möchte ich besonders nennen: Ein<br />
zentraler Konflikt ist das Verhalten der Regierung Bush zur drastischen Aufstockung<br />
von Agrarproduktsubventionen entgegen allen Versprechungen an die Adresse der<br />
Entwicklungsländer, derartige Subventionen zurückzufahren. Mit dieser<br />
Art von Protektionismus wird den Entwicklungsländern auf den Weltmärkten<br />
unfaire Konkurrenz gemacht. Damit werden ihre Einkommensmöglichkeiten deutlich<br />
gemindert. Das ist das Gegenteil dessen, was notwendig ist. Ein anderes Konfliktfeld<br />
ist das Verhalten der amerikanischen Regierung gegenüber den internationalen<br />
Organisationen, die weltweit für Familienplanung eintreten. Denen will<br />
die Bush-Administration die Mittel streichen, d.h. aber, weltweit, zumal in<br />
den Entwicklungsländern, dem Kampf gegen AIDS zu schaden und die Geburtenraten<br />
in den Entwicklungsländern zu steigern. Das Gegenteil davon ist notwendig.<br />
Man könnte hier noch deutlich mehr hinzufügen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>halligalli: </b>War ihr<br />
Kritikpapier mit Außenminister Fischer abgesprochen, der sich ja immer<br />
sehr, sehr diplomatisch gegenüber der amerikanischen Politik äußert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Der Vorteil von Enwicklungsministerinnen ist, dass sie nicht diplomatisch sein<br />
müssen. Im Übrigen: die Punkte, die ich eben genannt habe, werden<br />
von allen EU-Entwicklungsministern geteilt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Pur:</b> Fühlen<br />
Sie sich nicht manchmal ziemlich hilflos angesichts der mächtigen US-Regierung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Nein. Ich bin schon immer für die Notwendigkeit der Selbstbehauptung Europas<br />
eingetreten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Noch einmal<br />
eine Nachfrage zum Internationalen Strafgerichtshof:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Wolfgang:</b> Wieso erwähnen<br />
Sie eigentlich nicht, dass Russland und China ebenfalls den Internationalen<br />
Strafgerichtshof nicht anerkennen? Ihre einseitige Position sieht mir so eher<br />
nach Antiamerikanismus aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Die Forderung zum Internationalen Strafgerichtshof geht an alle Länder.<br />
Das besondere Problem bezogen auf die USA ist, dass sie ihre Zustimmung zu einer<br />
weiteren Entscheidung zum Einsatz der UN-Friedensmission in Bosnien-Herzegowina<br />
in fast erpresserischer Weise verkoppeln mit der Forderung, amerikanische Soldaten<br />
von Entscheidungen und Urteilen des Internationalen Strafgerichtshofs auszunehmen.<br />
Kein Staat kann sich aber über andere Staaten stellen. Es gilt: Die Stärke<br />
des Rechts muss weltweit bestimmen, und nicht das Recht des Stärkeren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>BastianZ: </b>Denken<br />
Sie, dass der Kompromissvorschlag der amerikanischen Regierung akzeptabel ist<br />
oder würde dieser den internationalen Gerichtshof dauerhaft beschädigen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
BastianZ, welchen &quot;Kompromissvorschlag&quot; meinen Sie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>BastianZ: </b>Ich meine<br />
den Vorschlag, Mitgliedsstaaten des Weltsicherheitsrats zu ermöglichen,<br />
Verfahren zunächst für 12 Monate zu stoppen um das Verfahren damit<br />
hinauszögern zu können&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:<br />
</b>Für mich ist das kein &quot;Kompromissvorschlag&quot;, denn wenn ein<br />
Staat sich den Verpflichtungen erst einmal entziehen kann, ist das ja ein völlig<br />
falsches Signal an alle Staaten der Weltgemeinschaft.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sfor: </b>Wäre ein<br />
Bosnien-Einsatz ohne UN-Mandat nicht auch ein falsches Zeichen? Würde die<br />
UN da nicht an Wichtigkeit verlieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Deshalb ist es ja so wichtig, UN-Friedensmissionen nicht zu beschädigen.<br />
Und vor allen Dingen darf nichts passieren, was den Menschen in Bosnien-Herzegowina<br />
den Schutz entzieht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Ein kleiner<br />
Themenwechsel: Gesundheitspolitik.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>torben76: </b>Glauben<br />
