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	<title>Hilfsorganisation &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Hilfsorganisation &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Die Gefahr, dass Heterosexuelle Aids nicht ernst nehmen, besteht tatsächlich&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bbergevoet]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Nov 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Aids]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche AIDS-Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Heide]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
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		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<b><span style="font-size: x-small">Am 
<span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small">Welt-Aids-Tag</span></span>, 1<span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small">. 
Dezember 2006, war Dr. Ulrich Heide, geschäftsführender 
Vorstand der deutschen Aids-Stiftung, zu Gast im tagesschau-Chat in 
Kooperation mit politik-digital.de. Er diskutierte mit den Nutzern 
über Aufklärung, Kampagnen, und die Betreuung der Patienten</span></span></span></b>.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b><span style="font-size: x-small">Am<br />
<span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small">Welt-Aids-Tag</span></span>, 1<span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small">.<br />
Dezember 2006, war Dr. Ulrich Heide, geschäftsführender<br />
Vorstand der deutschen Aids-Stiftung, zu Gast im tagesschau-Chat in<br />
Kooperation mit politik-digital.de. Er diskutierte mit den Nutzern<br />
über Aufklärung, Kampagnen, und die Betreuung der Patienten</span></span></span></b>.<!--break--> </p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Herzlich Willkommen<br />
zum tagesschau-Chat am Welt-Aids-Tag. 49.000 Menschen sind in Deutschland<br />
derzeit mit dem HI-Virus infiziert; jeden Tag kommen etwa sieben<br />
neue Fälle dazu. Weltweit steigt die Zahl der HIV-infizierten<br />
teils dramatisch. Was können Politik, Hilfsorganisationen und<br />
die Bürger gegen Aids tun? 60 Minuten wird uns heute Dr. Ulrich<br />
Heide, der geschäftsführende Vorstand der Deutschen Aids-Stiftung,<br />
für Fragen im Chat zur Verfügung stehen. Vielen Dank,<br />
Herr Heide, dass Sie sich Zeit für den Chat genommen haben<br />
und die Frage nach Bonn: Können wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Ja gern.
</p>
<p>
<b>gupsi:</b> Ein Freund von mir hat Angst, seinen Eltern<br />
zu erzählen, dass er HIV-infiziert ist. Ich weiß nicht,<br />
wie ich ihm weiterhelfen soll. Was würden Sie ihm für<br />
Tipps geben?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Ich würde ihm empfehlen, zu<br />
einer örtlichen Beratungsstelle zu gehen, also beispielsweise<br />
einer Aids-Hilfe in seinem Wohnort und sich mit dem Berater sehr<br />
konkret auf das Gespräch mit seinen Eltern vorzubereiten. Die<br />
Adressen von Aids-Hilfen und anderen Beratungsstellen sind über<br />
die Homepage der Stiftung www.Aids-stiftung.de auffindbar.
</p>
<p>
<b>norisknofun:</b> So wahnsinnig viele Menschen sterben<br />
doch gar nicht an Aids. Da ist es doch gefährlicher auf einer<br />
Autobahn unterwegs zu sein. Warum wird gerade dieses &quot;Lebensrisiko&quot;<br />
so hoch gehängt?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Erstens gilt die Aussage, dass nicht<br />
so viele Menschen sterben nur für Deutschland und nicht für<br />
die weltweite Situation, denn weltweit werden in diesem Jahr über<br />
drei Millionen Menschen an Aids sterben &#8211; alle elf Sekunden ein<br />
Toter. Für Deutschland rechnen wir in diesem Jahr mit 600 bis<br />
700 Todesfällen durch Aids, weil seit zehn Jahren Medikamente<br />
zur Verfügung stehen, die das Leben Infizierter und Erkrankter<br />
deutlich verlängern können. Die Zahl der Neuinfektionen<br />
mit dem HI-Virus ist in den letzten Jahren bei uns aber deutlich<br />
gestiegen und die Infektion ist ja leicht zu vermeiden, im Wesentlichen<br />
durch Kondomnutzung. Darum ist es wichtig, immer wieder auf diesen<br />
Schutz hinzuweisen, wie im Straßenverkehr auf das Anlegen<br />
des Sicherheitsgurtes.
</p>
<p>
<b>konzentrat:</b> Wieso denkt eine steigende Anzahl<br />
Jugendlicher, Aids spiele für sie keine Rolle?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Dafür gibt es wohl mehrere<br />
Gründe. Der erste Grund: Aids ist in Deutschland nicht zu einer<br />
solchen Katastrophe geworden, wie wir sie in anderen Ländern,<br />
insbesondere in Afrika, sehen. Damit hat die Aufmerksamkeit für<br />
das Thema und das Risiko einer Infektion und Erkrankung deutlich<br />
abgenommen. Zweitens: Viele verwechseln Behandelbarkeit und Lebensverlängerung<br />
durch neue Medikamente mit Heilung oder hoffen, dass der medizinische<br />
Fortschritt in wenigen Jahren eine Heilung ermöglichen wird.<br />
Hierfür gibt es aber keine Anhaltspunkte. Von daher sollte<br />
sich jeder weiterhin in riskanten Situationen, also zum Beispiel<br />
beim Sex außerhalb von langfristigen, festen Partnerschaften,<br />
vor dem Virus schützen. Drittens: In vielen Ländern der<br />
Welt, insbesondere in Afrika, ist Aids zu einer gigantischen gesellschaftlichen<br />
Katastrophe geworden. Das verleitet uns oft dazu, Aids nur noch<br />
als ein Problem der Entwicklungsländer anzusehen.
</p>
<p>
<b>Amadeus:</b> Welche Formen von Aufklärung über<br />
Aids gibt es? Gibt es das schon in der Schule?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Für die Aufklärung von<br />
Jugendlichen und insgesamt der Allgemeinbevölkerung ist in<br />
Deutschland vor allem die Bundeszentrale für gesundheitliche<br />
Aufklärung (BZgA) zuständig. Die Bundeszentrale für<br />
gesundheitliche Aufklärung hat etliche Broschüren für<br />
Jugendliche entwickelt und Materialien für die Arbeit in der<br />
Schule. Diese Informationen können über www.bzga.de abgefragt<br />
oder bestellt werden.
</p>
<p>
<b>HarryPotter:</b> Wie erfolgreich sind die Anti-Aids-Kampagnen<br />
(mit Promis) tatsächlich? Welche Resultate gab es, und was<br />
sind die Ziele für die neue Kampagne &quot;Gemeinsam gegen<br />
Aids&quot;?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Alle Kampagnen haben unterschiedliche<br />
Methoden für unterschiedliche Zielgruppen. Bei den Kampagnen<br />
wie &quot;Gemeinsam gegen Aids&quot; und bei der Arbeit mit Prominenten<br />
geht es uns vor allem darum, überhaupt Öffentlichkeit<br />
für das Thema HIV und Aids herzustellen und damit Aufmerksamkeit<br />
für die weiterhin bestehende Risikosituation zu schaffen. Gleichzeitig<br />
haben die Kampagnen und die Arbeit von Prominenten eine wichtige<br />
Funktion, wenn es um die Verhinderung der Diskriminierung von Menschen<br />
mit HIV und Aids geht. Um wirkliche Verhaltensänderungen wie<br />
die Nutzung von Kondomen in riskierten Situationen zu erreichen,<br />
brauchen wir andere Methoden. Wir setzen aber auch andere Methoden<br />
ein. Vor allem direkte Beratung und das persönliche Gespräch<br />
in Beratungsstellen oder auch durch Streetworker, die z.B. Bars<br />
und Kneipen aufsuchen. Deutschland hat eine der niedrigsten Infektionsraten<br />
weltweit. Beispielsweise ist die Infektionsrate in der Schweiz dreimal<br />
höher, in Italien viermal höher und in Spanien sogar siebenmal<br />
höher als bei uns. Dies belegt, dass die Präventionsarbeit<br />
in Deutschland insgesamt sehr erfolgreich war und ist, auch wenn<br />
es uns Sorge machen muss, dass die Neuinfektionszahlen in den letzten<br />
Jahren steigen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ich weiß nicht, ob jemand schon<br />
mal so eine Wahrscheinlichkeitsrechnung aufgestellt hat, aber man<br />
hat ja häufig den Wunsch, nach schönen klaren Zahlen:
</p>
<p>
<b>Samira:</b> Herr Heide, mal ganz konkret: Wie hoch<br />
ist die Gefahr, wenn ich in einer deutschen Großstadt ausgehe<br />
und mich abschleppen lasse, mich zu infizieren?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Das hängt von sehr unterschiedlichen<br />
Dingen ab. In Deutschland sind es nach wie vor vor allem Männer,<br />
die Sex mit Männern haben, die bedroht sind. Vor allem, weil<br />
innerhalb dieser Gruppe der prozentuale Anteil der Infizierten weit<br />
höher ist als im heterosexuellen Teil der Bevölkerung.<br />
Eine statistisch geringe Wahrscheinlichkeit einer Infektion schützt<br />
im Einzelfall aber natürlich gar nicht und man sieht bei demjenigen,<br />
von dem man sich abschleppen lässt ja auch nicht, welche sexuelle<br />
Vorgeschichte man mit ins Bett nimmt.
