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	<title>Heinrich Böll Stiftung &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Heinrich Böll Stiftung &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Computer-Wissenschaften und Ethik: Handlungsmaxime für Programmierer?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob Werlitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Sep 2014 15:35:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Brauchen wir Ethikregeln für Informatiker und wo müssten diese wirksam werden? Wozu und in welchem Umfang sollen Datenanalysen über unsere [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Big-Data_crop.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-141877" alt="Big Data_crop" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Big-Data_crop.jpg" width="640" height="280" /></a>Brauchen wir Ethikregeln für Informatiker und wo müssten diese wirksam werden? Wozu und in welchem Umfang sollen Datenanalysen über unsere Lebenswirklichkeit bestimmen? Der Computer-Wissenschaftler Kave Salamatian berichtete in einem Vortrag über die gefährlichen Missverständnisse im Umgang mit Wahrscheinlichkeitsrechnung, die normierende Wirkung von Statistik und die Herausforderungen für unsere gesamte Gesellschaft.<br />
Es klingt nach einem harten Job, den der Computer-Wissenschaftler Kave Salamatian an der Université de Savoie in Frankreich verrichtet: Neben dem nötigen Know-how in Mathematik, Informatik und Programmierung versucht er angehenden Computerwissenschaftlern ein ethisches Rüstzeug für ihre spätere Arbeit mit auf den Weg zu geben. Bei seinem Vortrag „From Big Data to the banality of evil“ in der Heinrich-Böll Stiftung sprach Salamatian, der auch als Fellow an der Forschungsstelle Internet &amp; Menschenrechte der Europauniversität Viadrina in Frankfurt/Oder tätig ist, darüber, warum insbesondere algorithmische Modelle zur Auswertung von großen Datenmengen einer ethischen Grundlage bedürfen und wo man damit ansetzen muss.<br />
Was soll am Feuilleton-Schreckgespenst Big Data bitte banal sein? Unvorstellbar große Datenmengen, komplexe mathematische Modelle und ein unüberschaubares Feld an Anwendungsmöglichkeiten kommen zunächst so gar nicht banal daher. An Banalität gewinnt die Sache allerdings, wenn die aus den Daten gewonnen Annahmen für wahr und absolut genommen, wenn statistische Modelle handlungsweisend und folglich individuelle Fragestellungen mit Hilfe von Algorithmen beantwortet werden. Wenn also mathematische Hochrechnungen letztlich darüber entscheiden, ob ein Kredit oder eine Sozialhilfeleistung vergeben werden oder eine Person überwacht oder inhaftiert wird.<br />
Da Statistik die Wirklichkeit nicht abbildet, sondern begrenzt und auf Durchschnittsgrößen, Typologien und Wahrscheinlichkeiten reduziert, dürfen ihre Ergebnisse keinesfalls als strikte Handlungsmaximen verwendet werden. Stattdessen müssen sie als das betrachtet werden, was sie sind, nämlich Wahrscheinlichkeitsmodelle, so <a href="http://www.internet-science.eu/mobility/profiles/institutional/247" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Salamatian</a> in seinem <a href="https://soundcloud.com/boellstiftung/vortrag-from-big-data-to-banality-of-evil">Vortrag</a>. Schon häufig wurde über diese <a href="http://politik-digital.de/im-netz-der-daten/">Crux der massenhaften Datenauswertung</a> diskutiert und im selben Atemzug zumeist daraufhingewiesen, wie diese Technik auf dem Weg ist, unsere Gesellschaft grundlegend zu verändern. Die fortschreitende und umfassende Datenerhebung, immer komplexer entwickelte Statistikmodelle und leistungsfähigere Computer denn je haben für Wirtschaft und Politik gleichermaßen immense Möglichkeitsräume eröffnet. Das Wissen aus den digitalen Datenschätzen verspricht Macht, Kontrolle und jede Menge Geld.</p>
<h3>Ethikunterricht für Informatiker?</h3>
<p>Da die Datenmodellierung ein so wirkmächtiges Instrument darstellt, so Salamatian, müsse umso dringlicher darüber gesprochen werden, wie, wozu und im Dienste welcher politischen oder wirtschaftlichen Agenda sie eingesetzt werde? Für den Computer-Wissenschaftler, der selbst junge Informatiker ausbildet, liegt in der Lehre der zentrale Zugriffspunkt für die Implementierung ethischer Grundsätze. Klar müsse auch über Privatsphäre und Datenschutz gesprochen werden, natürlich sollte nicht jeder geschriebene Code seine Anwendung finden. Doch gerade heutzutage kann bezweifelt werden, ob und wie erfolgreich sich dies verhindern ließe.<br />