Sie, dass AIDS das größte Problem der Entwicklungsländer ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:<br />
</b>Es ist ein zentrales Problem, denn AIDS droht gerade die Generation der<br />
Menschen, die berufstätig sein können und das Land aufbauen können,<br />
auszulöschen. Zurück blieben ältere Menschen und Waisenkinder.<br />
Weltweit gibt es etwa 12 Million solcher Aidswaisen bereits. Aids ist eine menschliche<br />
und wirtschaftliche Katastrophe für Entwicklungsländer und deshalb<br />
ist die Bekämpfung von Aids ein Schwerpunkt unserer Zusammenarbeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ankeline:</b> Wie stehen<br />
Sie dazu, dass Entwicklungsländer Patente für Arzneimittel brechen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Das Abkommen zum Schutz des geistigen Eigentums sieht vor, dass Entwicklungsländer<br />
im Falle derartiger Gefährdungen wie bei Aids 1. billigere Produkte importieren<br />
können (sog. Parallelimporte), oder auch 2. sogenannte Generika herstellen<br />
oder beziehen können. Das ist im letzten Jahr im November auf der Handelskonferenz<br />
in Doha ausdrücklich bestätigt worden. Ich habe mich von Anfang an<br />
gegen die ursprünglichen Klagen der Pharmaindustrie gewandt, denn, um ein<br />
Beispiel zu geben: In Tansania gibt es pro Kopf der Bevölkerung vielleicht<br />
fünf US$ für das Gesundheitswesen. Es ist klar, dass kein Entwicklungsland<br />
Tausende von Dollar für die Behandlung von Kranken ausgeben kann. Und deshalb<br />
müssen die Produkte sehr kostengünstig zur Verfügung gestellt<br />
werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ooo: </b>Die Pharmaindustrie<br />
beutet ja auch durch Genpatente die Ressourcen des Regenwaldes aus&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:<br />
</b>Es gibt ein Abkommen, das vorsieht, dass die Nutzung von genetischen Ressourcen<br />
der Entwicklungsländer durch die entsprechenden Firmen dem betreffenden<br />
Land gegenüber finanziell kompensiert wird. So dass das Land von der Nutzung<br />
des Patentes profitiert. Was nicht geht, ist, dass die genetischen Ressourcen<br />
durch Firmen patentiert werden und anschließend die Menschen in dem betroffenen<br />
Entwicklungsland die Produkte teuer bezahlen müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Hier gehen<br />
inzwischen Fragen zu sehr unterschiedlichen Fragenkomplexen ein; wir werden<br />
eine kleine Runde mit einer Frage pro Fragenkomplexe machen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JRicken:</b> Ende letzten<br />
Jahres haben Sie in Berlin die von Ihrem Ministerium bei Prof. Spahn in Auftrag<br />
gegebene Studie zur Tobin Tax und zu Regulierung der Internationalen Finanzmärkte<br />
vorgestellt. Wie sieht es mit Initiativen zur Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen<br />
aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Die Studie belegt, dass eine moderne Tobin Tax durchaus realisierbar wäre,<br />
auch in einer Zeitzone, z. B. der europäischen. Wir führen jetzt die<br />
Diskussion sowohl in Entwicklungsländern als auch mit europäischen<br />
Ländern, um bestimmte Fragen weiter zu klären. Zum Beispiel die Frage,<br />
wie ein Abwälzen einer Devisentransaktionssteuer verhindert werden könnte<br />
und eine Reihe weiterer, zum Teil sehr technischer Fragen. Ich halte alle Vorschläge,<br />
die dazu beitragen, gemeinsame globale Güter zu finanzieren, für unterstützenswert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Elchtest 2002: </b>Müsste<br />
man nicht die Banken viel stärker in die Pflicht nehmen, ärmsten Ländern<br />
Kredite zu erlassen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:<br />
</b>Beim Schuldenerlass für die ärmsten Entwicklungsländer geht<br />
es einmal um den Erlass von Schulden der aus Finanzkrediten der Entwicklungszusammenarbeit<br />
resultiert, sowie aus sogenannten Handelsschulden, aber es gibt auch die Verpflichtungen<br />
des privaten Sektors, wenn auch in vergleichsweise geringem Umfang.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>halligalli:</b> Der Beitrag<br />
an Entwicklungshilfe der BRD ist im Vergleich zu anderen Staaten zwar hoch,<br />
gemessen am eigenen BSP aber beschämend niedrig. warum fordern sie nicht<br />