</p>
<p>
<b>Andi0110:</b> Gibt es Unterschiede wo man sich in<br />
Deutschland befindet? Nord versus Süd oder Berlin im Vergleich<br />
mit Frankfurt?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Ja, die Mehrzahl der Menschen mit<br />
HIV und Aids leben in den sehr großen Städten. Ca. 50%<br />
aller Betroffenen leben allein in den sechs Großstädten<br />
München, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Hamburg und<br />
Berlin. Oft sind sie aber erst nachdem ihnen die Infektion bekannt<br />
geworden ist in eine der Großstädte gezogen, weil dort<br />
die Beratungssituation und oft auch die medizinische Versorgung<br />
besser ist als auf dem &quot;flachen Land&quot;.
</p>
<p>
<b>Andreas_:</b> HIV wird in der westlichen Welt häufig<br />
immer noch direkt mit Homosexualität in Verbindung gebracht.<br />
Selbst die Ärztekammer schließt Homosexuelle generell<br />
vom Blutspenden aus, statt einfach nur nach häufig wechselnden<br />
Sexualpartnern oder ungeschütztem Verkehr zu fragen. Neben<br />
der Frage der Diskriminierung ist hier möglicherweise auch<br />
die Gefahr zu sehen, dass Heterosexuelle für sich keine Gefahr<br />
sehen. Was meinen Sie?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Die Gefahr, dass Heterosexuelle<br />
HIV und Aids nicht ernst nehmen, besteht tatsächlich. Dabei<br />
ist weltweit gesehen HIV eine ganz überwiegend durch heterosexuellen<br />
Verkehr übertragene Infektion. In Afrika sind inzwischen mehr<br />
Frauen als Männer infiziert, aber auch bei uns nimmt die Zahl<br />
der heterosexuellen Übertragungen von HIV zu. Obwohl in Deutschland<br />
tatsächlich die Mehrzahl der Neuinfektionen auf Männer,<br />
die Sex mit Männern haben, entfallen.
</p>
<p>
<b>Drumma:</b> Vor welchen Infektionsmöglichkeiten<br />
sollte ich mich (abgesehen von Sexualkontakten, bin verheiratet)<br />
schützen und wie mache ich das?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Im Wesentlichen wird die HIV-Infektion<br />
durch Blut-zu-Blut-Kontakt wie beispielsweise beim Benutzen nicht<br />
steriler Spritzbestecke weitergegeben. Andere Risiken (neben ungeschützten<br />
Sexualkontakten) bestehen in Deutschland kaum, da seit vielen Jahren<br />
Blut und Blutprodukte auf das Virus kontrolliert werden.
</p>
<p>
<b>micc:</b> Eine Gruppe, unter welcher die HIV-Prävalenz<br />
überdurchschnittlich hoch ist, ist die der Migranten. Was denken<br />
sie, wie kann man diese Gruppe am besten erreichen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Migranten sind in Deutschland genau<br />
wie die deutsche Bevölkerung ja keine heterogene Gruppe. Untersuchungen<br />
zeigen zum Beispiel, dass Migrantinnen und Migranten aus Afrika<br />
besser über HIV und Aids informiert sind als Migranten aus<br />
Osteuropa. Beide Gruppen sind aber schlechter aufgeklärt als<br />
der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung. Dies müssen<br />
wir dringend ändern. Wir brauchen dazu die Hilfe von Menschen<br />
aus den jeweiligen Migrantengruppen, die einerseits den Zugang haben,<br />
die andererseits aber auch den soziokulturellen Hintergrund kennen<br />
und daher in der Lage sind, Präventionsbotschaften und Informationen<br />
so zu formulieren und weiterzugeben, dass sie akzeptiert werden<br />
können und dadurch wirksam sein können. Die deutsche AIDS-Stiftung<br />
hat zum Beispiel gerade mit einer Gruppe von jugendlichen Migrantinnen<br />
und Migranten aus Afrika einen Präventionsspot für Jugendliche<br />
Migrantinnen und Migranten produziert.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen zum Thema Osteuropa:
</p>
<p>
<b>Stanislaw:</b> Wie kommt es, dass gerade in Osteuropa<br />
die Zahl der HIV-Neuinfizierten in den letzten Jahren steigt? Was<br />
ist dort anders als in Deutschland? Schlechtere Aufklärung?
</p>
<p>
<b>Ariane:</b> Sehr geehrter Herr Heide, ich befinde<br />
mich im Moment in Litauen und bin doch sehr enttäuscht, dass<br />
es keine gute Aufklärungsarbeit gibt. Viele scheuen sich auch,<br />
Kondome zum Schutz zu kaufen. An dieser Stelle möchte ich Sie<br />
fragen, ob es auch Abkommen oder besser gesagt gemeinsame Projekte<br />
mit den neuen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gibt?<br />
Vielen Dank!
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Osteuropa und hier vor allem Estland,<br />
die Ukraine und Russland sind die Länder, in denen im Augenblick<br />
weltweit die Neuinfektionszahlen am schnellsten steigen. Es fehlt<br />
und es fehlte vor allem in den zurückliegenden Jahren an der<br />
Bereitschaft der Regierung und der Gesellschaft, offen über<br />
HIV und Aids und die Möglichkeiten, sich zu schützen,<br />
zu informieren. In Osteuropa ist die Bereitschaft gerade der Regierungen<br />
wohl auch deshalb so gering gewesen, weil insbesondere junge männliche<br />
Drogennutzer, die gemeinsam nicht sterile Spritzbestecke benutzt<br />
haben, die Hauptbetroffenengruppe stellen &#8211; und damit neben HIV<br />
und Aids immer auch illegaler Drogenkonsum und zum Teil Kriminalität<br />
angesprochen werden müsste. Die Bundesregierung und die Europäische<br />
Union bemühen sich seit einigen Jahren darum, dass der HIV-Prävention<br />
auch in Osteuropa mehr Aufmerksamkeit beigemessen wird. So wird<br />
im Rahmen der deutschen EU-Präsidentschaft im ersten Halbjahr<br />
2007 eine Konferenz der europäische Gesundheitsminister zur<br />
Rolle von Regierungen und Zivilgesellschaft in der HIV/Aids-Prävention<br />
in Bremen stattfinden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wissen Sie, was da beschlossen werden<br />
soll?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Zentrales Thema soll vor allem die<br />
Notwendigkeit des Zusammenwirkens von Regierung, Selbsthilfe und<br />
Zivilgesellschaft in der Prävention von HIV und Aids sein.<br />
Aus meiner Sicht eine sehr gut gewählte Themenstellung, weil<br />
die relativ guten Erfolge in der Prävention von HIV in Deutschland<br />
maßgeblich auf das langjährige und insgesamt gute Zusammenspiel<br />
von Regierung, Selbsthilfe und Zivilgesellschaft zurückzuführen<br />
sind. Insoweit ist die deutsche AIDS-Politik durchaus vorbildlich<br />
und kann Anregungen für die Arbeit zu diesem Thema in anderen<br />
Ländern leisten.
</p>
<p>
<b>John Doe:</b> Was für großen Aktionen gibt<br />
es im Rest der Welt? Macht Afrika zum Beispiel auch mit?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Aids ist zurzeit die weltweit größte<br />
gesundheitliche Bedrohung. Darum gibt es natürlich und glücklicherweise<br />
in fast allen Ländern Anstrengungen zur Prävention und<br />
zur Hilfe für bereits infizierte und erkrankte Menschen. So<br />
gibt es auch etliche afrikanische Staaten wie beispielsweise Kenia,<br />
Uganda und Ruanda, in denen es aufgrund intensiver Präventionsanstrengungen<br />
gelungen ist, die Neuinfektionsraten gerade bei Jugendlichen zu<br />
senken. Es gibt aber auch andere Länder wie die Republik Südafrika,<br />
in denen die Regierung eine sehr indifferente Haltung zu HIV und<br />
Aids einnimmt. So wird beispielsweise immer wieder von der südafrikanischen<br />
Gesundheitsministerin bezweifelt, dass HIV Aids auslöst und<br />
dass antiretrovirale Medikament helfen. Das führt trotz großer<br />
Anstrengungen von Selbsthilfegruppen und internationalen Organisationen<br />
dazu, dass in Südafrika noch keine entscheidenden Fortschritte<br />
bei der Senkung der Neuinfektionsrate erreicht wurden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Thema Osteuropa noch ein Kommentar<br />
von:
</p>
<p>
<b>micc:</b> Die Deutsche Gesellschaft für Technische<br />
Zusammenarbeit implementiert in den Baltischen Staaten ein angepasstes<br />
deutsches Instrument zur HIV-Prävention. Es ist vor allem an<br />
die dort lebende deutsche Minderheit gerichtet, erreicht aber auch<br />
deren Umfeld. Es gibt also auch gemeinsame Projekte mit Deutschland.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ich weiß nicht, ob dies zu den<br />
Aufgaben eines geschäftsführenden Vorstands der Aidsstiftung<br />
gehört:
</p>
<p>
<b>saldi:</b> Wann waren Sie zum letzten Mal in einer<br />
der Aids-Stationen in Nigeria, Südafrika etc.?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Die deutsche Aids-Stiftung unterstützt<br />
seit sechs Jahren auch Projekte im Ausland, im Augenblick vor allem<br />
im südlichen Afrika in den Ländern Namibia, Südafrika,<br />
Mosambik und Tansania. Ich selbst war vor zwei Jahren in Tansania<br />
und Südafrika. Mein Vorstandskollege vor einem Jahr in Namibia<br />
und ich werde voraussichtlich Anfang nächsten Jahres nach Mosambik<br />
und Tansania fahren. Wir versuchen, die Kommunikation mit den von<br />
uns geförderten Projekten im Ausland zwar nicht nur über<br />
zeit- und auch kostenintensive Reisen sicherzustellen. Aber es ist<br />
trotzdem sehr wichtig, immer wieder auch den persönlichen Kontakt<br />
und die persönliche Anschauung von der Entwicklung der Projekte<br />
zu haben.
