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	<title>Herta Däubler-Gmelin &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Herta Däubler-Gmelin &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Verbraucherschutz und Gentechnik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sfuhrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jul 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Europapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Herta Däubler-Gmelin]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
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		<category><![CDATA[SPD]]></category>
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					<description><![CDATA[<b>Herta Däubler-Gmelin<!-- #EndEditable --> 
im europathemen.de-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->29.07.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Herta Däubler-Gmelin<!-- #EndEditable --><br />
im europathemen.de-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->29.07.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" --> </p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herzlich willkommen im Chat von europathemen.de,<br />
dem Projekt der Bundeszentrale für Politischen Bildung und des<br />
Zentrums für Medien und Interaktivität an der Uni Gießen<br />
zur Europawahl. Dieser Chat wird von politik-digital.de durchgeführt.<br />
Heute ist bei uns die SPD-Politikerin Herta Däubler-Gmelin zu Gast,<br />
Mitglied des Bundestages, Ministerin der Justiz a.D. und Vorsitzende<br />
des Auschusses für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft<br />
im Deutschen Bundestag. Frau Däubler-Gmelin ist Schirmherrin verschiedenster<br />
karitativer Einrichtungen und des &quot;virtuellen Ortsvereins der SPD&quot;.
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/hdaeublergmelin.jpg" alt="Herta Däubler-Gmelin (SPD), MdB und Bundesjustizministerin a.D." align="left" height="124" width="92" />Herta<br />
Däubler-Gmelin:</b> Guten Tag an Alle. <b></p>
<p>Moderator:</b> Eine erste Frage von mir als Moderator zum Thema Gentechnik.<br />
Vor dem Chat erreichten uns auch schon einige Fragen zum Thema. Auf<br />
einer Internetseite sind Sie Patin einer Frage, die Internetnutzer zur<br />
Debatte einlädt. Die Frage lautet: &quot;Gibt es gute Jobs künftig<br />
nur noch für Leute mit passenden Genen?&quot;. Die Frage wird im<br />
angeschlossenen Forum heiß diskutiert. Frau Däubler-Gmelin,<br />
ist das ein Zukunfts-Horror-Szenario oder glauben Sie, dass es wirklich<br />
so weit kommen kann?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Nun, es kann wirklich so weit kommen,<br />
die Auswahl von Leuten für gute Jobs läuft heute schon. Wir<br />
wissen auch, dass die echten und vermeintlichen Segnungen in Zusammenhang<br />
mit der humanen Gentechnik nicht nur von Ethikbewussten eingesetzt werden,<br />
wenn es sich wirtschaftlich lohnt. Bei uns allerdings werden wir das<br />
hoffentlich verhindern können.
</p>
<p>
<b>Peri:</b> Welche Gefahren sehen Sie in der Forschung mit embryonalen<br />
Stammzellen und deren Einsatz?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Hallo, Peri. Zunächst die, dass<br />
menschliches Leben &quot;vernutzt&quot; und verbraucht wird &#8211; zu Experimenten,<br />
die man mit tierischen Embryonen auch machen könnte,<br />
dann sehe ich die Gefahr, dass die Möglichkeiten der adulten Stammzellen<br />
nicht ausreichend finanziert werden, obwohl es da große Chancen<br />
gibt. Im übrigen sind wohl Gefahren der Selektion &quot;geeigneter&quot;<br />
oder gewollter Eigenschaften nicht von der Hand zu weisen und das gibt<br />
dann auch Probleme mit dem sozialen Umgang mit Behinderungen.
</p>
<p>
<b>schmitt:</b> Wird es in Zukunft verbrauchende Embryonalforschung<br />
in Deutschland geben?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Hallo, Schmitt: Wir befinden uns<br />
ja im Zustand eines Kompromisses, dem Stammzellen-Gesetz, das sich bewährt<br />
hat, so das Bundeskabinett am Mittwoch. Also es soll nicht erweitert<br />
werden. Ein bisschen Verbrauch ist es dennoch, auch wenn die embryonalen<br />
Stammzelllinien an ein bestimmtes Datum geknüpft sind und aus dem<br />
Ausland kommen. Aber, interessant ist vor allem, dass auch die forschende<br />
Wirtschaft und die Forschung selbst keine Gründe für eine<br />
Erweiterung des Gesetzes vorbringen kann.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen, die in die gleiche Richtung zielen:
</p>
<p>
<b>MTB:</b> &quot;Ohne Patente auf DNA-Sequenzen gibt es keine neuen<br />
Arzneimittel&quot;. Wie stehen Sie in zur Frage der Bio-Patente?
</p>
<p>
<b>clara:</b> Sollte sich ein Unternehmen Teile des menschliche Erbgut<br />
patentieren lassen können?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Danke für beide Fragen. Ich<br />
halte in solchen Fällen Verfahrenspatente für angemessen,<br />
also keine im eigentlichen (technischen) Sinne &#8211; Stoffpatente. Das ist<br />
aber in Europa noch umstritten, deshalb muss die Biopatentrichtlinie<br />
geändert werden.
</p>
<p>
<b>Huber:</b> Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte<br />
erklärte kürzlich, dass das Recht auf Leben offenbar nicht<br />
für Menschen vor der Geburt gilt (Klage einer Französin)?<br />
Ihre Meinung?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Lieber Herr Huber, das betrifft etwas<br />
anderes. In Straßburg ging es um die Reichweite der Europäischen<br />
Menschenrechtskonvention und die Richter haben erklärt (richtig!),<br />
dass dort über den umstrittenen Beginn menschlichen Lebens nichts<br />
enthalten ist und &#8211; wichtig!! &#8211; dass es darüber in Europa keinen<br />
Konsens gibt.
</p>
<p>
<b>ager:</b> Ist der Schutz eines Embryos in der EU Verfassung ausreichend<br />
verankert?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Ager, in der EU-Verfassung ist das<br />
nicht ausdrücklich verankert &#8211; das war offensichtlich unter den<br />
Beteiligten nicht zu machen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfrage zur Antwort auf Herrn Huber:
</p>
<p>
<b>Reus:</b> Wie ist denn die Reichweite definiert? Fehlt ein Konsens?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Reus, nein, die Reichweite ist nicht<br />
definiert. Wenn es Sie interessiert, schauen Sie doch bitte in die Biokonventionen<br />
des Europarates, die als Zusatzprotokolle zur Europäischen Menschenrechtskonvention<br />
(EMRK) fungieren.
</p>
<p>
<b>Sunder:</b> In vielen Fragen der Gentechnik gibt es einen breiten<br />
öffentlichen Diskurs. Wie schwer ist es in diesen Fragen fachlich<br />
immer auf dem Laufenden zu sein. Sind nicht sehr auf Ihre Berater angewiesen?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Lieber Sunder, Berater sind immer<br />
gut, selbst zu lesen allerdings noch viel besser. Man kann sich mit<br />
Hilfe des Internets ganz ordentlich auf dem laufenden halten, Französisch<br />
und Englisch ist allerdings von Vorteil.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum nächsten Thema: Lebensmittel.
</p>
<p>
<b>aus_Köln:</b> Wahlfreiheit bei gentechnisch veränderten<br />
Lebensmitteln ist ja schön und gut, aber ist das nicht auch für<br />
manche zu schwer, weil sie zum Beispiel auf die Preise schauen müssen<br />
oder einfach keine zwei Stunden Zeit für den Einkauf haben?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> ausköln, nun ja. Einen Tod muss<br />
der Hase sterben. Ich finde, man sollte schon für bedachten und<br />
überlegten Einkauf werben.