gemeinsam mit ihren AmtskollegInnen eine drastische Erhöhung und setzen<br />
sich so an die Spitze einer Bewegung, die auch die Globalisierungskritiker einbinden<br />
würde?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Meine Entwicklungsministerkollegen und ich engagieren uns dafür, die Entwicklungsmittel<br />
drastisch aufzustocken. Angesichts der notwendigen Haushaltskonsolidierungen<br />
war das in den letzten Jahren schwierig. Wir haben aber gleichwohl eine Trendwende<br />
in der Entwicklungsfinanzierung in Gang gesetzt.<br />
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Unser SPD-Ziel ist,<br />
bis in der nächsten Legislaturperiode das Zwischenziel von 0,33 % Bruttonationaleinkommen<br />
zu erreichen. Das heißt von jetzt rund 5 Mrd. Euro auf dann rund 7 Mrd.<br />
Euro zu kommen. Und die nächste Stufe ist dann die darauffolgende Legislaturperiode.<br />
Im Übrigen, am Ende der sozialdemokratisch geführten Regierung Helmut<br />
Schmidt 1982 waren wir bei 0,48 %. Am Ende der Regierung Helmut Kohl waren es<br />
0,26 % Bruttosozialprodukt. Neben der Entwicklungsfinanzierung ist aber auch<br />
die Frage der Öffnung von Märkten entscheidend. Die Entwicklungsländer<br />
könnten rund 50 Mrd. US$ Einnahmen erreichen, wenn die Industrieländer<br />
ihre Märkte im Agrarbereich nicht abschotten würden. Zum Vergleich,<br />
die Zahl ist ungefähr so hoch wie die gesamte Summe für offizielle<br />
Entwicklungszusammenarbeit weltweit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Tintin:</b> was sagen<br />
sie zu ATTAC?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Die Mitglieder von ATTAC, die ich kenne, sind alle keine Globalisierungsgegner,<br />
sondern Globalisierungskritiker. Und das ist gut so. Im übrigen finde ich<br />
es prima, dass es endlich eine Öffentlichkeit für die Fragen gibt,<br />
die heute alle als quasi fachspezifische Themen von wenigen Experten verhandelt<br />
werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Sauer:</b> Was<br />
denken Sie über die demokratische Entwicklung in Afghanistan &#8211; besonders<br />
die Rechte von Frauen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Sowohl die Bundesregierung als auch die internationale Gemeinschaft tut alles,<br />
um einen Prozess von Demokratie zu fördern, wobei Rückschläge<br />
immer befürchtet werden müssen. Wir tragen in unserer praktischen<br />
Entwicklungspolitik dazu bei, dass die Mädchen wieder in die Schule gehen<br />
können, dass Frauen wieder Zugang zur Gesundheitsversorgung haben und dass<br />
sie in ihren Rechten bestärkt werden, auch bei der zu erarbeitenden neuen<br />
afghanischen Verfassung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Hier sind<br />
einige Nachfragen zur so genannten Tobin-Steuer, also der Besteuerung von internationalen<br />
Kapitaltransfers, eingegangen. Hier die erste dieser Fragen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Zion:</b> Könnte<br />
eine Tobin Tax überhaupt gegen deutsche Wirtschaftsinteressen durchgesetzt<br />
werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:<br />
</b>Die moderne Tobin Tax hat zum Ziel, gerade kurzfristige Kapitalspekulationsbewegungen<br />
zu verhindern. Wer langfristig Kapital anlegen will, den würde die Tobin<br />
Tax faktisch nicht betreffen. Es ist aber trotzdem notwendig, sich europäisch<br />
und international in Bezug auf eine Devisentransaktionssteuer abzusprechen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JRicken: </b>Wird der<br />
Deutsche Bundestag einen Vorratsbeschluss, ähnlich wie in Frankreich fassen,<br />
d.h. die moderne Tobin Tax auf dem EU-Markt einführen zu wollen, sobald<br />
alle anderen EU-Staaten auch dafür sind?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Mit allem Respekt gegenüber den französischen Kolleginnen und Kollegen:<br />
eine solche Entscheidung wäre ja ziemlich folgenlos. An dieser Stelle setzt<br />
ja gerade der Vorschlag von Professor Spahn an. Im übrigen: Prof. Spahn<br />
ist ein hochangesehener Ökonom an der Universität Frankfurt, der gerade<br />
für die hessische Landesregierung unter Roland Koch ein Gutachten zum Finanzplatz<br />
Frankfurt erarbeitet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Unsere<br />
Zeit geht langsam zu Ende. Hier eine letzte Fragen zum Wahlkampf:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kannibal: </b>Warum ist<br />