</p>
<p>
<b>pandora:</b> Arbeiten Sie auch mit den (katholischen)<br />
Kirchen zusammen und wenn ja: Wie muss man sich das vorstellen?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein weiterer User fragt dazu nach Ihrer<br />
Einschätzung, wenn der Papst das Kondomverbot lockert. Was<br />
würde das Ihrer Ansicht nach für die AIDS-Aufklärung<br />
und die Kampagnen vor allem in den katholischen Ländern bedeuten?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Wir arbeiten mit kirchlichen Einrichtungen<br />
in Namibia, Südafrika und Mosambik zusammen. Unsere Erfahrung<br />
zeigt, dass die Gemeinden an der Basis auf Grund ihrer Erfahrung<br />
und aufgrund der Größe des Problems sich längst<br />
von bestimmten Vorstellungen des Vatikans verabschiedet haben. Selbstverständlich<br />
informieren auch von katholischen Gemeinden getragene Projekte über<br />
die Nutzung von Kondomen. Teilweise stellen sie sie sogar zur Verfügung.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Drei Fragen stellvertretend für<br />
viele mehr zum Thema Bekämpfung der Erkrankung selbst:
</p>
<p>
<b>Schnuffelino:</b> Wie weit ist die Wissenschaft? Wann<br />
gibt es Ihrer Schätzung nach so etwas wie einen Impfstoff oder<br />
ein Gegenmittel?
</p>
<p>
<b>stefanscheerer:</b> Mich würde mal interessieren,<br />
wie der Stand der Forschung/Entwicklung von Medikamenten derzeit<br />
ist. Man liest/hört immer, dass geforscht wird. Gibt es greifbare<br />
Ergebnisse?
</p>
<p>
<b>hans84:</b> Wie weit ist eigentlich der Forschungsstand<br />
in Sachen Aids-Bekämpfung? und wie sieht es mit staatlicher/nichtsstaatlicher<br />
Unterstützung zur Aids-Forschung aus?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Im Bereich der Entwicklung neuer<br />
Medikamente gibt es laufend Fortschritte, die aber auch dringend<br />
nötig sind, um mit den Mutationen des Virus und der Resistenzbildung<br />
Schritt zu halten. Ohne diese Fortschritte stünden die Therapieerfolge<br />
der letzten 10 Jahre sofort in Frage. Es gibt aber bisher keine<br />
große Wahrscheinlichkeit auf eine Heilung von Aids in einem<br />
überschaubaren Zeitraum. Ein weiteres großes Thema für<br />
die Forschung ist die Entwicklung eines Impfstoffes &#8211; aus meiner<br />
Sicht die einzige Option, um Aids tatsächlich mittelfristig<br />
weltweit deutlich zurückzudrängen oder günstigstenfalls<br />
zu besiegen.
</p>
<p>
Seit einigen Jahren wird weltweit intensiver nach Impfstoffen gesucht.<br />
Es besteht aber kaum eine realistische Hoffnung, in den nächsten<br />
zehn bis zwölf Jahren einen wirksamen und marktfähigen<br />
Impfstoff zur Verfügung zu haben. Gleichwohl muss intensiv<br />
geforscht werden. Denn ohne Forschung hätten wir auch in 15<br />
Jahren nicht die Chance auf eine wirksame Substanz. Bei der Entwicklung<br />
von Impfstoffen fehlt es bislang an einer Unterstützung der<br />
Bundesregierung.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die User fragen: Hilft schocken, statt<br />
aufklären?
</p>
<p>
<b>AngelOfLove:</b> Viele junge Menschen in Deutschland<br />
haben keine Sensibilität für die Krankheit Aids. In Großbritannien<br />
gibt es eine tolle Kampagne durch Fernsehspots, die grade die Jugend<br />
ansprechen. Warum nicht auch in Deutschland? Die Fernsehspots finde<br />
ich eher langweilig. Bringen Schocker im Fernsehen noch etwas?
</p>
<p>
<b>Richard5:</b> Sehr geehrter Herr Dr. Heide, ich bin<br />
in der Versicherungsbranche tätig und würde als ein neues<br />
Gegen-Aids-Konzept das Prinzip der Angst vorschlagen, weil es sehr<br />
effektiv ist. Ich selbst verhüte immer mit Kondom und spreche<br />
offen über das Thema. Jedoch denke ich, dass man mehr Menschen<br />
erreichen kann, wenn man ihnen vor Augen führt, was mit ihnen<br />
passiert, sollten sie sich anstecken. Versicherungen werden effektiv<br />
mit Angstmache verkauft.
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Sehr viele Untersuchungen haben<br />
gezeigt und zeigen weiterhin, dass Angst nur kurzfristig wirksam<br />
ist. Es geht aber bei der HIV-Prävention um eine mittel- und<br />
langfristig stabile Verhaltensänderung, nämlich um die<br />
ständige Nutzung von Kondomen in riskanten Situationen. Und<br />
hier wirkt Angst nicht. Sondern nur eine durch sachliche Information<br />
erzielte stabile Haltung.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfrage zum vieldiskutierten Thema:<br />
Wer bezahlt die Aids-Bekämpfung in Afrika:
</p>
<p>
<b>Hans FR:</b> Das hört sich toll an! Leider können<br />
sich fast keine Menschen in Afrika diese Medikamente leisten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Müssen sich die westlichen Länder<br />
mehr engagieren?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Das Hauptproblem bei der dringend<br />
notwendigen Ausweitung von Therapieprogrammen in Afrika (bislang<br />
haben nur ca. 15 Prozent der Menschen, die behandelt werden müssten,<br />
in Afrika Zugang zu Therapien) ist im Augenblick nicht so sehr der<br />
Preis der Medikamente. Denn einerseits stellen viele Pharmaunternehmen<br />
Produkte für die Entwicklungsländer kostenfrei oder zu<br />
extrem abgesenkten Preisen zur Verfügung, andererseits haben<br />
fast alle großen Hersteller Lizenzen für die Generikaherstellung<br />
erteilt. Somit stehen Medikamente in Afrika zu Preisen zur Verfügung,<br />
die zwar nicht direkt von den Menschen bezahlt werden könnten,<br />
die im Rahmen internationaler Hilfsprogramme &#8211; vor allem durch den<br />
Global Fund &#8211; aber bezahlbar sind. Das Hauptproblem bei der Ausweitung<br />
dieser Programme ist im Moment die schlechte Infrastruktur und vor<br />
allem der Mangel an ausgebildetem Personal (Ärzte und Pflegekräfte).
</p>
<p>
<b>Schnuffelino:</b> Wenn Sie in Ihrer Position drei<br />
Wünsche frei hätten, welche wären das?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Weltweit eine offene und intensive<br />
Informationsarbeit über die Gefahren von HIV und Aids und die<br />
Möglichkeit, sich vor diesen Gefahren zu schützen. Weltweit<br />
die Verhinderung der Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen<br />
mit HIV und Aids und weltweit den Zugang zu qualitativ guten Therapieprogrammen<br />
für alle Infizierten und Erkrankten, die der Medikation bedürfen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war unserer tagesschau-Chat bei<br />
tagesschau.de und politik-digital.de. Vielen Dank für Interesse<br />
und vielen Dank an Herrn Dr. Heide. Das Protokoll des Chats ist<br />
in Kürze zum Nachlesen auf den Seiten von tagesschau.de und<br />
politik-digital.de zu finden. Das tagesschau-Chat-Team wünscht<br />
noch einen schönen Tag und ein schönes erstes Adventswochenende.