Studenten schon früh ihre soziale Verantwortung aufzuzeigen und ihnen einen Weitblick für gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und mögliche Folgewirkungen ihrer Innovationen zu vermitteln, könnte im Hinblick darauf zumindest eine wichtige Ergänzung darstellen. Dass Menschen unter spezialisierten Arbeitsbedingungen in vielschichtige, isolierte Arbeitsabläufe und hierarchische Strukturen eingebunden sind, erschwert die Möglichkeit moralischer Reflexion zudem &#8211; wie nicht zuletzt das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment">Milgram-Experiment</a> so gut unter Beweis stellte.</p>
<h3>Die Idee ist gut, aber&#8230;</h3>
<p>Dennoch oder gerade deswegen sollte die Diskussion über ethische Grundlagen für die Auswertung und Modellierung von Daten weiterhin geführt werden. Computerexperten verfügen in unserer Gesellschaft über einen zunehmenden Einfluss, weshalb ihre Eigenverantwortung immer wieder aufs Neue betont und gefördert werden muss. Nicht zuletzt ein gewisser Herr Snowden war es doch, der der Welt gezeigt hat, wie bedeutsam es ist auch für IT-Fachleute ist, die eigene Rolle innerhalb systematischer Menschenrechtsverletzungen zu hinterfragen.<br />
Allerdings lassen sich gegen die Idee auch viele Gegenargumente ins Feld führen. So beklagte Salamatian selbst, dass nur wenige seiner Schützlinge die Motivation aufbringen würden, sich mit entsprechenden Fragestellungen auseinanderzusetzen. Auch mangele es an Interdisziplinarität, um entsprechende Inhalte fächerübergreifend zu diskutieren und zu vermitteln. Nicht zuletzt bleibt aber auch die große Frage, wie gut ein im Studium angeeignetes Wertesystem den späteren ökonomischen und beruflichen Zwängen widerstehen könnte, denen sich die Computerexperten mit Sicherheit ausgesetzt sehen werden.<br />
&nbsp;<br />
Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/intelfreepress/8758728512" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Intel Free Press</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>#Favelasonline: „Wir finden neue Formen von Politik!“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jan 2014 15:28:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Viertel der Bewohner von Rio de Janeiro &#8211; Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft 2014 und Olympia 2016 – lebt in Favelas. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Favella-Trajano-Photo.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-136722" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Favella-Trajano-Photo.jpg" alt="Favella-Trajano-Photo" width="640" height="463" /></a>Ein Viertel der Bewohner von Rio de Janeiro &#8211; Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft 2014 und Olympia 2016 – lebt in Favelas. In den fast 1.000 Armenvierteln der brasilianischen Metropole bestimmen Drogenbanden seit Jahren das tägliche Leben. Favelas sind daher vor allem eins: ein Synonym für Gewalt und Armut. Weniger bekannt ist, dass die Elendsviertel längst auch Quelle und Hort digitaler Kreativität sind.<br />
Vor allem junge Favela-Bewohner üben sich mit Begeisterung in der lokalen Berichterstattung. Die deutschen Journalistinnen Julia Jaroschewski und Sonja Peteranderl schreiben seit 2001 auf <a href="http://buzzingcities.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BuzzingCities</a> und aus den Favelas in Rio, wohnen selbst in der Favela Rocinha und bloggen live von dort auf ihrem <a href="http://favelawatchblog.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Favelawatchblog“</a>. In der Veranstaltung „#favelasonline &#8211; Digitaler Wandel in den Armenvierteln von Rio de Janeiro“ der Heinrich-Böll Stiftung berichteten sie in Berlin, wie das Internet die brasilianischen Armenviertel in „die größten Startups Lateinamerikas“ verwandelt.</p>
<h3><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_2006-Ausschnitt-Skaliert.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-136723 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_2006-Ausschnitt-Skaliert.jpg" alt="IMG_2006-Ausschnitt-Skaliert" width="314" height="167" /></a>Ein „Make-Up“ für die Stadt?</h3>