Entwicklungspolitik kein Wahlkampfthema?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heidemarie Wieczorek-Zeul:</b><br />
Entwicklungspolitik ist ein Wahlkampfthema. Für mich als Entwicklungsministerin<br />
und für die SPD insgesamt ist Entwicklungspolitik ein wichtiger Beitrag<br />
zur gerechten Gestaltung der Globalisierung und nicht-militärische Sicherheitspolitik.<br />
Sie steht damit im Zentrum internationaler Beziehungen. Die FDP will z. B. das<br />
Entwicklungsministerium auflösen. Die CDU/CSU betrachtet ausweislich ihres<br />
Wahlprogramms Entwicklungspolitik als Wurmfortsatz. Da fällt die Entscheidung<br />
doch leicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Liebe<br />
Chatterinnen und Chatter! Unsere tacheles.02-Zeit ist bereits wieder abgelaufen.<br />
Wir bedanken uns im Namen von tagesschau.de und politik-digital.de sowie von<br />
unserem Unterstützer tagesspiegel.de für Ihre Teilnahme und die vielen<br />
Fragen; leider konnten wieder einmal nicht alle beantwortet werden, da es zu<br />
viele waren. Herzlichen Dank besonders an Frau Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul<br />
für Ihre Bereitschaft, an diesem Chat teilzunehmen. Wir hoffen, dass es<br />
auch für Sie interessant war!<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">tacheles.02 ist ein Format<br />
von <a href="http://www.tagesschau.de/">tagesschau.de</a> und <a href="http://www.politik-digital.de/index.shtml">politik-digital.de</a><br />
und wird unterstützt von <a href="http://www.tagesspiegel.de/">tagesspiegel.de</a>.</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_staerke_des_rechts_muss_weltweit_bestimmen_und_nicht_das_recht_des_staerkerenquot-334/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Chat mit Heidemarie Wieczorek-Zeul</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat_mit_heidemarie_wieczorekzeul-426/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Feb 2000 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungshilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Heidemarie Wieczorek-Zeul]]></category>
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					<description><![CDATA[<table border="0">
	<tbody>
		<tr valign="top">
			<th align="right">Moderator:</th>
			<td>Liebe Frau Heidemarie Wieczorek-Zeul, willkommen im Tomorrow-Chat. Wir 
			freuen uns sehr Sie heute bei uns begrüßen zu dürfen. Viel Spaß beim 
			digitalen Dialog!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<table border="0">
<tbody>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Liebe Frau Heidemarie Wieczorek-Zeul, willkommen im Tomorrow-Chat. Wir<br />
			freuen uns sehr Sie heute bei uns begrüßen zu dürfen. Viel Spaß beim<br />
			digitalen Dialog!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Hallo aus wiesbaden und auch viel Spass!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">leloba:</th>
<td>Rechnen Sie bei verbesserten Steuereinnahmen wieder mit mehr<br />
			Haushaltsmitteln für Ihr Ministerum?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Dalhia:</th>
<td>Guten Tag Frau Wieczorek-Zeul
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Die haushaltskonsolidierung ist wichtig, aber wir brauchen auch mehr<br />
			Geld für die Entwicklungszusammenarbeit
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Steffi2000:</th>
<td>Gibt er bei der Bundesregierung Projekte für einen Technologie-Transfer Internet in dritte Welt
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Gemeinsam mit dem Forschungsministerium und unserem Ministerium sind<br />
			wir dran
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Thina:</th>
<td>Was ist für Deutschland das derzeit dringenste Thema in Sachen<br />
			Entwicklungspolitik?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Das allerwichtigste ist für uns den ärmsten Entwicklunsländern<br />
			zu helfen, z. b. durch den Erlass von Schulden. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">leloba:</th>
<td>Dass mehr Geld für die EZ gebraucht wird ist hier wohl unstrittig aber<br />
			rechnen sie damit?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Ich arbeite dafür auch mit ihrer untersrtützung.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">DSW:</th>