</p>
<p><b>Ulrich Heide:</b> Ich bedanke mich für Ihr Interesse<br />
und wünsche ebenfalls ein schönes Wochenende. Für<br />
weitere Informationen empfehle ich die Homepage der deutschen AIDS-Stiftung<br />
www.Aids-stiftung.de.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ulrike von Pilar über &#8216;Ärzte ohne Grenzen&#8217;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/ulrike_von_pilar_ueber_039aerzte_ohne_grenzen039-257/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[uheimann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jan 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Spendenflut im Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Spende]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrike von Pilar]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfsorganisation]]></category>
		<category><![CDATA[Flutkatastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Katastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Tsunami]]></category>
		<category><![CDATA[Ärzte ohne Grenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Krisengebiet]]></category>
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					<description><![CDATA[<span class="fett">
Am Donnerstag, 06. Januar, war Ulrike von Pilar, Geschäftsführerin 
der Hilfsorganisation &#34;Ärzte ohne Grenzen&#34; von 13 
bis 14 Uhr zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und 
politik-digital.de. Sie beantwortete Fragen über den Einsatz 
von &#34;Ärzte ohne Grenzen&#34; in der Tsunami-Katastrophenregion 
und anderen Krisengebieten sowie über den Umgang mit Spendengeldern</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="fett"><br />
Am Donnerstag, 06. Januar, war Ulrike von Pilar, Geschäftsführerin<br />
der Hilfsorganisation &quot;Ärzte ohne Grenzen&quot; von 13<br />
bis 14 Uhr zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und<br />
politik-digital.de. Sie beantwortete Fragen über den Einsatz<br />
von &quot;Ärzte ohne Grenzen&quot; in der Tsunami-Katastrophenregion<br />
und anderen Krisengebieten sowie über den Umgang mit Spendengeldern</span><!--break--><br />
<span class="fett"><br />
<br />
Moderator:</span> Liebe Politik-Interessierte, herzlich willkommen<br />
im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von<br />
tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von<br />
tagesspiegel.de. Im ARD-Hauptstadtstudio ist heute Ulrike von Pilar,<br />
Geschäftsführerin der Hilfsorganisation &quot;Ärzte<br />
ohne Grenzen&quot;, zu Gast. Herzlich Willkommen Frau von Pilar.<br />
Ulrike von Pilar: Vielen Dank, dass ich kommen konnte!<br />
Moderator: „Ärzte ohne Grenzen“ haben zu so genannten<br />
freien Spenden aufgerufen, da für das Seebeben genug Geld aufgelaufen<br />
sei. Das können viele nicht verstehen: Wie kann man genug Geld<br />
haben ?</p>
<p>Ulrike von Pilar: Zuerst möchte ich mal sagen, dass wir von<br />
der Großzügigkeit der Spender völlig überwältigt<br />
worden sind und sehr dankbar sind für diese ungeheure Großzügigkeit.<br />
Wir haben in den ersten 10 Tagen nach dem Seebeben mehr als 30 Millionen<br />
Euro an Spenden erhalten. Das ist fast doppelt so viel wie wir im<br />
Jahr 2003 eingenommen haben. Aber als medizinische Nothilfeorganisation<br />
sind wir vor allem in den ersten Monaten nach einer Katastrophe<br />
tätig. Und die großen Programme, die wir im Moment in<br />
der Region haben, sind zumindest für diese erste akute Phase<br />
völlig finanziert. Wie weit wir darüber hinaus auch im<br />
Wiederaufbau tätig sein werden, ist im Moment überhaupt<br />
nicht abzusehen. Und deshalb wollten wir unseren Spendern das auch<br />
ehrlich mitteilen.</p>
<p>
<span class="fett">manne dumke:</span> Frau Pilar, was machen Sie<br />
mit eigentlich mit all dem Geld? Wird es eine Art Liste geben in<br />
der man nachlesen kann wofür Sie das ganze Geld ausgeben?
</p>
<p>
<span class="fett">Ulrike von Pilar:</span> Es wird auf jeden Fall<br />
Berichte geben, darüber, wie das Geld ausgegeben worden ist.<br />
Übrigens kann man bereits jetzt erste Angaben dazu auf unserer<br />
Homepage finden. Im Moment werden von den Spenden in erster Linie<br />
medizinisches Material und Mittel zur Wasseraufbereitung sowie natürlich<br />
Personal wie auch Transportkosten unter anderem für die in<br />
Aceh eingesetzten Hubschrauber finanziert.
</p>
<p>
<span class="fett">Bertram:</span> Ihre Organisation lehnt weitere<br />
zweckgebundene Spenden für Asien ab. Welche andere Region benötigt,<br />
ihrer Meinung nach, ebenso finanzielle Unterstützung? <img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/images/zzz_platzhalter.jpg" align="right" height="4800" width="6" />
</p>
<p>
<span class="fett">Ulrike von Pilar:</span> Dazu würde ich<br />
gerne zuerst sagen, dass wir nur zweckgebundene Spenden für<br />
diese Regionen für unsere Organisation ablehnen. Das gilt natürlich<br />
nicht für andere Organisationen. Die Regionen die weiterhin<br />
am stärksten unsere Unterstützung benötigen sind<br />
im Moment vor allem Dafur, Kongo, Uganda wie auch die Länder<br />
Westafrikas und viele andere, nicht zu vergessen Tschetschenien.<br />
„Ärzte ohne Grenzen“ arbeitet international in<br />
ca. 80%  aller Länder.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Da stark nachgefragt, im Doppelpack:
</p>
<p>
<span class="fett">berthold:</span> Frau von Pilar, wie verwenden<br />
Sie &quot;überschüssige&quot; zweckgebundene Spenden?
</p>
<p>
<span class="fett">Joerghell:</span> Was machen Sie jetzt nach<br />
dem Stopp mit Spenden, die speziell auf das Beben ausgeschrieben<br />
sind?
</p>
<p>
<span class="fett">Ulrike von Pilar:</span> Im Moment wissen wir<br />
nicht, wie hoch genau unsere Ausgaben für diese Katastrophe<br />
sein werden. Unsere Budgets steigen täglich, demnächst<br />
dann hoffentlich eher wöchentlich. In sofern kann man diese<br />
Frage im Moment nicht beantworten, es wird sicher einige Monate<br />
dauern und so lange werden wir auf jeden Fall in der Region arbeiten.<br />
Nur als Beispiel: Wir haben inzwischen über 300 Tonnen an Material<br />
in die Region geschickt. Das alleine verschlingt natürlich<br />
riesige Summen. Wir werden uns aber verpflichten Spenden auch zurück<br />
zu überweisen, an Spender, die das möchten, und wir werden<br />
dann nach dem Ende der akuten Katastrophenphase die medizinische<br />
Situation in der Region evaluieren und feststellen, wie weit eine<br />
Beteiligung von „Ärzte ohne Grenzen“ an weiteren<br />
medizinischen Programmen notwendig ist. Wir werden uns immer bemühen<br />
besonders für Gruppen der Bevölkerung, die eher kaum Zugang<br />
zu einer vernünftigen Grundversorgung haben, da zu sein.
</p>
<p>
<span class="fett">MarkScholtz:</span> Ich habe an „Ärzte<br />
ohne Grenzen“ gebunden an die Flutkatastrophe gespendet. Seit<br />
letzter Woche geben Sie durch die Meiden bekannt, dass man entweder<br />
allgemein Spenden soll, oder an andere Hilfsorganisationen. Kann<br />
ich meine Spende nachträglich neutraler für Sie machen,<br />
auf dass Sie das Geld woanders einsetzen können, wo es auch<br />
sinnvoll ist? Was passiert mit dem überschüssigen Geld,<br />
was Sie vielleicht für die Flutkatastrophe nicht mehr ausgeben?
</p>
<p>
<span class="fett">Ulrike von Pilar:</span> Das wäre uns eine<br />
große Freude. Viele Spender wissen ja nicht, dass sie mit<br />
ihrem Stichwort uns verpflichten (was ja auch richtig ist) das Geld<br />
in der Katastrophenregion auszugeben. Viele Spender haben uns geschrieben,<br />
dass sie sowieso erwartet hätten, dass wir das Geld in jedem<br />
Fall dort einsetzen, wo es am nötigsten ist, auch wenn das<br />
vielleicht nicht in jedem Fall Asien wäre. Insofern, ja, man<br />
kann ihre Spende jetzt umwidmen und wir bedanken uns dafür.<br />
Wir wären Ihnen auch dankbar für eine E-Mail mit Datum<br />
der Überweisung, Name und Adresse in dieser Sache. Und nur<br />
zu Ihrer Information: genau das versuchen wir mit vielen anderen<br />
Spendern zu erreichen, indem wir sie kontaktieren und dann überlegen,<br />
ob man die Spende umwidmen kann oder ob der Spender es doch vorzieht,<br />
das Geld zurückzuerhalten und es einer andere Organisation<br />
zur Verfügung stellt, was wir völlig verstehen.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Zwei Fragen mit ähnlichem<br />
Tenor:
</p>
<p>
<span class="fett">tom:</span> „Ärzte ohne Grenzen“<br />
ist vom DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen)<br />
mit dem Spendensiegel ausgezeichnet (eine Art Prüfsiegel).<br />
Prüfkriterium sind auch die Verwaltungsausgaben. Wie viel Prozent<br />
der Einnahmen werden für die Verwaltung in ihrer Organisation<br />
aufgebraucht?
</p>
<p>
<span class="fett">Dan41:</span> Wie viel von dem Geld kommt an<br />
&#8211; wie viel verschwindet in der Verwaltung?
</p>
<p>
<span class="fett">Ulrike von Pilar:</span> International hat „Ärzte<br />
ohne Grenzen“ sich selber Regeln gesetzt. Und die Regel bezüglich<br />
der Verwaltungskosten heißt, dass wir nicht mehr als 20% der<br />
Einnahmen in Verwaltung und Werbung und Fundraising investieren<br />
dürfen. In Deutschland liegen die Verwaltungskosten seit Jahren<br />
bei 15 % für Werbung, Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit<br />
und Fundraising. Die reinen Verwaltungskosten liegen ungefähr<br />
bei 4 %. Diese Ausgaben und unsere Finanzberichte werden zudem regelmäßig<br />
von Wirtschaftsprüfern überprüft
</p>
<p>
<span class="fett">Randolfine:</span> Wie kann ich mich anders<br />
als durch Geld engagieren?