</p>
<p>
<b>Morole:</b> Wie weit sind die Forschungen zu den Gefahren von gentechnisch<br />
veränderten Lebensmitteln? Das ist doch bei jedem einzelnen Produkt(-zusatz)<br />
anders, also gar nicht zu überblicken?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Morole, es gibt hier Grundsatzfragen<br />
und viele, viele Details, zu den Grundsatzfragen gehören die nach<br />
gesundheitlichen Schäden (wenig bekannt, es gibt kaum Auswertungen<br />
von Langzeitversuchen) &#8211; die Schäden am Boden (Bakterien&#8230;) sind<br />
auch wenig bekannt. Und an der Umwelt (hier sind sogar noch die Methoden<br />
umstritten), über die Verträglichkeit bei Tieren wird auch<br />
noch gestritten und die Frage nach den sozialen Auswirkungen (Indien,<br />
Argentinien&#8230;) stellen sich ebenfalls.
</p>
<p>
<b>Freidel:</b> Wie werden Gesundheitsgefahren von Lebensmitteln denn<br />
erforscht? Ist es nicht so, dass diese teilweise eben nicht exakt nachgewiesen<br />
werden können, zum Beispiel Elektrosmog?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Freidel, so ist das halt mit neuen<br />
Methoden oder Möglichkeiten: Die Frage stellt sich, ob man alles<br />
zulassen soll bis zum Beweis der konkreten Schädlichkeit, das kann<br />
dann furchtbar große Schäden mit sich bringen (Thalyomide),<br />
oder ob man sorgfältige Untersuchungen, auch langfristige verlangt,<br />
bevor etwas zugelassen wird. Ich plädiere dafür, das Schadenspotential<br />
und die gewollte Verbreitung zu sehen und zu würdigen. Bei uns<br />
tendiert die Öffentlichkeit auf jeden Fall in die zweite Richtung,<br />
schon wegen der Erfahrungen mit BSE.
</p>
<p>
<b>ole_berlin:</b> Wieder und wieder gibt es Skandale mit verseuchten<br />
Lebensmitteln (zum Beispiel Salmonellen) &#8211; sobald es einmal ruhig geworden<br />
ist, kommt der nächste Skandal. Sind die gesetzlichen Strafen und<br />
Reglements nicht abschreckend genug?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Ole, verseuchte Lebensmittel sind<br />
eigentlich einfach: Da ist eine Schädigung nachweisbar und jemand<br />
zu schädigen ist verboten. Dennoch gibt es Schlampereien und Betrügereien.<br />
Das ist aber nicht auf Lebensmittel begrenzt, sonst gäbe es die<br />
Justiz nicht seit tausenden von Jahren.
</p>
<p>
<b>Don:</b> Haben Sie überhaupt Einfluss auf Lebensmittelüberwachung<br />
und -kontrolle oder werden die wichtigen Entscheidungen eh in Brüssel<br />
entschieden?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Don, Brüssel entscheidet viele<br />
Grundsatzfragen, setzt also Standards, die dann national umgesetzt oder<br />
ausgefüllt werden müssen. Die Lebensmittelüberwachung<br />
geschieht durch die Bundesländer und deren Behörden.
</p>
<p>
<b>Raps:</b> Zeigt das Thema nicht, dass auf nationaler Ebene andere<br />
Ansichten vorherrschen, als auf EU-Ebene? Hat Deutschland schärfere<br />
Gesetze als die EU? Ein Thema wo die Bürger das Gefühl bekommen,<br />
sie werden nicht gehört!
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Raps, das sehe ich nicht so, jedenfalls<br />
nicht durchgehend. Bei der Saatgut-Kennzeichnung allerdings haben Sie<br />
Recht. Da müssen wir &#8211; international vernetzt &#8211; noch arbeiten.<br />
Aber sonst, gibt es auch aus Brüssel ordentliche Vorgaben. Das<br />
Problem der Lebensmittelüberwachung kommt von den Ländern.
</p>
<p>
<b>Rainer:</b> Wenn wir über Lebensmittelkontrolle sprechen, ich<br />
denke wir haben sehr gute Gesetze, aber: wenn ein Restaurant nur alle<br />
drei Jahre kontrolliert wird und auch noch weiß wann, dann kann<br />
von einer wirksamen Kontrolle nicht die Rede sein, oder?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Rainer, das können Probleme<br />
sein. Auch die Termine, das Geld, die ausgebildeten Kontrolleure, die<br />
Organisation können Fehlerquellen sein. Das lassen wir uns im Ausschuss<br />
des Bundestages regelmäßig berichten.
</p>
<p>
<b>abi1999:</b> Inwieweit darf die EU eigentlich in die Lebensmittelüberwachung<br />
eingreifen? Was sollte eher national, und eher lokal geregelt werden?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Abi, die Ausführung von EU-Gesetzen<br />
und von nationalen Gesetzen passiert bei uns in den Bundesländern,<br />
die das, soweit sie es vernünftig machen, lokal organisieren.
</p>
<p>
<b>abi1999:</b> Bei der Wahl im Supermarkt, gibt es da eigentlich irgendwelche<br />
deutlichen Embleme/Zertifikate, auf die man achten kann oder muss man<br />
das Kleingedruckte lesen?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Abi, das Kleingedruckte zu lesen,<br />
empfiehlt sich immer! Aber es gibt die Kennzeichnungspflicht, es müssen<br />
also zum Beispiel bei Gentechnik-Veränderungen klare Hinweise lesbar<br />
sein. Zertifikate, die also bestimmte Methoden oder Reinheiten (zum<br />
Beispiel Bio) aber nicht alles kennzeichnen, gibt es auch.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wenn Sie für sich Maultaschen einkaufen, dann<br />
stellt sich doch sicher für Sie auch folgendes Problem:
</p>
<p>
<b>PöleP:</b> Wie soll der Verbraucher bei dem ganzen Biosiegeln<br />
die es mittlerweile gibt, beurteilen können, welche gut und welche<br />
nur Imagemarken sind?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Zunächst zu meinen Maultaschen:<br />
ich brauche Fleisch &#8211; da gilt das Gebot der Rückverfolgbarkeit.<br />
Das ist in Supermärkten bei verpacktem Fleisch kontrollierbar,<br />
mein Metzger (Fleischer) kennt seine Tiere noch persönlich. Ich<br />
brauche Eier, da gilt das Gleiche (außer, dass jetzt in der heißen<br />
Zeit zusätzlich die Kühlkette stimmen muss). Bei anderen Fragen<br />
ist es gut, sich den genauen Inhalt eines Siegels oder Zertifikats einmal<br />
anzuschauen. Dann weiß man, was es sagt und was nicht. Wie gesagt,<br />
informierte Verbraucher sind nicht nur die Besten, sondern essen auch<br />
am besten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Und? Gibt es zu viele Gütesiegel?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Es gibt viele unterschiedliche, das<br />
ist wahr. Aber wer sich informiert, steigt durch.Wer das nicht tut,<br />
muss es lernen.