<td>Warum rutscht die EZ immer weiter ab auf der Prioritätenliste der<br />
			deutschen Politik?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Sie rutscht nicht weiter ab, denn wir können als Ministerium in vielen<br />
			Bereichen neu Einfluss nehmen, z. b. bei der Verhinderung von<br />
			Rüstungsexporten und in der Weltbank 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Wie könnte ein Internet-Technologie-Transfer konkret<br />
			aussehen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Epikur:</th>
<td>Was bedeutet &quot;sind wir dran&quot;?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Bitte schicken Sie auch mal &quot;halbe Antworten&quot; ab, damit wir hier etwas<br />
			Lektüre haben.. 🙂
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Wir beteiligen uns als Anteilseigner der Weltbank am<br />
			infodev-Programm. Regierungen und innovative Unternehmen unterstützen<br />
			Projekte , in denen iuk-Technologien zur wirtschaftlichen und sozialen<br />
			Entwicklung eingesetzt werden, u.a. Beratung von fachkräften , Nutzung<br />
			von öffentlichen Zugangsmöglichkeiten&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Wer weitere Fragen hat, kann uns auch noch eine Email schicken:<br />
			poststelle@bmz.bund.de
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">jackie:</th>
<td>Würde die Bunderegierung Entwicklungshilfe vom finnischen<br />
			Internet-Ministerium annehmen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Jeder Austausch ist willkommen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">GoLive:</th>
<td>Nutzen Sie das Internet auch in täglichen Leben?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Nicht unmittelbar zuhause, aber im Büro.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RSD:</th>
<td>Wie sieht es denn konkret mit der Förderung erneuerbarer Energien<br />
			durch das BMZ aus?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Wir arbeiten mit Entwicklungsländern zusammen, um sie beim Einsatz von<br />
			Solarenergie und Windkraft zu beraten und geben finanzielle Unterstüzung<br />
			für die Entwicklungsländer, die Klimaschutzprogramme durchführen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">tonliner:</th>
<td>Ihr Ministerium fristet in der Regierung ja eher ein Schattendasein.<br />
			Fühlen Sie sich im Kabinett manchmal etwas einsam?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Im Gegenteil, wir haben neue Arbeitsfelder übernommen, z.B. die<br />
			europäische Entwicklungspolitik und im übrigen muss man zu seinen<br />
			Überzeugungen stehen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Cohiba:</th>
<td>Na gut, warum haben wir das Entwicklubngshilfeministerium nicht dem<br />
			Wirtschaftsministerium untergeordnet?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Warum überlegen Sie nicht, warum es nicht auch umgekehrt sein könnte?<br />
			Eentwicklungspolitik hat das Ziel, Verhältnisse in der Welt gerechter zu<br />
			gestalten und notfalles auch den Konflikt mit Wirtschaftsinteressen nicht<br />
			zu scheuen
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RSD:</th>
<td>Wieso die Beschränkung auf Solar und Wind? Wie sehen Sie die Bedeutung<br />
			der Wasserkraft?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Das ist eigentlich die traditionelle Form der Zusammenarbeit in der<br />
			Entwicklungspolitik&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Neue sind Solar und Wind
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">G.I.R.:</th>
<td>Guten Tag &#8211; interessanter Gedanke ein solcher Chat
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Emil:</th>
<td>Liebe Heidi, ich hoffe es wird eine spannende Stunde für Dich. Beste<br />
			Grüße Dein Emil.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Aufklärer:</th>
<td>Sehen Sie für Ihr Ministerium noch eine Zukunft oder gehen Sie davon<br />
			aus, daß die Aufgaben des BMZ demnächst vom AA übernommen<br />
			werden?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Auch da gilt: Unser Etat ist mehr als doppelt so hoch als der des<br />
			Auswärtugen Amtes&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Da könnten wir ja auch das Auswärtige Amt übernehmen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">cordula:</th>
