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	<title>Herbert Rische &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Herbert Rische &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Kopfpauschale nicht organisierbar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ambeer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Oct 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Rentenreform]]></category>
		<category><![CDATA[Herbert Rische]]></category>
		<category><![CDATA[Herzog-Kommission]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/h_rische.jpg" alt="Dr. Herbert Rische" align="left" border="0" height="116" width="82" /></b> 
<span style="color: #000000"><b><b> 
Dr. Herbert Rische, der Präsident der Bundesversicherungsanstalt 
für Angestellte und Mitglied der Herzog-Kommission, ist am 9. Oktober 
2003 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/h_rische.jpg" alt="Dr. Herbert Rische" align="left" border="0" height="116" width="82" /></b><br />
<span style="color: #000000"><b><b><br />
Dr. Herbert Rische, der Präsident der Bundesversicherungsanstalt<br />
für Angestellte und Mitglied der Herzog-Kommission, ist am 9. Oktober<br />
2003 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Politik-Interessierte ob mit oder ohne Rente, herzlich willkommen<br />
im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de und<br />
von sueddeutsche.de. Heute ist der Präsident der Bundesversicherungsanstalt<br />
für Angestellte, Herbert Rische, zum Chat ins ARD-Hauptstadtstudio<br />
gekommen. Können wir beginnen Herr Rische?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Wir können beginnen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Sie sind Mitglied im Schätzerkreis (oder Ihre Experten). Auf welchen<br />
Betrag muss der Rentenbeitrag im kommenden Jahr steigen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Das hängt von vielen Punkten ab. Das hängt davon ab, wie sich<br />
die Einnahmen dieses Jahr entwickeln. Es hängt davon ab, wie die<br />
wirtschaftlichen Einnahmen für dieses Jahr gesetzt werden. Und es<br />
hängt natürlich davon ab, wie die gesetzlichen Rahmenbedingungen<br />
nächstes Jahr aussehen werden. Nach unseren derzeitigen Schätzungen<br />
rechnen wir mit einem Beitragssatz von 19,9%. Aber wie gesagt, nächste<br />
Woche kommen die aktuellen Zahlen erst auf den Tisch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Robherff</b>:<br />
Wie ist das eigentlich möglich, dass sich nun schon das xte Mal ein<br />
„Rentenloch“ auf tut. Wieso ist es nicht möglich, vorausschauender<br />
zu agieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Die Rentenversicherung ist abhängig von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen<br />
und die Einschätzung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den<br />
letzten Jahren war offensichtlich für alle Wirtschaftsexperten sehr<br />
problematisch. Ich möchte deutlich darauf hinweisen, dass wir zurzeit<br />
ein Einnahmeproblem haben, das durch die schlechte konjunkturelle Entwicklung<br />
bedingt ist und kein Problem, das irgendwie mit zukünftigen demographischen<br />
Problemen zu tun hätte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Müssten Sie (oder der Finanzminister) nicht bei der Schätzung<br />
des Wirtschaftswachstums dann vorsichtiger vorgehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Wir gehen von Seiten der Rentenversicherung immer mit sehr vorsichtigen<br />
Annahmen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung heran aber<br />
letztendlich sind wir an den Rahmen gebunden, den einzelne Forschungsinstitute<br />
oder aber der Sachverständigenrat der Bundesregierung abstecken.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Netrentner</b>:<br />
Wie hoch war denn bisher der höchste Beitragssatz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Das waren 20,3%.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Im Gegensatz zur vorherigen eine pauschale Frage &#8211; schwer zu beantworten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>AFb</b>:<br />