</p>
<p>
<b>abi1999:</b> Aber was ist mit den Bio-Siegeln, gibt es irgendwo<br />
eine staatliche Garantie? Oder muss ich einfach einem Siegel vertrauen?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Abi, Bio-Siegel sind meist Selbstzertifikate<br />
der Wirtschaft, die aber unter staatlicher Beteiligung an Kontrollprozesse<br />
angebunden sind. Auf Deutsch: Man kriegt sie oder behält sie nur,<br />
wenn man in überprüfbare Kontrollprozesse eingebunden ist.
</p>
<p>
<b>TreterPe: </b>Was tun Sie für die Förderung von Bioläden<br />
oder regionalen Einkaufsgenossenschaften?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Zunächst, selbst dort einkaufen,<br />
dann für sie werben &#8211; je mehr desto besser.
</p>
<p>
<b>Susanne:</b> Kann denn ein Preis von zwei bis drei Euro für<br />
ein Kilo Fleisch in den Discountern gesund sein?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Susanne, schwierig. Nun kann ein<br />
Discounter ja einige Waren subventionieren (Kampfpreise&#8230;). Meine Landwirtfreunde<br />
sagen mir allerdings, dass es einfach nicht möglich ist, ein gutes<br />
Tier unter akzeptablen Bedingungen, gentechnikfrei ernährt, zu<br />
diesem Preis anzubieten.
</p>
<p>
<b>Eidl:</b> Nicht alle Menschen können sich teure Bio-Produkte<br />
leisten. Sollten solche Produkte nicht staatlich gefördert werden?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Eidl, wahr! Allerdings geben Leute<br />
heute für Firlefanz viel mehr Geld aus. Der Anteil des Haushaltseinkommens,<br />
der für Essen ausgegeben wird, ist heute wesentlich geringer als<br />
vor circa 30 Jahren.
</p>
<p>
<b>Rainer:</b> Ich denke, Sie habe recht, dennoch: Heutzutage soll<br />
Essen schnell und billig sein. Supermärkte mit Wahlfreiheit verschwinden<br />
und machen den Discountern Platz. Kann ich da noch wählen?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Rainer, das macht in der Tat große<br />
Probleme. Wir sollten die Möglichkeiten der regionalen Erzeuger<br />
viel bewusster nutzen (Wochenmärkte, Hofverkäufe, Läden<br />
in Dörfern &#8230;)
</p>
<p>
<b>Lecker:</b> Müssen die Agrarsubventionen nicht stärker<br />
abgebaut werden? Und damit die Preise für Fleisch steigen?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Lecker, durch die GAP (Gemeinschafts-Agrar-Politik)<br />
der EU kommt es in den nächsten Jahren zu einem erheblichen Umbau<br />
und der zwangsläufigen Senkung von Agrarsubventionen. Es soll nicht<br />
mehr Masse, sondern Qualität und Klasse subventioniert werden.<br />
Ich finde es wichtig, dass nicht die kleinen Familienbetriebe, die wir<br />
auch aus Umwelt- und Sozialaspekten dringend brauchen, vollends durch<br />
den Wettbewerb vernichtet werden.
</p>
<p>
<b>Webchatter:</b> Was sagen sie denn zu den Tiertransporten quer durch<br />
Europa?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Webchatter: Problem! Hier arbeiten<br />
wir an vernünftigen kürzeren Gesamtzeiten und besseren Transportbedingungen<br />
im Bereich der EU. Das Problem der konzentrierten Schlachthöfe<br />
stellt sich hier übrigens auch.
</p>
<p>
<b>Vox:</b> Sind Sie für eine Stärkung der regionalen Landwirtschaft<br />
und des regionalen Konsums, bei dem der Kunde besser nachvollziehen<br />
kann, was sie/er kauft und deutsche Verbraucherpolitik auch Einfluss<br />
hat? Wenn ja, wie setzen Sie sich dafür ein?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Vox, ja! Persönlich und auch<br />
werblich (Interviews, Chats, Gesetzesinitiativen &#8230;).
</p>
<p>
<b>Dino:</b> Mit der Agrarwende soll ein Umsteuern in der Agrarpolitik<br />
eingeleitet werden, wie kann das funktionieren, wenn die notwendige<br />
Transparenz nicht geschaffen wird, um die Macht wirklich in die Hände<br />
der Verbraucher zu legen
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Dino, könnten Sie bitte näher<br />
sagen, was genau Sie meinen?
</p>
<p>
<b>Yorim:</b> Würde man ausschließlich auf Bioprodukte setzen,<br />
könnten diese dann billiger angeboten werden?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Yorim, es kommt halt darauf an, wer<br />
&quot;man&quot; ist. Aber schauen Sie mal in Ihrer Umgebung nach, es<br />
gibt auch hier genossenschaftliche Organisationen, die auf den Preis<br />
schauen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfrage zu kleinen Betrieben in der EU (Antwort<br />
auf Webchatter):
</p>
<p>
<b>KLM:</b> Aber wo in der EU gibt es noch kleine Betriebe? Und sollte<br />
das nicht der Markt regeln anstatt die Politik?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> KLM, bei uns in Deutschland gibt<br />
es hauptsächlich im Süden kleinere Betriebe. Im Norden und<br />
im Osten haben wir auch riesige Industrie-Landwirtschaft. Ich vertraue<br />
dem Markt nicht blind. Der hat einfach keinen Sinn für die Erhaltung<br />
der Umwelt, für Nachhaltigkeit und soziale Beziehungen.
</p>
<p>
<b>Kirschblüte:</b> Worin sehen Sie den dringendsten Handlungsbedarf<br />
deutscher Verbraucherschutzpolitik?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Kirschblüte, danke, wenn auch<br />
etwas allgemein. Ich halte Transparenz und klare Rechte für den<br />
Verbraucher für sehr wichtig, und auch, dass man sich wehren kann,<br />
wenn etwas versprochen, aber nicht eingehalten wird.
</p>
<p>
<b>KristinaW.:</b> Zu verbraucherfreundlicher Politik gehören<br />
nicht nur Lebensmittel. Wie sieht es mit der Förderung von ÖPNV<br />
oder noch besser der Deutschen Bahn (Umweltschutz) aus?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Kristina, Förderung des ÖPNV<br />
ist ein Gebot der Klugheit! Die Bundesbahn ist sehr wichtig, die macht,<br />
glaube ich, große Anstrengungen.
</p>
<p>
<b>Olivia:</b> Nahezu kein Fall von Verbaucherschutz, der in Deutschland<br />
vor Gericht kam, (ein Fall zum Beispiel Verwendung billigsten Materials<br />
bei dem Hausbau für eine lungenkranke Frau) wurde zu Gunsten der<br />
Ankläger entschieden, weil oft große Firmen auf der Anklagebank<br />
saßen. Wie wollen Sie hier die Verbraucher stärken?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Olivia, bitte etwas präziser:<br />
Heute finden täglich tausende von Verbraucherschutzprozessen statt,<br />
viele mit sehr gutem Ausgang für die Verbraucher/Kläger. Ich<br />
selbst habe auch schon zahlreiche gewonnen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nochmal ÖPNV:
</p>
<p>
<b>Arbeitsloser,34:</b> Verbraucherpolitik: Gehört dazu nicht<br />
auch das besonders ÖPNV und die Deutsche Bahn günstiger werden?<br />
Das kann sich doch keiner mehr leisten.