<td>Wie beurteilen Sie die Relevanz von<br />
			Technologieförderung/Technologietransfer im Rahmen der<br />
			Entwicklungszusammenarbeit? Ist das ein Bereich,  der zukünftig interessant<br />
			und wichtig wird? Planen Sie bereits konkrete Aktivitäten?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Auf jeden Fall. die konkreten Projekte auf die Weltbank und Afrika<br />
			bezogen habe ich eben schon angesprochen und ich werde meine Kollegin, der<br />
			Forschungsministerin, vorschlagen, gemeinsam bei Reisen in<br />
			Entwicklungsländer gemeinsame Projekte zu besuchen bzw. in Gang zu<br />
			setzen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Die Steuerreform ist ein Werk, welches in die deutsche Geschichte<br />
			eingehen wird als Wendepunkt. In der Wirtschaftspolitik haben sie Pläne, auch<br />
			in ihrem Ressort die Welt zu verändern, so sehr daß es sich in<br />
			Geschichtsbüchern wiederfinden wird?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Vielleicht muss es nicht so hoch gegriffen sein, aber wenn wir dazu<br />
			beitragen durch unsere Arbeit Konflikte und Krisen nicht in Kriege<br />
			umschlagen zu lassen, dann leisten wir einen Beitrag zum Frieden.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Willi:</th>
<td>Warum wollen Sie denn den Kreis der Empfängerländer<br />
			einschränken?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Und ich hätte gerne, dass in den Büchern mehr über Frieden und weniger<br />
			über Kriege steht.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>1. Ist das eine Konsequenz der Haushaltskonsolidierung..
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>2. Können wir nicht mit der Giesskanne durch die Welt gehen, sondern<br />
			wollen uns konzentrieren auf rund 50 Schwerpunktländer.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">nica:</th>
<td>Wann können wir mit der Aufnahme der Zusammenarbeit mit Kuba rechnen?<br />
			Oder haben wir immer noch Angst vor dem großen Bruder in<br />
			Washington?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>die offizielle Zusammenarbeit mit Kuba habe ich im Dezember 99<br />
			angekündigt. wir fangen mit einem gemeinsamen Umweltprojekt<br />
			an..
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">carine:</th>
<td>Wie sieht es aber mit der weiteren Entwicklung von Wirtschaftsbeziehungen<br />
			zu den Ländern im Ostblock, ich meine damit auch Ungarn, Rumänien,<br />
			Bulgarien.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Und im mai werde ich kuba besuchen
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Mit Rumänien, Bulgarien, Albanien, Mazedonien, Kroatien haben wir<br />
			bilaterale Zusammenarbeit, z.b. beim Aufbau neuer<br />
			Verwaltungsstrukturen&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>und gemeinsame projekte, die auch den kosovo einbeziehen,<br />
			verwirklichen wir im rahmen des stabilitätspakt osteuropa.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Cohiba:</th>
<td>Warum ist Entwickliungshilfe hauptsächlich Außenwirtschaftsförderung<br />
			geworden? 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Entwicklungszusammenarbeit ist für uns nicht<br />
			Außenwirtschaftsförderung, sondern Verbesserung der Lebensverhältnisse<br />
			von Millionen von Menschen..
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Wir müssen aber auch auf die Direktinvestitionen Einfluss nehmen, denn<br />
			es gibt weltweit mindestens 4 mal so viel Direktinvestitionen von<br />
			Unternehmen als öffentliche entwicklungszusammenarbeit.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Ein BSP ist der Wassersektor oder auch der<br />
			Ausbildungsbereich.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">R.Bartsch:</th>
<td>Grüsse vom GTZ Landwirtschaftsektor in Jordanien
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Ich meine natürlich so viel und nicht zu viel.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">DFBPokalSieger:</th>
<td>Nach welchen Kriterien werden die 50 Schwerpunktländer ausgewählt und<br />
			inwieweit ist die Entwicklungspolitik in der EU koordiniert?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Grüsse nach Jordanien
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>1. Bekämpfung von Armut..