</p>
<p>
Ulrike von Pilar: Das ist in solchen Katastrophensituationen in<br />
der Tat nicht so einfach, da die Art der Arbeit, die wir vor Ort<br />
leisten erfahrene und sehr kompetente Mitarbeiter aus verschiedenen<br />
Berufssparten erfordert. Natürlich in aller erster Linie Ärzte<br />
und medizinisches Personal, aber auch z.B. Logistiker und Verwaltungsfachleute.<br />
Insofern ist das in den Projekten für unerfahrene freiwillige<br />
Mitarbeiter nicht möglich. Wir haben aber immer wieder ehrenamtliche<br />
Mitarbeiter wie auch Praktikanten und Studenten, die uns in unserem<br />
Berliner Büro helfen. Aber im Moment sind die Kapazitäten<br />
da beschränkt. Manchmal machen freiwillige Helfer auch Informationsstände<br />
auf lokalen Veranstaltungen, das geht aber nur in Absprache mit<br />
dem Berliner Büro. Besonders wichtig erscheint mir aber, dass<br />
engagierte Menschen, die unsere Arbeit unterstützen wollen,<br />
mit dazu beitragen, dass die vergessenen Krisen und Konflikte nicht<br />
noch mehr in Vergessenheit geraten. Wer spricht heute noch von Tschetschenien<br />
oder Uganda?
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Wir wechseln das Thema und<br />
kommen auf die konkrete Arbeit von „Ärzte ohne Grenzen“<br />
zu sprechen:
</p>
<p>
<span class="fett">hugo:</span> Die Arbeit bei &quot;Ärzte<br />
ohne Grenzen&quot; ist für das medizinische Personal in den<br />
Krisenregionen sicherlich nicht leicht. Hat Ihre Hilfsorganisation<br />
Schwierigkeiten Ärzte zu finden oder gibt es genügend<br />
Bewerber?
</p>
<p>
<span class="fett">Ulrike von Pilar:</span> Es gibt viele Mediziner,<br />
die gerne mit uns arbeiten würden, und die auch die den hohen<br />
Anforderungen genügen. Aber: Es ist in Deutschland außerordentlich<br />
schwierig, besonders für Ärzte, sich in ihren Kliniken<br />
oder Praxen für humanitäre Einsätze freistellen zu<br />
lassen. Auch deswegen, weil man sich bei „Ärzte ohne<br />
Grenzen“ in aller Regel für mindestens 9 Monate verpflichten<br />
sollte.<br />
Wir appellieren daher immer wieder an die verantwortlichen Chefärzte,<br />
das humanitäre Engagement als einen wesentlichen Aspekt der<br />
Arbeit eines Mediziners anzusehen. Leider kann man nur selten sagen,<br />
dass die Erfahrung in humanitären Projekten der Karriere förderlich<br />
oder hoch angesehen ist. Das ist auch deswegen sehr bedauerlich,<br />
weil ich noch nie einen Mediziner oder eine Krankenschwester getroffen<br />
habe, die nicht in hohem Maße von ihrer humanitären Erfahrung<br />
profitiert hätte, auch wenn die Einsätze oft sehr hart<br />
sind. Insofern suchen wir immer kompetente Mediziner, Pflegekräfte<br />
aber auch Techniker, die diese Herausforderung annehmen können<br />
und dann möglichst  auch für ein paar Jahre mit uns<br />
arbeiten können. Denn erfahrenes Führungspersonal für<br />
diese sehr schweren Projekte gibt es nie genug. Mehr Informationen<br />
dazu gibt es auf unserer Homepage www.aerzte-ohne-grenzen.de.
</p>
<p>
<span class="fett">malve:</span> Wie gut sind die Ärzte in<br />
den Krisengebieten ausgestattet? Verfügen sie über den<br />
gleichen Standard, der uns bekannt ist, oder haben die Ärzte<br />
nur die nötigsten medizinischen Instrumente und Medikamente?
</p>
<p>
<span class="fett">Ulrike von Pilar:</span> Also ehrlich gesagt<br />
sind wir sehr stolz, dass unsere Ärzte meistens zumindest die<br />
nötigste Ausrüstung haben, weil schon das nicht immer<br />
selbstverständlich und leicht zu erreichen ist. Wobei man gleich<br />
dazu sagen muss, dass für die Arbeit in Konflikten und Katastrophen<br />
in armen Ländern oft eine ganz andere Grundausrüstung<br />
nötig ist, als wir sie hier kennen. Aber den technischen Standard<br />
eines Kreisstadtkrankenhauses  kann man in solchen Situationen<br />
natürlich nicht zur Verfügung stellen. Zumal unsere lokalen<br />
Kollegen, die immer noch den größten Teil der medizinische<br />
Arbeit leisten, mit einer Ausrüstung arbeiten müssen,<br />
mit der sie umgehen können.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Nach einer solchen Katastrophe<br />
herrscht vor Ort ein riesiges Chaos. Wie findet sich eine Hilfsorganisation<br />
zurecht? Wo setzen Sie an?
</p>
<p>
<span class="fett">Ulrike von Pilar:</span> „Ärzte ohne<br />
Grenzen“ hat in fast allen vom Seebeben betroffenen Ländern<br />
schon gearbeitet oder war sogar vor Ort. insbesondere in den beiden<br />
am schwersten betroffenen Ländern Sri Lanka und Indonesien<br />
kennen wir die zerstörten Provinzen von unserer früheren<br />
Arbeit. Insofern konnten wir da sofort einsetzen und unsere alten<br />
Kontakte mobilisieren. Ansonsten setzten wir uns natürlich<br />
immer sofort sowohl mit den lokalen Autoritäten als auch mit<br />
eventuell vor Ort bereits existierenden Organisationen in Verbindung.<br />
Besonders wichtig ist z.B. für uns der Kontakt mit dem Internationalen<br />
Komitee des Roten Kreuzes, aber natürlich oft auch schlicht<br />
mit dem nächsten Krankenhaus.
</p>
<p>
<span class="fett">Schweiztourist:</span> Guten Tag. Mich interessiert<br />
sehr, ob und wie Ihre Organisation den logistischen Aufwand bewältigt.<br />
Denn selbst wenn Sie mehr Geld haben, als Sie bräuchten, muss<br />
das medizinische Gerät ja erst in das betroffene Gebiet gebracht<br />
werden, von Personal und Helfern ganz zu schweigen. Wo kommen in<br />
solchen Situationen die Unterkünfte her, wie wird der Nachschub<br />
von Medikamenten gewährleistet? Ich jedenfalls stelle es mir<br />
sehr chaotisch vor.
</p>
<p>
<span class="fett">Ulrike von Pilar:</span> Wir haben in den letzten<br />
ca. 25 Jahren genau an diesem Problem heftig gearbeitet und haben,<br />
glaube ich, eine ganz gut funktionierende Logistik gerade auch für<br />
die Versorgung mit medizinischen Material aufgebaut. Die zentrale<br />
Idee unserer Logistik ist, dass wir an mehreren Orten in der Welt,<br />
vor allem an drei europäischen Flughäfen, vorgepackte<br />
Module haben, die Material für verschiedene Situationen enthalten.<br />
Z.B. gibt es einen so genannten Kit der Material für die medizinische<br />
Grundversorgung von 10.000 Menschen für 3 Monate &#8211; typischerweise<br />
für ein tropisches Land – enthalten. Von diesen Kits<br />
und Modulen gibt es um die 150, so zum Beispiel .auch ein Spezialmodul<br />
für chirurgische Operationen, für die Versorgung von Cholera-Patienten<br />
oder ein Hebammen-Kit. Ähnliches gibt es für die technische<br />
Ausrüstung eines Projekts, also Fahrzeuge, Computer, Funkausrüstung,<br />
Büromaterial, Zelte, Decken. Und das beantwortet dann vielleicht<br />
auch bereits ein wenig die Frage nach der Unterkunft. Es sind oft<br />
in den ersten Wochen wirklich Zelte, Matratzen und Schlafsäcke,<br />
aber es gibt dann immer einen Logistiker, der sich vorrangig um<br />
die Unterkunft und Versorgung der freiwilligen Helfer vor Ort kümmert.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Zwei Fragen zu den Gefahren<br />
für die beteiligten Helfer:
</p>
<p>
<span class="fett">heidi:</span> Wie gefährlich ist es für<br />
die Ärzte sich in politisch instabilen Krisenregionen zu engagieren?
</p>
<p>
<span class="fett">Randolfine:</span> Welche Gefahren bestehen<br />
für freiwillige Helfer in den Krisengebieten?
</p>
<p>
<span class="fett">Ulrike von Pilar:</span> „Ärzte ohne<br />
Grenzen“ versucht ganz besonders Menschen in Krisen und Konfliktsituationen,<br />
für die oft die Versorgung zusammengebrochen ist, zu erreichen.<br />
Insofern ist diese Arbeit nie nur ein Spaziergang oder Ferientrip.<br />
Aber „Ärzte ohne Grenzen“ nimmt natürlich<br />
die Sicherheit der Mitarbeiter sehr ernst und insofern gibt es in<br />
jedem Projekt spezifische Regeln und Vorkehrungen, um diese Sicherheit<br />
soweit wie möglich zu garantieren. Natürlich gibt es in<br />
diesen schwierigen Situationen durchaus Aspekte, die das Leben der<br />
Mitarbeiter ein bisschen ungemütlich machen können. Das<br />
fängt oft schon an mit dem Klima und den Arbeitsbedingungen,<br />
das kann durchaus auch besondere Gesundheitsrisiken einschließen.<br />
Wir müssen uns alle regelmäßig impfen und uns in<br />
vielen Ländern z.B. um Malariaprophylaxe und Ähnliches<br />
kümmern. Da in vielen dieser Länder die Infrastruktur<br />
nicht gut funktioniert, kann es durchaus ein Problem sein, von einem<br />
Ort zum anderen zu gelangen. Ich war selbst im August während<br />
der Regenzeit in Dafur und es war schon manchmal extrem schwierig,<br />
durch die Schlammlöcher zu kommen, so dass man oft für<br />
25 Kilometer 3 bis 4 Stunden braucht.
</p>
<p>
<span class="fett">Clburk:</span> Liebe Frau von Pilar, als Diplom-Psychologe<br />
würde mich interessieren, inwiefern, sowohl für Opfer<br />
in Krisengebieten als auch wegen der außerordentlichen Belastungen<br />
der Helfer, auch eine psychologische Begleitung stattfindet.