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Richtig, Allerdings werden Ihnen<br />
die Betreiber vorrechnen, dass sie zum einen ordentlich wirtschaften<br />
müssen, zum anderen billiger seien als ein Auto. Ich finde allerdings<br />
auch, dass hier die Öffentliche Hand die Subventionierung der Strasse<br />
stärker auf die Schiene verlagern sollte (jetzt werden alle Autofahrer<br />
schreien).
</p>
<p>
<b>Probst:</b> Mehr Wettbewerb heißt das Motto, die Realität<br />
ist eine andere: Auf den großen Märkten Telekommunikation,<br />
Bahn und Post haben zum Großteil in staatlicher Hand liegende<br />
Unternehmen die Vormachtsstellung. Die Verbraucher haben das Nachsehen.<br />
Wollen wir den Wettbewerb oder nicht?
</p>
<p>
<b>KLM:</b> Ergänzung zu Probst: Energiekonzerne!
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Probst, ich halte Wettbewerb für<br />
richtig, &#8211; da , wo er hingehört. Allerdings kann er halt auch soziale<br />
Beziehungen kaputtmachen und wichtige andere Aspekte, wie Nachhaltigkeit,<br />
Qualität, Menschlichkeit torpedieren. Das können wir nicht<br />
zulassen. KLM: Energiekonzerne, hier sehen wir, wie wichtig schnelle<br />
staatliche Preiskontrolle ist. Da wird viel Verbraucher unfreundlicher<br />
Gewinn gemacht.
</p>
<p>
<b>Webchatter:</b> Welche Lobby hat mehr Einfluss in Brüssel?<br />
Die der Industrie oder die der Verbraucherschützer?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Webchatter, gute Frage. Das ist in<br />
Brüssel wie in Berlin oder in den Landeshauptstädten: Wirtschaftlich<br />
starke Lobbyisten haben immer ein Prä vor schwer organisierbaren<br />
Verbraucherinteressen.
</p>
<p>
<b>LuckyL:</b> Stimmen Sie in Fragen des Verbraucherschutzes mit Ihren<br />
Partei-Kollegen überein?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> LuckyL, häufig. In wichtigen<br />
Fragen schon.
</p>
<p>
<b>raffneck:</b> Wie definieren Sie Nachhaltigkeit im Bereich Verbraucherschutz?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Raffneck, Nachhaltigkeit heißt<br />
im Prinzip hier nichts anderes als in anderen Bereichen. Definierbar<br />
vielleicht so: Berücksichtigung der Produktionsbedingungen ( soziale<br />
Beziehungen), der Umweltbedingungen ( Schädlichkeit vermeiden),<br />
aber auch etwa des Energieverbrauchs ( Art und Menge), aber auch des<br />
anfallenden Mülls und dessen Gefährlichkeit, Energieverbrauch.<br />
Wichtig sind auch die Transportfaktoren, die mit einem Lebensmittel<br />
verbunden sind. Deshalb schmecken regional frische Lebensmittel nicht<br />
nur besser, sondern sind auch gesellschaftlich bekömmlicher.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nochmal zu Rechtsschutz und Verbraucherschutz:
</p>
<p>
<b>Olivia:</b> Konkretisierung: Ich kenne andere Fälle, in denen<br />
große Firmen mit mehreren Anwälten die Sache einfach ausgesessen<br />
haben. Gibt es Ansprechpartner für die Betroffenen?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Olivia, die gibt es, können<br />
aber nur konkret im Einzelfall genannt werden. Es ist am besten, Sie<br />
schreiben mir: Mail herta.daeubler-gmelin@bundestag.de
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nochmal kurz zurück zu Gentechnik:
</p>
<p>
<b>pisa:</b> Im Bezug auf die Gentechnik: Ist der Verbraucher zu ängstlich<br />
geworden, ja, fast technikfeindlich oder sagen Sie, es gibt begründete<br />
Zweifel an der Verträglichkeit dieser Technik mit Mensch und Umwelt?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Pisa, ich halte von solchen Bezeichnungen<br />
wie ängstlich nichts. Denken Sie nur an die Anfänge der Methode,<br />
die dann zu BSE geführt hat. Das Problem ist, dass viele Menschen<br />
und Tiere Genveränderungen zu sich nehmen und keiner langfristig<br />
weiß, was daraus wird. Bei Boden und Umwelt gibt es noch deutlichere<br />
Probleme, bei den sozialen Beziehungen ganz brennende. Im übrigen<br />
würde ich ( Schaden- Risiken-Nutzen-Abwägung) und viele sich<br />
leichter tun, wenn es darum ginge, etwa in Trockengebieten durch genveränderte<br />
Pflanzen den Hunger zu bekämpfen ( oder in Eisgebieten, oder speziellen<br />
anderen Problemzonen). Das findet jedoch nicht statt. Im Augenblick<br />
drücken die großen Chemo-Agrarier bei Soja (Tierfutter) und<br />
Mais ( dito) in den Markt, weil es bei tierischen Produkten ( noch)<br />
keine Kennzeichnungspflicht gibt. Geldverdienen reicht mir nicht aus,<br />
um Risiken zu konterkarieren.
</p>
<p>
<b>Reus:</b> Freiland Versuche: Gibt es ein Register wo alle Versuche<br />
verzeichnet sind? Greenpeace klagt da gerade, oder?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Reus, nach dem Gentechnik-Neuordnungsgesetz<br />
dürfen solche Versuche nicht grundsätzlich geheimgehalten<br />
werden. Im Augenblick muss die Info noch eingeklagt werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Neues Thema: Europäische Union, unterschiedliche<br />
Themenbereiche:
</p>
<p>
<b>Sommerloch:</b> Was sagen sie zur geringen Wahlbeteiligung bei den<br />
EU-Wahlen und dem schlechten Abschneiden ihrer SPD?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Sommerloch, beides ist sehr ärgerlich,<br />
nicht nur im Sommerloch.
</p>
<p>
<b>Moore:</b> Sind sie für eine Volksabstimmung zur EU-Verfassung<br />
oder teilen sie die Ansicht, dass das die Verfassung untersagt?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Moore, ich habe mich schon häufig<br />
zu Volksbegehren und Volksentscheid (national) eingesetzt (unter klaren<br />
Bedingungen, die in der Verfassung verankert sein müssen).<br />
Ich bin für eine EU-weite Volksabstimmung über die EU-Verfassung,<br />
halte allerdings den jetzt gewählten Weg von einigen national veranstalteten<br />
für außerordentlich bedenklich. Da wird das Gleiche passieren,<br />
was bei der EU-Wahl vor sich ging: Es wird nicht nach europäischen<br />
Fragen, sondern nach interner nationaler Kritik abgestimmt befürchte<br />
ich.</p>
<p><b>roter:</b> Warum will Schröder keine Abstimmung zur Verfassung?<br />
Verstehen sie das?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Roter, ich hätte gerne eine<br />
EU-weite Abstimmung in allen 25 Mitgliedsstaaten. Ob wir eine nationale<br />
machen sollten, bezweifle ich, weil das eine punktuelle Sonderlösung<br />
wäre und &#8211; wahrscheinlich &#8211; der Opposition dazu genutzt würde,<br />
innenpolitische Aspekte wahlentscheidend zu machen. Ärgerlich,<br />
aber vorhersehbar. Der richtige Weg wäre, die EU-Verfassung würde<br />
mit einer neuen Bestimmung versehen oder die Staatsspitzen würden<br />
sich verabreden, in der ganzen EU eine Abstimmung zu machen.