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>2. Beitrag zum Klimaschutz..
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>3. verantwortliche Regierungsführung und<br />
			Korruptionsbekämpfung
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">dr-dex:</th>
<td>Warum setzt das BMZ die notwendige und oft behauptete Länder- und<br />
			Sektorenkonzentration nur zögernd um?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Es fehlt noch was zur Frage eben, ein Moment noch.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Zwischenfrage?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Zur europäischen Koordinierung: die EU-Mitgliedsländer und die EUu<br />
			leisten 60 % aller Entwicklungszusammenarbeit. wir haben sie während der<br />
			Ratspräsidentschaft verpflichtet sich in bezug auf die Länder und die<br />
			Projekte besser abzustimmen, aber es bleibt noch viel zu tun.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Zu dr-rex: weil wir mit allen Beteiligten die Frage der Konzemntration<br />
			der Länder diskutieren müssen, wir entscheiden aber in diesem<br />
			Monat.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schwabe:</th>
<td>Geld für Entwicklungshilfe geht meistens sowieso in die falschen<br />
			&quot;Kanäle&quot;. Die die es am nötigsten haben profitieren nur selten<br />
			davon.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">heini:</th>
<td>Wie stellt ihr sicher, dass die Mittel nicht für Waffen u.ä. verwendet<br />
			werden?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Bei der Entschuldung der ärmsten Entwicklungsländer müssen diese<br />
			Länder ein eigenes Konzept zur Armutsbekäpfung mit der zivilen<br />
			Gesellschaft in ihrem Land diskutieren und die Mittel für Bildung&#8230;<br />
			
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>&#8230;und Gesundheit konzentrieren, sonst kriegen sie die Entschuldung nicht hin.<br />
			
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RuedigerNehm:</th>
<td>Was hat Sie dazu gebracht von der Lehrerlaufbahn in die aktive<br />
			Politik zu wechseln?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Larsandl:</th>
<td>Warum sind Sie nicht unsere Bildungsministerin? 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Ich war immer ehrenamtlich in der Politik, schon während meiner<br />
			Lehrerinnenzeit tätig. und ich finde, man bzw. frau darf nicht zulassen,<br />
			dass andere über uns bestimmen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Aufklärer:</th>
<td>Da Sie schon in Wiesbaden sind, Frau Ministerin, würden Sie bei den<br />
			möglicherweise anstehenden Landtagswahlen als Ministerpräsidentin<br />
			kandidieren?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Bildungsministerin würde mich auch reizen, aber Edelgard Buhlmahn<br />
			macht das sehr gut.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Neuwahlen sind in der Tat notwendig, aber als Ministerpräsidentin<br />
			werde ich nicht kandidieren.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schwabe:</th>
<td>Wie geht es in Hessen weiter. Neuwahlen sind nicht<br />
			gerechtfertigt!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Ich finde, die noch amtierende CDU/FDP-Regierung hat angesichts des<br />
			CDU-Finanzskandals jede Legitimät verloren.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Frank2000:</th>
<td>Sollte Koch zurückreten?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Ja.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Steffi2000:</th>
<td>Sollte Schäuble zurücktreten?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Das muss er selbst entscheiden.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">hoffmann:</th>
<td>Wie stehen Sie zu Johannes Rau?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Er unterstützt engagiert unsere Forderungen in der<br />
			Entwicklungszusammenarbeit.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Endlich mal ein Bundespräsident der diese Themen öffentlich<br />
			aufgreift.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">texter:</th>
<td>Rauchen Sie wie Herr Schröder auch mal eine Zigarre?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Bis jetzt noch nicht, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden<br />
			😉
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Frank2000:</th>
<td>Hoch der SPD: nur weil die CDU im tiefsten Sumpf ist? Was meinen<br />
			Sie?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Wir müssen auch durch unsere eigene Arbeit überzeugen und ich finde<br />
			das Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit und das Steuerpaket<br />
			gut.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Christin2:</th>
<td>Was raten Sie denn der FDP in Hessen? 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Reinen Tisch machen und Neuwahlen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hr.Onesseit:</th>
<td>Wie stellen sie sich vor, dass die Bürger unseres Landes, langfristig<br />
			wieder vertrauen zu den Äußerungen von Politikern bekommen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">ManuelLucas:</th>
<td>Sind Lügen in der Regierungspoitik auch Alltag?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>genau deshalb müssen die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen<br />
			werden, damit jeder sieht, Politiker und jeder normale Staatsbürger werden<br />
			nicht nach unterschiedlichen Maßstäben gemessen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Zu manuelluca: nein.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">GoLive:</th>
<td>Ist das eigentlich ihr erster Chat?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">gut:</th>
<td>Haben Sie auch eine Frage an die Chatgemeinde?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Ja und ich geniesse ihn sehr und das mache ich jetzt öfter. Meine<br />
			Frage&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Könnten wir z.b. per Internet für ein bestimmtes Projekt das Kindern<br />
			in den Entwicklungsländern hilft gemeinsam werben?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Die Chatgäste sollen werben? Mit Buttons auf ihren privaten Homepages.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Ja, das waere z.b. oder durch Unterstüetzung eines Projektes wie der<br />
			Hungersite (www.hungersite.com).