<p>Vor dem Start der international beachteten Großereignisse soll sich in Rio, der Stadt der Strände und Sonnenanbeter, noch einiges ändern. Bis zur WM in diesem Sommer möchte der Staat etwa 250 Favelas in Rio polizeilich mit der sogenannten Befriedungspolizei UPP besetzen. Die Verdrängung von Drogenbanden soll die Viertel sicherer machen und Investitionen in die Infrastruktur sollen für eine Integration der Favelas in die Stadt sorgen. Ob diese Maßnahmen langfristig etwas verändern oder nur als kurzlebiges „Make-Up“ die Stadt aufhübschen, lässt sich nicht sagen. Es ist jedoch auffällig, dass hauptsächlich bekannte Favelas, die potenziell Touristen anlocken, von den staatlichen Verschönerungsmaßnahmen profitieren. Der Ausbau von Bibliotheken, Sportzentren und Seilbahnen ist zwar lobenswert aber vor allem medienwirksam, während Probleme wie eine marode Kanalisation, unzureichende Stromversorgung und Korruption in den meisten Favelas bestehen bleiben. Die Unzufriedenheit über die Inbesitznahme ihrer Viertel durch einen Staat, der Tourismus und die Interessen der Wohlhabenden fördert, wird von den Favela-Bewohnern lebhaft auf Twitter, Facebook, Instagram und Blogs dokumentiert. Als Reaktion auf die aufgezwungenen Veränderungen vollzieht sich in den Favelas gleichsam ein digitaler Wandel ab, der zum Teil nationale Beachtung erlangt.</p>
<h3>Das Internet als neues politisches Instrument</h3>
<p>Abwasserversorgung und Müllentsorgung sind in Brasiliens Armenvierteln meist in miserablem Zustand, doch das Internet ist nicht mehr aus den Favelas wegzudenken. Heute ist mehr als die Hälfte der Bewohner online, 78 Prozent der jüngeren Generation nutzt das Internet täglich. Die großen Telekommunikations- und Mobilfunkunternehmen machen sich diesen Wandel zunutze. Sobald eine Favela befriedet wurde, bieten sie verschiedene Pakete für mittellose Klienten an und entwickeln Apps speziell für Favela-Bewohner.<br />
Das Internet hilft den Bewohnern der Elendsviertel, politisch aktiv zu werden und Entscheidungsträger zum Handeln zu bringen. So organisierten viele Menschen sich im vergangenen Jahr in sozialen Netzwerken, um an den Sozialprotesten in Rio teilzunehmen. Wie auch schon im Arabischen Frühling wurde Polizeigewalt mit Handykameras dokumentiert und bot eine alternative Berichterstattung neben den Massenmedien. Umstrittene Projekte des Staats, wie der Bau einer teuren Seilbahn inklusive Zwangsumsiedlungen, werden im Internet kritisch diskutiert und Stromrechnungen öffentlich auf Facebook gepostet, um die neu eingeführten Preise zu vergleichen. Der wohl bekannteste Fall öffentlichen Drucks auf die Politik aus einer Favela ist der von Amarildo de Souza. Nachdem er im vergangenen Jahr spurlos aus der Favela Rocinha verschwand, startete seine Familie eine Facebook-Seite und löste eine Solidarisierungswelle sowie Straßenproteste im Namen aller Vermissten aus. Unter dem Druck der Massen wurde in einer Untersuchung festgestellt, dass die UPP ihn zu Tode gefoltert hatte. Der Polizeichef der UPP-Einheit in Rocinha musste gehen, 25 Polizisten wurden angeklagt.<br />
Marina Moreira aus der Favela Morro de Providencie ist eine der jungen Reporterinnen und auf Twitter sehr aktiv. Sie ist für die Veranstaltung nach Berlin gekommen und teilt dem deutschen Publikum mit: „Wir finden neue Formen von Politik“.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p><a href="https://twitter.com/BuzzingCities">@BuzzingCities</a> <a href="https://twitter.com/vivarocinha">@vivarocinha</a> estamos invetando novas formas políticas <a href="https://twitter.com/search?q=%23favelasonline&amp;src=hash">#favelasonline</a><br />
— Marina Moreira (@mmari92) <a href="https://twitter.com/mmari92/statuses/426081134045179904">22. Januar 2014</a></p></blockquote>
<p>Auch Michel Silva bloggt und twittert täglich mithilfe seines Smartphones auf <a href="http://vivarocinha.org/portal/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vivarocinha.org</a>. Wenn er über Probleme wie kaputte Straßen und Brände berichtet, hilft das den Bewohnern, aber er macht die Alltagsprobleme der Bewohner auch für ein nationales Publikum sichtbar.</p>
<h3>Ein neues Selbstbewusstsein</h3>