Stellt Rürup oder Herzog die besseren Weichen für die Zukunft?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Ich glaube solche Kommissionen an sich stellen nicht die Weichen für<br />
die Zukunft. Die Weichen an sich hat die Politik zu stellen. Im übrigen<br />
ist, wenn wir den Bereich der Rentenversicherung in den beiden Kommissionsberichten<br />
ansehen, festzustellen, dass die Unterschiede nicht allzu groß sind.<br />
Ich glaube gerade in der Rentenversicherung sind beide Gutachten eine<br />
gute Grundlage für einen parteiübergreifenden Konsens.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gerhard</b>:<br />
Die CDU streitet sich gerade, zum einen mit der CSU, zum anderen mit dem<br />
rheinischen Sozialstaatsgedanken. Verstehen Sie die Positionen und welcher<br />
Position fühlen sie sich inhaltlich verpflichtet, nicht parteipolitisch<br />
meine ich?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Die unterschiedlichen Positionen sind durchaus verständlich und nachvollziehbar.<br />
Am deutlichsten sind die Unterschiede im Bereich der Kranken- und Pflegeversicherung,<br />
wobei die eine Seite hier ein Prämienmodell &#8211; das gleich Prämien<br />
für alle vorsieht &#8211; bevorzugt und die andere ein lohnabhängiges<br />
Beitragsmodell. Meine Präferenzen liegen auf dem lohnabhängigen<br />
Beitragsmodell, denn ein Prämienmodell, oder auch die so genannte<br />
Kopfpauschale, erfordern vielfältige soziale Ausgleichsmechanismen,<br />
die weder verwaltungsmäßig organisierbar sind, noch dem Gerechtigkeitsempfinden<br />
vieler Versicherter entsprechen. Im übrigen muss immer wieder deutlich<br />
darauf hingewiesen werden, dass kein Modell es verhindern kann, dass wir<br />
zukünftig mehr Geld für diese Bereiche ausgeben werden müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Ein Kommentar von:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angsthase</b>:<br />
Der Vorschlag der Herzog-Kommission ist sozial unverträglich, da<br />
er die Arbeitnehmer einseitig belastet und sozial schwächer gestellte<br />
Menschen in die Sozialhilfe treibt. Ich glaube zwar nicht, dass Sie das<br />
wirklich berührt, aber für die Menschen an der Arbeitsfront<br />
ist die Tatsache, dass sie eine Kopfpauschale unabhängig vom Einkommen<br />
zahlen sollen, relevant.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Ich habe gerade darauf hingewiesen, dass ich diese Probleme sehe. Vielleicht<br />
nicht in der Schärfe, wie Sie formulieren, aber doch in einer deutlichen<br />
Form, dass die Politik sie zu beachten hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gast72</b>:<br />
Sehr geehrter Herr Dr. Rische, nachdem lange zu hören war, die Herzog-Kommission<br />
lehne eine Anhebung des gesetzlichen Rentenalters vom 65. auf das 67 Lebensjahr<br />
ab, ist diese Forderung nun doch in den Bericht aufgenommen worden. Wie<br />
kam es zu diesem Sinneswandel?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Wir müssen die erfreuliche Tatsache feststellen, dass die Menschen<br />
in Zukunft länger leben werden. Dies bedeutet, dass wir für<br />
den Zeitraum des Ruhestandes mehr Geld aufwenden werden müssen als<br />
heute. Um die Belastung der Beitragszahler in Grenzen zu halten, gibt<br />
es in der Rentenversicherung nur wenig Möglichkeiten. Zum einen die<br />
Möglichkeit die Rente abzusenken oder die Bezugsdauer der Rente zu<br />
verkürzen. Zum Beispiel durch ein späteres Renteneintrittsalter.<br />
Die Reformen der vergangenen 15 Jahre werden dazu führen, dass die<br />
Renten in der Zukunft nicht mehr so stark steigen werden wie in der Vergangenheit.<br />
Deshalb ist der Spielraum einer Rentensenkung nur sehr gering. Aus diesem<br />
Grunde kam es zur Aufnahme des Alters von 67 Jahren als Rentenzugangsalter<br />
auch in der sogenannten Herzog-Kommission.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Netrentner</b>:<br />
Warum hat man denn die versicherungsfremden Leistungen aus dem Rententopf<br />