</p>
<p>
<b>Plebs:</b> Halten sie die „Pro Volksabstimmung“-Aussagen<br />
von Stoiber und Westerwelle für reine PR?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Plebs, ja.
</p>
<p>
<b>Plebs:</b> Also eine EU-weite Abstimmung? Teuer und langwierig?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Plebs, weder noch. Warum sollte eine<br />
EU- Volksabstimmung teuerer sein als nationale in den Mitgliedsstaaten?<br />
Langwieriger als der jetzige Ratifikationsprozess wäre das auch<br />
nicht.
</p>
<p>
<b>Barolo:</b> Wie finden sie das Geschacher um den Posten des nächsten<br />
Kommissionspräsidenten?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Barolo, warum benutzen Sie das Wort<br />
&quot;Geschacher&quot;? Das ist ein ganz normaler Auswahlprozess. Ich<br />
finde, wir sollten aufpassen, schon mit den Bezeichnungen nicht unbedingt<br />
der Massenpresse zu erliegen.
</p>
<p>
<b>Perse:</b> Sind sie für einen Beitritt der Türkei?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Perse, ich bin dafür, endlich<br />
einzuhalten, was der Türkei seit Adenauer und Kohl versprochen<br />
wurde: Dann die Verhandlungen über einen Beitritt zur EU aufzunehmen,<br />
wenn bestimmte Bedingungen (Rechtsstaatlichkeit, Abschaffung von Folter<br />
und Todesstrafe &#8230;) erfüllt sind. Das könnte Ende des Jahres<br />
so weit sein, wir sollten indes die Bewertung durch die EU abwarten.
</p>
<p>
<b>Ukr:</b> Sollte die Erweiterung im Osten weitergehen? Wenn ja, welche<br />
Länder?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Ukr, es ist sicherlich klug, nicht<br />
gleich an weitere Erweiterungen zu denken, sondern jetzt erst einmal<br />
auf Konsolidierung. Wichtig ist, dass die EU die guten Beziehungen zu<br />
ihren Nachbarn, also insbesondere auch Russland und Ukraine, wahrnimmt.<br />
Da gibt es auch gute Abkommen, die alle auf der EU-Website abzurufen<br />
sind.
</p>
<p>
<b>Fisch:</b> Sollte die EU mehr Engagement beim Wiederaufbau im Irak<br />
zeigen?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Fisch, da müssen einige Voraussetzungen<br />
erfüllt sein (UNO-Beschluss, Bitte der autonomen Irak-Regierung,<br />
Ende der US-Besatzung&#8230;.), aber einzeln kann man und sollte man den<br />
Menschen dort helfen.
</p>
<p>
<b>RalfRichter:</b> Die Europäische Kommission stellt der palästinensischen<br />
Autonomiebehörde in diesem Jahr 65 Millionen Euro zur Verfügung.<br />
Trotz Korruption?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> RalfRichter, die EU ist auch der<br />
härteste Kontrolleur der Administration. Das hilft. Und die Menschen<br />
in Palästina brauchen die Hilfe dringend &#8211; sie leiden ja nicht<br />
nur unter dem Unrecht, sondern richtig materielle Not.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Letzte Frage:
</p>
<p>
<b>Quaratino:</b> Sie zitieren auf ihrer Website Willy Brandt &quot;Politik<br />
sei dann richtig und gut, wenn sie dazu diene, Menschen mit großen<br />
Sorgen und großen Belastungen beides ein bisschen leichter zu<br />
machen.&quot; Tut das die heutige Politik?
</p>
<p>
<b>Herta Däubler-Gmelin:</b> Quaratino, gute Frage, aber sehr<br />
allgemein. Sie tut es in einiger Hinsicht, bei anderen Fragen &#8211; so vermute<br />
ich &#8211; stimme ich Ihrer Kritik zu. Aber der Satz von Willy Brandt ist<br />
wichtig für Politiker. Oder sollte es wenigstens sein.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Mitwirkende, Fragesteller, sehr geehrte Frau<br />
Däubler-Gmelin! Unsere Zeit ist leider schon wieder um. Ich bedanke<br />
mich im Namen der Bundeszentrale für politische Bildung für<br />
die vielen Fragen und natürlich bei Ihnen, Frau Däubler-Gmelin,<br />
dass Sie sich zum Internet-Austausch bereit erklärt haben. Ich<br />
hoffe, es hat Ihnen Spaß gemacht! Nächste Woche ist Herr<br />
Bütikofer zu Gast im Chat!
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>&#8220;Die schnellste Ministerin an der Tastatur&#8221;&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Jan 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Herta Däubler-Gmelin]]></category>
		<category><![CDATA[NPD-Verbotsverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Herta Däubler-Gmelin am 30. Januar 2001</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Herta Däubler-Gmelin am 30. Januar 2001</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">ist ganz offensichtlich<br />
Herta Däubler-Gmelin. Im Chat von politik-digital und stern.de am 30.<br />
Januar konnten die User sehen, wie die Justizministerin im Studio von<br />
Webfreetv höchstpersönlich in die Tasten griff und in digitalem Tempo<br />
die Fragen der Nutzer beantwortete. Und die waren reichlich vorhanden:<br />
Justizreform, Rechtsradikale im Netz, Markenrecht und die Homoehe<br />
standen auf der Chatordnung.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Online-Diskussion kreiste immer wieder um die Schwierigkeit der Regulierung und Strafverfolgung im Internet:<i>&quot;Was offline verboten ist, muss auch online verboten sein&quot;</i> erklärte die Ministerin und fügte dann an:<i>&quot;Nur<br />
bringt es dieses globale Medium Internet mit sich, dass wir sowohl bei<br />
der Erarbeitung von Strafrechtsnormen, wie auch bei der Strafverfolgung<br />
über die Grenzen zusammenarbeiten müssen.&quot;</i> Es gäbe aber zahlreiche internationale Projekte, die sich mit diesem Problem beschäftigen:<i>&quot;Die einen befassen sich mit<br />
der Abfassung gemeinsam geltender Normen, andere organisieren die praktische Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung&quot;</i> präzisierte Herta Däubler-Gmelin.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die NPD, so die habilitierte Juristin, gehöre online wie offline verboten: <i>&quot;Ich halte den Antrag für richtig, der wird jetzt gestellt. Der Antrag geht diese Woche beim Bundesverfassungsgericht ein.&quot;</i> Über den Ausgang wollte sie allerdings nicht spekulieren: <i>&quot;das würde dem Respekt für das Bundesverfassungsgericht zuwiderlaufen.&quot;</i><br />
Auch die rechtliche Handhabe von Drogenmißbrauch kam beim Ritt durch<br />
das juristische Themenspektrum auf den Bildschirm. Von der<br />
Legalisierung weicher Drogen hält die SPD-Ministerin nicht viel, denn<br />
am Anfang der Überlegung stünde die Frage:<i>&quot;ob der Gebrauch von<br />
solchen Drogen die Entwicklung der jungen Leute gefährdet ? Oder auch<br />
ihre Gesundheit oder auch ihre Fähigkeit, ihr Leben in die Hand zu<br />
nehmen?&quot;</i> Diese Konsequenzen könne man einfach nicht gutheißen oder akzeptieren.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auf den Grund für ihre private Spende an die SPD in Höhe von 100.000 DM angesprochen, meinte die Ministerin: <i>&quot;Weil meine Wahlkampfkosten so hoch waren und ich niemand außer mir habe, der sie bezahlt.&quot;</i><br />