</p>
<p>
<span class="fett">Ulrike von Pilar:</span> Es gibt sowohl psychosoziale<br />
Projekte in vielen Krisengebieten wie auch eine psychologische Betreuung<br />
der Mitarbeiter.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Wegen der starken Nachfrage<br />
nach aktiver Mitarbeit, hier der entscheidende Link:<br />
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/Mitarbeit.php
</p>
<p>
<span class="fett">schweiztourist:</span> Was ist mit dem Personal<br />
vor Ort, bekommen diese Leute Geld für ihre Arbeit?
</p>
<p>
<span class="fett">Ulrike von Pilar:</span> Ja, die internationalen<br />
Mitarbeiter bekommen eine Aufwandsentschädigung und die Versorgung<br />
vor Ort. Aber hohe Gehälter gibt es bei uns nicht. Im Moment<br />
liegt die Eingangsstufe bei 600 Euro im Monat.
</p>
<p>
<span class="fett">Julius Roemmler:</span> Aus wie vielen Fachleuten<br />
besteht in der Regel ein &quot;Team&quot;, von denen wahrscheinlich<br />
mehrere in Katastrophengebiete geschickt werden?
</p>
<p>
<span class="fett">Ulrike von Pilar:</span> Die Teams haben ganz<br />
unterschiedliche Größe, aber es ist eigentlich immer<br />
ein Mediziner, ein Logistiker, ein Verwaltungs- und Finanzverantwortlicher,<br />
ein Projektleiter/in und dann eben ein oder mehrere erfahrene Pflegekräfte,<br />
die dann die lokalen Mitarbeiter anleiten und organisieren, wo das<br />
nötig ist.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Experten kritisieren, in der<br />
Krisenregion würden sich die einzelnen Hilfsorganisationen<br />
nicht gut genug miteinander abstimmen. Viele wollten alles machen<br />
und es gäbe zu viele Trittbrettfahrer. Wie ist ihr Eindruck?
</p>
<p>
<span class="fett">Ulrike von Pilar:</span> Als wir vor acht Tagen<br />
in Aceh unsere Arbeit begonnen haben, gab es viel zu wenig Hilfsorganisationen,<br />
genau gesagt drei, soviel ich weiß. Da war das größere<br />
Problem zu den von der Katastrophe betroffenen Menschen zu gelangen,<br />
da die Transportwege zerstört sind. Inzwischen sind natürlich<br />
sehr viele Organisationen vor Ort. Und da in Aceh selbst so viel<br />
zerstört ist, ist schon deswegen die Koordination nicht immer<br />
einfach. Aber wir wissen zumindest ziemlich genau, was wir zu tun<br />
haben. Das hängt ganz von der Regierung ab, aber im Moment<br />
wissen alle Regierungen, dass sie die Hilfsorganisationen unterstützen<br />
müssen und tun das auch.
</p>
<p>
<span class="fett">distelfink:</span> Die Armeen dieser Welt helfen<br />
auch kräftig mit. Gibt es eine Zusammenarbeit und wie gestaltet<br />
die sich?
</p>
<p>
<span class="fett">Ulrike von Pilar:</span> In einer Naturkatastrophe<br />
wie dieser kann das Militär Dinge leisten, die andere nicht<br />
leisten können und gebraucht werden. Und dann sind wir auch<br />
in regelmäßigen Kontakt mit denen. Ansonsten ist ja ÄOG<br />
dafür bekannt, dass wir eine gesunde Distanz zum Militär<br />
halten.
</p>
<p>
<span class="fett">Stephan:</span> Wie kooperativ sind die Regierungen<br />
der betroffenen Länder, in denen Sie helfen?
</p>
<p>
<span class="fett">UVP:</span> Wie bewerten Sie die Medien, die<br />
fast nur mediengerecht präsentierbare Katastrophen beachten?
</p>
<p>
<span class="fett">Ulrike von Pilar:</span> Wir setzen uns immer<br />
sehr dafür ein, dass auch über die vergessenen Krisen<br />
und Konflikte berichtet wird. Das ist natürlich nicht immer<br />
einfach. Aber im Moment sind ja wirklich alle Menschen so aufgewühlt<br />
und betroffen über das Ausmaß der Katastrophe in Asien,<br />
dass man vielleicht erst ab nächster Woche wieder erwarten<br />
kann, mehr über Dafur zu hören<span class="fett">.</span>
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Letzte Frage: Die Bundesregierung<br />
stellt 500 Millionen Euro zur Verfügung. Ist das nicht eine<br />
populistische Maßnahme? Mit einem kleineren Teil der Summe<br />
könnten womöglich viele neue Aids-Infektionen in Afrika<br />
verhindert werden.
</p>
<p>
<span class="fett">Ulrike von Pilar:</span> Wir erwarten natürlich<br />
von der Bundesregierung, dass die Mittel für Aids Programme<br />
in Afrika gleichzeitig aufgestockt werden. Außerdem würde<br />
ich gerne noch betonen, dass viele Organisationen nach wie vor Spenden<br />
für Asien dringend benötigen und das wir deswegen Spendern,<br />
die für den Wiederaufbau in der Region spenden wollen empfehlen,<br />
diese Organisationen zu berücksichtigen.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Unsere 60 Minuten Chat sind<br />
vorbei, vielen Dank für das große Interesse. Herzlichen<br />
Dank, Frau von Pilar, dass Sie sich die Zeit zum chatten genommen<br />
haben. Das Transkript dieses Chats finden Sie wie gewohnt auf den<br />
Seiten der Veranstalter. Der nächste Chat findet am Dienstag,<br />
18. Januar um 13 Uhr statt. Chat-Gast ist dann CSU-Landesgruppenchef<br />
Michael Glos.
</p>
<p>
<span class="fett">Ulrike von Pilar:</span> Ich bedanke mich für<br />
die interessierte Teilnahme und verabschiede mich bis zum nächsten<br />
Mal.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Tsunami-Flutkatastrophe lässt virtuelle Kassen klingeln</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/spendenflut-im-internet/netzkulturtsunami_spendenflut101-shtml-3011/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/spendenflut-im-internet/netzkulturtsunami_spendenflut101-shtml-3011/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[kfischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Jan 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Spendenflut im Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Fundraising]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Spende]]></category>
		<category><![CDATA[Flutkatastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Tsunami]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfsorganisation]]></category>
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					<description><![CDATA[Neue Rekorde bei Online-Spenden in Deutschland: Unicef knackt erstmals die zwei Millionen Euro Grenze, was 20 % aller Spenden sind. Das DRK meldet 500.000 Euro übers Internet, die Welthungerhilfe 400.000 Euro. Werden Online-Spenden in Deutschland jetzt doch noch salonfähig?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Neue Rekorde bei Online-Spenden in Deutschland: Unicef knackt erstmals die zwei Millionen Euro Grenze, was 20 % aller Spenden sind. Das DRK meldet 500.000 Euro übers Internet, die Welthungerhilfe 400.000 Euro. Werden Online-Spenden in Deutschland jetzt doch noch salonfähig?</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">„Sehr geehrter Spender, sehr geehrte Spenderin, unser Online-Spendenmodul ist zur Zeit nur eingeschränkt nutzbar, da unser System überlastet ist. Wir hoffen, Ihnen diese Spendenmöglichkeit ab morgen wieder zur Verfügung stellen zu können. Vielen Dank für Ihr Verständnis!“</p>
<p>Auf diese Meldung stößt schon seit Silvester, wer versucht, bei der „<br />
                            <a href="http://aktion-deutschland-hilft.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aktion Deutschland hilft</a>“ (ADH), einem Bündnis von zehn deutschen Hilfsorganisationen, online zu spenden. Nicht nur die Spenden in Deutschland insgesamt schlagen alle Rekorde – bis zum 4.01.05 über 50 Mio. Euro allein in Deutschland – sondern auch die Online-Spenden. Noch nie wurde in Deutschland so häufig und so viel im Internet gespendet, wie als Antwort auf diese Naturkatastrophe.</p>
<p>So sind bei der „Aktion Deutschland hilft“ (ADH) zwölf Mio. Euro über den Spendenaufruf und über zehn Mio. Euro durch die Sat.1-Gala am 3.01.05 eingegangen.<br />
                            <a href="http://www.unicef.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unicef</a> und das<br />
                            <a href="http://www.drk.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsche Rote Kreuz</a> melden bisher jeweils zehn Mio. Euro und die<br />
                            <a href="http://www.deutsche-welthungerhilfe.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsche Welthungerhilfe</a> knappe 7 Mio. Euro an Spenden für ihre wichtige Arbeit in den Katastrophengebieten. Von den Spendeneinnahmen gingen bisher zwei Mio. bei Unicef, eine halbe Mio. Euro beim DRK und 400.000 Euro bei der Welthungerhilfe über das Internet ein. Damit konnte Unicef 20% aller Spenden über das Internet einwerben. Normal sind in der Katastrophenhilfe Größenordnungen von etwa 5%, die über das Internet eingehen. Zusätzlich konnte Unicef durch einen E-Mail-Spendenaufruf über 150.000 Euro einnehmen.</p>
<p>Auch in Österreich wird von Rekordeinnahmen über Online-Spenden<br />
                            <a href="http://www.networld.at/index.html?/articles/0453/542/101658.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtet</a>. So habe die Aktion &#8220;Nachbarn in Not&#8221; innerhalb von 36 Stunden die Summe von 520.000 Euro über Online Spenden erhalten; allein das Österreichische Rote Kreuz erhielt 80.000 Euro. &#8220;So eine Dimension beim Online-Spenden hat es noch nie gegeben&#8221;, sagte Michael Opriesnig, Kommunikations- und Marketingchef des Österreichischen Roten Kreuzes. In der Schweiz wurde<br />