finanziert trotz der demografischen Probleme?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Die Rentenversicherung ist von ihrem System her als eine Sozialversicherung<br />
angelegt und in einem solchen Sozialversicherungssystem sind immer auch<br />
versicherungsfremde, sogenannte Leistungen des sozialen Ausgleichs, mit<br />
enthalten. Im Übrigen ist durch die heutige Ausgestaltung des Bundeszuschusses<br />
der Bereich der versicherungsfremden Leistungen weitgehend abgedeckt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Noch mal Fragen zum Problem Rente ab 67:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Biene</b>:<br />
Sehr geehrter Herr Dr. Rische, halten Sie die Anhebung des Rentenalters<br />
aufgrund der heutigen Arbeitsmarktlage wirklich für sinnvoll?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Samy</b>:<br />
Lösen diese ganzen Vorschläge eigentlich das Hauptproblem? Es<br />
gibt zuwenig Beitragszahler, weil in Deutschland zuwenig Kinder geboren<br />
werden, nicht? Oder? Und wenn jetzt dass Rentenalter angehoben wird, trägt<br />
dies nicht zu einer höheren Arbeitslosigkeit bei? Wird hier nicht<br />
ein Problem durch ein anderes ersetzt??</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Man muss deutlich darauf hinweisen, dass die Anhebung des Renteneintrittsalters<br />
erst ab dem Jahre 2011/2012 beginnen soll und dann einen 12 oder 24-jährigen<br />
Übergangszeitraum umfassen soll. Nach dem Jahr 2011 wird der Arbeitsmarkt<br />
in Deutschland aufgrund der demographischen Lage sicherlich ganz anders<br />
aussehen als heute. Die Tatsache, dass zuwenig Kinder in Deutschland geboren<br />
werden ist sicherlich zutreffend festgestellt und hier sind alle Verantwortlichen<br />
aufgerufen, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Wichtig<br />
wird aber auch in Zukunft sein, dass diese Kinder Arbeitsplätze haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>danman2298212</b>:<br />
Arbeitslosenabbau durch Druck auf die Arbeitslosen und nicht durch Erleichterung<br />
bei Unternehmen? Halten Sie das für richtig?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Ich denke das Thema „Druck auf die Arbeitslosen&quot; kann sicherlich<br />
das Problem des Arbeitsmarktes nicht lösen. Hier ist mehr Flexibilität<br />
im Rahmen der Gesetzgebung erforderlich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Charlotte<br />
S</b>: Meine Mutter hat 6 Kinder großgezogen und bekommt dafür<br />
6 Jahre Kindererziehungszeit in der Rente. Das ist genauso viel, wie eine<br />
Frau zukünftig laut Herzog Kommission für 1 Kind bekommen soll!<br />
Herr Rische, finden Sie das gerecht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Sicherlich werden Regelungen, die nur für zukünftige Rentnerinnen<br />
positiv wirken sollen, von den jetzigen Rentnerinnen als ungerecht empfunden,<br />
wenn sie nicht davon profitieren. Hier wird die Politik entscheiden müssen,<br />
wie sie eine gleichgewichtige Lösung für jetzige und zukünftige<br />
Rentner schafft.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Derzeit liegt das sogenannte Bruttorenteniveau bei rund 48 Prozent, das<br />
Nettoniveau bei ca. 68. Eine ehrliche Prognose. Wie hoch kann es 2020<br />
noch sein?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Von der Rentenversicherung werden immer Prognosen gefordert, die über<br />
Jahrzehnte hinweggehen &#8211; nur &#8211; auch die Rentenversicherung hat keine prophetischen<br />
Gaben. Letztlich ist die Politik gefordert entsprechende Zielvorgaben<br />
aufzustellen und danach die Rahmenbedingungen zu entscheiden. Ich gehe<br />
davon aus, dass die Politik auch für die Zukunft ein Rentenversicherungssystem<br />
erhalten will, das deutlich macht, dass sich Ein- und Auszahlungen rechnen<br />
und dafür sorgt, dass man sich nicht auf ein wie auch immer geartetes<br />
Sozialsystem zurückzieht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fritz</b>:<br />
Wenn man über die Rente von 2030 oder später redet, müsste<br />