Trotz erhöhter Tippgeschwindigkeit blieben zahlreiche Fragen offen.<br />
Herta Däubler-Gmelin vertröstete bis zum nächsten Chat mit der<br />
Internetseite des BMJ, die sie offensichtlich schätzt: <i>&quot;wenn Sie<br />
sich die magische<br />
Internetseite des Bundesministeriums der Justiz merken &#8211; wie gesagt,<br />
www. bmj.bund.de &#8211; dann bekommen Sie sogar unsere Referentenentwürfe<br />
und die weiteren Veränderungen immer taufrisch.&quot;</i><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Das ausführliche Transkript finden sie <a href="http://www.stern.de/news/chat/2001/01/09/chat_daueboeer-gmelin.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</b><br />
<!-- Content Ende --></p>
<table border="0" cellpadding="2" cellspacing="0" width="390">
<tbody>
<tr>
<td align="center">
<p>
			&nbsp;
			</p>
<p>			<center><br />
			<i><a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Kommentieren<br />
			Sie diesen Artikel!</span></a></i><br />
			</center><br />
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
			</span><br />
			<center><br />
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><i><a href="http://www.politik-digital.de/salon/diskussion/">Diskutieren<br />
			Sie mit anderen in unserem Forum!</a></i></span><br />
			</center>
			</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></span>
</p>
<hr align="left" noshade="noshade" size="1" width="390" />
<!-- Ende --></p>
<table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="540">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#000000" height="1" width="120"><spacer type="block" height="1"></spacer></td>
<td bgcolor="#000000" height="1" width="420"><spacer type="block" height="1"></spacer></td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Chat mit Herta Däubler-Gmelin</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat-mit-herta-daeubler-gmelin-511/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Sep 1998 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Herta Däubler-Gmelin]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Transkript zum Chat mit Frau Däubler-Gmelin]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Transkript zum Chat mit Frau Däubler-Gmelin<!--break--></p>
<p><b>pab</b>: Na wunderbar, herzlich willkommen, wir legen los.<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: fein, ich bin bereit und freue mich<br />
<b>Piglet</b>: Hallo Herta&#8230;.<br />
<b>Deniz gibt erstmal allen ne Kaffee aus!</b><br />
<b>pab</b>: Frau Däubler-Gmelin, Sie sind in einem Kabinett von Gerhard Schröder<br />
<b>pab</b>: als Justizministerin vorgesehen.<br />
<b>Piglet stellt Kuchen auf den Tisch..</b><br />
<b>pab</b>: Was würden Sie zuerst ändern?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: richtig, wenn wir den Auftrag zur REgierungsbildung am 27.9. bekommen, was wir wollen, dann ist das so. Ändern muß man zuerst, daß die hektische und unkoordinierte, ja lästige Gesetzesmacherei aufhört.<br />
<b>Teahage</b>: haben Sie als designierte Ministerin auch ein Sofortprogramm in petto ?<br />
<b>pab</b>: Wie darf man sich das genau vorstellen?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Hektik ist bei Recht und Verfassung vom Übel. Aber Ziel- und Reformvorstellungen habe ich sehr präzis. Was interessiert Sie speziell?<br />
<b>pab</b>: Zum Beispiel das Thema &#8220;Internet&#8221;&#8230;<br />
<b>Deniz</b>: Was wird im Bereich Internet geaendert? Zensur?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Hier muß klar sein, daß die Globalität des Internet geachtet werden muß. Deshalb kein Kryptographie- Verbot oder so etwas. Ausserdem gilt &#8211; was Strafrecht anlang &#8211; grundsätzlich der Satz: Was offline verboten ist, muß online ebenso verboten sein. Nur müssen wir hier halt international zusammenarbeiten.<br />
<b>LynX</b>: Kompliment für die schnelle Tippgeschwindigkeit, wir waren bisher anderes gewohnt.. 🙂<br />
<b>ede</b>: Hallo, Frau Däubler-Gmelin, mein Name ist Manfred Hantke, Schwäbisches Tagblatt, Tübingen. Ich habe nur eine ganz banale Frage: Vor kurzem haben Juristen in einer Mailingliste darüber diskutiert, ob ein Chatromm &#8211; wie dieser &#8211; unter den Schutz der Versammlungsfreiheit gestellt werden kann. Art.: 8: &#8220;Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlichz und ohne Waffen zu versammeln.&#8221; Wie sehen Sie das?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Nein, Deniz, keine Zensur &#8211; aber Strafbare Handlungen, die international geächtet sind, müssen auch hier verfolgt werden.<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Hallo ede, Ich nehme als Schutz- Grundrecht lieber Art 5 GG, also Meinungs-, Presse- und Infofreiheit. Zur Demonstrationsfreiheit nach Art. 8 GG gehört halt, daß man auch körperlich irgendwo auftaucht.<br />
<b>rednic</b>: wie soll denn eine internationale kooperation aussehen?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Übrigens LynX &#8211; Danke für das Kompliment. Dito<br />
<b>BFB</b>: Gruesse Sie, darf mich vorstellen: Boris Böhme, Ihr direkter Gegner im Wahlkreis Tübingen.<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Hallo rednic: Kooperation muß bei den nationalen Gesetzgebern anfangen. Das ist in europa wichtig, aber eben auch darüber hinaus. Und da wird es langwierig und schwierig. Aber Kinderporno im net kann nicht verfolgt werden, wenn wir europaweit und international unterschiedliche Strafbestimmungen haben. Ausserdem müssen Justiz und Polizei über die Grenzen hinweig kooperieren. Ich allerdings setze noch viel mehr auf die Zivilgesellschaft.<br />
<b>BFB</b>: Da Sie sonst die direkte Auseinandersetzung mit dem BUND FREIER BÜRGER scheuen, ergibt sich ja vielleicht hier die Möglichkeit zu einem kleinen Disput.<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Hallo Herr Böhme, schön, daß ich Sie auch einmal kennenlerne, wie wäre es mit einem Treffen hier? Sie wissen ja, wo Sie mich finden<br />
<b>pab</b>: Na soetwas, Wahlkampf im Netz!<br />
<b>BFB</b>: Wie können Sie denn einen Politikwechsel propagieren und dann mit den Rezepten der Vergangenheit kommen?<br />
<b>BFB</b>: Die SPD unterscheidtet sich doch nur noch graduell von der CDU und umgekehrt, wo ist denn da die Alternative?<br />
<b>pab</b>: Frau Däubler-Gmelin, gerade im bayerischen Wahlkampf tauchen immer wieder Begriffe wie &#8220;Cyberpolizei&#8221; oder ähnliches auf. Wie stehen Sie solchen Forderungen gegenüber?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Übrigens: Daß ich nahezu nichts scheue, weiß jeder. Das könnten auch Sie wissen, wenn Sie jemals im Wahlkreis auftauchten. Aber vielleicht tun Sie es ja noch. Also, nächstes Mal morgen früh.<br />