<p>Nicht nur die Probleme der Favelas werden im Internet kommuniziert. Eine neue Generation von selbstbewussten jungen Favela-Bewohnern erstellt Facebook-Seiten für Restaurants und Geschäfte, macht Fotos von Bars und Kunstprojekten und entkräftet so das negative Image ihrer Heimat in der brasilianischen Gesellschaft. Die Initiative <a href="http://www.afroreggae.org/tanomapa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Tá no mapa“</a> („Es ist auf der Karte“) der NGO AfroReggae macht Sehenswürdigkeiten und kulturelle Einrichtungen der Armenviertel auf einer Karte sichtbar. favelawatchblog berichtet <a href="http://favelawatchblog.com/2014/01/17/favelasonline-die-neuvermessung-der-stadt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>, dass Google Maps den Begriff “Favela” 2009 auf Initiative des Bürgermeisters von Rio, Eduardo Paes, und der städtischen Tourismusagentur Riotur überwiegend aus den Karten gelöscht und die Armenviertel als strukturlose Farbkleckse ohne Einzeichnung von Straßen angezeigt hatte. AfroReggae und andere Initiativen kontern auf diesen Identitätsdiebstahl mit ihren selbst erstellten Karten, denn „eine Karte ist mehr als eine Karte – sie ist auch ein Existenzbeweis“, so AfroReggae.</p>
<h3>Wird alles anders?</h3>
<p>Im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft und der Olympischen Spiele dient das Internet den Favela-Bewohnern als Instrument der Selbstorganisation, lokalen politischen Berichterstattung und Identitätsschaffung. Nationale wie internationale Medien berichten zunehmend über die Situation in den Armenvierteln. Wünschenswert wäre, dass das breitere Interesse auch nach Ende der Großereignisse bestehen bleibt. Doch ist der neue Bürgerjournalismus nicht ungefährlich, denn Drogenbanden sind weiterhin die inoffiziellen Herrscher der Viertel. Drogen werden als Thema in der Berichten deshalb oft ausgespart, was einen unabhängige Berichterstattung – und dadurch auch ein rundum authentisches Bild der Lage &#8211; erschwert.<br />
Bilder: <a href="http://www.flickr.com/photos/48950965@N08/4712164611/in/photostream/lightbox/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thiago Trajano</a> (oben); Christina zur Nedden; <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC 2.0)</a><br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130752" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" alt="CC-Lizenz-630x110" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Internationale Aktivismus-Konferenz: “Energize, Polarize, Mobilize!“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Mar 2013 16:33:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Beckedahl]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kampagnen]]></category>
		<category><![CDATA[Jillian C. York]]></category>
		<category><![CDATA[Internetaktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Heinrich Böll Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Klicktivismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Aktivist von heute muss viele Fähigkeiten besitzen: Organisationstalent, Ideenreichtum, Rechtsverständnis und Netzaffinität. Zu diesem Schluss konnte kommen, wer bei [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Heinrich-Böll-Stiftung-cc-by-sa.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-127780" alt="Heinrich Böll Stiftung - CC BY-SA 3.0" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Heinrich-Böll-Stiftung-cc-by-sa-630x418.jpg" width="630" height="418" /></a>Der Aktivist von heute muss viele Fähigkeiten besitzen: Organisationstalent, Ideenreichtum, Rechtsverständnis und Netzaffinität. Zu diesem Schluss konnte kommen, wer bei der internationalen Konferenz „Energize, Polarize, Mobilize!“ der Heinrich-Böll-Stiftung am vergangenen Freitag war. Hauptsächlich ging es aber um politischen Aktivismus – online wie offline.<br />