man auch über die Förderung von Familien und Kindern reden.<br />
Dann hätten wir vielleicht auch zu diesem Zeitpunkt mehr Beitragszahler<br />
die heute noch gar nicht geboren sind. Vereinbarkeit von Familie und Beruf,<br />
kurze Ausbildungszeiten und keine Warteschleifen &#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Ich habe vorhin ja schon darauf hingewiesen, dass natürlich die Rahmenbedingungen<br />
für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser gestaltet sein<br />
müssen als heute. Dies ist aber nicht in erster Linie von der Rentenversicherung<br />
zu schultern, sondern von vielen anderen Politikbereichen. Zum Beispiel:<br />
Ausbildung, Familienpolitik, Arbeitspolitik und vielen anderen Feldern,<br />
die hier eine Rolle spielen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ewrt</b>:<br />
Könnte das Problem nicht auch durch eine Einwanderungspolitik gelöst<br />
werden, wenn sich endlich die Politik bzw. die Union dazu bereit erklären<br />
würde, das nicht mehr zu leugnen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
In allen Berechnungen ist eine bestimmte Anzahl von Zuwanderern in die<br />
BRD unterstellt. Zurzeit geht man von etwa 100.000 Zuwanderern pro Jahr<br />
aus. Ich gehe davon aus, dass sich durch das zukünftige Zusammenwachsen<br />
Europas wahrscheinlich eine höhere Zuwanderung ergeben wird. Nur<br />
alleine dadurch ist die zukünftige Belastung der sozialen Sicherungssysteme<br />
nicht zu lösen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Blacky</b>:<br />
Zuwanderer bekommen Rente von uns, ohne jemals eingezahlt zu haben. Warum?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Erstens ist es heute nur in sehr wenigen Fällen noch möglich,<br />
solche Renten überhaupt zu bekommen. Zweitens postuliert unsere Verfassung<br />
die Eingliederung deutschstämmiger Aussiedler.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Schulz</b>:<br />
Sind die Zahlen im Bericht der Herzog-Kommission seriös gerechnet?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Bemerkung meinerseits: Es gibt wenig Zahlen im Herzog-Bericht im Vergleich<br />
zur Rürup-Kommission.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Mir scheint, dass Zahlenwerk im Bericht der Herzog-Kommission ist weniger<br />
belastbarer als das Zahlenwerk im Rürup-Bericht. Insbesondere die<br />
Gesamtbelastung des Einzelnen aus den Bereichen Krankenversicherung, Pflegeversicherung<br />
und Rentenversicherung ist noch nicht zuende gedacht. Hier ist sicherlich<br />
eine Schwachstelle im Bericht der Herzog-Kommission festzustellen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Pittermännchen</b>:<br />
Wenn Sie Angestellter wären und die volle Rente nach 45 Beitragsjahren<br />
erst erhalten, würde Ihnen selbst die volle Rente erst im Jahre 2021<br />
&#8211; mit 74 Jahren zustehen!!! Wie finden Sie denn dieses persönlich?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Ich wüsste nicht, warum ich erst mit 74 Jahren Rente bekommen würde,<br />
wenn ich Angestellter wäre. Im Übrigen habe ich immer darauf<br />
hingewiesen, dass Einschränkungen im Recht der Rentenversicherung<br />
auch im Recht der Beamtenpensionen nachzuvollziehen sind. Das Thema volle<br />
Rente nach 45 Jahren voller Beitragszahlung wird im Bericht der Herzog-Kommission<br />
angesprochen. Hier geht es allerdings um den Fall, dass jemand vor dem<br />
gesetzlichen Rentenalter- also vor 65 oder67 &#8211; ohne Abschläge in<br />
Rente gehen kann und nicht darum, dass man erst nach 45 Jahren in einem<br />
Alter, das dann womöglich jenseits von 67 liegt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>HJS</b>:<br />
Wäre es nicht sinnvoller, den tatsächlichen Renteneintritt in<br />
Richtung 65 zu lenken, als über eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit<br />
bis 67 nachzudenken?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Natürlich müssen wir uns alle bemühen, den tatsächlichen<br />
Renteneintritt Richtung 65 zu legen. Nur heute kann kaum noch jemand vor<br />