Daeubler-Gmelin: pab: Cyberpolizei soll heißen, wenn das überhaupt einen Sinn hat, daß Polizeidienststellen, die den Auftrag haben, z. B. Kinderporno oder Waffendelikte im Netz zu verfolgen, auch von der Technik u.ä. was verstehen müssen. Das ist ja noch nicht überall der Fall. Im Prinzip aber das Gleiche wie Schwerpunkt &#8211; Polizeien für die Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität oder Umweltkriminalität.<br />
<b>rednic</b>: wie sieht es aus mit dem lauschangriff? werden die rechte der buerger weiter verwaessert? wird die spd weiter versuchen, die kanther-parolen noch zu ueberbieten und ihn rechts zu ueberholen?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Beides Nein. Übrigens tun wir das auch nicht. Gehts nicht ein bißchen Präziser &#8211; Recht haben Sie allerdings damit, daß die Überwachung per Lauschangriff zur realistischen und nötigen Bekämpfung von organisierter Schwerstkriminalität nicht viel bringt.<br />
<b>LynX</b>: ede beschäftigt immernoch das thema des chatrooms, hier eine folgefrage:<br />
<b>ede</b>: Frau Däubler-Gmelin, die Juristen, die über Art 8 GG diskutiert haben, sagten, man baruche das Kriterium der Körperlichkeit bei einer Versammlung nicht.<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Das halte ich für zweifelhaft. Ich kann auch nicht sehen, warum der Schutz aus Art. 8 GG besser sein soll, als der aus Art. 5 GG.<br />
<b>rockefeller</b>: Guten Tag Frau Daeubler-Gmelin! Gestern wurde mein Mountainbike gestohlen, fuer das ich lange gearbeitet habe. Ist ein solcher Diebstahl nur eine Bagatelle (Ladendiebstahl) oder/und eine willkommene Umverteilung von oben (reiche Fahrradbesitzer) nach unten (arme Diebe)?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Den Kaufpreis Ihres Bikes kenne ich nicht, wahrscheinlich war es sehr teuer. Ärgerlich. Ladendiebstahl kann es nicht gewesen sein, weil Sie ja wohl keine Fahrräder verkaufen. Bestraft werden muß beides. Sie sind wahrscheinlich wieder Herrn Kanther und seinen Parolen auf den Leim gegangen. Was ich vorschlage ist eine bürokratiearme, rechtsstaatliche und flächendeckende Strafverfolgung dieser Fälle, nicht so wie heute &#8211; was Kanther offensichtlich will &#8211; eine Registrierung der Diebstähle, auf die dann nichts folgt.<br />
<b>Claude</b>: also nochmal wie lassen sich Tabaksubventionen &amp; werbeverbot vereinbaren, rein rechtlich. Interessiert mich sehr<br />
<b>Claude</b>: Wie vereinbart sich Deiner Meinung nach ein Tabakwerbeverbot mit den Tabaksubventionen?<br />
<b>Larsandl</b>: Für Dennis Schulz: die Grünen wollen die lebenslange Freiheitsstrafe abschaffen und tun auch sonst mehr für die Täter als für die Opfer. Wie wollen/können Sie mit so einer Partei koalieren?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Nicht. Ich halte das Tabakwerbeverbot übrigens für richtig.<br />
<b>Moderator</b>: hoppla 🙂 Frau D-G, kann ich Ihnen vorschlagen auch mal halbe Sätze abzuschicken damit nicht so lange Wartezeiten entstehen? 🙂<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Dennis: Lassen Sie uns fair sein- auch der Vorschlag der Grünen will nicht mehr für die Täter als für die Opfer tun. Ich halte die Berücksichtigung der Interessen der Opfer für höchst wichtig, werde, wenn ich das als Justizministerin kann, hier auch viele Schritte unternehmen. Übrigens: Ändern an der lebenslangen Freiheitsstrafe will ich nichts, weil hier das nötige durch das Bundesverfassungsgericht gesagt wurde<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Gern, aber Eure Fragen sind so toll<br />
<b>Larsandl bedankt sich für alle</b><br />
<b>rednic</b>: wie soll denn auf die alltagskriminalitaet eingewirkt werden?<br />
<b>rednic</b>: frau daeubler-gmelin, wie soll denn die organisierte kriminalitaet bekaempft werden?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Zunächst Ladendiebstahl &#8211; hier muß , s. o. eine bürokratiearme flächendeckende Strafe her. Drogen kommt gleich<br />
<b>Larsandl</b>: für P Jäger: wieviele Jahre waren Sie Nettosteuerzahle? Also um präziser zu sein, wieviele Jahre haben Sie in der freien Wirtschaft gearbeitet?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Bei Drogensüchtigen spielt Beschaffungskriminalität eine Riesenrolle, ca. 6- 10 Mrd im Jahr. Hier muß eine neue Drogenbekämpfungspolitik her.<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Seit 26 Jahren bin ich selbständige REchtsanwältin.<br />
<b>Spitzohr</b>: Ich hätte gerne eine Begründung für die Richtigkeit des Tabakwerbeverbots bzw. dann den Unterschied zu Alkohol und ähnlichen Drogen erklärt bekommen.<br />
<b>Claude</b>: Ich halte das werbeverbot auch für richtig (konvertierter raucher) aber für legale drogen (alkohol) darf grundsätzlich geworben werden, wäre es nicht richtig auch alkoholwerbung zu verbieten?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Spitzohr: Es geht um Gesundheit und Suchtvorbeugung. Alkohol passt hier genauso rein.<br />
<b>BFB</b>: Welche Drogen sollen denn bekämpft werden, auch die Schwarzwaelder Schnapsbrenner?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Hu, ist der BFB witzig<br />
<b>Larsandl</b>: Für Kai Bukowski: In den USA ist dem Department of Justice mit dem FBI eine Ermittlungsbehörde mit polizeilicher Befugnis nachgeordnet. Für die Suche nach entflohenen Strafgefangenen sind die US Marshalls zuständig. Halten Sie es für ein denkbares Modell, auch deutschen Justizbehörden ähnliche Stellen nachzuordnen, um die Polizei zu entlasten?<br />
<b>rednic</b>: bfb ja, und kieler sprotten auch&#8230;<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: rednic, einverstanden. Aber bitte auch Räucherforellen. Larsandl, für Europa werden wir so was brauchen. Aber mit rechtsstaatlicher Kontrolle<br />
<b>Exilant</b>: Hallo. Wie stehen Sie zur gestrigen Verhaftung von H.-J. Klein 23 Jahre nach der Tat und 14 Tage vor der BuTa-Wahl. Gibt&#8217;s I.E. einen Zammenhang mit letzterem Datum?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Das hat Cohn-Bendit erklärt, ich weiß es nicht, prüfe aber nach<br />
<b>Topsurfer</b>: Frau Daeubler-Gemelin, was hielten Sie von Theo Waigels tollen Aussagen gestern abend im ZDF?<br />
<b>DerWolf meint, wenn alle Raucher aufhören würde von jetzt auf gleich, würde der Staat pleite gehen, wegen der Steuern, die ihm nicht zufließen!!!</b><br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: konnte sie leider nicht hören, was sagt er denn? Ist ja immer spannend&#8230;.<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Wolf: Glaube ich nicht, weil dann viel weniger Arzt- und Krankenhausrechnungen anfielen. Und sonstiges<br />
<b>Deniz</b>: Wie stehen Sie zu einer Wahl im Internet<br />
<b>Larsandl</b>: Sind Sie für eine Neufassung des § 240 StGB (Nötigung), damit die Bedenken des BVerfG wegen der fehlenden Bestimmtheit des Gewaltbegriffs ausgeräumt werden?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Deniz: Ich halte das für noch nicht genug überlegt. Auch die Experimente, z. B. in Kalifornischen Städten überzeugen mich nicht.<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Larsandl: Ja, seit Jahren. Vorschläge gibt es auch genug. Bisher allerdings keine Mehrheiten<br />