                            <a href="http://www.toponline.ch/area-1.rub-119.art-48043.tce" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtet</a>, dass erstmals mehr als 50.000 Menschen bei der „Glückskette“ für die Flutkatastrophe gespendet hätten.</p>
<p>Auch die anderen Hilfswerke berichten über einen starken Anstieg der Zugriffe auf ihre Websites, die mit Online-Spenden einher gehen. So berichtet<br />
                            <a href="http://www.aerzte-ohne-grenzen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ärzte ohne Grenzen</a> von bis zu fünf Spendeneingängen pro Minute, ohne deren Höhe im Moment quantitativ auswerten zu können.</p>
<p>Auch die Zugriffe auf die Websites der Organisationen steigen stark an. Allein Unicef verzeichnete in sieben Tagen über 180.000 abgerufene Seiten. Dabei kamen 42,5% der Besucher direkt auf die Homepage der Organisation, 42% über Links von anderen Websites und etwa 13,5% von Suchmaschinen.</p>
<p>Das Internet ist somit auch im Fundraising ein immer wichtigerer Kanal geworden. Mittlerweile werden, nachdem die Förderer Transaktionen im Netz immer mehr vertrauen, auch Spenden über die Websites der jeweiligen Organisationen in nennenswerter Höhe eingeworben. Ist dies der Durchbruch im deutschen Online-Fundraising?</p>
<p>Die Frage wird so einfach nicht zu beantworten sein. So unterliegt Fundraising in Katastrophenfällen einer Reihe von Besonderheiten: Menschen werden über die starke suggestive Kraft der Bilder emotional so stark angesprochen, dass sie ein Ventil suchen, um ihrer Emotionalität Ausdruck zu verleihen. Die darauf folgende Spende hat eine wichtige psychische Funktion, zeigt sie doch die Empathie, zu der Menschen fähig sind. In dieser Situation ist das Internet eine einfache und komfortable Möglichkeit, mit diesem emotionalen Druck umzugehen. Die Websites stehen prinzipiell – sieht man von den wenigen Zusammenbrüchen der Webserver aufgrund des hohen Traffics einmal ab – immer zur Verfügung und um eine Spende zu tätigen, muss in der Regel nur ein Formular ausgefüllt und abgeschickt werden. Fertig. Den Rest, d.h. den Einzug der Spende vom Konto der Spender, übernimmt dann die Spendenorganisation.</p>
<p>Wie der TNS Emnid-Spendenmonitor jedes Jahr auf’s Neue aufzeigt, sind Spenden auf Katastrophen der häufigste Spendenanlass. Dabei sind die Hilfsorganisationen auf die Berichterstattung der Fernsehsender und auch der Internet-Medien angewiesen. Sie produzieren und verbreiten die emotionalen Bilder, die notwendig sind, um den Wunsch zur Spende auszulösen. Ob sich Online-Spenden auch für die Aufbau-Projekte durchsetzen werden, bleibt abzuwarten. Hierfür lassen sich sehr viel weniger Menschen zu einer Spende bewegen, obwohl Aufbauprojekte in den ärmsten Regionen des Katastrophengebiets noch auf Jahre unserer Hilfe bedürfen.</p>
<p>Es gibt noch weitere Faktoren, die berücksichtigt werden müssen. Aufgrund der Beliebtheit der überfluteten Regionen als Reiseziele für Europäer sind neben den Einwohnern auch die Urlauber von der Naturkatastrophe betroffen. Viele Menschen, die heute spenden, waren bereits an den Orten und haben eine besondere Beziehung zu Land und Leuten. Als Urlauber, die wir alle auch sind, haben wir im Grunde genommen Glück gehabt, jetzt nicht betroffen zu sein. Es hätte auch uns, unsere Familien und unsere Freunde treffen können. Dies sind sicherlich Motive, welche zusätzlich Spenden mobilisieren.</p>
<p>Damit ist anzunehmen, dass für die Tsunami-Opfer auch Menschen spenden, die sonst nicht zu den klassischen Spendergruppen gehören. Wie der TNS Emnid-Spendenmonitor zeigt, spenden vor allen Dingen Frauen, Menschen über 60 Jahre und mit einer höheren formalen Ausbildung. Diese Gruppen gelten als nicht besonders internetaffin, auch wenn die Zahl der Internetnutzer in dieser Gruppe überproportional ansteigt. Urlauber in diesen Regionen sind in der Regel jedoch deutlich jünger und verfügen in der Regel über ein höheres Einkommen. Diese eher internetaffine Gruppe kann mit den emotionalen Bildern dieser Katastrophe angesprochen und zum Spenden bewegt werden.</p>
<p>Förderer, welche auf Naturkatastrophen mit Spenden reagieren, binden sich normalerweise nur schwer an eine Organisation. Sie spenden, wenn ein Ereignis eintritt, haben sonst aber kaum Beziehungen zu den Organisationen und deren sonstigen Leistungen.<br />
                            <br />Somit stellt sich erneut die Frage nach dem Durchbruch des Online-Spendens: Fundraising auf Katastrophen wird zunehmend über das Internet abgewickelt werden. Hier steht mit dem Internet ein einfacher und komfortabler Responsekanal zur Verfügung, der von den Spendern zunehmend auch genutzt wird. Einige Förderer werden hier Erfahrungen machen, die sie auf die Kommunikation mit ihrer Organisation insgesamt übertragen werden. Hieraus jedoch die Schlussfolgerung zu ziehen, dass auch für andere Anliegen Online-Spenden stark zunehmen werden, ist auf Grundlage der derzeitigen Entwicklung verfrüht. Dies wird sich nur dann einstellen, wenn die spendensammelnden Organisationen das Internet als Kommunikationskanal verstehen und in seinen spezifischen Eigenarten zu nutzen lernen.</p>
</p>
<p>
                              <strong>Kai Fischer ist Geschäftsführer und Marcus Beck freier Mitarbeiter der auf Online-Fundraising spezialisierten Agentur<br />
                              <a href="http://www.amm-gmbh.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AMM GmbH</a> in Hamburg. AMM GmbH realisiert seit über sieben Jahren für verschiedene Organisationen Internet-Kommunikation und erstellt Konzepte für Fundraising-Projekte im Internet und zu Multi-Channel-Fundraising. Kai Fischer ist Fachautor und Referent auf verschiedenen Kongressen, Tagungen und Weiterbildungen im Fundraising.</strong>
                            </p>
<p class="normal">
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			</item>
		<item>
		<title>Spielzeug für Flüchtlingskinder</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/spielzeug_fuer_fluechtlingskinder-542/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Steffen Wenzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Mar 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kind]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfsorganisation]]></category>
		<category><![CDATA[Jugoslawien]]></category>
		<category><![CDATA[Kosovo]]></category>
		<category><![CDATA[Kosovo-Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtling]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
Mit dem Aufruf &#34;Schickt ein Paket mit Spielsachen&#34; - startete am Dienstag das
Hilfsprojekt &#34;Kids helfen Kids im Kosovo&#34;. Die Initiative für Flüchtlingskinder
haben mehrere namhafte Online-Dienste für Kinder im Netz ergriffen. Mit Hilfe des
Arbeiter-Samariter-Bundes sollen die gesammelten Schätze in den kommenden Wochen in
mazedonischen und albanischen Flüchtlingscamps direkt an Kinder verteilt werden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
Mit dem Aufruf &quot;Schickt ein Paket mit Spielsachen&quot; &#8211; startete am Dienstag das<br />
Hilfsprojekt &quot;Kids helfen Kids im Kosovo&quot;. Die Initiative für Flüchtlingskinder<br />
haben mehrere namhafte Online-Dienste für Kinder im Netz ergriffen. Mit Hilfe des<br />
Arbeiter-Samariter-Bundes sollen die gesammelten Schätze in den kommenden Wochen in<br />
mazedonischen und albanischen Flüchtlingscamps direkt an Kinder verteilt werden.<!--break-->
</p>
<p>
&quot;Warum Krieg? Wer kämpft da eigentlich warum? Wie kann der Frieden wiederhergestellt werden?<br />
Wie lange müssen Menschen im Kosovo noch leiden? Kann ich helfen?&quot; &#8211; das sind Fragen, die immer<br />
mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland &#8211; fernab von dem unfaßbaren Leid im Kosovo &#8211; beschäftigen.<br />
Der Krieg auf dem Balkan ist längst in die Kinderzimmer und Klassenräume der Republik gerückt.<br />
Ratlos und verängstigt suchen viele Kids nach Antworten.<br />
Auf diese Verunsicherung haben nun sieben namhafte Anbieter von Websites für Kinder reagiert:<br />
Mit der gemeinsamen Aktion &quot;Kids helfen Kids im Kosovo&quot; rufen die Suchmaschine für Kinder<br />
&quot;Blinde Kuh&quot;, die Kinderzeitschrift &quot;GEOlino&quot;, &quot;Greenpeace Kids online&quot;, &quot;Kindersache&quot; von der<br />
Infostelle Kinderpolitik des Deutschen Kinderhilfs-werks, die Mailingliste &quot;Kinderpost&quot;, die<br />
WDR-Redaktion &quot;Lilipuz&quot; und das &quot;Kindernetz&quot; des Südwestrundfunks via Internet auf, Spielsachen<br />
zu spenden. Unterstützt wird die Aktion von der Kinderkommission des Deutschen Bundestages und<br />
dem Verein &quot;Schulen ans Netz&quot; (Bonn).