65 ohne Abschläge in Rente gehen. Dies bedeutet, dass bei einer Heraufsetzung<br />
des tatsächlichen Renteneintrittsalters Richtung 65 die finanzielle<br />
Entlastung der gesetzlichen Rentenversicherung nicht eintritt. Nur eine<br />
Heraufsetzung des gesetzlichen Renteneintrittsalters kann zu einer Entlastung<br />
des Rentenversicherungssystems führen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Experten kritisieren die derzeitigen Rentenabschläge bei der vorzeitigen<br />
Verrentung als viel zu niedrig. Jetzt sind das 3,6% pro Jahr. Wie hoch<br />
sollten sie Ihrer Meinung nach sein?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Beide Kommissionen, sowohl Rürup als auch Herzog, haben übereinstimmend<br />
festgestellt, dass die Abschläge versicherungsmathematisch korrekt<br />
berechnet sind. Wenn man höhere Abschläge einführen würde,<br />
müsste man deutlich darauf hinweisen, dass dies als eine Art Strafsanktion<br />
für früheren Rentenbeginn gedacht ist. Dies ist politisch möglich,<br />
aber nicht mit der Zielsetzung der heutigen Abschläge vereinbar.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Liddy</b>:<br />
Als Akademikerin bin ich nicht nur relativ spät ins Erwerbsleben<br />
eingetreten, sondern habe darüber hinaus auch Unterbrechungen, Honorarverträge<br />
und Teilzeitphasen. Das führt wahrscheinlich im Alter zu einer geringen<br />
Rente. Hat die Herzog-Kommission in ihren Reformüberlegungen Vorschläge,<br />
wie solche „modernen“ Erwerbsverläufe in Zukunft besser<br />
abgesichert werden können?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Im Gegensatz zur Rürup-Kommission hat die Herzog-Kommission dieses<br />
Problem angesprochen. Konkrete Lösungen sind jedoch noch nicht vorgeschlagen.<br />
Ich bin der Auffassung, dass das Problem der unsteten Erwerbsverläufe<br />
in Zukunft ähnlichen Sprengstoff enthalten wird wie das Problem der<br />
Demographie.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Die grundsätzlichste aller Fragen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Opa</b>:<br />
Das mit der Rentenversicherung klappt doch sowieso nicht mehr richtig.<br />
Sollten wir sie nicht ganz abschaffen und jeder spart für sich alleine?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Die Risiken werden in Zukunft eher größer als kleiner. Deswegen<br />
werden wir in Zukunft eher mehr als weniger Solidarität brauchen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Vielleicht realistischer könnte aber dann die Frage sein:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Blümchen</b>:<br />
Ab wann gibt es die Grundrente für alle? Wäre die dann sicher?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Eine Grundrente für alle ist aus dem Steueraufkommen zu finanzieren,<br />
und dies würde bedeuten, dass es in Zukunft eine Rente nach Kassenlage<br />
des Bundesfinanzministers gäbe. Eine größere Sicherheit<br />
gegenüber dem heutigen Finanzsystem kann ich darin nicht erkennen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Die Bundesregierung erwägt die Reduzierung der so genannten Schwankungsreserve<br />
der gesetzlichen Rente, die Grünen denken sogar an „Null“<br />
Schwankungsreserve. Aus Ihrer Sicht o.k.?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herbert Rische</b>:<br />
Nein. Dies würde bedeuten, dass der Bundesfinanzminister jeden Monat<br />
unmittelbar in der Finanzverantwortung für die gesetzliche Rentenversicherung<br />
wäre. Dies würde dem Vertrauen in das Rentensystem nicht gut<br />
tun.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Eine Stunde ist leider schon vorbei, vielen Dank für Ihr Interesse<br />
und die Fragen. Es sind noch viele übrig, das Thema Rente liegt doch<br />
vielen am Herzen. Herzlichen Dank, Herr Rische, dass Sie sich die Zeit<br />
genommen haben! Alle Chat-Transkripte finden Sie auf den Seiten der Veranstalter.<br />
Das tacheles.02-Team wünscht allen noch einen schönen Tag und<br />
Abend!</span></p>
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