Protest kann sehr einfach sein: Plakate sind schnell gemalt, eine kurze Einladung über Facebook verschickt und dann ab auf die Straße. Könnte man meinen, aber die Realität sieht anders aus. Wie an Online-Protestbewegungen à la <a href="https://www.facebook.com/zuGuttenBACK?fref=ts">“Wir wollen Guttenberg zurück“</a> in der jüngsten Vergangenheit zu sehen war, steckt hinter einer Idee oft nicht viel mehr als eben diese Idee. Im Netz spricht man dabei vom sogenannten <a href="http://politik-digital.de/klick-aktivismus-online-kampagnen-in-der-politik/">“Klicktivismus“</a> &#8211; politischer Aktivismus für Faulenzer. Resultat der Guttenberg-Aktion waren zehntausende „Likes“ bei Facebook, jedoch gähnende Leere oder höhnisches Gelächter von Gegnern der Aktion bei Flashmobs und Demonstrationen. Wer mit dem Protest wirklich etwas erreichen will, muss mehr als nur eine Idee haben: nämlich die richtige Strategie, das Vorhaben umzusetzen – und das gilt für Online- genauso wie für Offline-Kampagnen.<br />
<strong>Online oder offline, was funktioniert besser?</strong><br />
Auf der internationalen Workshop-Konferenz <a href="http://www.boell.de/demokratie/netz-mobilize-konferenz-16987.html">„Energize, Polarize, Mobilize!“</a>, organisiert von der Grünen-nahen Heinrich Böll-Stiftung, drehte sich alles um politischen Aktivismus und die Frage, wie man ihn am besten einsetzen kann, um Menschen für eine Sache zu begeistern, zu polarisieren und zu mobilisieren. Kaum überraschend: Das Internet spielte bei der Veranstaltung eine zentrale Rolle. Wie Katarzyna Szymielewicz von der polnischen <a href="http://panoptykon.org/english">Panoptykon Foundation</a> feststellte, hat das Internet zwei entscheidende Vorteile für die Organisation von Protest: „Es ist einfacher und kostengünstiger, dem Bürger sein Anliegen zu präsentieren.“ Allerdings sei es schwierig, Online- und Offline-Maßnahmen gut miteinander zu kombinieren, damit sie erfolgreich ineinander greifen. Man müsse unterschiedliche Strategien dafür entwickeln.<br />
Dass Online-Protest alleine nicht ausreicht, um seine Ziele in der Politik oder in der Gesellschaft durchzusetzen – darin waren sich alle Teilnehmer der Konferenz einig. So wies die namibische Frauenrechtsaktivistin Sheena Magenya darauf hin, dass der Zugang zum Internet in Afrika noch immer Luxus sei, der nicht allen zur Verfügung stehe. Daher könne man das Internet nicht als Allzwecklösung einsetzen, um weltweit Protest zu organisieren. Und auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_F%C3%BCcks">Ralf Fücks</a>, Aktivisten-Urgestein und Vorstandsmitglied der Heinrich Böll-Stiftung, bekräftigte, dass Online-Aktivismus nicht als Placebo für reale Politik dienen dürfe. Allerdings habe die digitale Welt die Politik verändert – das betreffe die Form der Aktion ebenso wie die Art und Weise, mit der man Leute erreichen könne, so Fücks weiter.<br />
<strong>Aktivisten aller Länder, vernetzt Euch!</strong><br />
Wir können also festhalten: Das Internet allein wird die Welt wohl nicht verändern. Doch entstehen durch das Medium ganz neue Chancen der Mobilisierung und Vernetzung. Man nehme das Beispiel ACTA: Durch das Teilen und die Weitergabe von Informationen baute sich im Netz ein riesiger Widerstand gegen das geplante EU-Handelsabkommen auf, der vor einem Jahr zu etlichen großen On- und Offline-Demonstrationen führte. „Ohne Internet wäre es nicht machbar gewesen, so viele Leute zu mobilisieren“, bestätigte <a href="http://beckedahl.org/">Markus Beckedahl</a>, Vorsitzender der Digitalen Gesellschaft. Ergebnis waren die Ablehnung von ACTA und ein Sieg für die Netzgemeinde.<br />
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Internationalisierung des Protests. Dadurch, dass Aktivisten sich via Internet weltweit vernetzen können, können sie zum Beispiel voneinander lernen, wie am besten mit Repression umzugehen ist. <a href="http://politik-digital.de/jillian-c-york-beharrliche-kaempferin-fuer-die-meinungsfreiheit/">Jilian C. York</a> von der <a href="https://www.eff.org/">Electronic Frontier Foundation</a> plädierte in ihrer Keynote für noch mehr Zusammenarbeit der Aktivisten weltweit. Und auch Regierungen könnten von anderen Regierungen lernen, wie sie mit Protest umgehen können. Das war auch Ziel der Konferenz: Der Heinrich Böll-Stiftung ist es gelungen, Aktivisten aus allen Teilen der Welt zu vernetzen. Am Samstag und Sonntag konnten sich die neu geknüpften Verbindungen in Workshops weiter vertiefen und wer weiß, vielleicht entsteht ja die eine oder andere neue Bewegung daraus.<br />
<br />
Bild: Heinrich Böll Stiftung (cc by-sa 3.0)</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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