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>So vielleicht langsam die letzten Fragen&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>(Alles surft hungersite.com)
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">DÃ¶bert:</th>
<td>Eröffnen Sie ein Forum, Unterstützung ist Ihnen gewiss!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Cohiba:</th>
<td>Ist das Internet für sie eine Einbahnstraße wo geworben wird statt<br />
			Transparenz zu erzeugen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Ein forum gerne, zu cohiba: im Gegenteil. wir stellen alle unsere<br />
			berichte über unsere Arbeit und auch die Überprüfung unserer Arbeit ins<br />
			Internet. das macht kein sonstiges Ministerium.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kalli:</th>
<td>ich habe eine Frage zu Namibia: Richtet sich die Entwicklungshilfe für<br />
			Namibia nicht auch nach dem undemokratischen Verhalten der Präsidenten<br />
			Nujoma? Ich finde, sein demokratisches Verständnis hinkt unserem weit<br />
			hinterher. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Wir versuchen mit unserer Entwicklungszusammenarbeit die Menschen<br />
			selbst zu erreichen, Menschenrechte zu sichern und den Rechtsaat zu<br />
			entwickeln&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>&#8230;und die Lebensverhältnisse der Menschen zu verbessern&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>&#8230;aber wir dürfen auch nicht die Bevölkerung für ihre schlechte<br />
			Regierungen bestrafen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Ullrich:</th>
<td>Wer kann uns bei der Finanzierung eines Ausbildungsprojektes für eine<br />
			Region Südafrikas unterstützen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Schicken sie ihren Vorschlag an unsere Pressestelle, sie leitet es an<br />
			die betreffenden Mitarbeiter weiter. Die Emailadresse finden sie auf der<br />
			Homepage (http://www.bmz.de)
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Umme:</th>
<td>Wie denken Sie über die Entwicklung in Österreich in Bezug auf Europa?<br />
			
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">G.I.R.:</th>
<td>Das derzeit sicher brennendste Thema ist Österreich &#8211; wie stellen sie<br />
			sich eine weitere Zusammenarbeit vor?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">DFBPokalSieger:</th>
<td>Wie werden Sie sich Ihren österreichischen Kollegen im Ministerrat<br />
			gegenüber verhalten?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Letzte Antwort: Haider hat den offenen und latenten Hass gegen Fremde<br />
			zu seinem Programm gemacht. es ist eine Schande, dass es in Europa eine<br />
			derartige Regierung gibt. so leider muss ich jetzt hier abschliessen, aber<br />
			mein Vorschlag: einmal im Monat demnächst eine Online-Bürgersprechstunsde<br />
			mit mir.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Darauf freuen wir uns. 🙂
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>Vielen Dank, war schön und einen schönen Tag aus Wiesbaden.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Im Namen von politik-digital und TOMORROW möchte auch ich mich<br />
			herzlich für diesen Chat bei Ihnen und dem Publikum bedanken.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">DennDenn:</th>
<td>Schade, dass Sie schon wieder aufbrechen..aber gute Fahrt!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wieczorek-zeul:</th>
<td>*winke*</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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