</p>
<p>
Auf den Kids-Websites können inzwischen Hintergründe und aktuelle Informationen zum Balkankrieg<br />
abgerufen werden. Diskussionsforen bieten dem Nachwuchs ferner die Möglichkeit, sich auszutauschen<br />
und zu vernetzen.<br />
&quot;Rund die Hälfte der Flüchtlinge aus dem Kosovo sind Kinder. Sie leiden besonders&quot;, erklärte<br />
Tobias Gehle, Sprecher der Aktion &quot;Kids helfen Kids im Kosovo&quot;. &quot;Zahlreiche Flüchtlingskinder<br />
sind krank und mangelernährt, viele haben Eltern, Geschwister und Freunde verloren. Sie werden<br />
lange brauchen, um dieses Trauma zu verarbeiten. Mit unserer Aktion versuchen wir zu helfen &#8211;<br />
klein, aber fein. Die Spielsachen beschäftigen die Kinder, geben ihnen ein kleines Stück Normalität<br />
zurück. Gleichzeitig hilft die Aktion den Kindern, die nicht im Krisengebiet leben. Durch<br />
konkretes Engagement können sie ihrer Verunsicherung über den Krieg im Kosovo entgegensteuern.&quot;
</p>
<p>
Wer spenden will schickt Kuscheltiere, Malstifte, Bälle, Spiele bis zum 6. Juni an:<br />
Führungsakademie der Bundeswehr <br />
Clausewitz-Kaserne<br />
Stichwort &quot;Kids helfen Kids im Kosovo&quot;<br />
Manteuffelstr. 20<br />
D-22587 Hamburg
</p>
<p>Mehr Informationen und Links zu allen Initiatoren der<br />
Aktion im Netz:<a href="http://www.blinde-kuh.de/kosovo/">www.blinde-kuh.de/kosovo/</a></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>HelpDirect &#8211; Spenden im Internet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/helpdirect_spenden_im_internet-653/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/helpdirect_spenden_im_internet-653/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[sirlenkaeuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungshilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfsaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfsorganisation]]></category>
		<category><![CDATA[Qualitätskontrolle]]></category>
		<category><![CDATA[Spenden]]></category>
		<category><![CDATA[Spendenaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Spendengelder]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Internetportal für Hilfsorganisationen und Spendemöglichkeiten</b>
</span>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im Moment ist die internationale Gemeinschaft in Mosambik gefordert und wieder einmal fragen wir uns alle,
was wir tun können. Die Organisation HelpDirect ruft in einer <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/mosambik_pm.shtml">
Pressemitteilung </a>zu Hilfsaktionen auf und
verspricht bessere und transparentere Hintergrundinformationen. Außerdem können interessierte Spender
bei eigens ausgesuchten Projekten direkt online spenden.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Internetportal für Hilfsorganisationen und Spendemöglichkeiten</b><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im Moment ist die internationale Gemeinschaft in Mosambik gefordert und wieder einmal fragen wir uns alle,<br />
was wir tun können. Die Organisation HelpDirect ruft in einer <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/mosambik_pm.shtml"><br />
Pressemitteilung </a>zu Hilfsaktionen auf und<br />
verspricht bessere und transparentere Hintergrundinformationen. Außerdem können interessierte Spender<br />
bei eigens ausgesuchten Projekten direkt online spenden.</span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im unübersichtlichen Wirrwarr der<br />
internationalen Hilfsorganisationen und der unzähligen Spendenaktionen<br />
will der helpDirect e.V. mehr Transparenz schaffen. Mit einem<br />
Internetportal, das von Mitarbeitern unterschiedlicher Internetfirmen<br />
ehrenamtlich betreut wird, sollen mögliche Spender umfassend über die<br />
verschiedenen Organisationen und Spendenaktionen informiert werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Idee zu <a href="http://www.helpdirect.org/">helpDirect</a><br />
entstand am Anfang des Kosovokrieges, als der Unternehmer Harald Meurer<br />
nach einer geeigneten Spendenaktion suchte, um den Kriegsopfern zu<br />
helfen. Dabei vermisste er umfassende und objektive Informationen über<br />
die diversen Spendemöglichkeiten &quot;Wir wollten erst spenden, wenn wir<br />
die Möglichkeit gefunden hätten, zwischen den Organisationen<br />
auszuwählen. Unsere Recherche ergab allerdings, dass es nicht möglich<br />
war, eine ganzheitliche Übersicht zu bekommen.&quot;<!--[siehe <a href="interview.shtml">Interview </a>] --><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">So ergriffen er und weitere<br />
Berufskollegen aus der Internetbranche die Initiative und gründeten im<br />
Mai 1999 den gemeinnützigen Verein helpDirect. &quot;Uns allen geht es<br />
wirtschaftlich wesentlich besser als den meisten Menschen auf unserer<br />
Welt. Wir sehen darin auch eine Verpflichtung, Notleidenden zu helfen.<br />
Spenden alleine reicht uns nicht mehr. Und was liegt näher, da die<br />
meisten von uns im Internet beruflich tätig sind, dies über das World<br />
Wide Web zu realisieren?&quot; erklärt Harald Meurer, der neben seiner<br />
ehrenamtlichen Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender des Vereins<br />
Geschäftsführer der Pricecontrast GmbH ist. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Seit dem Start des Onlineportals Anfang 2000 haben sich bereits bekannte Organisationen, wie <a href="http://www.unicef.org/">Unicef </a>oder die <a href="http://www.sos-kinderdorf.de/">SOS Kinderdörfer </a>auf<br />
der Site registrieren lassen. Helpdirect informiert dabei als neutraler<br />
und unabhängiger Beobachter über die verschiedenen Aktionen und<br />
Organisationen, die sich nach Regionen, Thema oder Stichwörtern aus<br />
einer Datenbank heraussuchen lassen. Auf Linklisten wurde bewusst<br />
verzichtet, um eine Chancengleichheit zwischen finanziell stärkeren und<br />
schwächeren Hilfsaktionen herzustellen: &quot;Es gibt Hilfsorganisationen,<br />
die große und umfangreiche Internetauftritte haben. Andere wiederum<br />
haben dies nicht. Hier entsteht ein Ungleichgewicht und ein Wettbewerb,<br />
den wir im Sinne der notwendigen Hilfsmaßnahmen möglichst vermeiden<br />
wollen.&quot; erläutert helpDirect auf seiner Website.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">helpDirect will nicht als Richter<br />
über die Hilfsorganisationen verstanden werden, bemüht sich aber nur<br />
seriöse Organisationen zuzulassen. Die Möglichkeiten der<br />
Qualitätskontrolle von Hilfsorganisationen gestalten sich in<br />
Deutschland allerdings sehr heterogen. Einige sind in Verbänden<br />
organisiert, die sich über eine Selbstauskunft verpflichten, bestimmte<br />
Richtlinien einzuhalten und &quot;Qualitätssiegel&quot; ausgeben. Da die<br />
Mitgliedschaft in einem Verband allerdings oft neben buchhalterischen<br />
Pflichten auch Gebühren mit sich bringt, berufen sich viele<br />
Organisationen auf die ausschließliche Prüfung durch die<br />
Finanzbehörden. Wieder andere sind nicht organisiert, sollen aber<br />
dennoch eine Chance erhalten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Da Transparenz eines der großen<br />
Anliegen der Organisation ist, findet man auf der Website unter der<br />
Rubrik Spendenprüfung auch die Richtlinien der einzelnen Verbände sowie<br />
Empfehlungen verschiedener Institute zum Thema Spenden. Es soll dem<br />
Einzelnen überlassen werden, sich aufgrund neutraler und umfassender<br />
Information zu entscheiden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Helpdirect lebt von<br />
ehrenamtlicher Mitarbeit und der Unterstützung durch Provider und<br />
Internetfirmen. Vorläufig finanziert sich der Verein noch durch die<br />
Privatspenden der Gründungsmitglieder. Dem Ziel der Transparenz will<br />
der Verein auch in eigener Sache folgen, indem er den Wirtschaftsplan<br />
des Projekts auf der Website veröffentlicht, sobald Spenden vorliegen.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Derzeit arbeitet helpdirect an<br />
dem Aufbau von Newsgroups und der Herausgabe eines Newletters. Nächstes<br />
Ziel ist der internationale Aufbau ähnlicher Internetportale in<br />
verschiedenen Ländern, die in der jeweiligen Landessprache über<br />
Spendenaktionen informieren.</span></p>
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