<b>Teahage</b>: wird es eine Vereinfachung bei Gerichtsprozessen geben ?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Ich will das. Allerdings eine grundsätzliche Änderung des Gerichtsaufbaus: Durchgehend Dreistufigkeit, die besten Richterinnen und Richter in die erste Instanz, wo alles genau besprochen wird. Die Berufung dann zur konkreten Fehlerkorrektur und Revision zur Grundsatz- und Einheitlichkeit.<br />
<b>pab</b>: Es wird lange dauern, bis Sie mit solchen Vorschlägen durchkommen. Wie sieht Ihr Zeitplan für solche Änderungen aus?<br />
<b>rednic</b>: soll die juristInnen-ausbildung veraendert werden?<br />
Daeubler-Gmelin: pab. Richtig, deshalb mein Grundsatz: Keine Hektik, aber sofort anfangen. In den ersten vier Jahren machen wir eine Menge.<br />
<b>Topsurfer</b>: Das ist toll.<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Rednic: Ja. Hier muß mehr Spezialwissen und der Blick über die nationalen Grenzen hinein. Auch mehr Sprachkenntnisse. Im Spiegel diese Woche habe ich mehr dazu geschrieben. Oder in der ZRP<br />
<b>wiedmann</b>: grüße sie, bitte sagen sie uns doch mal, welche vorteile wir bürger davon haben sollen, daß die großen parteien die bundeslegislaturperiode von 4 auf 5 jahre verlängern wollen.<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: topsurfer, ich habe Ihre letzte Bemerkung nicht mehr drin, was ist toll?<br />
<b>Konny</b>: Wie erkären Sie Verordnungen, wie die Telekommunikationsanlagen Verordnung? Hier soll der Zugang für stafverfolgende Institutionen bei Anlagen über 20 Endgeräte gewährleistet werden. Das bedeutet eine extreme belastung für Kleinbetriebe und ist somit extrem Konjunkturhemmend.<br />
<b>Topsurfer</b>: Das man keine Hektik hat, sondern anfangen wird.<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Wiedmann, ich halte eine Verlängerung der Wahlperiode nur für richtig, wenn wir gleichzeitig Volksbegehren und Volksentscheid durchsetzen können. Die will ich.<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Konny: Das ist extrem schwer &#8211; ich weiß es, denn in meinem Zivilberuf mache ich spezialisiert Telekommunikationsrecht. Sie haben recht und wir müssen das ändern<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Danke Topsurfer.<br />
<b>BFB</b>: HDG das ist aber keine wirkliche Veraenderung Juraausbildung. Wie wärs denn mit getrennten Abschlüsse z.B. nur BGB oder Europarecht?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Lieber Herr Böhme, nicht so schnell. WArum informieren Sie sich zuerst?<br />
<b>Moderator</b>: manchmal kommen die rückfragen etwas spät 🙂<br />
<b>Larsandl</b>: wartet auch auf die naechsten Fragen und freut sich, daß alles so gut klappt.<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Böhme: Schmalspurjuristen wollen wir nicht, oder Sie<br />
<b>Spitzohr</b>: Volksbegehren und Volksentscheid zu welchen Themen?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Moderator und Larsandl: ok.<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Spitzohr: Zu den Themen, die die Bürgerinnen und Bürger selbst wollen. DAzu brauchen wir die Verfahren in der Verfassung<br />
<b>Mella</b>: Es ist höchste Zeit für mehr Demokratie in unserem Land. Ihre Meinung?<br />
<b>Larsandl</b>: Eine grobe Einschätzung, ab wann wird das erste mal ueber das Internet auf lokaler Ebene gewählt? würden Sie Ihre Stimme digital abgeben?<br />
<b>Claude</b>: volksbegehren klingt natürlich nach echter demokratie. besteht nicht die gefahr daß dadurch stammtischparolen durchgesetzt werden, wir also volksentscheide auf bild-zeitungsniveau bekommen?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Mella, richtig. Überall. Auch der Staat muß zum Partner der Zivilgesellschaft werden, also weg mit dem Obrigkeitsstaat<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Larsandl: Wahrscheinlich zu unseren Lebzeiten nicht mehr<br />
<b>Larsandl</b>: Daeubler-Gmelin: so pessimistisch? warum?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Claude: Nicht mehr als im jetzigen System &#8211; bedenken Sie, es gibt sehr hohe Hürden in den Quoren.<br />
<b>rednic</b>: volksbegehren und -entscheid aber bitte mit vernuenftigen quoren, nicht mit dem irrsinn, der hier in hamburg von der buergerbewegung gefordert werden<br />
<b>Konny</b>: Eine Machtverschiebung zu den Medien&#8230;nicht schlecht! Ich gründe eine Zeitung.<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Larsandl: Das Zusammentreffeen und Diskutieren vor Entscheidungen und Wahlen muß erst flächendeckend organisiert werden, dabei darf keiner ( Wissen und Geld) ausgeschlossen sein.<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Rednic: Da sind wir in der Diskussion. Die einen sagen &#8211; runter mit den Quoren, dann erhöht sich die Gefahr der Einseitigkeit der Interessendurchsetzung. Höhere Quoren heißt mehr Breitenthemen. Aber im Land oder in der Stadt kann man niedrigere Quoren nehmen<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Konny, gründe auf jeden Fall &#8211; die Macht ist jetzt schon sehr groß. Übrigens gerade in das Parlamentarisch-repräsentative System hinein. Ich glaube nicht, daß es hier große Änderungen gäbe<br />
<b>LynX</b>: Zu &#8220;keiner ausgeschlossen&#8221; mische ich mich wieder ein: Ich habe die Vision einer Internet-Standleitung in jedem Haushalt über den Kabelanschluß &#8211; Warum kann nicht einfach das gesamte Volk zackbumm vernetzt werden?<br />
<b>LynX</b>: Würde es Deutschland nicht 20 Jahre in die Zukunft katapultieren allen anderen vorneweg?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: LynX: ok. Mit der Verkabelung ist es nicht getan. Es muß auch dazukommen, daß jeder Erwachsene kapiert, was vorgeht und selbst mitbesstimmen kann. Sonst geht die Demokratie flöten.<br />
<b>BFB</b>: zu Lynx: hervorragend, machen wir mit!<br />
<b>Deniz ist auch fuer STANDLEITUNG</b><br />
<b>Larsandl</b>: Der EU Kommisar Van Myrt (?!) hat sich gegen die Fusion von Bertelsmann und Kirch (Pay-TV) ausgesprochen und auch weitere Fusionen als bedenklich eingestuft. Wie stehen Sie auf Bundesebene dem weltweiten &#8220;Fusionstrend&#8221; gegenüber?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>: Vergeßt die Bildung und Ausbildung nicht ganz. Sonst kommen die Elitären Menschen von Kleinst- Sekten und entscheiden für alle mit. Weil sie meinen, sie seien so gut.<br />
<b>BFB</b>: Das GG läßt die Einführung von Volksabstimmungen zu. Beim Euro haben alle Meinungsforschungsinstitute ermittelt, daß über 60% gegen den Euro sind. Warum haben sich die Politiker im Bundestag darüber arrogant hinweggesetzt?<br />
<b>Daeubler-Gmelin</b>:</p>
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